Schlagwort-Archive: Unfall

Thüringen: Wiederlader durch explodierendes Zündhütchen schwer verletzt

+++ Brandenburg: Landkreis OPR erlässt Jägern Gebühren für Trichinenbeschau bis 2024 +++ Rheinland-Pfalz: Jäger stürzt Steilhang hinab – schwierige Bergung +++ Bayern: Hundehalterin erbost, weil Jägerin vor verletztem Wildschwein warnt +++ Rheinland-Pfalz: Wildschwein auf Schulhof erlegt +++ Bayern: Empörung wegen Jagd auf Höckerschwäne +++

Ein 59-jähriger Jäger ist am Mittwoch Vormittag beim Wiederladen – der Herstellung von Munition – schwer verletzt worden. Ein Zündhütchen löste ungeplant und ungewollt aus. Durch die umherfliegenden Splitter erlitt der 59-jährige schwere Verletzungen im Bauch- und Brustbereich. Der Mann konnte jedoch durch die Rettungskräfte stabilisiert und in der weiteren Folge zur Behandlung seiner Verletzungen in das Klinikum nach Jena verflogen werden. Die Saalfelder Polizei überprüfte den Unfall vor Ort auf strafrechtliche Relevanz und stellte fest, dass der Mann ordnungsgemäß im Besitz aller notwendigen Erlaubnissen zur Herstellung und zum Umgang mit Munition und Sprengstoff besitzt. PM

Beitragsbild: Arbeitsplatz eines Wiederladers (Archivbild). Foto: SE

Verteidiger im Prozess um Jagdunfall Dalberg: “Es war ein Unfall”

+++ Bayern: Fuchs beißt Achtjährigen durch Zeltwand in Gesicht und Hand +++

Anwalt plädiert auf Freispruch

Im Fall des tödlichen Jagdunfalls bei Dalberg, bei dem eine 86-jährige in ihrem Garten erschossen wurde, hat der Verteidiger des Unglücksschützen im derzeit stattfindenden Gerichtsprozess (JAWINA berichtete) auf Freispruch plädiert. Medienberichten zufolge führte der Anwalt aus, dass sein Mandant nicht bewusst oder fahrlässig – und entgegen der Anweisung des Jagdleiters – hangabwärts geschossen habe. Vielmehr habe der erfahrene 61 Jahre alte Jäger (Jugendjagdschein mit 16, Teilnahme an 15 bis 20 Drückjagden im Jahr, zwei bis drei Mal pro Woche auf Ansitz) hangaufwärts geschossen und sei dabei ausgerutscht. Im Sturz habe er sich um die eigene Achse gedreht, wobei sich der verhängnisvolle Schuss aus dem Halbautomaten gelöst habe. Die Seniorin wurde aus einer Entfernung von 25 Metern getroffen. Eine Hinterbliebene warf dem Schützen dem SWR zufolge vor, sich bei der Jagd auf dem Grundstück der Getöteten aufgehalten zu haben. Das Opfer hinterlässt sieben Kinder, die in dem Prozess als Nebenkläger auftreten. red.

Beitragsbild: Jagdgeschoss (Symboldbild). Foto: SE

Thüringen: Jäger beim Bergen von Unfallwild totgefahren

+++ Österreich: Jäger findet vermissten Wanderer – tödlich verunglückt +++

Am Samstag Vormittag ist ein Jäger auf der Bundesstraße 7 in Erfurt tödlich verunglückt. Der 85jährige hatte sein Fahrzeug am Fahrbahnrand zwischen den Anschlussstellen Linderbach und Kerspleben angehalten, um ein totes Reh zu bergen. Ein 43 Jahre alter Opel-Fahrer fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf das stehende Fahrzeug auf. Durch den Aufprall schleuderte der Peugeot des Jägers nach rechts von der Fahrbahn, überschlug sich und blieb auf dem angrenzenden Feld auf dem Dach liegen. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen der Ersthelfer und weiterer Rettungskräfte verstarb der 85-jährige noch an der Unfallstelle. Die aufwendige Verkehrsunfallaufnahme mit Unterstützung eines Unfallgutachters machte eine beinahe 2,5-stündige Vollsperrung in Fahrtrichtung Erfurt-Nord notwendig. Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern noch an. PM

Beitragsbild: Straßengrabenreh (Archivbild). Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser NoS für den Hinweis!

Österreich: Treiber bei Hundeprüfung angeschossen

+++ Österreich: Bergrettung rettet abgestürzten Jagdhund +++

Bei einer Jagdhundeprüfung im österreichischen Bundesland Kärnten hat ein 72 Jahre alter Teilnehmer an einer Jagdhundeprüfung einen ebenfalls an der Prüfung mitwirkenden 49jährigen Standtreiber angeschossen. Offenbar wurde gerade die Standruhe geprüft, bei der der an der Leine abgelegte Hund ruhig liegen bleiben muss, während sein Herr einen Schuss mit der Schrotflinte abgibt. Bei der Hundeprüfung im Bezirk St. Veit an der Glan hielt der Prüfling seine Flinte bereits entsichert in die Luft, als sein Hund aufsprang und losstürmte. Der Mann griff nach der Leine, wobei sich der Schuss löste. Zwar ging der Schuss in den Boden, doch der etwa 15 Meter entfernt stehende Treiber wurde von einigen Schrotkugeln getroffen. Wie der ORF berichtet, ist der Verletzte ins Krankenhaus nach Klagenfurt gebracht worden. Über die Schwere seiner Verletzungen ist nichts Näheres bekannt. SE

Beitragsbild: Hundeprüfung (Archivbild). Foto: SE

Südtirol: Jäger erschossen

Schlamperei mit tödlichem Ausgang: Im Trentino ist ein 71 Jahre alter Jäger an den Folgen einer Schussverletzung gestorben. Zu dem Unglück kam es laut stol.it, als eine Gruppe von Jägern in einer Jagdhütte in Vigo Rendena bei einem gemütlichen Abendessen beisammen saß. Dem Bericht zufolge zeigten sich die Jäger gegenseitig ihre Gewehre und begutachteten diese, als sich aus einer Waffe ein Schuss löste. Die Carabinieri ermitteln, man gehe jedoch “von einer Verkettung tragischer Umstände” aus. SE

Beitragsbild: Waffe entladen? Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen, weil elementarste Sicherheitsvorschriften nicht beachtet werden. Foto: SE

Thüringen: Beim Hochsitzbau abgestürzt – Jäger schwer verletzt

Beim Bau einer Kanzel ist ein 55 Jahre alter Jäger bei Oberschöbling (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) abgestürzt und schwer verletzt worden. Bei der Montage verlor der Mann am Samstag gegen 15.30 Uhr das Gleichgewicht und stürzte ca. vier Meter in die Tiefe. Der aus dem Ilmkreis stammende Jäger zog sich bei dem Sturz schwere Verletzungen an Brustkorb und Hüfte zu. Er musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus in Bad Berka gebracht werden. SE

Beitragsbild: Nicht ungefährlich: Hochsitzbau. Foto: SE

Pistole unterm Kopfkissen – Jäger schießt sich ins Bein

Die – in diesem Fall vielleicht nicht völlig unberechtigte – Angst vor Einbrechern ist einen 21 Jahre alten Jäger aus der niedersächsischen Stadt Pattensen teuer zu stehen gekommen: Vor kurzem war in das Einfamilienhaus eingebrochen worden, in dem der 21jährige mit seinem Vater wohnt. Die unbekannten Täter hatten auf der Suche nach Beute den gesamten Hausstand verwüstet, wie die Bild-Zeitung berichtet. Als der Sohn nun in der Nacht auf Mittwoch allein in dem Haus übernachtete, legte er sich die geladene 9-mm-Pistole unter das Kopfkissen, die er als Jäger legal besaß. Als er morgens nach der Pistole tastete, löste sich ein Schuss, das Geschoss traf den Mann in den linken Oberschenkel. Ein Notarzt brachte den Verletzten ins Krankenhaus. Für die Polizei ist die Sache dem Bericht zufolge eindeutig ein Unfall, was jedoch nicht ausschließt, dass der Vorfall die waffenrechtliche Zuverlässigkeit des Verunglückten in Gefahr bringt. SE

Bild: Pistole (Symbolbild). Quelle: Wikipedia, Autor: MoserB

Sachsen: Jäger mit Schusswunde tot im Wald gefunden

In einem Waldstück bei Grimma ist ein Jäger am Dienstag tot im Wald gefunden worden. Der 67jährige war am Montag Nachmittag zur Jagd aufgebrochen und nicht zurückgekehrt. Angehörige machten sich auf die Suche, der Sohn des Verstorbenen fand ihn schließlich am Dienstag. Der Tote weis eine Schusswunde im Bauchbereich auf. Die Polizei geht bislang weder von einem Verbrechen noch von Freitod, sondern von einem Unglücksfall aus. Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung soll der Jäger sich den Bauchschuss durch unsachgemäßen Umgang mit seinem Jagdgewehr beigebracht haben. Die sterblichen Überreste des Mannes wurden zur Obduktion in das rechtsmedizinische Institut nach Leipzig verbracht. Die Ermittlungen dauern an. SE

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Gutachten zum Schießunfall in Westerbeck liegt vor

“Hülsen möglicherweise zu oft wiedergeladen”

In dem Fall des durch eine Explosion seiner Waffe auf dem Schießstand Westerbeck schwer verletzten Jägers (JAWINA berichtete) liegt jetzt der Bericht des Sachverständigen vor. Demnach kam es durch einen Materialfehler der Patronenhülse zu einem Abriss des Hülsenbodens und in der Folge zu einen seitlichen Austritt von Pulvergasen. Anders als in der ersten Polizeimeldung berichtet, erfolgte die Waffensprengung also nicht im Bereich des Vorderschafts / Laufs, sondern tatsächlich im Patronenlager bzw. Verschluss. Der Verschluss der verwendeten Ruger-Blockbüchse gilt als extrem belastbar. Das Kaliber der bei dem Unglücksfall zerstörten Waffe war 7×57. Ein Polizeisprecher erklärte gegenüber JAWINA, möglicherweise habe der 68 Jahre alte Schütze die Patronenhülsen zu oft wiedergeladen. Bei der zerstörten Hülse sei nach Auffassung des Gutachters die Schwächung des Materials jedoch äußerlich nicht erkennbar gewesen. Der Fall sei insbesondere in Anbetracht von Waffentyp und Kaliber so selten “wie ein Sechser im Lotto.”

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Auf Nachsuche verunglückt – Berufsgenossenschaft muss zahlen

Die Pflichtversicherung in der Berufsgenossenschaft ist für viele Jagdpächter ein Ärgernis: Die Beiträge steigen exorbitant, und wenn es wirklich einmal zu einem Schadensfall kommt, versucht die Berufsgenossenschaft sich oft mit allen Mitteln vor der Zahlung zu drücken. In dem aktuellen Fall eines auf der Nachsuche tödlich verunglückten Jagdhelfers hat das Hessische Landessozialgericht nun der Klage der Witwe stattgegeben, deren Mann seinen Bruder bei der Nachsuche unterstützt hatte: Die BG muss zahlen. In der Pressemitteilung des Landessozialgerichts zu dem Urteil heißt es:

Berufsgenossenschaft muss Hinterbliebenenleistungen gewähren

Beschäftigte sind gesetzlich unfallversichert. Dies gilt gleichermaßen für Personen, die wie Beschäftigte tätig werden. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um eine ernstliche Tätigkeit von wirtschaftlichem Wert handelt, die ihrer Art nach sonst von abhängig Beschäftigten verrichtet wird. Hiervon sei bei einem Jagdhelfer bei der Suche nach fliehendem angeschossenem Wild (sog. Nachsuche) auszugehen. Dies entschied in einem gestern veröffentlichten Urteil der 9. Senat des Hessischen Landessozialgerichts.

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