Schlagwort-Archive: Weidetierhalter

Neue Regelungen zum Umgang mit dem Wolf treten in Kraft

Morgen tritt eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes in Kraft, die die Entnahme von problematischen Wölfen zu leichteren Bedingungen möglich macht. Denn mit der Ausbreitung des Wolfsbestandes in Deutschland haben auch die wolfsbedingten Nutztierrisse deutlich zugenommen. Die Anzahl von Nutztierschäden – diese umfassen verwundete und getötete Tiere – steigerte sich von 40 Tieren im Jahr 2006 auf rund 2050 Tiere im Jahr 2018. Darunter leiden die Weidetiere und die Weidetierhalter haben mit starken wirtschaftliche Einbußen zu kämpfen, sie sind massiv verunsichert sowie teils in ihrer Existenz bedroht – einige Schäfer mussten bereits aufgeben.

Um Weidetierhaltung weiter zu ermöglichen, sieht die Novellierung, die heute verkündet wurde, daher vor, dass für Nutztierhalter als Grundlage für eine Abschussgenehmigung zukünftig ausreicht, dass ihnen ernste wirtschaftliche Schäden drohen. Das soll es auch Hobbyschäfern ermöglichen, Entschädigungen zu bekommen. Bisher musste der betroffene Tierhalter in seiner Existenz bedroht sein. Zudem ist nun ein Abschuss auch dann möglich, wenn unklar ist, welcher Wolf genau für Nutztierrisse verantwortlich ist. Es dürfen so lange einzelne Rudelmitglieder in der jeweiligen Gegend entnommen werden, bis es keine Angriffe auf Nutztiere mehr gibt.

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Hessen: Landesjagdverband unterstützt Weidetierhalter

Die aktuelle Entwicklung der Wolfsnachweise in Hessen beunruhigt die hessischen Weidetierhalter massiv, stellt der Landesjagdverband Hessen in einer aktuellen Pressemitteilung fest. Darin heiß es weiter: Im Jahr 2019 sind bereits mehr als 30 Nachweise von Wölfen in Hessen auf der offiziellen Monitoring-Homepage des HLNUG verzeichnet. 10 der 30 Nachweise beruhren auf Rissen in Schafherden, bei denen regelmäßig mehrere Tiere betroffen waren. Aus diesem Grund ruft der Hessische Verband für Schafzucht und -haltung e. V. am Mittwoch, 15.01.2020 um 10.00 Uhr zu einer Demonstration auf, die am Wiesbadener Hauptbahnhof beginnt. Eine Kundgebung erfolgt gegen 11.00 Uhr auf dem Luisenplatz in Wiesbaden.

Der Landesjagdverband Hessen unterstützt die Weidetierhalter in Hessen.

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Hessen: Weidetierhalter kritisieren “praxisfremden Wolfskuschelkurs”

+++ Bayern: ASP-Angst – Erhöhung der Absschussprämie und Drohneneinsatz bei der Wildschweinjagd +++ Brandenburg: Tägliche Drückjagden auf Schwarzwild im deutsch-polnischen Grenzgebiet +++ NRW: Wildschwein durchbricht Terrassentür +++ Baden-Württemberg: Wildschwein besucht Tankstelle und wird erlegt +++ Saarloand: Keiler beschädigt mehrere Autos in Saarbrücken +++ Japan: Wildschweine erobern Tokyo +++ Schweiz: Wolf im Kanton Graubünden von Zug überfahren +++ 

Schäfer fordern Bestandsobergrenze für Wölfe und “wirkliches Wildtiermanagement”

Die aktuelle Entwicklung der Wolfsnachweise in Hessen beunruhigt die hessischen Weidetierhalter massiv, heißt es in einer Pressemitteilung des Hessischen Schafzüchterverbandes: Im Jahr 2019 seien bereits mehr als 30 Nachweise von Wölfen in Hessen auf der offiziellen Monitoring-Homepage des HLNUG verzeichnet. 10 der 30 Nachweise beruhen auf Rissen in Schafherden, bei denen regelmäßig mehrere Tiere betroffen waren.

Aus diesem Grund sehe sich der Hessische Verband für Schafzucht und –haltung e.V. gezwungen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Weiter heißt es: “Da in das Beutespektum des Wolfes nicht nur unsere Schafe und Ziegen fallen, sondern auch Kälber, Fohlen, Gefügel, Gatterwild, Kameliden, Esel und Ponys suchen wir den Zusammenschluss mit Weidetierhaltern der anderen Tierarten. So kann es in Hessen nicht weitergehen! Es ist „5 NACH 12“ für den Schutz der Weidetiere.

Die dauerhalfte Ansiedlung von Wölfen in Hessen steht kurz bevor, womöglich gar die erste Bildung eines Rudels. Die Weidetierhalter werden beim Schutz ihrer Herden vor dem großen Raubtier von der Politik alleingelassen. Immer wieder hören wir in den Aussagen der Naturschutzbehörden, wie wichtig die Beweidung unserer offenen Landschaften für die Erhaltung der Biodiversität sei. Das wissen wir schon lange.

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Niedersachsen: ZJEN drängt auf Wolfsmanagement

Deutliche Worte fielen auf der Beiratssitzung des Zentralverbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen (ZJEN) Ende August in Walsrode. Die Kreisvertreter des Verbandes verabschiedeten einstimmig eine Resolution. Sie fordert, die Zahl der Wölfe endlich den landeskulturellen Verhältnissen anzupassen und hierfür unverzüglich die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

„Politischer Einsatz sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene muss jetzt endlich Platz greifen, um ein aktives Bestandsmanagement voran zu bringen“, sagt ZJEN-Präsident Hans-Heinrich Ehlen. Eine quotenbasierte Schutzjagd, wie sie in Finnland, Schweden oder Frankreich praktiziert werde, muss nach seiner Einschätzung auch in Deutschland ermöglicht werden. Er weist darauf hin, dass die Wolfspopulation hier im Vergleich dieser Länder am höchsten ist.

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Diskussion über den Wolf: Pfannenstiel vs. Fuhr

Im Deutschlandsfunk diskutierten der Wildbiologe Prof. Dr. Pfannenstiel und der Journalist und Brandenburger ÖJV-Vize Eckhard Fuhr über den Wolf. Die Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?” steht in der Mediathek des Senders zum Nachhören bereit. Die Wolfspopulation, die Aufwendungen für den Herdenschutz und die Zahl der gerissenen Nutztiere steigen parallel an – angesichts dieses eindeutigen Zusammenhangs hält Prof. Pfannenstiel die Strategie, ausschließlich auf Herdenschutzmaßnahmen zu setzen, für gescheitert und plädiert für eine reguläre, maßvolle Bejagung des Wolfs. Dies würde die Scheu des Wolfs vor dem Menschen, menschlichen Siedlungen und Nutztieren wiederherstellen und die Situation der Weidetierhalter entschärfen. Fuhr bestreitet, dass eine Bejagung des Wolfs zu einer Lösung der Probleme beitragen würde. Eine spannende Diskussion – Hörempfehlung! SE

Beitragsbild: Internetseite des Deutschlandfunks zur Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?”(Screenshot, Ausschnitt)

Schleswig-Holstein: 1,7 Millionen Euro für neue Herdenschutzzäune

Das Umweltministerium startet mit der Finanzierung wolfsabweisender Herdenschutzzäune

Seit der Ausweisung der Kreise Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg, Herzogtum-Lauenburg und Segeberg als Wolfspräventionsgebiete können Halterinnen und Halter von gefährdeten Nutztieren in diesen Regionen die Finanzierung von Zaunmaterial durch das Land beantragen. Das teilt das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) mit. Nun beginnt das Landwirtschaftsministerium mit der Auszahlung der ersten Mittel. Die Staatssekretärin für Landwirtschaft Dorit Kuhnt sagt dazu: „Durch eine hohe Zahl geschützter Tiere wird die Gefahr deutlich verringert, dass sich Wölfe auf die Erbeutung von Nutztieren spezialisieren. Als Bundesland mit der höchsten Schafsdichte in Deutschland haben wir deshalb ein Verfahren entwickelt, mit dem wir möglichst schnell möglichst viele Schafe schützen“.

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Erleichterte Wolfsabschüsse: Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes passiert Bundesrat

Zusätzliche finanzielle Förderung für Weidetierhalter beschlossen

Der von der Bundesregierung formulierte Gesetzesentwurf zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hat heute den Bundesrat passiert. Die Änderung soll das Töten von Wölfen, die gut geschützte Nutztiere wiederholt reißen, erleichtern und rechtssicher machen. Dieser Vorstoß ist bei den Bundesländern mehrheitlich auf Zustimmung gestoßen. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus, der die Anpassung des betroffenen Paragraphen 45 des Bundesnaturschutzgesetzes maßgeblich vorangetrieben hatte, sprach in seiner Rede von einem „wichtigen Tag“ für die Weidetierhalter in Mecklenburg-Vorpommern und in anderen „Wolfsländern“.

„Beim Wolf gibt es für mich drei Grundsätze. Erstens: der Schutz des Menschen steht an erster Stelle. Zweitens: der Wolf ist eine geschützte Art und ein beeindruckendes Lebewesen. Und drittens – und da sind heute weitergekommen: die Weidetierhaltung darf nicht unter der Rückkehr des Wolfes leiden. Nur ein Miteinander erlaubt nachhaltigen Artenschutz“, fasste Minister Backhaus seinen Standpunkt zusammen.

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Heute: Über 120 Mahnfeuer gegen den Wolf in Europa

+++ Bauern und Schäfer demonstrieren gegen Wölfe +++ Ganze Rudel entnehmen: FDP fordert im Bundestag Ausweitung der Jagd auf Wölfe +++ Niedersachsen: Wolf im Landkreis Göttingen gefilmt +++

Weidetierhalter rufen unter dem Motto “Realitätsferner „Herdenschutz“ bringt keine Lösung” zum Schäfer-Aktionstag am heutigen Freitag auf.

Deutsche Weidetierhalter werden am Abend des 10. Mai Mahn- und Informationsfeuer gegen den Wolf entzünden. Das teilt der Förderverein der Deutschen Schafhaltung e.V mit. Europaweit seien mehr als 120 Mahnfeuer gemeldet worden, teilte ein Sprecher des Vereins auf Anfrage von JAWINA mit. Die Schäfer wollen damit auf die existenzbedrohende Lage hinweisen, in die sie immer mehr hineingeschoben werden, um so die politischen Entscheider zum Umdenken zu bewegen, wie es in der Pressemitteilung heißt: Durchzunehmende Wolfsschäden – infolge des ungehemmten unkontrollierten Populationswachstums – stehen immer mehr Betriebe vor immer größeren Problemen. Die Schäfer wenden sich insbesondere auch gegen realitätsferne Herdenschutz-Debatten.

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Schleswig-Holstein: Strafanzeige wegen unzureichendem Herdenschutz

Mecklenburg-Vorpommern: Überfahrene Wölfin war mit Schrot beschossen worden

Bei der Staatsanwaltschaft Kiel liegt eine Strafanzeige von Unbekannt gegen Unbekannt vor, die sich gegen Schafhalter richtet. Das berichten die Kieler Nachrichten (KN). Diesen wird vorgeworfen, ihre Schafherden unzureichend vor dem Wolf zu Schützen. Dies stelle einen Verstoß gegen § 17 Tierschutzgesetz dar, also gegen das Verbot, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten oder ihm erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Die Staatsanwaltschaft will prüfen, ob ein Anfangsverdacht besteht, so die KN. Die Prüfungsmöglichkeiten seien jedoch begrenzt, da die Anzeige anonym erstattet worden ist und somit nicht klar sei, auf welche Schafhalter sie sich beziehe, erklärte der zuständige Staatsanwalt gegenüber der Zeitung. Es sei nicht einmal klar, ob die Anzeige sich auf Vorgänge im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Kiel beziehe. Einen “Rundumschlag gegen alle Schafhalter” werde nicht geben. Der Nabu, der selbst Schafe bei Wolfsangriffen verloren hat, hat in letzter Zeit wiederholt Kritik an unzureichendem Herdenschutz geäußert und gefordert, die Schäfer in diesen Fällen nicht zu entschädigen. Eines lässt sich vorhersagen: Wenn Schafhalter in Wolfsgebieten jetzt auch noch kriminalisiert werden, dürften noch mehr Hobby- und Nebenerwerbshalter die Schafhaltung aufgeben.

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Baden-Württemberg: Grüner Umweltminister für Wolfsabschüsse

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) hat sich in einem Brief an den EU-Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei, Karmenu Vella, gewandt, um ein effizeientes Wolfsmanagement und damit “letale Entnahmen” im Ländle zu ermöglichen – letztlich aus Artenschutzgründen. Denn wenn Weidetierhalter die Nebenerwerbs- oder Hobbyhaltung wegen des Wolfs aufgeben, lassen sich “beweidungsabhängige FFH-Lebensraumtypen” nicht erhalten. Auch werde “von einigen Bevölkerungskreisen eine pauschale Entnahme von Wölfen vermehrt gefordert.” Den Schutzstatus des Wolfs will Untersteller jedoch nicht ändern. Wir dokumentieren das Schreiben Untersteller an die EU im Wortlaut.

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Management von Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie

Sehr geehrter Herr Kommissar,

in Baden-Württemberg gibt es zahlreiche natürliche Lebensräume, die ihre Existenz einer jahrhundertelangen Beweidung verdanken. Zu nennen sind hier insbesondere Lebensräume von europaweiter Bedeutung, die innerhalb Deutschlands ihr Hauptvorkommen u.a. in Baden-Württemberg haben. So sind beispielsweise Wacholderheiden (FFH-Code 5130), Kalk-Magerrasen und Kalk-Pionierrasen (FFH-Code 6210 und 6110) kennzeichnend für die Schwäbische Alb, trockene Heiden (FFH-Code 4030) und artenreiche Borstgrasrasen (FFH-Code 6230) haben ein Hauptvorkommen im Schwarzwald. Vielfach liegen diese Lebensräume in Bereichen, die beispielsweise aufgrund ihrer Steilheit oder Kleinparzelliertheit nicht mit Maschinen bewirtschaftbar sind und die deshalb aufgrund ihrer extensiven Bewirtschaftung durch Beweidung einen hohen naturschutzfachlichen Wert für die Biodiversität darstellen. Die Erhaltungszustände dieser FFH-Lebensraumtypen sind ungüstig-schlecht.

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