Schlagwort-Archive: Stadtjagd

Bogenjagd: “Ein Stück weit fairer?”

Die Oberste Jagdbehörde Brandenburgs will die Bogenjagd zur Bekämpfung von Wildschweinen in Siedlungsbereichen per Ausnahmegenehmigung erlauben. Wir haben mit Jan Riedel, Präsident des Deutschen Bogenjagd Verbands (DBJV) über das Für und Wider der Bogenjagd unterhalten.

JAWINA: Herr Riedel, wenn Sie es sich aussuchen könnten – oder müssten – würden Sie lieber mit einem Jagdgewehr und Jagdmunition erlegt oder mit Pfeil und Bogen zur Strecke gebracht werden?

Jan Riedel: Ihre Frage empfinde ich als höchst unmoralisch und verwerflich. Dennoch glaube ich den Hintergrund Ihrer Frage zu verstehen. Wie Jagdmunition ein Wildtier tötet, wissen wir deutschen Jäger alle. Auch, dass Fluchten von z.B. einem Reh, welches mit Bleifreimunition in der Kammer getroffen wurde, um die 40 Meter normal sind. Das beschossene Wild ist meist in wenigen Sekunden verendet.

Wird ein Wildtier mit einem Jagdpfeil in der Kammer getroffen, dessen Spitze mit mehreren rasiermesserscharfen Schneiden versehen ist, geht dieser Pfeil komplett durch. Es wird ein durchgängiger feingeschnittener Wundkanal erzeugt, wobei nur sehr wenige Schmerzrezeptoren tangiert werden. Die Lungen fallen zusammen, große blutführende Gefäße werden zerschnitten. Die Fluchten sind genauso lange, wie bei dem zuvor beschriebenen Beispiel, ebenso die Zeit vom Treffer bis zum Verenden.

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Heikos Reh

Ein Jäger erlegt ein gehandicaptes Reh. Heikos Reh. Das gibt Ärger. Eine Jagdgeschichte aus der Großstadt.

In der Ermittlungsakte der Berliner Polizei ist die “Tatzeit” akribisch festgehalten: Am. 10. Mai 2013 um 19.46 Uhr erlegt der Berliner Stadtjäger Manfred Wollny (Name von der Red. geändert) ein Reh am nordwestlichen Stadtrand Berlins. Schon seit mehreren Wochen hatte der Stadtjäger Hinweise von Anwohnern erhalten, die ein oder zwei Stück Rehwild “mit was um den Hals” meldeten. Von einer Schlinge oder einem Strick war die Rede, einem Geschirr oder gar einem Regencape. Die Stücke sollen verwahrlost wirken, eines sogar hinken. Die Rehe seien “atypisch zutraulich” , wahrten aber “eine gewisse Fluchtdistanz.”

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Berlin: Grünen-Politikerin will Stadtjagd abschaffen.

Die Berliner Politikerin Claudia Hämmerling möchte die Stadtjagd durch ein „modernes tierschutzgerechtes Verfahren“ ersetzen. Das berichtet der Berliner Tagesspiegel. Bislang sind 40 Stadtjäger in der Hauptstadt tätig. Sie kümmern sich ehrenamtlich um Problemwild, erlösen verletztes Unfallwild und entsorgen Fallwild. Wenn es nach dem Willen von Hämmerling geht, sollen künftig Polizisten diese Aufgabe übernehmen.

Begründung: Angeblich seien die Stadtjäger „nicht immer auf Anruf einsetzbar.“ Deshalb müsse ein angefahrenes Tier manchmal unnötig lange auf den erlösenden Gnadenschuss warten. Woher Hämmerling diese „Informationen“ hat, bleibt unklar. Aus der Kleinen Anfrage, die Hämmerling zu diesem Thema an das Abgeordnetenhaus richtete, geht nicht hervor, dass die Erreichbarkeit der Stadtjäger ein Problem darstellte.

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Berlin: Sauenplage hausgemacht

Die ausufernde Schwarzwildpopulation verursacht im Berliner Stadtgebiet massive Schäden, die Gefahr eines Ausbruchs von Schweinepest steigt, Konfrontationen zwischen Sau und Mensch nehmen zu. Jetzt musste ein Mensch sterben, von einem Wildschwein auf seinem eigenen Grundstück angegriffen. Ein Gutachten aus dem Jahr 2010 belegt: Hauptverantwortlich für die Berliner Sauenplage sind die Berliner Forsten.

Berlin ist „bezüglich seiner Wildschweindichte im urbanen Raum ohne Beispiel“, heißt es im Gutachten, das Bruno Hespeler im Auftrag des Landes Berlin erstellt hat. An Schuldzuweisungen für diese Situation herrscht kein Mangel: Mal hieß es, die übereifrigen Jäger im Umland würden die armen Borstentiere so scharf bejagen, dass sie Zuflucht in der Hauptstadt suchten. Dann wieder schossen sich die Medien auf jene – in Wahrheit wohl nicht allzu breiten – Bevölkerungsschichten ein, die aus falsch verstandener Tierliebe Wildschweine füttern. Zur Abwechslung sollten dann die Eigenheimbesitzer Schuld sein, die ihre Anwesen nicht wildschweinsicher einfrieden.

Doch Bruno Hespelers Gutachten benennt die wahren Verantwortlichen: Es sind die Berliner Forsten – oder genauer gesagt einige Berliner Forstämter – die viel zu wenig Sauen schießen, eine groteske und unverantwortliche Überhege betreiben und obendrein die Reduktion durch Begehungsscheininhaber und Stadtjäger nach Kräften hintertreiben.

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Re(h)alsatire – eine wahre Geschichte

Das Jahr zählte erst wenige Wochen, im Land Brandenburg waren Kitze noch offen. Am Morgen hatte der Jäger Helge K. Weidmannsheil – er streckte ein Stück Rehwild der Altersklasse 0. Soweit völlig legal: K. ist im Besitz eines gültigen Jagdscheins und, wie viele Berliner Weidgenossen, eines Begehungsscheins für das Revier im Nachbarland. Allerdings geriet er durch den Jagderfolg unter Zeitdruck, weil er zur Arbeit musste. Statt das ordnungsgemäß aufgebrochene und für die Verwertung in der eigenen Küche vorgesehene Stück in die etwas abgelegene Kühlkammer zu bringen, bat er einen befreundeten Mitjäger, es vorübergehend auf seinem Balkon zu lagern – bei der kühlen Witterung eigentlich kein Problem.

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