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Schweden: Forstbehörde will Elchbestand halbieren

Andere Länder, altbekannte Interessenkonflikte: Die schwedische Forstbehörde (Skogsstyrelsen) will die Hälfte des Elchbestands abschießen lassen, um den Verbiss zu mindern. Der schwedische Jagdverband (Jägareförbundet) spricht in SvenskJakt von einem “Propagandakrieg gegen den Elch“: Das nationale Symboltier solle auf dem Altar der Holzindustrie geopfert werden.

In einem von der Forstbehörde in Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden und der Holzindustrie erstellten Report wird das Jagdsystem in Schweden kritisiert: Demnach hätten die Waldbesitzer – das sind oft große Holzfirmen – zu wenig Einfluss auf den “tatsächlich ausgeübten Jagddruck.” Dabei käme den Wäldern eine entscheidende Rolle beim Einstieg in eine Wirtschaft ohne fossile Brennstoffe zu. Um ein “Gleichgewicht” zwischen Schalenwild, verfügbarer Äsung, Waldschäden und Wildunfällen herzustellen, schlägt der Report die Halbierung der Elchpopulation vor. Diese machtvolle Reduktion sei die einzige Möglichkeit, die propagierten Ziele zu erreichen. Der Naturschutzverband Schwedens soll sich SvenskJakt zufolge bereits von diesem Teil des Reports distanziert haben.

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Jetzt auch in Österreich: Zwangsbejagung vor Gericht

Der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) wird sich mit der Zwangsbejagung von Grundstücken befassen müssen, wie die Kleine Zeitung berichtet. Bislang hat ein Waldbesitzer in Österreich keine Chance, die Bejagung seiner Liegenschaften zu verhindern. Im Sinn einer im Allgemeininteresse liegenden, flächendeckenden, praktikablen Bejagung, einer effizienten Kontrolle des Wildbestands und der Vermeidung von ausufernden Wildschäden sah das österreichische Jagdgesetz keine Ausnahmen vor. Ein Waldbesitzer aus Kärnten will das jetzt ändern. Im Oktober 2014 hatte der Oberkärntner bei der Bezirkshauptmannschaft in Spittal einen Antrag gestellt, sein 6,5 Hektar großes Waldstück jagdfrei stellen zu lassen.

Der Kläger argumentierte, er lehne die Jagd aus ethischen Gründen ab, was er durch seine “beinahe vegane” Lebensweise dokumentiere. Außerdem seien die Wildbestände infolge der Ausrottung von Wolf, Luchs und Bär viel zu hoch. Es sei infolgedessen unmöglich, einen Jungwald hochzuziehen. Die Wildbestände sollen nach der Vorstellung des Kärntner Klägers aber nicht durch Jagd, sondern durch Wiederansiedlung der genannten Prädatoren und “Unterlassen von Fütterung” reguliert werden. Die Bezirkshauptmannschaft lehnte den Antrag mit der Begründung ab, dass eine Befreiung aus ethischen Gründen im Landesjagdgesetz nicht vorgesehen sei. Der VfGH wird nun die Verfassungsmäßigkeit des Jagdgesetzes überprüfen, ein entsprechender Prüfungsbeschluss ist am 10. Dezember 2015 ergangen.

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