Schlagwort-Archive: Wolf

EuGH: Wolf auch in menschlichen Siedlungen streng geschützt

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Amtlich bestätigt – Wolf tötet komplette Schafherde +++ 

Der in der Habitatrichtlinie vorgesehene strenge Schutz bestimmter geschützter Tierarten erstreckt sich auch auf Exemplare, die ihren natürlichen Lebensraum verlassen und in menschlichen Siedlungsgebieten auftauchen. Daher können der Fang und der Transport eines in einem Dorf angetroffenen Wolfs nur gerechtfertigt sein, wenn sie unter eine von der zuständigen nationalen Behörde gewährte Ausnahme fallen.

In seinem Urteil Alianța pentru combaterea abuzurilor (C-88/19) vom 11. Juni 2020 hat sich der Gerichtshof zum räumlichen Anwendungsbereich des strengen Schutzsystems für bestimmte Tierarten geäußert, das Art.12 Abs.1 der Richtlinie 92/43 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen1(im Folgenden: Habitatrichtlinie) vorsieht. Dabei hat der Gerichtshof bestätigt, dass dieses strenge Schutzsystem für die in AnhangIV Buchst. a der Richtlinie genannten Arten, darunter den Wolf, auch für Exemplare gilt, die ihren natürlichen Lebensraum verlassen und in menschlichen Siedlungsgebieten auftauchen.

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Niedersachsen: Wolf greift Schafherde vor den Augen des Schäfers an

+++ Schweiz: Erhöhte Wolfsdichte steigert Aggressivität von Mutterkühen +++

Neues von der “natürlichen Scheu” der Wölfe: In der Lüneburger Heide hat ein Wolf am hellichten Tag eine Schafherde angegriffen und sich eine Heidschnucke gegriffen – während der Schäfer seine Herde hütete. Der Schäfer rannte auf den Wolf zu, bewarf ihn mit Stöcken und Steinen und traf ihn sogar. Doch dem Wolf war das egal, wie der betroffene Schäfer der Bildzeitung berichtet: Der Wolf umkreiste und belauerte den Schäfer eine Dreiviertelstunde lang, kam auf bis zehn Meter an den Mann heran. Der Schäfer rief seinen Chef an, erst als dieser mit dem Auto auf die Herde zufuhr, trollte sich der Wolf. red.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Niedersachsen: Autofahrer stirbt nach Kollision mit Wolf

Auf der Bundesstraße 6 ist am späten Sonntagabend (07.06.20) ein 76 Jahre alter Autofahrer bei einem Unfall tödlich verletzt worden. Sein Fahrzeug war kurz vor 23 Uhr zwischen den Anschlussstellen Bordenau und Frielingen mit einem Wolf kollidiert und im Anschluss von der Straße abgekommen. Dort war der Smart fortwo gegen einen Baum geprallt und der Fahrer herausgeschleudert worden.

Nach ersten Erkenntnissen war der Burgdorfer gegen 22:55 Uhr auf der Bundesstraße 6 in Richtung Hannover unterwegs, als plötzlich ein junger Wolf die Fahrbahn überquerte. In der Folge kam das Fahrzeug nach rechts von der Straße ab, durchfuhr einen Grünstreifen und prallte gegen einen Baum. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der nicht angeschnallte Mann aus dem Auto geschleudert, das auf die Fahrerseite kippte und zum Stillstand kam. Durch den Notarzt konnte nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden. Auch der Jungwolf überlebte die Kollision nicht.

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Mecklenburg-Vorpommern: Weiterer Wolf besendert

Im Rahmen des Forschungsvorhabens „Einfluss des Wolfes auf Schalenwild, mit Schwerpunkt Damwild“ wurde am 22. April 2020 durch Wissenschaftler der AG Wildtierforschung der Professur für Forstzoologie an der Technischen Universität Dresden im Territorium des Jasnitzer Rudels ein älterer Wolfsrüde gefangen und besendert. Ob der Rüde WR9 mit dem Namen „Einar“, wie vermutet, der Rüde des Jasnitzer Rudels ist, wird aktuell mittels Genetik noch geklärt. Der Rüde wies Bissverletzungen an beiden Wangen auf, vermutlich verursacht durch einen anderen Wolf. Ob er diese Verletzung ausheilen kann, wird die Zukunft zeigen.

Das 2015 gestartete Forschungsprojekt wurde in der ersten Projektphase aus Mitteln der Jagdabgabe des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie des Deutschen Jagdverbandes, des Landesjagdverbandes und des Freundeskreises „Freilebender Wölfe“ finanziell unterstützt. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt und der Jagdbeirat des Landes beschlossen Ende 2019 die Fortführung des Projektes und dessen weitere finanzielle Unterstützung bis Ende 2022. Auch der Freundeskreis „Freilebender Wölfe“ unterstützt das Projekt weiterhin. Der DJV prüft momentan eine weitere Unterstützung für die zweite Projektphase.

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Niedersachsen: Umweltministerium gibt Niedersächsische Verordnung in die Beteiligung

Lies: “Wolf braucht kluges Management”

„Niedersachsen steht zum Schutz des Wolfes ohne Wenn und Aber. Für diese Landesregierung ist Artenschutz keine Symbolpolitik. Aber auch die Weidetierhaltung ist ein nicht wegzudenkender wichtiger Teil unserer Kulturlandschaft – und das soll auch so bleiben”, stellt Niedersachsens Umweltminister Lies klar.

Um auf der einen Seite dem Artenschutz und auf der anderen Seite den Weidetierhaltern gerecht zu werden, hat das Niedersächsische Umweltministerium eine „Wolfsverordnung” erarbeitet – als bundesweit erstes Land, nachdem das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) vor wenigen Wochen geändert wurde. „Management beim Wolf bedeutet natürlich Prävention durch Herdenschutz, aber am Ende auch die Wolfsentnahme wenn dies nicht ausreicht.”

Die neue Wolfsverordnung befindet sich aktuell in der Abstimmung mit anderen niedersächsischen Ministerien. „Ein Wolf, der ungeschützte Tiere reißt, wird alleine deswegen nicht entnommen. Weitere Faktoren müssen hinzukommen, bevor das letzte Mittel greift. Ganz wichtig: Die neue Verordnung nimmt damit nicht nur den Wolf in den Fokus. Wir behalten zugleich die vielen anderen seltenen und geschützten Arten in Niedersachsen im Blick, die auf offene Landschaften angewiesen sind”, ergänzt Lies.

Kern der Verordnung ist die Regelung der in Niedersachsen zumutbaren Herdenschutzmaßnahmen. Denn bisherige pauschale Empfehlungen von 120 Zentimeter hohen Schutzelektrozäunen gegen Wölfe sind nicht in allen Fällen – zum Beispiel am Deich oder in der Heide – geeignet und zumutbar. Dem trägt die Verordnung Rechnung, indem die Zumutbarkeit den Gegebenheiten in Niedersachsen angepasst wurde.

„Wo Hüteschäfer über weiträumige Naturschutzflächen – wie in der Lüneburger Heide – ziehen, sind wolfsabweisende Zäune keine Option. Hier ist ein Schäfer, der seine Herde persönlich bewacht, ausreichend. Und Herdenschutzhunde, die ihre Heidschnucken beispielsweise auch gegen die Hunde verteidigen würden, verbieten sich”, so Lies.

Herdenschutz am Deich

Dem Hochwasserschutz kommt bei der Abwägung des Wolfschutzes mit anderen Interessen ein besonderes Gewicht zu. An Deichen in Niedersachsen ist daher künftig die gute fachliche Praxis der Einzäunung von Schafen grundsätzlich ausreichend.

Minister Lies erklärt dazu: „Ohne die Beweidung von Deichen sind diese nicht zu sichern. Wenn Schäfer dort aufgrund zunehmender Wolfsangriffe aufgeben, sind viele Menschen der sehr realen Gefahr von Überschwemmungen ausgesetzt. Gleichzeitig können an Deichanlagen nicht beliebig hohe Stromzäune errichtet werden, um verirrte Wölfe abzuhalten. Am Deich hat der Wolf nichts zu suchen. Das heißt keinesfalls, dass ein durchziehender Wolf, der sich ein Schaf holt, gleich geschossen wird. Aber residente Wölfe, die im Bereich von Hochwasser-Schutzanlagen Schafe jagen oder reißen, können nicht toleriert werden.”

Rechtssicherheit für Jäger

Abgesehen von Regeln für die Weidetierhaltung werden auch Optionen definiert für den Fall, dass Wölfe sich Menschen annähern. Die für Vergrämungen oder Abschussgenehmigungen zuständigen Landkreise bekommen damit einen klaren Rahmen für ihre Entscheidungen. Minister Lies: „Wichtig ist die Verordnung nicht nur für Weidetierhalter, sondern auch für die Verantwortlichen vor Ort, die Maßnahmen prüfen, und für diejenigen Jäger, die sie umsetzen. Ihnen müssen wir Rechtssicherheit geben. Wenn Wölfe entnommen werden müssen, trifft das Land gemeinsam mit den unteren Naturschutzbehörden die notwendigen Entscheidungen.”

Nachdem die Verordnung mit den anderen betroffenen Ressorts abgestimmt ist, geht sie in die Verbändebeteiligung, bei der beispielsweise Naturschutzverbände, Weidetierhalter oder die Jägerschaft zu den Details der Regelungen angehört werden.

Hintergrund

· Die Verordnung enthält Regelungen, wie im Grundsatz mit problematischen Wölfen umgegangen wird (z. B. Verscheuchen, Vergrämen, Entnahme), schließt dabei aber eine Einzelfallbetrachtung nicht aus.

· Für den Fall der Vergrämung und der Besenderung zu wissenschaftlichen Zwecken erteilt die Verordnung Ausnahmen unmittelbar, in Fällen von Entnahmen bindet sie das Ermessen der Unteren Naturschutzbehörde bei deren Entscheidung.

· Bei erfolgloser Vergrämung können aufdringliche Wölfe (nach Annäherung unter 30 Meter oder nach einem Angriff auf Menschen) auf Antrag geschossen werden. Es sind keine mehrmaligen Vorfälle erforderlich.

· Bei – antragsbedürftigen – Genehmigungen auf Entnahmen zur Abwendung ernster wirtschaftlicher Schäden ist ein mindestens zweimaliges Überwinden des ordnungsgemäß errichteten Herdenschutzes gem. Anlage der Verordnung erforderlich.

· Kann ein gesuchter Wolf mangels besonderer Merkmale nicht eindeutig erkannt werden, kann sich eine Entnahme auf § 45a Absatz2 Satz 1 BNatSchG stützen. Zulässig ist dann der Abschuss von einzelnen Mitgliedern des Wolfsrudels in engem räumlichen und zeitlichen Zusammenhang mit bereits eingetretenen Rissereignissen. Der Abschuss darf bis zum Ausbleiben von weiteren Schäden fortgeführt werden.

· Geeignete Personen für Entnahme und Vergrämung sind Jäger oder behördlich beauftragte Dienstleister.

· Nach einem Unfall mit einem schwer verletzten Wolf dürfen Jäger, Tierärzte oder Polizisten das Tier vor Ort erlösen.

· Ein Fütterungsverbot ist in § 45a Abs. 1 BNatSchG geregelt. PM

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Schaf. Foto: SE

Niedersächsische Wolfsverordnung: “Wir werden weder Hochwasserschutz noch Wiesenvögel dem Wolf opfern”

+++ Brandenburg: Polizei schnappt aggressive Wilderer +++ 

Nach der jüngsten Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Bauen, Energie und Klimaschutz eine Verordnung für den Umgang mit Problemwölfen in Niedersachsen vorgelegt. Der Entwurf sei in die Ressortabstimmung gegangen und er hoffe, auch die Verbände möglichst schnell beteiligen zu können, sagte Umweltminister Olaf Lies am (heutigen) Dienstag im Niedersächsische Landtag. „Ich wünsche mir jetzt – trotz unterschiedlicher Meinungen hier im Hause und teilweise unerträglichen Konflikten, die draußen ausgetragen werden rund um den Wolf – eine sachliche Auseinandersetzung mit der Botschaft: Es geht um darum, die Art Wolf zu schützen, nicht jedes Individuum. Wir wollen eine Lösung finden, wie Weidetierhaltung und der Schutz des Wolfes möglich ist. Wir können aber nicht das ganze Land einzäunen oder jedes Tier in den Stall sperren”, so Lies.

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Wolf ist in Berlin angekommen

+++ Schleswig-Holstein: Hundehalterin durch Wildschwein schwer verletzt +++ Polen: Neue ASP-Fälle nahe der Grenze zu Brandenburg +++ Hessen: Islandpferd bei mutmaßlichem Wolfsangriff verletzt +++ 

Eine aus Sachsen stammende Wölfin mit der Bezeichnung Ft12 ist im Januar in Berlin nachgewiesen worden. Die Wölfin zog von Königs Wusterhausen aus in den Grünauer Forst, wie die B.Z. berichtet. Auf eine zeitnahe Veröffentlichung der Monitoringdaten wurde verzichtet, weil “Gefährdungen für Menschen auszuschließen waren”, heißt es in dem Bericht. red.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

NRW: Förderrichtlinien „Wolf“ – keine Obergrenze mehr für die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen

+++ Niedersachsen: Ausnahmegenehmigungen für Wolfsabschüsse wegen Klage ausgesetzt +++ Niedersachsen: Wölfe ohne Scheu +++ Bayern: Schießübungen eines Jägers lösen Polizeieinsatz aus +++ 

Herdenschutzmaßnahmen, die vor Wolfsübergriffen schützen, können künftig auch über die bisher geltende Obergrenze von 20.000 Euro in drei Jahren hinaus gefördert werden.

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW teilt mit: Herdenschutzmaßnahmen, die vor Wolfsübergriffen schützen, können künftig auch über die bisher geltende Obergrenze von 20.000 Euro in drei Jahren hinaus gefördert werden. Einen entsprechenden Antrag Nordrhein-Westfalens hat die Europäische Kommission jetzt genehmigt. Die neuen Förderrichtlinien Wolf werden in den nächsten Tagen im Ministerialblatt veröffentlicht und treten dann am Folgetag in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt bearbeiten die Bezirksregierungen alle Förderanträge ohne Berücksichtigung der bisherigen 20.000 Euro-Grenze, sie spielt dann keine Rolle mehr.

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Hessen: Zweiter Wolf sesshaft- Territorium in Nordhessen nachgewiesen

+++ Baden-Württemberg: Nachfolger für den Schluchsee-Wolf +++ Bayern: Wolf bei Neu-Ulm überfahren +++ 

Der Wolf wird wieder heimisch in Hessen – nach der Wölfin im Vogelsberg ist nun ein zweites Tier in Nordhessen sesshaft. Dies hat eine Genanalyse für das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) im Rahmen des hessischen Wolfsmonitorings ergeben. Damit hat Hessen nun innerhalb weniger Wochen ein zweites Wolfsterritorium.

Es handelt sich hierbei ebenfalls um ein weibliches Tier, welches sich nun seit mehr als einem halben Jahr im Umkreis des „Stölzinger Gebirges“ aufhält, wo die Landkreise Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner aneinandergrenzen. Die Wölfin wurde erstmals am 1. August 2019 an einem gerissenen Stück Rotwild nahe Herlefeld im Schwalm-Eder-Kreis genetisch nachgewiesen. Zwischen Oktober und November 2019 wurde dasselbe Tier ebenfalls an mehreren gerissenen Schafen in der Region nachgewiesen, zuletzt am 2. November in Sontra im Werra Meißner-Kreis. Eine Genprobe, die am 10. März 2020 von einem ehrenamtlichen Rissgutachter des HLNUG an einem Stück Rotwild bei Schemmern genommen wurde, hat nun erneut den Nachweis dieses Individuums erbracht. Damit gilt diese Wölfin in diesem Gebiet als standorttreu.

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Mecklenburg-Vorpommern: Hybrid-Wölfin geschossen

In der Nacht vom 10. Auf den 11.04.2020 haben behördliche Bedienstete eine Wolfsfähe bei Schwaan (Landkreis Rostock) mit einem Gewehr getötet.

Die Wolfsfähe hatte sich offenbar mehrfach mit einem Hund gepaart. Daher bestand die erhebliche Gefahr einer Hybridisierung. Die Tötung war erforderlich um eine Hybridisierung abzuwenden. Hybridisierung stellt eine erhebliche Gefährdung der Art Wolf dar. Vorherige Versuche die Wölfin zu fangen und mit einem Sender zu versehen, schlugen fehl. Das Tier hielt sich außerhalb der Reichweite eines Betäubungsgewehrs auf. Versuche, das Tier mit einer Falle zu fangen, waren nicht erfolgreich. Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus zeigte sich erleichtert, dass es nach erheblichen Anstrengungen nun gelungen ist die Gefahr einer Hybridisierung abzuwenden.

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