Schlagwort-Archive: Waldumbau

DJV veröffentlicht Broschüre „Lösungsansätze im Forst-Jagd-Konflikt”

DJV veröffentlicht Broschüre mit Forderungen für einen wildtierverträglichen Waldumbau. Praxisbeispiele zeigen, wie mit lokal angepassten Konzepten jagdliche und forstwirtschaftliche Ziele erreicht werden können.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat jetzt die Broschüre „Lösungsansätze im Forst-Jagd-Konflikt“ veröffentlicht. Darin erläutert der Dachverband der Jäger die Ursachen von Wildschäden, deren Prävention und die Ansprüche von Paarhufern an den Lebensraum Wald. Anhand wildbiologischer Forschungsergebnisse verdeutlicht der DJV, warum eindimensionale Ansätze keine Lösung für die Wildschadensproblematik sind: Zeitlich und räumlich verstärkter Jagddruck beispielsweise würde Wildschäden eher provozieren und den Konflikt verschärfen. Neun Praxisbeispiele aus ganz Deutschland zeigen, wie Wald und Wild regional in Einklang gebracht werden.

Für den notwendigen Waldumbau sollten waldbauliche und jagdliche Maßnahmen an lokale Gegebenheiten angepasst und sinnvoll miteinander kombiniert werden. Zum Schutz junger Bäume sollten etwa Verjüngungsflächen stärker bejagt werden – wobei die Wildreduktion nicht alleinige Lösung ist. Zusätzliche forstliche Maßnahmen können etwa zum Schutz vor Konkurrenzpflanzen wie Brombeere und Adlerfarn erforderlich sein oder wenn seltene Mischbaumarten eingebracht werden. Zudem helfen Wildruhezonen, die auch von Erholungssuchenden saisonal nicht genutzt werden dürfen.

Mittels einer wildökologischen Raumplanung unter Beteiligung aller Akteure sollten lokale Konzepte erarbeitet werden, die einen Kompromiss zwischen den Nutzungsansprüchen des Menschen und den berechtigten Bedürfnissen der Wildtiere schaffen. Die 56-seitige Broschüre im A4-Format erläutert zudem aktuelle Förderprogramme, die helfen, forstwirtschaftliche und wildbiologische Aspekte in Einklang zu bringen. Bei den bestehenden staatlichen Fördermaßnahmen im Waldbau sieht der DJV allerdings Nachbesserungsbedarf.

Im Praxisteil zeigen neun Beispiele, dass jagdliche und forstwirtschaftliche Zielsetzungen kein unüberwindbarer Gegensatz sein müssen. Die Konzepte aus sechs Bundesländern verdeutlichen, wie unter verschiedenen waldbaulichen Voraussetzungen und Wildbeständen erfolgreiche Wege für Wald und Wild beschritten werden können.

Die Online-Version der Broschüre „Lösungsansätze im Forst-Jagd-Konflikt“ zum Herunterladen gibt es auf www.jagdverband.de/wald. Druckexemplare können kostenfrei zuzüglich Versandkosten bei der DJV-Service GmbH bestellt werden. PM

Beitragsbild: DJV-Broschüre “Lösungsansätze im Forst-Jagd-Konflikt” (Screenshot, Ausschnitt)

Waldumbau: Schutzmaßnahmen gewinnen an Bedeutung

Dürre, Stürme und Insekten haben in den vergangenen Jahren Deutschlands Wäldern massiv zugesetzt. Nadelholzreinbestände sollen in Mischwälder umgebaut werden. Vermehrt sollen deswegen Rehe und Hirsche erlegt werden. Wissenschaftler sagen: Schutzmaßnahmen wie Wuchshüllen oder Gitter gewinnen an Bedeutung.

Akteure aus Politik, Forstwirtschaft und Naturschutz fordern, dass der Umbau von anfälligen Fichten- oder Kiefernreinbeständen hin zu klimastabilen Mischwäldern möglichst ohne Schutzmaßnahmen gegen Wildtiere funktionieren soll. Sebastian Hein, Waldbau-Professor der Fachhochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg, erwartet gleichzeitig, dass der Einsatz von Forstschutzmaßnahmen wie dem mechanischen Einzelschutz durch Wuchshüllen sogar zunehmen wird. Im Interview mit dem Deutschen Jagdverband (DJV) erläutert er die Gründe, die für diese Prognose sprechen.

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BJV: “Schluss mit dem gnadenlosen Feldzug gegen Rehwild!”

“Selbsternannte Ökojäger machen mobil gegen das Reh” – Der Bayerische Jagdverband (BJV) unterstützt einen Waldumbau mit einer waidgerechten Jagd, mit Sachverstand und ohne Ideologie – Zu hoher Jagddruck schadet mehr als er nutzt – BJV ist wichtiger Partner beim Aufbau des Klimawaldes

Wachsam und vorsichtig zieht die Rehgeiß im Abendlicht langsam auf die Lichtung, ständig auf der Hut vor drohenden Gefahren. Neben ihr springen zwei muntere Kitze aus dem Wald. Sie sind noch ganz unbedarft. Doch ihre Mutter hat alles fest im Blick. – Ein Anblick, der jeden Naturfreund bis ins Innerste berührt. Ein Anblick, den viele Menschen aber kaum noch erleben dürfen. Denn das Reh ist heimlich geworden, es bleibt im sicheren Versteck. Der Grund: Rehe, die kleinste Hirschart in Deutschland, sind in Bayern unerwünscht. Sie werden zum Sündenbock für den Klimawandel, für Sturmschäden oder Bewirtschaftungsfehler.

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Sachsen: Verbände verabschieden gemeinsames Positionspapier zum Waldumbau

In seltener Einmütigkeit haben Naturschutzverbände und Landesjagdverband (LJV) in Sachsen ein gemeinsames Positionspapier zum Waldumbau verabschiedet. Zu den Unterzeichnern gehören neben dem LJV der Nabu Kreisverband Mittleres Erzgebirge, das Bündnis für Wald und Wild e.V., die Grüne Liga Sachsen e.V. und der Naturschutzverband Sachsen e.V.

In dem Papier heißt es u.a.: “Unser Wald braucht zum Überleben und zur Zukunftssicherung neue Konzepte. Die einfache Aufforstung mit neuen Baumarten wird dem nicht gerecht. Auch das plattitüdenhafte Wiederholen der Forderung nach Reduktion des Schalenwildes kann nicht die Lösung des Problems sein. Die letzten 30 Jahre haben bewiesen, dass der dem Motto „Wald vor Wild“ zugrunde liegende Ansatz “Waldumbau mit der Büchse” zu kurz gedacht ist und in der Praxis nur allzu oft dem Tierschutz widerspricht.”

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DJV: Waldumbau mit dem Gewehr funktioniert nicht

Anlässlich des Verbändegesprächs bei Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner fordert der DJV ein Umdenken in der Forstpolitik. Reh und Hirsch dürfen nicht zum Sündenbock für Sparwut und Stellenabbau in Behörden gemacht werden.

Vor dem Hintergrund des heutigen Verbändegesprächs zur Situation des Waldes fordert der Deutsche Jagdverband (DJV) ein Umdenken in der Forstpolitik. Bund und Länder besitzen etwa die Hälfte aller Wälder und stehen besonders in der Verantwortung. “Die Strategie der zurückliegenden drei Jahrzehnte hat versagt, einen Grundstein für klimastabile Wälder zu legen”, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Dirk-Henner Wellershoff während des Verbändegesprächs. Es reiche nicht, die behördlichen Abschussvorgaben für Reh und Hirsch immer weiter in die Höhe zu treiben: “Waldumbau mit dem Gewehr ist viel zu kurz gedacht”, so Dr. Wellershoff.

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Von wegen klimastabil: Massensterben bei Buchen

Brandenburg: Waldsterben auf 2500 Hektar durch Nabu-Klage?

Mehr als 400.000 Festmeter Buche werden in Folge der Hitze und Trockenheit in diesem und dem vorigen Sommer allein in Thüringen absterben, befürchten Forstleute des landeseigenen Forstbetriebs Thüringenforst. Es sei davon auszugehen, dass es zum Absterben alter Buchen auf großer Fläche kommt, orakelt Thüringenforst-Vorstand Volker Gebhardt in der otz. Betroffen seien “hauptsächlich die rund 120 Jahre alten Bäume, die noch gut 80 bis 100 Lebensjahre vor sich hätten”, heißt es weiter. Andernorts sieht die Lage nicht besser aus: Auch im Ruhrgebiet und Ostwestfalen sterben die Buchen, ebenso in Niedersachsen, sogar  Birken sollen mancherorts “großflächig absterben“.

Dabei wird von waldbaulichen Experten u.a. gerade die Buche als Zukunftsbaum eingeschätzt: Für Bayern wird eine hundertprozentige Übereinstimmung mit der zukünftigen Klimahülle prognostiziert, die Autoren der vom Bundesumweltministerium beauftragten Studie “Waldbau und Baumartenwahl  in Zeiten des Klimawandels  aus Sicht des Naturschutzes” stellen fest, dass “Buche und Eichen als die „Gewinner“ des Klimawandels eingeschätzt” werden (S. 31). Mit einer Zunahme der Buche rechnen demnach “vor allem die Naturschutzexperten (n = 11)”.

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Große Koalition will Waldumbau vorantreiben

CDU/CSU und SPD haben im Bundestag einen Antrag mit dem Titel “Unser Wald braucht Hilfe – Waldumbau vorantreiben” (19/11093) vorgelegt. Unter anderem soll geprüft werden, ob die Mittel für die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Förderung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) erhöht werden können, um die Folgen von Extremwetterereignissen für den Wald zu bewältigen. In der EU solle sich die Regierung dafür einsetzen, dass die Rahmenregelung für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse im Beihilferecht auch für Krisenfälle neu geregelt wird. Über den Waldklimafonds und die Einbeziehung weiterer klimarelevanter Titel aus allen Einzelplänen des Bundeshaushalts sei der Waldumbau mit dem Ziel zu forcieren, den Wald und seine Ökosystemfunktionen gegenüber dem Klimawandel widerstandsfähiger zu machen und mit klimatoleranten Baumarten gesunde Mischwälder zu schaffen.

In dem Antrag heißt es u.a.: “Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel […] forstwissenschaftliche Forschung und Lehre mit dem Ziel auszubauen, Risikominimierung und –management unter Beachtung der ökologischen Waldfunktionen zu optimieren. Dabei sind unter anderem folgende Schwerpunkte zu setzen: […] f) vegetationsangepasste Schalenwildpopulationen.

Damit sollte klar sein, wohin die Reise gehen soll. SE Quelle: hib

Beitragsbild: Waldumbau. Foto: SE

“Reset-Knopf drücken”: Prof. Pfannenstiel fordert Neuanfang bei der DVO Jagd

+++ LJVB-Präsident veröffentlicht ebenfalls Offenen Brief zur DVO: “Die geplanten Änderungen werden wir gut ertragen können. Sie sind weder der Untergang des Jagdverbandes noch der Untergang weidgerechter Jagd.” +++

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel hat aus Anlass der skandalösen Durchführungsverordnung zum Brandenburger Jagdgesetz (DVO Jagd) einen Offenen Brief an den Brandenburger Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) geschrieben, in dem er sein “Entsetzen” über die geplanten Bejagungsrichtlinien und Jagdzeiten äußert. Wir veröffentlichen das Schreiben im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Minister,

in Ihrem Hause wurde eine Novellierung der Durchführungsverordnung zum Jagdgesetz des Landes Brandenburg erarbeitet. Der DVO-Entwurf wurde vor knapp drei Wochen den Unteren Jagdbehörde der Landkreise im Sinne einer „breiten Partizipation“ zugeleitet. Die dafür zugemessene Zeit ließ allerdings eine intensive Beteiligung kaum zu. Zudem wurde im Begleitschreiben betont, dass einmal die fachliche Beratung nahezu abgeschlossen sei und zudem die vorliegende „Fassung von allen beteiligten Seiten mitgetragen wird.“ Letztere Aussage kann sich allerdings lediglich auf die den Landesjagdbeirat konstituierenden Personen beziehen.

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Sachsenforst: OJB lehnt Erhöhung des Gruppenabschussplans für Rotwild im Forstbezirk Eibenstock ab

Die Obere Jagdbehörde (OJB) hat die beantragte Erhöhung des Gruppenabschussplans für die Verwaltungsjagdbezirke des Forstbezirks Eibenstock für den Planungszeitraum 2016 bis 2019 abgelehnt. Eine entsprechende “innerdienstliche Weisung” hat die OJB am 3.9. erlassen.

Das Referat Verwaltungsjagd im Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) hatte die Erhöhung des Abschussplans mit der Begründung beantragt, dass im Forstbezirk Eibenstock zwar “ein insgesamt tolerierbares Schälschadensniveau bei gleichzeitig stetiger Rotwildpräsenz” bestehe. Desweiteren wurde angeführt: Der “Anteil der Neuschäle liege nach wie vor deutlich unter 2%. Um diesen Zustand aufrecht zu erhalten, müsse die Rotwilddichte kontinuierlich auf geringem Niveau gehalten werden.” Die Untere Jagdbehörde des Erzgebirgskreis versagte auf diesen Antrag hin die Herstellung des Benehmens, da “eine Abschussplanerhöhung bei einem selbst eingeschätzten Bestand von 2,25 Stück 100/ha […] §1 BJagdG unterlaufen” würde. Auch die Hegegemeinschaft Erzgebirge hatte das Benehmen verweigert, da Rotwild im Forstbezirk Eibenstock “bestenfalls noch als Wechselwild” vorkomme.

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