Schlagwort-Archive: Wölfe

Bundesrat fordert jährlichen Bericht über Wolfsbestand

+++ Sachsen: Porsche gegen Reh – 50.000 Euro Schaden +++ Schweiz: Kormoranjagd auf dem Neuenburgersee eröffnet +++

Massiver Einbruch bei der Zahl der Wanderschäfereien – 220.000 Euro pro Jahr für die DBBW

Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, zukünftig einen jährlichen Bericht über den gesamten Wolfsbestand zu erstellen, der die Verbreitung der Wölfe in den Ländern und biogeographischen Regionen darstellt. Auch soll der Bericht eine Beurteilung des Erhaltungszustands beinhalten. Das hat die Länderkammer in einer Stellungnahme zum von der Bundesregierung geplanten “Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes” formuliert.

Mit dem Gesetzesentwurf will die Bundesregierung den Abschuss von Wölfen in bestimmten Fällen erleichtern. Der Entwurf sieht vor, im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) einen neuen Paragrafen 45a aufzunehmen. Darin will die Bundesregierung unter anderem regeln, unter welchen Bedingungen Wölfe nach Rissen von Nutztieren abgeschossen werden dürfen. So soll in Fällen, in denen Nutztierrisse nicht einem Einzeltier zugeordnet werden können, der Abschuss von einzelnen Mitgliedern eines Rudels “bis zum Ausbleiben von Schäden” fortgesetzt werden dürfen.

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Niedersachsen: Wolfsentnahme wird etwas teurer

+++ Brandenburg: Hinterlauf gebrochen – Elch in Eberswalde geschossen +++ Österreich: Hund verendet in Conibear-Falle +++ Tödlicher Jagdunfall in der Schweiz: Täter und Opfer waren beste Freunde +++ Wölfe unter Verdacht: Schafe, Pferd, Kalb +++Schweiz: Jagdunfall – Jäger (79) schießt sich in die Hand +++ Südkorea: ASP-Ausbruch bei Hausschweinen +++

150.000 statt 83.000 Euro für externen Dienstleister

Die Kosten für die geplante, aber bislang erfolglose Entnahme des “Problemwolfs” GW717m laufen aus dem Ruder. Das ergibt sich aus der Antwort der niedersächsischen Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen. Stand bisher ein Betrag in Höhe von rund 83.000 Euro als Kosten für den externen Dienstleister im Raum, der das Land Niedersachsen “bei der “Individualisierung und dem Entnahme-Verfahren unterstützt”, so ist in der Antwort der Landesregierung von 150.000 Euro die Rede. Ohne die Präventionsmaßnahmen für den Herdenschutz einzurechnen, fallen für das Wolfsmanagement Kosten in Höhe von knapp 1,4 Millionen Euro an (siehe Beitragsbild). Diese werden unter anderem für Besenderungsversuche, eine “Eingreiftruppe Herdenschutzhunde”, DNA-Analysen oder Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben. Die Kosten für die Entnahme eines Wolfs überstiegen die Kosten für”alle Schäden durch Wölfe im ganzen Land”, bemerkte der Grünen-Politiker Christian Meyer süffisant gegenüber dem NDR. SE

Beitragsbild: Aus der Antwort der Niedersächsischen Landesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen (Screenshot, Ausschnitt).

Die Red. dankt JAWINA-Leser GM für den Hinweis!

 

Thüringen: Wolfsbeauftragter schmeisst hin

“Habe mich vor den Kommunisten nicht verbogen, lasse mich auch nicht von den Grünen verbiegen!”

Der Thüringer Wolfsbeauftragte Uwe Müller hat seinen Job als Zuständiger für Wolfsrisse beim Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) fristlos gekündigt. Das berichtet der MDR. Müller führte zur Begründung “unüberwindbare Probleme mit seinem Arbeitgeber”, “Redeverbote” und “neue Prämissen seit Anfang des Jahres” an. Ziel sei es, “unbequeme Leute auszuschalten. “Ich habe mich vor den Kommunisten nicht verbogen, ich lasse mich auch nicht von den Grünen verbiegen”, bekundete Müller gegenüber dem MDR. Das TLUBN untersteht dem Thüringer Umweltministerium, das von der Grünen-Ministerin Anja Siegesmund geführt wird. Dem TLUBN zufolge handelt es sich bei der Personalie um eine “organisatorische Umstrukturierung, um die Abläufe weiter zu verbessern.” red.

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Schaf. Foto: SE

Die Red. dankt für die Hinweise!

Niedersachsen: “Ohne die Hilfe der Jäger geht es nicht”

+++ Niedersachsen: Nabu beklagt dramatische Einbrüche bei Wiesenvögeln +++ Österreich: Jäger schießt Rohrweihe, Passant zeigt ihn an +++

Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) bittet die Jägerschaft um Hilfe bei der Entnahme des “Problemwolfs” GW717m. Das berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ). Der Leitwolf des Rodewalder Rudels hat mehrfach als wolfssicher geltende Zäune überwunden und diverse Nutztiere von Schafen bis zu Alpakas, Ponys und Rindern gerissen. Deshalb ist eine Ausnahmegenehmigung für den Abschuss des Wolfs erteilt und mehrfach verlängert worden. Seit Januar versucht ein vom Land Niedersachsen bezahlter Dienstleister den Wolf zu “entnehmen”, dafür sind bislang Kosten in Höhe von rund 83.000 Euro angefallen. Lies müsse einräumen, dass das bisherige Verfahren erfolglos war, konstatiert die HAZ.  “Wir brauchen ganz klar die Ortskenntnis der Jagdpächter, deshalb bitte ich die Jäger um Hilfe“, sagte der Minister gegenüber der Zeitung. Dabei dürfe “nur nicht der Eindruck entstehen, als bliesen er oder die Jäger ganz generell zur Jagd auf Wölfe.” Es gehe um eine Ausnahme, betonte Lies, um die Entnahme eines Problemwolfs.

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Bayern: Vier Jungwölfe im Veldensteiner Forst nachgewiesen

Wolf bei Pegnitz totgefahren

Im Landkreis Bayreuth wurden am 08.09.2019 vier Jungwölfe von einer automatischen Videokamera aufgenommen. Es handelt sich um den zweiten Wurf des Wolfspaars im Veldensteiner Forst. Am 11.09.2019 meldete die Polizeidienststelle Pegnitz dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) den Fund eines toten wolfsähnlichen Tieres an der BT28 zwischen Pegnitz und Plech. Bei dem toten Tier handelt es sich um einen Wolf, wie die Dokumentationsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) bestätigt hat. Das LfU hat Untersuchungen zur Klärung der Todesursache und Individualisierung des Tieres in die Wege geleitet. Nach den vorliegenden ersten Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass es sich um einen Wildunfall handelt. Die Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern vor Ort wurden informiert.

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Österreich: Geköpfter Wolf – Naturschutzorganisationen setzen Belohnung aus

Denunzianten aufgemerkt: 11.000 Euro “Ergreiferprämie” von WWF und Naturschutzbund

Nach der vom Land Tirol bestätigten Wolfstötung im Sellrain (JAWINA berichtete) loben die Naturschutzorganisationen WWF Österreich und Naturschutzbund Österreich eine Ergreiferprämie von 11.000 Euro aus. Sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung und Verurteilung des Wilderers führen, können ab sofort an die zuständige Polizeiinspektion Kematen gerichtet werden – unter der Telefonnummer 059 133 7115 100, bzw. per Mail an pi-t-kematen@polizei.gv.at.

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Mecklenburg-Vorpommern: Drei neue Wolfsrudel

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es drei neue Wolfsrudel. Das Wolfsmonitoring des Landes hat für drei bekannte Wolfsvorkommen im Müritz-Nationalpark, Torgelow und Jasnitz erstmals Welpen bestätigt. Damit leben hierzulande gegenwärtig sieben Wolfsrudel (Jasnitz, Kaarzer Holz, Retzow-Jännersdorfer Heide, Nossentiner Heide, Müritz-Nationalpark, Torgelow, Ueckermünder Heide) und zwei Wolfspaare (Lübtheen, Billenhagen).

„Ich habe den deutlichen Anstieg der Wolfspopulation prophezeit, insofern sind die neuen Welpennachweise für mich wenig überraschend. Dennoch nehme ich diese Entwicklung sehr ernst. Sie zeigt, dass wir hier in Mecklenburg-Vorpommern über weitläufige, bisweilen menschenleere Naturräume verfügen, die den Wölfen ideale Lebensbedingungen bieten. Sie zeigt aber auch, dass wir dem Schutz der Menschen und der landwirtschaftlichen Nutztiere weiterhin oberste Priorität schenken müssen. Vorsorge ersetzt aber nicht eine langfristige und bundesweit abgestimmte Strategie zum weiteren Umgang mit dem Rückkehrer. Hier müssen wir deutschlandweit endlich zu einer gemeinsamen Herangehensweise kommen“, sagte der zuständige Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus mit Blick auf den neuen Wolfsnachwuchs.

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Peta: Plüschwölfe für Parlamentarier

+++Bayern: Machtkampf um Vocke-Nachfolge entbranntMemminger Jagdfunktionär erstattet Strafanzeige +++ Niedersachsen: Wölfe reißen drei Stück Damwild +++ Schweiz: Wolf reißt neun Schafe +++ Brandenburg: Hobbyschäfer gibt nach erneutem Wolfsriss auf +++

Die radikale Tierrechtlerorganisation Peta hat Plüschwölfe und nach eigenem Bekunden über 50.000 Unterschriften an Bundesumweltministerin Schulze und Mitglieder des Umweltausschusses gesendet, um ihrer Forderung nach Aufrechterhaltung des strengen Schutzstatus für Wölfe Nachdruck zu verleihen.

“Die Bundesregierung will Wolfstötungen erleichtern. Wölfe eines Rudels sollen bei Vorfällen mit landwirtschaftlich genutzten Tieren künftig einfacher getötet werden dürfen”, beklagt Peta und “appelliert nun an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und die 20 Mitglieder der CDU und SPD im Umweltausschuss des Bundestags, den Kabinettsantrag nicht zu genehmigen. Um die Politiker zu überzeugen, sendete die Tierrechtsorganisation ihnen je einen Plüschwolf und der Ministerin zudem eine Petition mit über 50.000 Unterschriften”, heißt es in einer Presseerklärung der Organisation.

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13. September: Europaweites Wolfsmahnfeuer für Weidetierhaltung

+++ Schweiz: Sieben Wolfswelpen im Wallis gesichtet +++

Landvolkvizepräsident wünscht sich Unterstützung der Jäger bei Wolfsentnahme

Der Wolf hält Niedersachsens Weidetierhalter weiter in Atem, die Marke von 1.000 Nutztierrissen wurde gerade überschritten, beklagt der Niedersächsische Bauernverband: „Es ist unverständlich, dass es weder gelingt, den Rodewalder Wolf zu schießen, noch seitens des Landes Niedersachsen und für das Bundesgebiet die ,Lex Wolf‘ für eine rechtssichere Regelung zur Begrenzung der Wolfspopulation durchzusetzen“, schildert Landvolkvizepräsident Jörn Ehlers.

Auch die Besenderung der Tiere sei nicht vorangeschritten, sodass bis dato kein einziger Wolf mit der elektronischen „Fußfessel“ ausgestattet wurde. Die Zahl der Nutztierrisse ist deshalb bislang nur ein Anhaltspunkt. Das wahre Ausmaß der Nutztierrisse wird erst im kommenden Jahr vorliegen. „Die Auswertung der gemeldeten Risse dauert einfach zu lange und wird sich bis ins nächste Jahr hinziehen“, befürchtet Ehlers. Aktuell leben in Niedersachsen 24 Wolfsrudel, vier Wolfspaare und ein residenter Einzelwolf.

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Schweiz: Erfolglose Wolfsentnahmen – Kanton will mehr Jäger einbinden

Im Schweizer Kanton Wallis wurden im vergangenen Jahr zwei Abschussbewilligungen für Wölfe erteilt, die Nutztiere gerissen hatten. Beide Wölfe entgingen jedoch den Jägern, die Abschussgenehmigungen verfielen. Das erinnert an ähnlich erfolglose Versuche in Niedersachsen, den Leitrüden des Rodewalder Rudels GW717m zu entnehmen: Seit Monaten wird die Abschussgenehmigung für den Wolf stets aufs Neue verlängert und “das Verfahren zur Entnahme weiter unter Hochdruck vorangetrieben”, wie das niedersächsische Umweltministerium verlautbaren lässt (JAWINA berichtete).

Die beiden Großräte Grégory Logean (SVP) und Alex Schwestermann (CSPO) im Kanton Wallis sinnen auf Abhilfe und haben den Staatsrat aufgefordert, “Maßnahmen zu prüfen, um die Chancen für einen Wolfsabschuss bei entsprechender Abschussbewilligung zu erhöhen”, wie 1815.ch berichtet.

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Kanada: Familie beim Campen im Zelt von Wolf angegriffen

Ein Wolf hat am Freitag (09.08.) eine Familie angegriffen, die in ihrem Zelt auf dem Campingplatz Rampart Creek im kanadischen Banff National Park übernachtete. Dabei wurde der Ehemann, Matt Rispoli, durch Wolfsbisse an Arm und Hand verletzt.

Elsa Rispoli, Matts Ehefrau, hat den Vorfall auf Facebook geschildert: Demnach ist der Wolf nachts auf das Zelt gesprungen und hat die Zeltbahn zerrissen. Während die Frau versuchte, die zwei kleinen Söhne mit ihrem Körper vor dem Wolf zu schützen, warf sich Matt zwischen sie und den Wolf. Der Wolf verbiss sich in Matts Arm, es gelang ihm zunächst, den Wolf auf den Boden zu drücken und dessen Kiefer mit den Händen auseinanderhalten, was ihm schwerere Verletzungen erspart haben dürfte. Während der ganzen Zeit schrien alle vier verzweifelt um Hilfe. Schließlich gelang es dem Wolf jedoch, den Familienvater fortzuschleifen, während seine Frau an seinen Beinen zog, um ihn zurückzuhalten.

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Deutschland: 14 Millionen Euro für Wölfe in 2019

Für die nach offiziellen Schätzungen etwa 800 Wölfe in Deutschland planen Bund und Länder für 2019 Kosten in Höhe von mehr als 14 Millionen Euro ein. Das haben Recherchen des Magazins Spiegel ergeben. Das Geld wird für die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen, Entschädigungen nach Wolfsrissen und für wissenschaftliche Betreuung und Datensammlung wie Monitoring oder DNA-Analysen verwendet. Spitzenreiter bei den Wolfskosten ist dem Spiegel zufolge Sachsen mit 3,5 Millionen Euro, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 3,1 und Niedersachsen mit 2,8 Millionen Euro. red.

Beitragsbild: Geld (Symbolbild). Foto: SE

Sachsen: Hund in der Gemeinde Weißkeißel getötet

+++ Sachsen: Alpaka gerissen +++ Sachsen: Wolf reißt acht Schafe und vier Lämmer +++ Baden-Württemberg: Unbekannte öffnen Wildgehege – Hirschen droht Abschuss +++ Österreich: Kalb gerissen – Wolf im Verdacht +++ Österreich: Mit Handyfotos von Abschüssen geprahlt – Wilderer vor Gericht +++ Deutschland: Ökos streiten über Öko-Strom +++ Bayern: Rotmilan illegal geschossen +++ Hessen: Wildereiverdacht bei Bad Arolsen +++

Wolf kann als Verursacher nicht ausgeschlossen werden

Aus der Gemeinde Weißkeißel (Landkreis Görlitz) ging heute die Meldung über einen getöten Hund ein. Das teilte die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) soeben in Dresden mit. Die Begutachtung der Situation vor Ort weist darauf hin, dass der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann.

Der Kadaver des toten Hundes wurde zur weiteren Untersuchung an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin gebracht. Am Leibnitz-Institut werden auch alle toten Wölfe aus Deutschland untersucht. Am getöteten Hund wurden Genetikproben genommen. Über die Untersuchung des Kadavers und der Genetikproben sollen weitere Aufschlüsse erbracht werden, ob der Wolf als Täter bestätigt werden kann und ob er möglicherweise bereits genetisch bekannt ist. Ebenso sind vor Ort automatische Wildkameras aufgestellt worden, für den Fall, dass das Tier nochmals zurückkehrt.

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Klage für den Wolf

Ein Beitrag von Rainer Schmidt / Arkebek www.schmidt-arkebek.de

Aus den Steppen und Wäldern des Ostens zieht es den Grauhund, den Wolf, zurück in die Gebiete Westeuropas. Der Weg wurde ihm durch das Fallen des Eisernen Vorhanges geöffnet, der als Grenze von Menschenhand nur selten einen Durchschlupf in vielerlei Hinsicht ermöglicht hatte.

In der Frühgeschichte, der Homo sapiens lebte als nomadisierender Jäger und Sammler, näherte sich der Wolf dem Menschen und nutzte als Resteverwerter dessen Abfallhaufen. Die feinen Sinne, das Gehör und der Geruch, das Sozialverhalten, die Fähigkeit, im Rudel zu leben und zu jagen, beobachtete der jagende Mensch und nahm sich der Wolfwelpen an. So wurde der Wolf dem Menschen als Jäger unter Jägern ein Begleiter, der Rudelfremde nicht duldete und die Sippe auf Leben und Tod verteidigte. Etwa so erfolgte die Domestizierung des ersten Wildtieres in dem Zeitraum von 40.000 – 15.000 Jahren vor unserer Zeitrechnung.

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NRW: Drei Angriffe auf Schafe im Wolfsgebiet Schermbeck

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt, dass im Kreis Wesel drei Übergriffe auf Schafe von einem Wolf verursacht wurden. Am 26. Juni 2019 wurden zwei Schafe in Hünxe getötet und drei weitere verletzt und am 12. Juli 2019 ebenfalls in Hünxe ein Schaf getötet und ein weiteres verletzt. Am 14. Juli 2019 wurden zwei Schafe in Schermbeck getötet. In allen Fällen konnte ein Wolf durch die genetische Untersuchung von Speichelproben als Verursacher ermittelt werden. Eine mögliche Individualisierung wird momentan noch durch das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen bearbeitet. PM

Beitragsbild: Von Wolf gerissenes Schaf (Archivbild). Foto: SE

Bayern: Landwirtschaftsministerin Kaniber fordert Neubewertung des Schutzstatus von Wölfen

Die Weidewirtschaft gerade im Alpenraum hat eine herausragende Bedeutung für den Erhalt der Kulturlandschaft und der Biodiversität. Zudem ist die Weidetierhaltung besonders tierwohlgerecht. Diese Errungenschaften sind aber durch die Zuwanderung von Wölfen massiv bedroht, erklärte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) anlässlich der diesjährigen Hauptalmbegehung in Mittenwald.

Eine Warnung seien die Zustände in den Gebieten Deutschlands, in denen Wölfe schon in immer größerer Zahl auftreten. Dort würden Schäfer und Bauern bei ihren Versuchen, ihre Tiere zu schützen, vor große Herausforderungen gestellt. Kaniber fordert deshalb, eine erneute Diskussion um den Schutzstatus des Wolfs. Sie hat konkrete Erwartungen an Berlin und Brüssel. „Unser bayerischer ‚Aktionsplan Wolf‘ kann nicht der Schlusspunkt sein. Wir brauchen europaweit eine Neubewertung des Themas, deshalb sind Bundesregierung und die neue EU-Kommission gefordert.“

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Sachsen: Fachstelle Wolf übernimmt Rissbegutachtung

Mit Wirkung vom 1. August 2019 übernimmt die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) die Rissbegutachtung in Sachsen. Bisher oblag diese Aufgabe den Landratsämtern und Kreisfreien Städten.

Über eine 24-Stunden-Rufbereitschaft ist gewährleistet, dass Meldungen zu mutmaßlichen Rissen an Nutztieren sowie zu toten, verletzten und auffälligen Wölfen rund um die Uhr von einer zentralen Stelle für ganz Sachsen entgegengenommen werden können.

Hotline: 035242-6318201

Wenn ein Tierhalter seine Nutztiere bei der täglichen Kontrolle tot oder verletzt vorfindet und ein Wolf als Verursacher vermutet wird, sollte er das innerhalb von 24 Stunden melden, damit der Schaden schnell durch einen Rissgutachter aufgenommen werden kann. Das ist die Voraussetzung dafür, dass Tierhalter eine Entschädigung erhalten können. Gerissene Tiere werden durch den Freistaat Sachsen zu hundert Prozent entschädigt, sofern der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte und durch den Tierhalter alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden sind. Das sind für Schafe und Ziegen ein mindestens 90 Zentimeter hoher Elektrozaun oder ein mindestens 120 cm hoher Festzaun mit einem festen Bodenabschluss.

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Brandenburg: Weiterer Wolf illegal geschossen

Bei Ratzdorf im Landkreis Oder-Spree ist ein illegal geschossener Wolf gefunden worden, wie das Landesumweltamt am Dienstag bestätigte. Der Fundort des Kadavers ist nicht weit entfernt von der Stelle, wo vor etwa zwei Jahren bereits ein Wolf illegal erlegt worden war. Es ist der dritte bekannt gewordene illegale Wolfsabschuss in diesem Jahr in Brandenburg. Sieben Wölfe sind in Brandenburg in diesem Jahr bereits im Rahmen der Wolfsverordnung “letal entnommen” worden. red.

Beitragsbild: Wölfe. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Diskussion über den Wolf: Pfannenstiel vs. Fuhr

Im Deutschlandsfunk diskutierten der Wildbiologe Prof. Dr. Pfannenstiel und der Journalist und Brandenburger ÖJV-Vize Eckhard Fuhr über den Wolf. Die Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?” steht in der Mediathek des Senders zum Nachhören bereit. Die Wolfspopulation, die Aufwendungen für den Herdenschutz und die Zahl der gerissenen Nutztiere steigen parallel an – angesichts dieses eindeutigen Zusammenhangs hält Prof. Pfannenstiel die Strategie, ausschließlich auf Herdenschutzmaßnahmen zu setzen, für gescheitert und plädiert für eine reguläre, maßvolle Bejagung des Wolfs. Dies würde die Scheu des Wolfs vor dem Menschen, menschlichen Siedlungen und Nutztieren wiederherstellen und die Situation der Weidetierhalter entschärfen. Fuhr bestreitet, dass eine Bejagung des Wolfs zu einer Lösung der Probleme beitragen würde. Eine spannende Diskussion – Hörempfehlung! SE

Beitragsbild: Internetseite des Deutschlandfunks zur Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?”(Screenshot, Ausschnitt)

Wie Städter die Landbevölkerung diskriminieren

+++ 2. Prozesstag Jagdunfall Nittenau: Angeklagter konnte Bundesstraße wegen Bewuchses nicht sehen +++ NRW: 60-jährige soll Jäger beleidigt und mit Golfball beworfen haben +++ NRW: Naturschützer befürworten Waschbärbejagung +++ Österreich: Wildschwein verursacht Unfall auf Wiener Autobahn +++ Hessen: Naturschützer verlassen Nabu +++ NRW: Weidetierhalter fordern Bejagung des Wolfs, Tanja und Heike starten Petition für Wolfsschutz +++

Ob er verrückt sei, wurde der Autor Holger Siemann von einem Freund gefragt, als er ankündigte, im Radio über den Wolf sprechen zu wollen. Bei dem Thema sei “der Shitstorm vorprogrammiert.”

Siemann spricht im Deutschlandfunk trotzdem über den Wolf. Über den mutmaßlichen Wolfsangriff auf eines seiner Mutterschafe, über Wolfsbeauftragte, die insinuieren, dass die Wunden an der Kehle des Schafs ” ja im Prinzip auch von einem Schraubenzieher stammen” könnten. Ob man Feinde habe in der Nachbarschaft? Über “Städter in Hotlines, die nicht mal fragen, wie es dem Schaf geht.”

Die Bevölkerungsmehrheit in den Städten dominiert alle Diskurse, auch die über Naturschutz und Landwirtschaft, obwohl, wie man ergänzen muss, Kenntnisse und eigene Betroffenheit von “Leuchtturmprojekten wie der Wiederansiedlung des Wolfes” flächendeckend fehlen. Die Landbevölkerung sei dieser “subtilen Formen der Diskriminierung mehr oder weniger hilflos ausgeliefert.” Milliarden werden in die Städte investiert, während auf dem Land “Bahnlinien und Busverbindungen stillgelegt” werden und sich “Schulen, Gesundheitsversorgung, Verwaltungen […] sich mit jeder Konzentrationswelle weiter vom Dorf [entfernen] und so “Kristallisationspunkte der Identität, des Kulturlebens, des bürgerschaftlichen Engagements” auslöschen. Leseempfehlung! SE

Beitragsbild: Headline des empfohlenen Beitrags auf der Internetseite des Deutschlandfunks (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

 

NRW: Reh gerissen – LANUV bestätigt Wolfssichtungen

+++ Österreich: Weißes Reh fotografiert +++ NRW: Wolf in Düsseldorf? +++ Sachsen: Schaf in Dresden gerissen +++ NRW: Kreis Paderborn verleiht Wolfsschutzzäune +++ Bayern: Wolfsschutz-Seminar in Oberfranken +++ NRW: Gänse im Kreis Wesel zur Jagd freigegeben +++

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) erneut Wolfssichtungen bestätigt: Bei einem im Kreis Olpe am 11. Mai 2019 gefundenen gerissenen Reh konnte anhand einer Speichelprobe durch das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen Wolfs-DNA nachgewiesen werden. Über die Identität, Herkunft und Geschlecht des nachgewiesenen Wolfes liegen keine Informationen vor.

Im Kreis Lippe in der Gemeinde Kalletal konnte eine Anwohnerin am 22. Juni 2019 Fotos eines vorbeilaufenden Wolfes erstellen. Der Aufnahmestandort wurde durch einen Wolfsberater verifiziert. Anhand der Bilder konnte durch das LANUV und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) ein Wolf identifiziert und somit ein Nachweis geführt werden. Über die Identität, Herkunft und Geschlecht des nachgewiesenen Wolfes liegen keine Informationen vor. PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Österreich: Almbauern stellen Antrag auf Problemwolf-Entnahme

+++ Brandenburg: Neun Kälber gerissen, weitere spurlos verschwunden – “Viehhalter verzweifelt” +++ Sachsen: Tote Kälber im Erzgebirge – Landratsamt verweigert DNA-Untersuchungen +++ Thüringen: Wolfsmanagementplan wird überarbeitet +++ Südtirol: Almwirtschaft vor dem Aus? +++

20 bis 25 tote Schafe in Großarl, weitere 20 Tiere werden vermisst

Brandenburg: Sechs Wolfsangriffe seit 2016 – erster Berufsschäfer gibt auf

Nach einem durch eine DNA-Analyse bestätigten Wolfsriss vor ein paar Wochen, wurden in den vergangenen Tagen weitere tote Tiere im Bereich der Tofernalm in Großarl im österreichischen Bundesland Salzburg gefunden. Das Rissbild deutet eindeutig auf weitere Wolfsrisse hin. Landesrat Josef Schwaiger und der Wolfsbeauftragte des Landes Salzburg, Hubert Stock, trafen sich am Sonntag vor Ort mit betroffenen Almbauern. Diese werden am heutigen Montag bei der Bezirkshauptmannschaft die Entnahme des Problemwolfes beantragen.

20 bis 25 Schafe, etwa ein Viertel der aufgetriebenen Herde, sind seit Anfang Juli vom Wolf gerissen worden, weitere zirka 20 Tiere werden vermisst. „Der Managementplan des Landes Salzburg spricht von einem Problemwolf, wenn innerhalb eines Monats 25 Tiere getötet werden. Das ist hier der Fall. Daher unterstützen wir die betroffenen Almbauern, wo wir können“, betonte Landesrat Josef Schwaiger als er sich am Sonntag in Großarl ein Bild von der Situation machte und mit den Landwirten intensive Gespräche führte.

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NRW: LANUV bestätigt weitere Wolfsnachweise

+++ Österreich: “Gefahren der Wolfsrückkehr werden unterschätzt” +++ Wölfe: Jäger in Niedersachsen und im Harz beklagen Auslöschung der Mufflonpopulationen +++ Sachsen-Anhalt: Tempolimit hilft gegen Wildunfälle +++ Österreich: Ricke gewildert, Haupt abgeschärft +++ Luxemburg: Parlament diskutiert Petition zur Abschaffung von Treibjagden +++ Baden-Württemberg: Waldbesucher sollen sich beleuchten +++

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt weitere Wolfsnachweise bei Hünxe (Kreis Wesel) und Kierspe (Märkischer Kreis)

Die genetischen Untersuchungen einer Speichelprobe zeigen, dass ein Wolf bei Hünxe am 23. Juni 2019 sechs Schafe getötet und vier verletzt hat. Eine mögliche Individualisierung wird momentan noch durch das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen bearbeitet.

Der betroffene Tierhalter wurde über das aktuelle Ergebnis informiert. Er kann über die Förderrichtlinie Wolf des Umweltministeriums eine Entschädigung für die gerissenen Tiere und weitere Kosten erhalten. Die aktuelle „Förderrichtlinie Wolf“ ist Teil des nordrhein-westfälischen Wolfmanagements und sieht Entschädigungsleistungen für gerissene Nutztiere vor, sofern ein Wolfsnachweis erfolgt ist.

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Bundesprogramm Wolf: BMEL haut über eine Million Euro für Wanderschäfer raus

Schutzmaßnahmen gegen den Wolf werden gefördert

Ab dem kommenden Montag, 15. Juli, können Wanderschäfer, die mit ihren Herden durch Wolf- und Wolfspräventionsgebiete ziehen, eine Förderung für Maßnahmen zum Schutz gegen den Wolf beantragen. Dann tritt eine entsprechende Förderrichtlinie des Ministeriums der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, in Kraft. Für das so genannte ‚Bundesprogramm Wolf‘ stehen 1,05 Millionen Euro zur Verfügung.

Julia Klöckner: „Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ist ein Erfolg des Artenschutzes. Gleichzeitig stellt sie insbesondere die heimischen Wanderschäfer vor große Herausforderungen. Denn die Errichtung, Überwachung und Absicherung wolfsabweisender Zäune und anderer Schutzmaßnahmen kostet nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld. Den finanziellen Mehraufwand der Wanderschäfer wollen wir mit unserem ‚Bundesprogramm Wolf‘ ausgleichen. Vorgesehen ist eine Prämie von 36 Euro pro Wanderschaf. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, so zum bestmöglichen Schutz der Schafe und Herden beizutragen.“

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Schleswig-Holstein: 1,7 Millionen Euro für neue Herdenschutzzäune

Das Umweltministerium startet mit der Finanzierung wolfsabweisender Herdenschutzzäune

Seit der Ausweisung der Kreise Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg, Herzogtum-Lauenburg und Segeberg als Wolfspräventionsgebiete können Halterinnen und Halter von gefährdeten Nutztieren in diesen Regionen die Finanzierung von Zaunmaterial durch das Land beantragen. Das teilt das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) mit. Nun beginnt das Landwirtschaftsministerium mit der Auszahlung der ersten Mittel. Die Staatssekretärin für Landwirtschaft Dorit Kuhnt sagt dazu: „Durch eine hohe Zahl geschützter Tiere wird die Gefahr deutlich verringert, dass sich Wölfe auf die Erbeutung von Nutztieren spezialisieren. Als Bundesland mit der höchsten Schafsdichte in Deutschland haben wir deshalb ein Verfahren entwickelt, mit dem wir möglichst schnell möglichst viele Schafe schützen“.

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Italien: Hybridwölfin in den Abruzzen entdeckt

+++ Tschechien: Wölfe werden für Bauern zum Problem +++ Brandenburg: Weidetierhalter fordern Vergrämungstechnik gegen Wölfe +++

Im Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga in den italienischen Abruzzen ist eine Hybridwölfin, also ein Mischling zwischen Wolf und Hund, nachgewiesen worden. Die Wölfin wurde entdeckt im Rahmen eines EU-Programms zur Erforschung von Wolfshybriden, für das Wildkameras in den Abruzzen installiert worden waren. Im Dezember 2018 waren Aufnahmen eines Rudels gemacht worden, das aus drei Wölfen und sechs Hunden der Rasse Alaskan Malamute bestand. Nach dieser Beobachtung wurde ein Team zusammengestellt, dem es gelang die in diesem Rudel gezeugte Hybridwölfin einzufangen, wie Südtirol-News berichtet. Die Wölfin wurde sterilisiert und nach einigen Wochen der Beobachtung wieder in die Freiheit entlassen. Nach Ansicht von Experten sei es nur eine Frage der Zeit, bis auch in Südtirol erste Hybridwölfe auftauchten, so Südtirol-News. red.

Beitragsbild: Narkotisierte Hybridwölfin aus den Abruzzen. Quelle: Facebook/Wolf Apennine Center

Brandenburg: Sieben Wölfe gemäß Wolfsverordnung getötet

+++ Bayern: Hund reißt Reh – Jäger filmt +++ Luxemburg: Wildschweinjagd wegen ASP – 100 Jäger, 50 Treiber, 5 Sauen erlegt +++ Österreich: Zuviel Rotwild in Vorarlberger Gatter +++ Saarland: Steuernachlass für brauchbare Jagdhunde +++ Niedersachsen: 20.000 Euro Soforthilfe für Fallenjagd auf Nutrias im Landkreis Stade +++

Gemäß der Brandenburger Wolfsverordnung sind in diesem Jahr in Brandenburg bereits sieben Wölfe getötet worden, wie ein Sprecher des Umweltministeriums Medienberichten zufolge gegenüber der Deutschen Presseagentur bestätigte. Zwei dieser Wölfe waren durch problematisches Verhalten aufgefallen und hielten sich in der Nähe von menschlichen Siedlungen auf. Einer dieser Wölfe war massiv an Räude erkrankt und suchte immer wieder einen Stall eines Agrarbetriebs im Landkreis Oder-Spree auf. Dieser Wolf wurde betäubt, tierärztlich untersucht und dann im Beisein von Mitarbeitern des Landesamts für Umwelt (LfU) eingeschläfert. Fünf weitere Wölfe wurden aufgrund ihrer schweren Verletzungen erlöst. Von diesen fünf waren drei bei Wildunfällen angefahren, zwei durch illegalen Beschuss verletzt worden. red.

Beitragsbild: Brandenburger Wolfsverordnung im Gesetz- und Verordnungsblatt (Screenshot, Ausschnitt)

Kosovo: Wolf soll Kind angegriffen und schwer verletzt haben

In Dimcë, einem Dorf in der Gemeinde Han i Elezit im Süden des Kosovo, soll ein Wolf ein Kind angegriffen haben. Das berichtet der Fernsehsender alsat-m.tv auf seiner Internetseite. Zeugen zufolge hat sich der Wolfsangriff am Nachmittag des 25.06.2019 ereignet. Der Wolf hat demnach eine Gruppe von Kindern auf einem Bergpfad in unmittelbarer Nähe des Dorfes (“fast noch im Dorf”) attackiert. Als der auf alsat-m zitierte Zeuge das Schreien der Kinder hörte, eilte er herbei. Es gelang ihm, den Wolf zu vertreiben, der einen Fünfjährigen schon einige Meter fortgeschleift hatte. Das Kind erlitt bei dem Angriff schwere Verletzungen, befindet sich aber nicht in Lebensgefahr. Es wird in einem Krankenhaus in Pristina behandelt. Vertreter der Gemeinde und der kosovarischen Polizei haben sich vor Ort informiert, Bilder davon sind auf der verlinkten Internetseite von alsat-m zu sehen. red.

Beitragsbild: Headline des Berichts auf alsat-m.tv (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Frankreich: Wolfspopulation erreicht Zielgröße

+++ NRW: LANUV bestätigt Wolfssichtung im Kreis Minden-Lübbecke +++ Baden-Württemberg: Umweltminister Untersteller fordert jährliche Bestandserhebung der Wolfspopulation +++ Sachsen: Bei Bautzen gefundener Wolfswelpe soll ausgewildert werden +++

In Frankreich hat die Wolfspopulation die angestrebte Zielgröße von 500 Individuen erreicht. Das teilte die Nationale Jagd- und Wildtierbehörde (Office national de la chasse et de la faune sauvage, ONCFS) mit. Die Daten des Wolfsmanagements zeigten gemäß der Überwinterungsbilanz für 2018/19 einen geschätzten Bestand von mindesten 479 und höchstens 578 Individuen. Das Erreichen der Schwelle von 500 Wölfen werde “zur Aktivierung neuer Bewirtschaftungsmaßnahmen” führen, teilte das ONCFS mit. Der Präfekt des Département Rhône gab als Koordinator des Wolfsmanagement dann auch umgehend bekannt, dass die Zahl von genehmigten Wolfsentnahmen für das Jahr 2019 auf 53 Stück angehoben werde. 38 Wölfe sind seit Jahresbeginn bereits von den Wolfsbrigaden erlegt worden. SE

Beitragsbild: Entwicklung der Wolfspopulation in Frankreich. Grafik: ONCFS

Immer mehr Nutztierrisse – Bauernpräsident fordert Wolfsabschüsse

Mehr als 1600 tote Schafe, Rinder und Pferde – Union für wolfsfreie Zonen

Wölfe töten immer mehr Nutztiere in Deutschland. Wie die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) unter Berufung auf Angaben der Bundesländer berichtet, verzeichneten die Behörden 2018 insgesamt 1664 Schafe, Rinder oder andere Nutztiere, die dem Wolf nachweislich oder sehr wahrscheinlich zum Opfer gefallen sind. Ein Jahr zuvor waren es noch fast 1500 tote Tiere. Besonders die ost- und norddeutschen Bundesländer sind betroffen.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sieht angesichts der Entwicklung die Weidetierhaltung in Deutschland gefährdet. Er sagte dem Blatt: “Wenn wir Schafe und Kühe auf den Weiden, Deichen und Almen sehen wollen, dann führt kein Weg an der Bestandsregulierung des Wolfes vorbei.” Er forderte vor dem Bauerntag in Leipzig, Wölfe nicht erst dann abzuschießen, wenn sie Nutztiere gerissen haben. Es müsse präventiv in den Bestand des Raubtieres eingegriffen werden. Rukwied sagte: “Wölfe und im Zweifelsfall auch ganze Rudel müssen entnommen werden können.”

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Sachsen-Anhalt: Tot gefundener Wolf starb an Bissverletzung

Wolf von anderem Tier getötet

Der am 10. Juni bei Mühlstedt nahe Dessau-Roßlau tot aufgefundene Wolf wurde von einem anderen Wolf oder einem Hund verletzt und starb in der Folge an diesen Verletzungen. Das ergab die Analyse von DNA-Proben, die im Senckenberg Institut Gelnhausen untersucht wurden. Der Wolf war 3 bis 4 Jahre alt und stammte ursprünglich aus einem Rudel bei Coswig – dieses Rudelterritorium wurde wahrscheinlich bereits vor einiger Zeit aufgegeben. PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Schweden: Keine Lizenzjagd auf Wölfe in 2020

+++ Schleswig-Holstein: Bauern verfolgen Wolf nach Schafsriss mit Traktor +++ NRW: LANUV bestätigt weiteren Wolfsnachweis in der Städteregion Aachen +++ Niedersachsen: Shetland-Pony durch Bisse im Nacken verletzt – Wolf im Verdacht +++ Bayern: Wilderer will Wildschweinkeule +++ Namibia: Wildtiere werden wegen Dürre verkauft +++

Die schwedische Umweltbehörde Naturvårdsverket hat beschlossen, dass es im Winter 2020 keine Lizenzjagd auf Wölfe geben wird. Die aktuelle Bestandsschätzung zeige, dass es in Schweden etwa 300 Wölfe und kein Populationswachstum im Vergleich zum Vorjahr gebe, teilt die Behörde in einer Presseerklärung mit. Die schwedische Population befinde sich somit am Rande dessen, was für die Erreichung eines günstigen Erhaltungszustands der Art als notwendig erachtet wird. Die schwedische Wolfspopulation muss sich auf mindestens 300 Individuen belaufen, um einen günstigen Erhaltungszustand attestiert zu bekommen, außerdem muss sich mindestens alle fünf Jahre ein eingewanderter finnisch-russischer Wolf mit einem skandinavischen Wolf zwecks Auffrischung des Genpools verpaaren. Im Jahr 2020 wird die Behörde auf Grundlage der aktuellen Bestandsschätzung neu entscheiden. Die Schutzjagd auf Wölfe ist weiterhin möglich.

Kritik von Jagdverband und Politikern

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Der Wolf “in der infantilen Ökogesellschaft”

Bayern: Wenn Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger einen Bock schießt +++ Bayern: Tierhasser vergiftet Kleinen Münsterländer +++ Wissenschaft: Der Dackelblick – enträtselt +++

In seinem Beitrag “Der Wolf gehört zu Deutschland” auf der Achse des Guten analysiert Thomas Rietzschel die Existenzbedingungen von canis lupus “in der infantilen Ökogesellschaft”, wo Schäfer und Landwirte sich von “studierten Kindergärtnerinnen” (gemeint ist wohl die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz von den Grünen) erklären lassen müssen, wie Herdenschutz funktioniert und wo “närrische Beamten” in klimatisierten Amtsstuben ihr schützende Hand über den Beutegreifer halten. Leseempfehlung! SE

Beitragsbild: Headline des empfohlenen Beitrags auf achgut.com (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

Schwarzwaldverein: “Nebeneinander von Wolf und Weidetieren kann es nicht geben”

Ausweisung von Wolfsgebieten, Anpassung des Schutzstatus’ und Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht gefordert

„Die Rückkehr des Wolfes in den Schwarzwald gefährdet die Weidetierhaltung. Das verändert unsere Kulturlandschaft, so wie wir sie kennen“, ist sich Georg Keller, Präsident des Schwarzwaldvereins, sicher.

Bei der Vorstellung des Positionspapiers „Wölfe im Schwarzwald“ in der Landespressekonferenz in Stuttgart am 3. Juni 2019 macht der Schwarzwaldverein deutlich, dass die Rückkehr des Wolfes nicht konfliktfrei verlaufen wird. Obwohl es faszinierend sei, dieses Wildtier wieder im Schwarzwald heimisch zu wissen, sieht der Wander- und Naturschutzverband die Ausbreitung des Wolfes als Herausforderung für die Kulturlandschaft sowie für den Schwarzwald als Wanderdestination.

Auch wenn es bisher für den Schwarzwald erst wenige Nachweise von Einzeltieren gebe, sei es vor dem Hintergrund der anhaltenden Ausbreitungstendenz und anlässlich erster Angriffe auf Weidetiere angebracht, den bisherigen Umgang mit dem zurückkehrenden Beutegreifer grundlegend zu überdenken.

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Thüringen: Ohrdrufer Wölfin reisst fünftes Fohlen

+++ Niedersachsen: Wolf illegal geschossen +++ Südtirol: Polizei schnappt Wilderer +++ NRW: Auto einer Treiberin beschädigt – Täter verurteilt +++ Südtirol: Wolf reißt sieben Schafe im Jaufental, weitere Tiere vermisst +++

Seit 19. März sind fünf Fohlen bei Wolfsangriffen in der Umgebung von Crawinkel (Landkreis Gotha) gerissen worden. Am vergangenen Freitag hat es das fünfte Fohlen auf den Flächen des Agrarbetriebs erwischt. Auf den weitläufigen Weiden mit Rindern und Pferden praktiziert der “zertifizierte Betrieb des ökologischen Landbaus und Mitglied im Biokreis e. V.” ökologischen Landbau und artgerechte Tierhaltung. Ganzjährig im Freien gehaltene Rinder und Pferde prägen “auf großen Standweiden die Landschaft. 130 Schafe und Ziegen tragen zur Pflege der einzigartigen Hecken- und Karstlandschaft der Ohrdrufer Muschelkalkplatte bei”, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. Neuerdings sind auch 20 Esel als Abschreckung für die Wölfe bzw. die Wölfin dabei – bislang ist nur die Ohrdrufer Wölfin in der Gegend nachgewiesen, die sich mit einem Hunderüden verpaart und im März 2018 sechs Wolfshybriden gewölft hatte – doch auch die als Allheilmittel des Herdenschutzes gepriesenen Langohren konnten den neuerlichen Riss eines Fohlens nicht verhindern.

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