Schlagwort-Archive: Wildschwein

Schwein der Schande

“Unser ritterliches Schwarzwild wird behandelt wie Prostituierte: Jeder bumst fröhlich drauf rum.” Zitat eines bekannten Nachsuchenführers

Diese dreibeinige Sau wurde als Hegeabschuss vor einigen Wochen in Brandenburg gestreckt. Es handelt sich, wie unschwer zu erkennen ist, um eine Bache mit angesogenen Strichen (Zitzen). Man kann sich sicherlich darüber streiten, ob dieser Hegeabschuss erforderlich oder notwendig war. Das Stück befand sich jedoch wohl in einer größeren Rotte mit mehreren anderen Bachen, man wird also davon ausgehen können, dass die schon ziemlich großen Frischlinge durch den Abschuss der Bache nicht führungslos verwaist sind. Doch es soll hier um etwas anderes gehen. An der Ursache für die Dreibeinigkeit des Wildschweins kann nämlich leider kein Zweifel bestehen: Deutlich ist die Narbe des Streifschusses auf der Bauchdecke des Schweins zu erkennen, die das Geschoss gerissen hat, bevor es in die Keule einschlug.

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Brandenburg: Massiver Trichinenbefall bei Wildschwein im Landkreis Oberhavel

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Oberhavel teilt mit, dass am 09.05.2019 bei einer im Veterinäramt zur Untersuchung eingereichten Schwarzwildprobe im Rahmen der vorgeschriebenen amtlichen Untersuchung auf Trichinen ein massiver Trichinenbefall bei einem Schwarzwildstück festgestellt wurde. Vom Referenzlabor Trichinella des Bundesinstituts für Risikobewertung wurde inzwischen dieser hochgradige Fall bestätigt. Es handelt sich um die Art Trichinella spiralis. Bereits im Jahr 2018 wurde bei drei im Landkreis Oberhavel erlegten Wildschweinen ein teils hochgradiger Trichinenbefall in der Muskulatur der Tiere nachgewiesen.

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Sachsen-Anhalt: Jäger erlegt Wildschwein und findet Pfeil in der Schulter

Ein Jäger hat bei Cörmigk (Salzlandkreis) am vergangenen Freitag ein Wildschwein erlegt. Bei der Inbesitznahme der Sau entdeckte er, dass ein Pfeil in der Schulter des Tiers steckte. So etwas Grausames habe er “selten erlebt”, sagte der Vorsitzende der Bernburger Jägerschaft, Michael Warthemann, gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung (MZ). Das Wildschwein müsse nach diesem Schuss starke Schmerzen gelitten haben, so der Jägerschaftsvorsitzende. Bei dem Pfeil habe es sich um einen Jagdpfeil gehandelt, der mit seinen rasiermesserscharfen Spitzen tiefe Wunden ins Fleisch schneide. Wer dem Tier die Verletzung beigebracht haben könnte, ist unklar. Die Jäger haben Anzeige bei der Polizei wegen Jagdwilderei erstattet. red.

Beitragsbild: Jagdpfeil. Foto: privat

Brandenburg: Fotograf und Begleiterin von Bache verletzt

An einer Hecke in der Heidesiedlung im Cottbuser Ortsteil Dissenchen hat eine Bache gefrischt. Als ein Fotograf im Auftrag der Lausitzer Rundschau die Wildsau und ihren Nachwuchs fotografieren wollte, griff sie an.

Er sei der Bache “zu sehr auf die Pelle gerückt”, räumte der Fotograf gegenüber dem rbb ein. Bis auf etwa drei Meter hatte sich der Fotograf in Begleitung einer Anwohnerin dem Wurfkessel genähert, konnte “den borstigen Rücken” des Tiers sehen. Dann wurde es der Bache zu bunt. Blitzschnell dreht sich die erboste Wildsau um und raste auf die Störenfriede zu. Während der Fotograf mit einer leichten Verletzung am Schienbein noch glimpflich davon kam, erwischte es die Anwohnerin härter: Die Frau, die dem Fotografen die Stelle zeigen wollte, an der die Bache ihren Nachwuchs zur Welt gebracht hatte, wartet mit einer zertrümmerten Kniescheibe im Krankenhaus auf ihre Operation. red.

Beitragsbild: Bache – mit den Tieren ist nicht zu spaßen, wenn sie Frischlinge haben. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Bogenjagd: “Ein Stück weit fairer?”

Die Oberste Jagdbehörde Brandenburgs will die Bogenjagd zur Bekämpfung von Wildschweinen in Siedlungsbereichen per Ausnahmegenehmigung erlauben. Wir haben mit Jan Riedel, Präsident des Deutschen Bogenjagd Verbands (DBJV) über das Für und Wider der Bogenjagd unterhalten.

JAWINA: Herr Riedel, wenn Sie es sich aussuchen könnten – oder müssten – würden Sie lieber mit einem Jagdgewehr und Jagdmunition erlegt oder mit Pfeil und Bogen zur Strecke gebracht werden?

Jan Riedel: Ihre Frage empfinde ich als höchst unmoralisch und verwerflich. Dennoch glaube ich den Hintergrund Ihrer Frage zu verstehen. Wie Jagdmunition ein Wildtier tötet, wissen wir deutschen Jäger alle. Auch, dass Fluchten von z.B. einem Reh, welches mit Bleifreimunition in der Kammer getroffen wurde, um die 40 Meter normal sind. Das beschossene Wild ist meist in wenigen Sekunden verendet.

Wird ein Wildtier mit einem Jagdpfeil in der Kammer getroffen, dessen Spitze mit mehreren rasiermesserscharfen Schneiden versehen ist, geht dieser Pfeil komplett durch. Es wird ein durchgängiger feingeschnittener Wundkanal erzeugt, wobei nur sehr wenige Schmerzrezeptoren tangiert werden. Die Lungen fallen zusammen, große blutführende Gefäße werden zerschnitten. Die Fluchten sind genauso lange, wie bei dem zuvor beschriebenen Beispiel, ebenso die Zeit vom Treffer bis zum Verenden.

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Tschechien ist ASP-frei

Die EU-Kommission bestätigte gestern (26.02.), dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Tschechien erfolgreich ausgerottet wurde: Weniger als zwei Jahre nach Ausbruch der ASP und nach massiven Anstrengungen zur Bekämpfung der Seuche können nun mit Zustimmung aller Mitgliedsländer sämtliche über das Land verhängten Restriktionen aufgehoben werden, teilte die EU-Kommission in einer Presseerklärung mit. Im Juni 2017 war der Ausbruch der ASP bei einem Wildschwein im Bezirk Zlín festgestellt worden. Daraufhin entsandte die EU eine veterinärmedizinisches Notfallteam, das in Zusammenarbeit mit nationalen und regionalen Behörden Maßnahmen zur Eindämmung der Tierseuche umsetzte. Diese gezielten Maßnahmen seien auch in den vergangenen Monaten in Belgien implementiert worden, dem zuletzt von der ASP betroffenen Mitgliedsstaat. Seit April 2018 sind in Tschechien keine neuen ASP-Fälle mehr aufgetreten. Die Umsetzung der Maßnahmen zur ASP-Bekämpfung durch die tschechischen Behörden, wozu etwa die wildschweinsichere Abriegelung der Infektionsgebiete und die intensive Bejagung der Sauen unter Beteiligung von Scharfschützen des Militärs gehörte, gilt als vorbildlich. Der Vorschlag, die für Tschechien geltenden Restriktionen aufzuheben, ist vom Ständigen Ausschuss der EU-Kommission einstimmig angenommen worden.

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Brandenburg: Erfolgreiche 55-km-Nachsuche auf Gebrechschuss

Der Schweißhundeverein Deutschland (SHVD) berichtet auf seiner Facebook-Seite über eine erfolgreiche Nachsuche auf ein Stück Schwarzwild mit Gebrechschuss, die sich über zwei Tage und epische 55 Kilometer erstreckte. Die Sau war auf einer Bewegungsjagd beschossen worden, der Schütze zu weit vorn abgekommen. Am ersten Tag arbeitete ein bekanntes Nachsuchengespann die Fährte des kranken Wildschweins über mehr als 25 Kilometer, bis die einbrechende Dunkelheit den Abbruch der Suche erzwang. Am nächsten Tag wurde die Nachsuche fortgesetzt, wobei sich ein BGS-Führer beteiligte, weitere Hunde(führer) hielten sich für Hetze und das Stellen des Stücks bereit. Auf den letzten zehn Kilometern der Fährte gab es keinerlei Bestätigung durch Pirschzeichen mehr. Es ist eine gigantische Leistung der Hunde und Gespanne, selbst erfahrene Nachsuchenführer hätten erfolgreiche Nachsuchen über solche (durch GPS-Aufzeichnungen der Hundeortungsgeräte belegte) Distanzen nicht für möglich gehalten.

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Dänemark beginnt Bau des ASP-Schutzzauns

Anfang kommender Woche will Dänemark mit dem Bau eines Zauns zum Schutz vor der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) durch Wildschweine beginnen. Das meldet das Flensburger Tageblatt. Um zehn Uhr am Montag Morgen wird der erste Pfosten bei Padborg, zirka zehn Kilometer nordwestlich von Flensburg gesetzt, teilte die dänische Naturbehörde Naturstyrelsen mit. Innerhalb des laufenden Jahres soll der 70 Kilometer lange Schutzzaun fertiggestellt und die dänisch-deutsche Grenze somit durchgehend wildschweinsicher abgeriegelt sein. Das Bauwerk ist umstritten, weil es eine Barriere darstellt, die natürliche Wanderungen diverser Tierarten unterbinden dürfte und Biotope zerschneidet. Außerdem ist der Nutzen zweifelhaft, da die sprungweise erfolgende Ausbreitung in erster Linie durch den Vektor Mensch erfolgt. (JAWINA berichtete). SE

Beitragsbild: Zaun mit Nato-Stacheldraht. Autor: Joe Mabel, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

Die Red. dankt JAWINA-Leser KB für den Hinweis!

RLP: Wildschwein rast durch Spielothek

+++ Brandenburg: Wolf im Spreewald totgefahren +++ RLP: Wildernde Hunde – Totes Reh auf der Terrasse +++

Mit dem Schrecken davon kamen die Gäste einer Spielothek in Oberhonnefeld-Gierend (Kreis Neuwied). Mit hohem Tempo raste am Montagnachmittag ein Wildschwein in die Spielothek, wie die Polizei berichtet. Beim Betreten des Gebäudes stieß sich der nach Angaben der Gäste “mordsmäßige Keiler” sein Haupt derart, dass die Glastür beschädigt wurde. Im Innern rannte das panische Tier lediglich einige Stühle um. Vor Eintreffen der Polizeibeamten war das Tier bereits durch die geöffnete Feuerschutztür, welche durch umsichtige Gäste geöffnet wurde, aus dem Objekt gelaufen und im benachbarten Feld verschwunden. Es blieb unklar, ob das Wildschwein den Gästen beim Glücksspiel tatsächlich Glück brachte. PM

Beitragsbild: Vom Keiler eingerannte Glastür. Foto: Polizei

Niedersachsen: Erstmalig Aujeszky-Antikörper bei Wildschwein nachgewiesen

Im Rahmen des sogenannten Wildschwein-Monitorings wurden bei einer routinemäßigen Untersuchung einer Wildschweinblutprobe aus dem Raum Soltau erstmals Antikörper gegen das Virus der Aujeszkyschen Krankheit (AK) durch das Veterinärinstitut des LAVES in Hannover am 11. Januar 2019 amtlich nachgewiesen. Das teilt das Kreisveterinäramt mit. Das Vorkommen der Erkrankung stellt eine potenzielle Bedrohung für die Hausschweinebestände und Haustiere, besonders Hunde, dar. Das Veterinäramt des Heidekreises fordert daher alle Schweinehalter und -halterinnen verstärkt auf, die bekannten Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten. Jägern wird dringend empfohlen, keinen Aufbruch von Wildschweinen an Hunde zu verfüttern.

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