Schlagwort-Archive: Thüringen

Reichspogromnacht: Jagdverbot am 9. November in Thüringen

Die Thüringer Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Linke) hat am 9. November die Jagd in den Landesforsten unterjagt. Das berichtet die Thüringer Allgemeine. An diesem Tag jährt sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal. In der Nacht von den 9. auf den 10. November 1938 wurden vom NS-Regime zahlreiche jüdische Menschen ermordet, Synagogen und Wohnhäuser zerstört und in Brand gesteckt und Geschäfte geplündert worden. Die sogenannte “Reichskristallnacht” bildete den Auftakt zum Genozid an den Juden durch Nazi-Deutschland. “Als Zeichen der Pietät” untersage Keller dem Thüringenforst am 9. November jegliches Schießen und den Einsatz von Jagdhunden“, heißt es der Zeitung zufolge in einer Verfügung. Sie sei davon überzeugt, dass es das Gedenken so gebiete, erklärte Keller. ThüringenForst zufolge sind knapp 1000 von dem Verbot betroffen. In 11 der 24 Forstämter waren am 9. November Gesellschaftsjagden angesetzt gewesen, den Gästen sei ein Ersatztermin in Aussicht gestellt worden.

Beitragsbild: Jagdstrecke (Symbolbild). Foto: SE

Die Red. dankt den JAWINA-Lesern NoS und GU für deren Hinweise.

Thüringen: Rekord-Schwarzwildstrecke – Aufwandsentschädigung für Schwarzwild-Abschüsse und Hundeeinsatz

Im Jagdjahr 2017/18 wurde beim Schwarzwild in Thüringen eine Jagdstrecke in Höhe von 41.897 Stück erzielt, im Vorjahr lag der Wert bei 31.052. Das entspricht einem Anstieg um ca. 35 Prozent der Jagdstrecke im Vergleich zum Vorjahr.

Aufwandsentschädigungen von 25 Euro pro Stück erlegtes Schwarzwild und den Einsatz von brauchbaren Jagdhunden für Stöbern oder Nachsuche – hier alle Informationen und Formulare zum Download

„Mit ihrer Arbeit leisten Thüringens Jägerinnen und Jäger einen wichtigen Beitrag zur Regulierung des Wildtierbestandes“, sagt Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller. „Eine hohe Priorität hat nach wie vor die Bekämpfung der drohenden Afrikanischen Schweinepest. Auch hier haben die Jäger eine Schlüsselposition bei der Eindämmung.“ Die Jagdstrecke beim Rotwild ist im Vergleich zum Vorjahr um 4 % gestiegen. Die Streckenergebnisse beim Dam-, Muffel und Rehwild weisen nur geringe Änderungen zum Vorjahr auf. Naturgegeben schwankt die Höhe der Wildbestände und in Folge dessen auch die Ergebnisse der Jagdstrecken. Insbesondere beim Schwarzwild können diese Schwankungen extrem sein. Während im Jagdjahr 2012/13 noch eine Jagdstrecke von 37.400 Sauen verzeichnet wurde, sank diese bereits im Folgejahr um 40 %. Das Auf und Ab der Jagdstrecken hängt von vielen Faktoren ab. Doch beim Schwarzwild ist Achtsamkeit geboten.

Weiterlesen

Thüringen: Ermittlungen gegen vier Beschuldigte wegen tödlicher Jagdunfälle

Im Juli haben sich in Thüringen zwei schwere Jagdunfälle ereignet, bei denen ein 56 Jahre alter Jäger getötet und ein sechs Jahre altes Mädchen schwer verletzt wurde. Einem Bericht des MDR zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen insgesamt vier Beschuldigte: Das Projektil, das die Sechsjährige traf, konnte demnach der Waffe eines 31jährigen Jungjägers zugeordnet werden, auf den erst seit 2016 eine Waffenbesitzkarte (WBK) ausgestellt ist. Der Beschuldigte schweigt zu den Vorwürfen. Ermittelt wird in diesem Fall auch gegen den Ansteller und den Jagdpächter.

Der mutmaßliche Schütze im Fall des tödlichen Jagdunfalls im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ist seit 2013 im Besitz eines Jagdscheins. Die Staatsanwaltschaft bestätigte eine Vermutung der Polizei, wonach das Opfer seinen Stand verlassen hat und so in den Schussbereich des Unglücksschützen geriet. Noch sind nicht alle ballistischen Untersuchungen abgeschlossen. Mit einer Anklageerhebung ist erst im Herbst zu rechnen. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags im MDR (Screenshot).

Tödlicher Jagdunfall in Thüringen: Projektil gefunden

+++ Bayern: Wilderei – Polizei sucht Zeugen +++ Sachsen: Skelettierte Leiche auf Hochsitz +++ Thüringer: Niemand zuständig – totgefahrener Hirsch liegt seit Tagen am Straßenrand +++ Teneriffa: Verunglückter Jäger mit Hubschrauber geborgen +++ NRW: Noch nicht aufgestellt, schon zerstört – Vandalen zerstören zwischengelagerten Hochsitz +++ Sachsen: Streit um den Wolf +++ Schweiz: Älpler wollen “den Wolf tot sehen” +++

Agrargenossenschaft zieht Konsequenzen

Nach dem tödlichen Jagdunfall, der sich am Mittwochabend bei Unterwellenborn ereignete (JAWINA berichtete), hat die Kripo Saalfeld die weiteren Ermittlungen zu den Todesumständen fortgeführt. Seit Mittwochabend wurden am Ereignisort Spuren gesichert. Die Waffen der an der Jagd beteiligten Personen wurden zur weiteren Untersuchung sichergestellt. Absuche und Untersuchung des Ereignisortes wurden am Donnerstag abgeschlossen. Im Rahmen der rechtsmedizinischen Untersuchung des verstorbenen 56-jährigen Jägers konnten Teile eines Projektils sichergestellt werden. Die Suche am Ereignisort durch Kräfte der Thüringer Bereitschaftspolizei mit Metalldetektoren führte nicht zum Auffinden von Projektilen. Die Absperrung am Ereignisort wurde nach Abschluss der Suchmaßnahmen von der Polizei aufgehoben und das Feld konnte wieder freigegeben werden. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung dauern weiterhin an und werden durch die Ermittler der Kripo Saalfeld fortgeführt.

Weiterlesen

Umweltministerium: Keine Hinweise auf ein Wolfsrudel in Thüringen

+++ Schweiz: 1200 Franken Strafe für versehentlichen Wolfsabschuss +++ Belgien/Deutschland: Wolf im Hohen Venn nachgewiesen +++ Thüringen: Vorsitzender des Umweltausschusses hält absoluten Schutzstatus des Wolfs für “nicht mehr sachgerecht” +++

Die Berichte des MDR Thüringen über die Sichtung eines Wolfsrudels mit sieben Tieren nahe Tambach-Dietharz können aus Sicht des Thüringer Umweltministeriums derzeit nicht bestätigt werden. Dennoch werden die Hinweise von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der mit dem Wolfsmanagement beauftragten Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) bei einer Begehung vor Ort genau überprüft. Mit Blick auf die bislang vorliegenden Fakten kann der Bericht des MDR jedoch nicht bestätigt werden.

Weiterlesen

Thüringen: Rote Karte für das Landesjagdgesetz

Beim 28. Landesjägertag Thüringen, der am 5. Mai in Niederorschel (Landkreis Eichsfeld) stattfand, lehnten der Landesjagdverband Thüringen (LJVT) und die Vertreter anderer Landnutzerverbände die geplante Novellierung des Landesjagdgesetzes einhellig und entschieden ab.

In seinem Grußwort lobte Staatssekretär Sühl die “wohl ausführlichste und fachlich beste Stellungnahme des Landesjagdverbandes zum Gesetzentwurf des geplanten neuen Landesjagdgesetzes, teilte aber zugleich auch mit, dass man beabsichtige, das Gesetz bis zum Jahresende basierend auf den zwischen den Ministerien getroffenen Vereinbarungen durchzusetzen”, berichtet LJVT-Geschäftsführer Frank Herrmann.

Dazu erklärte LJVT-Präsident Steffen Liebig: “Wir haben den Gesetzentwurf in der vorliegenden Fassung abgelehnt, weil keine der im 1,5-jährigen Diskussionsprozess ausgehandelten Konsensvorschläge mehr enthalten waren. Dafür, meine Damen und Herren, wurden neue Prämissen, die im gesamten Diskussionsprozess nicht thematisiert wurden, durch das TMUEN (Umweltministerium), das Tierschutzreferat des TMASGFF (Gesundheitsministerium) und das TMIK (Innenministerium) eingebracht. Die hier eingebrachten neuen Regelungen widersprechen z.T. dem Grundgesetz, halten einer fachlichen Prüfung nicht stand und heben teilweise das Naturschutzrecht über das Jagdrecht, hebeln also Paritäten aus, an denen nicht gerüttelt werden darf. Teilweise beinhaltet es Angriffe auf Rechte des Grundeigentums – Jagdrecht ist ein solches Recht.”

Weiterlesen

Thüringen: Waldjugendspiele bringen Tausende Kinder in den Wald

Die Thüringer Landesforstanstalt führt in den nächsten sechs Monaten landesweit insgesamt 36 Waldjugendspiele durch. Unterstützt wird sie dabei vom Thüringer Kultusministerium, dem Thüringer Forstministerium und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Landesverband Thüringen. Rund 8.000 Schulkinder der vorwiegend 4. Klassen werden hierbei mit Förstern und Lehrern einen Tag im Wald verbringen und viele seiner Naturgeheimnisse sportlich-spielerisch entdecken. Dass damit größte Waldpädagogik-Event im Freistaat begann vor wenigen Tagen im Thüringer Forstamt Neustadt-Orla und endet am 19. September im Thüringer Forstamt Sonneberg.

Weiterlesen

Hessische Wolfsfreunde zeigen Thüringer Umweltministerin an

+++ Sachsen-Anhalt testet akustische Wildwarner +++ Brandenburg: Elch-Managementplan soll überarbeitet werden +++

Ein Verein aus Hessen soll wegen des Abschusses von Wolfs-Hybriden (JAWINA berichtete) Anzeige gegen die thüringische Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) erstattet haben. Das berichtet das Online-Portal inSüdthüringen.de. Auch gegen diejenigen, die die Abschüsse vorgenommen haben, sei Anzeige erstattet worden. Dem Bericht zufolge beruft sich der Verein “Wolfsschutz Deutschland” auf das Washingtoner Artenschutzabkommen, durch das Wolfsmischlinge den selben Schutzstatus wie reinrassige Wölfe genießen würden. Die Vereinsvorsitzende erklärte laut inSüdthüringen.de, man sei “erstaunt und enttäuscht über das Ausmaß der Empathielosigkeit, an der auch Ministerin Siegesmund zu leiden” scheine. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf inSüdthüringen.de (Screenshot)

Thüringen: Wolfshybriden “letal entnommen”

Zwei der auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf nachgewiesenen Wolfs-Hybriden – Mischlinge zwischen Wolf und Haushund – sind einem Bericht des MDR Thüringen zufolge geschossen worden. Es sei unklar, was aus einem weiteren Hybriden geworden sei. Auf Aufnahmen von Fotofallen seien nur noch drei von ursprünglich sechs Wolfsmischlingen zu sehen. Der vom Thüringer Umweltministerium festgelegte Plan, die Hybriden bis Ende Februar zu entnehmen, ist damit fehlgeschlagen. Es blieben jetzt nur noch wenige Tage, bis die Schäfer die Beweidung des Truppenübungsplatzes wieder aufnähmen, so der MDR. Bis dahin sollen die restlichen Hybriden nach Möglichkeit entnommen oder lebend gefangen werden. Die Fangaktion wird immer wieder durch Tierschützer behindert, die die Fallen auslösen. Die Kosten für Fang und Entnahme der sechs Hybriden sollen sich bislang auf mehr als 100.000 Euro belaufen. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags auf MDR Thüringen (Screenshot).

Schalldämpfer: Zwei-Klassen-Gesellschaft in Thüringen

+++ Baden-Württemberg: Besitzer tötet Jagdhund nach Beißvorfall +++ Thüringen: Patrone im Rucksack – Jäger hat Problem Sicherheitskontrolle am Flughafen Erfurt +++

Seit Monaten streiten sich das Thüringer Innen- und das Infrastruktur- und Landwirtschaftsministerium (letzteres ist auch für den Forst zuständig) um die Genehmigung von Schalldämpfern für Thüringer Jäger. Jetzt verkündeten die Ministerien einen Kompromiss, den man durchaus als einen faulen wird bezeichnen müssen: Demnach dürfen sich demnächst Berufsjäger und Forstbeamte einen Schalldämpfer für ihre Jagdwaffen zulegen, private Jäger aber nicht. Die Begründung, die der sozialdemokratische Innenminister Thüringens der Thüringer Allgemeinen zufolge dafür anführt, sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen: Demnach fürchten “Maiers Beamten” (Georg Maier (SPD) heißt der Thüringer Innenminister), “dass die Schalldämpfer leicht in die Hände von Terroristen und Kriminellen gelangen könnten, wenn sie für ­Jäger zu kaufen seien.” Ach so. Und diese Gefahr ist geringer, wenn nur Berufsjäger und Förster Schalldämpfer kaufen dürfen?

Weiterlesen

Erstmals seit 200 Jahren: Luchs im Thüringer Wald nachgewiesen

Wissenschaftler des Forschungszentrums iDiv und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) haben mit Unterstützung eines ortsansässigen Naturschützers im Thüringer Wald den Luchs nachgewiesen. Nördlich von Oberschönau wurde ein erwachsenes Tier mit Hilfe einer Kamerafalle fotografiert. Damit ist die Rückkehr des scheuen Beutegreifers in den Thüringer Wald 200 Jahre nach seinem Verschwinden erneut nachgewiesen. Die Forschungseinrichtungen stellten zwanzig Fotofallen – Kameras mit Bewegungsauslösern – zur Verfügung, die in wenigen Monaten über 9.000 Fotos aufnahmen. Auf einem war ein Tier zu erkennen, das ein Luchs hätte sein können. Aber das Foto war unscharf, als Beweis reichte es nicht.

Weiterlesen

Thüringen: Trichinenuntersuchung im Ilm-Kreis ab 5. Februar gebührenfrei

Das Landratsamt des Thüringer Ilm-Kreises gibt bekannt, dass ab dem 05.02.2018 für die Trichinellenuntersuchung bis auf Widerruf keine Gebühren erhoben werden. Die Regelung gilt für alle Schwarzwildkörper, die untersucht werden müssen. Eine Untersuchung auf Trichinen ist immer dann nötig, wenn der Tierkörper zum Verzehr bestimmt ist. Der Landkreis erachtet die Maßnahme als erforderlich, da Thüringen und damit auch der Ilm-Kreis von der Afrikanischen Schweinepest bedroht ist. Die Wildschweinpopulation hat sich nach Angaben des Landratsamts auch im Kreisgebiet in den letzten Jahren erhöht: Die Anzahl der im Ilm-Kreis untersuchten Trichinenproben, die mit der Populationsstärke einhergeht, zeige, dass die Bestandszahl deutlich gestiegen sei. Je höher die Populationsstärke an Schwarzwild, umso größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass eine Verbreitung des ASP-Erregers stattfindet. PM

Beitragsbild: Nachweis über durchgeführte Trichinenuntersuchung im Brandenburger Landkreis Dahme-Spreewald. Foto: SE

Thüringer Wolfs-Hybriden: Morddrohungen gegen Jäger

Petitionen gegen Entnahme der Hybriden

Nachdem das Thüringer Umweltministerium beschlossen hat, die sechs Wolfshybriden auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf aus Artenschutzgründen zu entnehmen, sind die ersten Morddrohungen gegen Thüringer Jäger eingegangen. Dies bestätigte der Präsident des Landesjagdverbands Thüringen (LJV), Steffen Liebig, gegenüber dem MDR. “Selbsternannte Tierschützer” wollten so Druck aufbauen, erklärte Liebig. Der LJV befürwortet den Abschuss der Hybriden und fordert die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Angesichts der Drohungen gegen Jäger lehnte Liebig eine aktive Beteiligung der Jägerschaft an der Entnahme der Hybriden jedoch ab. Der LJV-Präsident wies auch auf die ungelösten rechtlichen Probleme hin: Die Wölfin und ihre Welpen unterlägen nicht dem Jagdrecht, auch die Wolfshybriden sind nach geltendem Recht in Deutschland streng geschützt.

Weiterlesen

Thüringen: Sechs Wolfshybrid-Welpen sollen “entnommen” werden

Der Verdacht, die standorttreue Wölfin auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf sei nicht mehr allein, hat sich bestätigt. Fotofallen-Aufnahmen der vergangenen Tage zeigen die bekannte Wölfin mit sechs Jungtieren beim Streifzug durch das Revier. Bei den Nachkommen handelt es sich nach Information der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zweifelsfrei um Hybride – also eine Kreuzung aus Wolf und Haushund. Die vier weiblichen und zwei männlichen Jungtiere werden auf ein Alter von rund 5 Monaten geschätzt.

Das Thüringer Umweltministerium (TMUEN) hat das weitere Vorgehen eng mit der DBBW abgestimmt. Die Empfehlung der Experten ist eindeutig. Aus Artenschutzgründen müssen die Jungtiere aus der Natur entnommen werden. Damit wird die Wildtierpopulation Wolf vor dem Eindringen von Haushund-Genen geschützt. Eine Vermischung der Gene würde den Fortbestand der Wolfspopulation gefährden. Da der Aktionsradius der Tiere schnell wächst und sie bereits im Winter geschlechtsreif werden, d.h. eigene Reviere suchen, empfehlen die Experten eine möglichst schnelle Tötung.

Weiterlesen

Thüringen: Umweltministerium erwägt Wolfsabschuss

+++ Zehn neue Fotofallen: Thüringer Wölfin soll besser überwacht werden +++ ABM-Maßnahme für Nabu-Leute? “Kompetenzstelle” für Thüringer Wölfe gefordert +++ Schweiz: Schutzstatus des Wolfs soll gelockert werden +++ Songhees-Stamm in Kanada: Wolf ist Inkarnation des Häuptlings +++ Sachsen: “Schweinischer Betrug” vor Gericht +++

Das Thüringer Umweltministerium unter der Leitung der grünen Ministerin Anja Siegesmund erwägt den Abschuss der Ohrdrufer Wölfin. Diese hat mehrfach als sicher geltende Einzäunungen überwunden und Schafe gerissen. Der ebenfalls grüne Umwelt-Staatssekretär Olaf Möller sagte gegenüber dem MDR Thüringen, wenn es tatsächlich so sei, dass der Wolf den optimalen Schutz überwindet, werden wir zur Tat schreiten.” Noch vor vier Wochen habe Ministerin Siegesmund Forderungen nach einer Jagd auf Wölfe als Aufruf zur Straftat bewertet, so der MDR [warum nicht gleich zur Volksverhetzung?, Anm. d. Red.].

Insgesamt sind in den letzten Wochen 74 Schafe und Ziegen in der Umgebung von Gotha gerissen worden. Bei 55 steht der Wolf als Verursacher bereits fest, in den anderen Fällen laufen die DNA-Untersuchungen noch.

Weiterlesen

Vermutlich erstes Wolfsrudel in Thüringen

+++ Wolf als Verursacher von Schafsrissen im Kanton Bern nachgewiesen +++ Österreich: Ein “Wolfsexperte” meint, ein scharfer Hund wäre gefährlicher als der Wolf und raunt, Wölfe seien leicht mit Tschechischen Wolfshunden zu verwechseln +++ Sachsen-Anhalt: Fuchs richtet Massaker in Hühnerstall an +++

Über 50 Schafe sind im Lauf der letzten sechs Wochen in der Umgebung des Truppenübungsplatzes Ohrdruf in Thüringen gerissen worden. Ein Sprecher des Thüringer Umweltministeriums bestätigte gegenüber dem MDR, die hohe Anzahl von Rissen sei “merkwürdig”. Vermutlich sei nicht ein einzelner Wolf für die Rissvorfälle verantwortlich. Möglicherweise gehen die Welpen einer Wolfsfähe in dem Gebiet nun gemeinsam mit dem Muttertier auf Beutezug. Jäger und Anwohner hegen den Verdacht, dass es sich bei dem Rudel um Hybriden handeln könne. Ein Labradorrüde soll sich demnach mit der Wölfin verpaart haben. Die DNA-Spuren an den gerissenen Schafen werden derzeit noch im Institut für Wildtiergenetik in Gelnhausen analysiert. SE

Beitragsbild: Gerissenes Schaf (Symbolbild). Foto: SE

Thüringen: Waschbär vom Grill

Einen innovativen Ansatz bei der Bekämpfung invasiver Arten haben Thüringer Jäger geliefert: Einfach aufessen! Auf dem Jägerfest Großhelmsdorf (Saale-Holzland-Kreis) servierten die unerschrockenen Weidmänner nicht nur Reh und Wildschwein, sondern auch Waschbär vom Grill. Der Ostthüringer Zeitung zufolge kam das super an: Innerhalb kürzester Zeit war der Panzerknacker verputzt. Im nächsten Jahr sollen beim Jägerfest drei Waschbären auf dem Grill landen. SE

Beitragsbild: Grillgut-Apport. Foto: SE

Thüringen: Abschuss wildernder Hunde und Katzen soll erschwert werden

Abschussplan für Rehwild entfällt, Abschaffung der Güteklassen bei Rot-, Dam- und Muffelwild, Schalldämpfer freigegeben

In Thüringen sind erste Details des überarbeiteten Landesjagdgesetzes bekannt geworden, das Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Die Linke) am morgigen Donnerstag vorstellen will. Wie der MDR Thüringen berichtet, soll der Abschuss wildernder Hunde und Katzen erschwert werden. So soll der Abschuss wildernder Hunde künftig nur noch dann gestattet sein, wenn dieser zuvor bei der zuständigen Jagdbehörde beantragt wurde. Voraussetzung für die Genehmigung soll dem MDR zufolge sein, dass der entsprechende Hund bereits mehrfach aufgefallen ist. Durften streunende Katzen bisher schon erlegt werden, wenn sie weiter als 200 Meter von der Siedlungsgrenze entfernt angetroffen wurden, so soll dieser Mindestabstand auf 400 Meter verdoppelt werden. Auch soll der Abschuss dann nicht erlaubt sein, wenn Verwechslungsgefahr mit einer Wildkatze besteht.

Weiterlesen

Stärkste Buchenmast in Thüringens Wäldern seit zehn Jahren

In Thüringens Misch- und Buchenwäldern bietet sich den Besuchern derzeit ein seltenes Bild: Die Buchen, häufigste Laubbaumart im Freistaat, tragen so reichlich Bucheckern, dass diese aus der Ferne -trotz grüner Blätter- braun erscheinen und die Äste schwer beladen hängen lassen. Die Ursache dieses Phänomens: Seit Jahren haben die Buchen im Freistaat nicht mehr so stark geblüht und in Folge so zahlreiche Früchte getragen wie diesen Spätsommer. „Der überdurchschnittlich warme Sommer 2015 beschert uns womöglich eine Rekordernte bei der Buche in diesem Jahr“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Denn schon im Vorjahr entscheidet sich bei der Buche, ob im nächsten Jahr aus einer Knospe ein Zweig oder eine Blüte und damit eine Buchecker werden. So liefert eine vollbehangene Buche in diesem Jahr bis zu 50 kg reife Bucheckern. Rechnet man den Fruchtbecher, die stachelige Hülle, mit ein, so muss der Baum bis zu 300 kg zusätzliche Last schultern. Bis Oktober reifen nun die Samen und fallen dann auf den Waldboden, wo entweder aus den Sämlingen eine neue Buchengeneration entsteht, oder zumindest den Waldtieren wie Maus, Eichhörnchen, Wildschwein oder Hirsch eine gleichermaßen eiweißreiche wie delikate Nahrung geboten wird.

Weiterlesen

Thüringen: Drei Auerhühner ausgewildert

ThüringenForst: Die 2014 erstmals angewendete Auswilderungsmethodik bewährt sich. Raufußhuhnbericht 2015 vorgestellt

Thüringens Forstministerin Birgit Keller hat heute zusammen mit Vertretern der Landesforstanstalt, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Thüringen e. V. (SDW), und weiterer Artenschutzexperten die diesjährige Auerhuhn-Auswilderungsaktion mit dem Freilassen von drei Tieren im Bereich des Forstamtes Gehren abgeschlossen. “Die Auerhühner gehören in unsere Wälder. Ein guter Lebensraum für die Tiere bedeutet aktiver Naturschutz und nutzt auch weiteren Arten. Die Auerhühner sind die Botschafter gesunder Wälder“, sagte Keller nach der Auswilderung der imposanten Tiere. Zugleich stellte die Ministerin den Raufußhuhnbericht 2015 vor.

Weiterlesen

Erstmals seit 2010: Balzende Auerhähne in Thüringen

Experten sehen Trendwende bei Rettung des größten heimischen Waldhuhns

Erstmals seit 2010 wurden wieder balzende Auerhähne  in den Kernlebensräumen im Thüringer Schiefergebirge beobachtet. Drei unterschiedliche, alte Hähne haben sich ausgiebig dem Paarungsspiel des größten heimischen Waldhuhns hingegeben. Schon im vergangenen Winter 2015/2016 wurden regelmäßig über zehn Tiere beobachtet – seit 15 Jahren die höchste Zahl an Sichtbeobachtungen im Thüringer Auerhuhngebiet. Ebenfalls wurde 2015 erstmals Nachwuchs aus freier Wildbahn – erkennbar an fehlender Beringung – erfasst, jedoch keine Balz beobachtet. Experten sehen eine Trendwende hin zur Rettung des bis zu fünf Kilogramm schweren Raufußhuhns im Freistaat.

Weiterlesen

Thüringen: Mehrheit im Landtag für Verschärfung des Waffenrechts

Der Thüringer Landtag hat die von der EU-Kommission geplante Waffenrechtsverschärfung beraten. Bekanntlich mussten die Pariser Terroranschläge als Anlass für Forderungen nach weiteren Einschränkungen des legalen Waffenbesitzes herhalten. Die Mehrheit der Thüringer Abgeordneten befürwortet die von der EU geplanten Restriktionen wie das Verbot halbautomatischer Waffen und des Online-Waffenhandels. Stärkste Fraktion im Thüringer Landtag ist die CDU, die Regierung wird von einer Rot-Rot-Grünen Koalition gebildet.

“Wenn sich Terroristen bei einem Anschlag einer wieder scharf gemachten Waffe bedienen, ist das Waffenrecht eben nicht effektiv genug“, erklärte  der Thüringer Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) dem Focus zufolge am Freitag im Bundesrat in Berlin. Poppenhäger scheint damit auf das bekannte Phänomen anzuspielen, dass Terroristen, die möglichst viele Unschuldige ermorden wollen, vor Verstößen gegen das Waffenrecht bekanntlich zurückschrecken.

Weiterlesen

Thüringen: Auerhuhn-Auswilderung gestartet

Scharfe Bejagung des Raubwilds ist unerlässlich

Thüringens Forstministerin Birgit Keller hat zusammen mit Vertretern der Landesforstanstalt, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Thüringen e. V. (SDW) und weiterer Artenschutzexperten die diesjährige Auerhuhn-Auswilderungsaktion im Bereich des Forstamtes Gehren eröffnet. „Das Auerhuhn, größtes Waldhuhn im Freistaat, ist akut vor dem Aussterben bedroht. Die Rettung dieser sensiblen Art ist von großem forstlichem, naturschutzfachlichem und wildbiologischem Interesse“, sagte Keller nach der Auswilderung der imposanten Tiere. Zugleich stellte die Ministerin den Raufußhuhnbericht 2014 vor.

Der Charaktervogel des Freistaats, vielfach auf Wappen zu sehen oder an Ortsbezeichnungen zu lesen, war noch in den 1970er Jahren im Thüringer Schiefergebirge weit verbreitet. Hohe Schadstoffeinträge, fehlende Nahrungsgrundlage, zunehmende Schwarz- und Raubwildbestände und vielfältige Störungen durch den Menschen haben die Auerhuhnbestände im Land drastisch vermindert. Zwischenzeitlich ausgewiesene Naturschutzgebiete und EG-Vogelschutzgebiete definieren das Auerwild als besonders schutzwürdige Art.

Weiterlesen

Thüringen: Dachs greift Pferd an

Amtstierarzt stellt hochansteckende Staupe-Infektion fest

Pferde gehören üblicherweise nicht zum Beuteschema von Dachsen, die sich von pflanzlicher Kost und allerlei Kleingetier ernähren. Doch im thüringischen Ifta (Wartburgkreis) hat kürzlich ein Dachs ein Pferd attackiert (wie die Thüringer Allgemeine berichtet) – und für seine Vermessenheit mit dem Leben bezahlt. Das Pferd erwehrte sich des Angreifers und entschied den ungleichen Kampf für sich: Es trat den Dachs tot. Die Besitzerin des Pferdes fand das verendete Tier auf der Koppel und informierte einen Jäger, der den Kadaver an den Amtstierarzt weiterreichte. Dieser diagnostiszierte eine hochansteckende Staupeerkrankung, die für das ungewöhnliche Verhalten des Dachses verantwortlich gewesen sein dürfte. Da Staupe eine hochansteckende Tierseuche ist, von der vor allem Hunde befallen werden, sollten Hundebesitzer im Wartburgkreis den Impfschutz ihrer Vierbeiner überprüfen. SE

Beitragsbild: Europäischer Dachs, Autor: BadgerHero, Quelle: Wikipedia, lizensiert unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

Feuer im Feld, Ruhe im Wald: Neue Jagdstrategie in Thüringen erfolgreich

Dem Schwarzwild als einem der Risikotierarten für Landwirtschaft und Wald wird von ThüringenForst seit über einem Jahr mit einer neuen Jagdstrategie begegnet. Mit verkürzter Jagdzeit dem Wild mehr Ruhe zu gönnen, um dann konzentriert Jagd zu machen, sei die Zielsetzung der neuen Vorgehensweise, so Horst Sproßmann von der Thüringer Landesforstanstalt. Mit der neuen Bejagungsstrategie werde das Schwarzwild nicht mit geringerer Intensität bejagt. Die jagdlichen Aktivitäten würden aber auf bestimmte Jahreszeiten konzentriert.

„Schwarzwild reißt junge Pflanzen aus dem Waldboden, zerstört Kulturzäune, frisst Bucheckern und vor allem Eicheln, die zur Naturverjüngung benötigt werden“, erläutert Sproßmann. So werde unter anderem der Waldumbau hin zu klimatoleranteren Mischwäldern in Thüringen behindert. Neben den enormen Wildschäden geselle sich auch ein hohes Seuchenpotential beispielsweise durch die Schweinepest. Förster und Waldbesitzer seien deshalb wie auch die Landwirte an der Natur angepassten Schwarzwildbeständen interessiert.

Weiterlesen

Thüringen: Linke fordert Waffensteuer

Die Landtagsfraktion der Thüringer Linken hat sich mit einer ganzen Reihe von Vorschlägen hervorgetan, wie mehr Geld in die Kassen der notorisch klammen Kommunen des Landes gespült werden könnte. Das berichtet der MDR. Einsparungen sind offenbar nicht vorgesehen, dafür fallen den Linken jede Menge Steuern, Gebühren und Abgaben ein, die man erhöhen oder ganz neu erfinden könnte. So sollen nach den Vorstellungen der Linken die Gewerbesteuer erhöht und Gebühren für Kfz-Zulassung und Bauanträge verteuert werden. Auch eine Stellplatzabgabe für Fuhrparkbetreiber, die ihre LKW auf öffentlichen Straßen abstellen, fiel den Linken ein. Und dann natürlich: Eine kommunale Waffensteuer. Schließlich müssen die Kommunen ja die ordnungsgemäße Aufbewahrung der Waffen überprüfen, dafür könnten Legalwaffenbesitzer mit einer Steuer “an den Kosten beteiligt” werden, meint Frank Kuschelkurs, kommunalpolitischer Sprecher der Linken-Fraktion. SE

Beitragsbild: Bildschirmfoto der Internetseite der Thüringer Linken.

Thüringen: Populationsrückgang des Feuersalamanders aufgehalten

Der aktuelle dritte Zwischenbericht zum Projekt „Erhalt und Entwicklung des überregional bedeutsamen Vorkommens des Feuersalamanders im Thüringer Wald“ bestätigt, dass die 2011 mit Unterstützung der Landesforstanstalt begonnenen Schutzmaßnahmen für den bedrohten „Wolf der Bäche“, wie der Feuersalamander auch genannt wird, greifen. 2014 wurde in den Quellwaldbächen der Gera mit 559 die höchste Larvenzahl seit 2002 gezählt, sieben von zehn Landlebensräumen sind besiedelt. ThüringenForst ist einer der Projektpartner der Naturstiftung David und für die technische Umsetzung der waldbaulichen Maßnahmen auf 80 km Bachlauf im Thüringer Wald verantwortlich.

 Bachläufe entfichtet und Salamanderquartiere geschaffen

Das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit geförderte und von der Naturstiftung David gesamtverantwortete Projekt sieht drei Maßnahmenpakete vor. „Insbesondere die im Projektgebiet liegenden Thüringer Forstämter Frauenwald und Finsterbergen haben die Waldumwandlung weg von naturfremder Fichtenbestockung hin zu naturnahen, laubbaumgeprägten Beständen entlang der Quell- und Bergbäche zu leisten“ so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Zur Verbesserung der Strukturvielfalt der Bachläufe wurden in enger Abstimmung der Experten von der Naturstiftung David Totholz eingebracht, Staustufen geebnet und zu enge Bachverrohrungen entfernt. Aber auch die Landlebensräume dieser seltenen Art wie etwa Felsschutthalden wurden durch Baumentnahmen licht gestaltet und damit von ThüringenForst wichtige Salamanderquartiere wieder hergestellt.

Weiterlesen

Thüringer Försterin leitet Deutschlands einzige Auerwildaufzuchtanlage

Seit wenigen Tagen leitet die Forstwissenschaftlerin Luise Stephani die 2012 neu eröffnete Auerwildaufzuchtstation der Thüringer Landesforstanstalt. Die Anlage in Langenschade (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) ist die einzige ihrer Art in Deutschland. Derzeit werden dort knapp 20 Küken des vom Aussterben bedrohten größten europäischen Waldhuhnes aufgezogen, die als Jungvögel auf ihre Auswilderung Ende September diesen Jahres warten. Sollte das bislang mehrere hunderttausend Euro teure Artenschutzprojekt der Landesforstanstalt in den nächsten zehn Jahren mit dem Ziel einer freilebenden selbsterhaltenden Population nicht erfolgreich sein, muss das Auerwild, so fürchten die Experten, als in Thüringen ausgestorben bezeichnet werden.

Weiterlesen

Milder Winter schafft Probleme im Forst

Höhere Holzerntekosten und Wegeschäden belasten Waldbesitzer

Erfurt, 20.02.2014: Der diesjährige milde Winter macht den Waldbesitzern im Freistaat zu schaffen. ThüringenForst, mit 200.000 ha flächengrößter Waldeigentümer, rechnet mit rund 10 % höheren Holzerntekosten. Außerdem klagen die Forstämter über Zusatzausgaben bei der Wegeinstandsetzung. Ungewöhnlich milde Witterungsbedingungen verhindern frostharte Waldböden. In Folge drohen Forstmaschinen einzusinken, die Holzernte muss vielfach abgebrochen werden. Auch an den Forstwegen entstehen aufgrund des mangelnden Bodenfrostes erhebliche Schäden, welche auch erst bei trockener Witterung wieder beseitigt werden können.

Weiterlesen

Thüringen: Im Auge des Shitstorms

Weil er – völlig legal – in Botswana einen Elefanten schoss, ist ein Abteilungsleiter im Thüringer Umweltministerium von einer so erwartbaren wie unreflektierten Empörungswelle überspült worden. Kommentarschreiber fordern unter dem Beifall der Mitforisten, den Beamten wahlweise “abzuknallen” oder den Löwen zum Fraß vorzuwerfen, Petitionen mahnen berufliche Konsequenzen an (mindestens!), und die Hohenpriester der multimedialen Empörungsmaschinerie – grüne und linke Politiker – grölen mit Volkes Stimme im Entrüstungschor (der immer ungenierter altbekannte Motive wie “Hängt ihn auf!” und “Tod den Andersdenkenden!” anklingen lässt) und verlangen die Entlassung des “unzumutbaren” Beamten.

Bezeichnenderweise sind es nicht die selbsternannten “Qualitätsmedien” und schon gar nicht die zwangsgebührenfinanzierten Staatsfunker, die den hochkochenden Volkszorn mit Vernunft und Mäßigung abzukühlen und der Hysterie und selbstgerechten Empörung mit Argumenten beizukommen trachten: Sondern ein Gastautor auf der Internetseite “Die Achse des Guten”, die von einem Zusammenschluss unabhängig denkender Journalisten und Schriftsteller betrieben wird. In seinem brillanten Beitrag “Elefanten-Krawall in Thüringen” stellt Gunnar Dieling klar, dass legale Elefantenjagd weder gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen, noch gegen den Artenschutz verstößt. Und erinnert daran, dass das Konzept “Schutz durch Nutzung” nicht nur in Afrika weitaus besser funktioniert, als das konkurrierende Modell des Käseglocken-Naturschutzes.

Weiterlesen

Vermaisung und kein Ende

Fachtagung Artenschutz, Landwirtschaft, Jagd im Thüringer Landtag

130 Vertreter aus Politik, Landwirtschaft, Jagd, Natur- und Artenschutz trafen sich Anfang Dezember im Thüringer Landtag zur Fachtagung “Artenschutz, Landwirtschaft und Jagd”. Eingeladen hatten das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN), die Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V., der Landesjagdverband Thüringen e.V. und der Thüringer Bauernverband e.V.

Minister Jürgen Reinholz und dessen Staatssekretär Roland Richwien überbrachten nicht nur Grußworte: „Zusammenarbeit ist zwingender denn je notwendig. Nur miteinander lassen sich diese Probleme lösen, nicht neben- oder gegeneinander“. Der Präsident des Thüringer Bauernverbandes, Helmut Gumpert wies in seinem Grußwort auf die Verantwortung seiner Klientel für das Naturgut Boden hin. Er warf die Frage auf, ob Extensivierung oder doch besser Intensivierung der Landwirtschaft bei gleichzeitig anwendungsorientierter Agrarförderung der sinnvollere Weg sei. Er verwies darauf, dass trotz Ausbau des Energiepflanzensektors Thüringen keine Maiswüste werde. LJV-Präsident Steffen Liebig überbrachte Grüße des Präsidenten des Deutschen Jagdverbandes und mahnte an die Verantwortung aller Naturnutzer für das immer komplex zu betrachtende Ökosystem. Er verwies darauf, dass alle Fragen zur Thematik „Nachhaltigkeit“ letzten Endes globale Angelegenheiten seien.

Weiterlesen

Erster Wolf in Thüringen nachgewiesen

Erstmals ist in Thüringen ein Wolf nachgewiesen worden. Südlich von Jena hat ein Jagdpächter am 01.11.13 einen Wolf gefilmt. Dieses Fotomaterial ist den Thüringer Wolfsexperten seit wenigen Tagen bekannt und wurde inzwischen ausgewertet.

Nach Experteneinschätzung, die inzwischen vom Wolfs-Büro LUPUS aus Sachsen bestätigt wurde, handelt es sich bei dem gefilmten Tier eindeutig um einen Wolf. Damit liegt der erste offiziell nachprüfbare Nachweis für den Wolf vor. Genetisch verwertbares Material konnte nicht mehr gefunden werden. Ob es sich um einen durchziehenden Wolf handelt oder um ein Tier mit Revierverhalten, kann anhand des Videomaterials nicht beurteilt werden. Da aber bisher keine weiteren Hinweise aus der Region bekannt geworden sind, wird bisher davon ausgegangen werden, dass das Tier durchgewandert ist.

Weiterlesen

Thüringen: Aujeszky-Virus bei Wildschwein nachgewiesen

Gefahr für Jagdhunde und Hausschweine

Bei Oettersdorf im Saale-Orla-Kreis in Thüringen hat das Veterinäramt bei einem am 23. Oktober gestreckten Wildschwein das Aujeszky-Virus nachgewiesen. Der für Menschen ungefährliche Erreger stellt fürJagdhunde, die beim Stöbern oder auf der Nachsuche mit infiziertem Wild in Berührung kommen, eine tödliche Gefahr dar. Die meisten infizierten Säugetiere überleben die Erkrankung (AK, Pseudowut) nicht.

Weiterlesen

Thüringen: Jäger verliert Pistole und Munition auf A4

Ein Jäger hat auf der A4 in der Nähe der Autobahnabfahrt Gera-Langenberg eine Pistole und einige Schuss Gewehrmunition verloren. Die Autobahnpolizei fand Waffe und Munition auf dem Standstreifen. Der Besitzer, ein Jäger, war schnell ermittelt: Der Mann hatte nach einer Jagd die Sachen auf dem Autodach abgelegt und war losgefahren. Auf der Autobahn fielen sie dann herunter. Der Unglückliche darf sich auf einen unerfreulichen Brief betr. seine Zuverlässigkeit von der Waffenbehörde gefasst machen. SE

Bild: Pistole Quelle: Wikipedia/Source:http://www.adamsguns.com/

2013 nur mäßige Aussichten für Pilzsucher

Langer Winter und nasskaltes Frühjahr schmälern Erfolgsaussichten von Pilzsuchern

Die 3500 in Thüringen bekannten Pilzarten haben die nasskalten fünf ersten Monate sowie den trockenen Sommer wie befürchtet nur mäßig gut überstanden. Darauf weisen die Thüringer Forsten hin. Die Förster erwarten jedenfalls eine regional sehr unterschiedliche Waldpilzsaison im Herbst. Als größtes Pilzgebiet im Freistaat gilt der Thüringer Wald, wo Steinpilze, Morcheln, Pfifferlinge oder Maronen besonders gut gedeihen. Dort ist ThüringenForst größter Waldeigentümer.

Weiterlesen