Schlagwort-Archive: Wildgänse

Niedersachsen: Projekt zur Schätzung von Frassschäden durch Wildgänse vorgestellt

NLWKN und Landwirtschaftskammer stellen im Rheiderland erste Ergebnisse vor  

Durchziehende Wildgänse führen im nördlichen Niedersachsen zu Fraßschäden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Auf einer Informationsveranstaltung in Jemgum stellten der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen am Dienstag ein aktuelles Projekt vor, das in der Modellregion Rheiderland ein System zur einfachen Schätzung von Ertragseinbußen auf Grünland in Vogelschutzgebieten entwickelt hat.

Im Rheiderland liegen große Teile der landwirtschaftlich genutzten Flächen innerhalb des EU-Vogelschutzgebietes 06 Rheiderland. „Eine Vergrämung der regelmäßig rastenden, teils streng geschützten Arten ist hier aufgrund der geltenden Schutzbestimmungen ausgeschlossen”, erklärt Walter Schadt, Aufgabenbereichsleiter für Naturschutzprojekte und Flächenmanagement in der zuständigen NLWKN-Dienststelle Brake-Oldenburg. Vor allem Weißwangengänse und Blessgänse rasten im Winter regelmäßig in der Region. Sie sorgen bei ihrem Aufenthalt immer wieder für Schäden auf Äckern und Grünland.

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Geflügelpest-Monitoring: Neuer Job für Jäger

Auf Bundes- und Landesebene piesackt der Gesetzgeber die Jäger, nimmt sie aber weiterhin gern als Gratis-Dienstleister in die Pflicht: Entsorgung von Fall- und Unfallwild, Nachsuchen von verletzten Wildtieren nach Verkehrsunfällen, Mitwirkung an statistischen Untersuchungen und am Wolfs-Monitoring, Probensammeln für die Überwachung des Gesundheitszustands von Wildtieren – all das gilt vielerorts als selbstverständlich – ist es aber nicht.

Jetzt hat sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) einen neuen Job für Jäger ausgedacht: In der “Verordnung zur Durchführung eines Monitorings auf das Virus der Geflügelpest bei Wildvögeln (Wildvogel-Geflügelpest-Monitoring-Verordnung, WvGeflpestMonV)” vom 8. März 2016 wird festgelegt, dass die Länder “jährlich in den Monaten September bis Januar des Folgejahres ein Monitoring zur Untersuchung von Wildvögeln, insbesondere von Arten aus der Ordnung Gänsevögel, auf die in § 1 Absatz 1 Nummer 1 und 3 der Geflügelpest-Verordnung bezeichneten Viren” durchführen. Dafür sollen “mittels kombiniertem Rachen- und Kloakentupfer Proben von den Wildvogelarten im Sinne des Absatzes 1 Satz 1, für die Jagdzeiten festgesetzt sind,” gesammelt werden. Alternativ können “frische Proben von beobachtet abgesetztem Kot von den übrigen Wildvogelarten im Sinne des Absatzes 1 Satz 1,” gewonnen werden.

Und wer das machen soll, hat das BMEL auch festgelegt:

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NRW: Landwirt klagt erfolgreich auf Schonzeitaufhebung für Sommergänse

Der 16. Senat des Oberverwaltungsgerichts NRW hat entschieden, dass der Landesbetrieb Wald und Holz verpflichtet gewesen ist, die Schonzeit für nicht brütende Grau-, Nil- und Kanadagänse sowie Gössel dieser Wildarten von April bis Mitte Juli 2011 und 2012 in bestimmten Jagdbezirken aufzuheben. Er gab damit der Klage eines Landwirts aus dem Kreis Wesel statt, der entsprechende Anträge auf Schonzeitaufhebung mit der Begründung gestellt hatte, die sog. Sommergänse (Gänse, die sich ganzjährig am Niederrhein aufhalten und auch dort brüten), hätten sich in den letzten Jahren explosionsartig vermehrt und auf seinen Äckern insbesondere im Zeitraum von April bis Juli übermäßige Wildschäden angerichtet. Der landwirtschaftliche Betrieb des Klägers liegt in einem Gebiet, in dem die Jagd auf die Gänse grundsätzlich nur in der Zeit vom 16. Juli bis 14. Oktober zulässig ist. Nach Vernehmung mehrerer Sachverständiger ist das Oberverwaltungsgericht zu der Überzeugung gekommen, dass den Anträgen des Klägers zu entsprechen war.

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