Schlagwort-Archive: Wölfe

Wölfe: Verbände fordern Schutzjagd nach skandinavischem Vorbild

Die im Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) zusammengeschlossenen Landnutzeverbände fordern Schutzjagden auf Wölfe nach skandinavischem Vorbild. Grundlage soll eine wildökologische Raumplanung sein. Für die sich schnell ausbreitenden Wölfe wird ein Akzeptanzbestand empfohlen.

Der Bestand an Wölfen in Deutschland wächst jährlich um etwa 30 Prozent, wobei sich die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern bislang lediglich auf unterschiedlichen Bestandsniveaus vollzieht. Nach Schätzungen des Deutschen Jagdverbandes (DJV) leben inzwischen über 1.000 Tiere in Deutschland, eine Verdopplung innerhalb von drei Jahren ist realistisch. Damit nehmen die Konflikte weiter zu. Die Verbände der Grundeigentümer und Landnutzer unter dem Dach des Aktionsbündnisses Forum Natur (AFN) haben deshalb heute anlässlich der Amtschefkonferenz der Agrarministerien ein neues Managementkonzept für den Wolf vorgelegt und fordern für die Zukunft ein aktives Eingreifen in die Wolfsbestände. Die wissenschaftliche Beratung hat Professor Dr. Dr. Sven Herzog von der Universität Dresden übernommen.

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Ukraine: Drei Menschen von Wolf gebissen

Bei Berdjansk im Süden der Ukraine sind am 12. Januar drei Menschen von einem Wolf angegriffen und gebissen worden. Ein Mann und eine Frau wurden leicht, eine weitere Frau schwer verletzt. Alle drei Verletzten befinden sich zur Behandlung in einem Krankenhaus, wie die staatliche ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet. Der Wolf wurde gefangen und getötet. Der Kadaver wurde verbrannt, das Haupt des Tiers wird auf Tollwut untersucht. Prophylaktisch werden Haustiere in der Region gegen Tollwut geimpft. red.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Bauernbund: Immer mehr “wolfsfreie Zonen” in Brandenburg

Dombrowski: SPD darf praxistauglichem Wolfsmanagement nicht länger im Weg stehen

43 brandenburgische Städte und Gemeinden haben sich plakativ zur wolfsfreien Zone erklärt, seit der Bauernbund Brandenburg die Initiative im August letzten Jahres gestartet hat. Bei weiteren 14 Kommunen steht der Antrag derzeit auf der Tagesordnung. “Es gibt eine riesige Unterstützung für unser Anliegen im ländlichen Raum. Wir haben sehr viele einstimmige Beschlüsse, quer durch alle Parteien”, sagte der Bauernbund-Wolfsbeauftragte Frank Michelchen, Ökolandwirt aus Leibsch im Spreewald, der bereits drei Kälber durch den Wolf verloren hat: “Die Menschen wollen auch in Zukunft ohne Angst auf dem Lande leben und erklären sich solidarisch mit uns Weidetierhaltern. Es wird Zeit, dass Potsdam dieses Signal ernst nimmt und aufhört, vor den Naturschutzkonzernen zu kuschen.”

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“Dös is a fucking Wolf!”

Auf ganz eigene Weise verleiht eine Leserreporterin von heute.at ihrer Faszination und Begeisterung über die Rückkehr des ikonischen Raubtiers in die niederösterreichische Kulturlandschaft Ausdruck, zu sehen auf der Internetseite des Nachrichtenmagazins.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf heute.at (Screenshot)

 

Wolfsgespräche ohne Ergebnis

Das Spitzengespräch zwischen Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat kein greifbares Ergebnis geliefert. Nach dem gestrigen Gespräch teilten die Ministerien in Berlin mit, dass “noch keine schnelle Lösung” gefunden worden sei. Medienberichten zufolge dämpften die Ministerien zudem Erwartungen auf eine schnelle Einigung – falls jemand diese gehegt haben sollte. Man sei noch in Gesprächen, hieß es aus Berlin. Während sich Klöckner für eine Bestandsregulierung der Wolfspopulation einsetzt, will Schulze lediglich sogenannte Problemwölfe entnehmen lassen, die mehrfach Elektrozäune überwunden und Weidetiere gerissen haben. Dies sei “wenig praxistauglich”, erklärte die CDU-Agrarexpertin Beate Schlupp im NDR: “Ein Wolf, der sich einer Siedlung nähere, warte sicher nicht darauf, bis ein zum Abschuss Berechtiger informiert wird und vor Ort ist. Es müsse wolfsfreie Zonen und für eine Bestangsregulierung auch eine Abschussquote geben.”

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Norwegen: Aktivisten versuchen Wolfsjagd zu sabotieren

Schwedische Aktivisten haben versucht, die norwegische Lizenzjagd auf Wölfe zu stören und zu sabotieren, berichtet das schwedische Online-Jagdportal SvenskJakt. Die Jagdstörer wurden jedoch von der Polizei eingesammelt und aus dem Gemeindegebiet verbracht. Die norwegische Wolfsjagd fand erstmals bei Trysil im schwedisch-norwegischen Grenzgebiet statt. Auf schwedischer Seite grenzt das Gebiet an die Provinzen Värmland und Dalarna. Nach Einschätzung von Behörden war es an der Zeit, mit der Wolfsjagd zu beginnen, um die dortige Wolfspopulation auf einem niedrigen Niveau zu halten. Laut SvenskJakt waren die Bedingungen für die Wolfsjagd sehr gut: Mildes Wetter, Neuschnee und gute Streckenbedingungen ließen die Jagd zu einem Erfolg werden: Die 130 teilnehmenden Jäger erlegten innerhalb kurzer Zeit zwei Wölfe. Es wurden nur diese beiden Tiere gefährtet. Tauche in der Region ein weiterer Wolf auf, der zu dem Rudel gehört, werde die Jagd fortgesetzt, sagte ein Sprecher gegenüber norwegischen Medien.

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Klöckner für erleichterten Wolfsabschuss

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) will den Abschuss von Wölfen in Deutschland erleichtern. In einem “Brandbrief” soll Klöckner Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) aufgefordert haben, “alle rechtlichen Möglichkeiten zur Reduzierung des Wolfsbestandes auszuschöpfen, die das internationale und europäische Artenschutzrecht bereithält”, wie RPonline berichtet. Die Wolfspopulation wachse um 25 bis 30 Prozent pro Jahr, entsprechend nähmen Nutztierrisse zu. Es lebten bereits über 600 Wölfe in Deutschland. Die vom Umweltministerium zugesagten Erleichterungen beim Abschuss sogenannter Problemwölfe reichen aus Klöckners Sicht nicht aus: Das Bundesnaturschutzgesetz müsse derart geändert werden, dass eine “gemäßigte Bestandsregulierung selbst für streng geschützte Arten” wie den Wolf ermöglicht werde, schrieb Klöckner laut RPonline. Klöckner fordere, bei der Erarbeitung von Vollzugshinweisen des Umweltministeriums für die Jäger beteiligt zu werden. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf RPonline. (Screenshot)

Totes Islandpferd: Statement des Wolfsberaters

Die ehrenamtlich tätigen Wolfsberater machen einen ziemlich undankbaren, oft auch belastenden Job. Das fängt an mit dem Anblick toter oder, noch schlimmer, sich mit schwersten Verletzungen quälender Tiere und endet nicht mit der Konfrontation mit den Besitzern der Tiere, die sich verständlicherweise in einer emotionalen Ausnahmesituation befinden. Als Sahnehäubchen gibt es noch Anfeindungen und Verdächtigungen im Netz obendrauf – wenig verwunderlich, dass der eine oder andere Wolfsberater bereits hingeschmissen hat.

Auch gegen den Wolfsberater, der das im Cuxland getötete Islandpferd untersucht hat, wurden Anschuldigungen laut. Er habe “lustlos im Pferd herumgestochert” und notwendige Untersuchungen wie das Abziehen des Fells unterlassen. Wir haben den zuständigenWolfsberater Silas Neuman gefragt, wie sich die Situation vor Ort für ihn dargestellt hat, wie er bei der Untersuchung des Kadavers und der Probennahme vorgegangen ist, und wie er mit Besitzern und Tierärzten kommuniziert hat.

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Mutmasslicher Wolfsriss von Islandpferd: Fotos und neue Fakten

Im Fall des mutmaßlichen Wolfsrisses eines Islandspferds im Cuxland (JAWINA berichtete) sind neue Informationen verfügbar: Aufgrund der aktenkundig gewordenen Äußerung, dass die “Spurenlage sehr schlecht sei, weil der Kadaver schon längere Zeit in dem Wassergraben gelegen habe”, wurden in Forenbeiträgen und Kommentaren falsche Anschuldigungen gegen die Betreiber des Reitstalls erhoben. So wurde unterstellt, dass Pferd habe “tagelang rumgelegen”, bevor es entdeckt wurde. Dies ist nicht zutreffend. Die Pferde wurden, wie der Hofbetreiber gegenüber JAWINA bestätigte, noch am Donnerstag Nachmittag routinemäßig vom Veterinäramt kontrolliert. Am Freitag Morgen fiel auf, dass ein Pferd fehlte.

Zum Auffindeort: Der ruhige, 23 Jahre alte Wallach muss offenbar in Panik versucht haben, über den mit einer dreifachen Elektrolitze gesicherten Zaun zu springen.

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NRW: Nabu diffamiert “Problemschäfer”

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf bei Malchin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gesichtet +++ Niedersachsen: Trichinenuntersuchung im Landkreis Hameln-Pyrmont auch 2019 gebührenfrei +++ Schleswig-Holstein: Wolf reißt Schaf in Molfsee +++

Die  Nabu-Kreisgruppe Wesel  hat eine üble Hetzkampagne gegen einen Schäfer gestartet, der durch Wolfsangriffe inzwischen ca. 50 Schafe verloren hat. Die Nabu-Kreisgruppe sieht einem Bericht des Weseler Lokalkompass zufolge eine “verbal-ketzerische Hatz auf den Wolf in unserer Region” im Gange, der die Gruppe “ab sofort, massiv entgegentreten” werde. “Wir scheuen uns auch nicht, Stimmungsmacher und Lügner beim Namen zu nennen”, droht Kreisgruppenvorsitzender Peter Malzbender – eine öffentliche Diffamierung, die vor dem Hintergrund der massiven Anfeindungen und Drohungen, denen sich Wolfsgeschädigte regelmäßig ausgesetzt sehen (siehe Kommentare zu diesem JAWINA-Beitrag), schlicht nicht hinnehmbar ist. Dass ausgerechnet Malzbender sich nach den von ihm abgesonderten Pöbeleien noch berufen fühlt, das “unsachliche Auftreten des Schäfers und Vorsitzenden des Kreisschafzuchtvereins Maik Dünow” zu kritisieren, ist höchstens noch als Beleg für die hoffnungslose Verblendung dieser Ideologen ernst zu nehmen.

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Österreich: Salzburger Managementplan Wolf fertiggestellt

Neue Definition von „Problemwolf“ – Verhandlungen auf EU-Ebene über Schutzstatus

Das Land Salzburg setzt das 5-Punkte-Programm zum Thema „Wolf“ weiter um. Nach der Bestellung eines Wolfsbeauftragten und der Intensivierung der Herdenschutzmaßnahmen inklusive der effizienten Abwicklung von Entschädigungen ist nun der Entwurf des Managementplans fertig. 20 Seiten umfasst der Managementplan, der jetzt auf dem Tisch liegt. Die Expertenrunde wird sich am kommenden Freitag mit dem Entwurf beschäftigen. Landesrat Josef Schwaiger: „Ein weiterer, wichtiger Schritt, um unser 5-Punkte-Programm umzusetzen.“ Es wurde nach mehreren, durch DNA-Proben bestätigte Wolfsrisse im Frühsommer initiiert. „Und es werden weitere kommen, denn rund um uns, in Österreich und den Nachbarländern, leben bereits viele Einzeltiere und auch Rudel. Deshalb wollen wir optimal vorbereitet sein“, sind sich Schwaiger und der im Mai eingesetzte Wolfsbeauftragte Hubert Stock einig.

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Niedersachsen: Schon wieder Pferd von Wölfen gerissen

BEITRAG AKTUALISIERT. Wenige Tage, nachdem Wölfe ein Fohlen bei Rethem gerissen haben (JAWINA berichtete), ist auf einem Reiterhof im Cuxland vermutlich erneut ein Pferd von Wölfen gerissen worden. Nach Recherchen von JAWINA handelt es sich um einen 23 Jahre alten Islandpferde-Wallach. Das Pferd stand auf einer ca. vier Hektar großen Weide zusammen mit sieben weiteren Isis. Das Pferd war gesund und fit und hatte keine Handicaps. “Was ihm zum Verhängnis wurde war wohl, dass er eher einzelgängerisch war und sich vom Rest der kleinen Herde meist abseits hielt”, berichtet ein mit der Situation auf dem Reiterhof Vertrauter gegenüber JAWINA. Das ausgewachsene Pferd sei von den Wölfen in einen Graben getrieben und dort praktisch bei lebendigem Leib aufgefressen worden. Tierarzt und Wolfsbeauftragter haben DNA-Proben genommen. Die “Spurenlage” sei jedoch sehr schlecht, weil der Kadaver schon längere Zeit in dem Wassergraben lag und daher keine Bissverletzungen (mehr) nachgewiesen werden konnten. Insofern bleibt abzuwarten, ob die DNA-Untersuchung diesmal ein eindeutiges Ergebnis liefert. Zwei Tage vor dem Wolfsriss sollen in der Gegend Wölfe im Bereich einer Straße gesehen worden sein. SE

Beitragsbild: Wolfsfutter? Islandpferd mit Fohlen. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leserin JC für den Hinweis!

Niedersachsen: Wolf reißt Ponyfohlen

+++ NRW: Wolf reißt 18 Schafe trotz E-Zaun und Herdenschutzhunden – Nabu meint, Problemwolf müsse möglicherweise getötet werden +++ Brandenburg: Landkreis Oberhavel verlängert Gebührenbefreiung für Trichinenuntersuchung +++ Bayern: An Hasenpest erkrankte Jäger wieder wohlauf +++ Sachsen-Anhalt: Damhirsch muss sterben, weil er Altkleider gefressen hat +++

Am 12.12. ist auf dem Hof eines Pferdezüchters in Stöcken, einem Ortsteil der Gemeinde Rethem / Aller, ein Ponyfohlen gerissen worden. Das Wolfsbüro des NLWKN in Hannover bestätigte, dass es sich um ein wolfstypisches Rissbild handelt. Das Ergebnis der DNA-Untersuchung steht noch aus. Von dem Shetland-Pony blieben nur der Kopf, die Vorderläufe und ein Stück Wirbelsäule übrig. Auch die 16 Jahre alte Mini-Shetland-Stute wurde bei dem Rissvorfall schwer verletzt. Sie trug tiefe Bisswunden im Halsbereich davon. Der vermutliche Wolfsriss fand in unmittelbarer Nähe von Hof- und Stallgebäuden statt. red.

Beitragsbild: Gerissenes Fohlen (Archivbild). Foto: SE

Neue pseudowissenschaftliche Erkenntnisse: Helfen Wölfe gegen ASP?

Schon lustig: Vor kurzem wurde die Frage diskutiert, ob Wölfe an der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) beteiligt sind (z.B. hier), das schrie förmlich nach einer Retourkutsche: Jetzt hat eine Verena Gruber auf der Internetseite einer Organisation namens “European Wildlife Society” einen Beitrag mit dem Titel “Wolfpacks manage disease outbreaks” veröffentlicht, in dem ein Zusammenhang hergestellt wird zwischen dem Vorkommen von Wolfsrudeln in bestimmten Gebieten der Slowakei und Ausbrüchen der Klassischen Schweinepest bei Wildschweinen in den Jahren 1994 bis 1998 und 2001 bis 2003. Karten, auf denen die Wolfsterritorien in der Slowakei (siehe Beitragsbild) und die Orte eingezeichnet sind, an denen es zu Ausbrüchen der Schweinepest kam:

Ausbrüche Klassischer Schweinepest 1994 bis 2003 in der Slowakei. Grün eingezeichnet: Die Wolfsterritorien. Quelle: The wolf in Slovakia, Slavomír Finďo, Robin Rigg & Michaela Skuban

scheinen eindeutig zu belegen: Wölfe helfen gegen Schweinepest (stoppen sie, halten Ausbrüche unter Kontrolle, wie andere Medien begeistert (ab)schreiben) also vermutlich auch gegen die gefürchtete ASP. Oder?

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Niedersachsen: “Politischer Filter und Geheimniskrämerei” – Dammann-Tamke kritisiert Senckenberg-Institut

Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Landesjagdverbands Niedersachsen und agrarpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag übt scharfe Kritik am Senckenberg-Institut, das für die Untersuchung von DNA-Proben von Wölfen zuständig ist. Zuletzt hatte das umstrittene Institut von sich reden gemacht, als es im Fall des vermeintlichen Wolfsangriffs auf einen Gemeindemitarbeiter bei Steinfeld (JAWINA berichtete), keinen Wolfsnachweis erbringen konnte. Er habe “schon fast erwartet, dass bei der Untersuchung durch das Senckenberg-Institut nichts herauskommt”, sagte Dammann-Tamke gegenüber der Kreiszeitung Wochenblatt.  Es sei strittig, ob das Senckenberg-Institut bei den Wolfs-Nachweisen die richtigen Analysemethoden anwende und ob die gewonnenen Erkenntnisse “nicht durch einen politischen Filter gingen.”  Es sei “durchaus denkbar, dass das Labor im Sinne der Pro-Wolf-Lobby agiere.” Es wäre besser gewesen, im Steinfelder Fall ein forensisches Institut mit der DNA-Untersuchung zu beauftragen, meint der CDU-Politiker.

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Brandenburg: Bauernbund kritisiert “Wolfspropagandazentrum”

+++ Thüringen: Jäger kassieren 150.000 Euro an Prämien und Aufwandsentschädigung für Schwarzwildjagd +++ Getöteter Jäger Simon Paulus: Tatverdächtige wieder in Untersuchungshaft +++ Schweiz: Wölfe reißen 269 Nutztiere im Kanton Wallis +++ Niederösterreich beschließt Wolfsverordnung +++

Der Bauernbund Brandenburg kritisiert in einer Pressemitteilung das im Wildpark Schorfheide gestern eröffnete “Wolfspropagandazentrum” (JAWINA berichtete). Die Leiterin des mit rund einer Million Euro geförderten Wolfspropagandazentrums, Imke Heyter, sei nach eigenen Angaben „bekennender Wolfsfan“, so der Bauernbund. Heyter beschreibe die Aufgabe der Einrichtung darin, „die Akzeptanz des Wolfes zu erhöhen“ und angeblichen „Wolfshassern“ sachliche Information entgegenzusetzen. Der Bauernbund erklärt dazu, dass er keine zusätzlichen Informationen über den Wolf braucht. “In unmittelbarer Umgebung von meinem Biobetrieb wurden in diesem Jahr bereits zwei Kälber, acht Schafe und neunzehn Stück Gatterwild gerissen”, merkt der Geschäftsführer des Bauernbundes, Reinhard Jun, dazu an: “Die mir von der Wolfsberaterin des Landes empfohlenen Herdenschutzmaßnahmen sind weder finanzierbar noch funktionieren sie in der Praxis.”

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Bewirtschaftungsplan für Großraubtiere auf EU-Ebene gefordert

+++ Bento böse: Netto verkauft Zebrasteaks +++ Umfrage: Jeder vierte Landbewohner fürchtet den Wolf – Angst geht mit steigender Besiedlungsdichte zurück +++ NRW: Jägerin fotografiert Wolf im Kreis Wesel +++ Nepal: Leopard tötet zwei Kinder +++ Hannover: CDU fordert Verzicht auf Gebühren für Trichinenuntersuchung +++ Niedersachsen: Umweltminister Lies prüft Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht +++ Niedersachsen: Wolf im Landkreis Osterholz gefilmt +++ Schleswig-Holstein: Demo gegen Wölfe in Kiel +++ Hessen: Fuchsräude im Kreis Bergstraße +++

Am Mittwoch, den 28. November 2018, fand Europäischen Parlament die Konferenz “Die Jagd im Europäischen Jahr des Kulturerbes: die Herausforderungen von Heute und Morgen“ statt. Die Veranstaltung wurde organisiert vom Dachverband der europäischen Jagdverbände, FACE in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Fraktion “Europa der Nationen und der Freiheit“ (ENF) MdEP Giancarlo Scottà, MdEP Jacques Colombier, MdEP Georg Mayer sowie MdEP Franz Obermayr.

Die Konferenz, die von FACE-Generalsekretär Ludwig Willnegger moderiert wurde, hob die bedeutende Rolle der Jäger in unserer Gesellschaft bei der Generierung wissenschaftlicher Daten und der Überwachung von Wildtieren hervor und beleuchtete den wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Wert der Jagd in Europa.

Der erste, von MdEP Scottà eröffnete Konferenzteil, widmete sich den verantwortlichen Triebkräften für den Rückgang von Wildtierbeständen und koppelte dies an die europäische Gesetzgebung und eine Fallstudie zur Überwachung von Wildvögeln. Scottà betonte, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) negative Auswirkungen sowohl für die Umwelt und Biodiversität als auch den Status vieler jagdbarer sowie nicht-jagdbarer Arten hat.

Andrea Favaretto, italienischer Experte der Beringungszentrale am Monte Pizzoc in Italien, stellte das Projekt ISPRA vor, welches mehr als 80 Vogelarten überwacht. Favaretto hob hervor, dass der größte Rückgang bei den in landwirtschaftlichen Gebieten vorkommenden Arten zu verzeichnen ist und führte als Gründe hierfür den Verlust an Lebensräumen sowie nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken und den Klimawandel an.

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NRW: Wölfin beim Truppenübungsplatz Senne heimisch

Seit Oktober 2018 gibt es ein erstes Wolfsgebiet in NRW bei Schermbeck am Niederrhein (Kreis Wesel), nun ist nach Ansicht des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) eine zweite Wölfin in der Umgebung des Truppenübungsplatzes Senne (Kreis Lippe) sesshaft geworden.

In einer Pressemitteilung des LANUV heißt es dazu: “Am 26.09.2018 wurden in Schloß Holte-Stukenbrock (Kreis Gütersloh) zwei Schafe verletzt und am 27.09.2018 wurde ein Schaf in Bad Lippspringe (Kreis Paderborn) tot aufgefunden. Die nun vorliegende Individualisierung der Speichelproben weist nach, dass in beiden Fällen die Wölfin GW1044f den Schaden verursacht hatte. Bereits am 24.09.2018 war – ebenfalls in Schloß Holte-Stukenbrock (Kreis Gütersloh) – ein freilebendes Muffelschaf von einem Wolf getötet und befressen worden. In diesem Fall gelang es nicht, das Individuum festzustellen.

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Meldung über von Wölfen im Schlaubetal getötete Hunde höchstwahrscheinlich Fake

Bei der seit gestern auf Whatsapp kursierenden Meldung, derzufolge mehrere Hunde bei einer Jagd im Schlaubetal von Wölfen getötet worden sein sollen, handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen höchstwahrscheinlich um ein Fake.

Denn:

1) Das geschilderte Szenario ist für sich genommen schon äußerst unwahrscheinlich. Auf JAWINA sind diverse Fälle von Wolfsangriffen auf Jagdhunde (z.B. auch in Schweden, wo Wolfsangriffe bekanntlich noch vor dem Straßenverkehr unnatürliche Todesursache Nr. 1 bei Jagdhunden sind) dokumentiert worden. In allen diesen Fällen ist jeweils nur ein Hund getötet worden. Dass hier eine ganze Meute massakriert worden sein soll, erscheint kaum glaubwürdig, z.B., weil die Hunde – anders als eingepferchte Schafe – fliehen könnten.

2) Zu bedenken ist auch, dass das Szenario mit einer Geräuschkulisse verbunden wäre, die auf einer Drückjagd mit den üblichen Abständen zwischen den Ständen keinesfalls unbemerkt bleiben würde. Folglich würden Hundeführer versuchen, ihren Hunden zu Hilfe zu kommen und die Wölfe zu verscheuchen. Und es wäre bei dieser Zahl von toten Hunden mit ziemlicher Sicherheit auch der eine oder andere Wolf auf der Strecke geblieben…

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Brandenburg: Wolf attackiert Jagdhund

Im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald hat ein Wolf am 24.09. eine Laika im jagdlichen Einsatz attackiert und durch einen Biss verletzt. Der Vorfall spielte sich gegen 10 Uhr morgens in einem Waldgebiet in unmittelbarer Nähe des Besitzers ab. Aufgrund der dichten Vegetation in der Dickung hörte der Hundeführer lediglich, dass sein Jagdhund plötzlich laut klagte und lief in Richtung des Kampflärms. Es gelang ihm, den Wolf zu vertreiben, indem er laut schreiend auf die kämpfenden Tiere zurannte. Der Jagdhund hatte eine tiefe Bissverletzung an der Innenseite des Hinterlaufs erlitten und musste in einer Tierklinik operiert werden. Die Behandlungskosten belaufen sich auf über 600 Euro.

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Niedersachsen: Umweltministerium kündigt Untersuchung zu mutmaßlichem Wolfsbiss an

Zur Abwehr verwendeter Hammer sichergestellt – Lies: “Wenn sich bewahrheitet, dass es sich um einen Wolfsbiss handelt, muss das Tier so schnell wie möglich getötet werden”

Das niedersächsische Umweltministerium hat sich in die Untersuchung des gestern Nachmittag gemeldeten möglichen Wolfsbisses an einem Menschen in Bülstedt im LK Rotenburg eingeschaltet (JAWINA berichtete). Nachdem das Ministerium heute Nachmittag Kenntnis von dem Vorfall erlangt hatte, wurden unverzüglich zwei Mitarbeiterinnen des Wolfsbüros zur Sachverhaltsaufklärung nach Bülstedt geschickt. Vor Ort wurde Kontakt zu dem Melder aufgenommen. Es wurden Tier-Haarproben, der Pullover des Melders und der Hammer, mit dem der mutmaßliche Wolf abgewehrt wurde, sichergestellt. Die Proben sollen jetzt einer DNA-Analyse unterzogen und als Eilprobe beauftragt werden. Erste Ergebnisse werden nächste Woche erwartet. Das Umweltministerium steht hierzu auch mit dem örtlichen Wolfsberater in engem Austausch. Zudem waren Mitarbeiter der örtlichen Polizeidienststelle vor Ort.

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Niedersachsen: Waldarbeiter gebissen – Verdacht auf Wolf

Update: Meldung aktualisiert

In Steinfeld, einem Ortsteil der Gemeinde Tarmstedt im niedersächsischen Landkreis Rotenburg ist ein Waldarbeiter von einem “Tier” gebissen worden. Es besteht der Verdacht, dass es sich um einen Wolf handelt. Ein Sprecher der Polizei bestätigte den Vorfall gegenüber JAWINA. Demnach hat der Gemeindemitarbeiter am Friedhof bestimmte Arbeiten ausgeführt. Er kniete, als er hinter sich eine Bewegung bemerkte. Der Mann gab an, vier Wölfe gesehen zu haben, einer habe ihn gebissen und leicht an Arm oder Hand verletzt. Die anderen drei beobachteten die Szene. Es gelang ihm, die Tiere zu verscheuchen. Daraufhin fuhr er zum Arzt und ließ die Wunde behandeln. Es wurde ein Abstrich für eine DNA-Untersuchung genommen, deren Ergebnis noch nicht feststeht. SE

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Positionspapier Wolf der CDU/CSU-Fraktion im Wortlaut

Wir dokumentieren das Positionspapier:

Wölfe in Deutschland – Sorgen ernst nehmen, Sicherheit schaffen, Bestände regulieren
Positionspapier der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag vom 27. November 2018

im Wortlaut:

“Im Jahr 2000 wurde in Sachsen das erste Wolfsrudel nachgewiesen. Seitdem breiten sich die Wölfe in Deutschland aus. Denn die größten Raubtiere in unserer Kulturlandschaft haben keine natürlichen Feinde. Im Monitoringjahr 2017/18 wurden seitens des Bundesamts für Naturschutz und der „Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf“ 73 Rudel, 30 Paare und drei Einzeltiere bestätigt. Diese Konzentration führt in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft zu vielfältigen Problemen. Die Politik darf hiervor die Augen nicht verschließen. Erforderlich ist eine wissenschaftliche, datenbasierte, ideologiefreie und pragmatische Herangehensweise. Schutz und Sicherheit der Menschen sind dabei für uns oberstes Gebot.

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DJV begrüßt Positionspapier der CDU/CSU-Fraktion zum Wolf

Nach Hochrechnungen leben bereits jetzt mehr als 1.000 Wölfe in Deutschland. Die länderübergreifende Population ist im günstigen Erhaltungszustand. Der Wolf sollte ins Bundesjagdgesetz überführt werden.

Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag hat heute ein Positionspapier zum Umgang mit dem Wolf vorgelegt. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt es, dass darin der günstige Erhaltungszustand als erreicht angesehen wird. Allein in Deutschland beträgt das Populationswachstum knapp 30 Prozent jährlich, das Verbreitungsgebiet nimmt europaweit weiter rasant zu und Lebensraum für den Erhalt der Art ist ausreichend vorhanden. Laut Positionspapier gehe es um eine Bewertung auf Populationsebene und nicht um nationale Zahlen, ein genetischer Austausch zwischen Wölfen aus Polen, dem Baltikum und Deutschland sei gegeben. Entgegen der früheren Annahme kommt der anpassungsfähige Wolf in einer Kulturlandschaft gut zurecht. Auf Basis der kürzlich vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlichten Monitoringdaten für 2017 geht der DJV davon aus, dass es allein in Deutschland schon jetzt mehr als 1.000 Wölfe gibt.

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Was Warnschüsse bringen…

Momentan läuft in den sozialen Medien eine Diskussion über die Idee, Wölfe, die im Treiben von Stöberjagden auftauchen, mit Warnschüssen zu vertreiben. Das dürfte vermutlich wenig bringen, wie der nebenstehende Bericht über Vorfälle mit übergriffigen Wölfen auf Drückjagden in Brandenburg zeigt, die sich von Warnschüsen wenig beeindruckt zeigen. Möglicherweise ist das Geballer sogar kontraproduktiv. Nicht ohne Grund fragt sich ja der Jagdleiter in dem Bericht, ob die Wölfe durch die Jagden “trainiert” würden: Die Schüsse und das andere Drumherum scheinen sie eher anzulocken. Warnschüsse in den Erdboden vor oder hinter einem Wolf dürften daher kaum eine andere Wirkung zeigen, als diesen Effekt – wo es knallt, gibt es etwas zu fressen – noch zu verstärken. Ein Verhalten, das jedem Hundeführer im übrigen ja auch als Schusshitze von seinem Jagdhund bekannt ist. Dass man auch anderen Caniden dieses Verhalten antrainieren kann, zeigt der auf dem Beitragsbild gezeigte Fuchs, dem seine Schusshitze eher schlecht bekommen ist.

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Warnschüsse und Geschrei: Übergriffige Wölfe erzwingen Änderung der Jagdstrategie

Bedenkliche Entwicklung: Auf Bewegungsjagden in Brandenburg kommen Wölfe den Stöberhunden bedrohlich nahe und lassen sich weder durch Geschrei und Händeklatschen, ja nicht einmal durch Warnschüsse vertreiben.

Auf einer Drückjagd, die am 25.10. auf Flächen des Stifts Neuzelle (Landkreis Oder-Spree) stattfand, spielten sich Szenen ab, die jedem Hundeführer nachdenklich stimmen werden: Mehrfach hetzten Wölfe die eingesetzten Stöberhunde, in einem Fall verfolgten vier Wölfe einen Hund und kamen diesem dabei bedrohlich nahe. Vier weitere Fälle wurden beobachtet, in denen Einzelwölfe einen Jagdhund verfolgten. Mindestens sieben, möglicherweise elf Wölfe wurden in dem ca. 1.600 ha großen Revier an dem Tag gesichtet. Mit Schreien und In-die-Hände-klatschen versuchten die durchgehenden Hundeführer und Jagdgäste die Wölfe zu vertreiben, zwei Mal mussten gar Warnschüsse in die Luft abgegeben werden – ohne großen Erfolg. “Um Konflikte zu vermeiden haben wir die Hundeführer telefonisch gebeten, ihre Hunde nach Möglichkeit an die Leine zu nehmen”, berichtet der Forstbetriebsleiter Boris Schnittker auf Anfrage von JAWINA.

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Schweden: Wolf tötet Gråhund

Am vergangenen Samstag hat ein Wolf wenige Kilometer nördlich von Falun in der schwedischen Provinz einen Gråhund getötet. Der dreieinhalb Jahre alte Elchhund war bei Andersbo geschnallt worden, um Elche zu jagen. Bald hatte der Hund einen Elch gestellt und gab Laut. Möglicherweise wurde durch den Hundelaut der Wolf angelockt. Plötzlich verschwand das Symbol für den Hund auf dem Display des Hundeortungsgerätes, stattdessen wurde nur noch ein Fragezeichen angezeigt, berichtet der Hundebesitzer gegenüber der schwedischen Jadgzeitung JaktJournalen. Er wartete eine Weile und versuchte, den Hund heranzurufen. Nach etwa einer Stunde machte er sich zusammen mit einem Jagdkameraden an den Ort, wo der Kontakt zum Hund abgerissen war. Dort fanden sie den Hund, tot, übersät mit Bisswunden. Zuerst hatten sie gedacht, dass der Elch den Hund getötet habe, dann fanden sie die Bisse: Die Hündin hatte eine Bisswunde im Rücken, drei große Wunden am Bauch und Verletzungen an Hals, Augen und Ohren. Der Polizeidirektor der Gemeinde, Bert Eriksson, untersuchte den Hund und bestätigte, dass er von einem Wolf getötet wurde. red.

Beitragsbild: Elchhund (Archivbild). Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

 

Mecklenburg-Vorpommern: Zwei neue Wolfsrudel – Backhaus stellt Wolfsmanagement vor

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zwei neue Wolfsrudel. Das haben die Auswertungen des Wolfsmonitorings im Land bestätigt. Demnach konnten erstmals für die Regionen „Kaarzer Holz“ (LK Ludwigslust-Parchim) und „Nossentiner Heide“ (LK Mecklenburgische-Seenplatte) Welpennachweise erbracht werden, die den Status eines Rudels bekräftigen. Für Mecklenburg-Vorpommern kann somit derzeit von sechs Rudeln ausgegangen werden (Kalißer Heide, Ueckermünder Heide, Retzow-Jännersdorfer Heide, Löcknitz, Kaarzer Holz, Nossentiner Heide).

„Für mich als Landwirtschafts- und Umweltminister ist diese Nachricht Fluch und Segen zugleich. Die Rückkehr des Wolfes ist ohne Frage ein artenschutzpolitischer Erfolg. Wir müssen aber auch davon ausgehen, dass die Population weiter rasch ansteigen wird. Schon heute liegen uns Hinweise auf ein Wolfspaar im Bereich des Forstamtes Jasnitz, auf sesshafte Einzelwölfe in den Bereichen Müritz-Nationalpark und Pritzier sowie andere Sichtungen mit zum Teil unklarem Status vor. Jetzt kommt es darauf an, ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Mensch und Tier zu gestalten. Dabei hat die Sicherheit der Menschen für mich ganz klar oberste Priorität. Auch die Zukunft der Weidetierhaltung liegt mir am Herzen. Sie ist Bestandteil der traditionellen Landbewirtschaftung und von großer Bedeutung für den Erhalt halboffener Weidelandschaften mit ihrer hohen Biodiversität. Bislang können den bekannten Rudeln oder Einzeltieren keine Verhaltensauffälligkeiten zugeordnet werden“, betonte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt heute auf einer Pressekonferenz zum Umgang mit dem Wolf an seinem Dienstsitz in Schwerin.

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Deutscher Jagdrechtstag beschäftigt sich mit den Themen Wolf und ASP

Der Deutsche Jagdrechtstag hat vom 4. bis zum 9. November in Berlin getagt. 70 Fachexperten unterbreiten Empfehlungen für die Bundesregierung. Hier ist die Übersicht.

Der Deutsche Jagdrechtstag hat bei seiner jährlichen Tagung in Berlin zu aktuellen jagdrechtlichen Fragen mit Empfehlungen ein Resümee seiner Beratungen gezogen. Im Rahmen der Veranstaltung befassten sich die Teilnehmer mit neuen Entwicklungen im Jagdrecht von Bund und Ländern sowie in zugehörigen Rechtsgebieten. Die Vorträge und Diskussionen thematisierten unter anderem Rechtsfragen im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und der Rückkehr des Wolfes sowie Fragen der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit, der Fangjagd und des Umgangs mit Wildtieren in der Stadt. An der Tagung nahmen rund 70 Experten teil, insbesondere Rechtsanwälte sowie Vertreter von Politik, Behörden, Gerichten und Verbänden.

Die Empfehlungen finden Sie hier.

Beitragsbild: Die Teilnehmer befassten sich mit neuen Entwicklungen im Jagdrecht von Bund und Ländern. Quelle: Hertl/DJV

Mecklenburg-Vorpommern: VW-Bus bricht in Biberbau ein

+++ Non olet: Grüne freuen sich über Großspende  von Metallverband, in dem zahlreiche Unternehmen der Rüstungsindustrie organisiert sind +++

Stefan Aust: Wolf wurde schon bei den Nazis mystifiziert

In Völschow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist ein Fahrzeug der Gemeinde in einen Biberbau eingebrochen. Die Gemeindemitarbeiter hatten das Fahrzeug am Fahrbahnrand an einem Teich geparkt, um dort einige Bäume zu fällen. Plötzlich sackte das rechte Vorderrad weg, die Karosserie setzte auf dem Boden auf und das linke Hinterrad hing in der Luft. Ein Traktor musste zur Bergung des Busses herbeigeholt werden. Das zurückgelassene Loch entpuppte sich als Gang eines Biberbaus, der im Teichufer angelegt worden war. Spitz angenagte Zweige ließen keinen Zweifel am Bauherrn aufkommen, wie der Nordkurier berichtet. Auf mehr als vier Meter Breite soll der Biber den Fahrbahnrand unterhöhlt haben. Die Gemeinde sieht jetzt Gefahr in Verzug, denn wenn der Straßenbelag unterminiert werde oder ein breites, schweres Agrarfahrzeug auf den Randstreifen ausweichen müsse, drohten massive Folgeschäden.

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Schleswig-Holstein: Strafanzeige wegen unzureichendem Herdenschutz

Mecklenburg-Vorpommern: Überfahrene Wölfin war mit Schrot beschossen worden

Bei der Staatsanwaltschaft Kiel liegt eine Strafanzeige von Unbekannt gegen Unbekannt vor, die sich gegen Schafhalter richtet. Das berichten die Kieler Nachrichten (KN). Diesen wird vorgeworfen, ihre Schafherden unzureichend vor dem Wolf zu Schützen. Dies stelle einen Verstoß gegen § 17 Tierschutzgesetz dar, also gegen das Verbot, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten oder ihm erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Die Staatsanwaltschaft will prüfen, ob ein Anfangsverdacht besteht, so die KN. Die Prüfungsmöglichkeiten seien jedoch begrenzt, da die Anzeige anonym erstattet worden ist und somit nicht klar sei, auf welche Schafhalter sie sich beziehe, erklärte der zuständige Staatsanwalt gegenüber der Zeitung. Es sei nicht einmal klar, ob die Anzeige sich auf Vorgänge im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Kiel beziehe. Einen “Rundumschlag gegen alle Schafhalter” werde nicht geben. Der Nabu, der selbst Schafe bei Wolfsangriffen verloren hat, hat in letzter Zeit wiederholt Kritik an unzureichendem Herdenschutz geäußert und gefordert, die Schäfer in diesen Fällen nicht zu entschädigen. Eines lässt sich vorhersagen: Wenn Schafhalter in Wolfsgebieten jetzt auch noch kriminalisiert werden, dürften noch mehr Hobby- und Nebenerwerbshalter die Schafhaltung aufgeben.

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Prof. Pfannenstiel: Wolfs-Lobby täuscht Öffentlichkeit

Im Celler Kurier ist ein Interview mit Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel zum Thema Wolf erschienen. Es geht u.a. um die Probleme mit dem Wolf in der Kulturlandschaft, das Versagen von Herdenschutzmaßnahmen, den Schutzstatus des Wolfs in verschiedenen EU-Ländern – und die Probleme, in Deutschland ein praktikables Wolfsmanagement durchzusetzen, weil Politik und Naturschutzverbände miteinander auf ungute Weise verbandelt sind. Leseempfehlung!

Beitragsbild: Headline des empfohlenen Beitrags im Celler Kurier (Screenshot)

Die Red. dankt den JAWINA-Lesern TU, KB und SG für ihre Hinweise!

Wolfsdemo in Potsdam – Bauern fordern wolfsfreie Zonen

+++ Bayern: Jäger finden skelettierte Leiche auf Drückjagd bei Mainleus (Landkreis Kulmbach) +++

Über 300 Menschen haben am Samstag (10.11.) auf der Demonstration des Bauernbundes Brandenburg vor dem Landtag in Potsdam gegen die Ausbreitung der Wölfe protestiert. “Wir fordern die Landesregierung auf, große Teile unseres Landes zur wolfsfreien Zone zu machen”, sagte Bauernbund-Präsident Marco Hintze, Landwirt aus Krielow im Havelland: “Überall, wo Menschen und Weidetiere sind, müssen Wölfe konsequent gejagt werden, und zwar sofort.” Brandenburg habe eine viermal so hohe Wolfsdichte wie Schweden, und in Schweden werde scharf geschossen, so Hintze.

Vor einer “systematischen Verharmlosung” des Großraubtiers warnte Forstwirt Christoph Rechberg aus Plattenburg: “Es ist eine Illusion zu glauben, die Wolfspopulation würde sich irgendwann selbst regulieren oder es gäbe andere Möglichkeiten sich dagegen zu schützen als mit dem Gewehr.” Biolandwirt Reinhard Jung berichtete von seinem Fachwerkbauernhof in Lennewitz, wo er die alte Nutztierrasse Rotbuntes Niederungsvieh züchtet: “Wir haben uns hier ein Paradies geschaffen und das lassen wir uns nicht kaputt machen von einer reißenden Bestie, die unsere Vorfahren aus gutem Grund ausgerottet haben.”

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Baden-Württemberg: Grüner Umweltminister für Wolfsabschüsse

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) hat sich in einem Brief an den EU-Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei, Karmenu Vella, gewandt, um ein effizeientes Wolfsmanagement und damit “letale Entnahmen” im Ländle zu ermöglichen – letztlich aus Artenschutzgründen. Denn wenn Weidetierhalter die Nebenerwerbs- oder Hobbyhaltung wegen des Wolfs aufgeben, lassen sich “beweidungsabhängige FFH-Lebensraumtypen” nicht erhalten. Auch werde “von einigen Bevölkerungskreisen eine pauschale Entnahme von Wölfen vermehrt gefordert.” Den Schutzstatus des Wolfs will Untersteller jedoch nicht ändern. Wir dokumentieren das Schreiben Untersteller an die EU im Wortlaut.

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Management von Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie

Sehr geehrter Herr Kommissar,

in Baden-Württemberg gibt es zahlreiche natürliche Lebensräume, die ihre Existenz einer jahrhundertelangen Beweidung verdanken. Zu nennen sind hier insbesondere Lebensräume von europaweiter Bedeutung, die innerhalb Deutschlands ihr Hauptvorkommen u.a. in Baden-Württemberg haben. So sind beispielsweise Wacholderheiden (FFH-Code 5130), Kalk-Magerrasen und Kalk-Pionierrasen (FFH-Code 6210 und 6110) kennzeichnend für die Schwäbische Alb, trockene Heiden (FFH-Code 4030) und artenreiche Borstgrasrasen (FFH-Code 6230) haben ein Hauptvorkommen im Schwarzwald. Vielfach liegen diese Lebensräume in Bereichen, die beispielsweise aufgrund ihrer Steilheit oder Kleinparzelliertheit nicht mit Maschinen bewirtschaftbar sind und die deshalb aufgrund ihrer extensiven Bewirtschaftung durch Beweidung einen hohen naturschutzfachlichen Wert für die Biodiversität darstellen. Die Erhaltungszustände dieser FFH-Lebensraumtypen sind ungüstig-schlecht.

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DJV: Umweltministerkonferenz soll Lösungen der Wolfsproblematik präsentieren

DJV fordert pragmatische Lösungen im Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen: Nachhaltige Entnahme von Einzeltieren oder Rudeln widerspricht nicht dem Schutzzweck.

Die Zahl der Nutztierrisse durch Wölfe steigt stetig an, vor wenigen Tagen hat ein Wolf in Schleswig-Holstein mutmaßlich 14 Schafe getötet. Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert deshalb die Teilnehmer der heute beginnenden Umweltministerkonferenz (UMK) in Bremen auf, endlich konkrete Lösungen für den Umgang mit verhaltensauffälligen Wölfen zu präsentieren. Den Spielraum, den die europäische FFH-Richtlinie bietet, muss die Bundesregierung nun nach einer bereits einjährigen Prüfungsphase endlich nutzen und das Bundesnaturschutzgesetz novellieren (§ 45 Art. 7 BNatSchG): Eine angepasste, nachhaltige Entnahme von Einzeltieren oder Rudeln widerspricht laut DJV nicht dem Schutzzweck.

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