Schlagwort-Archive: Wildschweine

LJV NRW weist Kritik an Regelungen zum Hundeeinsatz in Landesjagdzeitenverordnung zurück

+++ Sachsen: Bürgermeister fordert Wolfsabschuss nach Hunderiss +++ Mecklenburg-Vorpommern: Güterzug kollidiert mit Wildschweinrotte +++ Brandenburg: Elchbulle durchstreift Unteres Odertal +++

Keine Wehmut im Rückblick auf “Zeiten remmelscher Gängelungspolitik”

Der LJV NRW äußert sich zur Kritik an den Regelungen zum Hundeeinsatz in der novellierten Jagdzeitenverordnung. In einer Stellungnahme des Verbandes heißt es dazu: “Am 30. Juli 2019 trat die zweite Verordnung zur Änderung der Landesjagdzeitenverordnung Nordrhein-Westfalen in Kraft. Insbesondere wird dadurch das Verbot der Bewegungsjagd sowie des Hundeeinsatzes bei der Jagd auf Schwarzwild in der Zeit vom 16. Januar bis 31. Juli aufgehoben. Die Änderung geschah mit Blick auf die nach wie vor hohe Vermehrungsrate und die weiterhin notwendige Bestandsreduktion beim Schwarzwild insbesondere zur Vorbeugung eines ASP-Ausbruchs in NRW mit einem zu erwartenden volkswirtschaftlichen Schaden in Milliardenhöhe.”

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Bayern: Jagdgast schiesst 1000. Sau im Staatsforst

Ein Jagdgast aus Oberliezheim hat im Revier Bergheimer-Unterliezheimer Forst (Landkreis Dillingen an der Donau) der Bayerischen Staatsforsten die 1000. Sau geschossen. Das 1000. Stück war ein Frischling, die Rekordstrecke wurde gehörig gefeiert, wie die Augsburger Allgemeine berichtet. Die 1000 Stück Schwarzwild kamen seit der Gründung der Bayerischen Staatsforsten am 1. Juli 2005 zusammen. 1000 Schwarzkittel in 15 Jahren entspricht einer durchschnittlichen Jahresstrecke von 67 Sauen – Respekt. Entscheidend für die gute Strecke sind dem Bericht zufolge die weiträumigen Drückjagden im Winter, die zwei Drittel der Gesamtstrecke erbringen. red.

Beitragsbild: Verblasen der Strecke (Archivbild). Foto: SE

Brandenburg: Wildschweinjagd im Stadtgebiet von Frankfurt/Oder

+++ Bayern: Jagdunfall Nittenau – Jäger zu einem Jahr auf Bewährung und Geldstrafe (Bewährungsauflage) verurteilt +++ Bayern: Jagdunfall Nittenau – Verteidigung und Anklage plädieren auf Bewährungsstrafe +++ Schweiz: Fuchs nach Angriff auf Krankenhaus-Mitarbeiterin erschossen +++ Mecklenburg-Vorpommern: Jagdpächter stellt Wildwarnschilder auf – Behörde droht Bußgeld an +++

Die Stadtverwaltung von Frankfurt/Oder informiert, dass auf Grund einer Vielzahl von Bürgerbeschwerden bzw.-hinweisen im Rahmen der Gefahrenabwehr im Stadtgebiet die Bejagung von Wildschweinen (z.B. auf dem Ziegenwerder aber auch an anderen Orten) erfolgt.

Das Amt für Ordnung und Sicherheit ist Auftraggeber. Der beauftragte Jäger ist im Besitz einer Ausnahmegenehmigung zur Jagd in befriedeten Bezirken und er informiert die Polizei über den beabsichtigten Einsatz.

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Polen: ASP breitet sich weiter aus

+++ Österreich: Jäger retten Katzen +++ Niedersachsen: Genehmigung zur Tötung des Wolfsrüden GW717m nochmals erneuert +++

In Polen sind in der zweiten Juniwoche 24 neue Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) mit 28 befallenen Wildschweinen registriert worden. Besonders beunruhigend: Auch in zwei bisher nicht von der Tierseuche betroffenen Landkreisen wurden ASP-Fälle festgestellt. Während der Landkreis Zamość an einen Bezrik angrenzt, in dem die ASP grassiert, bedeutet der Ausbruch im Landkreis Węgrowski, dass die Seuche sich wieder einmal sprunghaft ausgebreitet hat: Das nächste Infektionsgebiet ist rund 50 Kilometer entfernt, wie das Internetportal fleischwirtschaft.de berichtet. red.

Beitragsbild (Gesundes) Wildschwein. Foto: SE

Brandenburg: Nach dem Aus für die Bogenjagd – neuer Ansatz zum Umgang mit Wildschweinen in Ortslagen

Mecklenburg-Vorpommern: Prof. Dr. Axel Siefke verstorben +++ NRW: Aus dem Fenster geschossen? Polizei zieht WBK und Jagdwaffen ein +++ Mecklenburg-Vorpommern: Totes Wildschwein bei Zinnowitz angespült +++ Sachsen: LJV-Präsident Hans-Heinrich Jordan verstorben +++

Einsatz von Spezial-Munition für kurze Distanzen und Schalldämpfern geplant

Die dem Brandenburger Landwirtschaftsministerium zugeordnete oberste Jagdbehörde (OJB) sowie die Wildökologische Forschungsstelle Eberswalde haben mit den Bürgermeistern der beiden Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow sowie dem örtlichen Jagdpächter Gespräche über die Eindämmung von Schäden durch Wildschweine geführt.

Wildschweine verursachen hier immer wieder Schäden. Bundesweit bekannt wurden Bilder großer Wildschweinrotten, die durch Siedlungsstraßen ziehen. Die Wildschweine sollen möglichst dauerhaft aus den Siedlungsgebieten vertrieben werden. Die Jagd mit Schusswaffen stößt in bewohnten Gebieten schnell an Grenzen.

Ursprünglich sollte die Jagd mit Pfeil und Bogen durch eine Ausnahmegenehmigung ermöglicht werden. Das Antragsverfahren bei der obersten Jagdbehörde musste Mitte Juni abgebrochen werden, weil keine wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojekts gefunden werden konnte.

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Österreich: Zwei Wildschweine beschossen, zwei Autos getroffen

+++ Sachsen: Gefundener Wolfswelpe in Quarantäne zwecks Hybridprüfung +++ Niedersachsen: Tierhalter kritisieren andauernde Erfolglosigkeit des geplanten Problemwolf-Abschusses +++ Niedersachsen: Erstmalig Trichinen im Landkreis Rotenburg nachgewiesen +++

Eine “Gemeingefährdung durch Schussabgabe” wirft die Polizei einem Jäger im Bezirk St. Pölten Land vor: Eine Pressemitteilung der Polizei zufolge wurden Bedienstete der Polizeiinspektion Altlengbach am 15. Juni 2019, gegen 17.50 Uhr, wegen der Abgabe von mehreren Schüssen im Gemeindegebiet von Altlengbach alarmiert. Nach dem Eintreffen entdeckten die Beamten auf einem Parkplatz zwei Autos, die durch Schüsse beschädigt wurden. Bei den weiteren Erhebungen konnte umgehend ein 52-Jähriger aus dem Bezirk St. Pölten Land ausgeforscht werden, der beschuldigt wird, vier Schüsse aus einer Bockbüchsflinte abgegeben und dabei mehrere Personen gefährdet bzw. die zwei auf einem Parkplatz abgestellten Fahrzeuge beschädigt zu haben. Dem ORF zufolge befand sich zwischen dem Feld, von dem aus die Schüsse abgegeben wurden und den getroffenen Autos eine Wiese, auf der sich zum Zeitpunkt der Schussabgabe etwa 150 Personen aufhielten – daher der Vorwurf der Gemeingefährdung. Der Beschuldigte zeigte sich geständig und gab an, auf zwei Wildscheine geschossen zu haben. Es wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen, ein waffenrechtliches Dokument abgenommen und die Schusswaffe sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ordnete die Anzeige auf freiem Fuß an. PM/red.

Beitragsbild: Zur Strecke gebrachter PKW. Foto: LPD NÖ

Stadt Braunschweig unterstützt Jäger bei der “Schwarzwildreduzierung”

50 Euro Aufwandsentschädigung für Erlegung von Frischlingen bis 50 Kilo

Um der stark gestiegenen Schwarzwildbestände im Stadtgebiet und der dadurch verursachten erheblichen Flurschäden Herr zu werden, schlägt die Verwaltung dem Rat die Anschaffung einer mobilen Kastenfalle für Wildschweine aus städtischen Mitteln vor, die an die Jägerschaft ausgeliehen wird. Außerdem soll den Jägern künftig für im Stadtgebiet erlegte Jungtiere, so genannte Frischlinge bis 15 Kilogramm Gewicht eine Aufwandsentschädigung von je 50 Euro gezahlt werden.

„Die hohen Populationszahlen beim Schwarzwild sind mittlerweile ein erhebliches Problem“, stellt der für die Jagdaufsicht zuständige Ordnungsdezernent Claus Ruppert fest. Die Zahl der pro Jahr erlegten Tiere hat sich von 74 im Jahr 2013 auf 329 in 2018 mehr als vervierfacht. Insbesondere in den vergangenen drei Jahren wuchs sie erheblich an. Hohe Reproduktionszahlen und ein milder Winter taten ein Übriges: Die noch vorläufige Strecke für 2019 liegt bereits bei 246 Stück Schwarzwild.

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Brandenburg: Nun doch keine Bogenjagd in Stahnsdorf

Antragsverfahren zum Einsatz von Jagdbögen abgebrochen

Nach Mitteilung der Obersten Jagdbehörde (OJB) im Agrar- und Umweltministerium Brandenburg kann der Stahnsdorfer Antrag zur Jagd mit einem Jagdbogen nicht genehmigt werden. Wichtigste Voraussetzung für die Genehmigung dieses Pilotprojekts war für die Behörde die Begleitung durch eine wissenschaftliche Einrichtung. Hierzu gab es im Vorfeld bereits Kontakte zu Interessenten. Die notwendige Ausschreibung, die in dieser Woche abgeschlossen wurde, hat kein zuschlagfähiges Ergebnis gebracht.

Hintergrund des Antrags ist die grassierende Wildschweinplage in den Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow, die bereits zu Sachschäden und immer wieder zu Ängsten bei Bewohnern in beiden Gemeinden geführt hat. Der Einsatz von Schusswaffen bei der Jagd ist in Siedlungsbereichen verboten.

Da in der Bundesrepublik im Gegensatz zu anderen EU-Mitgliedsstaaten bislang noch keine eigenen Erfahrungen mit der Jagdbogenjagd vorliegen, sollte der wissenschaftliche Partner insbesondere Fragen des Tierschutzes, der Streckenentwicklung, der Gefährdungssituation, aber auch der öffentlichen Akzeptanz für diese Jagdmethode untersuchen.

Fachliche Hilfe

Die Oberste Jagdbehörde nimmt die Sorgen der Stahnsdorfer und Kleinmachnower ernst und bietet vor Ort weiterhin ihre besondere Unterstützung an, um hier den Problemen mit den großen Wildschweinrotten Herr zu werden.

Fachleute der Wildökologischen Forschungsstelle Eberswalde werden mit örtlichen Jägern und Kommunalpolitikern prüfen, wie die seit Jahren wachsende Wildschweinpopulation in Siedlungsbereichen wirksamer reduziert werden kann. So sollen Vorschläge, Jagdwaffen mit modifizierter Munition und Schalldämpfer einzusetzen, nochmals diskutiert werden. PM

Beitragsbild: Jagdpfeil. Foto: privat

Brandenburg: Wegen Bogenjagd – Landestierschutzverband fordert Vogelsänger zum Rücktritt auf

+++ Spiegelonline: Dr. Carsten Leßner – bei der OJB für die Bogenjagd-Genehmigungen zuständig – lernt schon mal Bogenschießen +++

Wegen der Genehmigung der Bogenjagd in den Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow hat der Brandenburger Landestierschutzverband den Rücktritt von Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) gefordert. Vogelsänger sei nicht mehr haltbar, da er den Tierschutz mit Füßen trete, erklärte die Sprecherin des Verbandes, Ellen Schütze, der Märkischen Allgemeinen (MAZ) zufolge. Der Verband kündigte zudem an, dass er Strafanzeige gegen den Minister stellen werde, wenn die Bogenjagd in Brandenburg beginnt und die ersten Tiere mit Pfeil und Bogen erlegt wurden. Nach Auffassung der Tierschützer gibt es keine Rechtsgrundlage für die Genehmigung der Bogenjagd, dies ergebe sich aus dem Bundesjagdgesetz sowie dem Waffengesetz. red.

Beitragsbild: Jagdpfeil. Foto: privat

Nachtzielgeräte: Bundesregierung sieht keine Rechtsunsicherheit für Jäger

Zentrales Problem für Jäger nicht geklärt – Rechtsunsicherheit bleibt bestehen / Bundesregierung prüft Freigabe von Nachtzielgeräten für Jäger

Die Bundesregierung hat eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion zum Thema “Nachtzielgeräte bei der Jagd” beantwortet. Die Kleine Anfrage wurde durch das JAWINA-Interview mit dem Justiziar des Deutschen Jagdverbands (DJV), Friedrich von Massow veranlasst, der die in einigen Bundesländern praktizierten behördlichen Genehmigungen von Nachtzielgeräten für Jäger als “rechtlich äusserst zweifelhaft” eingestuft hatte.

In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage der FDP teilt die Bundesregierung mit, dass sie “keine Rechtsunsicherheit [sieht], wenn Jägerinnen und Jäger die Nachtzieltechnik im Rahmen einer behördlichen Genehmigung zur Bejagung des Schwarzwildes einsetzen.” Nach Ansicht von Juristen bleibt die Rechtsunsicherheit für beauftragte Jäger jedoch bestehen, auch wenn die Bundesregierung sie nicht sieht.

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Bayern: Landkreis zahlt 100 Euro für ein erlegtes Wildschwein

Jäger die im Landkreis Rosenheim ein Wildschwein erlegen, bekommen dafür ab sofort eine Aufwandsentschädigung von insgesamt 100 Euro. Das hat der Kreisausschuss in seiner Sitzung am 21.05. beschlossen. Bereits seit dem Jagdjahr 2017/18 zahlt das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz für den Abschuss von Frischlingen, Überläuferbachen und Bachen, die nicht für die Aufzucht von Jungtieren benötigt werden, eine Pauschale von 20 Euro. Für ein männliches Wildschein gibt es bisher keine Entschädigung.

Aufgrund der steigenden Population richten die Wildschweine in der Region immer größere Schäden, mit erheblichen finanziellen Folgen für die Landwirtschaft an. Darüber hinaus erhöht sich mit der steigenden Zahl der Tiere auch die Gefahr des Ausbrechens der Afrikanischen Schweinepest im Landkreis Rosenheim. Wie der stellvertretende Landrat Josef Huber sagte, würde ein Ausbruch der Krankheit den Landkreis vor riesige Probleme stellen. Die Schäden könnten in die Millionen gehen, sagte Huber.

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Niedersachsen: Jagdstörer versuchen Wolfsabschuss zu verhindern – Betretungsverbot für Wald verhängt

+++ Mecklenburg-Vorpommern: 17 Nandus abgeschossen, 40 bis 50 sollen noch erlegt werden  +++

In Niedersachsen versuchen Wolfsfreunde, den behördlich genehmigten Abschuss des “Problemwolfs” GW717m zu sabotieren. Dem Leitwolf des Rodelander Rudels wird eine Vielzahl von Nutztierrissen zur Last gelegt, unter den Beutetieren befinden sich auch Pferde, Rinder und Alpakas. Gegen die bereits mehrfach verlängerte Abschussgenehmigung haben Wolfsfreunde erfolglos geklagt, jetzt versuchen Aktivisten, durch nächtliche Jagdstörungen die Entnahme des Wolfs zu verhindern. Damit verhindern sie jedoch auch, dass Wildschweine effektiv bejagt werden, die auf Wiesen und Äckern derzeit massive Schäden anrichten, wie der Kreislandwirt des Kreises Nienburg/Weser gegenüber dem NDR beklagt. Deshalb hat die Jagdgenossenschaft Sonnenborstel der Gemeinde Steimbke nun ein Betretungsverbot für die betroffenen Waldflächen der Gemeinde verhängt. Es gilt zunächst für eine Woche in der Zeit von 18 bis 8 Uhr.

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Gemeindezentrum Stahnsdorf von Bogenjagd-Gegnern beschmiert

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf auf der A20 überfahren +++ Niedersachsen: Nach Messerattacken soll Waffenrecht geändert werden +++ Sachsen: Wolfsrisse – 1600 Euro Entschädigung für im Gatter gerissenes Rotwild-Alttier und zwei Kälber +++ Alaska: Jäger wildern Schwarzbärin mit Jungtieren – Wildkamera filmt alles +++

Unbekannte Täter haben in der Nacht auf Donnerstag das Gemeindezentrum Stahnsdorf mit Protestsprüchen gegen die Bogenjagd beschmiert. Einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zufolge (hinter Paywall) ist auch das bei der Genehmigung der umstrittenen Jagdmethode federführende brandenburgische Agrarministerium verunziert worden. “Pfeil und Bogen ist verlogen” ist auf der Fassade des Gemeindezentrums nun zu lesen und auch die Worte “Tierquälerei” und “Sauerei”. Befürchtungen, dass die Bogenjagd für eine weitere Polarisierung in der Diskussion um die Jagd bewirken und die Jagd zusätzlich in Misskredit bringen könnte, scheinen sich zu bewahrheiten. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in der MAZ. (Screenshot)

Brandenburg: “Steinzeit im Ministerium” – Landestierschutzverband kritisiert Bogenjagd

“Seit in der letzten Woche bekannt wurde, dass das Agrar- und Umweltministerium Brandenburg in einem Modellversuch die Jagd auf Wildschweine mit Pfeil und Bogen in Stahnsdorf erlauben will, stehen beim Landestierschutzverband Brandenburg (LTVB) die Telefone nicht mehr still”, erklärt der LTVB in einer Pressemitteilung. Bürger wollten wissen, inwieweit diese Jagdmethode mit dem Tierschutz vereinbar ist. „Die Jagd mit Pfeil und Bogen stammt aus den Anfängen der menschlichen Geschichte“ sagt Ellen Schütze, Vorsitzende des Landesverbandes, „sie hat in der heutigen Zeit nichts zu suchen“.

Der Landestierschutzverband kritisiert scharf, “dass nicht die Ursachen der Wildschweinschwemme bekämpft werden, sondern die Politik nur noch hilflos blinden Aktionismus betreibt.” Unbestreitbar seien Wildschweine, die Felder und Gärten verwüsten, ein Problem. Doch dieses Problem verschwinde nicht, indem die Schweine abgeschossen werden – sie kommen wieder, und zwar in noch größerer Zahl. Dies werde sich auch nicht ändern, solange ein überreiches Nahrungsangebot, wie z.B. auf den zahlreichen Maisfeldern, ständig zur Verfügung steht, meint der Verband.

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Brandenburg: Wildschweingeplagte Gemeinde gegen Zaunpflicht

Die wildschweingeplagten Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow in Brandenburg wollen die Bogenjagd auf Wildschweine – simplen Zaunschutz selbst von unbewohnten und verwilderten Grundstücken lehnt die Kleinmachnower Gemeindevertretung aber ab.

Bereits zum zweiten Mal ist die Kleinmachnower SPD/Pro-Fraktion in der Gemeindevertretung mit dem Vorstoß gescheitert, eine Einfriedungspflicht für Grundstücke zur Straßenseite in der Gemeindeordnung festzuschreiben. Mit den Zäunen – zum Schutz gegen WIldschweine helfen bereits relativ niedrige Zäune – sollte verhindert werden, dass sich Wildschweine in den vielen Gärten und auf den unbewohnten und verwilderten Grundstücken einschieben können. Die SPD/Pro-Fraktion begründete den Antrag mit der erneuten Verschlimmerung der Wildschweinplage in der Gemeinde. Grundstückseigentümer hätten dem Verordnungsentwurf zufolge die Wahl gehabt, ob sie ihr Grundstück an der Straßenfluchtlinie oder auf Höhe des Hauses einzäunen wollten, berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Bei geschlossener Bebauung hätte auch nicht gezäunt werden müssen. Die simple und effiziente Lösung wurde gleichwohl abgelehnt – mit einer erstaunlichen Begründung.

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IWA 2019: XXL-Automatik-Kirrfass von AttraTec

Mit der Kirrstation bietet der unterfänkische Lockstoff-Spezialist AttraTec eine XXL-Kirrfass (220 Liter!) mit interessanten elektronischen Zusatzfunktionen (Landesjagdgesetze beachten!) an. So lassen sich Menge des ausgebrachten Kirrguts und die Zeitpunkte der Ausbringung über Folientastatur rund Display individuell einstellen. Die mitgelieferten Solarpaneele laden den eingebauten Bleiakku auf. Komplett mit stabiler Aufhängung und Solarpaneelen kostet die Kirrstation 419 Euro. SE

Beitragsbild: AttraTec Kirrstation. Foto: SE

Brandenburg: 39 Saufänge genehmigt

Brandenburg: Wildschwein randaliert in Stahnsdorfer Friseursalon +++ Schweiz: Todesfallen für Wildtiere – St. Galler Jäger sammeln Unterschriften gegen Stacheldraht +++

In Brandenburg sind bislang 43 Saufänge beantragt und 39 davon genehmigt worden. Das berichtet der rbb. Als Begründung dient die Gefahr durch Afrikanische Schweinepest. Nach Informationen des rbb läuft auf Flächen des Landesforsts eine Modellprojekt im Nationalpark Unteres Odertal mit zwölf installierten Saufängen. Saufängen sind große Fallen aus stabilem Drahtgeflecht, in das die Wildschweine mit Ködern wie Eicheln oder Mais gelockt werden. Gefangene Tiere werden erschossen. Weil unter den Käfiginsassen spätestens nach den ersten Schüssen Panik ausbricht, sind Saufänge auch unter Jägern äußerst umstritten. Wie die angeblich “tierschutzgerechte Entnahme von Bachen mit ihren Frischlingen” in der Praxis aussieht, wollte auf Nachfrage von JAWINA kein befragter Experte ausführen oder gar vorführen. SE

Beitragsbild: Brandenburger Leitfaden zu Saufängen (Screenshot).

Mehr zum Thema hier.

Brandenburg: Bogenjagd in Stahnsdorf und Kleinmachnow?

In Stahnsdorf und Kleinmachnow, zwei Gemeinden im Berliner Speckgürtel, grassiert die Wildschweinplage. Ganze Rotte stürmen durch die Straßen und suchen Gärten, Parks, und Sportplätze heim. Die Bürgermeister der Vororte haben jetzt eine neue Idee, wie sie der Sauen Herr werden wollen: Mit Hilfe der Bogenjagd. Der Stahnsdorfer Bürgermeister Bernd Albers hat sich an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gewandt, um das Verbot der Bogenjagd für das Gemeindegebiet aufzuheben, berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Begründung laut MAZ: “Ein Gewehrschuss würde die Tiere vielleicht aufschrecken, Querschläger könnten Menschen verletzen. Innerorts sei die Jagd mit dem Gewehr ohnehin verboten.” Dazu ist anzumerken, dass “innerorts”, also in befriedeten Gebieten, die Jagd generell ruht – egal ob mit Falle, Pfeil und Bogen, ob mit oder ohne Gewehr – und dass die Bogenjagd in den sachlichen Verboten des § 19 Bundesjagdgesetz zusätzlich verboten ist. Die Chancen stünden jedoch gut, dass die Bogenjagd bewilligt wird, heißt es.

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Brandenburg: Erlass zur Erlegerprämie für Schwarzwild veröffentlicht

Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) Brandenburg hat den Erlass zur Auszahlung einer Erlegungsprämie für Schwarzwild veröffentlicht. Mit der Prämie soll ein Anreiz zur Erlegung von Wildschweinen zum Zweck der ASP-Prävention gesetzt werden.

Auf der Internetseite des MLUL heißt es dazu: “Als Reaktion auf die drohende Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) führte Minister Vogelsänger die landesweite Erlegungsprämie mit Beginn des Jagdjahres 2018/2019 in Brandenburg ein. Jagdausübungsberechtigten (JAB) können eine Erlegungsprämie beantragen, die als Ausgleich für den entstandenen Mehraufwand zur Reduzierung der Schwarzwildbestände gewährt wird. Gleichzeitig soll ein Anreiz geschaffen werden, verstärkt Schwarzwild zu bejagen.

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DJV: Zahl der erlegten Wildschweine höher als erwartet

836.865 Wildschweine haben die Jäger in der Saison 2017/18 erlegt. Das sind knapp 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wurden die Hochrechnungen aus dem September noch deutlich übertroffen. Etwa 16,7 Millionen Stunden jagdlicher Einsatz waren notwendig

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat die Jagdstatistik für Wildschweine ausgewertet: Die Jäger haben in der Saison 2017/18 (1. April bis 31. März) genau 836.865 Wildschweine erlegt. Das sind 42 Prozent mehr als in der Saison davor und die höchste, jemals erzielte Strecke. Die ersten Hochrechnungen aus dem September wurden damit noch übertroffen.

16,7 Millionen Stunden für die Seuchenprävention

„Die Jäger haben einen erheblichen Teil zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest beigetragen“, kommentierte DJV-Vizepräsident und Veterinär Dr. Wolfgang Bethe die Zahlen. Bei durchschnittlich 20 Stunden Einsatz pro erlegtem Tier haben Deutschlands Jäger im vergangenen Jagdjahr mindestens 16,7 Millionen Stunden ehrenamtliche Arbeit zur Bestandsreduktion geleistet. Das entspricht bei Mindestlohn einer monetären Leistung von knapp 148 Millionen Euro.

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Polen: Über hundert neue ASP-Fälle bei Wildschweinen

Das Seuchengeschehen in Polen schien sich beruhigt zu haben, doch jetzt meldet die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE, World Organisation for Animal Health) 111 neue ASP-Ausbrüche mit 171 toten Wildschwein im Zeitraum vom 10.11. bis 3.12.2018. Die Afrikanische Schweinepest breitet sich immer weiter von den ursprünglichen Infektionsgebieten im Osten Richtung Zentral- und Nordpolen aus. Besorgniserregend ist polnischen Veterinärbehörden zufolge, dass immer mehr Wildschweine Resistenzen gegen die ASP entwickeln. Diese Sauen können die Tierseuche wesentlich länger und weiter verbreiten als nicht-resistente Tiere, die kurze Zeit nach der Erkrankung verenden. red.

Beitragsbild: Bericht über das ASP-Geschehen in Polen auf der Internetseite der OIE (Screenshot, Ausschnitt).

Niedersachsen: Wildschweinrotte marodiert in Innenstadt von Bad Salzdetfurth

Am Donnerstag zog eine Rotte Wildschweine durch Wehrstedt, einen Ortsteil von Bad Salzdetfurth (Landkreis Hildesheim) und verunsicherte diverse Bürger und Geschäftsleute. Es entstanden geringe Sachschäden. Gegen 14:50 Uhr ging die erste Meldung über Notruf bei der Polizei ein. Demnach sei ein Wildschwein im Baumarkt der Straße “Ahnepaule” aufhältig. Weitere stünden auf dem Parkplatz davor. Kurz darauf gingen weitere Meldungen bei der Polizei ein. Seitens der Polizei wurden sofort die verfügbaren Streifen nach Wehrstedt entsandt. Die Wildschweinrotte hatte beim Eintreffen der Polizei aber bereits ihren Weg in den nahen Wald gefunden. Bisherige Ermittlungen ergaben, dass die Wildschweinrotte über die Straße Hainholz, die Elsa-Brandström-Straße in Richtung Ahnepaule gezogen war. In der Straße Hainholz hatte ein Schwein einen Keller inspiziert. Danach war die Rotte weitergezogen. In der Straße Ahnepaule zog die Rotte zum Sonderpostenmarkt (Baummarkt). Hier gelangte ein Tier in das Geschäft, während sich der Rest der Rotte auf dem Parkplatz aufhielt. Im Anschluss ist ein Wildschwein in den nahen KIK Markt gelangt. Ein derzeit unbekannter Kunde hatte noch versucht die Eingangstür zuzuhalten. Das Wildschwein gewann diesen Wettkampf jedoch und gelangte nach einem kurzen Kräftemessen in das Geschäft.

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Spanischer Wissenschaftler stellt ASP-Impfstoff für Wildschweine in Aussicht

Der spanische Immunologe und Virologe José Manuel Sánchez Vizcaíno hat am 6.11. auf der Landwirtschaftsmesse Sepor in Murcia einen wirksamen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Aussicht gestellt. Im Rahmen des International Swine Symposium (Internationales Schweine-Symposium), das im Rahmen der Sepor stattfand, erklärte der an der Complutense Universität Madrid lehrende Forscher einem Bericht der spanischen Zeitung La Opinión de Murcia zufolge, dass sein Team einen Virus gefunden habe, der die gewünschten Mutationen aufweise. Die Natur habe die Arbeit gemacht, wir hatten das Glück, den Virus nach langer Suche zu finden, so Sánchez Vizcaíno. Der aus dem Virus gewonnene Impfstoff liefere guten Schutz. Der Professor für Tiergesundheit arbeitet seit Jahren an der Erforschung und Bekämpfung von Tierseuchen wie Afrikanischer und Klassischer Schweinepest oder Afrikanischer Pferdepest. Die Erprobung des Impfstoffs an Haus- und Wildschweinen laufe seit Jahren und habe gute Ergebnisse gezeitigt. Die Forschung konzentriere sich auf das Wildschwein, da in der EU die ASP im Wildschweinebestand das größere Problem darstelle.

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Mecklenburg-Vorpommern: Pürzelprämie bis 2019 verlängert

Aufwandsentschädigungen für Schwarzwildabschüsse und Jagdhundeeinsätze werden fortgesetzt

Seit 1. Dezember 2017 erhalten Jäger in Mecklenburg-Vorpommern für jedes erlegte Wildschwein auf Antrag eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 25 Euro. Die Zahlung ist Bestandteil des Sofortprogramms der Landesregierung zur Reduzierung der Schwarzwildbestände in Mecklenburg-Vorpommern. Die im Sprachgebrauch der Jägerschaft als sog. Pürzelprämie bekannte Aufwandsentschädigung wird bis zum 31. März 2019 in gleicher Höhe gewährt.

Darüber hinaus sieht eine Änderung der diesbezüglichen Verwaltungsvorschrift vor, dass beim Zusammenschluss benachbarter Jagdbezirksinhaber für eine revierübergreifende Drückjagd den beteiligten Jagdhundeführern rückwirkend vom 1. Oktober 2018 bis zum 31. Januar 2019 eine Aufwandsentschädigung in Höhe von jeweils 35 Euro für jeden eingesetzten Jagdhund zu gewähren. „Hierfür soll der mit der Bestandsreduktion einhergehende Mehraufwand der Jagdhundeführer und ihrer vierbeinigen Helfer bei ihrem unermüdlichen Einsatz am wehrhaften Schwarzwild entschädigt werden. Ohne den Einsatz leistungsgeprüfter Jagdhunde lassen sich Wildschweine nicht effektiv bejagen“, sagte Minister Dr. Backhaus.

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Belgien: Jäger fordern Entschädigung für ASP-Bekämpfung

Belgische Jäger leisten einen großen Beitrag bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Belgien, wo bisher 104 Fälle der Tierseuche offiziell registriert wurden: Sie suchen und bergen Kadaver und transportieren tote Wildschweine zur Entsorgung ab. Zuvor haben viele Jäger an den geforderten Schulungen in Biosicherheit teilgenommen, wie der belgische Jagdverband Royal Saint Hubert Club de Belgique (RSHB) in einer Pressemitteilung schreibt. Dies koste viel Zeit und Energie, auch fielen Kosten für den Transport an, für die die belgischen Jäger bislang keine Kompensation erhalten. Der RSHB schlägt deshalb eine Entschädigung für Jäger vor, wie sie etwa Tschechien seinen an der ASP-Bekämpfung beteiligten Jägern gewährt. Für Frischlinge und Überläufer bis 50 Kilogramm, die in der Restriktionszone zur Ausdünnung des Bestands erlegt werden, würden dort 153 Euro für Frischlinge und Überläufer bis 50 Kilogramm bezahlt, für ausgewachsene Wildschweine 306 Euro und für tot gefundene Sauen 192 Euro. Darüber hinaus entschädige der tschechische Staat die Weidleute für Wildbretverluste (38 Euro für Frischlinge, 76 Euro für Überläufer, 123 für mehrjährige Stücke) und zahle für jedes Wildschwein, das über die durchschnittliche Strecke der letzten drei Jahre hinaus erlegt wird, eine Prämie von 78 Euro.

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Hessen veröffentlicht Lehrfilm zur Kadaverbergung im ASP-Fall

Das Land Hessen hat einen “Lehrfilm” zum Thema “Bergung von Kadavern im Seuchenfall (Afrikanische Schweinepest)” veröffentlicht. “Im Film wird die sachgerechte Bergung von verendeten Wildschweinen vor dem Hintergrund eines möglichen ASP-Geschehens dargestellt, wobei die Hygieneaspekte besondere Berücksichtigung finden”, heißt es auf der Internetseite des Landes. Der Film vermittelt einen guten Eindruck davon, wie schwierig es ist, bei der Bergung von Kadavern ungewollte Kontaminationen mit infiziertem Material zu vermeiden. Überdies wirft der Film Fragen auf: So ist es kaum vorstellbar, dass die komplizierte und langwierige Choreographie von Abläufen (Schutzkleidung an- und ablegen, Schutzhandschuhe anziehen, zweites Paar Schutzhandschuhe an- und wieder abziehen, etc.) bei einem ASP-Ausbruch größeren Maßstabs durchzuhalten ist. Wie viele geschulte und mit Fahrzeugen und weiterer Ausrüstung ausgestatteter Bergungsteams muss man zur Verfügung haben, wenn auf einmal zig, ja, vielleicht hunderte verendeter Wildschweine innerhalb weniger Tage zu bergen sind?

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Brandenburg: Neue Rekordstrecke beim Schwarzwild

Ergebnisse des Jagdjahres 2017/2018 in Brandenburg – Rekorde auch beim Waschbären, zum Teil deutlich sinkende Strecken bei allen anderen Schalenwildarten

Brandenburgs Jägerschaft hat im vergangenen Jagdjahr wieder für neue Rekorde gesorgt: Niemals zuvor wurde so viel Schalenwild erlegt: „In Anbetracht des Auftretens der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Belgien gilt es, die Intensivierung der Schwarzwildbejagung fortzuführen. Politiker und Jägerschaft stehen hier gemeinsam in der Verantwortung”, erklärte der Brandenburgische Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger. Laut Jagdstatistik für das Land Brandenburg liegt die Gesamtstrecke im Jagdjahr 2017/2018 an erlegtem Schalenwild mit 176.418 Stück noch einmal um vier Prozent über dem Vorjahreswert.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Für das Streckenplus sorgte allein die enorm hohe Schwarzwildstrecke, die Brandenburgs Grünröcke im Streckenbuch verzeichnen konnten. Mit 89.819 Stück Schwarzwild wurde eine neue Rekordstrecke erreicht. „Das gab es in Brandenburg noch nie, bereits jedes zweite erlegte Stück Schalenwild zählt zu den Schwarzkitteln“, so Vogelsänger, der sich über diese hohe Strecke sichtlich erfreut zeigte.

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Niedersachsen: Regierungsfraktionen einigen sich auf Jagdgesetz-Novelle

Neue Regelungen zu ASP-Prävention, Zurückdrängen der Nutrias und Elterntierschutz

Morgen wird im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erneut über die kleine Novelle des Niedersächsischen Jagdgesetzes beraten. Bereits im Vorfeld konnten sich die Regierungsfraktionen von SPD und CDU auf Änderungen am Gesetzentwurf der Landesregierung einigen: „Mit der Novellierung des Jagdgesetzes schaffen wir die Voraussetzung für eine effektivere Bekämpfung von Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest und sorgen für eine erleichterte Bejagung der Nutrias, die eine große Gefahr für unsere Deiche darstellen. Unter Berücksichtigung der Verbandsanhörung im September werden wir an einigen Stellen des Gesetzentwurfes noch Änderungen vornehmen“, erklären die agrarpolitischen Sprecher von SPD und CDU, Karin Logemann und Helmut Dammann-Tamke.

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“Schiessen oder Schaufeln”

+++ Bayern: Jäger will höhere Abschussquote für Rehwild vor Gericht erzwingen +++

Der CDU-Politiker Hans-Jürgen Thies fordert nach der Änderung des Bundesjagdgesetzes wegen der ASP (JAWINA berichtete) “außerordentliche Mittel zur Schwarzwildreduktion” wie eine Lockerung des Muttertierschutzes, Saufänge und Nachtzielgeräte.

“Mit dem vom Bundestag verabschiedeten Gesetz zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes und Bundesjagdgesetzes (JAWINA berichtete) sind Behörden von Bund und Ländern, im Falle eines Ausbrauchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP), nun gewappnet schneller und effizienter auf die Seuche reagieren zu können”, meint Hans-Jürgen Thies. Doch das dem CDU-Politiker nicht: Der Ausbruch der ASP in Belgien vor zwei Wochen mache deutlich, dass es aller höchste Zeit ist, denn die infizierten Wildschweine wurden lediglich 60 km von der deutschen Grenze entfernt aufgefunden, heißt es in einer von Thies herausgegebenen Pressemitteilung. Somit drohe nun eine Einschleppung des Virus aus westlicher und östlicher Richtung, denn in Polen und Tschechien grassiere sie bereits seit langem. Neben diversen Präventionsmaßnahmen sieht die Gesetzesänderung für den Krisenfall nunmehr zahlreiche behördliche Befugnisse vor:

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Neues aus der Gerüchteküche: Import von Wildschweinen von Polen nach Belgien?

Große Aufregung herrscht zur Zeit in manchen Jägerforen im Internet über einen Bericht, demzufolge angeblich belgische Jäger hunderte Wildschweine aus Polen – also einem ASP-Infektionsgebiet – nach Belgien transportiert hätten. Grund für die Aufregung ist dieser Bericht des belgischen öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsenders RTBF – und mangelhafte Französischkenntnisse. Denn abgesehen davon, dass die abenteuerliche Geschichte sich auf die Aussage eines einzigen Zeugen stützt, der anonym bleiben will, wird ausdrücklich gesagt, dass die Wildschweine bzw. die sie transportierenden Sattelschlepper NICHT aus Polen kommen, sondern aus Spanien und Frankreich: ““Ce sont des semi-remorques qui ne viennent pas [!] de Pologne je pense mais plutôt d’Espagne ou de France avec une centaine de sangliers. Cela dure depuis plusieurs années.”

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40 % Steigerung: 820.000 Sauen im Jagdjahr 2017/18 gestreckt

Vorläufiges Ergebnis: Über 820.000 Wildschweine haben Deutschlands Jäger in der Saison 2017/18 erlegt. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Etwa 16,4 Millionen Stunden Einsatz waren notwendig. Die mögliche Einschleppung des ASP-Virus lässt sich am besten durch mehr Biosicherheit an Verkehrswegen verhindern.

Die Jäger haben in Deutschland in der Saison 2017/18 (1. April bis 31. März) mehr als 820.000 Wildschweine erlegt. Das ist das höchste, jemals erzielte Ergebnis. Gegenüber dem Vorjahreswert entspricht dies einer Steigerung von knapp 40 Prozent. Diese vorläufigen Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute nach einer ersten Auswertung der Jagdergebnisse aus den Bundesländern vorgelegt. „Die Jäger haben ihre Hausaufgaben mit Blick auf die drohende Afrikanische Schweinepest gemacht“, kommentierte DJV-Vizepräsident und Veterinär Dr. Wolfgang Bethe die Zahlen. „Die Jäger haben politische Forderungen eindrucksvoll umgesetzt.“

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Belgien plant ASP-Schutzzaun

Der Landwirtschaftsminister der belgischen Region Wallonie, René Collin, hat auf einer Pressekonferenz erklärt, dass sein Ministerium eine Million Euro für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bereitstellen wird. Vor gut einer Woche waren mehrere verendete, mit dem ASP-Virus infizierte Wildschweine in der Region gefunden worden (JAWINA berichtete). Das Geld soll auch für den Bau eines Schutzzauns verwendet werden, um die infizierten Wildschweine vom Verlassen des Infektionsgebiets abzuhalten. Zunächst müsse es jedoch darum gehen, so Collin, das Infektionsgebiet weiter einzugrenzen. Um die Fundstellen der verendeten Sauen ist ein 63.000 Hektar großes Risikogebiet festgelegt worden, in dem ein Jagd- und weitgehendes Betretungsverbot gilt. Dieses Areal ist viel zu groß, um es einzuzäunen.

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60 Kilometer von deutscher Grenze: Fall von Afrikanischer Schweinepest in Belgien

Heute wurde bei tot aufgefundenen Wildschweinen in Belgien im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg, Belgien etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, Afrikanische Schweinepest festgestellt. Bisher gibt es noch keinen Fall in Deutschland.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) steht in ständigem Austausch mit den belgischen Behörden und der EU-Kommission. Dazu erklärt die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner: „Die neue Situation nehme ich sehr ernst. Die Afrikanische Schweinepest stellt seit längerem auch für Deutschland eine Bedrohung dar und unsere Vorbereitung für den Krisenfall laufen. Die rechtlichen Instrumente liegen vor, um die Afrikanische Schweinepest zu bekämpfen. Bereits im Juni habe ich ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem die bestehenden Maßnahmen ergänzt werden und ein Ausbruch der ASP bei Wildschweinen noch effektiver bekämpft werden kann. Das Gesetzesvorhaben steht kurz vor dem Abschluss. Jedoch Prävention steht an erster Stelle. Hier ist insbesondere Aufklärung gefragt, denn es sind vor allem Menschen, die einer Seuchenverbreitung Vorschub leisten, indem sie zum Beispiel Speisereste mit ASP-kontaminierten Schweinefleischerzeugnissen unachtsam entsorgen – eine Infektionsquelle für Wildschweine. Deshalb haben wir eine mehrsprachige Aufklärungskampagne gestartet. Hier informieren wir online und mit Flyern und Plakaten auch an Tank- und Rastplätzen.“ Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast erklärte: “Wir haben es nun mit einer handfesten Bedrohung vor der Haustür zu tun. Den Ausbruch der Schweinepest so dicht an der deutschen Grenze nehmen wir sehr ernst.”

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Bayern: Rahmenplan zur ASP-Bekämpfung veröffentlicht

Mit einem neuen Rahmenplan zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verstärkt der Freistaat auf allen Verwaltungsebenen die Vorbeugemaßnahmen gegen die Tierseuche. Der Rahmenplan soll den Behörden vor Ort ein bayernweit einheitliches Vorgehen gegen die ASP ermöglichen. Der Rahmenplan bündelt dazu die notwendigen Informationen für die Vorbereitung auf einen solchen Seuchenfall und die Umsetzung von Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung. So wird dort unter anderem geregelt, wie beim Festlegen von Restriktionszonen und der Umsetzung der dort notwendigen Maßnahmen vorzugehen ist. Dies umfasst beispielsweise das Vorgehen bei der Einzäunung von besonders betroffenen Gebieten oder der Suche nach verendeten Wildschweinen. Zudem wurden wichtige Informationen und Merkblätter zentral auf der Internetseite des Umweltministeriums zur Verfügung gestellt.

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Niedersachsen: Vier Millionen Euro für “Mehrabschuss von Wildschweinen”

Übungen für den Ernstfall – Aufwandsentschädigung für Jagdhundeeinsatz geplant

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in den Wildschweinbeständen vieler Regionen Osteuropas weiter aus. In dieser Woche kamen neue Meldungen aus China, dass dort erstmals Hausschweinebestände mit ASP infiziert sind, heißt in einer Pressemitteilung des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. Über die aktuellen Entwicklungen der für den Menschen ungefährlichen, für Schweine jedoch hoch ansteckenden Tierseuche lässt sich Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast laufend informieren. Um auf einen möglichen Ernstfall vorbereitet zu sein, finden im Ministerium kontinuierlich Übungen und Besprechungen statt. Barbara Otte-Kinast: „Niedersachsen ist mit der ,Task Force Tierseuchen‘, hoch qualifizierten Untersuchungseinrichtungen und engen Abstimmungswegen zwischen den Ländern und dem Bund sehr gut aufgestellt.“ Mit dem Mobilen Bekämpfungszentrum für Tierseuchen könne man in einem möglichen Fall direkt vor Ort in betroffenen Regionen zügig und effektiv handeln.

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