Schlagwort-Archive: Tierschützer

DJV/CIC: “Britische Prominente missachten Menschenrechte”

Vertreter afrikanischer Dörfer und Kommunen werfen Prominenten in Großbritannien vor, ihre Menschenrechte zu verletzen. In einem offenen Brief warnen sie vor den Auswirkungen einer britischen Anti-Jagdkampagne auf den Wildtierschutz und die Lebenssituation der Landbevölkerung Afrikas. CIC und DJV teilen die Sorge um eine neue Form des Kolonialismus, die auch bei deutschen Tierrechtsorganisationen weit verbreitet ist.

Britische Berühmtheiten wie der Pop-Sänger Ed Sheeran, TV-Komiker Ricky Gervais oder die James-Bond “M”-Darstellerin Judi Dench nutzen aktuell ihren VIP-Status zur Unterstützung einer Kampagne gegen die Jagd weltweit. Über 50 Repräsentanten aus sieben südafrikanischen Ländern fordern die Prominenten in einem offenen Brief nun direkt auf “ihre Popularität nicht mehr dazu einzusetzen, die Rechte unserer armen Bevölkerung mit Füßen zu treten und dadurch den Wildtierschutz im südlichen Afrika aufs Spiel zu setzen”. Der Internationale Jagdrat (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) warnen vor ähnlichen, neokolonialistischen Kampagnen und Petitionen deutscher Tierrechtsorganisationen, durch die erfolgreiche Artenschutzmodelle und Einkommen in strukturschwachen Regionen der Welt gefährdet werden.

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Erfurt: Jäger erlöst alkoholkranken Waschbär

Zum Schluss war es nicht mehr schön mit Willi Waschbär: Betrunken torkelte er am Samstag über den Weihnachtsmarkt der Thüringer Hauptstadt, berauscht von Glühweinresten, die ihm zum Teil vermutlich von Leuten ausgegeben wurden, die so etwas lustig finden. Sternhagelvoll schwankte er zwischen den Besuchern des Weihnachtsmarkts umher und scherte sich einen Dreck darum, dass Passanten ihn filmten und fotografierten und die Bilder seines würdelosen Zustands in den sozialen Netzen veröffentlichten – Endstation einer Suchtkarriere. Schließlich schlief er unter einem Papierkorb an einer Straßenbahnhaltestelle ein. Dann wachte er nochmal auf, torkelte über die  Schienen und rieb sich in unzweideutiger Absicht am Fuß einer Passantin, brach den aufgrund fortgeschrittener Alkoholisierung untauglichen Versuch jedoch ab. Unverdientes Glück für den Säufer, dass MeeToo auf Waschbären bislang keine Anwendung findet. In einem Hauseingang wollte er seinen Rausch ausschlafen, dort wurde er dann weitgehend wehrlos von der Feuerwehr mittels Transportbox aufgegriffen.

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DJV/CIC: “Jagd refinanziert Nashornschutz”

Internationale und nationale Medien berichten von der Erlegung eines Spitzmaulnashorns durch einen US-Amerikaner in Namibia. Aus dieser Jagd fließen umgerechnet 360.000 Euro in den Wildtierschutz Namibias und tragen zu einer der erfolgreichsten Naturschutzstrategien Afrikas bei. Die Tierrechtsszene stellt das in Abrede.

Zuständige US-Behörden haben den Import eines Spitzmaulnashorns aus Namibia genehmigt, das ein US-Amerikaner erlegt hat. Die internationale Tierrechtsszene nimmt die Genehmigung zum Anlass, Forderungen nach Importbeschränkungen für Jagdtrophäen zu stellen. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) stellen fest, dass derartige Forderungen das namibische Erfolgsmodell im Schutz seiner Wildtiere kompromittieren.

Namibia managt seine Spitzmaulnashörner im Rahmen einer Strategie, die zuletzt 2017 aktualisiert wurde. Diese basiert auf drei Empfehlungen führender Nashorn-Experten, darunter die „African Rhino Specialist Group“ der Weltnaturschutzunion (IUCN). Diese sind: die Vergrößerung des Ausbreitungsgebiets, ein jährliches Populationswachstum von mindestens fünf Prozent sowie die Minimierung von Wilderei. Im Rahmen dieser Strategie hat Namibia seinen Bestand an Spitzmaulnashörnern zwischen 1995 und 2015 mehr als verdoppelt. Damit ist Namibias Schutzprogramm für Nashörner und andere Wildtiere einer der größten Artenschutzerfolge Afrikas.

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Australien: 52 Kängurus in einer Nacht

Es gibt heute weitaus mehr Rote und Graue Riesenkängurus als vor der Besiedlung des Kontinents durch weiße Siedler. Der Grund dafür ist die Landwirtschaft, die das dynamische Gleichgewicht in der Natur zugunsten der Beuteltiere verschiebt, indem sie ihnen nahezu unbegrenzte Mengen an Futter und Wasser zur Verfügung stellt. Das funktioniert bei uns mit Wildschweinen und Hirschen wie in Australien mit Kängurus. Alle Kängurus stehen in Australien unter Schutz, der Gesamtbestand wird auf 50 bis 60 Millionen Tiere geschätzt. Nur fünf der 48 Känguru-Arten in Australien dürfen bejagt werden. Es findet ein aufwändiges Monitoring statt, auf dessen Grundlage Abschussquoten festgelegt werden. Nur speziell ausgebildete und lizensierte Jäger – oftmals kommerzielle Fleischjäger – dürfen die Kängurujagd ausüben. Kängurus leben ein vollkommen artgerechtes Leben in ihrer natürlichen Umgebung und Sozialstruktur (wovon Millionen Tiere in industrieller Intensivmast nicht einmal träumen können), dürfen nur mit gezielten Kopfschüssen schnell und schmerzlos zur Strecke gebracht werden und die bejagten Arten sind keinesfalls gefährdet – dennoch laufen europäische Tierschützer gegen die Bejagung Sturm.

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Aufhebung des Jagdverbots: “Botswana ist kein Großwildreservat!”

Die Ankündigung der botswanischen Regierung, das seit 2014 bestehende Jagdverbot aufzuheben, sorgt für internationale Furore. Tierrechtsorganisationen werden nicht müde die botswanische Regierung anzugreifen. Medien beteiligen sich an der emotional geführten Debatte.

Im Interview mit CIC und DJV erläutert der Tiermediziner und Wildtierspezialist Dr. Erik Verryenne, der seit 2002 in Botswana forscht und arbeitet, die Hintergründe für die Wiedereinführung der Jagd. Er ist kein Jäger, sieht in der Jagd aber ein wichtiges Artenschutz-Instrument.

DJV/CIC: Botswana ist das elefantenreichste Land der Welt. Was hat man sich darunter vorzustellen?

Dr. Erik Verreynne: Die Zahl der Dickhäuter stieg von 55.000 im Jahr 1990 auf über 120.000 im Jahr 2012. 17 Prozent Botswanas sind als Nationalpark ausgewiesen, in denen mindestens 25.000 Elefanten leben. Weitere 72.000 Elefanten leben in sogenannten „Wildlife Management Areas“, die 32 Prozent der Landesfläche ausmachen. Nochmals 27.000 Elefanten bewegen sich außerhalb dieser Gebiete. Rechnerisch ergibt das 1,2 Elefanten pro Quadratkilometer, die sich Wasser und Land mit Menschen teilen müssen, die von der Landwirtschaft abhängig sind. Die Bauern Botswanas leben im Durchschnitt 400 bis 500 Meter von einem Elefanten entfernt. 40 Menschen wurden in den vergangenen zehn Jahren von Elefanten getötet, die meisten in der Zeit des Jagdverbots. Fakt ist: Botswana hat mehr Elefanten, als wir vertragen.

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Jäger beleidigt – Präsident von Tierschutzpartei verurteilt

Der Präsident der Europäischen Tierschutzpartei Enrico Rizzi ist wegen Beleidigung eines Jägers zu einer Strafe von 5000 Euro und Schadensersatz in Höhe von 34.000 Euro verurteilt worden. Das Kassationsgericht in Rom hat die Beschwerde Rizzis gegen das Urteil in zweiter Instanz abgewiesen. Das Urteil ist damit rechtskräftig. Rizzi hatte im November wenige Minuten nach dem Tod des Regionalratspräsidenten von Trentino-Südtirol, Diego Moltrer, übelste Beleidigungen in einer Radiosendung und auf Facebook verbreitet und damit eine Welle wüster Beschimpfungen des Verstorbenen losgetreten. Moltrer war auf einem Jagdausflug an einem Herzinfarkt verstorben. Unter anderem waren Worte wie Attentäter, Mörder, Schuft, feige und berüchtigt gefallen. Rizzis Verteidiger erklärten, es habe sich um “moralische Kritik” gehandelt, er habe nicht die Absicht gehabt, eine moralische Kritik oder Beleidigung auszusprechen. Die Richter wiesen diese Darstellung zurück.

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Brandenburg: Stahnsdorfer Bürgermeister ruft zu Wachsamkeit wegen Jagdgegnern auf

“Fahrzeuge mit Tierschutzaufklebern melden”

Nachdem in Stahnsdorf das Gemeindezentrum von Bogenjagd-Gegnern beschmiert wurde (JAWINA berichtete) und kurz daraufhin ein Hochsitz in der Umgebung in Flammen aufging (JAWINA berichtete), ruft der Stahnsdorfer Bürgermeister in der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zu Wachsamkeit auf: Wer abends noch seinen Hund ausführt, solle darauf achten, wen er sieht. Wer Personen, die sich verdächtig verhalten, in der Nähe jagdlicher Einrichtungen entdecke, solle die Polizei verständigen. “Fahrzeuge mit Tierschutzaufklebern aus fremden Landkreisen” sollten mit dem Handy fotografiert und der Gemeindeverwaltung gemeldet werden, wenn die Autos “im Dunkeln nahe von Feldern, innerörtlichen Grünflächen oder auch in Wohngebieten”, angetroffen werden. Der Jagdpächter des Gebiets, der sich für die Bogenjagd einsetzt, befürchtet laut MAZ nun, auch bei der Jagd behindert zu werden. red.

Beitragsbild: Gemeindezentrum Stahnsdorf mit bereits wieder übertünchten Parolen. Foto: privat

Petition “Gemeinnützigkeit von PETA abschaffen” gestartet

Auf der Online-Plattform openpetition.de ist eine Petition mit Ziel gestartet worden, der Tierrechtsorganisation Peta die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Erst vor wenigen Tagen hat der Bundesfinanzhof dem globalisierungskritischen Netzwerk Attac die steuerrechtliche Gemeinnützigkeit mit der Begründung entzogen, dass eine allgemeinpolitische Tätigkeit nicht mit der Gemeinnützigkeit vereinbar sei. Die Verfolgung politischer Ziele wie von Attac betrieben sei nicht im § 52 der Abgabenordnung aufgelistet, hieß es zur Begründung. Tierschutz gehört gem. § 52 AO jedoch zu den anerkannten gemeinnützigen Zwecken.

Die Petition gegen die Gemeinnützigkeit von Peta ist “nicht öffentlich gelistet” und daher über Suchmaschinen nicht auffindbar. Nicht öffentlich gelistet werden Petitionen laut openpetition.de, wenn “die Richtigkeit von Aussagen in einer Petition umstritten bzw. […] die Aussagen nicht hinreichend belegt” sind. Die umstrittenen bzw. nicht hinreichend belegten Aussagen der Petenten sind offenbar in dem zur Begründung der Petition angeführten Satz: “PETA Ist […] nur eine Spendensammelvereinigung und setzt die Gelder nicht für den Tierschutz ein”, zu erblicken. Vor der Unterzeichnung solle man sich daher auf der Debattenseite der Petition zu den Aussagen und Hintergründen informieren, rät openpetition.de.

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Hessen: Proteste und Pöbeleien gegen Fuchswoche

Hubertus-Fuchswoche 2019 dennoch erfolgreich: 23 waidgerecht erlegten Füchse

Der Jagdverein Hubertus Gießen und Umgebung e.V. hatte seine Mitglieder und die Hegegemeinschaften im Kreis Gießen zur Teilnahme an der traditionellen Fuchswoche aufgerufen. Unter großer Beteiligung seitens der Jägerschaft war intensiv dem Fuchs und Waschbär nachgestellt worden. Der 1. Vorsitzende Dieter Mackenrodt konnte eine große Zahl an Vereinsmitgliedern am Vereinshaus zum Streckelegen begrüßen und die Erlegung von beachtlichen 23 Füchse und 5 Waschbären bekannt geben. Wie üblich waren einige Demonstranten angetreten, um gegen die Jagdveranstaltung zu protestieren. Vereinzelt kam es zu Pöbeleien und “kleinen Schubsern”, wie die Gießener Allgemeine berichtet. Mackenrodt nahm die Situation zum Anlass, die Raubwildbejagung ausführlich zu verteidigen.

Bei der Begrüßung hinterfragte der Hubertus-Chef, wer oder was – außer der Jagd – überhaupt in der Lage sei, die hohen Fuchspopulationen unter den gegebenen Umweltbedingungen zu kontrollieren bzw. zu reduzieren?! Der Fuchs sei der absolute Gewinner der Kulturlandschaft – das Niederwild in den Agrarsteppen der Verlierer. Während die heimische Jägerschaft schon seit Jahren die Jagd auf Rebhuhn und Hase in vielen Revieren freiwillig eingestellt habe, dezimiere Reinecke Fuchs diese Wildarten weiter. Die Populationsdichte des Fuchses werde zumindest regional noch immer weit unterschätzt, denn nur ein mehr oder minder geringer Teil der Gesamtpopulationen Reineckes sei für uns sichtbar. Dies werde nicht zuletzt immer wieder an den Strecken-Ergebnissen aus Revieren sichtbar, in denen intensiv Fuchsjagd betrieben wird.

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Kommentar: Pilgerreise ins Wolfsgebiet – Rituale der Symbolpolitik

Einem uralten Brauch des Politikbetriebs folgend finden sich Politiker an Katastrophenschauplätzen ein, magisch angezogen von anderer Leute Unglück wie Geier von einem Kadaver oder Fliegen von – lassen wir das. Ob Flutwelle, Wirbelsturm, Feuersbrunst oder nun eben ein “verheerender Wolfsangriff”: Der Landesvater wird zwecks medienwirksamer Inszenierung eingeflogen, mit den Insignien des Katastrophentourismus ausstaffiert wie nagelneuen Gummistiefeln, einer neckischen Warnweste oder einem Sicherheitshelm in Signalfarbe, damit er vor laufenden Kameras gütig lächelnd Hände schütteln kann von Helfern und Betroffenen, denen es nicht gelang, schnell genug das Weite zu suchen. Da die bei dieser Gelegenheit üblicherweise gegebenen Hilfszusagen genauso gut, aber bequemer und kostensparend von der heimischen Staatskanzlei aus abgegeben werden könnten, ist die Anwesenheit von Politikern am Ort des Geschehens natürlich komplett nutzlos, wenn man einmal davon absieht, dass sie die Aufmerksamkeit jener anderen, von katastrophischem Zerfall sich nährenden Gattung, der Journalisten, auf sich ziehen und jene somit wenigstens zeitweise davon abhalten, die Rettungskräfte bei der Arbeit zu behindern.

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