Schlagwort-Archive: Waldschnepfe

Österreich: Bundeskanzler Sebastian Kurz trifft Jagdfunktionäre

Der niederösterreichische Landesjagdverband (NÖ LJV) und der Dachverband „Jagd Österreich“ werben bei Gespräch mit Bundeskanzler Kurz um Unterstützung.  NÖ LJV: “Wenig Verständnis für EU-Diktat bei regionalen Herausforderungen wie Wolf und Waldschnepfe”

Auf Initiative des Niederösterreichischen Landesjagdverbands (NÖ LJV) fand ein Gespräch von Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vertretern der heimischen Jägerschaft statt. Die Jägerschaft wurde vertreten vom NÖ LJV-Präsidium unter der Führung von Landesjägermeister Josef Pröll sowie vom Dachverband Jagd Österreich mit dem Landesjägermeister Norbert Walter und Generalsekretär Klaus Schachenhofer. Im Zentrum des Gesprächs standen die Biodiversität, das Verfahren der Europäischen Kommission zum Vogelschutz, die Ausbreitung des Wolfs in Österreich sowie die Novelle des Waffengesetzes. „Wir hatten ein gutes und konstruktives Gespräch über die zeitgemäße und moderne Jagd sowie über aktuelle Herausforderungen im Bereich der Hege und Pflege. Im Namen der Jägerschaft danken wir Bundeskanzler Kurz sehr herzlich für seine Unterstützung“, so Josef Pröll.

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Palmarum

Der Merkvers für den Palmsonntag, Palmarum tralarum, ist eher nichtssagend. Fast hat man den Eindruck, den Urhebern ist nicht viel zum Thema Schnepfenstrich eingefallen. Palmarum bzw. Palmsonntag wird der 6. Sonntag der Passionszeit genannt. Früher begann die Messe mit Psalm 21: Domine, ne longe facias auxilium tuum a me, ad defensionem meam aspice, libera me de ore leonis, et a cornibus unicornium humilitatem meam. Die Übersetzung ist: Herr, mit Deiner Hilfe sei mir nicht fern! Schau her und beschütze mich! Befreie mich aus dem Rachen des Löwen, vor dem Horn des Einhorns rette mich Armen!

Das ist übrigens ganz nebenbei wieder ein schöner Hinweis darauf, wie wörtlich man die Bibel nehmen bzw. eher nicht nehmen sollte. Mit Einhorn wird ja vermutlich nicht der Narwal (Monodon monoceros) gemeint sein.

Auch um den Palmsonntag herum ist mit gutem Strich zu rechnen, vorausgesetzt das Wetter passt. Bei starkem Wind oder Sturm bleibt man besser zu Hause. Nach meiner Erinnerung war der Strich immer dann besonders ausgeprägt, wenn es nach einem sonnigen Frühlingstag gegen Abend deutlich kühler wurde und leichter Dunst wie ein Zauberschleier über dem Land lag. Wenn dann die letzte Drossel verschwieg, stieg die Spannung fast ins Unerträgliche, und oft genug ging man eilig in Voranschlag weil man meinte, den Vogel mit dem langen Gesicht schaukelnd vorbeistreichen zu sehen.

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Judica

Judica, das sind sie auch noch da!

Das ist der Merkvers für den 5. Fastensonntag. Judica me, Deus! heißt es in der Messe. Richte mich, Gott! lautet die Übersetzung.

Falls es ein solches Gericht Gottes tatsächlich irgendwann gibt, muss der Schnepfenjäger sich keine Sorgen machen. Er ist pfleglich mit der Schöpfung umgegangen.

Oft wird von Jagdkritikern die Jagd auf Tiere, die man nicht verwertet bzw. verwerten kann, abgelehnt, um es vorsichtig zu formulieren. Ich habe die von mir erlegten Schnepfen stets mit Behagen verzehrt, und ich habe die Malerfedern als Trophäe, also als Erinnerungsstück aufgehoben. Schnepfendreck, die im Naturzustand gebratenen Därme der Schnepfe, habe ich mir allerdings nicht einverleibt. Was die Verwertung angeht, hat Wilhelm Busch ein köstliches Gedicht verfasst:

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Oculi

Am dritten Fastensonntag beginnt die Messe so: Oculi mei semper ad dominum: Meine Augen sind stets auf den Herrn gerichtet.

Oculi, da kommen sie, heißt entsprechend der Merkvers für heute, wobei unsere Augen früher ab diesem Tag jedoch absolut säkular vor allem auf die Schnepfen gerichtet waren. Ab jetzt ist also mit den nach Norden und Osten ziehenden Zugschnepfen zu rechnen und vor allem mit dem eigentlichen Schnepfenstrich. Der abendliche Strich wird allgemein dem Balzverhalten, dem Suchen der Schnepfenhähne nach Hennen zugerechnet. Nur wenige Hennen streichen abends; meist sitzen sie auf dem Boden und machen die Hähne mit leisen Rufen auf sich aufmerksam. Es gibt aber heute auch eine ganz andere Deutung. Doch dazu erst später mehr.

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Schnepfenjagd in Österreich: EU droht mit Verfahren

Die EU droht dem österreichischen Bundesland Salzburg mit einem Verfahren wegen der Frühjahrs-Jagd auf Waldschnepfen, wie der ORF berichtet. Die EU kritisiert die Jagd im März und April, weil sie in der Brut- und Nistzeit der Schnepfen stattfindet – deshalb widerspreche sie der Vogelschutzrichtlinie. Die Balzjagd auf die Waldschnepfe – der sogenannte Schnepfenstrich – ist eine uralte jagdliche Tradition in allen Ländern, in denen die Schnepfe brütet. Der Leiter der Salzburger Agrarbehörde, Franz Hauthaler, bestätigte gegenüber dem ORF den Eingang eines entsprechenden Schreibens von der EU. Gegenüber dem Sender erklärte Hauthaler in vorauseilendem Gehorsam, dass die Verordnung, die die Jagd auf Waldschnepfen im Salzburger Land regle, “Ende 2015 ohnehin auslaufe.” Es sei “derzeit nicht geplant und vorgesehen, in einer neuerlichen Verordnung auch die Frühjahrsbejagung der Waldschnepfe wieder aufzunehmen, sofern nicht ganz triftige Gründe auftreten, die die Argumente der EU-Kommission entkräften könnten.“

“Ganz triftige Gründe, die die Argumente der EU-Kommission entkräften könnten”, könnten Hauthaler und andere Interessierte in Prof. Dr. Heribert Kalchreuters Standardwerk “Die Sache mit der Jagd” und den dort zitierten und beschriebenen Untersuchungen zur Waldschnepfe (Kosmos Verlag, 2003. S.223f.) finden. Einleitend stellt Kalchreuter fest: “So pragmatisch die Frage der Balzjagd in Amerika untersucht wurde, so emotionsbefrachtet sind diesbezügliche Diskussionen vor allem im deutschsprachigen Raum.” Kalchreuter fasst die Forschungsergebnisse wie folgt zusammen: “Im Allgemeinen beteiligen sich nur Schnepfenhähne an den abendlichen Balzflügen. Da sich die Geschlechter der Waldschnepfe an Größe und Gefieder kaum unterscheiden lassen, bietet nur die Balzjagd die Möglichkeit zu geschlechtsspezifischer Bejagung.” […] Nachteilige Auswirkungen der Balzjagd auf die Populationsentwicklung (der eher durch Habitatverluste und intensivierte Landnutzung gefährdeten Art) konnten demnach nie nachgewiesen werden, was auch wenig erstaunlich ist, da hierbei nur balzende Hähne geschossen werden, die sich an der Brutpflege nicht beteiligen und sofort durch “Reservehähne” ersetzt werden.

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