Schlagwort-Archive: Wildschweine

Polen will Wildschweinbestand “praktisch auf Null” reduzieren

Niedersachsen: Uelzen simuliert ASP-Ausbruch

In Polen soll der Wildschweinbestand praktisch auf Null reduziert werden, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) möglichst zu verhindern. Das berichtet rbb24. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, arbeiten Forstverwaltung und Jägerschaft intensiv zusammen, jeder Fall eines tot aufgefundenen Wildschweins werde überprüft. Im Nordosten Polens, an der Grenze zu Litauen und Weißrussland, wütet die ASP bereits seit Jahren, der Westen Polens ist bislang nicht betroffen. Ein polnischer Förster berichtet im rbb, dass er täglich Wildschweine dabei beobachte, wie sie über die Oder nach Deutschland schwimmen. Ein von dem Radiosender interviewter deutscher Jäger weist indes daraufhin, dass man auch auf deutscher Seite seit langem bestrebt sei, die Wildschweinbestände abzusenken. Trotzdem wachse der Bestand immer weiter an. Die hohe Reproduktionsrate des Schwarzwilds, milde Winter und die praktisch ganzjährig gesicherte Versorgung durch proteinreiches Futter konterkarieren die Bestrebungen der Jäger. Insofern bleibt abzuwarten, ob der polnische Plan einer drastischen Absenkung des Bestands funktioniert. red.

Beitragsbild: Erlegte Wildschweine (u.a.) auf der Strecke. Foto: SE

ASP: EFSA bewertet Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung

Daten über geografische Verbreitung und Häufigkeit von Wildschweinen sollen gesammelt werden

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority) EFSA hat Strategien für das Management von Wildschweinen in verschiedenen Stadien einer Schweinepestepidemie ermittelt, die beschreiben, was vor, während und nach einem Krankheitsausbruch zu tun ist. Wildschweine spielen nachweislich eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung der Krankheit. In einem am 11. Juli veröffentlichten wissenschaftlichen Gutachten untersuchen Sachverständige der EFSA die Dichte der Wildschweinpopulation in Europa und bewerten Maßnahmen, um diese zu verringern und infizierte Wildschweine von nicht infizierten fernzuhalten. Außerdem ermittelten sie Möglichkeiten zur frühzeitigen Erkennung der Seuche. Um das Risiko von Krankheitsausbrüchen zu reduzieren, sollten Maßnahmen wie die intensive Bejagung und das Nichtfüttern von Wildschweinen durchgeführt werden. Während einer Epidemie sind Aktivitäten, die zu einer verstärkten Bewegung von Wildschweinen führen könnten, zu vermeiden (z.B. intensive Treibjagden).

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RLP: Obere Jagdbehörde erlaubt „kleine Kugel“ auf gestreifte Frischlinge

In Rheinland-Pfalz ist per Allgemeinverfügung eine Maßnahme verfügt worden, die sich in Brandenburg bereits als wirkungslos erwiesen hat: Ab sofort dürfen Jäger mit Geschossen ab einem Kaliber von „.22 Hornet“ auf gestreifte Frischlinge Jagd machen. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) begrüßt ausdrücklich die Entscheidung. Zahlenmäßig stellen Frischlinge den größten Anteil einer Wildschweinpopulation dar. Aus diesem Grund hat die Jagd auf diese Altersklasse höchste Priorität“, erklärt LJV-Präsident Mahr. „Der LJV begrüßt daher die Entscheidung der oberen Jagdbehörde ausdrücklich – zumal sie einer Forderung aus unserem Positionspapier zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) folgt“; so Mahr. Frischlinge besitzen bis zum vierten Lebensmonat gelb-weiße Längstreifen auf ihrer Schwarte, wie Jäger das Fell der Wildschweine nennen.

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Genehmigung von Nachtzielgeräten für Jäger: “Rechtlich äusserst zweifelhaft”

In Bayern und Baden-Württemberg genehmigen Behörden Nachtziel-Vorsatzgeräte für Jäger. Begründet wird dies mit dem Risiko eines ASP-Ausbruchs und der Notwendigkeit, die Wildschweinbestände zu reduzieren. Doch viele Juristen halten die Genehmigungspraxis für rechtswidrig – der Schwarze Peter wird dem gutgläubigen Jäger zugeschoben. Wir haben mit Friedrich von Massow, dem Justiziar des Deutschen Jagdverbands (DJV) über das Problem gesprochen.

JAWINA: Herr von Massow, wie beurteilen Sie die Rechtslage und das Vorgehen der Behörden aus juristischer Sicht?

Friedrich von Massow: Die in Bayern und Baden-Württemberg praktizierte “Genehmigung” halten wir rechtlich für äußerst zweifelhaft. Es handelt sich genau genommen auch nicht um Genehmigungen (das wäre ein Fall von § 40 Abs. 4 WaffG – solche Genehmigungen erteilt das BKA aber nicht). Eine solche Beauftragung (nach § 40 Abs. 2 WaffG) ist aber für die Schwarzwildjagd (ausgenommen allenfalls in einem eng begrenzten Modellprojekt) nicht möglich. Eine dennoch erfolgende “Beauftragung” wäre rechtswidrig.

– Es gibt mehrere Gutachten, die zum gleichen Ergebnis kommen (natürlich mit deutlich ausführlicherer Begründung), u.a. vom Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages (https://www.bundestag.de/blob/556764/3aa9a9129908cc8c4b115f69715c13f5/wd-3-070-18-pdf-data.pdf ), ein Gutachten, das der Bayerische Jagdverband in Auftrag gegeben hat, sowie einen Aufsatz von Dietlein/Hermes.

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Mecklenburg-Vorpommern: Streckenstatistik für 2017/18 veröffentlicht

“ASP-Jagdmaßnahmen greifen: 85.949 Schwarzkittel erlegt”

Das für das Jagdjahr 2017/2018 angepeilte Streckenergebnis von 80.000 Stück Schwarzwild wurde mit 85.949 erlegten Wildschweinen deutlich erreicht. „Das ist ein Erfolg, der auf der großartigen Teamarbeit von Jägern, Landwirten, Veterinären und Landesforstanstalt basiert“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus heute auf der Landespressekonferenz in Schwerin.

Ende 2017 hatte der Landtag Mecklenburg-Vorpommern ein mit 2 Millionen Euro ausgestattetes Schwarzwildmaßnahmenpaket beschlossen, um den seit etwa zehn Jahren stetig anwachsenden Wildschweinbestand im Land angesichts des Einschleppungsrisikos der Afrikanischen Schweinepest  (ASP) deutlich zu reduzieren.

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Niedersachsen: Landesregierung novelliert das Jagdgesetz wegen ASP

Schalldämpfer und Schussabgabe aus Fahrzeugen bei der Erntejagd sollen legalisiert werden – überjagende Hunde müssen unter bestimmten Bedingungen geduldet werden

Um im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die für den Menschen ungefährlich ist, vorbereitet zu sein, hat die niedersächsische Landesregierung am (heuti­gen) Dienstag einen Änderungsentwurf zum Niedersächsischen Jagdgesetz (NJagdG) zur Verbandsbeteiligung freigegeben. Die vorgeschlagenen Änderungen folgen dem Auftrag aus dem Koalitionsvertrag, die Gefahr eines Ausbruchs von ASP einzudämmen. Damit sollen insbesondere bestehende Restriktionen für das Erlegen von Wildschweinen aufgehoben werden. Im Falle eines Seuchenausbruchs soll es zulässig sein, in betroffenen Gebieten alle Wildschweine zu töten, um die Ausbreitung des Erregers zu ver­hindern. Auch eine Schussabgabe vom Kraftfahrzeug aus soll in Verbindung mit Jagden auf Wildschweine während der Maisernte erlaubt werden. Des Weiteren werden Re­gelungen für ein allgemeines Fütterungsverbot sowie der Ausschluss des Wildschadenser­satzes bei Jagdverboten vorgeschlagen. Revierinhaber, die sich nicht an revierübergreifenden Drückjagden beteiligen, haben künftig unter bestimmten Bedingungen überjagende Hunde zu dulden.

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Dänemark: Parlament stimmt für ASP-Schutzzaun

Das dänische Parlament hat am Montag der Errichtung eines ca. 70 Kilometer langen Schutzzauns an der dänisch-deutschen Grenze zugestimmt. Der Zaun soll im Fall eines Seuchenausbruchs in Deutschland verhindern, dass mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierte Wildschweine die Grenze nach Dänemark überwinden und so die fleischverarbeitende Industrie Dänemarks schützen, die einen bedeutenden Wirtschaftszweig darstellt. Bisherigen Planungen zufolge soll der Schutzzaun 1,5 Meter hoch sein und, um eine Untergraben zu verhindern, einen halben Meter tief in die Erde eingelassen werden. Wasserflächen entlang des Verlaufs sollen mit Schwimmsperren gesichert werden, wie shz.de berichtet. Der Nutzen eines solchen ASP-Schutzzauns ist umstritten, da die sprunghafte Ausbreitung des ASP-Virus vor allem über illegal entsorgte Fleischreste erfolgte. Infizierte Wildschweine büßen innerhalb weniger Tage an Aktivität ein und sterben, so dass sie zunächst nur lokal den Erreger verbreiten – zumindest wenn die flächendeckende Ausbreitung z.B. durch entsprechende Ausdünnung der Wildschweinpopulation verhindert werden kann.

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Brandenburg: Landkreis oder-Spree fördert Schwarzwild-Vermarktung

Ankauf von Schwarzwild durch Wildhändler wird unter bestimmten Voraussetzungen subventioniert

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Oder-Spree arbeitet intensiv daran, mit umfangreichen vorbeugenden Maßnahmen, die Risiken für ein Übergrei-fen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aus dem Osten Europas zu minimieren. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. Für den Menschen ist das Virus nicht gefährlich.

Eine Schlüsselrolle bei der Minimierung der Infektionsgefahr nimmt die Reduzierung der hohen Wildschweinbestände ein. „Wir haben in den vergangenen Monaten sehr konstruktive Gespräche mit den Jägern des Landkreises geführt, die letztlich in zwei ganz konkrete Maßnahmen münden, mit denen wir die Jäger motivieren wollen, die Abschusszahlen von Schwarzwild spürbar zu erhöhen“, erläutert Petra Senger, Amtstierärztin des Landkreises Oder-Spree. Der Landkreis werde es nicht bei Appellen belassen, sondern hat selbst zwei Programme aufgelegt, die im Kreishaushalt finanziell untersetzt sind.

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“Grenzgänger Schwein” – WWF warnt vor Schweinezaun an dänisch-deutscher Grenze

In einem gemeinsamen, offenen Brief an Politiker in Dänemark und Deutschland warnen die nationalen WWF-Organisationen der betreffenden Länder vor dem geplanten Schweinezaun an der Grenze. Um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, prüft Dänemark derzeit den Bau einer solchen Anlage. So sollen Wildschweine am Grenzübertritt gehindert werden. Der WWF bezweifelt nicht nur die Wirksamkeit dieses Vorhabens, sondern warnt zugleich vor einer gravierenden Barriere für andere Wildtiere und einer Zerschneidung von Schutzgebieten.

„Es kann als wahrscheinlicher angesehen werden, dass die Schweinepest durch menschliche Nachlässigkeit in Zuchtbetriebe gelangt, als durch Wildschweine. Der Zaun wäre lediglich eine Barriere, die mitten durch zahlreiche Naturschutzgebiete führt – inklusive des Wattenmeers, das als UNESCO-Welterbe von internationaler Bedeutung ist. Vom Feldhasen bis zum Rotwild wären zudem zahlreiche Tierarten davon betroffen“, kritisiert Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland und einer der Unterzeichner des Briefes, der auch an Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck geschickt wurde.

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Bayern: Wildschweine greifen Hunde an

Ein Hund tot, fünf weitere schwer geschlagen

In Lauf an der Pegnitz (Landkreis Nürnberger Land) ist eine Hundetrainerin bei einem  Spaziergang mit acht Hunden von Wildschweinen attackiert worden. Ein Hund überlebte den Angriff nicht, fünf weitere sind schwer verletzt worden. Die 33jährige, die auch eine Hundepension betreibt, war in einem Waldstück in Letten, einem Ortsteil von Lauf an der Pegnitz unterwegs. Der Vorfall ereignete sich am Montag Abend. Die Hundetrainerin war einem Bericht des Onlineportals nordbayern.de zufolge auf dem Rückweg zu ihrem Auto, als ein Wildschwein zuerst einen frei laufenden, aber Maulkorb tragenden Rottweiler-Rüden annahm. Ein weiteres Wildschwein kam hinzu, ein drittes hielt sich am Rand des Weges im Hintergrund. Erst als zwei Jogger zu Hilfe kamen und – ziemlich mutig – auf die Wildschweine eintraten, ließen die Sauen von den Hunden ab.

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Bayern: Landkreis Regensburg richtet dezentrale Sammelstellen für Wildschweinkadaver und Aufbrüche ein

+++ Hessen: Landkreis Waldeck-Frankenberg schafft Desinfektionsschleuse für Fahrzeuge an +++ Bayern: Landkreis sucht “Verwahrstellen für tote Wildschweine

Der Landkreis Regensburg hat ein Konzept für die flächendeckende Sammlung und Entsorgung von Aufbruch (Schlachtabfälle) beziehungsweise Tierkörpern von Wildschweinen erarbeitet, das der Vorbeugung der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) dienen soll. Landrätin Tanja Schweiger, der Leiter des Veterinäramtes, Dr. Reinhold Schoierer, sowie der Leiter des Sachgebiets für öffentliche Sicherheit und Gewerbewesen, Karl Frank, haben die Maßnahmen am Mittwoch in einem Pressegespräch erläutert. Zudem haben sie die für den potenziellen Seuchenfall einzusetzende mobile Sammelstelle vorgestellt. Am Pressetermin nahmen weiterhin der Vorsitzende der Landes- arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (ARGE) im BBV, Albert Robold, BBV-Kreisobmann Johann Mayer und der Vorsitzende des Bezirksjagdverbandes Regensburg, Wolfgang Kemnitz, teil.

Auf Anregung von Landrätin Tanja Schweiger hat der Kreisausschuss in seiner letzten Sitzung beschlossen, einmalig die Kosten zur Aufstellung dezentraler Sammelbehälter zu übernehmen. Weil der Freistaat nur im Seuchenfall dafür Geld zur Verfügung stelle, hätten die Jäger als Anlieferer bei der Tierkörperverwertung selbst für die Kosten aufkommen müssen. Dies sei aus Sicht des Landkreises nicht zielführend, weswegen dieser die anfallenden Kosten übernehme, so die Landrätin.

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Schweiz: Jäger im Kanton Baselland fordern Nachtzielgeräte für die Waldjagd

Im Schweizer Kanton Baselland herrscht eine ziemlich spezielle Rechtslage, was den Einsatz von Nachtzielgeräten (NZG) für die Schwarzwildbejagung angeht: Schon vor einigen Jahren hat der Kanton acht NZG angeschafft, die er mittels Ausnahmebewilligung an Jäger ausleiht (!), wie die Basellandschaftliche Zeitung (BZ) berichtet. Seit Oktober 2017 dürfen sich Jäger in dem Kanton NZG auch persönlich anschaffen – allerdings nur für die Jagd auf dem Feld, das Verbot, NZG im Wald einzusetzen blieb bestehen, so die BZ. Auf die rechtliche Situation haben sich mittlerweile anscheinend auch die Sauen eingestellt: Sie kommen, so klagt ein Jäger, mitunter über Wochen nicht aus dem Wald, weil sie wüssten, dass ihnen draußen Gefahr droht. Über 80 Prozent der Schwarzwildabschüsse im Kanton Baselland wurden im Feld durchgeführt. Im Jahresbericht des kantonalen Jagdverbands Jagd Baselland beklagen die Jäger nun, dass für “eine effiziente Bejagung in der Nacht im Wald die notwendigen Bewilligungen zum Einsatz von Nachtzielgeräten” fehlen würden.

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Niedersachsen: Landkreis Verden zahlt Abschussprämie für Wildschweine

Vor dem Hintergrund des Vorrückens der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aus Osteuropa hat der Kreisausschuss des Landkreises Verden jetzt eine Abschussprämie für das Erlegen von Wildschweinen in der Zeit vom 15. März bis 15. Mai beschlossen. Der vermehrte Abschuss der Wildschweine sei eine vorbeugende Maßnahme zur Reduzierung der sehr großen Schwarzwildbestände, teilt das Veterinäramt des Landkreises mit. Weniger Wildschweine bedeuteten bei einem Eintrag des ASP-Virus weniger Kontaktmöglichkeiten unter Wildschweinen und damit eine geringere Verbreitungsmöglichkeit der Erkrankung. Für den Menschen sei die Afrikanische Schweinepest ungefährlich.

Pro geschossenen Tier wird ein Gesamtbetrag von 31 Euro abzüglich der Gebühr zur Untersuchung der Trichinenprobe in Höhe von 6 Euro – also 25 Euro – gezahlt. Voraussetzung für den Erhalt der Prämie ist, dass das Wildschwein bis Mitte Mai innerhalb des Landkreises Verden erlegt und mit einer vom Landkreis ausgegebenen Wildursprungsmarke gekennzeichnet wurde. Außerdem muss für jedes Tier eine Trichinenprobe sowie eine Blutprobe zusammen mit dem Wildursprungsschein, dem Probenbegleitschein und dem ausgefüllten Antragsformular beim Veterinäramt Verden abgegeben werden.

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ASP: Schleswig-Holstein hebt Schonzeit für Schwarzwild auf

Das Ministerium für Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) Schleswig-Holstein hat die Unteren Jagdbehörden des Bundeslandes sowie den Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV SH) und die Landesforsten mit einem Schreiben darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Schonzeit für Schwarzwild in Schleswig-Holstein mit der Änderung der Jagdzeiten-Verordnung des Bundes aufgehoben wurde.

In dem Schreiben heißt es:

[…] das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat am 07.03.2018 mit Zustimmung des Bundesrates eine Verordnung zur Änderung der Schweinepest- Verordnung und der Verordnung über die Jagdzeiten erlassen. Die Verordnung ist am 13.03.2018 im BGBL. I auf Seite 226 ff veröffentlicht worden. Sietritt am 14.03.2018 in Kraft.

Gemäß Artikel 2 (Änderung der Verordnung über die Jagdzeiten) wird damit § 1 der Verordnung über die Jagdzeiten vom 2. April 1977 (BGBL. I S. 531), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 25. April 2002 (BGBL. I S. 1487) geändert worden ist, wie folgt geändert:

1. Absatz 1 Nummer 6 wird aufgehoben.
2. Absatz 2 wird wie folgt geändert:
a) Die Wörter „Beim Schwarzwild auf Frischlinge und Überläufer, auf“ werden durch die Wörter „auf Schwarzwild,“ ersetzt.

Damit darf die Jagd auf Schwarzwild vorbehaltlich der Bestimmungen des § 22 Abs. 4 des Bundesjagdgesetzes ganzjährig ausgeübt werden. Die Änderung gilt in Schleswig- Holstein unmittelbar.

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Rekordstrecke: Bayerische Staatsforsten erlegen 13.100 Wildschweine

Die Bayerischen Staatsforsten steuern bei der Schwarzwildjagd auf ein Rekordergebnis zu. Wie Forstminister Helmut Brunner in München mitteilte, haben Beschäftigte und Jagdgäste des Unternehmens in der noch bis Ende März laufenden Jagdsaison 2017/2018 bereits über 13.100 Wildschweine erlegt – mehr als je zuvor. In der gesamten vergangenen Jagdsaison waren es rund 9.600 Tiere. Für Brunner, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Staatsforsten ist, leistet das Unternehmen damit einen wichtigen Beitrag zur Seuchenprävention. „Wir müssen alles tun, um die Afrikanische Schweinepest von Bayern fernzuhalten“, so der Minister. Weil die Wildschweine das Virus übertragen können, sei eine spürbare Reduktion der überhöhten Schwarzwildbestände ein unverzichtbarer Baustein einer effizienten Vorsorgestrategie.

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ASP: Sachsen-Anhalt beschafft Kadaverbehälter

Zur Vorbereitung auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Sachsen-Anhalt hat das Bundesland 30 Container für die Zwischenlagerung von Wildschweinkadavern beschafft. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Hannes Loth hervor. In den Behältern können Kadaver infizierter Tiere gelagert und zur Tierkörperbeseitigungsanstalt (TBA) transportiert werden, ohne dass sich der Erreger weiter verbreitet. 30 Behälter, die jeweils 1.100 Liter fassen, wurden bestellt, zehn bereits geliefert. Offenbar ist vorgesehen, dass im Fall eines ASP-Ausbruchs die Container an die “Seuchenausbruchsgebiete” verbracht werden, um die verendeten Tier vor Ort aufzuladen. red.

Beitragsbild: Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage KA 7/1365 (Screenshot).

Niedersachsen: Landesjagdbericht 2016/17 veröffentlicht

Otte-Kinast dankt Jägerschaft für Einsatz – Streckenzuwachs um 111 Prozent bei Nutria

Die Nutria, auch Biberratte, wird in Niedersachsen stark bejagt. Das geht aus dem aktuellen Landesjagdbericht 2016/17 hervor, der nun veröffentlicht wurde. „Das Engagement der Jäger ist im Hinblick auf den Deichschutz sowie die drohende Afrikanische Schweinepest ausgesprochen wichtig“, sagte Jagdministerin Barbara Otte-Kinast. Bei den Wildschweinen konnte in der vergangenen Jagdsaison mit 56.185 Tieren die zweithöchste Jahresjagdstrecke seit 60 Jahren erzielt werden. Der neu erschienene Landesjagdbericht schildert die Situation der Jagd und der einzelnen Wildarten in Niedersachsen und informiert unter anderem über die Wildbiologie und über die Jagdstrecken der einzelnen Arten. Ausführlich werden in dieser Ausgabe die Neozoen, also eingeschleppte Arten, thematisiert.

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ASP: Kreistagsabgeordneter antwortet auf Offenen Brief

Der Brandenburger Kreistagsabgeordnete der Fraktion der Linken, Thomas Singer, hat auf den Offenen Brief Prof. Pfannenstiels zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) geantwortet. Wir veröffentlichen die Antwort Singers im Wortlaut.

Sehr geehrter Herr Prof. Pfannenstiel,

vielen Dank für das ausführliche Schreiben. Der Artikel in der MAZ hat einerseits die Proportionen unseres Antrages völlig verändert und andererseits nicht mehr den aktuellen Stand der Diskussion abgebildet. Der Punkt mit den “Anti-Baby-Pillen” hatte sich schon so gut wie erledigt. Das hatte ich der Presse auch vorab gesagt.

Jäger hatten uns zugearbeitet, um die Diskussion in der Sache anzustoßen. In der Öffentlichkeit war außer den Tatarenmeldungen ja lange nichts Handfestes zu vernehmen.

Das haben wir mit dem Antrag auf alle Fälle erreicht.

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ASP: Prof. Pfannenstiel fordert Biosicherheit statt Vernichtungskrieg

In einem Offenen Brief an den Linken-Kreistagsabgeordneten Thomas Singer kritisiert der Biologe Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel Forderungen nach der “Pille für die Sau” und schlägt wirksamere Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest vor. Im folgenden veröffentlichen wir den Offenen Brief im Wortlaut:

Pille für Wildschweine ?

Sehr geehrter Herr Singer,

alle Experten, auch die damit befassten Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts, sind sich über den Weg einig, den die Afrikanische Schweinepest (ASP) mit größter Wahrscheinlichkeit nach Deutschland nehmen wird. Der Mensch wird Vektor sein und nicht das Wildschwein. Allerdings wird die lokale Verbreitung der Seuche in Wildschweinbeständen durch hohe Individuendichten begünstigt. Insofern kommt dem Absenken von Wildschweinbeständen durchaus Bedeutung zu. Für Risiko und Wahrscheinlichkeit des Eintrags der Seuche nach Deutschland sind unsere Wildscheinbestände jedoch ohne Belang. Leider ist dieser Umstand in der Gesellschaft kaum bekannt. Auch Sie scheinen sich dieser Tatsache nicht bewusst zu sein.

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Empfängnisverhütung bei Wildtieren – Pille oder Kugel?

Saufänge, Nachtzielgeräte, Abschuss von 70 Prozent der Schwarzwildpopulation: Aus Angst vor einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) kommen drastische Vorschläge zur Dezimierung der Wildschweine ins Gespräch. Dass auch die Forderung nach der “Pille für die Sau” vorgebracht werden würde, war also abzusehen – dabei ist Kontrazeption bei Wildtieren alles andere als unproblematisch.

Jäger befürchten das Ende der Jagd, Jagdgegner erhoffen sich dasselbe, und Verbraucher lassen sich bereitwillig einreden, dass Männern nach dem Verzehr behandelten Wildbrets „Brüste wüchsen“ (wie ein amerikanischer Wissenschaftler schrieb): Empfängnisverhütung bei Wildtieren ist ein äußerst kontrovers und emotional diskutiertes Thema. Tatsache ist, dass die Forschung auf dem Gebiet der Immunokontrazeption, also der Empfängnisverhütung, die sich Immunreaktionen zunutze macht, seit den ersten Versuchen Anfang der achtziger Jahre atemberaubende Fortschritte gemacht hat. Mittlerweile gibt es eine Reihe von erprobten Verfahren, die vor allem in den USA bei ganz verschiedenen Tierarten – zum Beispiel bei Nagetieren, Füchsen, Weißwedelhirschen, Damwild, Sauen und Wildpferden, aber auch Tauben und Gänsen – mit Erfolg angewendet werden. Wir Jäger müssen uns also mit dem Thema auseinandersetzen – den Kopf in den Sand zu stecken und unseren Gegnern das Feld zu überlassen, bringt nichts.

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Hessen: Schonzeitaufhebung für Keiler und Bachen

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUKLV) hat im Rahmen des Maßnahmenpakets zur Verhinderung des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) die Schonzeit für Keiler und Bachen für 2018 ganzjährig aufgehoben. Das teilt das MUKLV in einer Presseerklärung mit. Darin heißt es weiter: Das Land hat nun die bisher in Hessen geltende Schonzeit für erwachsene Wildschweine gemäß § 26b Absatz 8 Hessisches Jagdgesetz aufgehoben. Dies erfolgt durch mehr als 3.000 Einzelanordnungen an die Jagdausübungsberechtigten. Zusätzlich wird die Allgemeinverfügung an die Jagdverbände Landesjagdverband (LJV) und Ökologischer Jagdverband (ÖJV), die unteren Jagdbehörden, den Landesbetrieb Hessen Forst und den Landesjagdbeirat geschickt. Die Schonzeit hätte am 1. Februar begonnen und bis zum 15. Juni gegolten.

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Wolfsburg: Schonzeit für Schwarzwild aufgehoben

In den Jagdbezirken der Stadt Wolfsburg wird die Schonzeit für Keiler und Bachen für den Zeitraum vom 1. Februar bis 15. Juni 2018 aufgehoben. Frischlinge führende Bachen sind von der Schonzeitaufhebung nicht betroffen und dürfen weiterhin nicht bejagt werden. Als Elterntiere gelten Bachen, deren Frischlinge noch gelbe Längsstreifen aufweisen.

Die Stadt Wolfsburg folgt hiermit einem aktuellen Erlass des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Es handelt sich um eine präventive Maßnahme zur Wildseuchenbekämpfung. Aus dem Baltikum und den osteuropäischen Nachbarländern ist bekannt, dass sich dort Wildschweine mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert haben. Mit der Herabsetzung der Schwarzwildpopulation soll die Gefahr einer Infektion sowohl innerhalb der Schwarzwildbestände als auch in die Hausschweinbestände hinein gemindert werden. PM

Beitragsbild: Erlegter Keiler. (Foto: SE)

Brandenburg: Landkreis Oberhavel erlässt Jägern Trichinengebühr

+++ Bayern: Wildsau stürmt Modegeschäft +++

Ab 01.02.2018 übernimmt der Landkreis OHV die Kosten für Trichinenuntersuchungen vorerst für sechs Monate

Ab dem 01.02.2018 bis zum 31.07.2018 werden vom Landkreis Oberhavel die anfallenden Kosten für die Trichinenuntersuchung erlegter Wildschweine aller Altersklassen übernommen. Voraussetzung ist, dass die Wildschweine auf dem Gebiet des Landkreises Oberhavel erlegt wurden. Der Nachweis erfolgt durch entsprechende Angabe des Jagdgebietes auf dem Wildursprungsschein.

Ziel ist es, durch die finanzielle Entlastung der Jäger bei der Trichinenuntersuchung einen Anreiz zu schaffen, die Jagd auf Schwarzwild, insbesondere Frischlinge, zu intensivieren. Der Landkreis Oberhavel möchte durch diese Maßnahme einen Beitrag zur Seuchenprävention im Hinblick auf die Gefahr der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) leisten“, erläutert Umweltdezernent Egmont Hamelow.

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Die Sau als Sündenbock

Zunehmend regt sich Kritik an der beabsichtigten Dezimierung der Wildschweine zwecks Eindämmung der ASP-Gefahr – und an den fragwürdigen Methoden, die dabei zur Anwendung kommen sollen.

Wenn es ans Eingemachte – also ums Geld – geht, scheinen bei manchen Zeitgenossen alle Hemmungen zu fallen. Um der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorzubeugen werden Forderungen laut, die in ihrer Gesamtheit nur Entsetzen hervorrufen können. Es ist sicherlich geboten und sinnvoll, die ohnehin überhöhte Wildschweindichte abzusenken – nicht nur wegen der ASP, sondern auch wegen der Wildschäden und den ökologischen Auswirkungen, die die gewaltige Vermehrung der Schwarzkittel hat. Abschussprämien für Wildschweine, wie sie in Brandenburg gezahlt werden, oder die Reduzierung der Gebühr für Trichinenuntersuchungen stellen sinn- und wirkungsvolle Unterstützungsmaßnahmen und Gesten der Anerkennung für die Bemühungen der Jäger dar, insbesondere angesichts zunehmender Schwierigkeiten bei der Vermarktung des Wildschweinfleischs. Die Forderung des Bauernverbands, 70 Prozent der Wildschweinpopulation abzuschießen, lässt einen mittelgradigen Realitätsverlust bei den Bauernfunktionären befürchten – und im Gegenzug die Forderung laut werden, die durch industrielle Massentierhaltung verursachten Probleme doch vielleicht lieber direkt an der Quelle – bei den Massentierhaltern selbst – zu bekämpfen.

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Hessen: Jägervereinigung fordert “wirksamere Maßnahmen” gegen ASP

Die Jägervereinigung Oberhessen fordert in einem Offenen Brief an Bundesagrarminister Schmidt und die hessische Landwirtschaftsministerin Hinz “wirksamere Maßnahmen zum Verbraucherschutz und gegen das Einschleppen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in die Bundesrepublik Deutschland.”

Gefordert wird u.a. “ein Einfuhrverbot für Schwarzwildfleisch aus Ländern, in denen bereits die Afrikanische Schweinepest grassiert”, “eine bundesweite Aufwandsentschädigung bei der weiteren Reduzierung der Schwarzwildbestände von 25 Euro pro erlegtem Stück Schwarzwild und “kostenlose Trichinenuntersuchungen für erlegtes Schwarzwild.”

Außerdem soll der Absatz hochwertigen heimischen Wildschweinfleischs gefördert und gegen Jagdstörer härter vorgegangen werden. Der Muttertierschutz für führende Bachen dürfe nicht aufgehoben werden, so die JV Oberhessen.

Den vollständigen Offenen Brief können Sie hier herunterladen. red.

Beitragsbild: Offener Brief der JV Oberhessen (Ausschnitt, Screenshot)

Brandenburg: Abschussprämie für Schwarzwild erhöht

Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger hat bereits im vergangenen Jahr mit einigen ostbrandenburgischen Landkreisen eine Abschussprämie für Wildschweine vereinbart. Als Reaktion auf die drohende Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nimmt der Minister nun eine Anregung des Landkreistags Brandenburg auf, diese Abschussprämie mit  Beginn des Jagdjahres 2018/2019 ab 1. April landesweit anzubieten. Die deutliche Reduzierung des Schwarzwildbestands ist ein prioritäres Ziel im Rahmen der ASP-Prävention. Hierfür sind eine Reihe von Maßnahmen vorgesehen. Über eine Vereinbarung des Ministeriums mit den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten soll ab dem 1. April 2018 eine Prämie von 50 Euro für jedes Stück Schwarzwild, das über den Streckenwerten des Jagdjahres 2015/2016 (Referenzjahr) erlegt wird, gezahlt werden.

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Aktuelle Jagdbilanz: 589.417 Wildschweine bundesweit erlegt

Im zurückliegenden Jagdjahr haben Deutschlands Jäger viereinhalb mal so viele Wildschweine wie vor 40 Jahren erlegt. Wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest appelliert der DJV an Jäger, insbesondere junge Wildschweine zu erlegen. Sie tragen maßgeblich zur Fortpflanzung bei. Verdächtige Kadaver sollten umgehend den Behörden gemeldet werden.

589.417 Wildschweine haben die Jäger in Deutschland im Jagdjahr 2016/17 (1. April bis 31. März) erlegt oder verendet aufgefunden (4 Prozent). Das ist der vierthöchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1930er Jahren. Im Vergleich zur Jagdsaison 1976/77 beträgt die Steigerung knapp 350 Prozent  für Gesamtdeutschland. Diese Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht und betont die Notwendigkeit der Wildschwein-Jagd. Mit den kontinuierlich steigenden Abschusszahlen hat die Jägerschaft in den vergangenen Jahrzehnten anwachsende Wildschweinbestände zwar reduziert. In Hinblick auf die drohende Afrikanische Schweinepest (ASP) appelliert der DJV an Jäger, die Wildschweinjagd noch zu intensivieren. Besonders weibliche Tiere, jünger als zwei Jahre, müssen verstärkt erlegt werden – sie tragen mit über 80 Prozent zur Fortpflanzung bei. “Noch ist das Virus nicht in Deutschland, doch je weniger Wildschweine pro Fläche leben, desto geringer ist im Ernstfall zumindest über Wildtiere die Ausbreitungsgefahr”, sagte Dr. Wolfgang Bethe, Veterinär und DJV-Präsidiumsmitglied. Allerdings sei erwiesen, dass der Mensch und nicht Wildtiere das Virus über große Distanzen verbreite, etwa über den Transitverkehr.  Ein achtlos weggeworfenes Brot mit verseuchter Wurst reiche, um die Afrikanische Schweinepest einzuschleppen, so Dr. Bethe weiter. Deshalb sollte die Aufklärungsarbeit von Behörden in der Öffentlichkeit intensiviert werden.

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Bauernverband fordert Abschuss von 70 Prozent aller Wildschweine

Sachsen-Anhalt: Schweinezüchter sponsern Trichinen-Untersuchungen für Jäger

Jetzt brechen alle Dämme: Der Bauernverband hat Medienberichten zufolge den Abschuss von 70 Prozent der deutschen Schwarzwildpopulation gefordert, um einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorzubeugen. Auch der Abschuss von “Muttertieren und Frischlingen” müsse erlaubt werden, forderte der Vizepräsident des Bauernverbandes, Werner Schwarz, in der Rheinischen Post. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) unterstützt die Forderung der Bauern nach Schonzeitaufhebungen für Wildschweine. Denn bei einem Ausbruch der ASP werde über ganz Deutschland eine Exportsperre für Schweinefleisch verhängt, wodurch der Schweinefleischpreis um bis zu 30 Prozent fallen könnte und “Milliardenverluste für die Fleischindustrie” entstünden. Das Tierleid bei einer Jagd sei deutlich geringer als durch die ASP, tröstete Bauern-Vize Schwarz laut RP-online: Durch die Schweinepest würden die Schweine “elendig verenden”.

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Brandenburg: Land fördert ASP-Probennahme

Das Brandenburger Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz (MdJEV) hat ein Merkblatt für die Probennahme bei Verdachtsfällen auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) herausgegeben. Darin heißt es: “Das Risiko der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in die brandenburgische Wildschweinepopulation ist weiterhin hoch. Der Bekämpfungserfolg eines möglichen Ausbruchs der Seuche im Schwarzwildbestand wird wesentlich vom Zeitpunkt der Erkennung bestimmt. Deshalb kommt der frühestmöglichen Feststellung der ASP-Infektion besondere Bedeutung zu. Zur Früherkennung führt das Land Brandenburg ein Monitoring-Programm durch, das sich insbesondere auf die Untersuchung von tot aufgefundenen Wildschweinen (Fallwild und Unfallwild) stützt. Bei diesen Tieren ist die Wahrscheinlichkeit der Erkennung einer ASP-Infektion am höchsten. Die Meldung und Beprobung dieser Tierkörper wird vom Land Brandenburg finanziell in Höhe von 30,00 € pro Tierkörper bzw. Probe unterstützt.

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ASP: 279 Neuinfektionen in Polen von November bis Januar

Tierseuche macht “Sprung” nach Westen

Zwischen Ende November 2017 und Anfang Januar 2018 hat es einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zufolge allein in Polen 279 gemeldete Neuinfektionen mit der Afrikanischen Schweinepest gegeben. Experten schätzten die Lage als dramatisch ein, so die MAZ, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) habe von einer ernsten Situation für Deutschland gesprochen.

Am 17.11.2017 meldete Polen aus der Provinz Masowien einen Sprung der ASP von etwa 100 Kilometer in westliche Richtung, wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelheit (LAVES) mitteilt: Bisher sind dort 170 ASP positive Wildschweine gefunden worden. Das neue Ausbruchsgeschehen habe sich offensichtlich bereits flächenhaft ausgebreitet und erstrecke sich auf mindestens drei Landkreise (Legionowski, Piaseczynski, Warschau West, Nowodworski und Otwocki) sowie die Stadt Warschau.

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Tierfreunde gegen Drückjagden zur ASP-Vorbeugung

Der Bund für Tier- und Naturschutz Ostwestfalen (BfTuN), offenbar nicht identisch mit dem BUND) äußert dem Westfalen-Blatt zufolge “Kritik” an der heute stattfindenden Drückjagd auf Schwarzwild in Bielefeld, an der mehr als 100 Jäger teilnehmen sollen. Die Jagden dienen der Reduktion der Schwarzwildpopulation, um das Seuchenrisiko im Fall eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu reduzieren. Ob “Kritik” tatsächlich die passende Bezeichnung für die von der Provinzzeitung kritiklos übernommenen Anschuldigungen darstellt oder Mode-Termini wie “Hetze” oder “Hassrede” nicht vielleicht doch eher zutreffen, möge der geneigte Leser selbst entscheiden: Bei Drückjagden auf Wildschweine in Hessen würden nur etwa ein Drittel der Tiere mit Blattschuss erlegt, so die Tierfreunde: “Mehr als 60 Prozent der Tiere habe man “am Rückenmark schwer verletzt, ein Bein zersplittert oder den Kiefer weggeschossen”. “Viele der angeschossenen Tiere würden auch bei Nachsuchen nicht aufgefunden, so dass “schwer verletzte Schweine irgendwo im Dickicht verbluten, verhungern oder ihr Leben als Krüppel” weiterfristen müssten. Versprengte Frischlinge fänden oft nach ihrer panischen Flucht nicht zur Rotte zurück, die für sie lebenswichtig ist.” Als Belege für diese Behauptung führt der BfTuN die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) an.

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NRW: Schonzeitaufhebung für alles Schwarzwild

Update: Kein Fake – Ministeriums-Mitarbeiter bestätigt Echtheit des Schreibens

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV) hat einem der Red. vorliegenden Schreiben zufolge die Jagdbehörden des Landes aufgefordert, “die Schonzeit für alles Schwarzwild auf allen bejagbaren Flächen” […] mit sofortiger Wirkung bis zum 31.3.2021 aufzuheben. Die Schonzeit für Schwarzwild sei damit “aus Gründen der Landeskultur i.S. von § 22 Absatz 3 BJagdG Satz 1 landesweit ganzjährig aufgehoben. Ausgenommen sind nur Bachen mit gestreiften Firschlingen unter ca. 25 kg.” Als Begründung wird die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Polen und Tschechien angeführt. Auch wegen der durch Wildschweine verursachten Wildschäden sei “die intensive Bejagung des Schwarzwildes […] über mehrere Jahre hinweg, bis zu einer deutlichen Entspannung der Situation, fortzuführen.”

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USA: Giftköder gegen Wildschweine

Seit einigen Jahren laufen in Australien und den USA Versuche, die gravierende Schäden verursachende Wildschweinplage (wobei es sich bei den sogenannten feral pigs um verwilderte Hausschweine oder Kreizungen von Haus- und Wildschweinen handelt) durch Ausbringen von Giftködern in den Griff zu bekommen. Jetzt beginnt im Rahmen eines vom US-Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture, USDA) verantworteten Programms in Alabama und Texas die praktische Erprobung eines Präparats auf Basis von Natriumnitrat. Natriumnitrat wird als Pökelsalz zur Konservierung und Umrötung von Fleischerzeugnissen wie zum Beispiel Schinken eingesetzt. Das für Menschen ungefährliche Natriumnitrat bewirkt im Organismus von Schweinen, dass der Sauerstofftransport durch die roten Blutkörperchen in die Körpergewebe und Organe nicht mehr funktioniert, weil der den Sauerstofftransport bewerkstelligende Blutfarbstoff Hämoglobin in das funktionsunfähige Methämoglobin umgesetzt (oxidiert) wird. Im Gegensatz zu Menschen verfügen Schweine nur über eine geringe Konzentrationen des Enzyms Methämoglobobin-Reduktase, durch das Methämoglobin wieder zu Hämoglobin reduziert wird. Deshalb ist Natriumnitrat für Schweine hochgiftig, für Menschen nicht. Die durch das Natriumnitrat bei Schweinen verursachte Methämoglobinämie führt innerhalb von zweieinhalb bis drei Stunden zum Tod. Die Schweine werden müde und verlieren das Bewusstsein, bevor der Tod eintritt. Die Wirkung wird mit der einer Kohlenmonoxid- oder Kohlendioxid-Vergiftung (letztere wird im Schlachthäusern zur Betäubung eingesetzt) verglichen und gilt als human und tierschutzgerecht.

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Sachsen: Freistaat übernimmt Kosten für Trichinenuntersuchungen

Um Präventionsmaßnahmen gegen ein Ausbrechen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu stärken, hat Staatsministerin Barbara Klepsch entschieden, dass das für die Tierseuchenbekämpfung zuständige Sozialministerium vorläufig die Kosten für die Trichinenschau bei Wildschweinen übernimmt. Die Staatsministerin erklärte: »Die sächsischen Jäger leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der hohen Wildschweinbestände, dies verringert das Risiko einer Ausbreitung der Tierseuche Afrikanische Schweinepest (ASP). Deshalb sollen sie durch eine Erstattung der Trichinengebühr entlastet werden.«

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Brandenburg: Ab morgen darf Schwarzwild mit Taschenlampe gejagt werden

Die Allgemeinverfügung des MLUL, die das Verbot künstlicher Lichtquellen bei der Bejagung von Schwarzwild aufhebt (JAWINA berichtete), ist heute im Amtsblatt des Landes veröffentlicht worden. Da die Allgemeinverfügung am Tag nach der Bekanntmachung wirksam wird, kann ab morgen mit der Taschenlampe auf Schwarzkittel geweidwerkt werden. SE

Beitragsbild: Allgemeinverfügung im Amtsblatt (Screenshot)