Schlagwort-Archive: Tessin

Schweiz: Graubünden gibt Wolf zum Abschuss frei

Der Schweizer Kanton Graubünden hat den Wolf M75 zum Abschuss freigegeben, weil zwischen dem 21. Januar und dem 8. Februar 2017 im Bergell, in der Leventina (Kanton Tessin) und im Misox mehr als 40 Schafe gerissen hat, wie es in einer Pressemitteilung des Kantons heißt. In drei Fällen, nämlich in Stampa, in Faido und in Cama sei aufgrund von genetischen Analysen ein und derselbe Wolfsrüde M75 als Verursacher identifiziert worden. Weiter heißt es in der Mitteilung: “Gestützt auf Art. 9bis der eidgenössischen Jagdverordnung kann eine Abschussbewilligung für einzelne Wölfe erteilt werden, die erheblichen Schaden an Nutztieren anrichten. Ein erheblicher Schaden an Nutztieren durch einen einzelnen Wolf liegt unter anderem dann vor, wenn in seinem Streifgebiet innerhalb eines Monats mindestens 25 Nutztiere, trotz Herdenschutzmaßnahmen, getötet werden. Schäden, die auf dem Gebiet von zwei oder mehreren Kantonen entstanden sind, haben die betroffenen Kantone koordiniert zu beurteilen. Die Abschussbewilligung muss der Verhütung weiteren Schadens an Nutztieren dienen.

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Italien: Erste Wolfsjagd seit 46 Jahren

Wolf in Bremen gesichtet – Wölfe reißen 18 Schafe im Tessin

Zum ersten Mal seit der Wolf in Italien im Jahr 1971 unter strengen Schutz gestellt wurde, will die italienische Regierung die Bejagung wieder aufnehmen. Die Bejagung soll nur dort gestattet sein, wo die Bestände eine ausreichende Größe aufweisen – das dürfte in vielen Gegenden Italiens der Fall sein. In Italien leben nach Schätzungen des nationalen Umweltinstituts ISPRA mindestens 2000 Wölfe. In entsprechenden Dimensionen bewege sich auch die Zahl gerissener Schafe und Ziege, schreibt die Berliner Lokalzeitung Tagesspiegel. Die enorme Bestandszunahme – 1971 lebten nur etwa 100 Wölfe in Italien – ist dem Tagesspiegel zufolge nicht nur auf den strengen Schutzstatus des Wolfs zurückzuführen, sondern vor allem darauf, dass viele ländliche Gegenden Italiens in den vergangenen Jahrzehnten einen dramatischen Bevölkerungsschwund zu verzeichnen hatten. Die Menschen seien aus den kargen Gebirgstälern des Apennins in die Industriegebiete Norditaliens abgewandert, so das Lokalblatt. Naturfreunde protestierten gegen die Wiederaufnahme der Bejagung, die “keine Probleme löse”, so der Tagesspiegel. Effizienter seien Präventionsmaßnahmen wie Elektrozäune (siehe dazu weiter unten, Wölfe reißen 18 Schafe im Tessin).

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