Schlagwort-Archive: Wolfsangriff

Wolfsattacke auf Jagdhund: Staatsanwalt erkennt Notstand nicht an

DJV und JGHV sind entsetzt: Die Staatsanwaltschaft Brandenburg will einen Jäger anklagen, weil er einen Wolf tötete, der unter Zeugen Jagdhunde angegriffen hat (JAWINA berichtete). Aufgrund drohender strafrechtlicher Risiken sollten Jäger keine Hunde mehr in Wolfsgebieten einsetzen. Die Verbände fordern Bund und Länder auf, Rechtssicherheit zu schaffen – Vorbild könnte Schweden sein.

Anfang 2019 hat ein Wolf bei einer Jagd mehrere Jagdhunde angegriffen und schwer verletzt. Ein Jäger hat zuerst in die Hände geklatscht und einen Warnschuss abgegeben. Er tötete den Wolf schließlich, da er nicht von den Hunden abließ. Zeugen haben den Vorgang bestätigt, ein Tierarzt die Bissverletzungen. Nach Angaben des Verteidigers Dr. Heiko Granzin ergibt sich anhand der Aktenlage eine eindeutige Notstandssituation. Der zuständige Staatsanwalt hat nun in einem Telefonat gegenüber dem Verteidiger mitgeteilt, dass der Jäger nach seiner Rechtsauffassung in keinem Fall hätte schießen dürfen – ungeachtet der Notstandslage. Nach Ansicht von Dr. Granzin ist dies „absurd“. Die Staatsanwaltschaft Brandenburg will Anklage erheben. Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Jagdgebrauchshundverband (JGHV) sind entsetzt. Sollte sich diese Rechtsansicht durchsetzen, sollten Jäger wegen der strafrechtlichen Risiken künftig keine Jagdhunde mehr für Stöberjagden und Nachsuchen in Wolfsgebieten einsetzen. DJV und JGHV fordern Bund und Länder auf, die Rechtsunsicherheit umgehend zu beenden.

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Italien: Dashcam filmt Wolfsangriff auf Wildschwein

Die Dashcam eines Autofahrers hat vergangene Woche bei Sassetta (Provinz Livorno) den misslungenen Angriff eins Wolfs auf ein Wildschwein – vermutlich ein Frischling – gefilmt. Der Wolf versucht die Sau zu packen und ins Gestrüpp zu ziehen, es gelingt dem Opfer aber, sich zu befreien – Schwein gehabt… red.

Video: LaRepubblica / YouTube

Die Red. dankt JAWINA-Leser JW für den Hinweis!

Kanada: Familie beim Campen im Zelt von Wolf angegriffen

Ein Wolf hat am Freitag (09.08.) eine Familie angegriffen, die in ihrem Zelt auf dem Campingplatz Rampart Creek im kanadischen Banff National Park übernachtete. Dabei wurde der Ehemann, Matt Rispoli, durch Wolfsbisse an Arm und Hand verletzt.

Elsa Rispoli, Matts Ehefrau, hat den Vorfall auf Facebook geschildert: Demnach ist der Wolf nachts auf das Zelt gesprungen und hat die Zeltbahn zerrissen. Während die Frau versuchte, die zwei kleinen Söhne mit ihrem Körper vor dem Wolf zu schützen, warf sich Matt zwischen sie und den Wolf. Der Wolf verbiss sich in Matts Arm, es gelang ihm zunächst, den Wolf auf den Boden zu drücken und dessen Kiefer mit den Händen auseinanderhalten, was ihm schwerere Verletzungen erspart haben dürfte. Während der ganzen Zeit schrien alle vier verzweifelt um Hilfe. Schließlich gelang es dem Wolf jedoch, den Familienvater fortzuschleifen, während seine Frau an seinen Beinen zog, um ihn zurückzuhalten.

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Kosovo: Wolf soll Kind angegriffen und schwer verletzt haben

In Dimcë, einem Dorf in der Gemeinde Han i Elezit im Süden des Kosovo, soll ein Wolf ein Kind angegriffen haben. Das berichtet der Fernsehsender alsat-m.tv auf seiner Internetseite. Zeugen zufolge hat sich der Wolfsangriff am Nachmittag des 25.06.2019 ereignet. Der Wolf hat demnach eine Gruppe von Kindern auf einem Bergpfad in unmittelbarer Nähe des Dorfes (“fast noch im Dorf”) attackiert. Als der auf alsat-m zitierte Zeuge das Schreien der Kinder hörte, eilte er herbei. Es gelang ihm, den Wolf zu vertreiben, der einen Fünfjährigen schon einige Meter fortgeschleift hatte. Das Kind erlitt bei dem Angriff schwere Verletzungen, befindet sich aber nicht in Lebensgefahr. Es wird in einem Krankenhaus in Pristina behandelt. Vertreter der Gemeinde und der kosovarischen Polizei haben sich vor Ort informiert, Bilder davon sind auf der verlinkten Internetseite von alsat-m zu sehen. red.

Beitragsbild: Headline des Berichts auf alsat-m.tv (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Lupus: Joggerin von “wolfsähnlichem Hund” attackiert

+++ Klöckner distanziert sich von Wolfskompromiss und fordert reguläre Bejagung +++ Angst vor Wolfsrissen: Wildpark bei Hamburg “igelt sich ein” +++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf bei Murchin überfahren +++ Simbabwe erlaubt Bogenjagd auf Büffel +++

Streunender Hund in Landkreisen Bautzen und Görlitz unterwegs

Am Montag, den 13. Mai 2019, wurde von mehreren Medien über eine Joggerin berichtet, die angab, dass ihr zwei Wochen zuvor in einem Wald bei Großpostwitz (Landkreis Bautzen) ein wolfsähnliches Tier zwischen die Beine gelaufen sei. Der Vorfall hatte sie sehr erschreckt. Der Melderin war aber aufgefallen, dass das Tier ein breites Halsband trug, bei dem es sich ihrer Einschätzung nach um einen Peilsender handeln könnte.

Zwischenzeitlich wurden dem Sächsischen Wolfsmanagement vom Vater der Joggerin Fotos zugeschickt, die von einer weiteren Person am 16. Mai 2019 in der etwa zehn Kilometer von Großpostwitz entfernten Gemeinde Oppach (Landkreis Görlitz) aufgenommen wurden und die als Fotos des Tieres beschrieben wurden, welches die Joggerin erschreckt hatte. Am selben Tag erreichten das Wolfsmanagement aus der Gemeinde Oppach weitere Fotoaufnahmen eines wolfsähnlichen und ein breites Halsband tragenden Tieres, mit der Bitte, zu überprüfen, ob es sich um einen Wolf oder einen Hund handelt.

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Sachsen-Anhalt: Herdenschutzhund bei Wolfsangriff schwer verletzt

Am Elbdeich im Landkreis Stendal ist ein neun Jahre alter Herdenschutzhund durch einen Wolfsangriff schwer verletzt worden. Der Schäfer fand die zehn Jahre alte Kaukasische Schäferhündin Ira am Sonntag Mittag “blutüberströmt und schwer atmend” in dem Pferch, in dem Herdenschutzhunde und Schafe zur Beweidung des Deichs eingesperrt sind, wie die Volksstimme berichtet. Der Wolf fügte der Hündin mehrere tiefe Bissverletzungen in der Halsgegend zu. Das “Wolfskompetenzzentrum” Iden bestätigte den Wolfsangriff. Der Schäfer hofft, dass er die Tierarztkosten in Höhe von 180 Euro ersetzt bekommt. Ob der Hund nach der Genesung wieder als Herdenschutzhund eingesetzt werden kann, ist fraglich. red.

Beitragsbild: Herdenschutzhunde – sie sind bei ihrem Job selbst gefährdet und bieten keinen absoluten Schutz gegen Wolfsangriffe. Foto: SE

Sachsen: Joggerin soll bei Bautzen von Wolf angegriffen worden sein

Bei Großpostwitz in der Nähe von Bautzen soll eine Joggerin von einem Wolf angegriffen worden sein. Das berichtet Radio Lausitz. Der Vorfall hat sich demnach schon vor zwei Wochen am 28. April zugetragen. Die Joggerin habe ein lautes Knacken im Unterholz gehört und zunächst an eine Wildschweinrotte geglaubt. Dann sei ein Wolf auf die joggende Ärztin zugerannt “und ihr zwischen die Beine gegangen.” Auf das Schreien der Frau hin floh der Wolf wieder in den Wald. Der Vater der Frau wandte sich dem Bericht zufolge an den Landrat des Landkreies Bautzen, Michael Harig. Mittlerweile hat sich der Landrat mit der Frau in Verbindung gesetzt und eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt. Ob diese zwei Wochen danach noch belastbare Ergebnisse bringt, darf bezweifelt werden. Der Vater der Joggerin, ein Jäger, vermutet, dass der Wolf ein frisch gerissenes Stück im Gebüsch neben dem Wanderweg verteidigen wollte. Der Wolfsrüde soll einen Peilsender getragen haben. Demnach müsste immerhin nachvollziehbar sein, ob sich ein besenderter Wolf zum fraglichen Zeitpunkt an diesem Ort aufgehalten hat. Auf der Internetseite des Radiosenders sind Interviews mit dem Vater der Joggerin und dem Landrat als Podcast zum Nachhören veröffentlicht. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf der Internetseite von Radio Lausitz (Screenshot).

Lübeck: Frau auf Hundespaziergang von Wolf bedrängt

+++ Sachsen: “Menschen leiden wirklich unter dem Wolf” – Ministerpräsident fordert Schutzjagd auf Wölfe und kritisiert “absurde Vorschläge” von Bundesumweltministerin Schulze +++ Thüringen: Schwarzwild-Abschussprämie für Jäger und Hundeführer verlängert +++ RLP: DNA-Nachweis für Wolfsansiedlung auf Truppenübungsplatz Daaden – Wolfsterritorium ausgewiesen +++

Gestern um 10 Uhr vormittags ist eine Frau auf einem Spaziergang mit ihrem Hund am Stadtrand von Lübeck von einem Wolf bedrängt und verfolgt worden. Der Vorfall ereignete sich auf der Wiese am Behaimring / Landgraben im Osten Lübecks. Die Polizei bestätigte gegenüber JAWINA, dass der Anruf der verängstigten Frau bei der Einsatzleitstelle protokolliert wurde. Von polizeilicher Seite in Lübeck seien jedoch keine Maßnahmen ergriffen worden.

JAWINA hat mit der Frau gesprochen: “Das ist eine große Heidewiese”, berichtet sie, “Umgeben von Wald. Ich ging mit meinem Hund – nicht mehr so fit, ein alter Hund – spazieren. Der Hund war angeleint. Plötzlich stand der Wolf vor uns, er kam aus dem Wald.” Fünf Meter vor ihr und ihrem Hund stand der Wolf, guckte sie an. “Der hat überlegt, was er macht, ich war zu Tode erschrocken.”

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Italien: 65jähriger nach Wolfsangriff im Krankenhaus

+++ Shitstorm mit Ansage: Jägerin postet Foto von erlegtem Fuchs und bekommt Hausbesuche von Jagdgegnern +++

In Roccastrade, einem Ort in der mittelitalienischen Provinz Grosseto, ist italienischen Medienberichten zufolge am Samstag ein 65 Jahre alter Mann durch Wölfe verletzt worden. Der aus der Provinz Vincenza stammende Mann ging mit einem Freund zwischen Sticciano und Roccastrada spazieren, als sie zwei Wölfe bemerkten, die gerade eine Schafherde angreifen wollten. Die Männer versuchten die Wölfe zu vertreiben, woraufhin diese den 65jährigen angriffen. Es gelang ihm, sich aus dem Griff des Wolfs herauszuwinden. Der Mann wurde mit einer schweren Handverletzung in ein Krankenhaus in Grosseto eingeliefert. Sein Begleiter blieb unverletzt. SE

Beitragsbild: Headline eines Medienberichts zum Thema auf toscanamedia (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Wolfsabschuss: DJV fordert Rechtssicherheit für Jäger

Der Deutsche Jagdverband (DJV) äußert sich zu dem Abschuss eines Wolfs, der Jagdhunde während einer Drückjagd angegriffen hat. Der DJV “nimmt den Vorfall sehr ernst und fordert eine schnelle und lückenlose Aufklärung der Geschehnisse”, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands.

„Wir brauchen dringend Rechtssicherheit für alle Jägerinnen und Jäger. Sie müssen wissen, wie sie sich in einem derartigen Notstand verhalten sollen“, sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer. Hunde seien unentbehrliche Jagdhelfer und Familienmitglieder, die es zu schützen gelte. An Jäger und andere Hundebesitzer appelliert der DJV, bei vermeintlichen Angriffen durch Wölfe umgehend einen Tierarzt einzuschalten und eine DNA-Probe sichern zu lassen. Der Nachweis von Wolf-DNA ist nur wenige Stunden möglich, die meisten Wunddesinfektionsmittel machen die Proben unbrauchbar.

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