Schlagwort-Archive: Wildtiere

Wildtierverluste bei der Mahd vermeiden

Die Frühjahrsmahd steht an und fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs aufziehen und sicher wähnen. Natürliche Schutzstrategien wie das „Ducken und Tarnen“ schützen zwar vor Fressfeinden wie dem Fuchs, nicht aber vor den Erntemaschinen. Darauf macht die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) aufmerksam und gibt Empfehlungen. Verschiedene Präventionsmaßnahmen können helfen, Wildtierverluste bei der Mahd zu vermeiden:

Von innen nach außen mähen lautet die grundsätzliche Empfehlung für die Mäharbeiten. Diese einfache Regel ermöglicht es Rehen, Feldhasen und Co. noch während der Mahd die Flächen nach außen durch das stehende Gras zu verlassen. Je nach Situation, gilt es allerdings auch flächenspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen: Bei stark befahrenen Straßen etwa, ist einseitig von der Straße her mit der Mahd zu beginnen. Besondere Aufmerksamkeit ist in den Saumbereichen gefragt, diese sind als Aufenthaltsorte bei vielen Wildtieren besonders beliebt und erfordern zusätzliche Vorsicht.

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DJV: Coronavirus – Jagdhund und Reh sind kein Risiko

Haus- und heimische Wildtiere können das Coronavirus (SARS-CoV-2) nicht auf Menschen übertragen, meint der DJV. Ebenso wenig kann der Mensch Tiere anstecken. Experten empfehlen trotzdem regelmäßiges Händewaschen.

Auf Anfrage des Deutschen Jagdverbandes (DJV) teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mit: Menschen können sich nach aktuellem Wissensstand nicht über Haus- oder Wildtiere mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren. Jagdhunde stellen also kein Infektionsrisiko dar, ebenso wenig Reh oder Wildschwein. Um ganz sicher zu gehen, untersucht das FLI derzeit, ob Tiere ein Virusreservoir sein könnten. Ergebnisse sollen Ende April 2020 vorliegen.

Mit dem Coronavirus infizierte Menschen können beispielsweise das Fell von Hunden und Katzen mit dem Erreger kontaminieren. Allerdings ist die Virenmenge dann so gering, dass sie für eine Infektion weiterer Menschen nicht ausreicht. Derzeit gibt es laut FLI auch keine Hinweise darauf, dass sich heimische Wild- oder Haustiere bei Menschen mit SARS-CoV-2 infizieren könnten.

[Anm. d. Red.: Eine etwas andere Sicht der Dinge war in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) zu lesen: “Nicht der Hund überträgt die Krankheit, aber sein Halsband” – kann nicht schaden, das zur Kenntnis zu nehmen.]

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Wissenschaft: Wer geht am weitesten im ganzen Land?

Die weltweit längsten Überlandwanderungen und -bewegungen von Wildtieren

Karibus bzw. Rentiere werden oft die längste Überlandwanderung der Welt zugeschrieben, allerdings ohne viel wissenschaftliche Unterstützung. Ein internationales Forscherteam um Kyle Joly (National Park Service, USA) mit Beteiligung der VetMed-Autoren Petra Kaczensky und Chris Walzer (FIWI, Abteilung Conservation Medicine) sammelte GPS-Halsbanddaten aus der ganzen Welt, um die Frage zu beantworten: Welcher großer Landsäuger wandert am weitesten in der Welt?

Langstreckenwanderungen von Wildtieren sind durch Lebensraumverlust- und Zerschneidung global gefährdet, obwohl sie für die Erhaltung vieler Leitarten von entscheidender Bedeutung sind. Die Wissenschafter fanden heraus, wie weit sich verschiedene Säugetierarten im Laufe eines Jahres bewegten. Diese Ergebnisse wurden soeben in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht. Im Rahmen der Forschungsarbeit wurden anhand von GPS-Halsbanddaten zwei Bewegungsindikatoren gemessen: die Wanderungsdistanz (Entfernung zwischen Beginn und Ende jeder Wanderung) und die jährliche Gesamtbewegung (Gesamtentfernung, die das Tier innerhalb eines Jahres zurückgelegt hat).

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Niedersachsen: Zum Schutz des Wildes: Strom aus – Litze weg!

+++ Österreich: Wiener Landtag prüft Einsatz von Nachtzieltechnik zur Schwarzwildbekämpfung +++

Nicht mehr benötigte elektrische Zäune, die zum Ende der Weidesaison stromlos auf den Weideflächen verbleiben, sind eine Gefahrenquelle für Wildtiere. Oftmals verendet im Winterhalbjahr eine Reihe von Hirschen, weil sich die Tiere in den Elektrolitzen dieser Weidezäune verfangen. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) appelliert daher an Weidebesitzer und -pächter, die Zäune nach dem Weideabtrieb im Herbst entweder abzuräumen oder das ganze Jahr über ausreichend unter Strom stehen zu lassen, um Wild abzuhalten.

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“Tiere kennen keine Verkehrsregeln”

Kampagne von DJV und ACV soll Autofahrer sensibilisieren

DJV und ACV machen mit einer Video-Kampagne aufmerksam auf erhöhtes Wildunfallrisiko. Besonders Fahrschüler und junge Fahrer sind angesprochen. Auf der Seite wildunfall-vermeiden.de gibt es jetzt zahlreiche Infos und Tipps.

Wenn im Herbst die Felder abgeerntet sind und die Zeitumstellung unseren Tagesrhythmus verändert, dann wirkt sich das auch auf Wildtiere aus: Hirsche, Rehe und Wildschweine suchen nach Deckung und sind mehr unterwegs als üblich – auch auf den Straßen, die ihren Lebensraum zerschneiden. Das hat oft dramatische Folgen: Mehr als 233.000 Zusammenstöße pro Jahr meldet der Deutsche Jagdverband (DJV). Statistisch gesehen bedeutet dies einen Wildunfall alle 2,5 Minuten. Trotzdem unterschätzen viele Autofahrer die Gefahr. Hier setzt die neue Kampagne „Tiere kennen keine Verkehrsregeln“ an. Der ACV Automobil-Club Verkehr und der DJV haben sie gemeinsam ins Leben gerufen, Initiatoren sind die beiden Public-Interest-Design-Masterstudierenden Diana Kaiser und Mareike Schlösser.

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Umfrage: Mehrheit gegen die wildtierfeindliche Landespolitik in Bayern

In kaum einem Bundesland ist die Waldpolitik so wildtierfeindlich wie in Bayern. Dass der gesetzliche Grundsatz „Wald vor Wild“, der Rothirsch, Reh und Gämse ausschließlich einen negativen Einfluss auf Forstpflanzen zuschreibt, am Wählerwillen vorbei geht, zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts EMNID im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung: Eine große Mehrheit der bayerischen Wähler lehnt die derzeit geltenden Regelungen ab, die im Bergwald die Jagd auf Rothirsch, Gams und Reh über das ganze Jahr zulässt. 70 Prozent der Befragten halten eine Schonzeit für wichtig, selbst wenn durch ganzjährige Jagd der Wald besser wachsen könnte. Die bayerischen Wähler erteilen damit der gegenwärtigen Jagdpraxis in den bayerischen Alpen eine klare Absage!

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Österreich: Jäger im Hitzeeinsatz

Niederösterreichs Jäger im Hitzeeinsatz: Wildtiere benötigen Tränken und Schattenspender. Hege vor allem im Sommer große Herausforderung – austrocknende Feuchtbiotope, verdorrte Felder und frühe Ernte verstärken Stress bei Niederwild

JAWINA-Leser PW schreibt: Deutsche Jäger können das auch.

Die Jägerinnen und Jäger in Niederösterreich sind seit einigen Tagen wieder im Hitzeeinsatz, denn langanhaltende Hitzeperioden beeinträchtigen nicht nur Menschen sondern auch Wildtiere. Dieses Jahr wird der Stress vor allem beim Niederwild durch die frühe Ernte und den damit verbundenen großflächigen Verlust von Deckung, Schatten und Nahrung zusätzlich verstärkt. “Jäger sind im ganzen Jahr als Heger gefragt. Aber insbesondere im Sommer, wenn die hohen Lufttemperaturen während der Nacht keine Taubildung zulassen, sind Wildtiere auf zusätzliche Wasserstellen durch den Bau von Tränken sowie auf Schattenspender angewiesen”, so Niederösterreichs Landesjägermeister Josef Pröll. Fasane etwa bevorzugen Lebensräume entlang von Wasseradern und verschilften Feuchtbiotopen und leiden unter deren Austrocknung. Aber auch der Feldhase als ehemaliger Steppenbewohner benötigt mehr Wasser als landläufig angenommen.

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Hecheln, fächeln, suhlen: Wie Wildtiere die Hitzewelle überstehen

Viele Tiere können nicht schwitzen. Um sich bei der aktuellen Hitze abzukühlen, nutzen sie andere Strategien.

So heiß war es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1893 im Mai noch nie. Kein Wunder, dass die Deutschen am vergangenen Dienstag, dem bislang heißesten Tag des Jahres, gehörig ins Schwitzen kamen. Damit unterscheiden sie sich von anderen Säugetieren, die wenige bis gar keine Schweißdrüsen besitzen. Der Deutsche Jagdverband erklärt wie Wildschwein, Feldhase und andere Wildtiere dennoch “cool” durch die anhaltende Hitzewelle kommen.

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Empfängnisverhütung bei Wildtieren – Pille oder Kugel?

Saufänge, Nachtzielgeräte, Abschuss von 70 Prozent der Schwarzwildpopulation: Aus Angst vor einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) kommen drastische Vorschläge zur Dezimierung der Wildschweine ins Gespräch. Dass auch die Forderung nach der “Pille für die Sau” vorgebracht werden würde, war also abzusehen – dabei ist Kontrazeption bei Wildtieren alles andere als unproblematisch.

Jäger befürchten das Ende der Jagd, Jagdgegner erhoffen sich dasselbe, und Verbraucher lassen sich bereitwillig einreden, dass Männern nach dem Verzehr behandelten Wildbrets „Brüste wüchsen“ (wie ein amerikanischer Wissenschaftler schrieb): Empfängnisverhütung bei Wildtieren ist ein äußerst kontrovers und emotional diskutiertes Thema. Tatsache ist, dass die Forschung auf dem Gebiet der Immunokontrazeption, also der Empfängnisverhütung, die sich Immunreaktionen zunutze macht, seit den ersten Versuchen Anfang der achtziger Jahre atemberaubende Fortschritte gemacht hat. Mittlerweile gibt es eine Reihe von erprobten Verfahren, die vor allem in den USA bei ganz verschiedenen Tierarten – zum Beispiel bei Nagetieren, Füchsen, Weißwedelhirschen, Damwild, Sauen und Wildpferden, aber auch Tauben und Gänsen – mit Erfolg angewendet werden. Wir Jäger müssen uns also mit dem Thema auseinandersetzen – den Kopf in den Sand zu stecken und unseren Gegnern das Feld zu überlassen, bringt nichts.

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Hühner retten Wildtiere

Über einen so interessanten wie pragmatischen Ansatz, afrikanische Wildtiere vor der lokalen Ausrottung zu bewahren, berichtet Richard Conniff in der New York Times. In “Chickens Can Help Save Wildlife” beschreibt er den durch die rasante Bevölkerungszunahme enorm gestiegenen Druck auf Wildtierpopulationen in vielen afrikanischen Ländern. Nicht nur, dass menschliche Siedlungen, Weiden und Anbauflächen immer mehr Wildnisflächen und damit Habitate beanspruchen – für viele Menschen in Afrika stellen durch Fallen, Schlingen oder Schusswaffen illegal erbeutete Wildtiere, das sogenannte Bushmeat, die einzige oder hauptsächliche Proteinquelle dar. Modernere Waffen, Kraftfahrzeuge, kommerzielle Vermarktung und das Bevölkerungswachstum hätten zu einem regelrechten Overkill geführt, schreibt Conniff. 15 Millionen Wildtiere werden pro Jahr im brasilianischen Amazonasgebiet gewildert, 579 Millionen in Zentralafrika. 301 terrestrische Säugetier-Spezies sind durch die Bushmeat-Produktion von Ausrottung bedroht, darunter Bonobos und Gorillas.

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