Schlagwort-Archive: Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS)

Sachsenforst: OJB lehnt Erhöhung des Gruppenabschussplans für Rotwild im Forstbezirk Eibenstock ab

Die Obere Jagdbehörde (OJB) hat die beantragte Erhöhung des Gruppenabschussplans für die Verwaltungsjagdbezirke des Forstbezirks Eibenstock für den Planungszeitraum 2016 bis 2019 abgelehnt. Eine entsprechende “innerdienstliche Weisung” hat die OJB am 3.9. erlassen.

Das Referat Verwaltungsjagd im Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) hatte die Erhöhung des Abschussplans mit der Begründung beantragt, dass im Forstbezirk Eibenstock zwar “ein insgesamt tolerierbares Schälschadensniveau bei gleichzeitig stetiger Rotwildpräsenz” bestehe. Desweiteren wurde angeführt: Der “Anteil der Neuschäle liege nach wie vor deutlich unter 2%. Um diesen Zustand aufrecht zu erhalten, müsse die Rotwilddichte kontinuierlich auf geringem Niveau gehalten werden.” Die Untere Jagdbehörde des Erzgebirgskreis versagte auf diesen Antrag hin die Herstellung des Benehmens, da “eine Abschussplanerhöhung bei einem selbst eingeschätzten Bestand von 2,25 Stück 100/ha […] §1 BJagdG unterlaufen” würde. Auch die Hegegemeinschaft Erzgebirge hatte das Benehmen verweigert, da Rotwild im Forstbezirk Eibenstock “bestenfalls noch als Wechselwild” vorkomme.

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Mangelnder Tierschutz im Staatsbetrieb Sachsenforst: DeWiSt fordert Einhaltung des Muttertierschutzes bei der Rotwildjagd

Die Bundesländer Bayern und Sachsen nennen sich beide nicht nur Freistaat, beide gehen auch sehr rigoros bei der Jagd auf Rotwild, Gams oder Rehwild vor – vor allem in den staatseigenen Wäldern, beklagt die Deutsche Wildtier Stiftung (DEWiSt): Während in Bayern bereits seit 2005 die Doktrin „Wald vor Wild“ herrscht, hat der Staatsbetrieb Sachsenforst vor wenigen Jahren sein besonderes Interesse an bäumeknabbernden Wildtieren entdeckt. Im sächsischen Erzgebirge wurde jüngst die Abschussfreigabe von Rotwild für die laufende Jagdsaison stark erhöht: Fast 400 Tiere dürfen nun mehr erlegt werden als ursprünglich vorgesehen!

„Oberstes Gebot bei der Jagd auf Rotwild ist die Beachtung des Tierschutzes“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. Aber dies scheint im konkreten Fall fraglich zu sein. In mehreren Erzgebirgsrevieren der staatlichen Forstbetriebe Neudorf und Eibenstock wurden in den vergangenen zwei Jahren deutlich mehr Alttiere erlegt als Kälber. „Wenn der gesetzlich vorgeschriebene Muttertierschutz beim Rotwild eingehalten wird, muss die Jagdstrecke der Kälber immer höher sein als die der Alttiere“, so Kinser. Zwangsläufig müssen in den staatlichen Forstbetrieben Rotwildkälber verwaist sein, die aus dem Rudel ausgestoßen werden und kaum eine Chance haben, den Winter im Erzgebirge zu überstehen. Im Einzelfall kann es sich dabei um den Tatbestand einer Straftat handeln, von dem die Eigentümer des Waldes, also die Bürger des Freistaats Sachsen, wohl kaum etwas ahnen.

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“Im Sachsenforst greift der Wildtierhass von ÖJV und ANW um sich”

Unbeirrt von wissenschaftlicher Kritik, die dem Sachsenforst “keinesfalls zu viel Rotwild, aber falsche Bejagung” attestierte und vor einer Ausrottung des Rotwilds warnt, setzt der Staatsbetrieb weiterhin auf eine Jagdstrategie, die sich mit wenigen Worten umschreiben lässt: Totschießen, was geht. Einer ahnungslosen Politik wird die der Ertragssteigerung dienende rücksichtslose Schädlingsbekämpfung als angebliche Notwendigkeit im Zuge des “ökologischen Waldumbaus” verkauft. Wir haben mit Karsten Bergner gesprochen, Vorsitzender der Hegegemeinschaft Erzgebirge und profiliertester Kritiker des Staatsbetriebs Sachsenforst (SBS).

JAWINA: Herr Bergner, Sie kritisieren die sächsische Landesforst für deren Bejagungsstrategie – was werfen Sie dem Forst konkret vor?

Es geht in erster Linie darum, dass Sachsenforst weniger eine Bejagungs- als vielmehr eine „Hau- drauf- Strategie“ verfolgt. Er handelt nicht auf dem aktuellen Stand der ökologischen und wildbiologischen Erkenntnisse. Ein Grundbesitzer hat kein Recht, “Bewirtschaftungshindernisse” auf Kosten der Allgemeinheit zu entfernen. In dem Sinn kann der SBS nicht einfach sagen, Wirtschaften ohne Pflanzenfresser geht leichter (glauben wir) und deshalb beseitigen wir die erst mal. Das ist nicht zulässig und es ist auch nicht sinnvoll. Artgerechte und dem Lebensraum angepasste (nicht einem betriebswirtschaftlichem Ziel angepasste) Wilddichten stehen einer ordnungsgemäßen Waldwirtschaft, dem Artenreichtum von Sachsens Wäldern nicht entgegen. Man muss sein Handwerk eben beherrschen und Wildtiere artgerecht lenken und steuern. Beispiele, dass das geht, gibt es zu Hauf- auch aus dem SBS! Hier sei nur Berufsjäger Friedrich genannt, der mit vernünftigen Strategien die Wildschäden im Revier Steinbach innerhalb von zwei Jahren auf ein absolut akzeptables Maß senkte. Herr Friedrich kam auch zu der Überzeugung, dass 75% der Wildschäden des SBS hausgemacht sind – ein Umstand, der dazu führte, dass Herr Friedrich heute kein Angestellter des Staatsbetrieb Sachsenforst mehr ist. Bereits Cäsar hatte ja schon die Angewohnheit, die Überbringer schlechter Botschaften zu töten…

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Rotwildbejagung im Sachsenforst: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen

Wenige Tage nachdem ein Gutachter harsche Kritik an der Bejagungsstrategie im Sachsenforst geäußert hatte und der Leiter des Forstamts Neudorf der Hegegemeinschaft Erzgebirge eine Zusammenarbeit angeboten und Entgegenkommen signalisiert hatte (JAWINA berichtete), wird bekannt, dass der Forst die Eskalationsschraube wieder einige Windungen weitergedreht hat: Mit Schreiben vom 26.06. informiert der Sachsenforst die Hegegemeinschaft, dass der Forstbetrieb einen Antrag auf “Abschussplanerhöhung für Rotwild im Planungszeitraum 2016 bis 2019” um 500 Stück gestellt hat. Die Mitteilung erfolgt gem. § 21, Ziffer 5 des Sächsischen Landesjagdgesetzes zwecks “Herstellung des Benehmens”. In dem Schreiben von Sachsenforst heißt es dazu: “[…] der Forstbezirk Neudorf hat für Rotwild eine Erhöhung des Gruppenabschussplans in Höhe von 500 Stück beantragt. Der Antrag betrifft in wesentlichen Teilen angrenzend den Wirkungsbereich der Hegegemeinschaft Erzgebirge.”

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Sachsen: Petition “Rotwild im Erzgebirge” übergeben

Gestern wurde die von 4127 Menschen unterzeichnete Petition “Rotwild im Erzgebirge” im Dresdner Landtag übergeben. Die von einem Zusammenschluss mehrerer Hegegemeinschaften unter Beteiligung von Kreisjagdverbänden und dem Landesjagdverband initiierte Petition mahnt einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Rotwild im Erzgebirge an.

Wir dokumentieren die Übergabe der Petition durch Veröffentlichung der aus diesem Anlass gehaltenen Reden, aus denen sehr gut hervorgeht, worum es den Initiatoren geht:

Rede der IG SSHG zur Petitionsübergabe am 14.12.2017

Sehr geehrte Mitglieder des Sächsischen Landtags, liebe Jäger und Naturschützer, sehr geehrte Damen und Herren,

seit 2015 ist dies nunmehr die zweite Petition zum Thema Rotwild, mit der sich der Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages beschäftigen muss.

Auch wenn beide Petitionen verschiedene Petenten und divergente Inhalte haben, so zeigt dieser Umstand doch, dass es offenbar beim Umgang mit dem Wild und bei bestimmten administrativen Regelungen in Sachsen erhebliche Unzufriedenheit gibt.

Die 2015 eingereichte Petition zielte maßgeblich auf die Wildbewirtschaftung durch den SBS ab. Neben der Aufhebung des Fütterungsverbots im Winter, forderte sie die Erhaltung eines reproduktionsfähigen Wildbestandes, Änderungen am Jagdgesetz und zur Senkung der Wildschäden weniger Beunruhigung des Wildes im Landeswald durch ständigen Jagddruck.

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SachsenForst wegen Absperrung bei Jagd angezeigt

Der Vorsitzende der Hegegemeinschaft Erzgebirge, Karsten Bergner, hat wegen einer am 11. Oktober im Revier Grumbach (Forstbezirk Neudorf, Revierteil Schindelbach)  veranstalteten Bewegungsjagd eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Verantwortlichen für diese Jagd eingelegt. Zur Begründung führt Bergner an, dass bereits am Vortag “die Reviergrenze des SBS- Reviers zum Bundesforst entlang der kompletten Eisenstraße von Mittelschmiedeberg bis fast an die B 174 auf einer Länge von 6 km durchgehend mit Warnband abgelappt” worden sei. Das Warnband habe sich z.T. direkt am Straßenrand, z.T. auch ca. 100 Meter im Bestand befunden. Die Absperrung sei bis zum Ende der  Jagd aufrecht erhalten worden. Damit liege, so Bergner, “klar ein Verstoß gegen § 19 Abs.1 Nr.3 BJG […] und gegen die gleichlautende Regelung des Sächsischen Jagdgesetzes vor.” Sogar Gewässer seien mit Warnband abgelappt worden , während “alle anderen Reviergrenzen,  z.B. zur Feldflur Großrückerswalde nicht mit Warnband gesperrt waren.” Bergner: Da gerade hier mit Besucherverkehr zu rechnen sei, “werde auch klar, dass die Absperrung mit Warnband nicht dem Schutz der Bevölkerung diente.”

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