Schlagwort-Archive: Waffenbesitz

Bundesrat bringt Gesetzesentwurf zur Verschärfung des Waffenrechts ein

Regelabfrage beim Verfassungsschutz für Legalwaffenbesitzer gefordert

Der Bundesrat plädiert für eine Verschärfung des Waffenrechts. Mit einem am 2. März 2018 beschlossenen Gesetzentwurf möchte er verhindern, dass Extremisten legal an Waffen kommen. Kritiker monieren, dass auch Jäger und Sportschützen auf diese Weise kriminalisiert würden. Der Gesetzesantrag wurde von den Landesregierungen Niedersachsen (Koalition von SPD und CDU) und Hessens (Koalition von CDU und Grünen) eingebracht. Dem Gesetzesentwurf des Bundesrats zufolge sollen Waffenbehörden vor der Erteilung eines Waffenscheins auch Auskünfte von Verfassungsschutzbehörden abfragen. Dies sei insbesondere dann sinnvoll, wenn der Antragsteller bisher polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten ist, aber die Verfassungsschützer eventuell schon Erkenntnisse haben, die gegen seine Zuverlässigkeit sprechen, begründen die Länder ihren Vorstoß. Bislang prüfen die Waffenbehörden lediglich das Bundeszentralregister, das zentrale staatsanwaltschaftliche Verfahrensregister und die Auskünfte der örtlichen Polizeidienststellen. Insbesondere die Ermittlungen gegen die NSU-Terrorzelle hätten gezeigt, so der Bundesrat in einer Pressemitteilung, dass der legale Waffenbesitz von Extremisten ein erhebliches sicherheitspolitisches Problem darstelle. Aktuell haben zudem gewaltbereite „Reichsbürger“ für Aufsehen gesorgt, die über legale Waffenarsenale verfügen.

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Waffenbesitzer: Weiße, alte Männer

An allem sind die Männer schuld, Machos, meistens Weiße

Sie sind voll verantwortlich für die ganze Scheiße.

Funny van Dannen

 Weiße, alte Männer sind am Brexit schuld, dass Donald Trump Präsident geworden ist, geht ebenfalls auf ihr Konto und nun auch noch das: Legalwaffenbesitzer in Berlin sind, wie könnte es anders sein, überwiegend alte Männer. Eine entsprechende Auswertung statistischer Daten hat der rbb veröffentlicht, ganz in der Tradition des Öffentlichen Rundfunks, Klischees und Vorurteile jeder Art beherzt ganz im Sinne der Meinungsvielfalt zu bekämpfen. Demnach kommen auf 8408 männliche nur 944 weibliche Waffenbesitzer. Die meisten Legalwaffen gehören Leuten in den Altersklassen 40 bis 59 Jahre oder 60 und älter. Waffenbesitz sei “ein Generationenphänomen”, schlussfolgert der Autor des Beitrags. Doch damit nicht genug: Die Waffenbesitzer scheinen überdurchschnittlich zu verdienen, leben sie doch vor allem in den gutbürgerlichen, westberliner Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf. Die große Zahl der Waffenbesitzer in diesen Bezirken erkläre sich zum Teil durch das “Jagd-Hobby”, heißt es im rbb: Insgesamt gebe es 3031 Jagdscheininhaber in Berlin,  von denen 37,7 Prozent in den genannten Bezirken leben. Schade, dass es keine Statistik zum illegalen Waffenbesitz gibt, das hätte bestimmt ein anderes Bild ergeben. SE

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Interview mit Wolfgang Grupp – Bekenntnisse eines Protestwählers

Zunächst ein paar Sätze zur Vorgeschichte dieses Interviews: Am 15. März ging folgende E-Mail von JAWINA-Leser Jörn S. in der Redaktion ein:

“Moin Herr Elison,
gestern abend sah ich bei “hart aber fair” – es ging um die Landtagswahlen am Sonntag – u. a. einen kurzen Bericht über den “Konservativen” Wolfgang Grupp, der nun erstmalig grün wählte. Die Grünen könne er nicht wählen, aber Kretschmann sei ein guter Landesvater gewesen. Deshalb habe er Kretschmann und nicht die Grünen gewählt. Entschuldigung, aber soviel “Bullshit” habe ich schon lange nicht mehr von einem Promi, Wirtschaftspromi und zudem auch noch Jäger, gehört. Genau diese Leute brauchen wir in der Jägerschaft nicht. Vielleicht können Sie das thematisch und vor allem kritisch aufgreifen. Es würde mich freuen.
Schöne Grüße
Jörn S.”

Hallo Herr S.,

vielen Dank für Ihre Mail und die Anregung zum “Fall Grupp”. Ich habe ein paar Tage darüber nachgedacht, ob man dessen Wahl-Entscheidung nicht einfach akzeptieren muss. Andererseits: Der Erfolg der Grünen in BaWü ist sicherlich zum großen Teil der Person Kretschmann geschuldet – aber hinter dem steht die grüne Partei mit einer für uns Jäger durchweg unerfreulichen Programmatik. Das sollte man nicht ausblenden, da haben Sie Recht. Ich werde mal versuchen, den Hrn. Grupp anzumailen und mit Ihrer (selbstverständlich anonymisierten) Aussage zu konfrontieren. Mal sehen, ob (und wenn ja, was) er dazu sagt. Was halten Sie davon?

Beste Grüße

SE

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DJV: Wissensbasierter Weg statt Panikmache

Deutscher Jagdverband fordert aussagekräftige Kriminalstatistik

Anlässlich der IWA OutdoorClassics, Europas größter Fachmesse für Waffen, die an diesem Wochenende in Nürnberg stattfindet, fordert der Deutsche Jagdverband (DJV) eine Versachlichung der Diskussion um den rechtmäßigen privaten Waffenbesitz. „Überzogene Kontrollgebühren und unsachliche Diskussionen sind kein Beitrag zur öffentlichen Sicherheit“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke. Der DJV fordert in der Diskussion um den Waffenbesitz den „wissensbasierten Weg“ statt Ideologie und Panikmache. Zentrale Aufgabe der Politik müsse eine Nachbesserung der polizeilichen bundesweiten Kriminalstatistik sein: Diese unterscheidet derzeit bei Straftaten mit Schusswaffen nicht zwischen legalem oder illegalem Waffenbesitz. „Ohne wirklich belastbares Zahlenmaterial wird in regelmäßigen Abständen reflexartig eine Verschärfung des Waffenrechts gefordert, um angeblich mehr Sicherheit zu erreichen“, sagte Dammann-Tamke. „Der Weg zu mehr Transparenz, der mit einem zentralen Waffenregister begonnen worden ist, muss nun auch konsequent zu Ende gegangen werden.“

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