Schlagwort-Archive: Wölfe

Niedersachsen: “Kinder hinter Zäune, damit der Wolf frei leben kann?”

CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Toepffer: “Grenze ist erreicht – Wolfsrisse nicht mehr hinnehmbar”

„Mit Besorgnis und Erschrecken nehmen wir in der CDU-Landtagsfraktion die Ereignisse rund um die Wolfsrisse im Landkreis Nienburg zur Kenntnis. Dass unmittelbar an einem Waldkindergarten ein Alpaka gerissen wurde, zeigt, wie nah der Wolf dem Menschen kommen kann. Die Eltern sind inzwischen so verängstig, dass sie überlegen, den Kindergarten morgen in Eigenregie einzuzäunen. Kinder hinter Zäune, damit der Wolf frei leben kann – dies ist den Menschen in Niedersachsen nicht mehr vermittelbar. Es muss jetzt zügig geklärt werden, wie mit den Wölfen im Landkreis Nienburg verfahren wird“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Toepffer.

Der Fraktionschef weist darauf hin, dass sich diese Entwicklung schon länger abgezeichnet hat: „Nach den zahlreichen Schafsrissen sind die Wölfe jetzt offensichtlich darauf konditioniert, sich an große Tiere zu wagen. Der Fall des 300-Kilogramm schweren, kürzlich gerissenen Rindes zeigt, dass hier kein einzelner Wolf zu Werke geht. Die Vermutung des Wolfsberaters, dass es sich um ein Rudel handelt, ist nachvollziehbar.“

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Österreich: FPÖ-Politiker will “ausländische” Wölfe abschiessen lassen

+++ Niedersachsen: Wolf im Landkreis Lüneburg überfahren +++ Schweiz: Nachtzielgeräte für Jäger im Kanton Aargau +++ Schweiz: Waffenrecht wird verschärft, um Schengen nicht zu gefährden +++

Der niederösterreichische Landesrat und FPÖ-Politiker Gottfried Waldhäusl hat sich dafür ausgesprochen, “ausländische Wölfe” abschießen zu lassen. Bei der Veranstaltung “Nacht der Wölfe” habe Waldhäusl “erste Gespräche mit Experten über das Leben mit dem Wolf in Niederösterreich geführt” jetzt sei “die Thematik vertieft” worden, so dass “nunmehr eine Lösung präsentiert” werden könne, heißt es in einer Pressemitteilung Waldhäusls: “Die Tiere finden am Truppenübungsplatz (TÜPL) Allentsteig entsprechenden Lebensraum, dort sollen sie auch bleiben dürfen”, so Waldhäusl. “Nur: Laut Wolfsexperten Dr. Rauer kommen fast alle Tiere, die in unserem Land derzeit Schaden anrichten, aus Deutschland bzw. Polen. Diese sollen entnommen werden dürfen!” Auch die jetzt den TÜPL Allentsteig bevölkernden Wölfe sind freilich vor nicht allzu langer Zeit aus Nachbarländern Österreichs eingewandert. Man mag über Waldhäusls “Lösung” den Kopf schütteln, der Vorschlag entspricht aber mit einiger Konsequenz seiner Denkweise – schließlich hat der FPÖ-Mann bereits den schwerwiegenden Missstand thematisiert, dass “Hunde mit Migrationshintergrund” einheimischen Hunden die Tierheimplätze streitig machen würden

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JAGD ÖSTERREICH UND FACE TREFFEN EU-KOMMISSAR JOHANNES HAHN: “ÜBERARBEITUNG DES SCHUTZSTATUS FÜR WÖLFE UNABDINGBAR”

Die dringende Notwendigkeit pragmatischerer Ansätze für das Wolfsmanagement sowie die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) standen im Vordergrund des Termines zwischen dem EU-Kommissar Dr. Johannes Hahn, dem Dachverband “Jagd Österreich” und der FACE.

Zum Auftakt des Treffens gab der Geschäftsführende Landesjägermeister Dr. Ferdinand Gorton einen Überblick über die klaren politischen Forderungen von Seiten der österreichischen Jägerschaft. Der Generalsekretär der FACE Ludwig Willnegger verwies zudem auf ähnliche Forderungen des Europäischen Parlaments, des Ausschusses der Regionen sowie der Mehrheit der Mitgliedsstaaten und maßgeblicher Interessensvertreter des Ländlichen Raumes hinsichtlich des dringenden Bedarfs nach einer ordnungsgemäßen Anwendung des Artikels 19 der FFH-Richtlinie. Dies würde den Weg für eine Aktualisierung des strengen Schutzstatus des Wolfs bereiten und den Mitgliedsstaaten dadurch größere Flexibilität gewähren.

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CDU Niedersachsen: “Abschuss endlich ermöglichen – Wolfspopulation darf nicht sich selbst überlassen werden”

“Die niedersächsische Wolfspopulation hat mittlerweile eine Größe erreicht, die das Zusammenleben unverträglich macht, erklärt der niedersächsische Fraktionsvize Martin Bäumer. „In Deutschland leben zurzeit 1000 Wölfe. Unseren Hochrechnungen zufolge werden es 2022 über 4000 und 2030 über 40.000 Wölfe sein. Das ist ein jährlicher Zuwachs von rund 30 Prozent.“ Mittlerweile sei der Kontakt zwischen Wölfen und der Bevölkerung fast so wahrscheinlich wie in Kanada, obwohl dort 60.000 Wölfe leben. „Die niedersächsische Wolfspopulationsdichte ist damit im Verhältnis gesehen nur geringfügig kleiner als die in Kanada“, so Bäumer. „In Niedersachsen kommen heute auf 1000 Quadratkilometer 4,2 Wölfe. In Kanada hingegen sind es auf gleicher Fläche 6,01 Wölfe.“ Die Werte seien in den Landkreisen Uelzen und Celle besonders kritisch. „In Uelzen leben derzeit 25 Wölfe auf knapp 135 Quadratkilometern. Auf 1000 Quadratkilometern hochgerechnet sind das 184,1 Wölfe. In Celle leben 45 Wölfen auf einer Fläche von 176 Quadratkilometern– hochgerechnet auf 1000 Quadratkilometern sind das 256,7 Wölfe“, so Bäumer.

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Niederösterreich ändert Jagdgesetz, um Abschuss und Vergrämung von Wölfen zu erleichtern

Auf Antrag der Abgeordneten der Abgeordneten Schulz, Ebner, Edlinger, Hogl, Heinreichsberger und Mold vom 13. 9. wird der niederösterreichische Landtag in der kommenden Woche über eine Änderung des Landesjagdgesetzes abstimmen. Die Zustimmung zu dem Gesetzesentwurf gilt als sicher. Dabei geht es vor allem um die Ergänzung des § 100a des niederösterreichischen Landesjagdgesetzes (NOeLJG) um konkrete Handlungsbefugnisse, die Vergrämung oder Abschuss von “Großhaarraubwild” wie Luchs, Bär oder Wolf ermöglichen und beschleunigen sollen. Das öffentliche Interesse an der öffentlichen Sicherheit müsse das öffentliche Interesse am Artenschutz überwiegen, heißt es in der Begründung des Antrags. Und weiter: Da sich die bestehenden Regelungen zum Schutz von Menschen und Viehbeständen als nicht ausreichend erwiesen hätten, solle nun vor allem zum Schutz der Bevölkerung eine Präzisierung geschaffen werden. Dies solle durch eine Neufassung des § 100a geschehen. Da auch die FFH-Richtlinie Maßnahmen zum Schutz der Menschen und der öffentlichen Sicherheit zulässt, entspricht sie daher auch dieser Richtlinie. Die Antragsteller weisen darauf hin, dass es Art. 16 der FFH-Richtlinie auch gestatte, “andere öffentliche Interessen wie beispielsweise solche wirtschaftlicher Art (z.B. Tourismus) einer Interessensabwägung zu unterziehen.”

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Wolf soll Pferd bei Bremen angefallen haben

+++ Brandenburg: Wolf auf A13 totgefahren +++ Baden-Württemberg: “Volksmeinung total flach halten” – Betroffene enttäuscht von Informationsveranstaltung des Umweltministeriums zum Wolf +++ Schweiz: Ständerat strebt EU-konformes Waffenrecht an +++ Brandenburg: Anwohner im Wolfsgebiet fordern wolfsfreie Zonen +++ Bayern: Jäger schießt angeblich in Richtung von Spaziergängern – Polizei widerspricht +++

Im Bremer Umland soll ein Wolf eine Warmblut-Stute in einem Schulbetrieb angefallen und schwer verletzt haben. Nach einem Bericht des Weser-Kuriers sahen die Betreiber des Reiterhofs in Grasberg, ca, zehn Kilometer nordöstlich von Bremen, bei einem Kontrollgang am Abend einen Wolf auf der Pferdekoppel. Laut schreiend seien sie auf den Wolf zugelaufen, womit es gelang den Beutegreifer zu vertreiben. Für eines der Pferde sei der selbstlose Einsatz jedoch zu spät gekommen: Eine Stute trug am Hinterlauf im Bereich des Sprunggelenks eine schwere Verletzung davon, zwei Sehnen sind durchtrennt. Es sei unklar, ob die Stute jemals wieder im Reitunterricht eingesetzt werden könne. Auf einen Ersatz des Schadens können die Reitstallbetreiber nicht hoffen: Nach dem Vorfall kümmerten sich diese zuerst um die Reinigung und provisorische Erstversorgung der Wunde – an eine DNA-Probe zwecks Wolfsnachweis dachte niemand. Der Wolf gehöre in die Natur, meint die Reitstallbetreiberin im Weser-Kurier, dass die Kinder abends nun nicht mehr alleine auf die Weide gehen könnten, weil es zu gefährlich sei, das interessiere die zuständigen Behörden nicht: Damit müssten sie sich abfinden, habe man ihnen gesagt. red.

Beitragsbild: Pferd. Foto: SE

Wölfe: Schafhalter rufen zu europaweiten Mahnfeuern auf

Die Verbände der europäischen Schafhalter rufen zu einem europaweiten Aktionstag mit Mahnfeuern auf, um sich gegen die “Existenzbedrohung” durch den Wolf zu wehren, wie es in einer Pressemitteilung des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung heißt: “Wenn am Abend des 15. September Schäfer in ganz Europa tausende Mahnfeuer gegen den Wolf entzünden, dann wollen sie damit vor allem eins – die politischen Entscheidungsträger zur Umkehr bewegen! Denn die Wolfsschäden an ihren Herden nehmen inzwischen dramatische Ausmaße an. Durch das unkontrollierte Populationswachstum sehen sich immer mehr Schäfer sogar in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht”, heißt es in der PM des Vereins.

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Mecklenburg-Vorpommern: Mindestens 13 Wolfswelpen in MV nachgewiesen

+++ Schweiz: Verfahren gegen SVP-Politiker wegen vergiftetem Wolf eingestellt +++ Österreich: Zwei Jäger wegen Wilderei verurteilt – Anwälte kündigen Berufung an +++ Schweiz: Immer mehr Kantone erlauben Nachtzielgeräte +++ Sachsen-Anhalt/Brandenburg: Drei Wölfe in Wildunfälle verwickelt +++

In den Wolfsrudeln in Mecklenburg-Vorpommern sind in diesem Sommer mindestens 13 Welpen aufgezogen worden. Das teilt Dr. Norman Stier, Forstzoologe und Koordinator des Wolfsmonitorings in MV, mit.

Demnach konnten durch das Monitoring des Bundesforstbetriebes Trave der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in der Lübtheener Heide mindestens 3 Welpen per Fotos und Fotofallenbildern nachgewiesen werden. Ob es sich bei den Tieren wie im letzten Jahr um das Kalißer Rudel handelt, sollen Genetikproben zeigen.

In der Retzow-Jännersdorfer Heide – im Grenzbereich zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg – bestätigen Fotofallen des Wolfsbetreuers der Landesforstanstalt mindestens 5 Welpen.

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Frankreich erlaubt Tötung von Wölfen zur Bestandsregulierung

+++ Heute: Informationsveranstaltung für Jäger zur ASP in Dresden +++

Schleswig-Holstein: AfD scheitert mit Antrag, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen

Im französischen Département Alpes-de-Haute-Provence ist ab 1. September das Erlegen von Wölfen zum Zweck der Bestandsregulierung erlaubt.  Dies habe der für das Wolfsmanagement zuständige Präfekt Stéphane Bouillon entschieden, nachdem er bei einer Ortsbegehung Wolfsschäden im Département besichtigt hatte, wie die Landwirtschaftszeitung Schweizer Bauer berichtet. Bisher habe der Wolfsmanagementplan der lediglich den Abschuss von 40 Wölfen “zur unmittelbaren Verteidigung” vorgesehen. Schäfer und Landwirtschaftsverbände begrüßten den Schritt als einen “ersten Erfolg”, dem weitere Schritte folgen müssten. Die Verbände fordern, dass Weidetierhaltern in Frankreich ermöglicht werden solle, ihre Herden ohne Einschränkungen mit der Schusswaffe gegen Wölfe zu verteidigen. Dies soll nach dem Willen der Verbände auch in Nationalparks gelten. Eine weitere Forderung ist die Freigabe von Nachtzielgeräten. Der Zeitung zufolge haben Wolfsangriffe auf Nutztiere in Frankreich von 2016 bis 2017 um 18 Prozent zugenommen. Der Wolfsbestand in Frankreich wird auf insgesamt ca. 430 Tiere geschätzt.

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Schweiz: Abschuss von zwei Wölfen angeordnet

Jacques Melly, Staatsrat im Schweizer Kanton Wallis, hat den Abschuss von zwei Wölfen in den Regionen Goms und Val d’Anniviers angeordnet. In diesen Regionen wurden im Verlaufe des Sommers mindestens 34 Schafe auf geschützten Alpen und 87 auf nicht schützbaren oder ungeschützten Alpen gerissen. Die Bewilligungen für je einen Wolfsabschuss in den beiden Regionen stützen sich auf die Bestimmungen der eidgenössischen Jagdgesetzgebung und deren Verordnung.

In der Region Goms haben die Rissereignisse ab Mitte August 2018 bis zum vergangenen Wochenende stark zugenommen. Dabei wurden auf geschützten Alpen mindestens 23 Schafe getötet und zehn verletzt. Da bereits im Vorjahr Schäden zu verzeichnen waren und auf den geschützten Alpen Bellwald (Richinen), Rappental und Geren-Längis mehr als 15 Schafe gerissen wurden, sind gemäss Art. 9bis der eidgenössischen Jagdverordnung (JSV) die Voraussetzungen für den Einzelabschuss eines Wolfes im Goms in den Schadenperimetern erfüllt. Der Departementsvorsteher hat deshalb, gestützt auf diese Feststellungen, auf den Alpen Richinen, Rappental, Geren-Längis und deren Umgebung, einen Wolfsabschuss angeordnet.

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Schleswig-Holstein: FDP will “Wolf als jagdbare Tierart ins Jagdrecht aufnehmen”

Wer braucht noch Wölfe? Polnische Gemeinde will Wölfe einfangen und verschenken

Der FDP-Landtagsabgeordnete Oliver Kumbartzky, Parlamentarischer Geschäftsführer und agrarpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein, hat ein Positionspapier zum Wolf im Landtag eingebracht. Darin heißt es: “Eine Aufnahme des Wolfes als jagdbare Tierart in das Bundesjagdgesetz ist erforderlich. Die Aufnahme in das Jagdgesetz ohne gleichzeitige Aufnahme in die Verordnung über die Jagdzeiten würde zunächst am Schutzstatus nichts ändern. Doch mit der Einbindung der Jägerschaft durch die Verpflichtung zur Hege und Pflege des Wolfes könnte deren jagdfachlicher Sachverstand beim Wolfsmanagement und insbesondere beim Wolfsmonitoring nutzbar gemacht werden.” Die FDP-Fraktion fordert für Schleswig-Holstein die Umsetzung einer Reihe Maßnahmen zum Wolf. So müsse “das Wolfsmanagement Schleswig-Holstein dringend seinem Namen besser gerecht werden”, Schäden durch Wölfe seien “in ihrem gesamten Ausmaß vollständig zu kompensieren.”

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Brandenburg: Hundebesitzer muss Irish Setter mit Knüppel gegen Wolf verteidigen

Hündin bei Attacke durch Wolfsrudel schwer verletzt – Tollwut Antikörper bei Wölfin nach Hundeangriff in Tschechien nachgewiesen

In der Bücknitzer Heide bei Ziesar (Landkreis Potsdam Mittelmark) ist eine frei laufende Irish Setter Hündin am Rand einer Dickung von drei Wölfen attackiert worden. Der Setter war zum Zeitpunkt des Angriffs nur 10 bis zwanzig Meter von dem Besitzer entfernt. Als die Hündin auf die Wölfe stieß, griffen diese sofort an. Der Hundebesitzer ging mit einem Knüppel auf die Wölfe los und konnte sie schließlich in die Flucht schlagen. Wie die Märkische Allgemeine Zeitung berichtet, erlitt die Hündin tiefe Bisswunden und musste operiert werden. Sie hat die OP wohl gut überstanden. Der Amtsdirektor von Ziesar, Norbert Bartels, sprach gegenüber der MAZ von “einer neuen Qualität von Begegnungen zwischen Wolf, Mensch sowie Haus- beziehungsweise Nutztieren”. Bartels geht von einer weiteren Zunahme der Konflikte aus, wenn sich die Wolfspopulation weiter ungehemmt vermehrt. Der Brandenburger Wolfsbeauftragte Steffen Hinze empfiehlt in der MAZ, Hunde im Wald stets an der Leine zu führen. Eine interessante Frage stellte ein Schafhalter, der bereits mehrere Schafe durch Wölfe verloren hat, in der MAZ: “Was machen eigentlich Pilzsammler, wenn sie in einer Dickung auf ein Wolfsrudel stoßen?“

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Österreich: Naturschutzverband will Ampelsystem für Wolf

+++ Geflügelpest in Nordwestmecklenburg ausgebrochen +++ USA: Richter stoppt Jagd auf Grizzly-Bären in Idaho und Wyoming +++ Schweiz: 22jähriger Jäger tödlich abgestürzt +++ Österreich: Jäger knickt um, aufwändige Bergrettung +++ Erster ASP-Ausbruch in Bulgarien +++ Österreich: Jagdhund eines Touristen hetzt Mufflon-Schaf – Hundebesitzer will es mit Knüppel totschlagen +++ Baden-Württemberg: Jäger schießt entlaufenen Stier +++

Der österreichische Naturschutzverband Kuratorium Wald plädiert für die Einführung eines “Ampelsystems” für den Wolf. Anhand dieses Systems sollen geeignete Lebensräume für den Wolf ausgewiesen werden. Knapp ein Sechstel Österreichs käme als Habitat für Wölfe in Frage, erklärte der Obmann des Kuratoriums Wald, Dr. Gerhard Heilingbrunner, gegenüber der Kronen-Zeitung. In diesen Gebieten solle der Wolf geschützt werden, in den übrigen solle zwar ein Durchzug von Wölfen möglich sein, diese aber vor einer Ansiedlung vertrieben werden. Gelinge die Vergrämung nicht, so käme als letztes Mittel auch der Abschuss in Frage, so Heilingbrunner. Österreich biete Lebensraum für maximal fünf Rudel, das Land vertrage maximal 50 bis 60 Wölfe, schätzt der Experte. Heilingbrunner plädiert für die rasche Verabschiedung einer Wolfsverordnung und einer Entschädigungsregelung für Weidetierhalter.

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Bayern: “Gefährdung der Weidewirtschaft durch Wölfe in Bayern verhindern!”

+++ Niedersachsen: Umweltminister warnt vor Selbstjustiz beim Wolf +++

Die Beweidung der bayerischen Almen beziehungsweise Alpen prägt ganz wesentlich die vielfältige Landschaft im Alpenraum. Auch weite Teile der bayerischen Mittelgebirge werden durch das Beweiden mit Vieh – vor allem mit Rindern, Schafen und Ziegen – offen gehalten. „Diese Weidewirtschaft darf durch den Wolf nicht unzumutbar erschwert oder gar unmöglich gemacht werden“, sagt Angelika Schorer, die Vorsitzende des Landwirtschaftsausschuss im Bayerischen Landtag. Gemeinsam mit Dr. Otto Hünnerkopf, dem umweltpolitischen Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, unterstützt sie die Entnahme des Wolfes aus der Landschaft unter bestimmten Voraussetzungen. Wenn diese Möglichkeit nicht geschaffen wird, könnte womöglich ein erheblicher Rückgang der Weidewirtschaft mit gravierenden Folgen drohen.

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Niedersachsen: Erneut Wolf mit Schusswunden aufgefunden

+++ Schafzüchterverband fordert Bewaffnung von Schäfern zur Wolfsabwehr +++ Brandenburg: Wolf reißt Damhirsch neben Spielplatz +++ ASP breitet sich weiter aus: 4900 Fälle bis Ende August in Europa +++ NRW: Wolf reißt Hirschkalb bei Schermbeck +++ Brandenburg: Wildschwein verendet nach Kollision mit Smart – Smart auch tot +++

46. toter Wolf in Niedersachsen – siebter illegal getöteter

Am Vormittag des 25. August wurde der Polizei Lüneburg auf einem Rübenfeld an der Landstraße 222 bei Dahlem ein toter Wolf gemeldet. Das teilte das Wolfsbüro im NLKWN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) mit. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen Rüden, wahrscheinlich ausgewachsen. Der Kadaver wurde für forensische Untersuchungen an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) nach Berlin gebracht. Dort stellte das IZW bei dem toten Wolf eine tödliche Schussverletzung durch ein Teilmantelgeschoss fest. Die Polizei geht daher von einer gezielten illegalen Tötung aus. Die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen ermittelt.

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Österreich: Petition zur erleichterten Entnahme von “Problemwölfen” gestartet

Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich (LK NOe) hat eine Petition gestartet, die das Ziel verfolgt, die Entnahme von sogenannten Problemwölfen gemäß Artikel 16 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG) zu erleichtern. Unter dem Titel “Mit der Petition Wolf zu mehr Sicherheit” heißt es auf der Internetseite der LK NOe: “Wiederholte Vorfälle in Niederösterreich führen vermehrt zur Unsicherheit in der Bevölkerung. Mit der Petition Wolf können Sie ab sofort ein Zeichen setzen um Siedlungsgebiete sowie Raum für Weidetiere in Zukunft wieder sicherer zu machen.” Die Wölfe seien europarechtlich mehrfach streng geschützt. Das dürfe nicht dazu führen, dass dadurch der Schutz der Menschen in den Siedlungsgebieten unserer Kulturlandschaft und die öffentliche Sicherheit verloren gehen.

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Österreichischer Politiker will Absenkung des Schutzstatus von Wölfen beantragen

DNA-Untersuchungen bestätigen: Wölfe für gerissene Schafe im Schwarzwald und gerissene Kälber im Allgäu verantwortlich

Nachdem die Schweiz bei der Berner Konvention die Rückstufung des Schutzstatus von Wölfen gefordert hat (JAWINA berichtete), will nun auch der stellvertretende Landeshauptmann Niederösterreichs, Stephan Pernkopf, die EU-Kommission auffordern, “den Wolf von der Artenschutzliste zu streichen”, wie heute.at berichtet. Wegen des zu erwartenden exponentiellen Wachstums der Wolfspopulation sei kein Schutzstatus mehr notwendig, so Pernkopf. Regulierungsmaßnahmen hingegen seien “unbedingt nötig”. Im Interview mit dem ORF ergänzte Pernkopf: “Der Wolf ist in Europa kein gefährdetes Tier, es gibt etwa 30.000 Wölfe. Die Sicherheit der Menschen muss oberste Priorität haben.” Die Kritik von Naturschutzverbänden an der in Niederösterreich neuerdings zulässigen Vergrämung von Wölfen mit Schreckschüssen und Gummigeschossen (JAWINA berichtete), bezeichnete Pernkopf als “zynisch und ignorant”. Die 31 zuletzt vom Wolf gerissenen Schafe seien durch Zäune geschützt gewesen. “Was soll man da noch mehr machen?”, fragt Pernkopf. Dies seien ” theoretische Diskussionen”, die er zurückweise.

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Sachsen: Pferde von Wolf auf Bundesstrasse getrieben? OVG lässt Berufung zu

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht hat mit Beschluss vom 2. August 2018 (Az.: 4 A 930/17) die Berufung in einem Klageverfahren zugelassen, in dem der Kläger vom beklagten Freistaat Sachsen den Ausgleich eines Schadens fordert, der nach Vorbringen des Klägers durch Einwirkung eines Wolfs entstanden ist. Am 10. Dezember 2013 wurden bei einem nächtlichen Verkehrsunfall auf der Bundesstraße B 6 in Zehren (Landkreis Meißen) zwei Menschen schwer verletzt und mehrere Pferde des Klägers getötet. Nach seinen Angaben waren die Tiere aus der Koppel ausgebrochen und zunächst wieder eingefangen worden. Beim Zurückführen auf die Koppel sollen sie erneut in Panik auf die Straße geflohen sein, wo sie von mehreren Fahrzeugen erfasst wurden. Der Kläger hat geltend gemacht, dass die Tiere die Witterung eines oberhalb ihrer Koppel stehenden Wolfs aufgenommen hätten. Zum Nachweis hat er sich darauf bezogen, dass am 13. Dezember 2013 in der Nähe der Koppel u. a. Pfotenabdrücke eines Wolfs gefunden worden seien. Im Mai haben Wölfe bereits nachweislich den Ausbruch einer Pferdeherde in Niedersachsen verursacht (JAWINA berichtete).

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Schweiz: “Grundlagen für Regulierung des Wolfsbestands schaffen”

+++ Brandenburg: Stadt Schlieben will wolfsfreie Zone werden +++ Sachsen: Wolf bei Wildunfall verletzt +++ Schweiz: Wolf reißt 18 Schafe in Graubünden +++

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Schweizer Nationalrates hat der Vorlage zur Teilrevision des Jagdgesetzes zugestimmt. Der Entwurf des Bundesrates stelle eine ausgewogene Vorlage dar, ist die Mehrheit überzeugt. Eine Minderheit verlangt die Rückweisung an den Bundesrat.

Die Kommission ist einstimmig auf die Vorlage zur Teilrevision des Jagdgesetzes eingetreten (17.052), wie die Schweizer Parlamentsdienste mitteilen. Der Entwurf des Bundesrates geht zurück auf verschiedene Vorstöße aus dem Parlament. Insbesondere forderte die Motion Engler, Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung, den Bundesrat auf, die rechtlichen Grundlagen zu schaffen für eine Bestandsregulierung von Wölfen, um die Herausforderungen mit der wachsenden Wolfspopulation zielgerichtet und bedarfsgerecht angehen zu können. Die Kommissionsmehrheit ist der Auffassung, dass der Bundesrat dem Parlament eine ausgewogene Vorlage präsentiert, welche sowohl dem Artenschutz, aber auch den Lösungen für das Zusammenleben mit Großraubtieren Rechnung trägt. Sie stellt dabei fest, dass nicht länger nur die Bergbevölkerung betroffen ist, sondern der Wolf bei seinen Streifzügen bis weit ins Mittelland vorstößt.

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Umfrage: Ein Drittel der Bevölkerung hat Angst vor dem Wolf

“Anwachsen der Wolfspopulation nicht zukunftsfähig – Wildbiologe kritisiert “naive Sicht des Natur- und Artenschutzes”

Am Mittwoch wurde in St. Pölten eine Studie der Meinungsforscherin Sophie Karmasin vorgestellt, an der 1000 Österreicher teilnahmen, wie der ORF berichtet. Dabei gab etwa ein Drittel aller Befragten an, Angst vor dem Wolf zu haben: Der Wald werde als Erholungsgebiet gemieden, Aktivitäten wie Beeren sammeln, Sport, Spaziergänge oder Familienausflüge würden eingeschränkt. Der Wald werde als Erholungsgebiet weniger oder gar nicht mehr genutzt. 69 Prozent der Befragten fürchten negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft durch den Wolf, 56 Prozent meinten, dass sich die Anwesenheit des Wolfs negativ auf andere Tiere auswirke, 35 Prozent fürchteten Nachteile für die Jagd. Die Studie wurde vor den aktuellen Wolfsrissen im Waldviertel (JAWINA berichtete) durchgeführt. Momentan würde das Stimmungsbild vermutlich dramatischer als in der Studie ausfallen, schätzt Meinungsforscherin Karmasin, weil diese Ereignisse noch nicht eingepreist seien.

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“Abschuss light”: Niederösterreich erlaubt Schreckschüsse und Gummigeschosse zur Wolfsvergrämung

+++ Deutschland: Rasanter Anstieg der Wolfsschäden +++ Österreich: Tourismusbetriebe fürchten, dass Gäste wegen Wolf ausbleiben +++ Schweiz: Nur 12 von 29 Gespannen bestehen Schweißprüfung im Kanton Solothurn +++ Österreich: Jäger schießt Fuchs vom Auto aus – Polizei ermittelt +++ Brandenburg: Fuchs tötet WM-Orakel und drei weitere Pinguine +++

Als Reaktion auf die steigende Zahl von Wolfsrissen haben die Landeshauptmannschaften Zwettl und Gmünd in Niederösterreich Vergrämungsmaßnahmen gegen Wölfe gestattet. Die Jagdausübungsberechtigten vor Ort können künftig Schreckschüsse und Gummimunition einsetzen, um Wölfe zu vertreiben. Die Vergrämungsmaßnahmen dürfen in der Nähe von Weidetieren eingesetzt werden, wie Behördenvertreter den Jägern erläuterten. Für die Schreckschüsse ist scharfe Munition erlaubt, für den Vergrämungsbeschuss ist Gummischrot im Kaliber 12/70 vorgesehen. Diese Maßnahmen sind vorerst auf die Gemeinden Langschlag und Bad Großpertholz beschränkt. Dort sind seit dem 20. Juli 31 Schafe gerissen worden. Wildbiologen gehen davon aus, dass sich Wölfe in der Region dauerhaft angesiedelt haben. Deshalb sei es besonders wichtig, dass der Wolf seine Scheu nicht verliere, erklärte Landeskammerrat Daniel Heindl von der Landwirtschaftskammer Niederösterreich gegenüber dem ORF. “Wir sind mit dieser Lösung sehr zufrieden”, sagte Heindl, das Land und die Behörden setzten mit Unterstützung der Jägerschaft auf Maßnahmen, um Nutztiere zu schützen.

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Thüringen: Wölfe treiben Schafe auf die Autobahn

Niedersachsen: NLWKN bestätigt: Wölfe für Ausbruch von Pferden bei Selsingen verantwortlich

Bei Wechmar, einem Ort in der Umgebung des Truppenübungsplatzes Ohrdruf (Landkreis Gotha) haben Wölfe zwei Ziegen und ein Schaf gerissen. Weitere fünf Schafe brachen aus der Koppel aus und wurden mehrere Kilometer weit auf die Autobahn 4 getrieben. Die Tiere wurden von zwei Sattelzügen erfasst, die nicht mehr bremsen oder ausweichen konnten. Personen kamen nicht zu Schaden, an den Fahrzeugen entstand nach Schätzung der Polizei ein Sachschaden in Höhe von ca. 3000 Euro. Die übrigen Tiere wurden von den Schäfern zurück in ihrem Pferch getrieben. Auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf lebt eine Wölfin, die einen Wurf Mischlingswelpen großzieht. Drei der ursprünglich sechs mit einem Hund gezeugten Wolfshybriden sollen noch am Leben sein.

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Ukraine: Weniger Jagd, mehr Wolfsangriffe

Aus naheliegenden Gründen kommt die geregelte Jagd in Kriegsgebieten weitgehend zum Erliegen: “Es ist ein gewaltiges Risiko für Zivilisten, in Kriegszeiten mit einem Gewehr durch ein Feld zu laufen. Sie könnten auf eine Mine treten oder von einem Scharfschützen erschossen werden”, erklärt Viktor Storoschenko Leiter der Jagd- und Forstbehörde der ukrainischen Donezk-Region, wo es noch immer zu Gefechten zwischen den von Russland unterstützten Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen kommt. In einem Bereich von 40 Kilometern um die Frontlinie ist die Jagd verboten, um möglicherweise folgenreiche Verwirrungen und Fehlannahmen über die Frage zu vermeiden, wer da schießt und auf wen, heißt es in dem Artikel “A Consequence of Ukraine’s War: Less Hunting, More Wolf Attacks” [Eine Konsequenz des Krieges in der Ukraine: Weniger Jagd, mehr Wolfsangriffe] in der New York Times.

Alexander Podlesnyi wurde “zu einem Extrembeispiel für die unbeabsichtigten Nebenwirkungen des Krieges”, schreib die NYT: Als er eines Morgens aus seinem Haus trat, um die Hühner zu füttern, nahm er wahr, dass etwas auf ihn lossprang, noch bevor er den Umriss als Wolf identifizieren konnte. Sein erster Gedanke sei gewesen, Wo kommt der denn her?, sein zweiter, nachdem der Wolf sich in seinen linken Arm verbissen hatte: Entweder ich töte ihn, oder er tötet mich.

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Berner Konvention: Schweiz beantragt Rückstufung des Schutzstatus des Wolfs

Die Schweiz hat am 16. August 2018 bei der Berner Konvention des Europarates einen Antrag um Rückstufung des Wolfs von «streng geschützt» zu «geschützt» eingereicht. Dies entspricht einem Auftrag der UREK des Ständerats. Würde diesem Antrag stattgegeben, bliebe der Wolf zwar ein geschütztes Tier. Die Vertragsstaaten der Berner Konvention würden aber mehr Handlungsspielraum beim nachhaltigen Management des Wolfs erhalten. Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention wird den Antrag an seiner jährlichen Sitzung im November beraten.

Die Schweiz beantragt beim Ständigen Ausschuss der Berner Konvention, dass der Wolf nicht mehr in Anhang II «streng geschützt», sondern neu in Anhang III «geschützt» aufgeführt wird. Die Wolfsbestände in Europa sind in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen, insbesondere in jenen Ländern, wo der Wolf vor vierzig Jahren – zur Zeit der Erarbeitung des internationalen Vertragswerks – nicht mehr in der Natur vorkam. In der Schweiz wanderten die ersten Wölfe 1995 zu. Vor sieben Jahren bildete sich in Graubünden das erste Rudel. In der Folge wuchs der Wolfsbestand auch in den Schweizer Alpen rasch an, auf heute drei bis vier Rudel und insgesamt ca. 50 Wölfe.

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Brandenburg: Familienbetrieb verliert in einem Jahr 21 Kälber und 1 Pony an Wolf

Streit um Wolfsrisse eskaliert – Hausverbot für Nabu-Rissgutachter

21 Rinder und ein Reitpony hat der Brandenburger Landwirt Ralf Högemann in seinem 500-Hektar-Familienbetrieb innerhalb nur eines Jahres an Wölfe verloren. Die Wölfe, manchmal einer, manchmal zwei oder drei, schleichen “morgens, mittags, abends und nachts” um den Betrieb, bis auf 100 Meter nähern sie sich seinem Wohnhaus, Högemann fährtet sie auf dem Weg zwischen den Ställen, den Kindern hat er verboten dort zu spielen, wie der Landwirt in der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) berichtet. Vier Wochen lang hat er aus Angst vor Wolfsangriffen auf der Weide übernachtet. Inzwischen fürchtet Högemann um seine Existenz: Wir sind ein Familienbetrieb, ein kleines Unternehmen, wir wissen nicht, wie es weitergehen soll, klagt er in der MAZ. Für keinen der Wolfsrisse hat er bislang eine Entschädigung erhalten.

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Bayern: DNA-Untersuchung bestätigt: Kälber im Allgäu von Wolf gerissen

Aktionsplan Wolf geht in Verbändeanhörung

Ende Juli und Anfang August wurden im Landkreis Oberallgäu (Burgberg; Wertach) mehrere Kälber tot aufgefunden. Zur weiteren Abklärung beauftragte das Landesamt für Umwelt (LfU) die genetische Analyse gesicherter Speichelspuren am nationalen Referenzlabor. Die nun vorliegenden Untersuchungsergebnisse dieser Fälle bestätigen einen Wolf. Derzeit laufende Analysen sollen weitere Erkenntnisse zu Geschlecht und Herkunft liefern. Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern werden informiert. Im Fall eines Wolfsrisses erhält der Nutztierhalter eine Entschädigung durch den Ausgleichsfonds Große Beutegreifer. Die Auszahlung der entsprechenden Entschädigungssumme wird vorbereitet. Claus Kumutat, Präsident des LfU: „Wir nehmen die aktuelle Situation sehr ernst. Die betroffenen Landwirte vor Ort werden zügig und unbürokratisch entschädigt. Außerdem werden wir den Runden Tisch vor Ort erneut einberufen, um gemeinsam über das weitere Vorgehen zu diskutieren. Dabei werden wir klären, wie wir die Landwirte in der Region schnell unterstützen können. Die Landwirte werden dazu einen festen Ansprechpartner zur Verfügung gestellt bekommen.“

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“Ende der Geduld ist erreicht”: Verbände fordern Zurückziehen des Wolfsmanagementplans

„Acht-Punkte-Plan“ zum Umgang mit dem Wolf vorgelegt – Wendorff: „Der Wolf ist in Brandenburg unumkehrbar angekommen, die Verwaltung offenbar nicht! Das zukünftige Wolfsmanagement muss langfristig auch auf ein aktives Bestands- und Konfliktmanagement ausgerichtet sein!“

Die Verbände im ländlichen Raum zeigen sich vom Inhalt des vom Umweltministerium in Umlauf gebrachten Wolfsmanagementplans (JAWINA berichtete) entsetzt. „Wir waren das erste deutsche Bundesland mit einem eigenen Wolfsmanagementplan. Und selbst der zweite Managementplan, trotz eines Kapitels ungelöster Probleme, war wenigstens noch ein Managementplan. Nun wird eine Loseblattsammlung bereits bestehender Verordnungen und Informationen als Grundlage für die Evaluierung zusammengeheftet: ziellos, visionslos, kraftlos“, fasst Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes und Vorstand im Forum Natur, den Eindruck der Verbände zusammen.

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Wissenschaftler: “Wölfe weder bedroht, noch isoliert”

+++ Dänemark: ASP-Schutzzaun wird 2019 gebaut +++ Kommentar zum Wolf: Höchste Zeit für Abschussregeln +++ Bayern: Wolf in Aschaffenburger Garten gesichtet +++ Sachsen: Wolf reißt Ziegen auf Kita-Gelände +++ Thüringen: Wolf attackiert Schafherde zum fünften Mal +++ Kommentar: Wolf gehört bejagt +++ Bayern: Wölfe wandern weit +++ Belgien: Zweiter Wolf in Provinz Limburg nachgewiesen +++ Niedersachsen: Wölfin bei Eggestedt totgefahren +++ Österreich: Wolfsriss in Bio-Baumschule +++ Bayern: Dutzend Wolfssichtungen im Allgäu +++

Jörn Theuerkauf wird man mit weit größerem Recht als Wolfsexperten bezeichnen dürfen, als etliche der zahlreichen sogenannten und selbsternannten Pseudo-Wolfsexperten, die von der Naturschutzlobby gleich dutzendweise hervorgebracht und dankbar in den Medien herumgereicht werden. Denn Theuerkauf ist Biologe, hat in Polen Feldforschung zum Wolf betrieben und seine Diplomarbeit über das Thema verfasst. Das Osterholzer Kreisblatt, eine Lokalausgabe des Weser-Kuriers, berichtet unter dem Titel “Wölfe: Eine wissenschaftliche Sicht” über einen Vortrag, den Theuerkauf gehalten hat. Er sei Wissenschaftler und liefere Informationen, entscheiden oder urteilen wolle er nicht, sagt er über sich selbst. Eine löbliche Haltung, mit der sich Theuerkauf wohltuend von “Wissenschaftlern” abhebt, bei denen kaum zu entscheiden ist, ob sie in erster Linie Wissenschaftler oder doch eher Aktivisten sind, auch wenn ihm der Verzicht auf Urteile nicht durchgängig gelingt: Denn dem Artikel nach zu urteilen nimmt Theuerkauf diverse Wertungen vor, die man teilen kann oder auch nicht. Doch von den Informationen, die er liefert, seien “einige doch überraschend”, schreibt das Kreisblatt, zum Beispiel, wenn es um den Schutzstatus des Wolfes gehe.

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Bayern: Nachweis von Jungwölfen im Veldensteiner Forst

Im Landkreis Bayreuth wurden zwei Jungwölfe am 02.08.2018 von einer automatischen Kamera abgelichtet. Dies ergab die aktuelle Auswertung einer Fotofalle im Veldensteiner Forst. Es handelt sich in diesem Jahr um den ersten Nachweis von Wolfswelpen in Bayern. Die Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern vor Ort wurden informiert. Seit 2006 werden in Bayern immer wieder einzelne Wölfe nachgewiesen. In der Regel sind es durchziehende Jungtiere, die entweder aus der Alpenpopulation oder der mitteleuropäischen Flachlandpopulation stammen. Standorttreue Wolfspaare gibt es seit Anfang 2018 im Veldensteiner Forst und seit Ende 2016 je eines auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr und grenzüberschreitend im Bayerischen Wald.

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Baden-Württemberg: Wolf vor der Haustür

+++ Bayern: Schon fünf tote Kälber im Landkreis Oberallgäu +++ Baden-Württemberg: Staupe-Infektionen bei Füchsen in Denzlingen +++

Eine Frau will in Neuweiler (Landkreis Calw) einen Wolf ca. 40 Meter vor ihrer Haustür gesehen haben. Das berichtet der Schwarzwälder Bote. Die Anwohnerin saß demnach gegen 5 Uhr früh auf ihrer Terrasse und trank einen Kaffee, als sie ein großes Tier im Lichtkegel einer Straßenlaterne bemerkte. Als das Tier sich umblickte und sie ansah, erkannte sie, dass es ein Wolf war. Sie lief ins Haus, um ihren Mann zu wecken und ihr Handy für ein Beweisfoto zu holen. Sie zog für das Foto einen Rolladen hoch, durch den damit verbundenen Lärm sei das Tier wohl verscheucht worden. Die Anwohnerin erklärte zudem gegenüber der Zeitung, dass sie sonst um diese Zeit immer Wild sehe, seit einigen Wochen aber nicht mehr. Auch Hunde würden sich bei Spaziergängen mitunter “merkwürdig verhalten”. Im Nordschwarzwild sind in den vergangenen Monaten mehrfach Wölfe gesehen und durch Wildkameras fotografiert worden. red.

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels im Schwarzwälder Boten (Screenshot).

Österreich: Landwirtschaftskammer fordert, WWF soll Herdenschutz finanzieren

“Wenn Naturschutzorganisationen wie der WWF Spenden für Wölfe einheben – warum wird dieses Geld nicht verwendet, um Herdenschutzmaßnahmen zu finanzieren?”, fragt Daniel Heindl, bei der Landwirtschaftskammer Niederösterreich für die Wolfsproblematik zuständig, im ORF. Es sollten diejenigen in die Pflicht genommen werden, die “vom Geschäftsmodell Wolf” leben, so Heindl weiter. Bisher müssten die Bauern die Finanzierung der Wolfsschutzzäune alleine stemmen, da in Niederösterreich keine Zuschüsse für Herdenschutzmaßnahmen gezahlt würden – doch auch wenn, wie in Deutschland, Zuschüsse gezahlt werden, ist die Frage berechtigt, warum die Wolfsprofiteure den Steuerzahler nicht bei den Kosten für den Herdenschutz entlasten sollen. Denn der wird immer aufwändiger und damit teurer, wie sich in Brandenburg und Sachsen gut verfolgen lässt: Die Wölfe lernen immer besser, die Zäune zu überwinden, so dass der Herdenschutz zu einem “permanenten Wettrüsten mit der intelligenten Tierart Wolf” ausarte, stellt Heindl fest.

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Sachsen-Anhalt: Reproduktionsnachweise bei elf Wolfsrudeln

Stand der Auswertung des Wolfsmonitorings im Monitoringjahr Mai 2017 bis April 2018

Für das Monitoringjahr 2017/18 (01.05.2017 bis zum 30.04.18) liegen Nachweise über insgesamt 95 Wölfe in Sachsen-Anhalt vor. Diese Anzahl umfasst 26 geschlechtsreife Tiere, welche insgesamt 13 territorialen Ansiedlungen (davon zwei grenzübergreifend) zuzuordnen sind. Für elf Rudel konnte der Reproduktionsnachweis erbracht werden. Demzufolge wurden 47 Welpen nachgewiesen. Außerdem sind zwölf Jährlinge sowie zehn weitere Individuen belegt, deren Altersklasseneinordnung jedoch nicht eindeutig erfolgen konnte. In zwei Ansiedlungen (Altengrabow und Coswig) konnten bisher keine Welpen nachgewiesen werden, daher ist deren Rudelstatus für das Monitoringjahr 2017/18 zur Zeit unklar.

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Schleswig-Holstein: Dänische Wölfe reissen Schafe in Norddeutschland

+++ Bayern: Zwei Kälber im Oberallgäu gerissen – Landrat fordert Wolfsabschuss +++ RLP: Jäger von Hochsitz erschlagen +++

Im Verlauf des Juni wurden in Schleswig-Holstein im Vergleich zu den Vorjahren ungewöhnlich viele Wolfsnachweise erbracht. Das teilt das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUlR) mit. Die Gründe für diese ungewöhnliche Häufung von Nachweisen könnten in dem Umstand liegen, dass im vergangenen Jahr in Dänemark in der Nähe der Ortschaft Ulfborg in einem Wolfsrudel acht Welpen geboren wurden, die in diesem Jahr damit begonnen haben, ihr Rudel zu verlassen, um Geschlechtspartner und geeignete Lebensräume zur Gründung eines eigenen Rudels zu finden. Zumindest einige dieser Tiere sind auch in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden.

Zwar konnte im Falle genetischer Untersuchungen in den meisten Fällen lediglich der Haplotyp HW01 ermittelt werden – der in Mitteleuropa häufigste -, aufgrund des Nachweises von mindestens drei dänischen Welpen kann zumindest vermutet werden, dass diese Tiere für den auffälligen Anstieg der Nachweise im Verlauf des Juni verantwortlich sind. Es konnten bislang die im Folgenden aufgeführten dänischen Jungwölfe in Schleswig-Holstein nachgewiesen werden:

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Österreich: Steuerungsgruppe Herdenschutz und große Beutegreifer in Tirol konstituiert

+++ Niedersachsen: Ahmstorfer Jäger begeistern Kinder für die Jagd +++ Hessen: Nilgänse werden in Rüsselsheim zur Plage +++ Niedersachsen: 20 Nutriafallen an sieben Hegeringe verteilt +++ Hessen: Landwirt wegen Ausmähen von Kitzen zu 7500 Euro Geldstrafe verurteilt +++ Tschechien: Wolf nach Schafsriss in Schafsgehege im Riesengebirge entdeckt – “Gutachter”: Wolf kann Schafe nicht gerissen haben, da Gehege “zu nahe an Menschen” +++ Schweiz: Calanda-Wölfe haben Nachwuchs +++ Schleswig-Holstein: Radfahrer stirbt nach Wildunfall +++ Bayern: Kalb im Oberallgäu von Wolf gerissen? +++ Sachsen-Anhalt: Jäger tränken Wildtiere wegen Trockenheit +++ Österreich: 16 Prozent aller Füchse Im Bundesland Salzburg mit Fuchsbandwurm infiziert +++ Brandenburg: Zu wenig Spannung am Weidezaun: Schäfer wird nach Wolfsriss nicht entschädigt +++ Russland: Elch-Trophäe geklaut +++ Baden-Württemberg: Schäfer hadern mit staatlich verordneten Herdenschutzmaßnahmen im Wolfsgebiet +++

Tirol will maßgeschneiderte Maßnahmen zum Schutz der Alm- und Weidewirtschaft

Die kurz vor der Sommerpause von der Landesregierung eingesetzte Steuerungsgruppe Herdenschutz und große Beutegreifer hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie besteht aus Experten aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Veterinärwesen, Umwelt und Jagd. Zentrale Aufgabe der neu gegründeten Steuerungsgruppe ist es, zu erarbeiten, wie Herdenschutzmaßnahmen wie Behirtung, Elektrozäune oder Schutzhunde in alpinen und hochalpinen Gebieten angewendet werden können und wo bzw. wie sie überhaupt funktionieren.

„Was die rechtlichen Regelungen für die Entnahme von auffälligen Wölfen und Bären oder auch das Prozedere bei von großen Beutegreifern verursachten Rissen anlangt, sind wir in Tirol weiter als viele unserer Nachbarn. Der Schutz der Alm- und Weidewirtschaft ist uns in Tirol aber ein besonderes Anliegen. Die Präsenz von Wölfen ist gerade in der Landwirtschaft ein Riesenthema“, erklärt LHStv Josef Geisler. Dies auch deshalb, weil eine rechtliche Änderung der Schutzbestimmungen für große Beutegreifer auf europäischer und internationaler Ebene nicht realistisch scheint.

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Studie: Europäische Wölfe sind genetisch verarmt

Wissenschaftler um den Biologen und Genetiker Luca Fumagalli von der Universität Lausanne haben 255 DNA-Proben von Wölfen aus europäischen Museen untersucht. Die Proben stammen aus der Zeit des Übergangs vom 19. ins 20. Jahrhundert. In diesem Zeitraum fand die intensive Bejagung des Wolfs in vielen westeuropäischen Ländern ihr Ende, weil Wölfe lokal ausgerottet waren. Dies hat deutliche Spuren im Erbgut des Wolfs hinterlassen: Die Forscher konnten zeigen, dass die genetische Vielfalt der Wölfe in den vergangenen Jahrhunderten hoch war – bis zu dem Zeitpunkt, als die westeuropäischen Populationen durch menschliche Verfolgung erloschen: “In Westeuropa, wo Wölfe fast vollständig ausgerottet wurden, kam es zu einem dramatischen Zusammenbruch der genetischen Vielfalt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, schreiben die Forscher im Abstract der Studie “Howling from the past: historical phylogeography and diversity losses in European grey wolves“, “Und die Wiederbesiedlung durch wenige verbliebene homogene Populationen hatte eine drastische Veränderung der genetischen Struktur zur Folge. (In Western Europe, where wolves nearly got fully exterminated, diversity dramatically collapsed at the turn of the twentieth century and recolonization from few homogeneous relict populations induced drastic shifts of genetic composition).

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