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Hessen: Rotwild durch genetische Verarmung bedroht

Die Verinselung der hessischen Rotwildpopulationen zeigt verheerende Auswirkungen, wie eine vom LJV Hessen, den hessischen Rotwildhegegemeinschaften und aus Fördermitteln der Jagdabgabe geförderte Studie von Prof. Dr. Dr. Gerald Reiner belegt. Der LJV Hessen fordert mehr Grünbrücken, erforderlich ist aber auch eine Änderung der Bejagungsstrategie: Jungen Rothirschen müssen ihre traditionellen Wanderungen ermöglicht werden.

Im folgenden veröffentlichen wir die von Prof. Dr. Dr. Reiner erstellte Pressemitteilung “Sicherung der genetischen Diversität in den hessischen Rotwild-Populationen – Ein Beitrag zur Sicherung der hessischen Biodiversität” im Wortlaut: 

Es ist bereits 5 nach 12: Die genetische Vielfalt bei unserem größten heimischen Säugetier, dem Rotwild, ist seit den 1960er / 80er Jahren deutlich zurückgegangen und der wichtige, genetische Austausch zwischen den Populationen ist unterbrochen. Die Tiere sind dadurch weniger widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und Krankheiten. Die entstandenen Inzuchtprobleme wurden mit dem Auftreten einer dafür typischen Missbildung in Nordhessen nachdrücklich bestätigt.

Genetische Studien lassen noch Reste einer einst sehr guten Vernetzung erkennen, doch aktuell sind die Populationen durch Barrieren wie Autobahnen und Zersiedlung in vollständig isolierte Inselvorkommen aufgeteilt. Dieses Ergebnis zeigte eine über zwei Jahre durchgeführte Untersuchung von Prof. Dr. Dr. habil. Gerald Reiner vom Arbeitskreis Wildbiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

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LJV Hessen fordert mehr Grünbrücken

Der Ausbau von Autobahnen und Bundesstraßen muss mit der Errichtung von Querungshilfen verbunden sein, fordert der Landesjagdverband Hessen (LJVH) in einer Presseerklärung: Der stetig zunehmende Verkehr macht den Aus- und Neubau von Autobahnen und Bundesstraßen erforderlich. Die Hauptverbindungsstränge – in Hessen zählen hierzu die A44 Kassel-Eisenach sowie die A45 und A5 in der Nord-/Südachse – müssen dem erhöhten Verkehrsaufkommen gerecht werden. Zudem nimmt Hessen unter allen Bundesländern eine besondere Position ein: Der Ausbau von Versorgungs- und Transporttrassen, Siedlungs- und Gewerbebau seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 nimmt zusätzlich viele freie Flächen in Anspruch. Insgesamt durchqueren rund 17.300 Kilometer Straßen das Land. Davon entfallen 1.000 km auf Bundesautobahnen und rund 1.300 km auf Bundesstraßen.

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