Schlagwort-Archive: Wolf

Mecklenburg-Vorpommern: Zwei neue Wolfsrudel – Backhaus stellt Wolfsmanagement vor

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zwei neue Wolfsrudel. Das haben die Auswertungen des Wolfsmonitorings im Land bestätigt. Demnach konnten erstmals für die Regionen „Kaarzer Holz“ (LK Ludwigslust-Parchim) und „Nossentiner Heide“ (LK Mecklenburgische-Seenplatte) Welpennachweise erbracht werden, die den Status eines Rudels bekräftigen. Für Mecklenburg-Vorpommern kann somit derzeit von sechs Rudeln ausgegangen werden (Kalißer Heide, Ueckermünder Heide, Retzow-Jännersdorfer Heide, Löcknitz, Kaarzer Holz, Nossentiner Heide).

„Für mich als Landwirtschafts- und Umweltminister ist diese Nachricht Fluch und Segen zugleich. Die Rückkehr des Wolfes ist ohne Frage ein artenschutzpolitischer Erfolg. Wir müssen aber auch davon ausgehen, dass die Population weiter rasch ansteigen wird. Schon heute liegen uns Hinweise auf ein Wolfspaar im Bereich des Forstamtes Jasnitz, auf sesshafte Einzelwölfe in den Bereichen Müritz-Nationalpark und Pritzier sowie andere Sichtungen mit zum Teil unklarem Status vor. Jetzt kommt es darauf an, ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Mensch und Tier zu gestalten. Dabei hat die Sicherheit der Menschen für mich ganz klar oberste Priorität. Auch die Zukunft der Weidetierhaltung liegt mir am Herzen. Sie ist Bestandteil der traditionellen Landbewirtschaftung und von großer Bedeutung für den Erhalt halboffener Weidelandschaften mit ihrer hohen Biodiversität. Bislang können den bekannten Rudeln oder Einzeltieren keine Verhaltensauffälligkeiten zugeordnet werden“, betonte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt heute auf einer Pressekonferenz zum Umgang mit dem Wolf an seinem Dienstsitz in Schwerin.

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Deutscher Jagdrechtstag beschäftigt sich mit den Themen Wolf und ASP

Der Deutsche Jagdrechtstag hat vom 4. bis zum 9. November in Berlin getagt. 70 Fachexperten unterbreiten Empfehlungen für die Bundesregierung. Hier ist die Übersicht.

Der Deutsche Jagdrechtstag hat bei seiner jährlichen Tagung in Berlin zu aktuellen jagdrechtlichen Fragen mit Empfehlungen ein Resümee seiner Beratungen gezogen. Im Rahmen der Veranstaltung befassten sich die Teilnehmer mit neuen Entwicklungen im Jagdrecht von Bund und Ländern sowie in zugehörigen Rechtsgebieten. Die Vorträge und Diskussionen thematisierten unter anderem Rechtsfragen im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und der Rückkehr des Wolfes sowie Fragen der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit, der Fangjagd und des Umgangs mit Wildtieren in der Stadt. An der Tagung nahmen rund 70 Experten teil, insbesondere Rechtsanwälte sowie Vertreter von Politik, Behörden, Gerichten und Verbänden.

Die Empfehlungen finden Sie hier.

Beitragsbild: Die Teilnehmer befassten sich mit neuen Entwicklungen im Jagdrecht von Bund und Ländern. Quelle: Hertl/DJV

Mecklenburg-Vorpommern: VW-Bus bricht in Biberbau ein

+++ Non olet: Grüne freuen sich über Großspende  von Metallverband, in dem zahlreiche Unternehmen der Rüstungsindustrie organisiert sind +++

Stefan Aust: Wolf wurde schon bei den Nazis mystifiziert

In Völschow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist ein Fahrzeug der Gemeinde in einen Biberbau eingebrochen. Die Gemeindemitarbeiter hatten das Fahrzeug am Fahrbahnrand an einem Teich geparkt, um dort einige Bäume zu fällen. Plötzlich sackte das rechte Vorderrad weg, die Karosserie setzte auf dem Boden auf und das linke Hinterrad hing in der Luft. Ein Traktor musste zur Bergung des Busses herbeigeholt werden. Das zurückgelassene Loch entpuppte sich als Gang eines Biberbaus, der im Teichufer angelegt worden war. Spitz angenagte Zweige ließen keinen Zweifel am Bauherrn aufkommen, wie der Nordkurier berichtet. Auf mehr als vier Meter Breite soll der Biber den Fahrbahnrand unterhöhlt haben. Die Gemeinde sieht jetzt Gefahr in Verzug, denn wenn der Straßenbelag unterminiert werde oder ein breites, schweres Agrarfahrzeug auf den Randstreifen ausweichen müsse, drohten massive Folgeschäden.

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Schleswig-Holstein: Strafanzeige wegen unzureichendem Herdenschutz

Mecklenburg-Vorpommern: Überfahrene Wölfin war mit Schrot beschossen worden

Bei der Staatsanwaltschaft Kiel liegt eine Strafanzeige von Unbekannt gegen Unbekannt vor, die sich gegen Schafhalter richtet. Das berichten die Kieler Nachrichten (KN). Diesen wird vorgeworfen, ihre Schafherden unzureichend vor dem Wolf zu Schützen. Dies stelle einen Verstoß gegen § 17 Tierschutzgesetz dar, also gegen das Verbot, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten oder ihm erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Die Staatsanwaltschaft will prüfen, ob ein Anfangsverdacht besteht, so die KN. Die Prüfungsmöglichkeiten seien jedoch begrenzt, da die Anzeige anonym erstattet worden ist und somit nicht klar sei, auf welche Schafhalter sie sich beziehe, erklärte der zuständige Staatsanwalt gegenüber der Zeitung. Es sei nicht einmal klar, ob die Anzeige sich auf Vorgänge im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Kiel beziehe. Einen “Rundumschlag gegen alle Schafhalter” werde nicht geben. Der Nabu, der selbst Schafe bei Wolfsangriffen verloren hat, hat in letzter Zeit wiederholt Kritik an unzureichendem Herdenschutz geäußert und gefordert, die Schäfer in diesen Fällen nicht zu entschädigen. Eines lässt sich vorhersagen: Wenn Schafhalter in Wolfsgebieten jetzt auch noch kriminalisiert werden, dürften noch mehr Hobby- und Nebenerwerbshalter die Schafhaltung aufgeben.

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Prof. Pfannenstiel: Wolfs-Lobby täuscht Öffentlichkeit

Im Celler Kurier ist ein Interview mit Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel zum Thema Wolf erschienen. Es geht u.a. um die Probleme mit dem Wolf in der Kulturlandschaft, das Versagen von Herdenschutzmaßnahmen, den Schutzstatus des Wolfs in verschiedenen EU-Ländern – und die Probleme, in Deutschland ein praktikables Wolfsmanagement durchzusetzen, weil Politik und Naturschutzverbände miteinander auf ungute Weise verbandelt sind. Leseempfehlung!

Beitragsbild: Headline des empfohlenen Beitrags im Celler Kurier (Screenshot)

Die Red. dankt den JAWINA-Lesern TU, KB und SG für ihre Hinweise!

Wolfsdemo in Potsdam – Bauern fordern wolfsfreie Zonen

+++ Bayern: Jäger finden skelettierte Leiche auf Drückjagd bei Mainleus (Landkreis Kulmbach) +++

Über 300 Menschen haben am Samstag (10.11.) auf der Demonstration des Bauernbundes Brandenburg vor dem Landtag in Potsdam gegen die Ausbreitung der Wölfe protestiert. “Wir fordern die Landesregierung auf, große Teile unseres Landes zur wolfsfreien Zone zu machen”, sagte Bauernbund-Präsident Marco Hintze, Landwirt aus Krielow im Havelland: “Überall, wo Menschen und Weidetiere sind, müssen Wölfe konsequent gejagt werden, und zwar sofort.” Brandenburg habe eine viermal so hohe Wolfsdichte wie Schweden, und in Schweden werde scharf geschossen, so Hintze.

Vor einer “systematischen Verharmlosung” des Großraubtiers warnte Forstwirt Christoph Rechberg aus Plattenburg: “Es ist eine Illusion zu glauben, die Wolfspopulation würde sich irgendwann selbst regulieren oder es gäbe andere Möglichkeiten sich dagegen zu schützen als mit dem Gewehr.” Biolandwirt Reinhard Jung berichtete von seinem Fachwerkbauernhof in Lennewitz, wo er die alte Nutztierrasse Rotbuntes Niederungsvieh züchtet: “Wir haben uns hier ein Paradies geschaffen und das lassen wir uns nicht kaputt machen von einer reißenden Bestie, die unsere Vorfahren aus gutem Grund ausgerottet haben.”

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DJV: Umweltministerkonferenz soll Lösungen der Wolfsproblematik präsentieren

DJV fordert pragmatische Lösungen im Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen: Nachhaltige Entnahme von Einzeltieren oder Rudeln widerspricht nicht dem Schutzzweck.

Die Zahl der Nutztierrisse durch Wölfe steigt stetig an, vor wenigen Tagen hat ein Wolf in Schleswig-Holstein mutmaßlich 14 Schafe getötet. Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert deshalb die Teilnehmer der heute beginnenden Umweltministerkonferenz (UMK) in Bremen auf, endlich konkrete Lösungen für den Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen zu präsentieren. Den Spielraum, den die europäische FFH-Richtlinie bietet, muss die Bundesregierung nun nach einer bereits einjährigen Prüfungsphase endlich nutzen und das Bundesnaturschutzgesetz novellieren (§ 45 Art. 7 BNatSchG): Eine angepasste, nachhaltige Entnahme von Einzeltieren oder Rudeln widerspricht laut DJV nicht dem Schutzzweck.

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Niedersachsen: Wolf greift Auto an

In Niedersachsen soll ein Wolf ein Auto angegriffen haben. Der Vorfall ereignete sich auf von der Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide bewirtschafteten Flächen. Ein Mitarbeiter der Stiftung habe mit dem Auto die Weiden kontrolliert, als der Wolf auf das Auto zulief und daran hochsprang. Der Mann konnte noch schnell die Scheibe hochkurbeln und den Angriff filmen. Dr. Barbara Guckes von der Stiftung bestätigte den Vorfall gegenüber JAWINA. Sie habe das Video gesehen, das gebe einem schon zu denken. Es handle sich ihrer Einschätzung nach eindeutig eher um eine Attacke als um eine neugierige Annäherung oder ein “Spiel.” Überhaupt verliere der Wolf mehr und mehr seine Scheu, so Dr. Guckes. Die Wolf näherten sich tagsüber den Schafherden, in einem Gebiet der Stiftungsflächen lassen sie sie auch durch Steinwürfe kaum noch vertreiben. Wölfe hätten auch schon versucht, ein Schaf unter den Augen des Schäfers zu reißen. Dies stelle die Schäfer vor immer größere Probleme. Im Deutschlandfunk plädierte Dr. Guckes dafür, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen: Man müsste ihn bejagen dürfen, aber in engen Grenzen bejagen dürfen.” Herdenschutzmaßnahmen allein würden daher nicht ausreichen. red.

Beitragsbild: Auto (Symbolbild). Foto: SE

Herdenschutz gescheitert: Wölfe reißen 34 Schafe trotz Grundschutz und Herdenschutzhunden

+++ Schleswig-Holstein: Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) will “verhaltensauffällige Wölfe” töten lassen +++

In der Nacht zum 31. Oktober 2018 ereignete sich im Landkreis Ludwigslust-Parchim (M-V) im Bereich der Rögnitz ein Wolfsangriff auf eine ca. 600-köpfige Herde tragender Mutterschafe. Das teilt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt mit. Dabei wurden 34 Schafe getötet und mindestens elf weitere verletzt. Einige Tiere wurden heute Mittag noch vermisst. Der von dem Schäfer herbeigerufene Rissgutachter bestätigte, dass es sich um einen Wolfangriff handelte.

Ein Teil der nach Grundschutzvorgaben eingezäunten und von Herdenschutzhunden begleiteten Schafe hatte bei dem Angriff den Zaun niedergedrückt, war ausgebrochen und über etwa sieben Kilometer entlang des Flusses Rögnitz geflüchtet.

In dem Gebiet sind zwei Wolfsansiedlungen nachgewiesen, beide sind genetisch erfasst. Neben dem Kallißer Rudel kommt auch ein im Amt Neuhaus ansässiges Wolfspaar als Verursacher des Rissvorfalls in Betracht. Der Rissgutachter sicherte Spuren und Genetikproben. Die Untersuchungen dauern gegenwärtig noch an. PM

NRW: Schafzuchtverband fordert besser Prävention und Abschuss von “Problemwölfen”

Der Schafzuchtverband Nordrhein-Westfalen fordert verbesserte Präventionsförderung und den Abschuss von Problemwölfen. Die Weidetierhalter seien “nicht mehr bereit, die dauernden Risse zu akzeptieren.” In einer Pressemitteilung des Verbandes heißt es dazu:

“In Hünxe sind wiederum zwei Schafe gerissen worden, in Dinslaken zehn Stück Damwild in einem Gehege mit 2 m hohen Zäunen, aus in den Boden eingelassenem Knotengeflecht (JAWINA berichtete). Die endgültige Klärung der Risse steht noch aus, die Risse wurden vom LANUV aufgenommen und die Proben befinden sich zur Untersuchung im Senckenberg-Institut.

Die Weidetierhalter in den betroffenen Gebieten sind nicht mehr bereit, die dauernden Risse zu akzeptieren.

Im Wolfsmanagementplan für NRW wird der Schutz der Weidetiere gefordert, im ersten ausgewiesenen Wolfsgebiet wird der Herdenschutz seit 1.10.2018 nun auch auf Antrag mit Zuschüssen zu Präventionsmaßnahmen gefördert. Leider sorgt die Praxis, Prävention erst nach sechsmonatiger Anwesenheit desselben Wolfes zu fördern, in diesem Gebiet dafür, dass die territoriale Wölfin dort ein halbes Jahr Zeit zum Üben und Trainieren des Überwindens von Zäunen hatte. Die Weidetierhalter sind oft nicht imstande, Prävention über den normalen Grundschutz hinaus aus eigener Tasche zu finanzieren.

Zudem stellt sich den Weidetierhaltern immer häufiger die Frage ob und welche Präventionsmaßnahmen überhaupt geeignet sind, Schutz vor bestimmten Wölfen zu bieten. So ist die territoriale Wölfin im Kreis Wesel nun offensichtlich in ein Gehege in Ortstrandlage eingedrungen, das der Wolfsrichtlinie für den Grundschutz entspricht – in den Boden eingelassenes Knotengeflecht, 2 m hoch. Der Zaun sei nicht untergraben worden. Es scheint Wölfe zu geben, die nach entsprechendem Training in der Lage sind auch Zäune zu überwinden, die den Grundanforderungen zum Herdenschutz genügen. Allgemein setzt sich mittlerweile die Erkenntnis durch, dass Problemwölfe zu entnehmen sind. Jedoch gibt es bisher keine anerkannte Definition des Problemwolfs, die auch den Schutz der Weidetiere einbezieht.

Daher fordert der Schafzuchtverband:

1. Frühzeitige Präventionsförderung bei begründetem Verdacht der Ansiedlung von Wölfen – was eine Situation wie diese möglicherweise hätte verhindern können.

2. Einstufung von Wölfen, die mehrfach Herdenschutzmaßnahmen überwinden und Nutziere reißen als Problemwölfe und als Konsequenz Entnahme dieser Wölfe.” PM

Beitragsbild: Von Wolf gerissene Schafe (Archivbild)

“Experten” erstaunt: Wolf kann springen

Update: Locker drübergehüpft – Bild veröffentlicht Wärmebild-Video des Wolfsrisses

Brandenburg: Wolf überwindet 1,60 hohen High-Tech-Zaun

Bei Streetz in Sachsen-Anhalt hat ein Wolf einen 90-Zentimeter-Zaun übersprungen, neun Schafe getötet und eins gefressen, es ist der dritte Angriff auf die Herden des Schäfers in kurzer Zeit. Der Sprung über den Koppelzaun “aus dem Stand” wurde von einem Jäger gefilmt, weshalb Faktenleugnung in diesem Fall keine Option darstellt. Die sog. “Experten” des Wolfskompetenzzentrums Iden sahen sich aufgrund dieser erstaunlichen (wenn freilich auch von vielen Schoßhunden locker zu übertrumpfenden) Leistung nun veranlasst, von einer “kleinen Sensation” zu sprechen,  wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet. Denn eigentlich sei “der Wolf kein Springer.” Zwar seien die 90 Zentimeter für den Wolf “physisch keine Hürde”, doch “im Zweifelsfall würde er sich eher unter einem Zaun durchgraben, als ihn zu überspringen.” Wie locker und routiniert der Wolf über den Zaun setzt, ist in dem mit einer Wärmebildkamera aufgenommenen Video zu sehen, das die Bild-Zeitung veröffentlicht hat. Die Tatsache, dass z.B. in der Brandenburger Wolfsverordnung 90 Zentimeter hohe Zäune schon lange nicht mehr als ausreichend angesehen werden, oder für Nachtpferche in Frankreich mittlerweile gar drei Meter hohe Schutzzäune gefordert werden, wäre diesen “Experten” zufolge dann was? Aberglaube? So kann es nicht weitergehen: Wenn wir nicht riskieren wollen, dass das Wort “Wolfsexperte” endgültig zu einem Synonym für “Scharlatan” und “ideologisch motivierten Tatsachenverdreher” wird, muss etwas passieren. Zu fordern ist eine Qualitätsoffensive für Wolfsexperten.

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NRW: Wölfe reißen zehn Damhirsche im Gatter

Zwei Meter hohen Metallzaun überwunden

Bei Dinslaken (Kreis Wesel) sind elf Stück Damwild mit hoher Wahrscheinlichkeit einem Wolfsangriff zum Opfer gefallen. Der Besitzer fand zunächst zehn tote Damhirsche in dem Gatter, ein weiterer erlag bald darauf seinen schweren Verletzungen. Wie der oder die Wölfe den zwei Meter hohen massiven Metallzaun überwinden konnten, ist Medienberichten zufolge unklar. Der Zaun soll jetzt zusätzlich mit Elektrolitze gesichert werden. Mitarbeiter des Landesamts für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV) haben zwecks DNA-Analysen Proben der getöteten Stücke entnommen. Endgültige Ergebnisse werden in etwa vier Wochen vorliegen. Der nordrhein-westfälische Kreis Wesel ist seit Anfang Oktober offiziell als “Wolfsgebiet” ausgewiesen. red.

Beitragsbild: Damhirsch (Archivbild). Foto: SE

Dänischer Jagdverband schliesst Wolfsschützen aus

Der Dänische Jagdverband (Danmarks Jægerforbund) hat ein Verbandsmitglied mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen. Das teilte der Verband am Freitag mit. Der 66 Jahre alte Jäger hatte am 16. April einen Wolf auf einem Feld bei Ulfborg illegal geschossen. Seltsamerweise waren bei dem Vorfall Wolfsschützer zugegen, die den Vorfall filmten. Der Jäger wurde von einem Gericht in Herning zu einer Haftstrafe von 40 Tagen auf Bewährung verurteilt. Seine Jagdwaffen wurden eingezogen, außerdem muss er die Kosten des Verfahrens tragen. Seinen Jagdschein darf der Mann jedoch behalten. Der Dänische Jagdverband wollte diese Entscheidung vorerst nicht kommentieren, sondern die Entscheidung der Berufungsinstanz abwarten. Erst dann werde sich zeigen, ob die derzeitige Rechtsprechung funktioniere oder nicht. Der Verband äußerte jedoch die Auffassung, dass ein grober und vorsätzlicher Verstoß gegen die Jagdgesetze einen Jäger seine Jagdlizenz kosten solle. Das ausgeschlossene Mitglied wird über die Entscheidung des Verbands informiert. Die Anklage hatte in dem Verfahren eine dreimonatige Haftstrafe ohne Bewährung gefordert, der Verteidiger des Jäger einen Freispruch seines Mandanten verlangt. red.

Beitragsbild: Mitteilung über Ausschluss des Mitglieds auf der Internetseite des Dänischen Jagdverbands (Screenshot, Ausschnitt)

Demo “Aktives Wolfsmanagement jetzt!”

DJV ruft zur Teilnahme an Kundgebung am 10. November 2018 in Potsdam auf

„Aktives Wolfsmanagement jetzt!“: Der Deutsche Jagdverband (DJV) erklärt sich solidarisch mit dem Forum Natur Brandenburg und dem Bauernbund Brandenburg, die am 10. November 2018 zu einer Kundgebung vor dem Brandenburgischen Landtag in Potsdam aufrufen. Die Verbände wollen mit der Kundgebung deutlich machen, dass die Zukunft von „Mensch, Weidetier und Wolf“ nur gemeinsam gedacht werden kann.

Die Forderung für die Neuorientierung des brandenburgischen Wolfsmanagements haben die Verbände im Forum Natur im Rahmen eines „8 Punkte-Planes“ deutlich gemacht. Unverhandelbar sind dabei die folgenden drei Punkte:

Es muss zukünftig einen hundertprozentigen Schadens- und Präventionsausgleich mit verbindlichem Rechtsanspruch für die durch Wölfe verursachten Schäden geben. Die Ausbreitung der Wölfe in Brandenburg darf nicht auf Kosten der betroffenen Weidetierhalter erfolgen. Weidetierhaltung ist aktiver Naturschutz!

Der Wolf ist unverzüglich in das „Brandenburgische Jagdrecht“ aufzunehmen und parallel dazu ist eine auf naturschutzrechtlichen Einzelfallentscheidungen beruhende Schutzjagd nach skandinavischem Vorbild zu etablieren.

Für das Land Brandenburg ist unverzüglich ein gesellschaftlich breit diskutierter Wolfszielbestand festzulegen, dessen aktives Management zukünftig die Gewähr dafür bietet, dass der Schutz des Wolfes im Einklang mit allen anderen Interessen an und in unserer Kulturlandschaft steht.

Weitere Infos zur Kundgebung gibt es im Internet (Forum Natur Brandenburg).

Beitragsbild: Die Kundgebung findet am 10. November vor dem Brandenburgischen Landtag in Potsdam statt. Quelle: below/ljv bw

BMEL befürwortet Abschuss “auffälliger” Wölfe

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) Michael Stübgen (CDU) hat sich gegenüber RPonline  dafür ausgesprochen, “auffällige Wölfe und auch Rudel, die regelmäßig Weidetiere reißen oder sich Siedlungen nähern”, zu entnehmen. Man sei “unzufrieden” mit dem Bundesumweltministerium (BMU), das hier bremse. In Ost- und Norddeutschland gebe es “regional eine Wolfspopulation, die größer sei, als es eine Kulturlandschaft verträgt.” Weidetierhaltung werden “zum Teil unmöglich.” Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer beschwere sich zu Recht über die zu hohe Wolfspopulation, bescheinigte Stübgen seinem Parteikollegen. Wölfe dürften geschossen werden, wenn ein günstiger Erhaltungszustand erreicht sei – dass 1000 ausgewachsene Wölfe in Deutschland leben müssten, um diese Vorgabe zu erfüllen, wie das BMU behauptet, hält das BMEL für falsch. Nötig sei ein Wolfsmanagement, wie es in anderen Ländern auch betrieben werde. Dadurch werde der Wolf nicht ausgerottet. Ansonsten laufe man Gefahr, die Akzeptanz der Bevölkerung für den Wolf zu verlieren. Stübgen erklärte, das BMEL wolle “kurzfristig eine bundesweite Auslegung der bestehenden Gesetze erreichen”, die den Bundesländern Rechtssicherheit bei der Entnahme von Wölfen biete. Dabei sei das Umweltministerium federführend und müsse jetzt liefern. red.

Beitragsbild: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Quelle: CDU

Kommentar: Pilgerreise ins Wolfsgebiet – Rituale der Symbolpolitik

Einem uralten Brauch des Politikbetriebs folgend finden sich Politiker an Katastrophenschauplätzen ein, magisch angezogen von anderer Leute Unglück wie Geier von einem Kadaver oder Fliegen von – lassen wir das. Ob Flutwelle, Wirbelsturm, Feuersbrunst oder nun eben ein “verheerender Wolfsangriff”: Der Landesvater wird zwecks medienwirksamer Inszenierung eingeflogen, mit den Insignien des Katastrophentourismus ausstaffiert wie nagelneuen Gummistiefeln, einer neckischen Warnweste oder einem Sicherheitshelm in Signalfarbe, damit er vor laufenden Kameras gütig lächelnd Hände schütteln kann von Helfern und Betroffenen, denen es nicht gelang, schnell genug das Weite zu suchen. Da die bei dieser Gelegenheit üblicherweise gegebenen Hilfszusagen genauso gut, aber bequemer und kostensparend von der heimischen Staatskanzlei aus abgegeben werden könnten, ist die Anwesenheit von Politikern am Ort des Geschehens natürlich komplett nutzlos, wenn man einmal davon absieht, dass sie die Aufmerksamkeit jener anderen, von katastrophischem Zerfall sich nährenden Gattung, der Journalisten, auf sich ziehen und jene somit wenigstens zeitweise davon abhalten, die Rettungskräfte bei der Arbeit zu behindern.

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Kärnten: Landtagsausschuss einstimmig für Absenkung des Schutzstatus von Wölfen

“Deutschland hat die Rückkehr des Wolfs verschlafen, jetzt haben sie ein Riesenproblem.”

Die im Ausschuss für ländlichen Raum und Infrastruktur im Landtag des österreichischen Bundeslands Kärnten vertretenen Fraktionen haben einstimmig für eine Absenkung des Schutzstatus von Wölfen gestimmt. Mit dem Beschluss soll die Erstellung von Managementplänen und die Entnahme von Wölfen ermöglicht werden. Der Antrag wird nun im Landtag behandelt und dann an die Bundesregierung weitergereicht. Angestrebt wird ein Schulterschluss aller österreichischen Bundesländer, um eine Senkung des Schutzstatus für das gesamte Bundesgebiet zu erreichen.  Der Kärntner ÖVP-Landtagsabgeordnete Ferdinand Hueter erklärte, dies Vorgehensweise ermögliche es, geschlossen an Brüssel heranzutreten. Almwirtschaft und Wolf seien unvereinbar. Denn letztlich ist die Änderung des Schutzstatus nur auf EU-Ebene möglich. Verschiedene Länder erhöhen derzeit den Druck auf die EU, den Wolf von Anhang IV in Anhang V der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) zu überführen. Dies würde eine Bejagung des Wolfs ermöglichen. FPÖ-Landesparteiobmann Gernot Darmann betonte, dass es nicht um eine Ausrottung des Wolfs, sondern um “maßvolle Regulierung” gehe: In Deutschland sei die Rückkehr des Wolfes verschlafen worden, sekundierte der FPÖ-Landtagsabgeordnete Harald Trettenbrein im ORF: “Jetzt haben sie ein Riesenproblem.” red.

Beitragsbild: Almwirtschaft in Österreich. Foto: SE

Heute: Expertenanhörung zum Wolf im Bundestag

Heute fand im Landwirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestags eine Expertenanhörung zum Thema Wolf und Herdenschutz statt: “Experten mahnen zu mehr Engagement im Wolfs­management” – so fassen die Online-Dienste des Deutschen Bundestag die Ergebnisse zusammen:

“Es muss ein „Miteinander von Wolf und Weidetier“ möglich sein, sagte Alois Gerig (CDU/CSU), Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft, zum Auftakt eines Fachgesprächs mit dem Thema „Wolf und Herdenschutz – Suche nach konstruktiven Lösungsansätzen“ am Montag, 8. Oktober 2018. Die Rückkehr des Wolfes sorgt in vielen Regionen Deutschlands zunehmend für Beeinträchtigungen in der Weidetierhaltung. Fünf Sachverständige waren deshalb eingeladen, dem Gremium ihre Erfahrungen und Lösungsvorschläge zu präsentieren, um im „Spannungsfeld der Wolfsbefürworter und –gegner“ zu zukunftsfähigen Ergebnissen zu kommen.

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Auch der Nabu kann seine Schafe nicht schützen

Wiederholte Wolfsangriffa auf Nabu-Herde trotz Zwei-Meter-Zäunen und Stacheldraht

Bei jeder Gelegenheit behauptet der Nabu, dass es nur auf korrekten Herdenschutz ankomme, und schon sei die friedliche Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung überhaupt kein Problem. So einfach scheint es dann wohl doch nicht zu sein: Jedenfalls gelingt es dem Nabu nicht, seine eigenen Schafe zuverlässig vor Wolfsattacken zu schützen – und das trotz Einzäunung à la Hochsicherheitstrakt. In einem Moorgebiet bei Aschen (Niedersachsen, Landkreis Diepholz) bewirtschaftet der Nabu eine ca. vier Hektar große Streuobstwiese. Vor zwei Jahren fielen hier bereits einige Schafe einem Wolfsangriff zum Opfer. Daraufhin wurde die Fläche komplett neu eingezäunt. Bis zu zwei Meter hoch ist der Zaun, die Zaunspitze ist zusätzlich mit Stacheldraht gesichert, wie die Oldenburgische Volkszeitung berichtet. Nun wurden bei einem neuerlichen Wolfsangriff wieder mindestens sieben Schafe getötet. Weitere drei Schafe werden vermisst.

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Der Wolf in unserer Kulturlandschaft

Ein Beitrag von Prof. Dr. rer. nat. Hans-Dieter Pfannenstiel, Diplom-Biologe

Deutschland ist Wolfsland

Deutschland gehört zum angestammten Vorkommensgebiet der Art Canis lupus. Der Wolf breitet sich in einer Kulturlandschaft aus, die sich seit seiner Ausrottung erheblich verändert hat: z. B. stark gewachsene Zahl von Menschen und Siedlungsräumen, extreme Verdichtung von Verkehrswegen. Ohne Begrenzung der Zahl der Wölfe bzw. Festlegung von Gebieten, in denen Konflikte mit Menschen sehr wahrscheinlich sind, wird die Situation in absehbarer Zeit unbeherrschbar werden.

Der Wolf – eine bedrohte Art?

Die Art Canis lupus ist weder gefährdet noch gar vom Aussterben bedroht, trotz häufiger gegenteiliger Bekundungen. Im nördlichen Eurasien und in Nordamerika gibt es seit jeher große vitale Populationen. Der Artenschutz liefert keine wildbiologischen oder populationsökologischen Gründe, weswegen der Wolf nicht in Deutschland planmäßig bejagt werden könnte, wie es viele unsere Nachbarn in Europa tun, ohne ihren jeweiligen Wolfsbeständen zu schaden. Artenschutz wird gelegentlich mit Tierschutz verwechselt. Diese Verwechslung führt dazu, dass der ideologisch motivierte Naturschutz hierzulande den Wolf unter allen nur denkbaren Umständen für unantastbar hält. Dieser Einstellung liegt auch eine weitere Verwechslung zu Grunde. Oft werden Population und Bestand nicht sauber definiert und auseinandergehalten. Dieser Unterschied ist aber deshalb sehr wichtig, weil die EU-Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen, genannt Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-R) von Populationen im Sinne der biologischen Definition und nicht von lokalen Beständen spricht.

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Brandenburg und Sachsen bringen Entschließungsantrag zum Wolf in den Bundesrat

Bundesratsinitiative zielt auf praktikables Wolfsmanagement in ganz Deutschland

Brandenburg wird im Bundesrat gemeinsam mit Niedersachsen und Sachsen einen zehn Punkte umfassenden Entschließungsantrag zum Umgang mit dem Wolf einbringen. Als hauptbetroffenes Bundesland, was die Zahl der Wölfe betrifft, drängt Brandenburg seit Langem darauf, bundesweit bessere Regelungen für den Umgang mit der streng geschützten Tierart zu schaffen, die rechtssicher und im Konfliktfall schnell umsetzbar sind.

Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger: „Die Bundesratsentschließung soll zu einem praktikablen, bundesweiten Wolfmanagement nach europäischem Recht führen, das die Bewertung und Beobachtung der Wolfspopulation, die Finanzierung von Präventionsmaßnahmen und Entschädigungsregeln einschließt. Dies sind auch die zentralen Säulen Wolfsmanagements in Brandenburg. Die Bundesratsinitiative ist eine Stärkung für unser Brandenburger Wolfsmanagement.“

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Brandenburg: “Wolfsfutter am Elbedeich”

Wölfe reißen Schafe trotz vorschriftsmäßiger Schutzzäune und Herdenschutzhunden

Zum dritten Mal haben Wölfe eine Herde des Schäfers Marc Mennle bei Lenzen in der Prignitz angegriffen. Drei Schafe sind verschwunden, drei weitere so schwer verletzt, dass sie getötet werden mussten. Die Weide ist an allen vier Seiten – auch zum Wasser hin – vorschriftsmäßig eingezäunt, zusätzlich kamen Herdenschutzhunde zum Einsatz. Er habe “jeden zumutbaren Aufwand betrieben”, erklärt der Schäfer gegenüber der MAZ: “Was soll ich denn noch tun?” Er sei mit seinem Latein am Ende. Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbunds Brandenburg, forderte die Politik in der MAZ auf, “endlich die Genehmigung zur Entnahme des Wolfes an diesem Standort” zu erteilen. Dass das Landesumweltamt die Abschussgenehmigung trotz wiederholter Nutztierrisse hartnäckig verweigere, beweist für Jung, “dass die Wolfsverordnung nichts taugt und den Naturschutzbürokraten die Weidetierhalter völlig egal sind.” red.

Beitragsbild: Existenzbedrohend für den Schäfer, aber was juckt es die Umweltbürokratie: Von Wolf gerissenes Schaf. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser DF für den Hinweis!

 

Italien: Wolf illegal erschossen

Umweltpolitikerin: “Das kommt davon, wenn man die Bürger mit einem Problem wie dem Wolf allein lässt.”

In den Lessinischen Bergen in der Umgebung der norditalienischen Stadt Roverè Veronese ist am 25. September ein toter Wolf von einem Landwirt gefunden worden. Er wies deutlich erkennbare Schussverletzungen auf, wurde folglich von einem Wilderer erschossen. Die italienische Tierschutzorganisation Lega anti Vivisezione (LAV) hat ein Foto nebst dazugehörigem Bericht veröffentlicht. Die LAV fordert eine strenge Bestrafung des Täters. Der Abschuss eines streng geschützten Tiers kann auch in Italien mit empfindlichen Geld- und sogar Haftstrafen geahndet werden. Die Überführung des Täters dürfte jedoch schwierig werden, wie auch die LAV einräumt, denn offenbar wurde dieser Wolf mit Schrot geschossen. Dies macht die Zuordnung von Geschossen oder Geschossfragmenten zu einer Waffe nahezu unmöglich. Die Unterstaatssekretärin im Umweltministerium im Rom, Vannia Gava, kommentierte den Vorfall dem Nachrichtenportal suedtirolnews.it zufolge recht trocken so: Man dürfe die Bürger mit einem Problem wie dem Wolf halt nicht alleine lassen – sonst passiere das, was jetzt in den Lessinischen Bergen passiert sei… SE

Beitragsbild: Erschossener Wolf bei Roverè Veronese. Quelle: LAV

Brandenburg: Forum Natur ruft zur Teilnahme an Kundgebung “Aktives Wolfsmanagement jetzt!” auf

Das Forum Natur Brandenburg (FNB) ruft zur Teilnahme an der Kundgebung unter dem Motto „Aktives Wolfsmanagement jetzt!“ am Samstag, dem 10. November 2018, ab 10:00 Uhr vor dem dem brandenburgischen Landtag in Potsdam stattfindet.

Die Verbände im „Forum Natur“ erklären sich solidarisch mit den Veranstaltern und möchten diese Demonstration dazu nutzen, um deutlich zu machen, dass die Zukunft von „Mensch, Weidetier und Wolf“ nur gemeinsam gedacht werden kann, heißt es in dem Aufruf des FNB. Momentan verspiele die brandenburgische Landesregierung alle Chancen, die in einem aktiven Wolfsmanagement liegen: “Was mit FFH und NATURA 2000 seinen Anfang nahm, mit Biber und Kormoran immer deutlicher wurde, findet nun seinen Höhepunkt beim Wolf! Die immer weiter gehende Entmündigung des ländlichen Raumes muss gestoppt werden. Naturschutz in der Kulturlandschaft Brandenburgs geht nur mit den Menschen!

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Brandenburg: Erschossener Wolf gefunden

Update: Wolf wurde doch nicht erschossen

Am Dienstag (2.10.) hat ein Jagdausübungsberechtigter auf einem Waldweg bei Zitz, einem Ortsteil der Gemeinde Rosenau im Landkreis Potsdam-Mittelmark einen toten Wolf gefunden. Der Anruf des Jägers ging gegen 17.10 bei der Polizei ein. Der Wolf wurde dem zuständigen Wolfsbeauftragten übergeben, von diesem wurde der Weitertransport an das Institut für Zoo- und Wildtierforschung zur weiteren Untersuchung veranlasst. Nach Informationen von JAWINA handelt es sich um einem Wolfswelpen von diesem Jahr. Der Wolf ist nicht eines natürlichen Todes und auch nicht bei einem Verkehrsunfall gestorben, wie ein Polizeisprecher gegenüber JAWINA bestätigte: Eine Schussverletzung sei deutlich zu erkennen gewesen. Die Polizei hat Anzeige wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz erlassen.

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Jagdverbände dringen bei Treffen mit EU-Kommissar auf pragmatisches Wolfsmanagement

“Notwendigkeit der Überarbeitung des Schutzstatus von Wölfen unabdingbar!”

Die dringende Notwendigkeit pragmatischer Ansätze für das Wolfsmanagement sowie die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) standen im Vordergrund des Termins zwischen dem EU-Kommissar Günther Oettinger, Deutschem Jagdverband, LJV Baden-Württemberg und FACE.

Zum Auftakt des Treffens präsentierte DJV- und FACE Vizepräsident Dr. Volker Böhning die klaren politischen Forderungen der deutschen Jäger für ein effizientes Wolfsmanagement. Eine Aktualisierung des strengen Schutzstatus des Wolfs ist bei dessen rasanter Vermehrung und Ausbreitung und der nicht mehr hinnehmbaren Probleme für Landwirte und Tierzüchter dringend notwendig. Er kritisierte sowohl das Bundesumweltministerium als auch das Bundesamt für Naturschutz in Deutschland und forderte sie zu einer realistischeren Beurteilung der Situation des Wolfes in Europa und Deutschland auf. Der günstige Erhaltungszustand der Wolfspopulation im Nordosten Deutschlands lasse sich nicht mehr bestreiten und es sei Zeit für ein aktives Wolfsmanagement auf jagdrechtlicher Grundlage. Die oftmals angepriesenen Präventivmaßnahmen für die Weidetierhaltung sind weder praktikabel noch finanzierbar.

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Brandenburg: Calau und Kyritz erklären sich zu wolfsfreien Zonen

Die brandenburgischen Städte Calau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) und Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) haben sich zu wolfsfreien Zonen erklärt. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Stadtverordnetenversammlung der Städte am Mittwoch. In den entsprechenden Beschlüssen wird die Landesregierung aufgefordert, die Städte als “für die Besiedlung durch Wölfe nicht geeignete Gebiete” auszuweisen, da dieser “überwiegende öffentliche Interessen” entgegen stünden. Genannt werden in der Calauer Beschlussvorlage etwa die der Schutz der Bevölkerung, die “unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Naherholung und Tourismus, und die natur- und artgerechte Weidetierhaltung. Die Stadt Calau fordert die Landesregierung desweiteren dazu auf, sich bei der EU für eine Lockerung des Wolfsschutzes einzusetzen, da der Wolf keine bedrohte Art (mehr) ist. Außerdem wird die Aufnahme des Wolfs ind Jagdrecht gefordert.

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Niedersachsen: Umweltminister Olaf Lies bringt Initiative zum Umgang mit Wolf in den Bundesrat

Toepffer: CDU begrüßt Paradigmenwechsel des Umweltministers – Niedersachsen will Wölfe notfalls schießen lassen

Das Landeskabinett in Hannover hat am heutigen Dienstag beschlossen, eine Initiative zum Umgang mit dem Wolf in den Bundesrat einzubringen. Das teilt das niedersächsische Umweltministerium mit: Ziel der Initiative ist es, der in Deutschland bzw. Niedersachsen zu erwartenden Entwicklung der Wolfspopulation mit konsequentem staatlichem Handeln begegnen zu können. Hierzu zählt auf der einen Seite dem strengen Schutz dieser Tierart gerecht zu werden und auf der anderen Seite die damit verbundenen Belastungen für betroffene Nutztierhalter abzumildern und entstehende Schäden bestmöglich auszugleichen. Um ernste Schäden in der Weidetier­haltung zu verhindern und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, kann es erforderlich sein, problematische Tiere zu entnehmen.

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Niedersachsen: Aus Angst vor Wolf – Eltern zäunen Kindergarten ein

+++ Sachsen-Anhalt: Regionalexpress überfährt sechs Wildschweine +++

Im niedersächsischen Landkreis Nienburg wurden bis zu 300 Kilogramm schwere Rinder vom Wölfen gerissen, in unmittelbarer Nähe zu einem Waldkindergarten in der Gemeinde Steimbke fiel ein Alpaka dem Wolf zum Opfer. Aus Sorge um die Sicherheit ihrer Kinder haben die Eltern der in dem Waldkindergarten untergebrachten Kinder jetzt Konsequenzen gezogen – und den Kindergarten eingezäunt. Als der Zaunbau noch erwogen, aber nicht umgesetzt worden war, hatte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Dirk Toepffer, bereits kritisiert: “Kinder hinter Zäune, damit der Wolf frei leben kann – dies ist den Menschen in Niedersachsen nicht mehr vermittelbar.” (JAWINA berichtete). Außerdem werden die Kinder mit Trillerpfeifen ausgestattet, damit sie auf sich aufmerksam machen können, wenn sie etwas Verdächtiges sehen, berichtet der NDR. Die Maßnahmen dienten dazu, das “subjektive Sicherheitsgefühl” von Eltern und Kindern zu erhöhen, erklärte der Bürgermeister der Gemeinde gegenüber dem Sender.

Beitragsbild: Erhöht das subjektive Sicherheitsempfinden – Trillerpfeife. Foto: SE

Brandenburg: CDU-Antrag gescheitert – keine Schutzjagden auf Wölfe

Ein Antrag der Brandenburger CDU-Fraktion, der Schutzjagden auf Wölfe und die Aufnahme des Wolfs ins Landesjagdrecht forderte, ist im Potsdamer Landtag gescheitert. CDU und AfD stimmten für, SPD, Linke und Grüne gegen den Antrag. In der Begründung des Antrags wies die CDU-Fraktion darauf hin, dass “Brandenburg im Vergleich zu anderen Bundesländern mittlerweile das Land mit dem höchsten Wolfsbestand” sei. Der Wolfsmanagementplan 2018 aber enthalte “bislang nur bekannte Informationen zur Schadensprävention, zum Schadensausgleich und zur Brandenburgischen Wolfsverordnung”. Neben reinen Informationen müsse ein praxistauglicher und für die nächsten Jahre wirkungsvoller Wolfsmanagementplan auch Hilfe und Unterstützung für Weidetierhalter und weitere Betroffene geben sowie insbesondere Ziele und Maßnahmen für ein mittelfristig zu erarbeitendes Bestands- und Konfliktmanagement beinhalten, um potenzielle Gefahren für Menschen durch Wölfe zu reduzieren, die Weidetierhaltung auch in Zukunft zu sichern und die Akzeptanz für den Artenschutz und damit den Wolf in der Kulturlandschaft zu erhalten.”

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Niederösterreichischer Landtag stimmt Änderung des Jagdgesetzes zu

Wolfsabschüsse werden erleichtert – Abgeordnete fordern praktikablere europäische Regelungen für den Wolf

Der niederösterreichische Landtag hat bei seiner gestrigen (21.9.) Sitzung erwartungsgemäß die Änderung des Jagdgesetzes des österreichischen Bundeslandes beschlossen. Der geänderte § 100 a soll die Vergrämung und, als letztes Mittel, den Abschuss von Wölfen erleichtern (JAWINA berichtete). In derselben Sitzung haben die Abgeordneten Mold, Ing. Huber, Schmidl und Göll einen “Resolutionsantrag betreffend rasch wachsende Wolfspopulation in Niederösterreich” eingebracht, dem der Landtag mit großer Mehrheit zustimmte. In dem Resolutionsantrag wird “ein praktikableres europäisches Regelungsregime für den Wolf” gefordert. “Insbesondere soll”, so heißt es in dem Antrag,

“i.
eine europaweite Beurteilung des „günstigen Erhaltungszustandes“ und nicht nur der eines EU-Mitgliedsstaates,
ii.
eine praxisnähere Neuregelung der Anwendungsmöglichkeiten des Artikel 16 der Fauna Flora Habitat-Richtlinie und
iii.
eine Anpassung des Schutzstatus des Wolfes in der FFH-Richtlinie durch die Aufzählung des Wolfes in Anhang V und nicht in Anhang IV erreicht werden.”

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Sachsen: CDU-Landesverband startet Kampagne für erleichterten Wolfsabschuss

Der Landesverband der CDU Sachsen hat eine Internetkampagne gestartet, die zum Ziel hat, den Abschuss von Wölfen zu erleichtern. Mit einem Klick auf den entsprechenden Button können Besucher der Seite ihre Unterstützung für das Vorhaben zum Ausdruck bringen. “Wir setzen uns dafür ein, dass Deutschland im Umgang mit der Ausbreitung des Wolfes klare und handhabbare Regelungen durch das Bundesumweltministerium verabschiedet”, heißt es auf der Seite. Und weiter: “Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahren mit Nachdruck auf europäischer und Bundesebene mit einer Vielzahl von Initiativen für eine rechtsichere und konfliktfreie Änderung der Rahmenbedingungen im Umgang mit dem Wolf eingesetzt.”

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NRW: LANUV bestätigt weitere Wolfsnachweise im Kreis Wesel

+++ Schweiz: Pferde vertreiben Wolf von der Weide +++ Sachsen: Elche bei Görlitz gesichtet +++

Dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) liegen weitere genetische Ergebnisse des Senckenberg Forschungsinstitutes auf Wolfnachweise Schermbeck-Gahlen im Kreis Wesel vor. So ergaben bei drei Übergriffen auf Schafe in der zweiten Augusthälfte Analysen von Speichelproben, dass die Nutztiere von einem Wolf getötet beziehungsweise verletzt wurden. Im Einzelnen handelt es sich dabei um zwei tote Schafe am 19. August 2018, fünf tote und zwei verletzte Schafe am 28. August 2018 und zwei tote Schafe am 29. August 2018. Zudem wurden in angrenzenden Waldgebieten im Juni und im August Kotproben (Losungen) gefunden, die ebenfalls genetisch einem Wolf zugeordnet werden konnten.

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Niedersachsen: “Kinder hinter Zäune, damit der Wolf frei leben kann?”

CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Toepffer: “Grenze ist erreicht – Wolfsrisse nicht mehr hinnehmbar”

„Mit Besorgnis und Erschrecken nehmen wir in der CDU-Landtagsfraktion die Ereignisse rund um die Wolfsrisse im Landkreis Nienburg zur Kenntnis. Dass unmittelbar an einem Waldkindergarten ein Alpaka gerissen wurde, zeigt, wie nah der Wolf dem Menschen kommen kann. Die Eltern sind inzwischen so verängstig, dass sie überlegen, den Kindergarten morgen in Eigenregie einzuzäunen. Kinder hinter Zäune, damit der Wolf frei leben kann – dies ist den Menschen in Niedersachsen nicht mehr vermittelbar. Es muss jetzt zügig geklärt werden, wie mit den Wölfen im Landkreis Nienburg verfahren wird“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Toepffer.

Der Fraktionschef weist darauf hin, dass sich diese Entwicklung schon länger abgezeichnet hat: „Nach den zahlreichen Schafsrissen sind die Wölfe jetzt offensichtlich darauf konditioniert, sich an große Tiere zu wagen. Der Fall des 300-Kilogramm schweren, kürzlich gerissenen Rindes zeigt, dass hier kein einzelner Wolf zu Werke geht. Die Vermutung des Wolfsberaters, dass es sich um ein Rudel handelt, ist nachvollziehbar.“

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Österreich: FPÖ-Politiker will “ausländische” Wölfe abschiessen lassen

+++ Niedersachsen: Wolf im Landkreis Lüneburg überfahren +++ Schweiz: Nachtzielgeräte für Jäger im Kanton Aargau +++ Schweiz: Waffenrecht wird verschärft, um Schengen nicht zu gefährden +++

Der niederösterreichische Landesrat und FPÖ-Politiker Gottfried Waldhäusl hat sich dafür ausgesprochen, “ausländische Wölfe” abschießen zu lassen. Bei der Veranstaltung “Nacht der Wölfe” habe Waldhäusl “erste Gespräche mit Experten über das Leben mit dem Wolf in Niederösterreich geführt” jetzt sei “die Thematik vertieft” worden, so dass “nunmehr eine Lösung präsentiert” werden könne, heißt es in einer Pressemitteilung Waldhäusls: “Die Tiere finden am Truppenübungsplatz (TÜPL) Allentsteig entsprechenden Lebensraum, dort sollen sie auch bleiben dürfen”, so Waldhäusl. “Nur: Laut Wolfsexperten Dr. Rauer kommen fast alle Tiere, die in unserem Land derzeit Schaden anrichten, aus Deutschland bzw. Polen. Diese sollen entnommen werden dürfen!” Auch die jetzt den TÜPL Allentsteig bevölkernden Wölfe sind freilich vor nicht allzu langer Zeit aus Nachbarländern Österreichs eingewandert. Man mag über Waldhäusls “Lösung” den Kopf schütteln, der Vorschlag entspricht aber mit einiger Konsequenz seiner Denkweise – schließlich hat der FPÖ-Mann bereits den schwerwiegenden Missstand thematisiert, dass “Hunde mit Migrationshintergrund” einheimischen Hunden die Tierheimplätze streitig machen würden

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JAGD ÖSTERREICH UND FACE TREFFEN EU-KOMMISSAR JOHANNES HAHN: “ÜBERARBEITUNG DES SCHUTZSTATUS FÜR WÖLFE UNABDINGBAR”

Die dringende Notwendigkeit pragmatischerer Ansätze für das Wolfsmanagement sowie die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) standen im Vordergrund des Termines zwischen dem EU-Kommissar Dr. Johannes Hahn, dem Dachverband “Jagd Österreich” und der FACE.

Zum Auftakt des Treffens gab der Geschäftsführende Landesjägermeister Dr. Ferdinand Gorton einen Überblick über die klaren politischen Forderungen von Seiten der österreichischen Jägerschaft. Der Generalsekretär der FACE Ludwig Willnegger verwies zudem auf ähnliche Forderungen des Europäischen Parlaments, des Ausschusses der Regionen sowie der Mehrheit der Mitgliedsstaaten und maßgeblicher Interessensvertreter des Ländlichen Raumes hinsichtlich des dringenden Bedarfs nach einer ordnungsgemäßen Anwendung des Artikels 19 der FFH-Richtlinie. Dies würde den Weg für eine Aktualisierung des strengen Schutzstatus des Wolfs bereiten und den Mitgliedsstaaten dadurch größere Flexibilität gewähren.

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