Schlagwort-Archive: Wolf. Wölfe

FDP fordert Beweislastumkehr bei Wolfsrissen

Der jagdpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Karlheinz Busen, hat sich gestern in Berlin für eine Beweislastumkehr bei Wolfsrissen ausgesprochen: Bisher muss der geschädigte Nutztierhalter nachweisen, dass seine Tiere vom Wolf gerissen wurden. Gelingt dieser Nachweis nicht, so geht er bei Entschädigungszahlungen leer aus. Dies sei nicht praxistauglich, findet Busen. Stattdessen solle der Staat den Nachweis erbringen müssen, dass ein Tier nicht von Wölfen, sondern von anderen Tieren gerissen wurde. Auch bei der Erarbeitung von Schadensprognosen habe die Bundesregierung Probleme, Schäden dem Wolf zuzuordnen. Dies dürfe nicht zu Lasten der Nutztierhalter gehen, findet Busen. Da bei der Erteilung einer Abschussgenehmigung für Wölfe auf die Schadenshöhe abgestellt wird – und der Nachweis des Wolfs als Verursacher regelmäßig scheitert – sei der Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Naturschutzgesetzes (JAWINA berichtete) nicht geeignet, eine Verbesserung für Nutztierhalter zu bewirken. red.

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Kalb (Archivbild). Foto: privat

Die Red. dankt für den Hinweis!

Österreich: Wolfsartiger Kadaver ohne Kopf im Tiroler Sellraintal aufgefunden

“Schwere Schussverletzung im Bauchraum”

Gestern, Dienstag, wurde bei der Polizeiinspektion Kematen der Fund eines wolfsartigen Tiers ohne Kopf im Gemeindegebiet von Sellrain von einem Passanten gemeldet. Die Sicherheitsbehörde, das Land Tirol und die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck haben sodann in enger Abstimmung die weiteren Maßnahmen veranlasst. Heute, Mittwoch, informierten die Experten des Landes sowie der Polizei Tirol über die aktuellen Entwicklungen: Martin Janovsky, Beauftragter des Landes für große Beutegreifer, Klaus Wallnöfer, Vorstand der Abteilung Landwirtschaftliches Schulwesen, Jagd und Fischerei sowie Oberst Gerhard Niederwieser, Bezirkspolizeikommandant von Innsbruck.

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Schleswig-Holstein: Ministerium untersucht Rissvorfälle hinter vermeintlich wolfssicheren Zäunen

Zwischen dem 28. Dezember 2018 und dem 2. Januar 2019 wurden in Hemdingen und Bilsen im Kreis Pinneberg insgesamt drei Rissvorfälle hinter wolfssicheren Zäunen gemeldet. Derzeit überprüft das Ministerium, ob es sich bei dem Verursacher um einen Wolf handelt.

„Wir haben die ersten Schritte zur Überprüfung der Risse eingeleitet und nehmen die Angelegenheit sehr ernst. Die drei Zäune waren vorbildlich und wolfssicher aufgebaut, so dass von Seiten der Halterinnen und Halter alles im Sinne der Wolfsprävention geleistet wurde. Es deutet vieles darauf hin, dass es sich hier um Wolfsrisse handelt. Damit würde auf Grund der mehrfachen Überwindung wolfssicherer Zäune die Ausnahmeregelung im Naturschutzgesetz greifen, nach der ein Antrag auf Abschuss des Wolfs gestellt werden kann. Da es sich beim Wolf um eine streng geschützte Art handelt, brauchen wir dafür einen sicheren Nachweis, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat“, sagte der Umweltminister Jan Philipp Albrecht.

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Sachsen: Wolfspaar in der Dübener Heide nachgewiesen

In der Dübener Heide (Landkreis Nordsachsen) ist ein Wolfspaar durch mehrere Fotofallenbilder bestätigt worden, wie das Kontaktbüro “Wölfe in Sachsen” mitteilt. Seit dem letzten Monitoringjahr 2016/2017 liegen aus dem Gebiet Wolfshinweise vor, Ende Januar 2018 gelang der erste sichere Nachweis von 2 Wölfen (C1) in Form eines Fotos durch eine automatisch auslösende Wildkamera (Fotofalle). In den Folgemonaten wurden beide Tiere durch weitere Fotofallenbilder erneut bestätigt.

Darüber hinaus gibt es Einzelnachweise von Wölfen außerhalb ihres bekannten Vorkommensgebietes im Vogtlandkreis sowie in den Landkreisen Zwickau und Leipzig. Es ist noch unklar, ob diese Wölfe sich in den jeweiligen Regionen dauerhaft aufhalten, möglicherweise befinden sie sich auf Wanderschaft.

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Projektil in Schluchsee-Wolf gefunden

Illegale Abschüsse sind mit hohem Risiko verbunden

In der Leber des tot aus dem Schluchsee geborgenen Wolfs ist ein Projektil geborgen worden, wie das Umweltministerium Baden-Württemberg mitteilte: “Der tote Wolf weist Verletzungen im Brustbereich auf. Diese stammen von einem Projektil, das in der Leber des Wolfes gefunden wurde. Nähere Informationen zum möglichen Tathergang können aus ermittlungstaktischen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt nicht mitgeteilt werden.” Je nach Zustand des aufgefundenen Geschosses könnte es möglich sein, nicht nur Art und Hersteller der verwendeten Munition sowie das Kaliber der Waffe zu bestimmen, sondern das Projektil einer bestimmten Waffe eindeutig zuzuordnen. Die Bild-Zeitung fragt demgemäß auch schon, ob jetzt “alle Jäger zur Waffenprobe” müssten. Die Fahnder nähmen die “örtlichen Jagdreviere ins Visier.”

Der Fall verdeutlicht das hohe Risiko, das mit illegalen Wolfs-Abschüssen verbunden ist. Der Red. ist zwar bisher nur ein Fall aus dem Jahr 2008 bekannt, in dem es zu einer Verurteilung kam. Damals hatten mehrere Jäger bei einer Jagd im Wendland auf einen Wolf geschossen, der zuvor bereits von einem unbekannten Schützen einen Schuss erhalten hatte. Sie wollten das Tier von seinen Qualen erlösen und wurden zu hohen Geldstrafen verurteilt. Ein Prozessbeobachter hatte seinerzeit resümiert, dass sich im Gerichtssaal mehr Gutachter, Zeugen und Ermittler befanden, als in manchem Mordprozess. Dies verdeutlicht den Aufwand, den Polizei und Gerichte treiben, um den Tätern bei illegalen Wolfsabschüssen auf die Spur zu kommen. Und es kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Justiz geneigt sein wird, am Nächsten, der sich erwischen lässt, mit einem abschreckenden Urteil ein Exempel zu statuieren, um diese Form von Selbstjustiz zu unterbinden.

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