Schlagwort-Archive: Wolfsangriffe

Ukraine: Weniger Jagd, mehr Wolfsangriffe

Aus naheliegenden Gründen kommt die geregelte Jagd in Kriegsgebieten weitgehend zum Erliegen: “Es ist ein gewaltiges Risiko für Zivilisten, in Kriegszeiten mit einem Gewehr durch ein Feld zu laufen. Sie könnten auf eine Mine treten oder von einem Scharfschützen erschossen werden”, erklärt Viktor Storoschenko Leiter der Jagd- und Forstbehörde der ukrainischen Donezk-Region, wo es noch immer zu Gefechten zwischen den von Russland unterstützten Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen kommt. In einem Bereich von 40 Kilometern um die Frontlinie ist die Jagd verboten, um möglicherweise folgenreiche Verwirrungen und Fehlannahmen über die Frage zu vermeiden, wer da schießt und auf wen, heißt es in dem Artikel “A Consequence of Ukraine’s War: Less Hunting, More Wolf Attacks” [Eine Konsequenz des Krieges in der Ukraine: Weniger Jagd, mehr Wolfsangriffe] in der New York Times.

Alexander Podlesnyi wurde “zu einem Extrembeispiel für die unbeabsichtigten Nebenwirkungen des Krieges”, schreib die NYT: Als er eines Morgens aus seinem Haus trat, um die Hühner zu füttern, nahm er wahr, dass etwas auf ihn lossprang, noch bevor er den Umriss als Wolf identifizieren konnte. Sein erster Gedanke sei gewesen, Wo kommt der denn her?, sein zweiter, nachdem der Wolf sich in seinen linken Arm verbissen hatte: Entweder ich töte ihn, oder er tötet mich.

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Brandenburg: Gemeinden wollen “wolfsfreie Zone” werden

Drei Gemeinden – Stechlin, Sonnenberg und Großwoltersdorf – im Amt Gransee (Landkreis Oberhavel) wollen wolfsfreie Zone werden. Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Demnach soll in den Gemeindevertretungen in den kommenden Tagen über entsprechende Beschlussvorlagen abgestimmt werden. Der Bürgermeister von Sonnenberg, Ralf Wöller, auf dessen Initiative der Plan, wolfsfreie Zonen zu errichten, zurückgeht, beklagt die “massiven Wolfsangriffe, die Landwirte in der Region zu verzeichnen hätten. Die Beschlussvorlage sieht vor, dass die genannten Dörfer im Brandenburger Wolfsmanagementplan als “nicht für eine Besiedlung durch den Wolf geeignete Zone” ausgewiesen werden, so die MAZ. Einer Ansiedlung von Wölfen stünden “überwiegend öffentliche Interessen entgegen, insbesondere der Schutz der Bevölkerung, die unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Naherholung und Tourismus sowie die ausgeprägte natur- und artgerechte Weidetierhaltung”, heißt es in der Beschlussvorlage.

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Niedersachsen: “Einen Bären aufgebunden” – Angeblicher Wolfsangriff im Landgestüt Celle ist Falschmeldung

Zur Zeit kursiert auf u.a. Whatsapp eine Meldung, derzufolge es im niedersächsischen Landgestüt Celle einen Wolfsangriff gegeben haben soll. Illustriert ist die Meldung mit einem Bild eines Pferdes, dessen Hinterlauf stark angefressen ist. Das Landgestüt Celle teilt dazu mit:

Einen Bären aufgebunden

Am vergangenen Wochenende hat jemand aus uns unerklärlichen Gründen versucht, seinen Mitbürgern statt des sprichwörtlichen Bären einen Wolf aufzubinden. Folgende FALSCHMELDUNG über das Landgestüt Celle und seine Jungpferde wurde sehr schnell auf sämtlichen Kanälen insbesondere über das Medium Whatsapp verbreitet:

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Französisches Kollektiv veröffentlicht Schockvideo von Wolfsangriffen

ACHTUNG: DAS VIDEO ENTHÄLT DRASTISCHE UND SCHOCKIERENDE AUFNAHMEN, DIE NICHT FÜR JEDEN NUTZER GEEIGNET SEIN KÖNNTEN!

Das französische Kollektiv L113 hat ein Video mit dem Titel “éthique et pâturage” (Ethik und Weideland) veröffentlicht, das in drastischen Aufnahmen Opfer von Wolfsangriffen auf Nutztiere zeigt. Das Video dokumentiert auch einen Wolfsangriff auf eine Schafherde, der mit dem Mythos vom schnellen Tod durch Kehlbiss ebenso aufräumen dürfte wie mit der Behauptung, der Wolf risse nur alte, schwache und junge Tiere.

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Brandenburg: Erneuter Wolfsangriff auf Hund

+++ Brandenburg: Wolf aus Tierpark entlaufen +++

Wenige Wochen nach der Tötung einer Bracke durch einen Wolf auf einem Truppenübungsplatz an der Grenze von Sachsen zu Brandenburg, soll es in Brandenburg zu einer neuen Wolfsattacke auf einen Hund gekommen sein. Nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) unternahm der pensionierte Förster Peter Keibel am Karfreitag in Begleitung der sieben Jahre alten Jack-Russel-Hündin seiner Enkelin einen Spaziergang im Zehdenicker Stadtwald (Landkreis Oberhavel), den der Forstmann weiterhin betreut und bejagt. Gegen 9.30 Uhr kontrollierte er eine Wildkamera, als er die Hündin aufschreien hörte. Im nächsten Moment habe er die Hündin, gefolgt vom Wolf, weglaufen sehen. Auf seinen Pfiff kam die verletzte Hündin zurück. Die Fangzähne des Wolfs hatten tiefe Bisswunden in Hinterlauf und Rumpf gerissen, aber keine inneren Organe verletzt, so die MAZ. Neun Minuten vor dem Angriff hatte Keibels Wildkamera einen Wolf aufgenommen. Für ihn besteht kein Zweifel, dass dieser Wolf diesen Angriff verursacht hat.

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Sachsen: Hundeführer fordern Rechtssicherheit bei Konflikten mit Wölfen

Am 21. März fand im sächsischen Weinböhla eine Zusammenkunft von engagierten Hunde- und Nachsuchenführern statt. Das Treffen diente vor allem dem Erfahrungsaustausch zum Thema Hundeeinsatz auf Jagden in Wolfsgebieten – ein Thema, dessen Dringlichkeit nicht zuletzt die Tötung eines Stöberhundes durch einen Wolf im Januar auf einem Truppenübungsplatz in Sachsen verdeutlichte. Die international zum Teil gut vernetzten Hundeführer berichteten von Erfahrungen und Lösungsansätzen aus anderen Ländern mit Wolfsvorkommen: “Interessant war die Information der slowakischen Schweißhundeführer, dass Schweißhunde mit Fährten- und Sichtlaut wegen der Wölfe geringere Überlebenschancen hätten, als Hunde haben die stumm jagen”, stellte der Initiator des Treffens, der BGS-Führer Christoph E. fest. Dass aufgrund dieser Problematik verstärkt stumm jagende Hunde eingesetzt und der Wert des Lauts als Zuchtziel infolgedessen hinterfragt werde, kommentierten einige der Anwesenden mit Bestürzung. “Ich hoffe nicht,”, so Christoph, “dass irgendwann, wegen des Wolfes, die Zuchtrichtlinien im Hinblick auf Fährten- und Spurlaut wegen der Möglichkeit der Ortung durch das GPS überarbeitet werden.”

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Nach Hunderissen: Schweden entnimmt Wolfsrudel

Die Bezirksregierung der schwedischen Provinz Värmland hat am Mittwoch einer erweiterten Schutzjagd auf Wölfe des Rackland-Rudels zugestimmt. Ziel der Schutzjagd ist die Eliminierung der Leittiere und damit die Auflösung des gesamten Rudels. Ursache für die Entscheidung sind die fortgesetzten Angriffe auf Hunde durch das Wolfsrudel: Allein seit dem 15. Oktober habe es fünf Angriffe auf Hunde durch das Rudel gegeben, berichtet SvenskJakt, insgesamt seien vier Hunde getötet und drei verletzt worden. Die Bezirksverwaltung hatte festgestellt, dass die Gefahr fortdauernder Angriffe auf Hunde groß ist, da die Wölfe gelernt hätten, Hunde als Nahrung anzusehen. Trotz vorhergehender Schutzjagden, bei denen vier Welpen des Rudels erschossen worden waren, hätten sich die Angriffe fortgesetzt. Die Bezirksregierung hielt fest, dass die Wölfe des Rackstadter Rudels eher Hunde angriffen als andere Rudel. Dies liege an den Leittieren und werde so bleiben, solange diese nicht entnommen würden.

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Brandenburg: Terrier nach Wolfsangriff eingeschläfert

+++ Südafrika: Löwen töten Wilderer +++

In Steinberg, einem Ortsteil der Gemeinde Buckautal im Landkreis Potsdam-Mittelmark musste eine Terrierhündin namens Angie nach einem mutmaßlichen Wolfsangriff eingeschläfert werden. Der Vorfall soll sich einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zufolge auf einem mit einem Stabgitterzaun und im Boden eingelassenen Betonborten gesicherten Privatgrundstück zugetragen haben. Demnach kam die Parson-Russell-Terrier-Hündin ihrer Besitzerin morgens entgegengehumpelt: Die linke Vorderpfote war abgerissen worden. Die Besitzerin des Hundes ist sich sicher, dass ein Wolf die Hündin durch den Zaun gefasst haben soll. Dafür sprächen aufgefundene Fellreste sowie die Bilder einer am Zaun montierten Wildkamera, auf der, so die MAZ, ein Wolfsfoto auf das nächste folge. In der Tierklinik sah man nur die Möglichkeit, den Vorderlauf zu amputieren, doch das Dasein als Krüppel habe man der 13 Jahre alten Hündin ersparen wollen. Der tragische Vorfall habe ihr die Augen geöffnet, bekannte die Hundebesitzerin, und der Amtsdirektor des zuständigen Amts Ziesar erklärte gegenüber der MAZ: “Die Kinder trauen sich im Dunkeln nicht mehr vor die Tür. Der Wolf schränkt unser Leben ein. Wir brauchen Entscheidungen, die den Wolf kurz halten. Sonst wird alles nur noch schlimmer.” SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels in der MAZ (Screenshot).

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Sachsen: “Wolfsähnliche Tiere” greifen Hunde an

Das Kontaktbüro “Wölfe in Sachsen” meldet “zwei Vorfälle mit Hunden im nördlichen Landkreis Görlitz”: Am 27. und 28. Dezember 2017 wurden dem sächsischen Wolfsmanagement aus den Gemeinden Weißkeißel und Krauschwitz (beides Landkreis Görlitz) zwei Vorfälle gemeldet, bei denen ein Hund verletzt bzw. ein Hund getötet wurde. In beiden Fällen befanden sich die Hunde auf dem Grundstück ihrer Besitzer und die Besitzer sahen auf dem Grundstück ein Tier, welches sie als wolfsähnlich beschrieben.

Das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung wurde in beiden Fällen zeitnah informiert, untersuchte die Vorfälle vor Ort und nahm Genetikproben an dem verletzten, sowie toten Hund. Außerdem wurde der Kadaver des toten Hundes zur weiteren Untersuchung an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gebracht. Hier werden auch alle toten Wölfe untersucht.

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Brandenburg: Wolfsschutz geht ins Geld

Am 27. Februar 2017 trat die  Richtlinie zur Förderung  von  Präventionsmaßnahmen  zum  Schutz  vor  Schäden  durch  geschützte Tierarten  (Wolf/Biber)  in  Kraft.  Die Richtlinie hat das Ziel, mögliche  Schäden  durch  Wolf  und  Biber zu vermeiden. Deshalb können Schutzmaßnahmen wie wolfssichere Zäune, die Anschaffung von Herdenschutzhunden oder auch Biberschutzmaßnahmen an Teichwirtschaften gefördert werden. Bis zum 28. April gingen 19 Anträge ein, sechs davon sind bisher bearbeitet und allesamt positiv beschieden worden. Die Fördersumme für die sechs genehmigten Anträge beträgt 54.893,62 Euro. Das ergibt sich aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Dieter Dombrowski. Sollten für die noch ausstehenden Anträge ähnlich hohe Fördersummen bewilligt werden, wären die Mittel für die Prävention von Wolfsangriffen in Höhe von 200.000 Euro pro Jahr bereits erschöpft. Für die Prävention von Biberschäden stehen 150.000 Euro zur Verfügung, bisher sind jedoch keine Anträge von Teichwirten eingegangen.

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Wildbiologe fordert: Wolf ins Jagdrecht

Schafherde in der Altmark zweimal innerhalb von 14 Tagen attackiert – Abschussbewilligung für Calanda-Wölfe abgelaufen

Der renommierte Wildbiologe Prof. Dr. Michael Stubbe hat auf topagrar.de die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht gefordert. Die ungebremste Ausbreitung des Raubtiers erfolge auf Kosten anderer Arten – und des Menschen. Der Wolf sei “ein herrliches Tier”, so Stubbe in dem lesenswerten Beitrag, müsse im dicht besiedelten Europa aber reguliert werden. Wolfsschutz und -Bewirtschaftung schlössen einander nicht aus, so Stubbe. Der Wissenschaftler warnte vor den Folgen einer ungehemmten Zunahme der Wolfspopulation für bedrohte Arten wie Wiesenvögeln oder Großtrappe. Für deren Schutz sei kaum Geld da, während Millionen in das Wolfsmanagement flössen, kritisierte Stubbe. Überdies seien “2012 weltweit mindestens 18 Menschen vom Wolf angefallen und getötet worden, 2013 acht.”

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“Schafsmassaker” in der Königsbrücker Heide

Wölfe haben Inder Nacht von Sonntag auf Montag in der Königsbrücker Heide 38 Schafe und zwei Ziegen gerissen, die in dem Naturschutzgebiet, einem ehemaligen Truppenübungsplatz, zur Heidepflege stationiert waren. 45 entflohene Schafe konnten wieder eingefangen werden, ungefähr dreißig Tiere werden noch vermisst. Nach Ihnen wird gesucht. Die Herde war aus der “dem Mindestschutz entsprechenden Koppel” ausgebrochen, heißt es in einer Pressemitteilung des Kontaktbüros “Wolfsregion Lausitz” zu dem Vorfall. Der Zaun war an einer Stelle von außen nach innen und am zwei Stellen in breiterer Front von innen nach außen durchbrochen worden. Offensichtlich haben die Tiere panisch die Flucht ergriffen, meldet der SachsenForst. Die Bild-Zeitung sprach von einem “Schafsmassaker.”

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Landkreis Bautzen: Übergriffe auf Schafe – Schutzmaßnahmen wirkungslos

In den letzten vier Wochen gab es im Raum Königswartha, Puschwitz und Wittichenau (Landkreis Bautzen) 16 gemeldete Übergriffe von Wölfen auf Schafe, wie das “Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz” meldet. Die Übergriffe fanden im Territorium des Rosenthaler Rudels statt. Es handelte sich dabei sowohl um nicht oder unzureichend geschützte Schafe, als auch um Schafe die nach den geforderten Mindestschutzstandards gesichert waren, wie das Kontaktbüro einräumt. In einigen dieser Fälle wird davon ausgegangen, dass der oder die Wölfe den Elektrozaun übersprungen haben.

Im Territorium des Rosenthaler Rudels (siehe Karte) sei es daher nun erforderlich Elektrozäune durch die Anbringung eines „Flatterbandes“ (Breitbandlitze), welches ca. 20 – 30 cm über den Zaun gespannt wird, zusätzlich zu sichern. Diese zusätzliche Schutzmaßnahme ist, so das Kontaktbüro, “voraussichtlich für die Dauer eines Jahres notwendig.” Das benötigte Material (Breitbandlitze, Weidepfähle) kann kostenfrei bei der Biosphärenreservatsverwaltung ausgeliehen werden. Kontakt: Herr Klingenberger, Tel. 035932/36531, E-Mail: andre.klingenberger@smul.sachsen.de

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IWA-Nachlese 2: Hundeschutzweste mit integrierter Wolfs-Abwehr

Wolfsangriffe sind Todesursache Nr. 1 bei Stöberhunden in Schweden – diese Hundeschutzwesten-Kombination des schwedischen Herstellers Dogtech verspricht Schutz bei Attacken von Wildschwein und Wolf.

Die Schweden haben bei der Entwicklung der Hundeschutzweste Protector Pro einen innovativen Ansatz verwirklicht: Unter der strapazierfähigen Außenhaut aus kräftigem Nylongewebe (Cordura), steckt ein aus Neopren geschneiderter Kern – das ist das Material, aus dem Taucheranzüge bestehen. Die Neoprenschicht hält den Hund warm, falls er bei der Jagd in eiskaltes Wasser fällt, was im Winter, wenn Flüsse und Seen mit einer dünnen Eisschicht überfroren sind, bekanntermaßen eine reale Gefahr darstellt. Außerdem gewährt die Weste einen gewissen Auftrieb: Das soll verhindern, dass der Hund ertrinkt.

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Mecklenburg-Vorpommern: Schäden durch Wölfe werden ersetzt

Von freilebenden Wölfen verursachte Schäden werden in Mecklenburg-Vorpommern jetzt zu 100 Prozent ersetzt. Voraussetzung dafür ist, dass sie innerhalb von 24 Stunden gemeldet werden. Das teilt das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz in einer aktuellen Pressemeldung mit. Auch Aufwendungen für die Prävention von Wolfsangriffen können bis zu 75 Prozent erstattet werden. In der Pressemitteilung des Ministeriums heißt es dazu:

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