Schlagwort-Archive: Trophäenjagd

Wertvolle Argumentationshilfe: IUCN-Broschüre zur Trophäenjagd

Jagdverbote “sind ein kurzsichtiges Instrument, das die Gefahr birgt, den Nutzen sowohl für den Naturschutz als auch für  die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung zu untergraben, wodurch die eigentliche, große Bedrohung durch Lebensraumverlust und Wilderei verschärft und gar nicht erst angegangen wird”, heißt es in einem Informationsschreiben der Weltnaturschutzorganisation IUCN. Die Broschüre der IUCN liegt nun auch auf Deutsch vor und ist eine wertvolle Argumentationshilfe für den Umgang mit verunsicherten oder durch unseriöse Berichterstattung zum Thema Trophäenjagd aufgebrachten Mitbürgern. Fanatische Jagdgegner werden die Lektüre wohl verweigern, aber wer Sachargumenten gegenüber noch aufgeschlossen ist, findet hier wertvolle Aufklärung zu häufigen Missverständnissen. Die Broschüre beleuchtet den Hintergrund, also die Situation vieler Wildtiere, denen vor allem durch Bevölkerungswachstum und Habitatverluste Gefahr droht. Durchaus kritisch wird hinterfragt, welche Rolle die Trophäenjagd für den Artenschutz spielen kann und könnte.

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DJV/CIC: “Jagd refinanziert Nashornschutz”

Internationale und nationale Medien berichten von der Erlegung eines Spitzmaulnashorns durch einen US-Amerikaner in Namibia. Aus dieser Jagd fließen umgerechnet 360.000 Euro in den Wildtierschutz Namibias und tragen zu einer der erfolgreichsten Naturschutzstrategien Afrikas bei. Die Tierrechtsszene stellt das in Abrede.

Zuständige US-Behörden haben den Import eines Spitzmaulnashorns aus Namibia genehmigt, das ein US-Amerikaner erlegt hat. Die internationale Tierrechtsszene nimmt die Genehmigung zum Anlass, Forderungen nach Importbeschränkungen für Jagdtrophäen zu stellen. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) stellen fest, dass derartige Forderungen das namibische Erfolgsmodell im Schutz seiner Wildtiere kompromittieren.

Namibia managt seine Spitzmaulnashörner im Rahmen einer Strategie, die zuletzt 2017 aktualisiert wurde. Diese basiert auf drei Empfehlungen führender Nashorn-Experten, darunter die „African Rhino Specialist Group“ der Weltnaturschutzunion (IUCN). Diese sind: die Vergrößerung des Ausbreitungsgebiets, ein jährliches Populationswachstum von mindestens fünf Prozent sowie die Minimierung von Wilderei. Im Rahmen dieser Strategie hat Namibia seinen Bestand an Spitzmaulnashörnern zwischen 1995 und 2015 mehr als verdoppelt. Damit ist Namibias Schutzprogramm für Nashörner und andere Wildtiere einer der größten Artenschutzerfolge Afrikas.

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Erlegerfotos: CIC und DJV fordern mehr Sensibilität der Jäger im Netz

Fotos erlegter Wildtiere treffen auf Unverständnis – ob erlegtes Reh oder aktuell eine Giraffe: Fotos von getöteten Wildtieren sorgen in sozialen Medien für Kritik an der Jagd.

Aktuell entbrennt in den sozialen Medien eine heftige Diskussion um das Bild der bekannten US-Jägerin Tess Talley, die in Siegerpose vor einer erlegten Giraffe steht. Das Bild stammt aus dem Jahr 2017 und wird nun von den Medien verwendet, da sich die Jägerin in einer US-Talkshow zu den Hintergründen der Jagd geäußert hat. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der deutsche Jagdverband (DJV) appellieren an Jäger im In- und Ausland zu mehr Umsicht im Umgang mit Fotos im Internet und insbesondere in den sozialen Medien. „Es geht nicht darum, uns zu verstecken, sondern auch in Fotos Sensibilität und Respekt gegenüber nichtjagenden Mitmenschen zu zeigen. Wir wollen keine Zensur, aber wir brauchen den Dialog, wie wir die Jagd in der Öffentlichkeit künftig darstellen wollen. Da spielt es prinzipiell keine Rolle, ob es um das Foto einer erlegten afrikanischen Antilope oder eines heimischen Rehbocks geht“, so DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald.

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Botswana erwägt Aufhebung des Jagdverbots für Elefanten

Nur vier Jahre nach dem Inkrafttreten erwägt die Regierung Botswanas die Wiederaufhebung des Jagdverbots für Elefanten. Grund sind die zunehmenden Konflikte durch die wachsende Elefantenpopulation.

Kurz nach seiner Amtsübernahme im April 2018 hat Präsident Mokgweetsi Masisi die Minister aufgefordert, das von seinem Vorgänger Ian Khama 2014 Jagdverbot für Elefanten zu überprüfen. Die auf 130.000 Tiere geschätzte Elefantenpopulation gilt als die größte der Welt. Monatelang wurde der Plan in öffentlichen Sitzungen und Konsulationen erörtert, berichtet die BBC, Organisationen, Gemeinden und Einzelpersonen wurden um Stellungnahme gebeten. In dem jetzt vorliegenden Abschlussbericht wird empfohlen, das Jagdverbot aufzuheben und die Elefantenpopulation in ihrem historischen Streifgebiet zu “managen”. Wanderrouten der Wildtiere, die den Naturschutzbemühungen des Landes nicht zuträglich sind (“not beneficial to the country’s conservation efforts”) sollen geschlossen werden, Jagdfarmen als Pufferzonen zwischen Gemeinde- und Wildnisgebieten dienen. “Regelmäßiges aber begrenztes Culling von Elefanten” – also die Keulung überzähliger Tiere – solle eingeführt werden. Der Ministerrat empfahl überdies, Verarbeitungskapazitäten für die Konservenherstellung aufzubauen, um das anfallende Elefantenfleisch zu Haustierfutter zu verarbeiten.

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DJV und CIC verteidigen nachhaltige Auslandsjagd

Die Tierrechtsszene fordert aktuell Jagdverbote oder Importbeschränkungen für Jagdtrophäen. Durch fragwürdige Petitionen werden erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategien von Entwicklungsländern unter Beteiligung regulierter Jagd in Misskredit gebracht. CIC und DJV verweisen auf die Bedeutung der Jagd für den internationalen Artenschutz.

Die Tierrechtsszene streut aktuell Falschinformationen zur Trophäenjagd, um Petitionen für Jagdverbote oder für Importbeschränkungen von Jagdtrophäen aus dem Ausland zu befeuern. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) rufen zur faktenbasierten Diskussion auf und verweisen auf die Bedeutung der Auslandsjagd für Artenschutz und die Bevölkerung vor Ort.

“Jagdverbote haben beispielsweise in Kenia dazu geführt, dass jedes Wildvorkommen außerhalb von Nationalparken praktisch erloschen ist. In Ländern mit nachhaltigem Jagdmanagement wie beispielsweise Namibia wachsen die Bestände ikonischer Arten wie Löwe, Elefant oder Nashorn oder sind auf hohem Niveau stabil”, so Dr. Wilhelm von Trott, Leiter der deutschen Delegation des CIC. Der Zuwachs an lokalen Schutzgemeinschaften (Conservancies) in Namibia, die bis zu 100 Prozent ihres Einkommens aus nachhaltiger Jagd generieren, hat es ermöglicht, dass die Elefantenpopulation von 7.500 im Jahr 1995 auf heute mehr als 22.000 Exemplare anwachsen konnte.

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DJV/CIC: Jagd auf Schraubenziege ist Erfolg für Artenschutz

+++ Niedersachsen: Aggressiver Marderhund beißt Menschen und Hunde in Braunschweig +++ Niedersachsen: Aujeszkysche Krankheit im Landkreis Northeim nachgewiesen +++

Ein amerikanischer Jäger hat legal eine seltene Schraubenziege in Pakistan erlegt. Der Aufschrei von Tierrechtlern war groß. CIC und DJV fordern mehr Sachlichkeit: Dank Jagd haben die Bestände um das 70-fache in 30 Jahren zugenommen. Von Einnahmen aus Jagdlizenzen profitieren weitere seltene Arten wie Schneeleopard und die Bevölkerung.

Ein US-Amerikanischer Jäger hat kürzlich in Pakistan anlässlich einer kontrollierten Jagd eine seltene Schraubenziege (Markhor) für 100.000 Dollar erlegt. Der Aufschrei in den Medien war groß, Tierrechtler bezeichneten die Erlegung als „Schande“. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) fordern eine sachliche Bewertung der Situation: Die Einnahmen aus der streng reglementierten nachhaltigen Jagd auf die Schraubenziege haben überhaupt erst deren Wiederansiedlung in weiten Teilen des ursprünglichen Verbreitungsgebietes ermöglicht. Lag der Bestand des Markhor Mitte der 1980er-Jahre bedingt durch massive Wilderei noch bei unter 100 Tieren, leben heute dank der Einnahmen aus der Jagd weit über 7.000 Schraubenziegen in Pakistan, so ein IUCN- Spezialist. Diese Entwicklung führte dazu, dass der Markhor in der Roten Liste der IUCN seit 2015 nicht mehr als „bedrohte Art“ geführt wird.

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Tansania hebt Jagdverbot auf

Der ostafrikanische Staat Tansania hat das erst im Oktober 2015 verhängte Jagdverbot wieder aufgehoben. Die Regierung Tansanias begründete den Schritt damit, dass die Einnahmen aus nachhaltiger Trophäen- und Fleischjagd für den Arten- und Umweltschutz benötigt würden. Das Jagdverbort war aufgrund massiven Missbrauchs von Jagdlizenzen für Einheimische und Wilderei verhängt worden. Die jetzt wieder zugelassene Jagd solle streng überwacht werden, berichtet The East African. Bürger Tansanias und Inhaber von Jagdlizenzen für Ausländer sollen die Jagd künftig in nach Nutzungsart – Fleisch- oder Trophäenjagd – aufgeteilten Wildreservaten ausüben dürfen. Die Reservate gelten als wildreich. Der Direktor der Jagdbehörde Tansanias (Tanzania Wildlife Management Authority, Tawa), James Wakibara, erklärte gegenüber The East African, dass die Jagdlizenzen für Einheimische in fünf Jagdblocks in fünf verschiedenen Regionen (Manyara in Nord-Tansania, Lindi (Süden), der Küstenzone, Singida (Zentral-Tansania) und Tabora-Katavi (Westen) ausgegeben werden. Dies sei ein Experiment: Es gehe darum, eine neue Naturschutzstrategie zu etablieren, die auf nachhaltige Nutzung des Wildbestands setze. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags in The East African (Screenshot)

Sambia: Über tausend Flusspferde zum Abschuss freigegeben

Hippo-Safari zum Schnäppchenpreis

Sambia will mehr als 1000 Hippos am Luangwa-Fluss zum Abschuss durch Trophäenjäger freigegeben. Es sollen jährlich 250 Flusspferde über einen Zeitraum von fünf Jahren geschossen werden. Die Behörde für Nationalparks und Wildtiere Sambias begründet die geplante Culling-Aktion mit der Überbevölkerung von Teilen des Luangwa-Flusses durch Nilpferde, die das Ökosystem durch Überweidung zu schädigen drohe. Überbevölkerung in Verbindung mit ungewöhnlich geringen Niederschlägen lassen die Behörde zudem einen Milzbrand-Ausbruch befürchten. Erst vor wenigen Monaten sind ca. 100 Hippos einem Anthrax-Ausbruch in Namibia zum Opfer gefallen. Das Jagdreise-Unternehmen Umlilo-Safaris bietet einem Bericht des Independent zufolge bereits fünftägige  Hippo-Safaris an. Ein Abschuss kostet vergleichsweise günstige 10.500 Pfund, jeder Jagdgast soll bis zu fünf Flusspferde schießen dürfen. Die Stoßzähne dürfen die Jäger behalten.

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Alpensteinböcke: Selektion durch Trophäenjagd beeinträchtigt Vitalität der Tiere nicht

Dass Jäger Steinböcke mit überdurchschnittlich langen Hörnern bevorzugt erlegen, ist kaum überraschend. Erstaunlicher ist, dass der Abschuss von starken Böcken die Bestände der verbleibenden Kolonien nicht beeinträchtigt, wie nun eine internationale Studie unter Beteiligung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zeigt.

Eine im „Journal of Animal Ecology“ veröffentlichte Studie zeigt, dass für Steinböcke mit überdurchschnittlich langen Hörnern eine grössere Wahrscheinlichkeit besteht, früher geschossen zu werden als gleichalte Böcke mit kürzeren Hörnern. So war das Horn bei den 13-jährigen und älteren Böcken bis zu 5 cm länger als die in 13 und mehr Jahren gebildete Hornlänge von Tieren, die in höherem Alter erlegt wurden. Vorschriften setzen den Jägern allerdings Grenzen, denn innerhalb einer mehrere Jahre umfassenden Altersklasse dürfen Jäger nur eine bestimmte Anzahl Tiere schiessen. Die Zahlen belegen, dass Jäger auf Nummer sicher gehen. Sie schiessen innerhalb einer Klasse tendenziell eher Böcke mit überdurchschnittlich langen Hörnern. Gleichzeitig versuchen sie, die Wahrscheinlichkeit eines Regelverstosses zu minimieren, indem sie an der unteren und oberen Altersklassengrenzen möglichst wenig Tiere mit minimaler bzw. maximaler Hornlänge schiessen.

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Auf Markhor in Tadschikistan: Vom Segen der Trophäenjagd

Oder: Warum es eine gute und nutzbringende Sache sein kann, sogar exotische Rote-Liste-Arten wegen ihrer Trophäe zu erlegen.

Um halb vier Uhr früh sind die knorrigen Äste und Holzstücke in dem aus ein paar Blechen und Winkeln zusammengeschweißten Ofen längst heruntergebrannt. Es ist ziemlich frisch in dem Zimmer der Schutzhütte, fröstelnd ziehe ich Jacke und Schuhe an. Draußen zeichnen sich die Gipfel des Pamirgebirges, karg, schroff, eher einschüchternd und bedrohlich als einfach nur schön, gegen den Sternenhimmel ab. Im Tal, nur einen Steinwurf entfernt, rauscht der Pjandsch, der Grenzfluss zu Afghanistan. Jürgen wartet schon, der lange Lauf der 8x68S ragt über seinem Rücken hervor. Reifen knirschen, Lichtkegel tanzen, das Fahrzeug, das uns ins Jagdgebiet bringen wird, quält sich den steilen Schotterweg empor. Nach einer etwa halbstündigen Fahrt auf dem Pamir Highway sind wir da. Am Vorabend haben die tadschikischen Guides bei unserer abendlichen Pirschfahrt hier einen guten Markhor ausgemacht.

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