Schlagwort-Archive: Wolf

NRW: LANUV bestätigt den Nachweis des ersten Wolfsnachwuchses in NRW im Rhein-Sieg-Kreis

Die Auswertung von Bildmaterial aus dem südlichen Nordrhein-Westfalen durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) bestätigt erstmals den Nachweis einer Wolfsfamilie in der Kommune Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis. Das Territorium liegt im Grenzgebiet von NRW und Rheinland-Pfalz. Aktuell werden durch das LANUV weitere Hinweise aus dem Rhein-Sieg-Kreis überprüft und bewertet.

In Nordrhein-Westfalen gab es bisher Nachweise einzelner durchziehender Wölfe sowie drei territorialer Wölfe in den Wolfsgebieten Schermbeck, Senne und Eifel-Hohes Venn. Der Nachweis einer Paarbildung und eines Wolfsnachwuchs konnte erstmals geführt werden.

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Brandenburg: FREIE BAUERN fordern Abschuss von Wölfen, um die naturnahe Weidewirtschaft zu erhalten

Die FREIEN BAUERN Brandenburg (Bauernbund Brandenburg) haben auf die steigende Zahl der durch Wölfe getöteten Schafe und Kälber hingewiesen. „Allein im ersten Halbjahr 2020 hatten wir fast genauso viele gemeldete Nutztierrisse wie im ganzen Jahr 2019“, informiert Landessprecher Marco Hintze: „Hinter jedem dieser 332 Tiere steckt ein qualvoller Tod und persönliche Betroffenheit der Schäfer und Bauern, die alles dafür tun, dass ihre Tiere ein gutes Leben auf der Weide haben.“ Die Landesregierung müsse endlich die Konsequenzen ziehen und durch einen rigorosen Abschuss von Wölfen die Voraussetzungen für den Fortbestand der naturnahen artgerechten Weidewirtschaft schaffen, fordert der 48jährige Mutterkuhhalter aus Krielow im Havelland.

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Wildkatze verteidigt ihre Jungen gegen einen Wolf

Sensationelle Aufnahmen einer Wildkamera der Deutschen Wildtier Stiftung dokumentieren das zum ersten Mal

Aufs Äußerste erregt peitscht die Wildkatze mit ihrem aufgeplusterten Schwanz hin und her. Das Fell ist aufgestellt, die Ohren sind nach vorne gerichtet. Immer wieder macht sie drohend einen Buckel und faucht, während sie in der Nacht auf einem Baumstamm angespannt hin und her läuft. Sie hat Nachwuchs und im Hintergrund lauert ein überlegener Gegner: Es ist ein Wolf. Man sieht nur seine Augen.

„Die Aufnahmen unserer Wildkamera sind eine kleine Sensation“, sagt Malte Götz, Wildkatzenexperte der Deutschen Wildtier Stiftung. „Die Bereitschaft einer Wildkatze sich für ihre Jungen sogar dem Wolf zu stellen, wurden zum ersten Mal dokumentiert.“ Unter dem Link https://youtu.be/3XGaynO60MQ können Sie verfolgen, wie das mutige Tier aufs Äußerste angespannt und kampfbereit ist.

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Niedersachsen: Oberverwaltungsgericht Lüneburg bestätigt rechtssichere Entnahme von Problemwölfen

CDU Niedersachsen: “Wolf gehört ins Jagdrecht”

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg ist mit seinem jüngsten Beschluss zur Tötung von Wölfen in fast allen Punkten dem Niedersächsischen Umweltministerium gefolgt, heißt es in einer Pressemitteilung des niedersächsischen Umweltministeriums. Darin heißt es weiter: „Das Gericht bestätigt damit abermals unsere Marschroute”, so Umweltminister Olaf Lies: „Wölfe, die Herdenschutzmaßnahmen überwinden, müssen nicht geduldet werden. Weidetierhalter müssen ihre Tiere schützen, aber sie müssen sich nicht auf einen von Wolfsschützern geforderten Rüstungswettlauf einlassen. Das Oberverwaltungsgericht hat also bereits zum zweiten Mal festgestellt: Eine rechtssichere Entnahme von Problemwölfen ist in begründeten Einzelfällen möglich und richtig.”

Konkret stand die Frage im Raum, ob auch dann auf eine zweifelsfreie Individualisierung des abzuschießenden Wolfes verzichtet werden darf, wenn zwar bekannt ist, welches Individuum für Risse verantwortlich ist, aber nicht, wie der Wolf sich durch optische Merkmale von anderen Rudelmitgliedern unterscheiden lässt. Der NABU vertrat die Auffassung, dass stets sichergestellt werden muss, den „richtigen” Wolf zu entnehmen und dass zudem der Elternschutz von Wölfen eine zehn- bis zwölfmonatige Schonfrist pro Jahr erfordert. Hiermit wäre eine Entnahme von problematischen Einzeltieren für immer nahezu unmöglich geworden. Dies wurde vom Oberverwaltungsgericht nicht bestätigt. Stattdessen stellt das Gericht klar, dass auch bei Fällen, in denen die DNA keinen klaren Aufschluss gibt, eine Beteiligung der örtlichen Problemwölfe angenommen werden kann.

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Mecklenburg-Vorpommern: Getötete Wolfsfähe war nicht trächtig

Die auf der Grundlage der Ausnahmegenehmigung der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Rostock in der Nacht vom 10. auf den 11.04.2020 bei Schwaan getötete Wolfsfähe war nicht trächtig. Die Sektion des Leibniz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin sowie weitere nunmehr vorliegende Untersuchungen haben keine Hinweise auf eine Trächtigkeit oder embryonale DNA ergeben.

Zum Zeitpunkt der Entscheidung zum Abschuss der Wölfin lagen Anhaltspunkte vor, welche die erhebliche Gefahr einer Hybridisierung besorgen ließen.

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Niedersachsen: Pferdesport- und zuchtverband schreibt Offenen Brief zur Wolfsporblematik

+++ Italien: Schon wieder Wanderer in Südtirol von Bären attackiert und verletzt +++ Mecklenburg-Vorpommern: Tierärzte fordern härtere Maßnahmen gegen Wölfe +++ 

Der Interessenverband Pferdeland Niedersachsen GmbH hat einen Offenen Brief an den niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies geschickt. Anlass ist der Riss eines Hannoveraners durch Wölfe

In einer Pressemitteilung des Verbandes heißt es dazu: “Am 15.06.2020 mussten die Weidetierhalter in Niedersachsen einen neuen traurigen Höhepunkt in der Wolfsproblematik hinnehmen. Mit dem Rissereignis im Raum Nienburg hat die Debatte um das Für und Wider zum Wolf eine neue Eskalationsstufe erreicht. 10 Warmblutpferde sind in ihrer Weide von Wölfen angegriffen worden.

Auf unsere Nachfrage bei einer zuständigen Stelle wurde uns bestätigt, dass zwei Pferde den Wolfsrissen zum Opfer gefallen sind. Parallelspuren, die sich bei der Begutachtung der Weide fanden, weisen darauf hin, dass mehrere Wölfe die Pferde gejagt haben. Die Pferde sind alle aus ihrer Weide ausgebrochen und konnten erst später völlig entkräftet und teilweise verletzt wieder eingefangen werden. Ein Pferd wurde auf der Flucht schwer verletzt. Die Pferde waren einer ordentlichen Haltung entsprechend eingezäunt. Sie standen als Herde auf der Weide und würden somit als wehrhaft im Sinne eines Wolfsmanagementplans angesehen werden.

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Österreich: Problemwolf darf entnommen werden

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf im Garten +++ Bayern: Wolf am Haus +++ 

Bezirkshauptmannschaft St. Johann stellt Bescheid „Entnahme eines Wolfes“ zu
Umfangreiches Behördenverfahren abgeschlossen / Viele Lösungen geprüft

Vor fast genau einem Jahr hat die Agrargemeinschaft Tofernalm (Großarl) den Antrag auf Entnahme eines Wolfes gestellt. Im Zeitraum zwischen 24. Juni und 15. Juli 2019 wurden insgesamt 24 Schafe getötet, zudem wurden vier verletzte und elf vermisste Schafe auf der Alm festgestellt. Nun hat die Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau nach einem umfangreichen Verfahren entschieden, dass dem Antrag auf Entnahme eines Wolfes stattgegeben und hat die jagdrechtliche Bewilligung dazu erteilt wird.

„Es war ein sehr komplexes Verfahren und mit dieser Entscheidung betreten wir Neuland in der Europäischen Union. Der Bescheiderlassung ging ein umfangreiches Ermittlungsverfahren voraus, mit Professor Dr. Klaus Hackländer konnte ein ausgewiesener Experte für Wildbiologie gewonnen werden“, so Bezirkshauptmann Harald Wimmer.

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Niedersachsen: Wölfe reissen Großpferd

Am Montag ist im niedersächsischen Landkreis Nienburg ein 14 Monate altes Großpferd der Rasse Hannoveraner von Wölfen gerissen worden. Das etwa 400 Kilogramm schwere Tier wies mehrere Kehlbisse auf, es starb an seinen schweren Verletzungen. Der Riss dürfte von Wölfen des Rodewalder Rudels verübt worden sein, auf dessen Konto zahlreiche Risse von Haustieren, insbesondere Ponys und Pferden, gehen. Der zuständige Wolfsberater sprach angesichts dieses erneuten Rissvorfalls gegenüber der Lokalzeitung “Die Harke” von einer “neuen Dimension”: Es handle sich bei dem jüngsten Wolfsopfer um “ein großes, stattliches Tier”. das zudem mit neun weiteren, bis zu 600 Kilogramm schweren Pferden auf der Weide gestanden habe. Trotz der Schnelligkeit der Herde sei es den Wölfen gelungen, ein Tier abzudrängen und zu töten.

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EuGH: Wolf auch in menschlichen Siedlungen streng geschützt

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Amtlich bestätigt – Wolf tötet komplette Schafherde +++ 

Der in der Habitatrichtlinie vorgesehene strenge Schutz bestimmter geschützter Tierarten erstreckt sich auch auf Exemplare, die ihren natürlichen Lebensraum verlassen und in menschlichen Siedlungsgebieten auftauchen. Daher können der Fang und der Transport eines in einem Dorf angetroffenen Wolfs nur gerechtfertigt sein, wenn sie unter eine von der zuständigen nationalen Behörde gewährte Ausnahme fallen.

In seinem Urteil Alianța pentru combaterea abuzurilor (C-88/19) vom 11. Juni 2020 hat sich der Gerichtshof zum räumlichen Anwendungsbereich des strengen Schutzsystems für bestimmte Tierarten geäußert, das Art.12 Abs.1 der Richtlinie 92/43 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen1(im Folgenden: Habitatrichtlinie) vorsieht. Dabei hat der Gerichtshof bestätigt, dass dieses strenge Schutzsystem für die in AnhangIV Buchst. a der Richtlinie genannten Arten, darunter den Wolf, auch für Exemplare gilt, die ihren natürlichen Lebensraum verlassen und in menschlichen Siedlungsgebieten auftauchen.

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Niedersachsen: Wolf greift Schafherde vor den Augen des Schäfers an

+++ Schweiz: Erhöhte Wolfsdichte steigert Aggressivität von Mutterkühen +++

Neues von der “natürlichen Scheu” der Wölfe: In der Lüneburger Heide hat ein Wolf am hellichten Tag eine Schafherde angegriffen und sich eine Heidschnucke gegriffen – während der Schäfer seine Herde hütete. Der Schäfer rannte auf den Wolf zu, bewarf ihn mit Stöcken und Steinen und traf ihn sogar. Doch dem Wolf war das egal, wie der betroffene Schäfer der Bildzeitung berichtet: Der Wolf umkreiste und belauerte den Schäfer eine Dreiviertelstunde lang, kam auf bis zehn Meter an den Mann heran. Der Schäfer rief seinen Chef an, erst als dieser mit dem Auto auf die Herde zufuhr, trollte sich der Wolf. red.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel