Schlagwort-Archive: Waldstrategie 2050

GWJF: Offener Brief an Ministerin Klöckner zur Waldstrategie 2050 und Novelle des Bundesjagdgesetzes

Die Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung e.V. (GWJF) hat einen Offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) verfasst. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Ministerin,

die Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung e. V. ist eine Vereinigung von Wildbiologen, Jagdwissenschaftlern, Ökologen, von an Wildtier- und Jagdforschung und an Natur- und Umweltschutz interessierten Wissenschaftlern und Praktikern sowie Institutionen und Einrichtungen, die mit Wildbiologie und Jagd befasst sind. Sie ist mit knapp 300 Mitgliedern die größte einschlägige wissenschaftliche Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum. Als Mitglieder dieser Gesellschaft wenden wir uns an Sie, verehrte Frau Ministerin, in großer Sorge um die Wildtiere und das Jagdwesen in unserem Land.

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DJV: Eindimensionaler Lösungsversuch für Wildschäden

Wissenschaftlicher Beirat Waldpolitik verfehlt mit Eckpunkten zur Waldstrategie 2050 das Ziel, Artenvielfalt zu fördern. Einziger Ansatz: Jagddruck erhöhen. DJV fordert von Ministerin Klöckner stattdessen ein Wildtiermanagement-Konzept.

Anfang Mai hat der Wissenschaftliche Beirat Waldpolitik auf 75 Seiten Eckpunkte zur Waldstrategie 2050 vorgelegt. Nach Auffassung des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ist der darin skizzierte eindimensionale Lösungsversuch des Forst-Jagd-Konflikts weit entfernt vom Erfolg. Er lautet schlicht: Schalenwildbestände durch Jagd reduzieren. Es fehlt eine umfassende Ursachenanalyse von Wildschäden. In einer Stellungnahme hat der DJV jetzt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gebeten, ein großräumiges Wildtiermanagement anzustreben, um die Nuztungsansprüche von Tieren und Menschen in Einklang zu bringen. Alle Akteure in der Kulturlandschaft, darunter Jagd, Forst, Landwirtschaft und Tourismus, müssen beteiligt werden. Das Ziel: Eine Waldstrategie 2050, die tatsächlich Artenvielfalt schafft – in Bezug auf Tiere und Pflanzen.

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Waldstrategie 2050: DJV kritisiert Inhalte und Verfahren scharf

DJV und fünf weitere Organisationen veröffentlichen gemeinsame Stellungnahme und lehnt Entwurf ab. Änderungsvorschläge wurden nicht aufgenommen. Bundesregierung schafft Fakten zu Jagd und Forstwirtschaft und umgeht den Bundestag.

(Berlin, 07. Mai 2020) Der vorliegende Entwurf des Kapitels Wald und Wild der Waldstrategie 2050 stößt inhaltlich auf breite Ablehnung bei Jägern. Gemeinsam mit fünf weiteren Organisationen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) gestern eine Stellungnahme dazu beim Bundeslandwirtschaftsministerium abgegeben. Die Organisationen zeigen sich enttäuscht, dass zahlreiche inhaltlich fundierte Vorschläge für den Waldumbau bisher keinen Eingang in den Entwurf gefunden haben. Auch die Vorgehensweise kritisiert der DJV: Viele Punkte sind vage formuliert und könnten sogar Gesetzesänderungen nach sich ziehen. Es drohen laut DJV eine Schwächung des Reviersystems oder verpflichtende Verbissgutachten. Diese wären ohne Gesetzesänderungen nicht umsetzbar. Die Bundesregierung missachtet damit die Gewaltenteilung: Sie schafft mit dem vorliegenden Entwurf der Waldstrategie 2050 eine Grundlage für die Zukunft von Jagd und Forstwirtschaft ohne den Bundestag einzubinden.

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Pfannenstiel: Waldstrategie 2050 sowie Novellierung des Bundesjagdgesetzes

Jagd als “Waldschutz” – Prof. Dr. Pfannenstiel fasst den derzeitigen Verfahrensstand (soweit bekannt) zur Waldstrategie 2050 sowie zur Novellierung des Bundesjagdgesetzes wie folgt zusammen:

Zum derzeitigen Verfahrensstand (soweit bekannt):

  1. Zur Waldstrategie 2050 hat am 16.10.2019 eine Verbändeanhörung stattgefunden.
  2. Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik beim BMEL hat im Februar 2020 die von ihm entwickelten „Eckpunkte der Waldstrategie 2050“ vorgelegt.

https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ministerium/Beiraete/waldpolitik/stellungnahme-waldstrategie-2050.html

Es gibt einen Entwurf des Kapitels Wald/Wild in der Waldstrategie 2050, zu dem derzeit Stellungnahmen abgegeben werden können.  Weiterlesen

Prof. Pfannenstiel: Brandbrief an Jagdverbände

In einem Brandbrief an die Jagdverbände warnt Prof. Dr. Pfannenstiel vor der anstehenden Novellierung des Bundesjagdgesetzes: Unter Ausnutzung der durch die Corona-Krise geminderten Aufmerksamkeit planten die einschlägigen Interessenvertreter eine staatsstreichartige “Aushöhlung des Bundesjagdgesetzes”, die “Abschaffung des Reviersystems” und eine “Enteignung der Jagdrechtsinhaber”, stellt Pfannenstiel im Gespräch mit JAWINA fest.

Im Folgenden dokumentieren wir das Schreiben Prof. Pfannenstiels im Wortlaut:

Sehr geehrte Weidgenossinnen und Weidgenossen,

die Bundesregierung ist dabei, das seit Jahrzehnten in Deutschland bewährte Jagdsystem radikal zu verändern. Durch mehr Staat wird dabei das Eigentumsrecht der Jagdrechtsinhaber ausgehöhlt. Im Zeichen von Corona, Trockenheit, Käferkalamitäten und ASP wird nun unter weitestmöglicher Umgehung des Parlaments versucht, die Vorgaben der Waldstrategie 2050 in eine neues Bundesjagdgesetz zu überführen. Schalenwild wird lediglich als Störfaktor beim Waldumbau und der Naturverjüngung betrachtet, den es möglichst komplett auszuschalten gilt. In der Stellungnahme des Wiss. Beirats Waldpolitik des BMEL wird die Katze aus dem Sack gelassen (siehe ab S. 40). In diesem Zusammenhang ist auch der Vortrag von Herrn Lutz Freytag, BMEL, interessant. Auf den Sachverhalt hat mich vor allem eine befreundete Juristin aus Hessen aufmerksam gemacht.

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DJV legt Forderungspapier zukunftsfähiger Waldbau vor

Der Entwurf einer Waldstrategie 2050 der Bundesregierung nimmt Form an: Wald vor Wild ist der Tenor. Sieben große Verbände aus Jagd und Wildtierschutz lehnen dies ab. DJV veröffentlicht ein Papier mit Kernforderungen zum Waldumbau.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat ein Forderungspapier für einen zukunftsfähigen Waldbau veröffentlicht. Darin positioniert sich der Dachverband der Jäger zum vorliegenden Entwurf eines Maßnahmenplanes “Wald vor Wild” in der Waldstrategie 2050. Dieser sieht eine generelle, radikale Wildreduktion als einzige Lösung vor, um den Waldumbau hin zu klimastabilen Wäldern zu gewährleisten. DJV und sechs weitere Verbände aus Jagd und Wildtierschutz lehnen den Entwurf vehement ab. Das DJV-Papier fordert unter anderem: waldbauliche und wildökologische Planung auf großer Fläche, Wildschäden neu bewerten, Jagdzeiten an Wildbiologie orientieren und mehr Personal in den Forstverwaltungen. Aktuelle Forschungsergebnisse aus Forstwirtschaft und Wildbiologie müssen in der Waldstrategie 2050 berücksichtigt werden. Die Herausforderung Waldumbau bedarf einer ergebnisoffenen Analyse. Ein Waldumbau allein mit dem Gewehr greift viel zu kurz und ist zum Scheitern verurteilt.

Beitragsbild: Ein Waldumbau allein mit dem Gewehr greift viel zu kurz und ist zum Scheitern verurteilt. Foto: SE