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Der Rothirsch in der Überzahl – Wege zu einer tierschutzgerechten Rotwildreduktion

Ein Beitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Der Rothirsch in der Überzahl – Wege zu einer tierschutzgerechten Rotwildreduktion – diesen Titel trägt der Tagungsband des 9. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtierstiftung, das im Juni 2018 in Bad Driburg stattfand. Gerade im Zeitalter neuer Bejagungsrichtlinien in Hessen und Brandenburg, wo der qualifizierte Abschussplan für wiederkäuendes Schalenwild de facto abgeschafft und damit einer erbarmungslosen Reduktion von Wildbeständen der Weg bereitet wurde, ist die Lektüre des Tagungsbandes eine tröstliches Signal: es gibt auch heute noch Jäger, Verbände und Institutionen, die sich ernsthaft und im besten Sinne weidgerecht um eine Reduktion von Rotwildbeständen Gedanken machen bzw. diese bereits erfolgreich und tierschutzgerecht in verschiedenen Regionen Deutschlands praktiziert haben. Dabei wird durchaus anerkannt, dass manchenorts die Rotwildbestände in den letzten Jahrzehnten aus dem Ruder gelaufen sind. Die Notwendigkeit der Reduktion dort wird also keineswegs in Zweifel gezogen. Der Weg dorthin wird aber anders gesehen, als das in mancher hessischen oder brandenburgischen ministeriellen Schreibstube der Fall ist. Die Frage, wann ein Rotwildbestand zu hoch ist, kann je nach Ziel des Jagdausübungsberechtigten und nach Habitatkapazität durchaus unterschiedlich beantwortet werden. Um Reduktionsziele zu formulieren, bedarf es zuvor demnach einer Formulierung von (waldbaulichen) Zielen und einer möglichst guten Einschätzung des aktuellen Wildbestandes. Auch dazu gibt es praxisrelevante Hinweise im Tagungsband.

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