Schlagwort-Archive: Wölfe

Gesetzesnovelle Wolf: DJV kritisiert Vorgehensweise des Ministeriums scharf

Gesetzesnovelle geplant: Entnahme von Wölfen soll vereinfacht werden. DJV bemängelt das Fehlen eines umfassenden Konzepts und kritisiert das Vorgehen: Für eine Stellungnahme ließ das Bundesumweltministerium nur wenige Stunden Zeit.

Das Bundesumweltministerium hat gestern einem Referentenentwurf zu Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt (JAWINA berichtete) und mit einer rekordverdächtig kurzen Frist von wenigen Stunden eine Verbändeanhörung durchgeführt. Laut Entwurf sollen Wölfe und Wolfshybriden künftig unter erleichterten Voraussetzungen entnommen werden dürfen. Bei der Entnahme sollen Jagdausübungsberechtigte nach Möglichkeit mit einbezogen werden, dass dies zwingend erforderlich ist, wird allerdings im Gesetzentwurf nicht klar. Außerdem soll das Füttern von Wölfen ausdrücklich verboten werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat in seiner Stellungnahme den Gesetzesentwurf zwar als ersten Schritt in die richtige Richtung begrüßt, bemängelt aber weiterhin das Fehlen eines umfassenden Handlungskonzepts.

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„Willkommen Wolf reicht nicht, Politik muss dringend handeln“

+++ Schweizer stimmen für EU-Waffenrechtsverschärfung +++ Berlin: Fuchs soll Chihuahua in Bau gezogen haben +++ NRW: Mutmaßlicher Wolfsnachweis bei Mützenich +++

Aktionsbündnis Forum Natur fordert aktives Wolfsmanagement

Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt exponentiell mit erheblichen Folgen für den ländlichen Raum, die Landnutzer und vor allem die Weidetierhaltung. Die Schäden steigen weiter an, naturnahe Weidewirtschaft gerät in Gefahr. „Willkommen Wolf alleine reicht nicht, es besteht dringender Handlungsbedarf auf politischer Ebene“, betont Max Freiherr von Elverfeldt, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Forum Natur (AFN) und Vorsitzender Familienbetriebe Land und Forst. Erschreckend sei, dass die Umweltministerkonferenz keine Fortschritte erzielt habe. Nach jahrelanger Diskussion über die Ausbreitung des nationalen Wolfsbestandes lediglich eine „Bund-Länder-Arbeitsgruppe“ einzurichten, sei für die Menschen im ländlichen Raum und die Weidetierhalter ein Hohn. „Wir erwarten von der Bundeskanzlerin eine rasche Entscheidung, die nach unserer Auffassung nur darin liegen kann, dass der Weg zum Einstieg in ein aktives Wolfsmanagement freigemacht wird“, so von Elverfeldt. Das AFN habe einen Handlungsvorschlag für ein praxisorientiertes Wolfsmanagement vorgelegt. Von Elverfeldt startet im Rahmen einer Pressekonferenz die Initiative des AFN „Wolf bleibt Wolf“ mit der gleichnamigen Internetseite.

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Österreich: Heftige Debatte im Nationalrat über Rückkehr des Wolfs

+++ Österreich: Bauernbund übergibt 57.689 Unterschriften gegen den Wolf +++ Thüringen: Wolfsnachweis im Hainich +++ Schleswig-Holstein: Schafe bei Bad Segeberg gerissen +++ Bayern: Wilderer im Landkreis Rottal-Inn erwischt +++ Österreich: Wildbiologe fordert Bejagung von Wölfen +++ Niedersachsen: Wolfsriss bei Wolfsburg? +++

ÖVP und FPÖ unterstützen Forderung nach wolfsfreien Zonen, Oppositionsfraktionen gegen Aufweichung des Artenschutzes

Die Rückkehr des Wolfes nach Österreich und seine mögliche dauerhafte Etablierung als Teil der heimischen Fauna ist nicht für alle Anlass zur Freude. Insbesondere in der Bauernschaft bestehen Ängste und Besorgnis, wie gestern im Nationalrat deutlich artikuliert wurde. Ausdruck finden die Bedenken gegen den Wolf in drei Petitionen, in denen auf Probleme der Siedlungs- und Weidegebiete im Waldviertel, in Tirol und in Salzburg hingewiesen wird. Als Antwort darauf werden gesetzliche Grundlagen gefordert, um so genannte Problemwölfe leichter entnehmen und bestimmte Gebiete überhaupt wolfsfrei halten zu können. Dazu sollen entsprechende europarechtlichen Ausnahmeregelungen genützt werden bzw. eine Änderung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie erfolgen. Weiteres Anliegen der Petitionen ist die Zahlung von Entschädigungen an betroffene Bäuerinnen und Bauern.

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NRW: Pferdesport- und Zuchtverbände warnen vor traumatisierenden Erfahrungen durch Wolfsrisse

Neun Pferdesport- und Zuchtverbände aus NRW und der Dachverband, die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) haben ein Positionspapier veröffentlicht, das die Probleme der Pferdehalter und -züchter mit der Wiederbesiedlung des Landes durch Wölfe thematisiert. Die Grundhaltung der Pferdeleute zur Wiederansiedlung des Wolfs wird in dem Papier wie folgt beschrieben:

“Pferdehalter erleben die Rückkehr des Wolfes mit gemischten Gefühlen. Die Faszination, die viele Menschen mit dem Wolf verbinden, können wir nachempfinden – gleichzeitig sind wir in Sorge um die uns anvertrauten Pferde und Ponys, deren Wohl und Schutz unsere ausdrückliche Aufgabe ist.

Den derzeitigen öffentlichen Diskurs erfahren wir als emotional stark aufgeladen und zuspitzend. An vielen Stellen vermissen wir die sachliche Betrachtung und die angemessene Abwägung von Interessen. Uns besorgt besonders die Einseitigkeit, mit der dem Thema vielerorts begegnet wird.

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Durchbruch beim Wolfsmanagement?

+++ Schleswig-Holstein: Pferd mit Armbrust beschossen +++ Schleswig-Holstein: Rekord-Damwildstrecke im Kreis Plön +++ Niedersachsen: Waldarbeiter von Wildschwein angegriffen +++ ASP: Luxemburg weist Vorwürfe deutscher Jäger zurück +++ Luxemburg: Jagdverband will Wildschweinjagd zum Weltkulturerbe erheben +++ Saarland: Serie von Sabotageakten an Jagdeinrichtungen +++ Bayern: Rehbock stirbt auf der A6 +++ Östereich: Wilderer wider Willen – Autofahrer fährt Reh nach Wildunfall im Kofferraum zur Polizei +++ Deutschland/Dänemark: Anwohner wehren sich gegen Wildschweinzaun +++ Verhungerte Kälber: ÖJV attackiert Wildbiologin +++ NRW: Proteste nach Abschuss von Reh in der Innenstadt von Bünde +++ Baden-Württemberg: Polizei erschießt angefahrenes Wildschwein +++

Der Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus (SPD), hat einen Durchbruch beim Wolfsmanagement angekündigt: Gegenüber dem NDR orakelte Backhaus, dass die Bundesregierung “schon in den nächsten Tagen” einen Gesetzesentwurf vorlegen könnte. Backhaus setze sich für “rechtssichere Regeln” ein, “damit auffällige Wölfe abgeschossen werden dürfen”, so der NDR. Backhaus strebt eine Änderung des Naturschutzgesetzes an. Diese solle ermöglichen, dass Wölfe oder auch ganze Rudel entnommen werden dürfen, wenn diese “gut geschützte Bestände angreifen”. Backhaus wies darauf hin, dass Weidetierhaltung für die Biodiversität unerlässlich sei. Auch der Wolf habe ein “Recht auf Leben in Deutschland”, aber alles habe Grenzen.

Derweil setzt sich die Serie von Wolfssichtungen und Wolfsrissen fort:

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Sachsen-Anhalt: Herdenschutzhund bei Wolfsangriff schwer verletzt

Am Elbdeich im Landkreis Stendal ist ein neun Jahre alter Herdenschutzhund durch einen Wolfsangriff schwer verletzt worden. Der Schäfer fand die zehn Jahre alte Kaukasische Schäferhündin Ira am Sonntag Mittag “blutüberströmt und schwer atmend” in dem Pferch, in dem Herdenschutzhunde und Schafe zur Beweidung des Deichs eingesperrt sind, wie die Volksstimme berichtet. Der Wolf fügte der Hündin mehrere tiefe Bissverletzungen in der Halsgegend zu. Das “Wolfskompetenzzentrum” Iden bestätigte den Wolfsangriff. Der Schäfer hofft, dass er die Tierarztkosten in Höhe von 180 Euro ersetzt bekommt. Ob der Hund nach der Genesung wieder als Herdenschutzhund eingesetzt werden kann, ist fraglich. red.

Beitragsbild: Herdenschutzhunde – sie sind bei ihrem Job selbst gefährdet und bieten keinen absoluten Schutz gegen Wolfsangriffe. Foto: SE

Schleswig-Holstein: Behörden warnen vor auffälligem Wolf bei Lübeck

+++ Niedersachsen: Wolfssichtungen bei Thülsfelder Talsperre und Landolfshausen +++ Sachsen-Anhalt: LJV fordert Aufnahme der Nilgans ins Jagdrecht +++ Bayern: Verhungerte Kälber – Nationalpark Berchtesgaden prüft rechtliche Schritte gegen Wildes Bayern e.V. +++

Im Grenzgebiet von Mecklenburg-Vorpommern (nahe Herrnburg im Landkreis Nordwestmecklenburg) und im Lübecker Umland ist mehrfach ein Wolf gemeldet worden, der sich Hunden und Spaziergängern bis auf wenige Meter genähert hat und sich schwer vertreiben ließ. Der Wolf sei nicht aggressiv gewesen, habe aber hartnäckiges Interesse an den Hunden gezeigt, erklärte ein Sprecher des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume LLUR) gegenüber den Kieler Nachrichten (KN). Der Wolf wurde als “auffällig” eingestuft, es wird geprüft, ob Vergrämungsmaßnahmen erforderlich sind. Spaziergänger in dem Bereich werden aufgefordert, ihre Hunde angeleint zu lassen. Der Wolf darf auf keinen Fall gefüttert werden. Das LLUR empfiehlt den KN zufolge, sich dem Wolf nicht zu nähern. Kommt der Wolf einem nahe, solle er “aktiv durch Lärm vergrämt werden” und dann unverzüglich langsam und ruhig der Rückzug angetreten werden. Wolfssichtungen sollen der Wolfshotline unter 0174-63 30 335) gemeldet werden. red.

Beitragsbild: Hund – im Wolfsgebiet bitte anleinen. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Europäischer Gerichtshof: Grünes Licht für Wolfsjagd als Managementmaßnahme

Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs hält Jagd auf Wölfe für zulässig. Eine Ausnahmeregelung ist kein Widerspruch zum strengen Schutz durch die FFH-Richtlinie.

Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs hat sich für die Genehmigung der Wolfsjagd in Ausnahmefällen ausgesprochen. Konkret geht es in dem Verfahren um die Frage, unter welchen Bedingungen Finnland von den strengen Schutzbestimmungen der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) abweichen darf, um eine Jagd auf Wölfe nach Artikel 16 zuzulassen. Die Stellungnahme ist zwar nicht bindend, wird jedoch normalerweise vom Gerichtshof befolgt. Das Urteil wird in der zweiten Hälfte dieses Jahres erwartet.

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Heute: Über 120 Mahnfeuer gegen den Wolf in Europa

+++ Bauern und Schäfer demonstrieren gegen Wölfe +++ Ganze Rudel entnehmen: FDP fordert im Bundestag Ausweitung der Jagd auf Wölfe +++ Niedersachsen: Wolf im Landkreis Göttingen gefilmt +++

Weidetierhalter rufen unter dem Motto “Realitätsferner „Herdenschutz“ bringt keine Lösung” zum Schäfer-Aktionstag am heutigen Freitag auf.

Deutsche Weidetierhalter werden am Abend des 10. Mai Mahn- und Informationsfeuer gegen den Wolf entzünden. Das teilt der Förderverein der Deutschen Schafhaltung e.V mit. Europaweit seien mehr als 120 Mahnfeuer gemeldet worden, teilte ein Sprecher des Vereins auf Anfrage von JAWINA mit. Die Schäfer wollen damit auf die existenzbedrohende Lage hinweisen, in die sie immer mehr hineingeschoben werden, um so die politischen Entscheider zum Umdenken zu bewegen, wie es in der Pressemitteilung heißt: Durchzunehmende Wolfsschäden – infolge des ungehemmten unkontrollierten Populationswachstums – stehen immer mehr Betriebe vor immer größeren Problemen. Die Schäfer wenden sich insbesondere auch gegen realitätsferne Herdenschutz-Debatten.

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Umweltminister fordern klare Regeln für Wolfsmanagement

+++ NRW: LANUV bestätigt Wolfsrisse in den Kreisen Steinfurt und Soest +++ Baden-Württemberg: Mutmaßlicher Wolfsriss in Bad Wildbad +++ Bayern/NRW: Wolfssichtungen bei Wunsiedel und Selm +++ Schweiz: Nationalrat lockert Kriterien für Wolfsabschüsse +++ Hessen: Verwaltungsgericht Gießen untersagt Wildschweinhaltung im Vorgarten +++ Bayern: Wildernde Hunde – Jäger setzen Belohnung aus +++ Baden-Württemberg: Hund reißt Reh – Hundebesitzer flüchtet +++

Die Umweltminister Schleswig-Holsteins und Niedersachsens haben anlässlich der Umweltministerkonferenz (UMK) in der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) “vom Kanzleramt eine eindeutige Linie zum Umgang mit Wölfen” eingefordert. Der grüne (!) Umweltminister Schleswig-Holsteins, Jan Philipp Albrecht sagte, es müssten “endlich klare Rahmenbedingungen für den Artenschutz des Wolfs einerseits und den Schutz von Nutztieren vor seinen Übergriffen andererseits geschaffen werden”. Der niedersächsische Umweltminister Olas Lies erklärte in der NOZ, es sei “in Berlin lange genug darüber gestritten worden, wie mit dem Wolf umzugehen ist.” Die Länder bräuchten jetzt “klare Antworten.” Lies forderte der NOZ zufolge, dass der Bund festlegen müsse, “ab welcher Anzahl Wölfe nicht mehr im Bestand gefährdet seien”.

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Aktionsbündnis Forum Natur: Bisherige Wolfspolitik gescheitert

+++ Schweiz: Wolf soll jagdbar werden +++ Österreich: Jagdunfall bei Hahnenjagd – Jäger durch Schuss leicht verletzt +++

Nach realistischen Schätzungen leben bereits jetzt zwischen 1.000 und 1.300 Wölfe in Deutschland, eine Verdopplung innerhalb von drei Jahren ist anzunehmen. Die Probleme mit dem Wolf nehmen mit seiner Ausbreitung in Deutschland stetig zu. Das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) sowie die Verbände der Halter von Weidetieren fordern deshalb anlässlich der Konferenz der Umweltminister von Bund und Ländern in Hamburg den Einstieg in ein geregeltes Management für den Wolf. „Zur Akzeptanz des Wolfes bei unseren Mitgliedsbetrieben ist ein aktives Wolfsmanagement wichtig, wobei eine notwendige Entnahme dabei nur über den jeweiligen Jagdausübungsberechtigten erfolgen kann. Ohne ein gezieltes Eingreifen ist sowohl die Haltung von Rindern, Schafen, Ziegen, Pferden und landwirtschaftlichen Wildtieren als auch die Akzeptanz der Menschen im ländlichen Raum für den Wolf in Frage gestellt“, so Max Frhr. von Elverfeldt, Vorsitzender des AFN.

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Milchviehhalter fordern Begrenzung der Wolfspopulation “auf vertretbares Mass”

Wolf ist Thema der Umweltministerkonferenz: Chance für Vermittlung zwischen Weidetierhaltung und Naturschutz

Anlässlich der am heutigen Mittwoch beginnenden Umweltministerkonferenz (UMK) in Hamburg, bei der auch der Umgang mit dem Wolf auf der Tagesordnung steht, weist der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM e.V. noch einmal darauf hin, wie wichtig es insbesondere für die Grünlandregionen und damit für die Weidetierhalter ist, dass beim hoch emotional diskutierten Thema Wolf ein sachlich begründeter Ausgleich zwischen den bereits bestehenden Zielkonflikten im Hinblick auf Tierschutz, Klimaschutz und Biodiversität gefunden wird. Das Thema Wolf droht die bisher über gemeinsame Projekte häufig gut verbundene Weidetierhaltung und den Naturschutz zu spalten. Die Länderminister haben die Chance, dieser Spaltung mit einer ausgewogenen Regelung zum Wolfsmanagement entgegenzuwirken.

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Thüringen: Wölfe reissen vier Fohlen innerhalb von sieben Wochen

+++ DJV fordert Rechtssicherheit-bei-Wolfsmanagement +++ Sachsen-Anhalt: Wolfsriss in Weißenfels? +++ Dorfbewohner haben genug vom Wolf +++ ASP: FLI aktualisiert Risikobewertung +++

Seit Mitte März sind in der Umgebung von Ohrdruf vier Fohlen von Wölfen gerissen worden. Am 19. März wurde der erste Riss eines Fohlens aus dem Ilmkreis vermeldet (JAWINA berichtete), seitdem scheinen der oder die Wölfe auf den Geschmack an Pferdefleisch gekommen zu sein. In Thüringen ist bisher nur die auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf ansässige Wölfin als territoriales Einzeltier nachgewiesen. Die Ohrdrufer Wölfin hatte sich mit einem Haushund gepaart und 2018 Hybriden gewölft, die zum Teil entnommen wurden (JAWINA berichtete). Experten zufolge, so die Thüringer Allgemeine, könnten jedoch möglicherweise auch durchziehende Wölfe für den einen oder anderen Riss verantwortlich sein. Bei dem nun am Montag (06.05.) gerissenen Pferd handelt es sich um ein erst anderthalb Tage altes Sportpferdefohlen (Warmblut), wie der betroffene Züchter gegenüber JAWINA bestätigte.

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Merkel macht Wölfe zur “Chefsache”

+++ Schleswig-Holstein: “Probleme werden größer” – Pferdezuchtverband fordert Politik zum Handeln beim Thema Wolf auf +++ Schleswig-Holstein: Wolfsbegegnung am Stadtrand von Itzehoe +++ Baden-Württemberg: Wolfsnachweis im Bühler Stadtwald +++ Österreich: Verzögerung bei der Genehmigung von Schalldämpfern für Jäger in Oberösterreich +++

Der Bundesregierung schwant offenbar, dass die Unfähigkeit oder Unwilligkeit der Politik, zu einem tragfähigen Wolfsmanagement in den von der Ausbreitung des Wolfs besonders betroffenen ostdeutschen Bundesländern zu kommen, zu unerfreulichen Ergebnissen bei den in Brandenburg, Sachsen und Thüringen bevorstehenden Landtagswahlen beitragen könnte. Deshalb hat Medienberichten zufolge das Bundeskanzleramt nun “die bisher ergebnislosen Ressortgespräche über den Abschuss von Wölfen an sich gezogen”, wie die FAZ schreibt. Hintergrund ist, dass sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesumweltministerin Svenja Schulze nicht einmal auf eine praktikable Entnahmeregelung für sogenannte “Problemwölfe”, die massive Schäden bei Weidetieren anrichten, einigen können (JAWINA berichtete). Betroffene Landwirte halten die  vorgeschlagenen Regelungen ohnehin für wirkungslos. Eine Regierungssprecherin erklärte gegenüber der FAZ, dass sie sich zu internen Abläufen nicht äußern wolle. Beim Thema Wölfe handele es sich um einen “normalen Abstimmungsprozess”.

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Niedersachsen: CDU-Politiker kritisiert Senckenberg-Institut

Nach einem Besuch bei der Firma ForGen am Institut für Hämatopathologie in Hamburg äußert sich der stellvertretende Vorsitzende der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion Martin Bäumer kritisch zum Thema DNA-Spurensicherung beim Wolf.

„Es macht mit Blick auf den Wolf in Niedersachsen schon nachdenklich, wenn man von Experten erfährt, welche Möglichkeiten die Forensik heute bietet. Wenn betroffenen Tierhaltern erklärt wird, dass die mutmaßliche Wolfs-DNA wegen äußerer Einflüsse wie Regen oder Sonne nicht verwertbar sei, dann ist das rechtsmedizinisch nicht haltbar. Das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, denn auch Mordfälle können nach über 30 Jahren noch gerichtsfest aufgeklärt werden. Fragen sind daher auch im Fall des „Rotenburger Gärtners“ angebracht: Bei jedem Kleinkind, das von einem Haushund gebissen wird, wird sofort die Rechtsmedizin eingeschaltet. Hier aber haben Mitarbeiter des niedersächsischen Wolfsbüros die genetischen Spuren dokumentiert. Das muss sich ändern, weil allein schon durch die unsachgemäße Spurensicherung und ihren Transport eine Kontamination mit anderen Spuren möglich ist. Darüber hinaus sind gerichtsfeste Proben besonders bei Rissen durch Hunde von Bedeutung, da es den Geschädigten ermöglicht, Verursacher und Halter zu ermitteln und Schadensersatz zu fordern. Es wird Zeit, die Spurensicherung künftig in professionelle Hände zu geben.”

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Niedersachsen: Wolfsjagd-Pflicht für Jäger?

Die Ausnahmegenehmigung zur Tötung des Wolfsrüden GW717m ist nochmals erneuert worden, wie das Niedersächsische Umweltministerium mitteilte. Die bis Ende April befristete artenschutzrechtliche Genehmigung zur Entnahme des Wolfsrüden GW717m wird bis zum 31.05.2019 verlängert und das Verfahren zur Entnahme weiter unter Hochdruck vorangetrieben. Die Gefahr weiterer Risse von geschützten Nutztieren und der Weitergabe problematischer Jagdtechniken bestehe unverändert fort, so das Ministerium. Umweltminister Olaf Lies (SPD) erwägt nun auch Verschärfungen der Regelungen für den Wolfsabschuss. Anlass sind die Probleme, den Wolf auch tatsächlich zu Strecke zu bringen. Gegenüber dem NDR zog Lies die Möglichkeit in Betracht, zwar nicht das ganze Rudel, aber mehrere Tier abschießen zu lassen, “um danach zu sehen, ob sich die Situation damit verbessert.” Außerdem beklagt Lies “mangelnde Unterstützung” der ca. 170 Revierinhaber in dem 600 Quadratkilometer großen Streifgebiet des Wolfs. Daher werde geprüft, inwieweit man die Jäger zur Mitwirkung rechtlich verpflichten könne.

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DJV: Wolf breitet sich rasant aus

Bisher unveröffentlichte Zahlen aus Sachsen-Anhalt: Jäger haben 2018 in der Hälfte der Reviere bereits Wölfe gesichtet – eine Steigerung um 260 Prozent gegenüber 2014. Bundesweit leben bereits mehr als 1.000 Wölfe, innerhalb von drei Jahren wird sich diese Zahl verdoppeln.

Gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien hat der Landesjagdverband Sachsen-Anhalt (LJV) Wolfssichtungen der Jäger ausgewertet. 2014 meldeten lediglich 19 Prozent der Jagdbezirke in Sachsen-Anhalt Wölfe, 2016 waren es 30 Prozent und 2018 bereits die Hälfte der Reviere. Innerhalb von nur vier Jahren ist die Zahl der Reviere mit Wolfssichtung demnach um 260 Prozent gestiegen. „Die ehrenamtliche Wildtiererfassung der Jägerinnen und Jäger zeigt, dass sich die Wölfe sehr dynamisch im Land ausbreiten“, sagte LJV-Geschäftsführer Wilko Florstedt. Die Werte seien nahezu identisch mit den offiziellen Zahlen des Landesmonitorings, lägen aber viel schneller vor. Das sei wichtig für das künftige Management.

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Sachsen-Anhalt: Abstimmung zum Wolf – jagen oder nicht?

Auf MDR Sachsen-Anhalt findet eine Umfrage zum Thema “Wie soll Sachsen-Anhalt mit dem Wolf umgehen?” statt. Zur Auswahl stehen die Antworten:  Der Wolf muss konsequent geschützt werden!, Der Wolf darf gejagt werden! und: Ich bin mir unschlüssig. Zum Zeitpunkt, da dieser Artikel erstellt wurde (29.04., 19.32 Uhr) liegen die Befürworter einer Bejagung des Wolfs mit 67 Prozent deutlich vorn. SE

Beitragsbild: Vorläufiges Abstimmungsergebnis zum Wolf auf MDR Sachsen-Anhalt (Screenshot).

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

Michael Stübgen: „Es geht nicht um die Ausrottung des Wolfes“

+++ Niedersachsen: Abschussgenehmigung für Wolf GW717m soll nachmals verlängert werden +++

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium plädiert auf dem Internationalen Symposium „Der Wolf in Europa – Utopie und Wirklichkeit“ für ein gemäßigtes Bestandsmanagement

Der Parlamentarische Staatsekretär beim Bundeslandwirtschaftsministerium, Michael Stübgen, hält die rechtlichen Möglichkeiten zum gemäßigten Bestandsmanagement zur Kontrolle von Wölfen in Deutschland für nicht ausreichend. Das Bundesministerium will erreichen, dass Wölfe auch vorbeugend geschossen werden können, um Rudel zu vergrämen. Diese Position machte er anlässlich des Internationalen Symposiums „Der Wolf in Europa – Utopie und Wirklichkeit“ am 26. April in Halberstadt deutlich.

Vor dem Hintergrund, dass die Wolfsbestände jährlich um rund 30 Prozent wachsen, sich also alle drei bis vier Jahre verdoppeln, werde die Debatte um den Wolf zu emotional geführt, so Stübgen. Dabei sei es wichtig, wieder zu mehr Sachlichkeit zu kommen. „Dass der Wolf zurück nach Deutschland gefunden hat, ist ein Erfolg des Artenschutzes. Gleichzeitig darf das nicht dazu führen, dass die Weidetierhaltung in bestimmten Regionen eingestellt werden muss oder Deichpflege durch Schafe nicht mehr möglich ist. Die Menschen in den ländlichen Räumen fühlen sich durch die Wölfe verunsichert. Weidetiere werden – trotz bestmöglicher Herdenschutzmaßnahmen – in zunehmender Zahl von Wölfen gerissen, ebenso Rinder und Pferde. Wir setzen uns dafür ein, dass entstandene Schäden vollständig ausgeglichen werden. Das darf aber nicht die einzige Lösung sein. Damit Weidetierhaltung auch in Zukunft weiterhin möglich ist, müssen wir den Schutz vor allem der Schafe sicherstellen. Dafür müssen wir den Wolfsbestand und die Größe der Rudel präventiv kontrollieren können – europarechtskonform und rechtssicher für alle Beteiligten“, so der Parlamentarische Staatssekretär.

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Aufgemerkt: Wolfskritiker sind rechts

Die Chefin des Berliner Büros der New York Times (NYT), Katrin Bennhold, hat einen Artikel veröffentlicht mit dem Titel “A Fairy-Tale Baddie, the Wolf, Is Back in Germany, and Anti-Migrant Forces Pounce“, also in etwa: Der Märchen-Bösewicht, der Wolf, ist zurück in Deutschland, und Anti-Einwanderer-Kräfte stürzen sich auf ihn.”. Es gebe nur “ein paar hundert” Wölfe in Deutschland, aber bei “manchen Politikern” höre sich das an, als gewärtige das Land “eine Invasion”. Was für eine Sorte von Politikern das ist, daran lässt Bennhold keinen Zweifel: Wie sie über den Wolf reden, so redeten sie auch über Immigranten, sie stilisieren den Wolf zum einem Objekt des Schreckens hoch (And the way they talk about wolves is strikingly similar to how they talk about immigrants, turning the animal into an object of terror). Ein Kulturkrieg sei im Gange, ausgefochten zwischen “urbanen Eliten und den Abgehängten auf dem Lande und zwischen Ost und West” ([…] an allegory for the nation’s simmering culture wars. Between urban elites and rural left-behinds. Between west and east.). Weiterlesen

Sachsen-Anhalt: Über 80 Prozent für Überprüfung des Schutzstatus von Wölfen

+++ Schleswig-Holstein: Radfahrer meldet Wolfssichtung im Kreis Ostholstein +++ Mecklenburg-Vorpommern: Schaf bei Rostock gerissen +++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf bei Rostock – Jagdverband warnt vor Wolfsangriffen auf Kinder +++ Österreich: Ein Wolf reißt 49 Nutztiere +++

Bürger fordern mehr Transparenz

Die CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt befragte die Bürgerinnen und Bürger zum Wolf. Die Bürgerumfrage soll eine Bestandsaufnahme sein und Grundlagen für eine – an den Interessen der Bürger ausgerichteten – parlamentarischen Arbeit bieten. Dazu wurde ein wissenschaftlich fundierter, bürgernaher Fragebogen erarbeitet, der die Haltung der Sachsen-Anhalter zum Wolf in einer Online- und einer Repräsentativbefragung abfragte. Gestern stellten die Abgeordneten und Mitglieder der Arbeitsgruppe Umwelt und Energie der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Detlef Gürth und Bernhard Daldrup, zusammen mit dem renommierten Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Stubbe von der Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung, die Ergebnisse dieser Umfrage vor. Dazu erklärt Detlef Gürth, der sich federführend mit der Thematik Wolf befasst:

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FDP fordert europaweit einheitliches Wolfsmonitoring

Bundesregierung: Zahl der Raubtiere im Land unklar – 2017 insgesamt 1636 Nutztiere gerissen

Die FDP-Fraktion im Bundestag hat ein europaweit einheitliches Monitoring von Wölfen gefordert. Der umweltpolitische Sprecher Karlheinz Busen betonte in der “Neuen Osnabrücker Zeitung”: “Wölfe kennen keine Ländergrenzen. Es gibt eine gemeinsame deutsch-westpolnische Wolfspopulation, die auch bei der Feststellung des Erhaltungszustandes gemeinsam betrachtet werden muss.” Busen griff damit ein Argument der Befürworter einer Wolfsjagd auf: Bei grenzüberschreitender Betrachtung sei der Bestand der Raubtiere nicht mehr gefährdet. Eine gezielte Bejagung wäre damit rechtlich möglich.

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Niedersachsen: Wölfe löschen Muffelwildpopulation in der Göhrde aus

+++ Baden-Württemberg: Jagdgegnerin erwirkt Befriedung ihrer sieben Grundstücke +++ Lübeck: Stadtjäger zieht verwaisten Fuchswelpen auf +++

Die Muffelwildpopulation in der Göhrde ist innerhalb von nur drei Jahren von Wölfen ausgerottet worden. Die letzten Exemplare der 1903 ausgesetzten Wildschafe wurden im Herbst 2017 gesehen, nur noch ganz vereinzelt werden versprengte Wildschafe gesichtet. Damit gilt das älteste deutsche Muffelwildvorkommen als erloschen. Zum Verhängnis wird den Mufflons ihr Fluchtverhalten: Nach einer kurzen Flucht verhoffen sie, um dann vom Wolf gepackt zu werden. Versuche, das Muffelwild einzufangen, um den reinrassigen und genetisch wertvollen Bestand wenigstens in Tierparks zu erhalten, sind gescheitert. In ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten gilt die Art aufgrund der Vermischung mit Hausschafen als gefährdet. red.

Beitragsbild: Von Wolf gerissener Muffelwidder. Foto: privat

Sachsen: Kabinett beschließt Wolfsverordnung

Das Sächsische Kabinett hat heute (16. April 2019) die Sächsische Wolfsmanagementverordnung (SächsWolfMVO) beschlossen. Sie wird Ende Mai in Kraft treten.

„Sachsen war das erste Bundesland, in dem sich Wölfe vor mehr als 20 Jahren angesiedelt haben, nachdem sie mehr als einhundert Jahre ausgerottet waren“, so der Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt. „Was aus Sicht des Naturschutzes erfreulich erscheint, führt auf der anderen Seite aber zu Konflikten. So beklagen Schäfer in steigender Zahl teils erhebliche Schäden durch Wolfsrisse in ihren Herden. Die Verordnung ist einer von vielen Schritten, mit denen wir auf die weitere Ausbreitung der Wölfe reagieren und mit denen wir insbesondere Konflikte vermeiden wollen.“

Die heute beschlossene Verordnung ergänzt den bisher bestehenden Wolfsmanagementplan. Sie regelt unter anderem für typische Situationen, wann Wölfe vergrämt bzw. entnommen werden dürfen und schafft so eine höhere Rechtssicherheit für die zuständigen Behörden, die die Entscheidung darüber treffen müssen.

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Wellershoff: “Wölfe ins Saarland umsiedeln”

+++ Thüringen: Weiterer Wolfshybrid erlegt +++

Mit einem praxisgerechten Vorschlag meldet sich der Präsident des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB) , Dirk-Henner Wellershoff, in der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zu Wort: In einem Interview mit dem Blatt schlägt Wellershoff vor, überzählige Wölfe aus Brandenburger Landen in Gegenden zu bringen, wo es noch keine gibt, “zum Beispiel ins Saarland oder nach Hessen”. Man müsse “die nicht umbringen.” An ihrem neuen Zielort angekommen sollten die Wölfe dann nach dem Willen Wellershoff “ausgebürgert” werden, was vermutlich heißen soll, dass sie nicht in ihre Brandenburger Heimat zurückkehren dürfen, falls sie in Hessen oder dem Saarland Probleme machen. Reaktionen Brandenburger Weidetierhalter bzw. von deren Kollegen aus dem Saarland oder Hessen liegen bislang nicht vor. Desweiteren spricht Wellershoff in dem Interview über den Schwenk von “Wald mit Wild” zu “Wald vor Wild” der Brandenburger Landesforst, die Zusammenführung von Forst- und Jagdbehörde und die Konsequenzen daraus, sowie die Bogenjagd und die Probleme bei der Wildschweinbejagung. SE

Beitragsbild: Headline des Interviews mit Wellershoff in der MAZ (Screenshot).

Mecklenburg-Vorpommern: Schwarzwild-Abschussprämie wird weiter ausgezahlt

Backhaus plädiert für Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes: Rechtssichere Grundlage zur Entnahme von problematischen Wölfen schaffen

Anlässlich der 30. Landesdelegiertenversammlung des Landesjagdverbandes lobte Dr. Till Backhaus am heutigen Samstag (13.04.) in Linstow den Verband für seine Entwicklung, seine Beständigkeit und Verlässlichkeit, aktuell in Bezug auf die Tierseuchenprävention: “Der Landesjagdverband ist mit seinen über 10.000 Mitgliedern ein anerkannter Naturschutzverband. Diese Anerkennung würdigt Ihr Engagement für die Natur, verpflichtet Sie aber auch zugleich“, betonte Dr. Backhaus. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es über 12.600 Jagdscheininhaber, davon fast 1.000 Frauen. „Ich freue mich, dass es immer mehr Frauen gibt, die einen Jagdschein machen“, hob der Minister hervor. Lag der Frauenanteil 2010 noch bei 5 %, lag dieser 2017 bei 7,5 %. In diesem Jahr haben über 1.700 Prüfungsteilnehmer die Jagdprüfung bestanden.

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NRW: Weiterer toter Wolf gefunden

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) bestätigt den Fund eines toten männlichen Wolfs an einer Bundesstraße in Petershagen, welcher der Kreispolizei Minden am gestrigen Montag, den 8. April 2019, gemeldet worden war. Gemäß Wolfsmanagementplan wurde der Kadaver sichergestellt und durch einen vom LANUV beauftragten Wolfsberater geborgen. Mit Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Minden-Lübbecke wird der Wolf zur veterinärpathologischen Untersuchung in das Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gebracht. Genetische Proben werden im Senckenberg Institut in Gelnhausen untersucht. Nach der Sektion wird der Wolf in die Sammlung des LWL-Museums für Naturkunde in Münster zur Präparation und Verbleib verbracht.

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M-V: Zehn Schafe im Biosphärenreservat Schaalsee gerissen, fünf weitere verletzt

+++ Sachsen-Anhalt: Jäger wollen Schutzjagd auf Wölfe +++ Österreich: Tiroler Jäger kritisieren EU-Wolfspolitik scharf +++ Bayern: Wildschwein von Zug erfasst – Großeinsatz +++ Hessen: Hund reißt trächtiges Reh +++ Bayern: Flugschüler kollidiert mit Reh +++ Bayern: Wolf bei Stephansposching gesichtet +++ NRW: Kalb in Senne gerissen +++ Schleswig-Holstein: Wolf bei Dithmarschen gesichtet – ist es GW924m? +++

Am Wochenende (6. April 2019) wurde ein Rissvorfall im Landkreis Nordwestmecklenburg gemeldet. Betroffen war eine Schafhaltung im Biosphärenreservat Schaalsee. Der Gutachter fand insgesamt zehn tote und fünf verletzte Tiere vor. Im Ergebnis der Rissbegutachtung muss ein Wolf als Verursacher des Übergriffs als wahrscheinlich gelten. Zur weiteren Untersetzung der Befunde wurden Genetikproben genommen. In der genannten Region waren bislang keine Riss­vorfälle zu verzeichnen. Daher werden die Nutztier­halter der Region um erhöhte Aufmerksamkeit sowie um Überprüfung der Schutzeinrichtungen für Haus- und Nutztierhaltungen gebeten.

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Lübeck: Frau auf Hundespaziergang von Wolf bedrängt

+++ Sachsen: “Menschen leiden wirklich unter dem Wolf” – Ministerpräsident fordert Schutzjagd auf Wölfe und kritisiert “absurde Vorschläge” von Bundesumweltministerin Schulze +++ Thüringen: Schwarzwild-Abschussprämie für Jäger und Hundeführer verlängert +++ RLP: DNA-Nachweis für Wolfsansiedlung auf Truppenübungsplatz Daaden – Wolfsterritorium ausgewiesen +++

Gestern um 10 Uhr vormittags ist eine Frau auf einem Spaziergang mit ihrem Hund am Stadtrand von Lübeck von einem Wolf bedrängt und verfolgt worden. Der Vorfall ereignete sich auf der Wiese am Behaimring / Landgraben im Osten Lübecks. Die Polizei bestätigte gegenüber JAWINA, dass der Anruf der verängstigten Frau bei der Einsatzleitstelle protokolliert wurde. Von polizeilicher Seite in Lübeck seien jedoch keine Maßnahmen ergriffen worden.

JAWINA hat mit der Frau gesprochen: “Das ist eine große Heidewiese”, berichtet sie, “Umgeben von Wald. Ich ging mit meinem Hund – nicht mehr so fit, ein alter Hund – spazieren. Der Hund war angeleint. Plötzlich stand der Wolf vor uns, er kam aus dem Wald.” Fünf Meter vor ihr und ihrem Hund stand der Wolf, guckte sie an. “Der hat überlegt, was er macht, ich war zu Tode erschrocken.”

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Rechtsanwalt Dr. Granzin: “Kann diesen ganzen Hybridisierungs-Unsinn nicht mehr hören”

Ziemlich häufig gehen Anfragen in der Red. ein, in denen nach dem Wahrheitsgehalt eines im Netz kursierenden Gerüchts gefragt wird: Demnach soll das Verfahren gegen den holländischen Jagdgast, der in Brandenburg einen Wolf erschoss, eingestellt werden – und zwar mit der Begründung, das erlegte Tier sei kein Wolf, sondern ein Hybrid. Das erscheint widersinnig, weil auch Wolfshybriden streng geschützt sind. Bedenklich an dem Gerücht ist, dass unbedarfte Zeitgenossen dadurch verführt werden könnten, einen Wolf zu erlegen, dem sie aufgrund irgendwelcher Merkmale die Rassereinheit abgesprochen haben – auch dazu kursieren ja vermeintlich unfehlbare Ansprechhilfen auf einschlägigen Seiten. Sicherheitshalber haben wir bei Dr. Heiko Granzin, dem Anwalt des Wolfsschützen noch einmal nachgefragt. Seine Antwort lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: “Ich kann diesen ganzen Hybridisierungs-Unsinn nicht mehr hören. Alle möglichen ahnungslosen Gestalten – nicht zuletzt eine Menge ahnungslose Rechtsanwälte – faseln  ohne Sinn und Verstand ständig davon, dass es sich um einen Hybriden gehandelt habe”, so Dr. Granzin

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Schleswig-Holstein/Niedersachsen: Entnahmegenehmigung für Wölfe GW924m und GW717m verlängert

+++ Niedersachsen:  Ministerium erwartet Tötung des Wolfs GW717m bis Sonntag +++

Landesamt erneuert Entnahmegenehmigung für GW924m – Expertengruppe wird weiter verstärkt

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat auf Antrag des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) die am 31. März auslaufende Entnahmegenehmigung für den Wolf GW924m verlängert. „Sollte es bis Sonntagabend nicht gelingen, den Problemwolf zu erlegen, werden wir die Bemühungen zum Abschuss weiter verstärken“, sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht heute (29. März). Die beauftragte Gruppe ausgewiesener Fachleute wird die Bejagung des Wolfes fortsetzen und bekommt dabei Unterstützung von weiteren Jagdexperten.

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Thüringen: Ohrdrufer Wölfin reisst Fohlen

Auf einer eingezäunten Weide bei Liebenstein (Ilm-Kreis) ist ein erst wenige Tage altes Fohlen von einem Wolf gerissen worden. Der betroffene Landwirt und der zuständige Rissgutachter gehen davon aus, dass der Fohlenriss auf das Konto der Ohrdrufer Wölfin geht. Die Wölfin hatte sich mit einem Hunderüden verpaart und im März 2018 sechs Wolfshybriden gewölft. Das Fohlen wurde zum großen Teil gefressen, der Landwirt und Züchter fand am Morgen nach dem Riss nur etwa ein Drittel des Tiers. red.

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Fohlen (Archivbild). Foto: privat

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Schleswig-Holstein: Kreistag fordert Sofort-Abschuss von Wölfen in Küstenregionen

Der Kreistag von Dithmarschen hat in der Sitzung des Kreistags am 21.03. eine gemeinsame Resolution der Fraktionen von CDU, FDP, UWD, SPD, WND, AfD zum Umgang mit dem Wolf beschlossen. “Als Küstenkreis mit 122 km erster Deichlinie ist der Kreis Dithmarschen durch den notwendigen Küstenschutz in einer besonderen Lage. Die Deichsicherheit ist nur durch die Beweidung von Schafen sicherzustellen. Dies ist auch gelebter Naturschutz und mit dem Wolf nicht zu vereinbaren”, heißt es darin. Aufgrund dieser besonderen Situation fordert der Kreistag Maßnahmen auf europäischer, Bundes- und Landesebene zu ergreifen. Von der EU wird gefordert, den Wolfsbestand in Europa als nicht mehr gefährdet einzustufen, “da die Population inzwischen groß genug und vernetzt mit anderen Populationen ist”, den Schutzstatus des Wolfs zurückzustufen und eine “Sonderregelung zur Ausweisung von Wolfsausschlussarealen mit sofortiger Entnahme der Tiere in Küstengebieten mit deren Schutzeinrichtungen (z.B. beweidete Deiche und Vorland) sowie den genutzten Weideflächen im Hinterland” zu schaffen.

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500 Stück in Deutschland – Unionspolitikern fordern Obergrenze für Wölfe

+++ Sachsen: Wolf mit Huhn im Maul überfahren +++ Bayern: Dachs bei Dinkelbühl gewildert, Zeugen gesucht +++

Die umweltpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktionen in Bund und Ländern haben am Dienstag in Stuttgart ein Positionspapier (ein Entwurf des Positionspapier veröffentlichte JAWINA hier) beschlossen, in dem eine Obergrenze für den Wolfsbestand in Höhe von 500 Individuen für ganz Deutschland gefordert wird. Das berichtet die Augsburger Allgemeine. Der aktuelle Wolfsbestand dürfte sich auf mindestens die doppelte Menge belaufen. Die Unionspolitiker forderten die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht und eine Entnahme von Wölfen bereits bei ernsten Schäden in der Landwirtschaft. Der umweltpolitische Sprecher der Brandenburger CDU-Landtagsfraktion, Dieter Dombrowski, erklärte gegenüber der Augsburger Allgemeinen, dass in Brandenburg Wölfe bereits durch Gärten liefen und sich Grundschulen näherten. Er wolle nicht zur Verantwortung gezogen werden, wenn Menschen zu Schaden kämen. red.

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Schaf. Foto: SE

MV erhöht in Wolfsgebieten die Förderung für Schaf- und Ziegenhalter

Das Landwirtschaftsministerium will für Schaf- und Ziegenhalter, die ihre Betriebe im Wolfsgebiet haben und bereits am Förderprogramm „Extensive Dauergrünland­beweidung mit Schafen und Ziegen“ teilnehmen, die entsprechende Förderrichtlinie ändern. Der Fördersatz wird von derzeit 220 EUR/ha auf 289 EUR/ha erhöht. „Die Erhöhung des Prämiensatzes soll zum Ausgleich der Kosten für eine effektive Wolfsabwehr beitragen“, erläutert Minister Dr. Till Backhaus das Ziel. Die Prämienerhöhung schöpft den höchstmöglichen Fördersatz im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) aus. Ebenso wird der Kreis an Zuwendungsempfängern vollständig berücksichtigt, der nach jetziger EU-Rechtslage möglich ist.

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