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Tierrechtsdemo bei Prädatorensymposium: Schrille Emotionen

„Schande, Schande, Mörderbande“ oder „Tiere haben Rechte – Jagd ist Mord“ schrie ein fanatischer Tierrechtler geifernd ins Megaphon, und etwa 80 Demonstrant*Innen kreischten vor der Grünberger Gallushalle lautstark mit. Eine möglicherweise der Gießener Tierrechtsszene zuzuordnende rabiate Demonstrantin zielte – hinter einem großen Transparent versteckt – in infantiler Weise mit einem Spielzeuggewehr in Richtung Grünröcke.

Der Unterhaltungs- und Belustigungsfaktor dieses Aufzugs war groß für die über 400 Jäger, Jagdgenossen und waschbär-geschädigten Bürger, die Ende August im Bürgerhaus an der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Artenschutz und Prädatoren“ der Jägervereinigung Oberhessen teilnahmen. Auch die Grünberger Polizei, die diesen seltsamen Aufzug souverän begleitete, kam auf ihre Kosten. Wann bekommt man schon einmal in der Gallusstadt solche Comedy-acts live zu Gesicht?

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Symposium Artenschutz und Prädatoren: “Schonzeit für Jungtiere von Prädatoren provoziert weitere Verluste rückläufiger Arten”

Lässt die Bejagung von Waschbär und Co. den Raubwildbestand erst recht in die Höhe schnellen? Dieses von Jagdgegnern und Tierschützern bejahte Dogma wiesen der Biologe Prof. Hans-Dieter Pfannenstiel sowie Fangjagdexperten auf dem Symposium „Artenschutz und Prädatoren“ der Jägervereinigung Oberhessen am 29.8. in Grünberg (Kreis Gießen) entschieden zurück. Pfannenstiel: „Die Lebensraumkapazität bildet die Obergrenze. Bejagung senkt die Prädatorendichte.“

Zwar versuche das Raubwild (ebenso wie Schalenwild) Bejagung durch eine höhere Reproduktionsrate auszugleichen. „Aufgabe der Jäger ist es daher“, so der Zoologe, „zur Hege des Niederwilds und zum Schutz bedrohter Arten die Beutegreifer (einschließlich Schwarzwild) dauerhaft unterhalb dieser Kapazitätsgrenze zu halten“. Deshalb ist nach den Worten des emeritierten Hochschullehrers der FU Berlin eine intensive und dauerhafte Prädatorenbejagung unerlässlich. Pfannenstiel: „Eine Schonzeit auch für Jungtiere von Prädatoren provoziert weitere Verluste rückläufiger Arten.“

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