Schlagwort-Archive: Studie

Studie: Rotwilddichte entscheidend – Wölfe siedeln sich an, wo es Wild gibt

Wölfe halten sich bei der Wiederansiedlung hauptsächlich in Gebieten auf, wo sie viel Beute wie Rot- und Rehwild vorfinden. Dies zeigt eine neue Studie von Forschenden der Universität Bern, die vier Winter lang die Aufenthaltsorte von Wölfen im Wallis verfolgten. Diese Erkenntnis ist wertvoll, um Konflikten zwischen den Raubtieren und der Bevölkerung vorzubeugen.

Überall in Europa kehren die Wölfe in ihre früheren Gebiete zurück – ein Erfolg strenger Schutzbestimmungen und höherer Wilddichten als vor Jahrzehnten. Allerdings verursacht diese Rückkehr Konflikte: Landwirte fürchten um die Sicherheit ihrer Weidetiere, Jägerinnen und Jäger fürchten Konkurrenz, und auch andere Bevölkerungsgruppen sehen die Rückkehr der grossen Beutegreifer nicht ohne Bedenken. Um vorherzusagen, wo sich Wölfe aufhalten werden, und daher Konflikte besonders wahrscheinlich sind, ist wichtig zu wissen, welche Faktoren für Wölfe bei der Auswahl ihres Lebensraums während der Wiederansiedlung entscheidend sind.

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Österreich: Neue Studie zur Rückkehr des Wolfs in den Alpenraum

Wildtierbiologe spricht sich für Management aus – Herabstufung des Status in der FFH Richtlinie angestrebt

Durchziehende Wölfe in Salzburg, Rudel in anderen Bundesländern und zahlreiche Risse von Nutztieren in den vergangenen Jahren sorgen für Verunsicherung, vor allem in der Almwirtschaft, sowie für emotionale Diskussionen quer durch alle Gesellschaftsschichten. Auf Initiative des Salzburger Landesrats Josef Schwaiger hat Klaus Hackländer von der Universität für Bodenkultur Wien ein Gutachten über die Auswirkungen der Rückkehr dieses Beutegreifers erstellt. Darin spricht sich der Wildtierbiologe für ein Wolfs-Management aus.

Das Ziel ist für Landesrat Josef Schwaiger klar: „Die traditionelle, alpenländische Landwirtschaft muss auch künftig ohne aufwendige Begleitmaßnahmen möglich sein. Zudem muss die Artenvielfalt erhalten bleiben und übermäßige Wildschäden, vor allem in Schutzwäldern, verhindert werden. Dafür sind derzeit die Gesetzte der EU ungeeignet. Wie müssen uns daher um eine Änderung des Schutzstatus des Wolfs bemühen. Wenn sich diese in großer Zahl bei uns ansiedeln, wird sich das Gesicht unseres ganzen Landes ändern.“

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Studie: Wie Rehen das Winterfutter auf den Pansen schlägt

Eine soeben erschienene Studie der Vetmeduni Vienna zeigt, dass die Winterfütterung von Rehen eine deutliche Veränderung der Mikrobiota im Pansen der Wildwiederkäuer verursacht – mit potentiell negativen Auswirkungen auf deren Gesundheit.

Rehe (Capreolus capreolus) bevölkern weite Teile Europas und sind jahreszeitlich bedingt mit einem saisonal schwankenden Nahrungsmittelangebot konfrontiert. In einigen europäischen Ländern – darunter auch in Österreich – ist es deshalb üblich, Wildtiere im Winter zusätzlich zu füttern.

Wie sich die Verfügbarkeit von leicht verdaulichem, energiereichem Futter im Winter auf den Verdauungsapparat der Wildwiederkäuer auswirkt ist jedoch bislang nicht ausreichend verstanden. Dies ist besonders bei diesen Tierarten relevant, da heimische Wildwiederkäuer ausgeprägte jahreszeitliche Veränderungen von physiologischen Vorgängen, unter anderem auch im Verdauungsapparat während der kalten Jahreszeit aufweisen.

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Österreich: Diskussionen um Studie zu Rotwild-Winterfütterung

In Österreich sorgt eine Studie des Büros für Wildökologie und Forstwirtschaft Horst Leitner für Diskussionen. Die Studie “Wildmanagement Gailtaler Alpen II” untersucht, wie sich die Beendigung der seit Jahrzehnten erfolgenden Winterfütterungen auf den Wald und die Rotwildbestände auswirkt. Das laut ORF “erstaunliche Resultat” war, dass sowohl die Fallwildzahlen, als auch die Schälschäden zurückgingen. In einer PowerPoint-Präsentation werden die Studienergebnisse wie folgt zusammengefasst:

Füttern mindert die Wildschäden in den Gailtaler Alpen nicht
Die Fütterungsauflösung war bei einem Wildbestands von rd. 5 Stück auf 100ha aus betrieblicher Sicht erfolgreich
Schälschäden treten in Wintern mit lang andauernder Schneebedeckung vermehrt auf
Die Rotwildsterblichkeit nimmt ohne Fütterung in Normalwintern im Vergleich zu Gebieten mit Fütterung nicht zu
Ungestörtes Rotwild passt Raumverhalten rasch auf Verhältnisse ohne Fütterung an

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Studie: Wildwarnreflektoren sind wirkungslos

Eine im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV)  Von Universität Göttingen in Kooperation mit der Universität Zürich unter der Leitung des Göttinger Waldökologen Prof. Dr. Christian Ammer erstellte Studie kommt zu dem Ergebnis, das Wildwarnreflektoren wirkungslos sind. Die zentrale Frage war, ob neuartige blaue oder mehrfarbige Reflektoren die Anzahl der Wildunfälle nachhaltig reduzieren. Dies ist nicht der Fall. Dazu wurden zum einen 76 vorhandene Studien ausgewertet, zum anderen an 150 jeweils zirka zwei Kilometer langen Streckenabschnitten das Wildunfallgeschehen ausgewertet. An den ausgewählten Straßenabschnitten waren zuvor keine Reflektoren angebracht. Neben der statistischen Auswertung wurden Wärmebildkameras an den ausgewählten Straßenabschnitten angebracht, um Verhalten von Wildtieren an Straßen mit und ohne Wildwarnreflektoren zu untersuchen.

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Umfrage: Ein Drittel der Bevölkerung hat Angst vor dem Wolf

“Anwachsen der Wolfspopulation nicht zukunftsfähig – Wildbiologe kritisiert “naive Sicht des Natur- und Artenschutzes”

Am Mittwoch wurde in St. Pölten eine Studie der Meinungsforscherin Sophie Karmasin vorgestellt, an der 1000 Österreicher teilnahmen, wie der ORF berichtet. Dabei gab etwa ein Drittel aller Befragten an, Angst vor dem Wolf zu haben: Der Wald werde als Erholungsgebiet gemieden, Aktivitäten wie Beeren sammeln, Sport, Spaziergänge oder Familienausflüge würden eingeschränkt. Der Wald werde als Erholungsgebiet weniger oder gar nicht mehr genutzt. 69 Prozent der Befragten fürchten negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft durch den Wolf, 56 Prozent meinten, dass sich die Anwesenheit des Wolfs negativ auf andere Tiere auswirke, 35 Prozent fürchteten Nachteile für die Jagd. Die Studie wurde vor den aktuellen Wolfsrissen im Waldviertel (JAWINA berichtete) durchgeführt. Momentan würde das Stimmungsbild vermutlich dramatischer als in der Studie ausfallen, schätzt Meinungsforscherin Karmasin, weil diese Ereignisse noch nicht eingepreist seien.

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Schrotmunition: Problematische Alternativen

Studie zu Metallionenfreisetzung aus Schrotmunition in Gewässern – Munition mit Risiken und Nebenwirkungen

Das war wohl abzusehen: Wegen der Vergiftungsgefahr für Vögel und Umwelt ist die Jagd mit Bleischrot inzwischen in vielen Ländern stark eingeschränkt oder ganz verboten. Doch muss alternative Munition nicht unbedenklich sein, belegt ein Team der Technischen Universität München (TUM) in einer aktuellen Studie.

Aufgrund ihrer ballistischen Eigenschaften galten Bleischrote bislang als optimale Munition für die Jagd auf Wasservögel. In die Kritik geriet dieses Material, als Bleivergiftungen bei Enten und Seeadlern beobachtet wurden, die die Schrotkugeln beim Gründeln oder mit der Beute aufgenommen hatten.

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Niedersachsen: Studie zur Interaktion zwischen Pferd und Wolf startet im Herbst

Das Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) unterstützt beratend eine Studie zur Frage der Interaktion zwischen Pferd und Wolf des Arbeitskreises Pferd und Wolf Niedersachsen. Das teilte der NLWKN heute mit. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts wird von Prof. Konstanze Krüger von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen, übernommen. Ab Herbst 2018 soll die Anwesenheit von Wölfen an einer Pferdeweide eines großen Pferdebetriebs mittels Wildtierkameras (Fotofallen) dokumentiert und die situationsabhängigen Pferdebewegungsmuster beispielsweise mittels GPS-Tracking erfasst werden.

Das Ziel der Untersuchung ist, bislang fehlende Informationen darüber zu gewinnen, wie Pferde tatsächlich auf Wölfe reagieren und ob beziehungsweise welche Maßnahmen anhand vermehrten Wolfsvorkommens in Deutschland in Frage kommen.

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“Sehr dünne Datenlage” – DJV weist NABU-Vorwürfe über illegal getötete Vögel zurück

Nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) werden in Deutschland “bis zu 146.000 Vögel” illegal getötet. Diese Zahl entbehrt jedoch, wie JAWINA bereits berichtete, jeglicher nachvollziehbarer und belastbarer Grundlage. Dies hat der Deutsche Jagdverband bereits im Vorfeld der Veröffentlichung kritisiert.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Vogelschutzorganisation BirdLife International geht von 146.000 illegal getöteten Vögeln in Deutschland pro Jahr aus. Als nationaler Partner von BirdlLife hatte der NABU den Datensatz für Deutschland erarbeitet. Hauptgrund der Tötung: illegale Jagd. Daraus abgeleitet fordert der NABU ein verbessertes staatliches Monitoring illegaler Verfolgung und die Einrichtung von auf Artenschutzkriminalität spezialisierten Anlaufstellen für Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte.

Zu der Entwurffassung hatte der DJV bereits im Frühjahr des Jahres über seine europäische Organisation FACE kritisch Stellung bezogen und insbesondere die spärliche Datengrundlage aus Deutschland bemängelt: sie sei einerseits nur schwer nachvollziehbar, andererseits beruhe sie im Wesentlichen auf Einschätzungen bzw. Hochrechnungen von Einzelfällen. Damit seien die Angaben höchst spekulativ und unseriös.

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Bauernbund: “Nabu erfindet Insektensterben und schuld ist die Landwirtschaft”

Der Bauernbund Brandenburg hat die vom NABU “aufgrund einer dubiosen Studie” erhobenen Vorwürfe in einer Presseerklärung zurückgewiesen, die Menge der Fluginsekten sei durch eine angebliche Intensivierung der Landwirtschaft in den vergangenen 25 Jahren um 75 Prozent zurückgegangen. “Die einzigen landwirtschaftlichen Kulturen, auf denen aus gutem Grund in nennenswertem Umfang Insektenbekämpfungsmittel ausgebracht werden, sind Raps und Kartoffeln, diese machen nichtmal fünf Prozent der Fläche in Deutschland aus”, argumentiert Bauernbund-Vorstand Thomas Kiesel, Ackerbauer aus Barsikow im Ruppiner Land: “Und in den vergangenen 25 Jahren hat hier weder in der Düngung noch beim Pflanzenschutz eine Steigerung der Intensität stattgefunden. “Selbst wenn es einen dramatischen Rückgang der Insektenpopulation gäbe, was der Bauernbund bezweifelt, könne die Landwirtschaft deshalb kaum dafür verantwortlich sein.

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