Schlagwort-Archive: Weidetierhalter

Niedersachsen: “Kinder hinter Zäune, damit der Wolf frei leben kann?”

CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Toepffer: “Grenze ist erreicht – Wolfsrisse nicht mehr hinnehmbar”

„Mit Besorgnis und Erschrecken nehmen wir in der CDU-Landtagsfraktion die Ereignisse rund um die Wolfsrisse im Landkreis Nienburg zur Kenntnis. Dass unmittelbar an einem Waldkindergarten ein Alpaka gerissen wurde, zeigt, wie nah der Wolf dem Menschen kommen kann. Die Eltern sind inzwischen so verängstig, dass sie überlegen, den Kindergarten morgen in Eigenregie einzuzäunen. Kinder hinter Zäune, damit der Wolf frei leben kann – dies ist den Menschen in Niedersachsen nicht mehr vermittelbar. Es muss jetzt zügig geklärt werden, wie mit den Wölfen im Landkreis Nienburg verfahren wird“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Toepffer.

Der Fraktionschef weist darauf hin, dass sich diese Entwicklung schon länger abgezeichnet hat: „Nach den zahlreichen Schafsrissen sind die Wölfe jetzt offensichtlich darauf konditioniert, sich an große Tiere zu wagen. Der Fall des 300-Kilogramm schweren, kürzlich gerissenen Rindes zeigt, dass hier kein einzelner Wolf zu Werke geht. Die Vermutung des Wolfsberaters, dass es sich um ein Rudel handelt, ist nachvollziehbar.“

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Wölfe: Schafhalter rufen zu europaweiten Mahnfeuern auf

Die Verbände der europäischen Schafhalter rufen zu einem europaweiten Aktionstag mit Mahnfeuern auf, um sich gegen die “Existenzbedrohung” durch den Wolf zu wehren, wie es in einer Pressemitteilung des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung heißt: “Wenn am Abend des 15. September Schäfer in ganz Europa tausende Mahnfeuer gegen den Wolf entzünden, dann wollen sie damit vor allem eins – die politischen Entscheidungsträger zur Umkehr bewegen! Denn die Wolfsschäden an ihren Herden nehmen inzwischen dramatische Ausmaße an. Durch das unkontrollierte Populationswachstum sehen sich immer mehr Schäfer sogar in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht”, heißt es in der PM des Vereins.

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Sachsen: Ministerpräsident stellt Schafzüchtern Hilfe gegen Wölfe in Aussicht

“Wölfe, die Weidetiere reißen, müssen erschossen werden dürfen” – “Kein Artenschutz für Hybriden”

Der sächsische Ministerpräsdient Michael Kretschmer (CDU) hat sich bei Cunnewitz (Landkreis Bautzen) mit Schafzüchtern getroffen und Hilfe für Weidetierhalter in Aussicht gestellt. Mehr als 220 Schafe und Ziegen wurden von den Wölfen des Rosenthaler Rudels bereits gerissen, ein Schäfer hat alleine bereits fast 80 Schafe an die Wölfe verloren, berichtet die Sächsische Zeitung (SZ). Ministerpräsident Kretschmer erklärte der SZ zufolge, dass es zulässig sein müsse, Wölfe, die Weidetiere reißen, zu schießen. Dies sei auch die Meinung der Landesregierung, die daher eine Überprüfung des Schutzstatus von Wölfen und bundeseinheitlich geltende Regeln für den Abschuss von Problemwölfen fordere. Für Wolfshybriden, also Kreuzungen von Wölfen und Hunden, dürfe es keinen Artenschutz geben. Die Schäfer im Streifgebiet des Rosenthaler Rudels haben in einer Petition an den Landtag die Entnahme des Rudels gefordert. Die immer aufwändigeren Herdenschutzmaßnahmen erwiesen sich zunehmend als unpraktikabel, kritisierten die Schäfer, die Entschädigungen, wenn sie denn gezahlt werden, würden nicht den tatsächlichen Wert der gerissenen Tiere ersetzen. Kretschmer versprach, dass die “Art und Weise” und die Höhe der Entschädigungen überprüft werde. red.

Beitragsbild: Schafe (Symbolbild). Foto: SE

Brandenburg: Gemeinden wollen “wolfsfreie Zone” werden

Drei Gemeinden – Stechlin, Sonnenberg und Großwoltersdorf – im Amt Gransee (Landkreis Oberhavel) wollen wolfsfreie Zone werden. Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Demnach soll in den Gemeindevertretungen in den kommenden Tagen über entsprechende Beschlussvorlagen abgestimmt werden. Der Bürgermeister von Sonnenberg, Ralf Wöller, auf dessen Initiative der Plan, wolfsfreie Zonen zu errichten, zurückgeht, beklagt die “massiven Wolfsangriffe, die Landwirte in der Region zu verzeichnen hätten. Die Beschlussvorlage sieht vor, dass die genannten Dörfer im Brandenburger Wolfsmanagementplan als “nicht für eine Besiedlung durch den Wolf geeignete Zone” ausgewiesen werden, so die MAZ. Einer Ansiedlung von Wölfen stünden “überwiegend öffentliche Interessen entgegen, insbesondere der Schutz der Bevölkerung, die unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Naherholung und Tourismus sowie die ausgeprägte natur- und artgerechte Weidetierhaltung”, heißt es in der Beschlussvorlage.

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Brandenburg: Bauern fordern Schutzjagden auf Wölfe

Landwirt verliert 40 Kälber im Jahr durch Wolfsangriffe

Anlässlich eines Ortstermins, bei dem sich CDU-Bundestagsabgeordnete bei Brandenburger Landwirten über die Situation von Weidetierhaltern informierten, haben Bauern Schutzjagden auf Wölfe nach schwedischem Vorbild gefordert. Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Die Landwirte beklagten den hohen Aufwand, der für die Absicherung der Weiden und die Instandhaltung der Einzäunung anfällt. Allein das regelmäßig Abmähen des Grases, das erforderlich ist, um den Stromzaun funktionstüchtig zu halten, kostet einen Weideviehbetrieb nach eigenen Angaben 19.500 Euro im Jahr. Diese kosten werden auch nicht ersetzt. Ein betroffener Landwirt berichtete, dass er im Jahr 2017 40 Kälber durch Wolfsrisse verloren habe, nur für 16 sei eine Entschädigung gezahlt worden. Von 21 Kälbern seien keine Überreste gefunden worden, das Dobbrikower Wolfsrudel habe sich zudem auf neugeborene Kälber spezialisiert, die noch keine Ohrmarken hätten.

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“Besseres Konfliktmanagement durch Jagdrecht”

Der DJV stellt ein Frage-Antwort-Papier vor und erläutert, warum der Wolf ins Bundesjagdgesetz sollte. Für die Entnahme von verhaltensauffälligen Wölfen sind Jäger die ersten Ansprechpartner, bewaffnete Eingreiftrupps lehnt der DJV ab.

Im Koalitionsvertrag hat sich die amtierende Bundesregierung dafür ausgesprochen, den Schutzstatus des Wolfes abhängig vom Erhaltungszustand zu überprüfen, um eine notwendige Bestandsreduzierung herbeiführen zu können. Maßnahmen für die Entnahme von auffälligen Wölfen sollen ebenfalls entwickelt werden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat vor diesem Hintergrund vergangene Woche gefordert, den Wolf vom Naturschutzgesetz ins Bundesjagdgesetz zu überführen. Die Hintergründe erläutert der Dachverband der Jäger jetzt in einem Frage-Antwort-Papier. “Es geht nicht um eine reguläre Bejagung, sondern um ein besseres Konfliktmanagement”, sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer.

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Mecklenburg-Vorpommern will Bauern ” im Zusammenhang mit dem natürlichen Wiederauftreten des Wolfes” unterstützen

+++ Wolf reißt zwei Kälber in Klitten (Sachsen) +++ Österreich: Wolf von Wildkamera im Pinzgau (Bundesland Salzburg) aufgenommen +++

Die Angst vor dem Wolf wächst vor allem in ländlichen Gebieten, wie das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern (LM-MV) in einer Pressemitteilung feststellt. Anlass ist das erste Mahnfeuer in MV, das heute Abend (21. Juni 2017, 20 Uhr) – organisiert vom Bauernverband Ludwigslust/Parchim und dem brandenburgischen Nachbarbauernverband Prignitz – anlässlich der Wiederansiedlung des Wolfes stattfindet. Auch Dr. Jürgen Buchwald, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV, wird an der Veranstaltung auf einer Fläche der Agrarland Steesow GmbH teilnehmen.

„Die Debatte zum Umgang mit dem Wolf ist richtig und wichtig, gerade hier in Mecklenburg-Vorpommern. Die Landschaft im Nordosten ist für Wölfe ein nahezu idealer Lebensraum. Hier finden sie noch unzerschnittene Landschaften und ausreichend Nahrung. Gleichzeitig ist unser Land stark agrarisch geprägt. Die Weidehaltung ist traditionell ein wichtiges Glied der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung dieser Region und wird seitens des Landes befürwortet. Damit besteht ein Konfliktpotential, dass unbestreitbar mit  der Rückkehr des Wolfes verbunden ist. Die Sorgen der Landwirte nehmen wir sehr ernst. Nicht ohne Grund haben wir bereits im vergangenen Jahr ganz MV mit Ausnahme der Ostseeinseln zum Wolfsgebiet erklärt und so die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen auf größerer Fläche ermöglicht. Natürlich ist unsere Arbeit damit nicht getan. Gerade mit Blick auf die dynamische Populationsentwicklung müssen bundesweit abgestimmte Lösungen her. Wir führen dazu sowohl länderübergreifend als auch mit dem Bund entsprechende Abstimmungen. Ziel ist, eine Population sowie Maßnahmen zu definieren, die eine Vereinbarkeit der verschiedenen Anforderungen an die Kulturlandschaft auch zukünftig ermöglicht. Der Austausch mit den Landwirten ist dabei von großer Bedeutung. Die Teilnahme an dem heutigen Mahnfeuer ist für mich daher selbstverständlich“, so Buchwald im Vorfeld des Termins.

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