Schlagwort-Archive: Wölfe

Niedersachsen: Nach massiver Häufung von Nutztierrissen – Land gibt drei problematische Wölfe zum Abschuss frei

Umweltminister Lies: „Lassen Weidetierhalter nicht im Stich”

Nach wiederholten Nutztierrissen in der Region Uelzen hat das Land gemeinsam mit dem dortigen Landkreis eine Ausnahmegenehmigung vom strengen Schutz des Wolfes gemäß Bundesnaturschutzgesetz geprüft. Die Fachleute aus dem Umweltministerium haben den Sachverhalt unter Berücksichtigung auch der überregionalen Populationsentwicklung eingehend bewertet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Ausnahme für je einen Wolf des Rudels Eschede sowie Ebstorf erforderlich ist.

Umweltminister Olaf Lies: „Die extensive Weidetierhaltung ist in Niedersachen ein nicht wegzudenkender Teil unserer Kulturlandschaft. Schafe pflegen für uns Naturschutzflächen und Deiche und das soll auch so bleiben. Die Schäfer haben in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, ihre Herden vor Wolfsangriffen zu schützen. Das Land unterstützt sie dabei nach Kräften. Wo aber Wölfe selbst diese Schutzmaßnahmen überwinden, dürfen wir die Weidetierhalter nicht im Stich lassen. Auch Wölfe sollen in Niedersachsen leben, doch dafür darf die Akzeptanz in der Gesellschaft nicht kippen.”

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Niedersachsen: Ausnahmegenehmigung für Rodewalder Wolfsrüden läuft aus

Umweltminister Olaf Lies: „Regelung des bisherigen Bundesnaturschutzgesetzes hat sich als untauglich erwiesen”

Die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme von GW717m wird nicht verlängert. Der Leitwolf des Rodewalder Rudels bei Nienburg hatte 2018 eine Reihe von Rindern und weiteren Nutztieren gerissen, die ausreichend geschützt waren. Zuletzt hatten die Risse deutlich abgenommen. Umweltminister Olaf Lies: „Es hat sich gezeigt, dass das Bundesnaturschutzgesetz in seiner bisherigen Form untauglich war, Problemen mit bestimmten Wölfen zu begegnen. Es hat uns gezwungen, einen Wolf um jeden Preis zu individualisieren, was vollkommen realitätsfern war. Wir haben es dennoch versucht, indem wir einen ausländischen Experten im Fallenstellen engagiert haben. Dies ist für die Zukunft kein erfolgversprechender Weg.”

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Schweiz: “Ein grauenhaftes Bild” – vier Wölfe durchstreifen Dorf in Graubünden

+++ Sachsen-Anhalt: Jäger findet Leiche im Wald +++ Österreich: Jäger unterstützen Zirkus in der Corona-Krise +++ Baden-Württemberg: Studentin entwickelt Wildschwein-Würzmischung für ihre Bachelorarbeit +++ Rezept: Wildschwein einmal anders +++ 

Im Schweizer Kanton Graubünden sind vier Wölfe am hellichten Tag durch das Dorf Pigniu in der Region Surselva gestreift. Ein “grauenhaftes Bild” sei das gewesen, kommentiert die Bauernfamilie, die die Wölfe gesehen und auch gefilmt hat gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Die Landwirte machten sich große Sorgen um ihre Ställe, in denen Schafe, Lämmer und Rinder untergebracht waren – bei offenen Stalltüren. Die Wölfe zogen jedoch scheinbar uninteressiert in ca. 20 Metern Entfernung an dem Gehöft vorbei. Sehenswert ist das Video, das auf der NZZ-Seite zu sehen ist: Auch wenn man als Nicht-Schweizer kein Wort von dem Kommentar der filmenden Bäuerin versteht, Faszination und Freude, die für die Landbewohnerin von diesem einmaligen Naturerlebnis ausgehen, finden allein schon im Tonfall der anscheinend älteren Frau ihren vollkommenen Ausdruck.

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Hessen: Besucherrekord bei Vortrags- und Diskussionsveranstaltung “Passt der Wolf in unsere Kulturlandschaft?”

Der Wolf sollte ins Bundesjagdrecht übernommen und während einer festgelegten Jagdzeit planmäßig bejagt werden. Die Bundesregierung  sollte dafür die Voraussetzungen schaffen, indem sie der EU den „günstigen Erhaltungszustand“ des Großraubtieres in Deutschland meldet und die Lockerung seines höchsten Schutzstatus (“streng geschützt“) beantragt. Nur auf diese Weise könne die Akzeptanz des Großraubtieres in der Bevölkerung langfristig gesichert werden, betonte der Zoologie-Professor a. D. und Diplom-Biologe Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel auf der Veranstaltung der Jägervereinigung Oberhessen (JVO) in Grünberg (Landkreis Gießen) zum Thema „Passt der Wolf in unsere Kulturlandschaft?“ am 11. Februar in der Gallushalle in Grünberg.

Der JVO-Vorsitzende Helmut Nickel kündigte eine Petition mit dem Ziel an, den Schutzstatus des Wolfs zu senken. Zudem sollten alle Daten der genetischen Untersuchungen von Wölfen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die JVO-Veranstaltung verzeichnete mit 468 Teilnehmern einen neuen Besucherrekord.

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Neue Regelungen zum Umgang mit dem Wolf treten in Kraft

Morgen tritt eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes in Kraft, die die Entnahme von problematischen Wölfen zu leichteren Bedingungen möglich macht. Denn mit der Ausbreitung des Wolfsbestandes in Deutschland haben auch die wolfsbedingten Nutztierrisse deutlich zugenommen. Die Anzahl von Nutztierschäden – diese umfassen verwundete und getötete Tiere – steigerte sich von 40 Tieren im Jahr 2006 auf rund 2050 Tiere im Jahr 2018. Darunter leiden die Weidetiere und die Weidetierhalter haben mit starken wirtschaftliche Einbußen zu kämpfen, sie sind massiv verunsichert sowie teils in ihrer Existenz bedroht – einige Schäfer mussten bereits aufgeben.

Um Weidetierhaltung weiter zu ermöglichen, sieht die Novellierung, die heute verkündet wurde, daher vor, dass für Nutztierhalter als Grundlage für eine Abschussgenehmigung zukünftig ausreicht, dass ihnen ernste wirtschaftliche Schäden drohen. Das soll es auch Hobbyschäfern ermöglichen, Entschädigungen zu bekommen. Bisher musste der betroffene Tierhalter in seiner Existenz bedroht sein. Zudem ist nun ein Abschuss auch dann möglich, wenn unklar ist, welcher Wolf genau für Nutztierrisse verantwortlich ist. Es dürfen so lange einzelne Rudelmitglieder in der jeweiligen Gegend entnommen werden, bis es keine Angriffe auf Nutztiere mehr gibt.

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Niedersachsen: Eschede/Rheinmetall Rudel im Visier

+++ Niedersachsen: Jäger verärgert wegen Verzögerungen bei Jagdscheinen +++ 

Zahlreiche Übergriffe von Wölfen in Niedersachsen im Landkreis Uelzen gehen offenbar auf das Konto eines bestimmten Rudels, des „Eschede/Rheinmetall “ Rudels. DNA-Analysen von Rissen in der Vergangenheit deuten immer wieder auf dieses Rudel hin. Die Schäfer in dieser Region der Lüneburger Heide sind alarmiert und verzweifelt.

Allein im Monat Februar 2020 drangen bei einem von ihnen die Wölfe drei Mal in seine vorbildlich mit einem stromführenden  Wolfsabwehrzaun gesicherte Herden ein. 30 tote Tiere!
Beim letzten Übergriff am 26. Februar verlor er 13 überwiegend hochtragende Mutterschafe. Weitere seiner Tiere gingen in den Folgetagen an ihren schweren Verletzungen ein oder bleiben „verschwunden“. Bei diesem Vorfall musste sogar der Bahnverkehr zeitweise eingeschränkt werden.

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Tadschikistan: Behörden geben zum Schutz vor Wölfen Waffen aus

Damit die Bevölkerung der tadschikischen Provinz Berg-Badachschan (GBAO) sich und ihre Haustiere vor Angriffen durch Wölfe schützen kann, haben die Behörden der Region Waffen an die Privatjäger in dem Gebiet ausgegeben. Das berichtet das News-Portal Novastan.org. Das Portal beruft sich auf einen Bericht der tadschikischen Nachrichtenseite Asia-Plus, die den offiziellen Pressedienst der Regionalverwaltung als Quelle nennt. Zuvor soll bereits ein Team der Sondereinheit Alpha des Staatlichen Komitees für nationale Sicherheit (GKNB) in der Region eingesetzt worden sein, um Wölfe zu bekämpfen. Dafür sei die Sondereinheit mit modernen Jagdwaffen ausgestattet worden. Doch die wenigen Spezialkräfte der Sondereinheit waren nicht in der Lage, die Wolfspopulation wirksam genug zu bekämpfen. Deshalb beschloss die Bezirksregierung, die Zivilbevölkerung mit Waffen auszustatten, so der Bericht.

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NRW: Jogger meldet Wolfssichtung bei Bielefeld

+++ Polen: Frist für verschärfte Schwarzwildbejagung verlängert +++ Österreich: Tirol beschließt Maßnahmenplan gegen ASP +++ 

Ein Jogger hat am Freitag Morgen die Polizei alarmiert, weil er in einem Naherholungsgebiet am Holundergrund in der Nähe des Bielefelder Stadtzentrums drei Wölfe gesehen zu haben glaubt. Die Tiere waren nach Angaben des 46 Jahre alten Joggers nur etwas 100 bis 120 Meter von ihm entfernt, wie lz.de berichtet. Der Truppenübungsplatz, der seit 2018 als Wolfsgebiet ausgewiesen ist, ist nur wenige Kilometer vom Ort der vermeintlichen Wolfssichtung entfernt. Auf dem Truppenübungsplatz hat es dem Zeitungsbericht zufolge jedoch seit längerer Zeit keine Wolfssichtung mehr gegeben. red.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Görlitz: Wolf im Hinterhof

+++ Bayern: Jäger schießt Hund in Falle – Jagdschein weg +++ Bayern: Verein Wildes Bayern legt Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Forstbetrieb Berchtesgaden ein +++ 

Die “natürliche Scheu” der Wölfe sorgt immer wieder für Erstaunen: In einem Hinterhof der sächsischen Stadt Görlitz ist ein Wolf entdeckt worden. Das Tier hatte sich bei einem Sprung durch ein Kellerfenster verletzt, wie der MDR berichtet. Der Wolf1 wurde betäubt und nach tierärztlicher Behandlung wieder freigelassen. Das Institut Lupus bestätigte gegenüber dem MDR, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt habe.

Die Umweltministerin von Sachsen-Anhalt, Claudia Dalbert (Grüne), hat sich derweil gegen eine Obergrenze für den Wolf ausgesprochen. Stattdessen setze man auf Herdenschutz, heißt es im MDRred.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

 

Schleswig-Holstein: Waldkindergarten wegen Wolf geschlossen

+++ Belgien: Infizierter Wildschwein-Kadaver außerhalb der Kernzone entdeckt +++ Sachsen: Wildhalter baut Wolfsfalle: “Nabu kann den Wolf dann abholen…” +++ Sachsen-Anhalt: “Wolf hinterlässt Schlachtfeld” +++ Sachsen-Anhalt: 1,20 m hoch, 12.000 Volt – Wolf überwindet wolfssicheren Zaun und darf doch nicht geschossen werden +++ 

Der Waldkindergarten Christianslust (Kreis Dithmarschen) ist geschlossen, worden, weil der Wolf GW1430m mehrere Schafe in der Umgebung gerissen hat. Der Gemeindeverwaltung zufolge handelt es sich um eine Präventivmaßnahme. Medienberichten zufolge gilt der Wolf als “aggressiv”, wohl weil er in der Nähe des Kindergartens mehrere Schafe “im Blutrausch” tagsüber getötet habe. Schäfer haben ihre Schafe zum Teil bereits aus dem Gebiet abgezogen. Der Waldkindergarten bleibt vorerst bis Januar geschlossen, derweil werde die Situation hinsichtlich Wald und Wolf beobachtet. Ob der Kindergarten am gewohnten Ort wieder eröffnet werden kann oder die Kinder in ein neues Quartier umziehen müssen, steht noch nicht fest. “Unsere Kinder wurden vom Wolf aus ihrem Wald vertrieben“, sagt eine besorgte Mutter gegenüber der Bildzeitung: “Das macht natürlich was im Kopf. Wenn sie bis jetzt keine Angst hatten, dann jetzt.”.

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