Schlagwort-Archive: Verbiss

Mecklenburg-Vorpommern: Ortstermin zur Bejagung von Rotwild in der Schonzeit

Keine Verbissschäden, kein Gutachten, Wald “voll intakt und vollkommen ungefährdet”

Nach Beantragung durch das Forstamt (FA) Schuenhagen, dessen Amtsleiter, und den ergangenen Bescheid des Landkreises (LK) Vorpommern-Rügen vom 12.04.2019 bzw. der Obersten Jagdbehörde (OJB) Mecklenburg-Vorpommern (M-V) vom 23.04.2019 zur Erlaubnis der Bejagung von Rotwild in der Schonzeit hatte die zuständige Hegegemeinschaft (HG) Hochwild Schuenhagen-Franzburg umgehend einen Ortstermin auf den betroffenen Flächen vorgeschlagen und erbeten. Dieser wurde von Behördenseite abgelehnt. Erst nach der Zurücknahme der Erlaubnis und durch Anordnung von Minister Dr. Backhaus zeigte sich die Landesforstanstalt zögerlich zu einem Ortstermin bereit. Die Rotwildfreigabe in der Schonzeit hatte bereits zuvor Minister Dr. Backhaus einkassiert (JAWINA berichtete).

Am 10.05. konnten sich der Vorstand der Landesforst und die HG in Schuenhagen auf eine Begehung der vorgegebenen Schadflächen verständigen. Hierzu hatte die HG unabhängige Sachverständige mit eingeladen.

Im Antrag des Amtsleiters des Forstamtes Schuenhagen waren Schadflächen mit 54 bis 60% Verbiss „nachweislich“ angegeben und ein Gutachten gemäß Verbissinventurverfahren benannt. Diese waren dann ursächlich für die Begründung der Erlaubnis der Schonzeit-Bejagung durch die Behörden.

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Brandenburg: Selbstgenehmigender Antrag auf Schonzeitaufhebung für Rehböcke

+++ Norwegen: Wolfsdemos mobilisieren Tausende +++ Niedersachsen: Grüne wollen Wölfe vor Wildunfällen schützen +++ Mecklenburg-Vorpommern: Backhaus warnt vor illegalen Wolfsabschüssen +++ Sachsen: Wolf bei Oschatz gesichtet +++ Bayern: Bauern und Naturschützer kritisieren Aktionsplan Wolf +++

Mitte 2018 wurden Oberste Jagdbehörde (OJB) und Landesforst (LFB) im Brandenburger Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) zusammengelegt (JAWINA berichtete). Damals befürchteten Kritiker, dass damit “der Bock zum Gärtner” gemacht und einer rücksichtslosen Wald-vor-Wild-Politik der Weg geebnet werde – sie sollten Recht behalten, wie von der OJB dem LFB genehmigte Schonzeitaufhebungen für Rehböcke im Januar zeigen.

Mit einem Bescheid vom 21.12. 2018 gibt die OJB dem Antrag einer Brandenburger Oberförsterei auf Schonzeitaufhebung für Rehböcke auf Drückjagden im Januar statt. Nach bislang unbestätigten Informationen von JAWINA sollen sämtliche Brandenburger Oberförstereien von der OJB unter Androhung von Konsequenzen gedrängt worden sein, gleichlautende Anträge zu stellen. Die angeführten Begründungen für die Genehmigung lassen aufhorchen.

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Österreich: Wildschadensbericht 2017 liegt vor

Die österreichische Bundesministerin Elisabeth Köstinger, hat den Wildschadensbericht 2017 vorgelegt. Obwohl laut einer Pressemitteilung des Ministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) “derzeit […] noch kein konkretes Datenmaterial über die Wildschäden in Österreichs Wäldern” vorliegt, wird von einer “besorgniserregenden Ausgangssituation” ausgegangen. Köstinger wies indes auf” die seit 2016 wieder laufende Waldinventur hin und rechnet für Ende dieses Jahres bzw. Anfang 2019 mit ersten Ergebnissen der Erhebungen.” Erst dann werde ersichtlich werden, wie weit die Bemühungen der letzten Jahre zur Verbesserung der Wildschadenssituation beigetragen haben, heißt es. Die Einschätzungen der Forstaufsichtsbehörden über die Entwicklung der Verbiss- und Schälschäden würden aber wenig Anlass zur Annahme geben, dass sich die Lage grundlegend verbessert hätte, dämpft der Bericht allzu optimistische Erwartungen.

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DJV: Jagd ist wichtig für den Artenschutz

Internationales Forscherteam: Wald aus der Nutzung nehmen schadet der Artenvielfalt

Verbiss-Schäden an Bäumen sind am größten in Schutzgebieten. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena gemeinsam mit rumänischen Forschern festgestellt. Ihr Fazit: Das Ziel der nationalen Biodiversitätsstrategie, fünf Prozent des Waldes zu schützen und aus der Nutzung zu nehmen, werde zu einem Artenverlust führen. Die Wissenschaftler betonen, dass Artenschutz nur im komplexen Zusammenhang mit der gesamten Fauna und Flora gesehen werden könne und bestätigen damit die Position des Deutschen Jagdverbands. „Die Strategie zum Erhalt der Baumartenvielfalt kann nur ‚Wald und Wild‘ heißen und die Jagd in Schutzgebieten grundsätzlich zulassen“, so DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Hans-Heinrich Jordan. Die Idee, dass Wolf, Bär und Luchs künftig in Deutschland die Rolle der Jäger übernehmen und für sinkende Reh- oder Hirsch-Bestände sorgen könnten, entkräfteten die Wissenschaftler: Der Wolf jage in Rumänien lieber Schafe auf Weiden als Rehe, Wildverbiss gebe es immer noch.

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