Schlagwort-Archive: Wölfe

“Der Wolf ist ein Horror für die ganze Tierwelt”

“Ein Spiel, das die Grünen gegen den Rest der Gesellschaft und die Jäger spielen” – der holländische Jagdgast verteidigt seinen Abschuss eines Wolfs in Brandenburg

Der Jäger, der auf einer Drückjagd in Brandenburg einen Wolf geschossen hat, nachdem dieser Jagdhunde angegriffen hatte, verteidigt seine Vorgehensweise. Gegenüber der niederländischen News-Plattform Tubantia bezeichnete der 68-jährige “sehr erfahrene Jäger” den Wolf als “Pest” und “Horror für die gesamte Tierwelt.” Er bestätigte, den Wolf “aus Notwehr” geschossen zu haben, da er den Jagdterrier eines deutschen Treibers gegen den Wolfsangriff verteidigen musste. Die Polizei führt ein Ermittlungsverfahren gegen den Schützen. Der Mann erklärte, er hätte es vorgezogen, nicht medial in Erscheinung zu treten, aber er verstehe die Aufmerksamkeit: Der Wolf sei “ein heißes Thema”, da könne man “eine schöne Geschichte draus machen”.

Die Rückkehr des Wolfs hält er für eine Katastrophe: In Deutschland sei das “ein ganz großes Problem”, es sei schrecklich, in diesen Filmen zu sehen, was die Wölfe alles zerstörten: “Kühe, Pferde, Schafe, Wild, Tiere, die die Menschen in ihren Gärten hielten.”

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Niedersachsen: Wolfsberater kritisieren Abschussgenehmigung für Wolf GW717m

Seit langem kritisieren Weidetierhalter, dass sich gewisse Wolfsberater nicht neutral verhalten, sondern eindeutig pro Wolf eingestellt sind. Die weit verbreitete Befürchtung, dass Wolfsberater die Tatsachen zum Wolf schönen würden, führte bereits 2016 zur Verabschiedung eines Verhaltens-Leitfadens für Wolfsberater. Damit sollte verhindert werden, dass Wolfsberater ihre Kompetenzen überschreiten und “über das Ziel hinausschießen”, wie es die derzeitige grüne Staatssekretärin im niedersächsischen Umweltministerium, Almut Kottwitz, formulierte. Durch den offenen Brief, in dem jetzt 16 Wolfsberater die Entscheidung von Umweltminister Olaf Lies (SPD) angreifen, den Wolfsrüden GE717m aus dem Rodewalder Rudel zum Abschuss freizugeben, dürften sich die Kritiker der Wolfsberater bestätigt sehen.

Der Wolf GW7171m wird mittlerweile für ca. 40 Nutztierrisse verantwortlich gemacht, darunter Rinder, Pferde, Alpakas. Die Tiere waren z.T. durch Zäune geschützt, die als wolfssicher galten. In dem auf der Internetseite Wolfsmonitor veröffentlichten Brief [Link: https://wolfsmonitor.de/?p=16416] werfen die Unterzeichner Lies angebliche Intransparenz bei der Abschussbewilligung vor und stellen Erforderlichkeit und Berechtigung des Abschusses in Frage. Auch der Nabu Niedersachsen zieht die Rechtmäßigkeit der Abschussgenehmigung in Zweifel und hält diese für “politisch motiviert.”

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Niedersachsen: Wölfe reißen Fohlen

In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar haben Wölfe auf einer Weide eines Islandpferdehofs bei Neustadt am Rübenberge ein Islandpferdefohlen gerissen. Das im Juni geborene, mehrere hundert Kilo schwere Fohlen wurde nahezu vollständig aufgefressen, es blieben nur das Haupt und die Skelettknochen übrig. Der Wolfsbeauftragte hat den Kadaver begutachtet und geht aufgrund der weitgehenden Verwertung des gerissenen Pferdes davon aus, dass es um einen Wolfsriss handelt. Es dürften vier bis fünf Wölfe an dem Riss beteiligt gewesen sein. Neustadt a.R. liegt im Bereich des Rodewalder Rudels, das sich auf Pferde spezialisiert zu haben scheint (JAWINA berichtete). Ein Rüde aus dem Rudel ist vom niedersächsischen Umweltministerium wegen zahlreicher Nutztierrisse bereits zum Abschuss freigegeben worden (JAWINA berichtete). Der Wolfsbeauftragte und ein Amtstierarzt haben DNA-Proben am Kadaver genommen. Die Weide war mit Koppeldraht und Stromzaun gesichert. SE

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Niedersachsen: Wolf GW 717m zum Abschuss freigegeben

+++ DJV-Präsident Hartwig Fischer: In Ausnahmefällen ganze Wolfsrudel abschießen +++ Braunschweig: Bissiger Problem-Marderhund wurde erlegt +++ Niedersachsen: Wolf im Landkreis Gifhorn überfahren +++ Köln: Ausstellung zum Wolf im Wallraf-Richartz-Museum +++ Baden-Württemberg: Schaf bei Wolfach von Wolf gerissen +++

Niedersachsen: Wolf reißt vier angebliche “Herdenschutztiere”

Das niedersächsische Umweltministerium hat den Wolfsrüden GW 717m aus dem Rodewalder Rudel zum Abschuss freigegeben. Der Wolf hat in mehreren Fällen “als wolfssicher geltende” Zäune überwunden und Rinder, Pferde und Alpakas gerissen. Die Genehmigung zur Entnahme sei bereist am 23. Januar erteilt worden und erst jetzt Medien gegenüber bestätigt worden, meldet der NDR. Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies erklärte, der Abschuss des Wolfs sei notwendig, um Schäden in der Weidewirtschaft abzuwenden. Es müsse verhindert werden, dass Wölfe ihren Nachkommen beibrächten, Zäune zu überwinden und Rinder zu reißen.

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Schleswig-Holstein: Ausnahmegenehmigung für Entnahme eines Wolfes erteilt

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat am heutigen Donnerstag (31.01.2019) einen Antrag auf Entnahme des Problemwolfes GW924m genehmigt. Diese Ausnahmegenehmigung erfolgt auf der Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes. Nach Eingang von Anträgen aus der Region und intensiver rechtlicher Prüfung hat das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung schließlich einen eigenen Antrag gestellt, weil in diesem Fall ein koordiniertes staatliches Handeln notwendig ist. “Nach intensiver Prüfung halten wir dieses Vorgehen im vorliegenden Fall für erforderlich, um die Last von den Betroffenen vor Ort zu nehmen und eine bestmögliche Koordination sowie fachliche hohe Expertise der mit der Entnahme betrauten Personen zu erreichen, die über einen Jagdschein verfügen müssen. Diese Aufgabe ist doppelt schwer – weder schön, noch einfach”, sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht.

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Schweden: Wolf tötet Jagdhund bei Hundeprüfung

Östlich von Molkom in der schwedischen Provinz Värmland ist am Dienstag früh ein Jagdhund der Rasse Drever während einer Hundeprüfung von einem Wolf getötet worden. Das berichtet die schwedische Jagdzeitung SvenskJakt. Nach Aussage der Richter besteht kein Zweifel daran, dass der Hund von einem Wolf getötet wurde, so SvenskJakt. Demnach arbeitete der Hund laut eine Fährte, verstummte aber plötzlich nach 450 Metern. Der Hund bewegte sich dann nur noch eine kurze Strecke weiter. Richter und Hundebesitzer gingen dann zu der Stelle, wo sie den Hund zuletzt gehört hatten. Dabei stießen sie bereits auf frische Wolfsfährten. Der Hund wurde tot aufgefunden, er wies die für Wolfsrisse typischen Verletzungen an der Kehle auf. Am Ort des Risses gab es Spuren von mindestens einem Wolf, der den Hund noch etwa 30 Meter fortgeschleift hat. Die Bezirksverwaltung ist SvenskJakt zufolge auf dem Weg in das Prüfungsgebiet, in dem bislang kein Rudel offiziell bestätigt war.

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Italien: 65jähriger nach Wolfsangriff im Krankenhaus

+++ Shitstorm mit Ansage: Jägerin postet Foto von erlegtem Fuchs und bekommt Hausbesuche von Jagdgegnern +++

In Roccastrade, einem Ort in der mittelitalienischen Provinz Grosseto, ist italienischen Medienberichten zufolge am Samstag ein 65 Jahre alter Mann durch Wölfe verletzt worden. Der aus der Provinz Vincenza stammende Mann ging mit einem Freund zwischen Sticciano und Roccastrada spazieren, als sie zwei Wölfe bemerkten, die gerade eine Schafherde angreifen wollten. Die Männer versuchten die Wölfe zu vertreiben, woraufhin diese den 65jährigen angriffen. Es gelang ihm, sich aus dem Griff des Wolfs herauszuwinden. Der Mann wurde mit einer schweren Handverletzung in ein Krankenhaus in Grosseto eingeliefert. Sein Begleiter blieb unverletzt. SE

Beitragsbild: Headline eines Medienberichts zum Thema auf toscanamedia (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

DJV-Interview mit dem Anwalt des Wolfsschützen: “Der Jäger hat gerechtfertigt gehandelt”

Ein Jäger hat einen Wolf getötet, weil dieser sich nicht abhalten ließ Jagdhunde zu attackieren (JAWINA berichtete). Ob er sich auf Notstand berufen kann, erläutert Anwalt Dr. Heiko Granzin im DJV-Interview.

Vergangene Woche hat ein Jäger einen Wolf mit einem Schuss getötet, weil sich dieser auch mit Rufen und Warnschuss nicht davon abhalten ließ, mehrere Jagdhunde zu attackieren. Es kam dabei zu nicht unerheblichen Verletzungen. Der Jagdleiter und Revierinhaber hat umgehend die Polizei gerufen, diese erstattete gegen den Schützen Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Inwieweit sich der Jäger auf Notstand berufen kann und wie wahrscheinlich es ist, dass die Staatsanwaltschaft weiter ermittelt, erläutert Anwalt Dr. Heiko Granzin, der den Jäger vertritt, im DJV-Interview.

DJV: Ein Wolf hat bei einer Bewegungsjagd angeblich Jagdhunde attackiert und ließ auch nach Rufen und Warnschuss nicht ab. Wie hat sich die Situation für den Schützen genau dargestellt?
Dr. Granzin: Der Schütze befand sich südlich von Berlin auf einer Drückjagd. Sein Hochsitz lag an einem Wirtschaftsweg mit Blickrichtung auf einen Altholzbestand und eine dahinter liegende Lichtung. Nach Beginn des Treibens lief ein Wolf in etwa 10 Meter Entfernung am Stand des Schützen vorbei zur Lichtung. Aus einem dahinter liegenden dichten Fichtengebüsch kamen kurz danach Rehe auf die Lichtung. Der Wolf reagierte auf die Rehe und machte kehrt. Etwa 100 Meter vom Schützen entfernt stieß er auf der Lichtung auf die Fährte der Jagdhunde, die den Rehen gefolgt waren. Der Wolf stellte die Jagdhunde unmittelbar und versuchte sofort, sich in einem zu verbeißen. Der Schütze versuchte durch Schreien und Rudern mit den Armen den Wolf zu vertreiben. Schließlich feuerte er einen Warnschuss ab. Als dem Schützen klar wurde, dass der angefallene Jagdhund in Kürze vom Wolf getötet werden würde, gab er einen gezielten tödlichen Schuss auf den Wolf ab.

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Prof. Dr. Christoph Stubbe: Der Wolf in Russland – historische Entwicklung und Probleme

Der Aufsatz “Der Wolf in Russland – historische Entwicklung und Probleme” von Prof. Dr. Christoph Stubbe beruht auf der Auswertung amtlicher Statistiken und wissenschaftlicher Studien zum Wolf in Russland. Bei einem einjährigen Studienaufenthalt an der jagdlichen Hochschule Irkutsk hat sich Stubbe intensiv mit der Thematik befasst. Sein Aufsatz macht die wissenschaftlichen Erkenntnisse “hunderter studierter Jagdwirtschafter und Wissenschaftler” zugänglich, die sich in Russland “in Theorie und Praxis mit dem Wolf befassen” – und die aufgrund der Sprachbarriere, unzugänglicher Publikationsorte und womöglich weiterer Gründe in der hiesigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Wolf weitgehend ignoriert werden. Es sei “mehr als verwunderlich, dass man über Erfahrungen und Probleme aus dem Mutterland der Wölfe, aus Russland, überhaupt nichts liest, obwohl unsere Wölfe zur osteuropäischen/asiatischen Population gehören”, konstatiert Stubbe.

Als Folge dieser Unkenntnis wird manch ein Leser nach Lektüre der Studie verwundert feststellen, dass Rotkäppchen es mit der Wahrheit ziemlich genau nahm – zumindest im Vergleich zu der von gewissen Wolfsfreunden und Vertretern der Wolfsindustrie ingrimmig verteidigten Glaubenslehre z.B. von der “natürlichen Scheu” des Wolfs und seiner Ungefährlichkeit für Mensch und Weidetier oder dem Märchen vom konfliktfreien und harmonischen Zusammenleben von Wolf und Mensch in Osteuropa (wobei dahingestellt sei, ob jene Wolfsfreunde ihrem Schützling damit mittelfristig einen Gefallen erweisen). Was Stubbe vom Wolf in Russland berichtet, lässt sich mit solchen naturromantischen Vorstellungen schlechterdings nicht in Einklang bringen. In manchen Jahren töteten Wölfe in Russland hunderttausende Rinder, Schafe, Ziege, Pferde und Fohlen – und hunderte Menschen.

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Südtirol: Wölfe reissen Hund

+++ Sachsen: Entscheidung über Rotwild-Petition steht an +++ Bayern: Stöberhunde hetzen verletzten Fuchs in Vorgarten +++ Niedersachsen: Fellwechsel-Standort in Altona (Dötlingen) +++ NRW: Wölfin am Niederrhein gesichtet +++ Brandenburg: Reh bei Wildunfall in Windschutzscheibe geschleudert – Fahrer schwer verletzt +++ Bayern: Hund reißt Reh bei Coburg +++ Österreich: Jäger bei Wildfütterung schwer verletzt +++

In dem Bergdorf Scaparina im Apennin haben Wölfe einen Hund gerissen. Der Hund sei im Morgengrauen von Wölfen angegriffen und “regelrecht zerfleischt” worden, berichtet Südtirolnews. Zuvor habe es Angriffe auf Kühe und Schafherden gegeben und Anwohner beobachteten “immer öfter, dass Wolfsrudel um Häuser und Ställe streichen.” Der getötete Hund wies Südtirolnews zufolge die für Wolfsangriffe typischen Verletzungen an der Kehle auf. Von dem Hund blieb nur der Kopf und einige Knochen übrig. Gegenüber dem Nachrichtenportal warnt der Hundebesitzer vor Selbstjustiz: “Entweder die Behörden greifen ein oder die Leute könnten beginnen, sich selbst zu verteidigen.” Die Wölfe vermehrten sich “ohne Kontrolle.” Im Alpenraum beginne “die Stimmung zu kippen”, konstatiert Südtirolnews: “Immer mehr Menschen, die von der Viehwirtschaft leben, fordern Maßnahmen, den Wolfsbestand zu reduzieren.” red.

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags auf Südtirolnews (Screenshot).

Magdeburg: Wolf streift ohne Scheu durch Wohngebiet

Jungwolf im Umfeld der Salbker Seen gesichtet – Wolfskompetenzzentrum bestätigt Beobachtung

Am Mittwoch wurde im Umfeld der Salbker Seen ein Wolf gesichtet. Die Sichtung wurde mit einer Videoaufnahme dokumentiert und bereits durch eine Mitarbeiterin des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt bestätigt. Nach Auswertung des Videomaterials wird von einem Jungwolf ausgegangen, der vermutlich 2018 geboren wurde.

Einer Pressemitteilung der Stadt Magdeburg zufolge zeigte der Wolf “ein unsicheres und vorsichtiges Verhalten, das durch die eingeklemmte Rute belegt” werde, während viele Betrachter des im Internet kursierenden Videos einen Wolf sehen, der sehr selbstsicher und vollkommen angstfrei ein menschliches Siedlungsgebiet durchstreift. In dem Video klopft die filmende Anwohnerin laut gegen die Fensterscheibe – nicht einmal das beeindruckt den Wolf auch nur im entferntesten. “Offenbar handelt es sich um seine ersten eigenen Erkundungszüge außerhalb des elterlichen Territoriums”, dichtet die Pressestelle der Stadt Magdeburg weiter: “Möglicherweise stammt er aus dem Rudel „Möckern“. Die Elbe ist für diese umherstreifenden Tiere stets ein Wanderkorridor.

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Baden-Württemberg: Pachtpreisminderung bei ASP oder Wolfsrissen

Bei der Verlängerung des Jagdpachtvertrags um zwölf Jahre haben sich Jäger und Gemeindevertreter in Zimmern ob Rottweil “ganz geräuschlos und ohne jegliche Missstimmungen” geeinigt, berichtet der Schwarzwälder Bote – und eine interessante Klausel in den neuen Jagdpachtvertrag eingebaut: Bricht während der Pachtzeit die Afrikanische Schweinepest (ASP) aus, so ist eine Reduzierung des Pachtpreises möglich. Dasselbe gelte auch “bei amtlich bestätigten und vermehrt auftretenden Wolfsrissen an Wildtieren”. Ein Beispiel, das in dieser oder ähnlicher Form in den Wolfsgebieten bei anstehenden Neuverpachtungen Schule machen dürfte. Die Minderung des Jagdwerts durch den Wolf wird damit an die Jagdgenossen, also die Grundstückseigentümer durchgereicht. red.

Beitragsbild: Von Wolfs gerissenes Wild., Foto: BS

Schleswig-Holstein: Nabu hält Abschuss von Wolf GW924 für notwendig

FDP fordert Straffreiheit für Jäger und Schäfer, die sich oder ihre Tiere gegen Wölfe verteidigen

Der Nabu, einst lautester “Willkommen Wolf”-Rufer im ganzen Land, hat seine Position zum Wolf offenbar teilweise revidiert: Gegenüber den Kieler Nachrichten (KN) erklärte Fritz Heydemann, Mitglied des Nabu-Vorstands in Schleswig-Holstein, dass der Abschuss des Wolfs GW924, der mehrfach ordnungsgemäße Weideschutzzäune überwunden hat (JAWINA berichtete), notwendig und auch vom Bundesnaturschutzgesetz gedeckt sei.

Zur Begründung führte der Nabu-Vertreter an, dass ein “permanentes Wiederholen des Zaunüberwindens durch dieses Tier zu befürchten sei. Dadurch würden tatsächlich “erhebliche landwirtschaftliche Schäden” enstehen. Die Deichschäferei müsse jedoch schon aus Gründen der Deichsicherheit möglich bleiben, es bestehe folglich ein überwiegendes öffentliches Interesse.

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Schleswig-Holstein: Wolf überwindet Herdenschutzzäune – Antrag auf Entnahme liegt vor

MELUND: “Suchen geeignete Jäger für Entnahme”

Seit dem 28. November 2018 wurden acht Rissvorfälle im Kreis Pinneberg registriert, in denen Schäferinnen und Schäfer empfohlene Herdenschutzzäune ordnungsgemäß aufgestellt hatten, diese aber überwunden wurden. Jetzt liegen die Ergebnisse zur Überwindung eines empfohlenen Herdenschutzzaunes im Kreis Pinneberg vor, wie das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) mitteilt.

Die durch das MELUND in Auftrag gegebenen genetischen Untersuchungen zur Klärung des Verursachers haben nun ergeben, dass in sechs dieser Fälle ein Wolf mit dem Haplotyp HW01 aktiv gewesen ist. Die Untersuchungen zu den verbleibenden zwei Fällen sind derzeit noch nicht abgeschlossen. „Es hat sich bestätigt, was wir ohnehin vermutet haben: die Risse gehen auf das Konto des Wolfs“, sagte Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann.

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Wolfsabschuss: DJV fordert Rechtssicherheit für Jäger

Der Deutsche Jagdverband (DJV) äußert sich zu dem Abschuss eines Wolfs, der Jagdhunde während einer Drückjagd angegriffen hat. Der DJV “nimmt den Vorfall sehr ernst und fordert eine schnelle und lückenlose Aufklärung der Geschehnisse”, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands.

„Wir brauchen dringend Rechtssicherheit für alle Jägerinnen und Jäger. Sie müssen wissen, wie sie sich in einem derartigen Notstand verhalten sollen“, sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer. Hunde seien unentbehrliche Jagdhelfer und Familienmitglieder, die es zu schützen gelte. An Jäger und andere Hundebesitzer appelliert der DJV, bei vermeintlichen Angriffen durch Wölfe umgehend einen Tierarzt einzuschalten und eine DNA-Probe sichern zu lassen. Der Nachweis von Wolf-DNA ist nur wenige Stunden möglich, die meisten Wunddesinfektionsmittel machen die Proben unbrauchbar.

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Niedersachsen: Wolfsrudel reisst trächtiges Shetland-Pony

In Nienhagen, einem Ortsteil der Gemeinde Gitlen (Landkreis Heidekreis) hat ein Wolfsrudel eine Pferdeherde auf einer Weide angegriffen. Eine trächtige Shetland-Ponystute überlebte den Angriff nicht.

Ein Jäger beobachtete den Angriff der Wölfe und konnte die Tiere durch lautes Schreien und In-die-Hände-klatschen verscheuchen, wie die Lokalzeitung Die Harke berichtet (hinter Paywall). Ein weiteres Pony, ein Hengst, wurde bei dem Wolfsangriff verletzt. Die Wölfe versuchten dem Zeitungsbericht zufolge zwei weitere Male, zu den Pferden auf die Weide zu gelangen: Ein anderer Jäger sah, wie die Wölfe die Weide ansteuerten, sich jedoch zurückzogen, da der Pferdehalter und die Polizei vor Ort waren. Ein weiteres Mal begegnete der Pferdehalter einem Wolf, als er um drei Uhr nachts auf der Koppel damit beschäftigt war, die überlebenden Ponys einzufangen. Pferdehalter aus der Gegend des Rodewalder Rudels fordern den Abschuss der Wölfe, da ansonsten die artgerechte Pferdehaltung aufgegeben werden müsste. SE

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Hessen: Zwei Wölfe aus Wildpark ausgebrochen

+++ Jagdunfälle in Thüringen: Anklageerhebung steht bevor +++ Niedersachsen: Wolf auf A39 totgefahren +++ Niedersachsen: Wolf reißt Kalb +++ Sachsen: Mehr Geld für Wolfsschäden +++ Hessen: Groß Gerau beantragt Bejagung von Nutrias +++ Bayern: Polizei muss von Hund gewildertes Reh erlösen +++

Zwei Wölfe sind aus ihrem Gehege im Wildpark Knüll (Schwalm-Eder-Kreis) ausgebrochen. Ein Tier wurde erschossen, von dem anderen fehlt bis jetzt jede Spur.

In einer Sondermeldung auf der Internetseite des Wildparks heißt es dazu: “Am 18.01. konnten zwei Wölfe aus ihrem Gehege im Wildpark Knüll entweichen. Beide Tiere überwanden auch einen zweiten Zaun und bewegten sich so frei im Wildpark Knüll, der durch einen Außenzaun großräumig eingegrenzt ist.

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EU will Wolfsschäden zu 100 Prozent ersetzen

EU-Kommissar: Schutzstatus der Wölfe wird nicht angetastet

In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) hat EU-Agrarkommissar Phil Hogan angekündigt, dass die EU künftig sämtliche durch Wolfsangriffe entstehenden Kosten zu 100 Prozent übernehmen will. Bisher bekamen Weidetierhalter zwar die Kosten für die getöteten Tier ersetzt, wenn denn der Nachweis erbracht werden kann, dass der Wolf “als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann”. Herdenschutzmaßnahmen wie die Anschaffung von Herdenschutzhunden, Herdenschutzeseln oder speziellen Weidezäunen konnten aufgrund der Bestimmungen des EU-Beihilferechts bislang jedoch mit höchstens 80 Prozent gefördert werden. Bereits im November hatte die EU in Aussicht gestellt, dass diese Kosten künftig vollständig übernommen werden würden. Auf der Grünen Woche präzisierte Hogan am Freitag, dass der Steuerzahler nun auch für Tierarztkosten und die Aufwendungen für die Suche nach verlorenen Schafen aufkommen soll. Die Beihilferegeln würden entsprechend angepasst.

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Thüringen: Jagd auf Wolfshybriden wird fortgesetzt

Die zum 31.12.2018 ausgelaufene Genehmigung für die “letale Entnahme” der Ohrdrufer Wolfshybriden ist auf Antrag des Thüringer Umweltministeriums bis Ende 2019 verlängert worden. Das bestätigte ein Sprecher des Ministeriums gegenüber JAWINA. Die Ohrdrufer Wölfin hatte sich mit einem Hunderüden gepaart und im März 2018 sechs Wolfshybriden gewölft. Drei der Hybriden wurden im Auftrag des Landes geschossen, überd den Verbleib zwei weiterer Hybriden ist nichts bekannt. Seit einigen Monaten ist die Wölfin mit nur noch einem ihrer männlichen Nachkommen mehrfach von Fotofallen abgelichtet worden. Um zu verhindern, dass die Wölfin sich mit dem Hybriden paart und weitere Hybriden zeugt, soll dieser weiterhin entnommen werden. Möglich ist entweder die letale Entnahme – also der Abschuss – oder der Fang mittels Schlingfallen. Sollte es gelingen, den oder die verbleibenden Hybriden lebend zu fangen, so würde(n) diese(r) Medienberichten zufolge im Bärenpark Worbis untergebracht werden. red.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Wölfe: Verbände fordern Schutzjagd nach skandinavischem Vorbild

Die im Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) zusammengeschlossenen Landnutzeverbände fordern Schutzjagden auf Wölfe nach skandinavischem Vorbild. Grundlage soll eine wildökologische Raumplanung sein. Für die sich schnell ausbreitenden Wölfe wird ein Akzeptanzbestand empfohlen.

Der Bestand an Wölfen in Deutschland wächst jährlich um etwa 30 Prozent, wobei sich die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern bislang lediglich auf unterschiedlichen Bestandsniveaus vollzieht. Nach Schätzungen des Deutschen Jagdverbandes (DJV) leben inzwischen über 1.000 Tiere in Deutschland, eine Verdopplung innerhalb von drei Jahren ist realistisch. Damit nehmen die Konflikte weiter zu. Die Verbände der Grundeigentümer und Landnutzer unter dem Dach des Aktionsbündnisses Forum Natur (AFN) haben deshalb heute anlässlich der Amtschefkonferenz der Agrarministerien ein neues Managementkonzept für den Wolf vorgelegt und fordern für die Zukunft ein aktives Eingreifen in die Wolfsbestände. Die wissenschaftliche Beratung hat Professor Dr. Dr. Sven Herzog von der Universität Dresden übernommen.

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Ukraine: Drei Menschen von Wolf gebissen

Bei Berdjansk im Süden der Ukraine sind am 12. Januar drei Menschen von einem Wolf angegriffen und gebissen worden. Ein Mann und eine Frau wurden leicht, eine weitere Frau schwer verletzt. Alle drei Verletzten befinden sich zur Behandlung in einem Krankenhaus, wie die staatliche ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet. Der Wolf wurde gefangen und getötet. Der Kadaver wurde verbrannt, das Haupt des Tiers wird auf Tollwut untersucht. Prophylaktisch werden Haustiere in der Region gegen Tollwut geimpft. red.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Bauernbund: Immer mehr “wolfsfreie Zonen” in Brandenburg

Dombrowski: SPD darf praxistauglichem Wolfsmanagement nicht länger im Weg stehen

43 brandenburgische Städte und Gemeinden haben sich plakativ zur wolfsfreien Zone erklärt, seit der Bauernbund Brandenburg die Initiative im August letzten Jahres gestartet hat. Bei weiteren 14 Kommunen steht der Antrag derzeit auf der Tagesordnung. “Es gibt eine riesige Unterstützung für unser Anliegen im ländlichen Raum. Wir haben sehr viele einstimmige Beschlüsse, quer durch alle Parteien”, sagte der Bauernbund-Wolfsbeauftragte Frank Michelchen, Ökolandwirt aus Leibsch im Spreewald, der bereits drei Kälber durch den Wolf verloren hat: “Die Menschen wollen auch in Zukunft ohne Angst auf dem Lande leben und erklären sich solidarisch mit uns Weidetierhaltern. Es wird Zeit, dass Potsdam dieses Signal ernst nimmt und aufhört, vor den Naturschutzkonzernen zu kuschen.”

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“Dös is a fucking Wolf!”

Auf ganz eigene Weise verleiht eine Leserreporterin von heute.at ihrer Faszination und Begeisterung über die Rückkehr des ikonischen Raubtiers in die niederösterreichische Kulturlandschaft Ausdruck, zu sehen auf der Internetseite des Nachrichtenmagazins.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf heute.at (Screenshot)

 

Wolfsgespräche ohne Ergebnis

Das Spitzengespräch zwischen Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat kein greifbares Ergebnis geliefert. Nach dem gestrigen Gespräch teilten die Ministerien in Berlin mit, dass “noch keine schnelle Lösung” gefunden worden sei. Medienberichten zufolge dämpften die Ministerien zudem Erwartungen auf eine schnelle Einigung – falls jemand diese gehegt haben sollte. Man sei noch in Gesprächen, hieß es aus Berlin. Während sich Klöckner für eine Bestandsregulierung der Wolfspopulation einsetzt, will Schulze lediglich sogenannte Problemwölfe entnehmen lassen, die mehrfach Elektrozäune überwunden und Weidetiere gerissen haben. Dies sei “wenig praxistauglich”, erklärte die CDU-Agrarexpertin Beate Schlupp im NDR: “Ein Wolf, der sich einer Siedlung nähere, warte sicher nicht darauf, bis ein zum Abschuss Berechtiger informiert wird und vor Ort ist. Es müsse wolfsfreie Zonen und für eine Bestangsregulierung auch eine Abschussquote geben.”

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Norwegen: Aktivisten versuchen Wolfsjagd zu sabotieren

Schwedische Aktivisten haben versucht, die norwegische Lizenzjagd auf Wölfe zu stören und zu sabotieren, berichtet das schwedische Online-Jagdportal SvenskJakt. Die Jagdstörer wurden jedoch von der Polizei eingesammelt und aus dem Gemeindegebiet verbracht. Die norwegische Wolfsjagd fand erstmals bei Trysil im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet statt. Auf schwedischer Seite grenzt das Gebiet an die Provinzen Värmland und Dalarna. Nach Einschätzung von Behörden war es an der Zeit, mit der Wolfsjagd zu beginnen, um die dortige Wolfspopulation auf einem niedrigen Niveau zu halten. Laut SvenskJakt waren die Bedingungen für die Wolfsjagd sehr gut: Mildes Wetter, Neuschnee und gute Streckenbedingungen ließen die Jagd zu einem Erfolg werden: Die 130 teilnehmenden Jäger erlegten innerhalb kurzer Zeit zwei Wölfe. Es wurden nur diese beiden Tiere gefährtet. Tauche in der Region ein weiterer Wolf auf, der zu dem Rudel gehört, werde die Jagd fortgesetzt, sagte ein Sprecher gegenüber norwegischen Medien.

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Klöckner für erleichterten Wolfsabschuss

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) will den Abschuss von Wölfen in Deutschland erleichtern. In einem “Brandbrief” soll Klöckner Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) aufgefordert haben, “alle rechtlichen Möglichkeiten zur Reduzierung des Wolfsbestandes auszuschöpfen, die das internationale und europäische Artenschutzrecht bereithält”, wie RPonline berichtet. Die Wolfspopulation wachse um 25 bis 30 Prozent pro Jahr, entsprechend nähmen Nutztierrisse zu. Es lebten bereits über 600 Wölfe in Deutschland. Die vom Umweltministerium zugesagten Erleichterungen beim Abschuss sogenannter Problemwölfe reichen aus Klöckners Sicht nicht aus: Das Bundesnaturschutzgesetz müsse derart geändert werden, dass eine “gemäßigte Bestandsregulierung selbst für streng geschützte Arten” wie den Wolf ermöglicht werde, schrieb Klöckner laut RPonline. Klöckner fordere, bei der Erarbeitung von Vollzugshinweisen des Umweltministeriums für die Jäger beteiligt zu werden. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf RPonline. (Screenshot)

Totes Islandpferd: Statement des Wolfsberaters

Die ehrenamtlich tätigen Wolfsberater machen einen ziemlich undankbaren, oft auch belastenden Job. Das fängt an mit dem Anblick toter oder, noch schlimmer, sich mit schwersten Verletzungen quälender Tiere und endet nicht mit der Konfrontation mit den Besitzern der Tiere, die sich verständlicherweise in einer emotionalen Ausnahmesituation befinden. Als Sahnehäubchen gibt es noch Anfeindungen und Verdächtigungen im Netz obendrauf – wenig verwunderlich, dass der eine oder andere Wolfsberater bereits hingeschmissen hat.

Auch gegen den Wolfsberater, der das im Cuxland getötete Islandpferd untersucht hat, wurden Anschuldigungen laut. Er habe “lustlos im Pferd herumgestochert” und notwendige Untersuchungen wie das Abziehen des Fells unterlassen. Wir haben den zuständigenWolfsberater Silas Neuman gefragt, wie sich die Situation vor Ort für ihn dargestellt hat, wie er bei der Untersuchung des Kadavers und der Probennahme vorgegangen ist, und wie er mit Besitzern und Tierärzten kommuniziert hat.

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Mutmasslicher Wolfsriss von Islandpferd: Fotos und neue Fakten

Im Fall des mutmaßlichen Wolfsrisses eines Islandspferds im Cuxland (JAWINA berichtete) sind neue Informationen verfügbar: Aufgrund der aktenkundig gewordenen Äußerung, dass die “Spurenlage sehr schlecht sei, weil der Kadaver schon längere Zeit in dem Wassergraben gelegen habe”, wurden in Forenbeiträgen und Kommentaren falsche Anschuldigungen gegen die Betreiber des Reitstalls erhoben. So wurde unterstellt, dass Pferd habe “tagelang rumgelegen”, bevor es entdeckt wurde. Dies ist nicht zutreffend. Die Pferde wurden, wie der Hofbetreiber gegenüber JAWINA bestätigte, noch am Donnerstag Nachmittag routinemäßig vom Veterinäramt kontrolliert. Am Freitag Morgen fiel auf, dass ein Pferd fehlte.

Zum Auffindeort: Der ruhige, 23 Jahre alte Wallach muss offenbar in Panik versucht haben, über den mit einer dreifachen Elektrolitze gesicherten Zaun zu springen.

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NRW: Nabu diffamiert “Problemschäfer”

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf bei Malchin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gesichtet +++ Niedersachsen: Trichinenuntersuchung im Landkreis Hameln-Pyrmont auch 2019 gebührenfrei +++ Schleswig-Holstein: Wolf reißt Schaf in Molfsee +++

Die  Nabu-Kreisgruppe Wesel  hat eine üble Hetzkampagne gegen einen Schäfer gestartet, der durch Wolfsangriffe inzwischen ca. 50 Schafe verloren hat. Die Nabu-Kreisgruppe sieht einem Bericht des Weseler Lokalkompass zufolge eine “verbal-ketzerische Hatz auf den Wolf in unserer Region” im Gange, der die Gruppe “ab sofort, massiv entgegentreten” werde. “Wir scheuen uns auch nicht, Stimmungsmacher und Lügner beim Namen zu nennen”, droht Kreisgruppenvorsitzender Peter Malzbender – eine öffentliche Diffamierung, die vor dem Hintergrund der massiven Anfeindungen und Drohungen, denen sich Wolfsgeschädigte regelmäßig ausgesetzt sehen (siehe Kommentare zu diesem JAWINA-Beitrag), schlicht nicht hinnehmbar ist. Dass ausgerechnet Malzbender sich nach den von ihm abgesonderten Pöbeleien noch berufen fühlt, das “unsachliche Auftreten des Schäfers und Vorsitzenden des Kreisschafzuchtvereins Maik Dünow” zu kritisieren, ist höchstens noch als Beleg für die hoffnungslose Verblendung dieser Ideologen ernst zu nehmen.

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Österreich: Salzburger Managementplan Wolf fertiggestellt

Neue Definition von „Problemwolf“ – Verhandlungen auf EU-Ebene über Schutzstatus

Das Land Salzburg setzt das 5-Punkte-Programm zum Thema „Wolf“ weiter um. Nach der Bestellung eines Wolfsbeauftragten und der Intensivierung der Herdenschutzmaßnahmen inklusive der effizienten Abwicklung von Entschädigungen ist nun der Entwurf des Managementplans fertig. 20 Seiten umfasst der Managementplan, der jetzt auf dem Tisch liegt. Die Expertenrunde wird sich am kommenden Freitag mit dem Entwurf beschäftigen. Landesrat Josef Schwaiger: „Ein weiterer, wichtiger Schritt, um unser 5-Punkte-Programm umzusetzen.“ Es wurde nach mehreren, durch DNA-Proben bestätigte Wolfsrisse im Frühsommer initiiert. „Und es werden weitere kommen, denn rund um uns, in Österreich und den Nachbarländern, leben bereits viele Einzeltiere und auch Rudel. Deshalb wollen wir optimal vorbereitet sein“, sind sich Schwaiger und der im Mai eingesetzte Wolfsbeauftragte Hubert Stock einig.

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Niedersachsen: Schon wieder Pferd von Wölfen gerissen

BEITRAG AKTUALISIERT. Wenige Tage, nachdem Wölfe ein Fohlen bei Rethem gerissen haben (JAWINA berichtete), ist auf einem Reiterhof im Cuxland vermutlich erneut ein Pferd von Wölfen gerissen worden. Nach Recherchen von JAWINA handelt es sich um einen 23 Jahre alten Islandpferde-Wallach. Das Pferd stand auf einer ca. vier Hektar großen Weide zusammen mit sieben weiteren Isis. Das Pferd war gesund und fit und hatte keine Handicaps. “Was ihm zum Verhängnis wurde war wohl, dass er eher einzelgängerisch war und sich vom Rest der kleinen Herde meist abseits hielt”, berichtet ein mit der Situation auf dem Reiterhof Vertrauter gegenüber JAWINA. Das ausgewachsene Pferd sei von den Wölfen in einen Graben getrieben und dort praktisch bei lebendigem Leib aufgefressen worden. Tierarzt und Wolfsbeauftragter haben DNA-Proben genommen. Die “Spurenlage” sei jedoch sehr schlecht, weil der Kadaver schon längere Zeit in dem Wassergraben lag und daher keine Bissverletzungen (mehr) nachgewiesen werden konnten. Insofern bleibt abzuwarten, ob die DNA-Untersuchung diesmal ein eindeutiges Ergebnis liefert. Zwei Tage vor dem Wolfsriss sollen in der Gegend Wölfe im Bereich einer Straße gesehen worden sein. SE

Beitragsbild: Wolfsfutter? Islandpferd mit Fohlen. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leserin JC für den Hinweis!

Niedersachsen: Wolf reißt Ponyfohlen

+++ NRW: Wolf reißt 18 Schafe trotz E-Zaun und Herdenschutzhunden – Nabu meint, Problemwolf müsse möglicherweise getötet werden +++ Brandenburg: Landkreis Oberhavel verlängert Gebührenbefreiung für Trichinenuntersuchung +++ Bayern: An Hasenpest erkrankte Jäger wieder wohlauf +++ Sachsen-Anhalt: Damhirsch muss sterben, weil er Altkleider gefressen hat +++

Am 12.12. ist auf dem Hof eines Pferdezüchters in Stöcken, einem Ortsteil der Gemeinde Rethem / Aller, ein Ponyfohlen gerissen worden. Das Wolfsbüro des NLWKN in Hannover bestätigte, dass es sich um ein wolfstypisches Rissbild handelt. Das Ergebnis der DNA-Untersuchung steht noch aus. Von dem Shetland-Pony blieben nur der Kopf, die Vorderläufe und ein Stück Wirbelsäule übrig. Auch die 16 Jahre alte Mini-Shetland-Stute wurde bei dem Rissvorfall schwer verletzt. Sie trug tiefe Bisswunden im Halsbereich davon. Der vermutliche Wolfsriss fand in unmittelbarer Nähe von Hof- und Stallgebäuden statt. red.

Beitragsbild: Gerissenes Fohlen (Archivbild). Foto: SE

Neue pseudowissenschaftliche Erkenntnisse: Helfen Wölfe gegen ASP?

Schon lustig: Vor kurzem wurde die Frage diskutiert, ob Wölfe an der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) beteiligt sind (z.B. hier), das schrie förmlich nach einer Retourkutsche: Jetzt hat eine Verena Gruber auf der Internetseite einer Organisation namens “European Wildlife Society” einen Beitrag mit dem Titel “Wolfpacks manage disease outbreaks” veröffentlicht, in dem ein Zusammenhang hergestellt wird zwischen dem Vorkommen von Wolfsrudeln in bestimmten Gebieten der Slowakei und Ausbrüchen der Klassischen Schweinepest bei Wildschweinen in den Jahren 1994 bis 1998 und 2001 bis 2003. Karten, auf denen die Wolfsterritorien in der Slowakei (siehe Beitragsbild) und die Orte eingezeichnet sind, an denen es zu Ausbrüchen der Schweinepest kam:

Ausbrüche Klassischer Schweinepest 1994 bis 2003 in der Slowakei. Grün eingezeichnet: Die Wolfsterritorien. Quelle: The wolf in Slovakia, Slavomír Finďo, Robin Rigg & Michaela Skuban

scheinen eindeutig zu belegen: Wölfe helfen gegen Schweinepest (stoppen sie, halten Ausbrüche unter Kontrolle, wie andere Medien begeistert (ab)schreiben) also vermutlich auch gegen die gefürchtete ASP. Oder?

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Niedersachsen: “Politischer Filter und Geheimniskrämerei” – Dammann-Tamke kritisiert Senckenberg-Institut

Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Landesjagdverbands Niedersachsen und agrarpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag übt scharfe Kritik am Senckenberg-Institut, das für die Untersuchung von DNA-Proben von Wölfen zuständig ist. Zuletzt hatte das umstrittene Institut von sich reden gemacht, als es im Fall des vermeintlichen Wolfsangriffs auf einen Gemeindemitarbeiter bei Steinfeld (JAWINA berichtete), keinen Wolfsnachweis erbringen konnte. Er habe “schon fast erwartet, dass bei der Untersuchung durch das Senckenberg-Institut nichts herauskommt”, sagte Dammann-Tamke gegenüber der Kreiszeitung Wochenblatt.  Es sei strittig, ob das Senckenberg-Institut bei den Wolfs-Nachweisen die richtigen Analysemethoden anwende und ob die gewonnenen Erkenntnisse “nicht durch einen politischen Filter gingen.”  Es sei “durchaus denkbar, dass das Labor im Sinne der Pro-Wolf-Lobby agiere.” Es wäre besser gewesen, im Steinfelder Fall ein forensisches Institut mit der DNA-Untersuchung zu beauftragen, meint der CDU-Politiker.

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Brandenburg: Bauernbund kritisiert “Wolfspropagandazentrum”

+++ Thüringen: Jäger kassieren 150.000 Euro an Prämien und Aufwandsentschädigung für Schwarzwildjagd +++ Getöteter Jäger Simon Paulus: Tatverdächtige wieder in Untersuchungshaft +++ Schweiz: Wölfe reißen 269 Nutztiere im Kanton Wallis +++ Niederösterreich beschließt Wolfsverordnung +++

Der Bauernbund Brandenburg kritisiert in einer Pressemitteilung das im Wildpark Schorfheide gestern eröffnete “Wolfspropagandazentrum” (JAWINA berichtete). Die Leiterin des mit rund einer Million Euro geförderten Wolfspropagandazentrums, Imke Heyter, sei nach eigenen Angaben „bekennender Wolfsfan“, so der Bauernbund. Heyter beschreibe die Aufgabe der Einrichtung darin, „die Akzeptanz des Wolfes zu erhöhen“ und angeblichen „Wolfshassern“ sachliche Information entgegenzusetzen. Der Bauernbund erklärt dazu, dass er keine zusätzlichen Informationen über den Wolf braucht. “In unmittelbarer Umgebung von meinem Biobetrieb wurden in diesem Jahr bereits zwei Kälber, acht Schafe und neunzehn Stück Gatterwild gerissen”, merkt der Geschäftsführer des Bauernbundes, Reinhard Jun, dazu an: “Die mir von der Wolfsberaterin des Landes empfohlenen Herdenschutzmaßnahmen sind weder finanzierbar noch funktionieren sie in der Praxis.”

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