Schlagwort-Archive: Wolf

Diskussion über den Wolf: Pfannenstiel vs. Fuhr

Im Deutschlandsfunk diskutierten der Wildbiologe Prof. Dr. Pfannenstiel und der Journalist und Brandenburger ÖJV-Vize Eckhard Fuhr über den Wolf. Die Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?” steht in der Mediathek des Senders zum Nachhören bereit. Die Wolfspopulation, die Aufwendungen für den Herdenschutz und die Zahl der gerissenen Nutztiere steigen parallel an – angesichts dieses eindeutigen Zusammenhangs hält Prof. Pfannenstiel die Strategie, ausschließlich auf Herdenschutzmaßnahmen zu setzen, für gescheitert und plädiert für eine reguläre, maßvolle Bejagung des Wolfs. Dies würde die Scheu des Wolfs vor dem Menschen, menschlichen Siedlungen und Nutztieren wiederherstellen und die Situation der Weidetierhalter entschärfen. Fuhr bestreitet, dass eine Bejagung des Wolfs zu einer Lösung der Probleme beitragen würde. Eine spannende Diskussion – Hörempfehlung! SE

Beitragsbild: Internetseite des Deutschlandfunks zur Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?”(Screenshot, Ausschnitt)

Wie Städter die Landbevölkerung diskriminieren

+++ 2. Prozesstag Jagdunfall Nittenau: Angeklagter konnte Bundesstraße wegen Bewuchses nicht sehen +++ NRW: 60-jährige soll Jäger beleidigt und mit Golfball beworfen haben +++ NRW: Naturschützer befürworten Waschbärbejagung +++ Österreich: Wildschwein verursacht Unfall auf Wiener Autobahn +++ Hessen: Naturschützer verlassen Nabu +++ NRW: Weidetierhalter fordern Bejagung des Wolfs, Tanja und Heike starten Petition für Wolfsschutz +++

Ob er verrückt sei, wurde der Autor Holger Siemann von einem Freund gefragt, als er ankündigte, im Radio über den Wolf sprechen zu wollen. Bei dem Thema sei “der Shitstorm vorprogrammiert.”

Siemann spricht im Deutschlandfunk trotzdem über den Wolf. Über den mutmaßlichen Wolfsangriff auf eines seiner Mutterschafe, über Wolfsbeauftragte, die insinuieren, dass die Wunden an der Kehle des Schafs ” ja im Prinzip auch von einem Schraubenzieher stammen” könnten. Ob man Feinde habe in der Nachbarschaft? Über “Städter in Hotlines, die nicht mal fragen, wie es dem Schaf geht.”

Die Bevölkerungsmehrheit in den Städten dominiert alle Diskurse, auch die über Naturschutz und Landwirtschaft, obwohl, wie man ergänzen muss, Kenntnisse und eigene Betroffenheit von “Leuchtturmprojekten wie der Wiederansiedlung des Wolfes” flächendeckend fehlen. Die Landbevölkerung sei dieser “subtilen Formen der Diskriminierung mehr oder weniger hilflos ausgeliefert.” Milliarden werden in die Städte investiert, während auf dem Land “Bahnlinien und Busverbindungen stillgelegt” werden und sich “Schulen, Gesundheitsversorgung, Verwaltungen […] sich mit jeder Konzentrationswelle weiter vom Dorf [entfernen] und so “Kristallisationspunkte der Identität, des Kulturlebens, des bürgerschaftlichen Engagements” auslöschen. Leseempfehlung! SE

Beitragsbild: Headline des empfohlenen Beitrags auf der Internetseite des Deutschlandfunks (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

 

NRW: Reh gerissen – LANUV bestätigt Wolfssichtungen

+++ Österreich: Weißes Reh fotografiert +++ NRW: Wolf in Düsseldorf? +++ Sachsen: Schaf in Dresden gerissen +++ NRW: Kreis Paderborn verleiht Wolfsschutzzäune +++ Bayern: Wolfsschutz-Seminar in Oberfranken +++ NRW: Gänse im Kreis Wesel zur Jagd freigegeben +++

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) erneut Wolfssichtungen bestätigt: Bei einem im Kreis Olpe am 11. Mai 2019 gefundenen gerissenen Reh konnte anhand einer Speichelprobe durch das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen Wolfs-DNA nachgewiesen werden. Über die Identität, Herkunft und Geschlecht des nachgewiesenen Wolfes liegen keine Informationen vor.

Im Kreis Lippe in der Gemeinde Kalletal konnte eine Anwohnerin am 22. Juni 2019 Fotos eines vorbeilaufenden Wolfes erstellen. Der Aufnahmestandort wurde durch einen Wolfsberater verifiziert. Anhand der Bilder konnte durch das LANUV und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) ein Wolf identifiziert und somit ein Nachweis geführt werden. Über die Identität, Herkunft und Geschlecht des nachgewiesenen Wolfes liegen keine Informationen vor. PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Österreich: Almbauern stellen Antrag auf Problemwolf-Entnahme

+++ Brandenburg: Neun Kälber gerissen, weitere spurlos verschwunden – “Viehhalter verzweifelt” +++ Sachsen: Tote Kälber im Erzgebirge – Landratsamt verweigert DNA-Untersuchungen +++ Thüringen: Wolfsmanagementplan wird überarbeitet +++ Südtirol: Almwirtschaft vor dem Aus? +++

20 bis 25 tote Schafe in Großarl, weitere 20 Tiere werden vermisst

Brandenburg: Sechs Wolfsangriffe seit 2016 – erster Berufsschäfer gibt auf

Nach einem durch eine DNA-Analyse bestätigten Wolfsriss vor ein paar Wochen, wurden in den vergangenen Tagen weitere tote Tiere im Bereich der Tofernalm in Großarl im österreichischen Bundesland Salzburg gefunden. Das Rissbild deutet eindeutig auf weitere Wolfsrisse hin. Landesrat Josef Schwaiger und der Wolfsbeauftragte des Landes Salzburg, Hubert Stock, trafen sich am Sonntag vor Ort mit betroffenen Almbauern. Diese werden am heutigen Montag bei der Bezirkshauptmannschaft die Entnahme des Problemwolfes beantragen.

20 bis 25 Schafe, etwa ein Viertel der aufgetriebenen Herde, sind seit Anfang Juli vom Wolf gerissen worden, weitere zirka 20 Tiere werden vermisst. „Der Managementplan des Landes Salzburg spricht von einem Problemwolf, wenn innerhalb eines Monats 25 Tiere getötet werden. Das ist hier der Fall. Daher unterstützen wir die betroffenen Almbauern, wo wir können“, betonte Landesrat Josef Schwaiger als er sich am Sonntag in Großarl ein Bild von der Situation machte und mit den Landwirten intensive Gespräche führte.

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NRW: LANUV bestätigt weitere Wolfsnachweise

+++ Österreich: “Gefahren der Wolfsrückkehr werden unterschätzt” +++ Wölfe: Jäger in Niedersachsen und im Harz beklagen Auslöschung der Mufflonpopulationen +++ Sachsen-Anhalt: Tempolimit hilft gegen Wildunfälle +++ Österreich: Ricke gewildert, Haupt abgeschärft +++ Luxemburg: Parlament diskutiert Petition zur Abschaffung von Treibjagden +++ Baden-Württemberg: Waldbesucher sollen sich beleuchten +++

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt weitere Wolfsnachweise bei Hünxe (Kreis Wesel) und Kierspe (Märkischer Kreis)

Die genetischen Untersuchungen einer Speichelprobe zeigen, dass ein Wolf bei Hünxe am 23. Juni 2019 sechs Schafe getötet und vier verletzt hat. Eine mögliche Individualisierung wird momentan noch durch das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen bearbeitet.

Der betroffene Tierhalter wurde über das aktuelle Ergebnis informiert. Er kann über die Förderrichtlinie Wolf des Umweltministeriums eine Entschädigung für die gerissenen Tiere und weitere Kosten erhalten. Die aktuelle „Förderrichtlinie Wolf“ ist Teil des nordrhein-westfälischen Wolfmanagements und sieht Entschädigungsleistungen für gerissene Nutztiere vor, sofern ein Wolfsnachweis erfolgt ist.

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Bundesprogramm Wolf: BMEL haut über eine Million Euro für Wanderschäfer raus

Schutzmaßnahmen gegen den Wolf werden gefördert

Ab dem kommenden Montag, 15. Juli, können Wanderschäfer, die mit ihren Herden durch Wolf- und Wolfspräventionsgebiete ziehen, eine Förderung für Maßnahmen zum Schutz gegen den Wolf beantragen. Dann tritt eine entsprechende Förderrichtlinie des Ministeriums der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, in Kraft. Für das so genannte ‚Bundesprogramm Wolf‘ stehen 1,05 Millionen Euro zur Verfügung.

Julia Klöckner: „Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ist ein Erfolg des Artenschutzes. Gleichzeitig stellt sie insbesondere die heimischen Wanderschäfer vor große Herausforderungen. Denn die Errichtung, Überwachung und Absicherung wolfsabweisender Zäune und anderer Schutzmaßnahmen kostet nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld. Den finanziellen Mehraufwand der Wanderschäfer wollen wir mit unserem ‚Bundesprogramm Wolf‘ ausgleichen. Vorgesehen ist eine Prämie von 36 Euro pro Wanderschaf. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, so zum bestmöglichen Schutz der Schafe und Herden beizutragen.“

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Schleswig-Holstein: 1,7 Millionen Euro für neue Herdenschutzzäune

Das Umweltministerium startet mit der Finanzierung wolfsabweisender Herdenschutzzäune

Seit der Ausweisung der Kreise Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg, Herzogtum-Lauenburg und Segeberg als Wolfspräventionsgebiete können Halterinnen und Halter von gefährdeten Nutztieren in diesen Regionen die Finanzierung von Zaunmaterial durch das Land beantragen. Das teilt das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) mit. Nun beginnt das Landwirtschaftsministerium mit der Auszahlung der ersten Mittel. Die Staatssekretärin für Landwirtschaft Dorit Kuhnt sagt dazu: „Durch eine hohe Zahl geschützter Tiere wird die Gefahr deutlich verringert, dass sich Wölfe auf die Erbeutung von Nutztieren spezialisieren. Als Bundesland mit der höchsten Schafsdichte in Deutschland haben wir deshalb ein Verfahren entwickelt, mit dem wir möglichst schnell möglichst viele Schafe schützen“.

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Italien: Hybridwölfin in den Abruzzen entdeckt

+++ Tschechien: Wölfe werden für Bauern zum Problem +++ Brandenburg: Weidetierhalter fordern Vergrämungstechnik gegen Wölfe +++

Im Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga in den italienischen Abruzzen ist eine Hybridwölfin, also ein Mischling zwischen Wolf und Hund, nachgewiesen worden. Die Wölfin wurde entdeckt im Rahmen eines EU-Programms zur Erforschung von Wolfshybriden, für das Wildkameras in den Abruzzen installiert worden waren. Im Dezember 2018 waren Aufnahmen eines Rudels gemacht worden, das aus drei Wölfen und sechs Hunden der Rasse Alaskan Malamute bestand. Nach dieser Beobachtung wurde ein Team zusammengestellt, dem es gelang die in diesem Rudel gezeugte Hybridwölfin einzufangen, wie Südtirol-News berichtet. Die Wölfin wurde sterilisiert und nach einigen Wochen der Beobachtung wieder in die Freiheit entlassen. Nach Ansicht von Experten sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch in Südtirol erste Hybridwölfe auftauchten, so Südtirol-News. red.

Beitragsbild: Narkotisierte Hybridwölfin aus den Abruzzen. Quelle: Facebook/Wolf Apennine Center

Brandenburg: Sieben Wölfe gemäß Wolfsverordnung getötet

+++ Bayern: Hund reißt Reh – Jäger filmt +++ Luxemburg: Wildschweinjagd wegen ASP – 100 Jäger, 50 Treiber, 5 Sauen erlegt +++ Österreich: Zuviel Rotwild in Vorarlberger Gatter +++ Saarland: Steuernachlass für brauchbare Jagdhunde +++ Niedersachsen: 20.000 Euro Soforthilfe für Fallenjagd auf Nutrias im Landkreis Stade +++

Gemäß der Brandenburger Wolfsverordnung sind in diesem Jahr in Brandenburg bereits sieben Wölfe getötet worden, wie ein Sprecher des Umweltministeriums Medienberichten zufolge gegenüber der Deutschen Presseagentur bestätigte. Zwei dieser Wölfe waren durch problematisches Verhalten aufgefallen und hielten sich in der Nähe von menschlichen Siedlungen auf. Einer dieser Wölfe war massiv an Räude erkrankt und suchte immer wieder einen Stall eines Agrarbetriebs im Landkreis Oder-Spree auf. Dieser Wolf wurde betäubt, tierärztlich untersucht und dann im Beisein von Mitarbeitern des Landesamts für Umwelt (LfU) eingeschläfert. Fünf weitere Wölfe wurden aufgrund ihrer schweren Verletzungen erlöst. Von diesen fünf waren drei bei Wildunfällen angefahren, zwei durch illegalen Beschuss verletzt worden. red.

Beitragsbild: Brandenburger Wolfsverordnung im Gesetz- und Verordnungsblatt (Screenshot, Ausschnitt)

Kosovo: Wolf soll Kind angegriffen und schwer verletzt haben

In Dimcë, einem Dorf in der Gemeinde Han i Elezit im Süden des Kosovo, soll ein Wolf ein Kind angegriffen haben. Das berichtet der Fernsehsender alsat-m.tv auf seiner Internetseite. Zeugen zufolge hat sich der Wolfsangriff am Nachmittag des 25.06.2019 ereignet. Der Wolf hat demnach eine Gruppe von Kindern auf einem Bergpfad in unmittelbarer Nähe des Dorfes (“fast noch im Dorf”) attackiert. Als der auf alsat-m zitierte Zeuge das Schreien der Kinder hörte, eilte er herbei. Es gelang ihm, den Wolf zu vertreiben, der einen Fünfjährigen schon einige Meter fortgeschleift hatte. Das Kind erlitt bei dem Angriff schwere Verletzungen, befindet sich aber nicht in Lebensgefahr. Es wird in einem Krankenhaus in Pristina behandelt. Vertreter der Gemeinde und der kosovarischen Polizei haben sich vor Ort informiert, Bilder davon sind auf der verlinkten Internetseite von alsat-m zu sehen. red.

Beitragsbild: Headline des Berichts auf alsat-m.tv (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Frankreich: Wolfspopulation erreicht Zielgröße

+++ NRW: LANUV bestätigt Wolfssichtung im Kreis Minden-Lübbecke +++ Baden-Württemberg: Umweltminister Untersteller fordert jährliche Bestandserhebung der Wolfspopulation +++ Sachsen: Bei Bautzen gefundener Wolfswelpe soll ausgewildert werden +++

In Frankreich hat die Wolfspopulation die angestrebte Zielgröße von 500 Individuen erreicht. Das teilte die Nationale Jagd- und Wildtierbehörde (Office national de la chasse et de la faune sauvage, ONCFS) mit. Die Daten des Wolfsmanagements zeigten gemäß der Überwinterungsbilanz für 2018/19 einen geschätzten Bestand von mindesten 479 und höchstens 578 Individuen. Das Erreichen der Schwelle von 500 Wölfen werde “zur Aktivierung neuer Bewirtschaftungsmaßnahmen” führen, teilte das ONCFS mit. Der Präfekt des Département Rhône gab als Koordinator des Wolfsmanagement dann auch umgehend bekannt, dass die Zahl von genehmigten Wolfsentnahmen für das Jahr 2019 auf 53 Stück angehoben werde. 38 Wölfe sind seit Jahresbeginn bereits von den Wolfsbrigaden erlegt worden. SE

Beitragsbild: Entwicklung der Wolfspopulation in Frankreich. Grafik: ONCFS

Immer mehr Nutztierrisse – Bauernpräsident fordert Wolfsabschüsse

Mehr als 1600 tote Schafe, Rinder und Pferde – Union für wolfsfreie Zonen

Wölfe töten immer mehr Nutztiere in Deutschland. Wie die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) unter Berufung auf Angaben der Bundesländer berichtet, verzeichneten die Behörden 2018 insgesamt 1664 Schafe, Rinder oder andere Nutztiere, die dem Wolf nachweislich oder sehr wahrscheinlich zum Opfer gefallen sind. Ein Jahr zuvor waren es noch fast 1500 tote Tiere. Besonders die ost- und norddeutschen Bundesländer sind betroffen.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sieht angesichts der Entwicklung die Weidetierhaltung in Deutschland gefährdet. Er sagte dem Blatt: “Wenn wir Schafe und Kühe auf den Weiden, Deichen und Almen sehen wollen, dann führt kein Weg an der Bestandsregulierung des Wolfes vorbei.” Er forderte vor dem Bauerntag in Leipzig, Wölfe nicht erst dann abzuschießen, wenn sie Nutztiere gerissen haben. Es müsse präventiv in den Bestand des Raubtieres eingegriffen werden. Rukwied sagte: “Wölfe und im Zweifelsfall auch ganze Rudel müssen entnommen werden können.”

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Sachsen-Anhalt: Tot gefundener Wolf starb an Bissverletzung

Wolf von anderem Tier getötet

Der am 10. Juni bei Mühlstedt nahe Dessau-Roßlau tot aufgefundene Wolf wurde von einem anderen Wolf oder einem Hund verletzt und starb in der Folge an diesen Verletzungen. Das ergab die Analyse von DNA-Proben, die im Senckenberg Institut Gelnhausen untersucht wurden. Der Wolf war 3 bis 4 Jahre alt und stammte ursprünglich aus einem Rudel bei Coswig – dieses Rudelterritorium wurde wahrscheinlich bereits vor einiger Zeit aufgegeben. PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Schweden: Keine Lizenzjagd auf Wölfe in 2020

+++ Schleswig-Holstein: Bauern verfolgen Wolf nach Schafsriss mit Traktor +++ NRW: LANUV bestätigt weiteren Wolfsnachweis in der Städteregion Aachen +++ Niedersachsen: Shetland-Pony durch Bisse im Nacken verletzt – Wolf im Verdacht +++ Bayern: Wilderer will Wildschweinkeule +++ Namibia: Wildtiere werden wegen Dürre verkauft +++

Die schwedische Umweltbehörde Naturvårdsverket hat beschlossen, dass es im Winter 2020 keine Lizenzjagd auf Wölfe geben wird. Die aktuelle Bestandsschätzung zeige, dass es in Schweden etwa 300 Wölfe und kein Populationswachstum im Vergleich zum Vorjahr gebe, teilt die Behörde in einer Presseerklärung mit. Die schwedische Population befinde sich somit am Rande dessen, was für die Erreichung eines günstigen Erhaltungszustands der Art als notwendig erachtet wird. Die schwedische Wolfspopulation muss sich auf mindestens 300 Individuen belaufen, um einen günstigen Erhaltungszustand attestiert zu bekommen, außerdem muss sich mindestens alle fünf Jahre ein eingewanderter finnisch-russischer Wolf mit einem skandinavischen Wolf zwecks Auffrischung des Genpools verpaaren. Im Jahr 2020 wird die Behörde auf Grundlage der aktuellen Bestandsschätzung neu entscheiden. Die Schutzjagd auf Wölfe ist weiterhin möglich.

Kritik von Jagdverband und Politikern

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Der Wolf “in der infantilen Ökogesellschaft”

Bayern: Wenn Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger einen Bock schießt +++ Bayern: Tierhasser vergiftet Kleinen Münsterländer +++ Wissenschaft: Der Dackelblick – enträtselt +++

In seinem Beitrag “Der Wolf gehört zu Deutschland” auf der Achse des Guten analysiert Thomas Rietzschel die Existenzbedingungen von canis lupus “in der infantilen Ökogesellschaft”, wo Schäfer und Landwirte sich von “studierten Kindergärtnerinnen” (gemeint ist wohl die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz von den Grünen) erklären lassen müssen, wie Herdenschutz funktioniert und wo “närrische Beamten” in klimatisierten Amtsstuben ihr schützende Hand über den Beutegreifer halten. Leseempfehlung! SE

Beitragsbild: Headline des empfohlenen Beitrags auf achgut.com (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

Thüringen: Weiterer Wolf auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf gesichtet

Aktuell ausgewertete Fotos zeigen derzeit auf dem Truppenübungsplatz neben der standorttreuen Wölfin einen weiteren Wolf (oder eine Wölfin). Die Fotos, die von Mitarbeiter/innen des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) ausgewertet wurden, lassen noch keine sichere Bestimmung des Geschlechts zu. Die Fotos der bereits bekannten Wölfin und einem zusätzlichen Wolf (oder einer Wölfin) wurden von Wildtierkameras des TLUBN im Umfeld des Standortübungsplatzes Ohrdruf vor etwa zehn Tagen aufgenommen und seit gestern von den Wolfsexperten des TLUBN (in Zusammenarbeit mit der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf/ DBBW) ausgewertet. Weiteres Monitoring wird zeigen, um welches Geschlecht es sich bei dem neuen Tier handelt und ob es im Raum Ohrdruf bleibt.

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Schwarzwaldverein: “Nebeneinander von Wolf und Weidetieren kann es nicht geben”

Ausweisung von Wolfsgebieten, Anpassung des Schutzstatus’ und Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht gefordert

„Die Rückkehr des Wolfes in den Schwarzwald gefährdet die Weidetierhaltung. Das verändert unsere Kulturlandschaft, so wie wir sie kennen“, ist sich Georg Keller, Präsident des Schwarzwaldvereins, sicher.

Bei der Vorstellung des Positionspapiers „Wölfe im Schwarzwald“ in der Landespressekonferenz in Stuttgart am 3. Juni 2019 macht der Schwarzwaldverein deutlich, dass die Rückkehr des Wolfes nicht konfliktfrei verlaufen wird. Obwohl es faszinierend sei, dieses Wildtier wieder im Schwarzwald heimisch zu wissen, sieht der Wander- und Naturschutzverband die Ausbreitung des Wolfes als Herausforderung für die Kulturlandschaft sowie für den Schwarzwald als Wanderdestination.

Auch wenn es bisher für den Schwarzwald erst wenige Nachweise von Einzeltieren gebe, sei es vor dem Hintergrund der anhaltenden Ausbreitungstendenz und anlässlich erster Angriffe auf Weidetiere angebracht, den bisherigen Umgang mit dem zurückkehrenden Beutegreifer grundlegend zu überdenken.

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Thüringen: Ohrdrufer Wölfin reisst fünftes Fohlen

+++ Niedersachsen: Wolf illegal geschossen +++ Südtirol: Polizei schnappt Wilderer +++ NRW: Auto einer Treiberin beschädigt – Täter verurteilt +++ Südtirol: Wolf reißt sieben Schafe im Jaufental, weitere Tiere vermisst +++

Seit 19. März sind fünf Fohlen bei Wolfsangriffen in der Umgebung von Crawinkel (Landkreis Gotha) gerissen worden. Am vergangenen Freitag hat es das fünfte Fohlen auf den Flächen des Agrarbetriebs erwischt. Auf den weitläufigen Weiden mit Rindern und Pferden praktiziert der “zertifizierte Betrieb des ökologischen Landbaus und Mitglied im Biokreis e. V.” ökologischen Landbau und artgerechte Tierhaltung. Ganzjährig im Freien gehaltene Rinder und Pferde prägen “auf großen Standweiden die Landschaft. 130 Schafe und Ziegen tragen zur Pflege der einzigartigen Hecken- und Karstlandschaft der Ohrdrufer Muschelkalkplatte bei”, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. Neuerdings sind auch 20 Esel als Abschreckung für die Wölfe bzw. die Wölfin dabei – bislang ist nur die Ohrdrufer Wölfin in der Gegend nachgewiesen, die sich mit einem Hunderüden verpaart und im März 2018 sechs Wolfshybriden gewölft hatte – doch auch die als Allheilmittel des Herdenschutzes gepriesenen Langohren konnten den neuerlichen Riss eines Fohlens nicht verhindern.

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Finnland verbietet Wolfshybriden

+++ Brandenburg: Bogenjagd in Stahnsdorf soll im Juni beginnen +++

Finnland verbietet Zucht, Verkauf, Vermarktung und Besitz von Wolfshybriden. Bereits ab 1. Juni sollen Wolfshybriden als invasive gebietsfremde Art eingestuft werden, wie die schwedische Jagdzeitung Jakt & Jägare, Mitgliederzeitung des Jagdverbandes Jägarnas Riksförbund berichtet. Es soll in Finnland ungefähr 1000 Wolfs-Hund-Mischlinge unterschiedlichen Hybridisierungsgrads geben. Ab Juni werden demnach Kreuzungen zwischen Wolf und Haushunden in den ersten vier Generationen verboten sein. Die vorhandenen Hybriden dürfen noch bis zu ihrem natürlichen Ableben als Haustiere gehalten werden. Das Verbot dient dem genetischen Schutz der Wolfspopulation, stellt Jakt & Jägare fest. “Wir haben Beispiele dafür, dass Wolfshunde auf die eine oder andere Weise in die Natur gelangen können. Sie können sich ganz anders verhalten als ein normaler Wolf”, sagte der finnische Minister für Land- und Forstwirtschaft, Jari Leppä, gegenüber der schwedischen Zeitung Vvenska Yle.

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Lupus: Joggerin von “wolfsähnlichem Hund” attackiert

+++ Klöckner distanziert sich von Wolfskompromiss und fordert reguläre Bejagung +++ Angst vor Wolfsrissen: Wildpark bei Hamburg “igelt sich ein” +++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf bei Murchin überfahren +++ Simbabwe erlaubt Bogenjagd auf Büffel +++

Streunender Hund in Landkreisen Bautzen und Görlitz unterwegs

Am Montag, den 13. Mai 2019, wurde von mehreren Medien über eine Joggerin berichtet, die angab, dass ihr zwei Wochen zuvor in einem Wald bei Großpostwitz (Landkreis Bautzen) ein wolfsähnliches Tier zwischen die Beine gelaufen sei. Der Vorfall hatte sie sehr erschreckt. Der Melderin war aber aufgefallen, dass das Tier ein breites Halsband trug, bei dem es sich ihrer Einschätzung nach um einen Peilsender handeln könnte.

Zwischenzeitlich wurden dem Sächsischen Wolfsmanagement vom Vater der Joggerin Fotos zugeschickt, die von einer weiteren Person am 16. Mai 2019 in der etwa zehn Kilometer von Großpostwitz entfernten Gemeinde Oppach (Landkreis Görlitz) aufgenommen wurden und die als Fotos des Tieres beschrieben wurden, welches die Joggerin erschreckt hatte. Am selben Tag erreichten das Wolfsmanagement aus der Gemeinde Oppach weitere Fotoaufnahmen eines wolfsähnlichen und ein breites Halsband tragenden Tieres, mit der Bitte, zu überprüfen, ob es sich um einen Wolf oder einen Hund handelt.

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“Aufschrei der Wolfsschützer geht fehl”

Grüne: Svenja Schulze hat kapituliert – FDP kündigt eigenen Gesetzesentwurf zum Wolf an

Die jüngst verabschiedete Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes soll angeblich Wolfsabschüsse erleichtern – in einem bemerkenswerten Kommentar kritisiert Alexandra Gerlach im Deutschlandfunk das erwartbare Empörungsgeheul der Wolfsfreunde: “Die Versuche, das Raubtier als quasi netten Nachbarn aus dem Wald in das Alltagsleben einzuführen”, seien fehlgeschlagen, konstatiert die Autorin. Konflikte mehrten sich, in den Dörfern herrsche Unruhe, Konflikte nehmen zu, artgerechte Weidetierhaltung steht in den Wolfsgebieten auf der Kippe.

Der Aufschrei der Wolfsschützer gegen die Neuregelung gehe fehl, findet Gerlach: Es gehe nicht darum, den Wolf wieder auszurotten. Die neue Gesetzeslage werde vielmehr das Vertrauen der Bürger in den Staat stärken und dem intelligenten Wolf Respekt einflößen – er werde schnell lernen, dass er menschlichen Siedlungen besser fernbleibt. Dies diene auch der Akzeptanz durch die Bürger: “Viel zu lange sahen sie sich alleingelassen mit einem unlösbaren Problem, das längst zu einem – auch für die anstehenden Wahlen entscheidenden – Politikum geworden ist.” Leseempfehlung!

Dass der Deutschlandfunk kein Garant für Qualität oder auch nur sachliche Richtigkeit ist, beweist indes der Beitrag von Thomas Wagner über Wölfe in Rumänien: 400 “effektive Sanitäter des Waldes” gebe es in Deutschland, 12.000 in Rumänien. Dennoch komme “dort niemand auf die Idee, Wölfe abzuschießen.” Ach, nein? So ein Schwachsinn! In Rumänien werden Wölfe regulär bejagt.

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Der Streit um den Wolf geht weiter

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU): “Nur ein erster Schritt in die richtige Richtung” – Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD): “Vernünftiger Interessensausgleich zwischen Artenschutz und Weidetierhaltern”

Anlässlich des heutigen Kabinettsbeschlusses zum Wolf (Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes) hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner folgende Erklärung abgegeben: “Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft begrüßt den vorgelegten Entwurf für eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) als einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Angesichts der rasch zunehmenden Wolfspopulation und den damit ebenfalls zunehmenden Nutztierrissen hält BMEL eine Änderung des BNatSchG mit dem Ziel einer 1:1-Umsetzung des Artikels 16 Absatz 1 Buchstabe e der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie weiterhin für erforderlich. Damit würde die Entnahme einer begrenzten und behördlich spezifizierten Anzahl von Wölfen unter strenger Kontrolle, selektiv und in beschränktem Ausmaß unter den Voraussetzungen des § 45 Absatz 7 Satz 2 und 3 BNatSchG zugelassen. Nach Abschluss des laufenden Verfahrens zum Vorabentscheidungsersuchen des obersten finnischen Verwaltungsgerichts beim EuGH (Rechtssache C-674/17) ist eine Neubewertung der mit dieser Novellierung des BNatSchG erfolgenden Änderungen vorzunehmen.”

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Wolf GW926m in der Eifel nachgewiesen

+++ Kabinett billigt Gesetzesentwurf für erleichterten Wolfsabschuss +++ Brandenburg: Kind bei Wildunfall mit Damwild verletzt +++ Schleswig-Holstein: Wolf wiederholt im Lübecker Stadtforst gesichtet +++ Schweineinvasion in Kanada +++ Niedersachsen: Wolf bei Wildunfall im Emsland getötet +++

LANUV bestätigt zwei Wolfsnachweise in der Städteregion Aachen

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt einen Nachweis eines männlichen Wolfes mit der Kennung GW926m in Monschau (Städteregion Aachen). Die genetischen Untersuchungen einer Speichelprobe zeigen, dass dieses Tier am 12. April 2019 ein Schaf getötet hat. Das Herkunftsterritorium des Wolfes ist unbekannt. Dieser Wolf konnte im Februar 2018 in Kerken im Kreis Kleve an zwei Schafen individualisiert nachgewiesen werden. Der Verbleib des Tieres war bislang unbekannt.

Der betroffene Tierhalter wurde über das aktuelle Ergebnis informiert. Er kann über die Förderrichtlinie Wolf des Umweltministeriums eine Entschädigung für die gerissenen Tiere und weitere Kosten erhalten. Die aktuelle „Förderrichtlinie Wolf“ ist Teil des nordrhein-westfälischen Wolfmanagements und sieht Entschädigungsleistungen für gerissene Nutztiere vor, sofern ein Wolfsnachweis erfolgt ist. Alle Nachweise und die Individualisierung des Wolfes erfolgten beim Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen.

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Gesetzesnovelle Wolf: DJV kritisiert Vorgehensweise des Ministeriums scharf

Gesetzesnovelle geplant: Entnahme von Wölfen soll vereinfacht werden. DJV bemängelt das Fehlen eines umfassenden Konzepts und kritisiert das Vorgehen: Für eine Stellungnahme ließ das Bundesumweltministerium nur wenige Stunden Zeit.

Das Bundesumweltministerium hat gestern einem Referentenentwurf zu Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt (JAWINA berichtete) und mit einer rekordverdächtig kurzen Frist von wenigen Stunden eine Verbändeanhörung durchgeführt. Laut Entwurf sollen Wölfe und Wolfshybriden künftig unter erleichterten Voraussetzungen entnommen werden dürfen. Bei der Entnahme sollen Jagdausübungsberechtigte nach Möglichkeit mit einbezogen werden, dass dies zwingend erforderlich ist, wird allerdings im Gesetzentwurf nicht klar. Außerdem soll das Füttern von Wölfen ausdrücklich verboten werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat in seiner Stellungnahme den Gesetzesentwurf zwar als ersten Schritt in die richtige Richtung begrüßt, bemängelt aber weiterhin das Fehlen eines umfassenden Handlungskonzepts.

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„Willkommen Wolf reicht nicht, Politik muss dringend handeln“

+++ Schweizer stimmen für EU-Waffenrechtsverschärfung +++ Berlin: Fuchs soll Chihuahua in Bau gezogen haben +++ NRW: Mutmaßlicher Wolfsnachweis bei Mützenich +++

Aktionsbündnis Forum Natur fordert aktives Wolfsmanagement

Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt exponentiell mit erheblichen Folgen für den ländlichen Raum, die Landnutzer und vor allem die Weidetierhaltung. Die Schäden steigen weiter an, naturnahe Weidewirtschaft gerät in Gefahr. „Willkommen Wolf alleine reicht nicht, es besteht dringender Handlungsbedarf auf politischer Ebene“, betont Max Freiherr von Elverfeldt, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Forum Natur (AFN) und Vorsitzender Familienbetriebe Land und Forst. Erschreckend sei, dass die Umweltministerkonferenz keine Fortschritte erzielt habe. Nach jahrelanger Diskussion über die Ausbreitung des nationalen Wolfsbestandes lediglich eine „Bund-Länder-Arbeitsgruppe“ einzurichten, sei für die Menschen im ländlichen Raum und die Weidetierhalter ein Hohn. „Wir erwarten von der Bundeskanzlerin eine rasche Entscheidung, die nach unserer Auffassung nur darin liegen kann, dass der Weg zum Einstieg in ein aktives Wolfsmanagement freigemacht wird“, so von Elverfeldt. Das AFN habe einen Handlungsvorschlag für ein praxisorientiertes Wolfsmanagement vorgelegt. Von Elverfeldt startet im Rahmen einer Pressekonferenz die Initiative des AFN „Wolf bleibt Wolf“ mit der gleichnamigen Internetseite.

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Österreich: Heftige Debatte im Nationalrat über Rückkehr des Wolfs

+++ Österreich: Bauernbund übergibt 57.689 Unterschriften gegen den Wolf +++ Thüringen: Wolfsnachweis im Hainich +++ Schleswig-Holstein: Schafe bei Bad Segeberg gerissen +++ Bayern: Wilderer im Landkreis Rottal-Inn erwischt +++ Österreich: Wildbiologe fordert Bejagung von Wölfen +++ Niedersachsen: Wolfsriss bei Wolfsburg? +++

ÖVP und FPÖ unterstützen Forderung nach wolfsfreien Zonen, Oppositionsfraktionen gegen Aufweichung des Artenschutzes

Die Rückkehr des Wolfes nach Österreich und seine mögliche dauerhafte Etablierung als Teil der heimischen Fauna ist nicht für alle Anlass zur Freude. Insbesondere in der Bauernschaft bestehen Ängste und Besorgnis, wie gestern im Nationalrat deutlich artikuliert wurde. Ausdruck finden die Bedenken gegen den Wolf in drei Petitionen, in denen auf Probleme der Siedlungs- und Weidegebiete im Waldviertel, in Tirol und in Salzburg hingewiesen wird. Als Antwort darauf werden gesetzliche Grundlagen gefordert, um so genannte Problemwölfe leichter entnehmen und bestimmte Gebiete überhaupt wolfsfrei halten zu können. Dazu sollen entsprechende europarechtlichen Ausnahmeregelungen genützt werden bzw. eine Änderung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie erfolgen. Weiteres Anliegen der Petitionen ist die Zahlung von Entschädigungen an betroffene Bäuerinnen und Bauern.

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NRW: Pferdesport- und Zuchtverbände warnen vor traumatisierenden Erfahrungen durch Wolfsrisse

Neun Pferdesport- und Zuchtverbände aus NRW und der Dachverband, die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) haben ein Positionspapier veröffentlicht, das die Probleme der Pferdehalter und -züchter mit der Wiederbesiedlung des Landes durch Wölfe thematisiert. Die Grundhaltung der Pferdeleute zur Wiederansiedlung des Wolfs wird in dem Papier wie folgt beschrieben:

“Pferdehalter erleben die Rückkehr des Wolfes mit gemischten Gefühlen. Die Faszination, die viele Menschen mit dem Wolf verbinden, können wir nachempfinden – gleichzeitig sind wir in Sorge um die uns anvertrauten Pferde und Ponys, deren Wohl und Schutz unsere ausdrückliche Aufgabe ist.

Den derzeitigen öffentlichen Diskurs erfahren wir als emotional stark aufgeladen und zuspitzend. An vielen Stellen vermissen wir die sachliche Betrachtung und die angemessene Abwägung von Interessen. Uns besorgt besonders die Einseitigkeit, mit der dem Thema vielerorts begegnet wird.

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Durchbruch beim Wolfsmanagement?

+++ Schleswig-Holstein: Pferd mit Armbrust beschossen +++ Schleswig-Holstein: Rekord-Damwildstrecke im Kreis Plön +++ Niedersachsen: Waldarbeiter von Wildschwein angegriffen +++ ASP: Luxemburg weist Vorwürfe deutscher Jäger zurück +++ Luxemburg: Jagdverband will Wildschweinjagd zum Weltkulturerbe erheben +++ Saarland: Serie von Sabotageakten an Jagdeinrichtungen +++ Bayern: Rehbock stirbt auf der A6 +++ Östereich: Wilderer wider Willen – Autofahrer fährt Reh nach Wildunfall im Kofferraum zur Polizei +++ Deutschland/Dänemark: Anwohner wehren sich gegen Wildschweinzaun +++ Verhungerte Kälber: ÖJV attackiert Wildbiologin +++ NRW: Proteste nach Abschuss von Reh in der Innenstadt von Bünde +++ Baden-Württemberg: Polizei erschießt angefahrenes Wildschwein +++

Der Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus (SPD), hat einen Durchbruch beim Wolfsmanagement angekündigt: Gegenüber dem NDR orakelte Backhaus, dass die Bundesregierung “schon in den nächsten Tagen” einen Gesetzesentwurf vorlegen könnte. Backhaus setze sich für “rechtssichere Regeln” ein, “damit auffällige Wölfe abgeschossen werden dürfen”, so der NDR. Backhaus strebt eine Änderung des Naturschutzgesetzes an. Diese solle ermöglichen, dass Wölfe oder auch ganze Rudel entnommen werden dürfen, wenn diese “gut geschützte Bestände angreifen”. Backhaus wies darauf hin, dass Weidetierhaltung für die Biodiversität unerlässlich sei. Auch der Wolf habe ein “Recht auf Leben in Deutschland”, aber alles habe Grenzen.

Derweil setzt sich die Serie von Wolfssichtungen und Wolfsrissen fort:

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Sachsen-Anhalt: Herdenschutzhund bei Wolfsangriff schwer verletzt

Am Elbdeich im Landkreis Stendal ist ein neun Jahre alter Herdenschutzhund durch einen Wolfsangriff schwer verletzt worden. Der Schäfer fand die zehn Jahre alte Kaukasische Schäferhündin Ira am Sonntag Mittag “blutüberströmt und schwer atmend” in dem Pferch, in dem Herdenschutzhunde und Schafe zur Beweidung des Deichs eingesperrt sind, wie die Volksstimme berichtet. Der Wolf fügte der Hündin mehrere tiefe Bissverletzungen in der Halsgegend zu. Das “Wolfskompetenzzentrum” Iden bestätigte den Wolfsangriff. Der Schäfer hofft, dass er die Tierarztkosten in Höhe von 180 Euro ersetzt bekommt. Ob der Hund nach der Genesung wieder als Herdenschutzhund eingesetzt werden kann, ist fraglich. red.

Beitragsbild: Herdenschutzhunde – sie sind bei ihrem Job selbst gefährdet und bieten keinen absoluten Schutz gegen Wolfsangriffe. Foto: SE

Sachsen: Joggerin soll bei Bautzen von Wolf angegriffen worden sein

Bei Großpostwitz in der Nähe von Bautzen soll eine Joggerin von einem Wolf angegriffen worden sein. Das berichtet Radio Lausitz. Der Vorfall hat sich demnach schon vor zwei Wochen am 28. April zugetragen. Die Joggerin habe ein lautes Knacken im Unterholz gehört und zunächst an eine Wildschweinrotte geglaubt. Dann sei ein Wolf auf die joggende Ärztin zugerannt “und ihr zwischen die Beine gegangen.” Auf das Schreien der Frau hin floh der Wolf wieder in den Wald. Der Vater der Frau wandte sich dem Bericht zufolge an den Landrat des Landkreies Bautzen, Michael Harig. Mittlerweile hat sich der Landrat mit der Frau in Verbindung gesetzt und eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt. Ob diese zwei Wochen danach noch belastbare Ergebnisse bringt, darf bezweifelt werden. Der Vater der Joggerin, ein Jäger, vermutet, dass der Wolf ein frisch gerissenes Stück im Gebüsch neben dem Wanderweg verteidigen wollte. Der Wolfsrüde soll einen Peilsender getragen haben. Demnach müsste immerhin nachvollziehbar sein, ob sich ein besenderter Wolf zum fraglichen Zeitpunkt an diesem Ort aufgehalten hat. Auf der Internetseite des Radiosenders sind Interviews mit dem Vater der Joggerin und dem Landrat als Podcast zum Nachhören veröffentlicht. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf der Internetseite von Radio Lausitz (Screenshot).

Schleswig-Holstein: Behörden warnen vor auffälligem Wolf bei Lübeck

+++ Niedersachsen: Wolfssichtungen bei Thülsfelder Talsperre und Landolfshausen +++ Sachsen-Anhalt: LJV fordert Aufnahme der Nilgans ins Jagdrecht +++ Bayern: Verhungerte Kälber – Nationalpark Berchtesgaden prüft rechtliche Schritte gegen Wildes Bayern e.V. +++

Im Grenzgebiet von Mecklenburg-Vorpommern (nahe Herrnburg im Landkreis Nordwestmecklenburg) und im Lübecker Umland ist mehrfach ein Wolf gemeldet worden, der sich Hunden und Spaziergängern bis auf wenige Meter genähert hat und sich schwer vertreiben ließ. Der Wolf sei nicht aggressiv gewesen, habe aber hartnäckiges Interesse an den Hunden gezeigt, erklärte ein Sprecher des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume LLUR) gegenüber den Kieler Nachrichten (KN). Der Wolf wurde als “auffällig” eingestuft, es wird geprüft, ob Vergrämungsmaßnahmen erforderlich sind. Spaziergänger in dem Bereich werden aufgefordert, ihre Hunde angeleint zu lassen. Der Wolf darf auf keinen Fall gefüttert werden. Das LLUR empfiehlt den KN zufolge, sich dem Wolf nicht zu nähern. Kommt der Wolf einem nahe, solle er “aktiv durch Lärm vergrämt werden” und dann unverzüglich langsam und ruhig der Rückzug angetreten werden. Wolfssichtungen sollen der Wolfshotline unter 0174-63 30 335) gemeldet werden. red.

Beitragsbild: Hund – im Wolfsgebiet bitte anleinen. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

UMK: Rechtsrahmen zum Wolf soll angepasst werden

Beim Umgang mit dem Wolf hat die Umweltministerkonferenz (UMK) mit dem Bund vereinbart, dass zeitnah Vorschläge für mögliche Anpassungen des bundesrechtlichen Rahmens vorgelegt werden und im Rahmen einer gemeinsamen Arbeitsgruppe ein kontinuierlicher Austausch über den Bestand der Wölfe in Deutschland stattfinden soll. “Es ist wichtig, dass wir die konkreten Probleme beim Umgang mit dem streng geschützten Wolf zügig angehen und insbesondere die Unterstützung für Weidetierhalterinnen und -halter weiter ausbauen. Ich bin guter Dinge, dass wir auf der Grundlage der Gespräche zwischen dem Bund und den Ländern zeitnah zu konkreten Ergebnissen kommen”, sagt der Umweltminister Schleswig-Holsteins, Jan Philipp Albrecht (Grüne). PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Mitgliederversammlung LJN: Jäger leisten wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt

In der Stadthalle von Gifhorn findet heute die Mitgliederversammlung der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. statt (LJN). Neben aktuellen jagdpolitischen Themen und den damit verbundenen Herausforderungen steht auch das Thema Wolf im Mittelpunkt.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast betonte in ihrem Grußwort die Rolle der Landesjägerschaft Niedersachsen als wichtiger und verlässlicher Partner in Sachen Jagd, Natur- und Artenschutz. Zugleich dankte sie den Jägerinnen und Jägern für die beherzte Bejagung von Schwarzwild und Nutria in den vergangenen Jahren und ihr Engagement im Bereich der Biodiversität in der Kulturlandschaft: „Die Jägerinnen und Jäger in Niedersachsen leisten einen wichtigen und wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Dazu gehört die Jagd, dazu gehören die vielen verschiedenen Maßnahmen zur Biotopverbesserung, zur Umweltbildung oder Wildunfallprävention und dazu gehört ihre Bereitschaft, dies alles und vieles mehr freiwillig und ehrenamtlich zu tun“.

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Europäischer Gerichtshof: Grünes Licht für Wolfsjagd als Managementmaßnahme

Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs hält Jagd auf Wölfe für zulässig. Eine Ausnahmeregelung ist kein Widerspruch zum strengen Schutz durch die FFH-Richtlinie.

Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs hat sich für die Genehmigung der Wolfsjagd in Ausnahmefällen ausgesprochen. Konkret geht es in dem Verfahren um die Frage, unter welchen Bedingungen Finnland von den strengen Schutzbestimmungen der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) abweichen darf, um eine Jagd auf Wölfe nach Artikel 16 zuzulassen. Die Stellungnahme ist zwar nicht bindend, wird jedoch normalerweise vom Gerichtshof befolgt. Das Urteil wird in der zweiten Hälfte dieses Jahres erwartet.

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Heute: Über 120 Mahnfeuer gegen den Wolf in Europa

+++ Bauern und Schäfer demonstrieren gegen Wölfe +++ Ganze Rudel entnehmen: FDP fordert im Bundestag Ausweitung der Jagd auf Wölfe +++ Niedersachsen: Wolf im Landkreis Göttingen gefilmt +++

Weidetierhalter rufen unter dem Motto “Realitätsferner „Herdenschutz“ bringt keine Lösung” zum Schäfer-Aktionstag am heutigen Freitag auf.

Deutsche Weidetierhalter werden am Abend des 10. Mai Mahn- und Informationsfeuer gegen den Wolf entzünden. Das teilt der Förderverein der Deutschen Schafhaltung e.V mit. Europaweit seien mehr als 120 Mahnfeuer gemeldet worden, teilte ein Sprecher des Vereins auf Anfrage von JAWINA mit. Die Schäfer wollen damit auf die existenzbedrohende Lage hinweisen, in die sie immer mehr hineingeschoben werden, um so die politischen Entscheider zum Umdenken zu bewegen, wie es in der Pressemitteilung heißt: Durchzunehmende Wolfsschäden – infolge des ungehemmten unkontrollierten Populationswachstums – stehen immer mehr Betriebe vor immer größeren Problemen. Die Schäfer wenden sich insbesondere auch gegen realitätsferne Herdenschutz-Debatten.

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