Schlagwort-Archive: Shitstorm

Nach Trophäen-Selfie: Schottland prüft Verschärfung der Jagdgesetze

Wieder einmal sorgt ein Erleger-Selfie für Ärger: Die amerikanische Jagd-Bloggerin und laut Eigenwerbung “Hardcore-Jägerin” (hardcore huntress) Larysa Switlyk, hat auf Instagram ein Foto einer von ihr auf der schottischen Insel Islay erlegten Wildziege gepostet. Bei den schottischen Wildziegen handelt es sich um die Nachfahren inzwischen gründlich verwilderter Hausziegen, die sich sehr erfolgreich an das wilde Leben in vielen Regionen Schottlands angepasst haben. Die Ziegen gelten als invasive, nicht-einheimische Art, wie die BBC berichtet. Eher jagdfeindlich gesinnte Tierschutzorganisationen wie OneKind kritisierten Swtlyk scharf für ihr Selfie und sprachen von “schockierenden Aufnahmen”. B-Prominente wie die Mutter des schottischen Tennisspielers Andy Murray stimmten in den Empörungs-Chor ein, wie die New York Times berichtet. Ablehnung riefen auch die Kommentare Switlyks hervor, die die Erlegung der Wildziege als “fun hunt” (Spaßjagd) beschrieben hatte und sich – nicht ohne ihre Sponsoren zu erwähnen – mit einem Fernschuss auf 200 Yards (183 Meter) gebrüstet hatte. Der schottische Parlamentsabgeordnete Michael Russell kündigte an, die Angelegenheit mit besonderer Dringlichkeit mit der Umweltstaatssekretärin Roseanna Cunningham zu erörtern. Er würde dergleichen gern sofort beendet sehen, so der Politiker.

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Nürnberg: Morddrohungen gegen Bürgermeister nach Gänseabschuss

+++ Baden-Württemberg: Schluchsee-Wolf-Ermittlungsverfahren eingestellt +++ China: Zweiter ASP-Fall in Großschlachthof – infizierte Schweine über 2300 km transportiert +++ Bayern: Ansprechpartnerin für Wolfsmanagement im Oberallgäu vorgestellt +++ Niederösterreich: Mehr Jäger als je zuvor +++

Am 18. August sind in einer Nürnberger Grünanlage sechs (in Ziffern: -6-) Gänse als Vergrämungsmaßnahme abgeschossen worden (JAWINA berichtete). Wegen der Bejagung und weil eine krank geschossene Gans angeblich nicht nachgesucht wurde, hatten das Tierheim Nürnberg und weitere Organisationen und Privatpersonen schwere Anschuldigungen gegen den Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel und die beteiligten Jäger erhoben. In den sozialen Netzen wurde der übliche Empörungssturm entfacht und der stets lynchbereite Mob angestachelt. Mit Erfolg: Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, hat Bürgermeister Vogel über 1000 Briefe, Mails und Anrufe erhalten, die ihm “teilweise auch nach dem Leben trachteten”, wie es auf BR24 heißt. Auch im Briefkasten seines Privathauses fand er Drohbriefe vor, was seine Familie belaste. Man wisse, wo er wohne, wann er aus dem Haus gehe und habe “den richtigen auf ihn angesetzt”, dräuen die anonymen Verfasser.

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Thüringen: Im Auge des Shitstorms

Weil er – völlig legal – in Botswana einen Elefanten schoss, ist ein Abteilungsleiter im Thüringer Umweltministerium von einer so erwartbaren wie unreflektierten Empörungswelle überspült worden. Kommentarschreiber fordern unter dem Beifall der Mitforisten, den Beamten wahlweise “abzuknallen” oder den Löwen zum Fraß vorzuwerfen, Petitionen mahnen berufliche Konsequenzen an (mindestens!), und die Hohenpriester der multimedialen Empörungsmaschinerie – grüne und linke Politiker – grölen mit Volkes Stimme im Entrüstungschor (der immer ungenierter altbekannte Motive wie “Hängt ihn auf!” und “Tod den Andersdenkenden!” anklingen lässt) und verlangen die Entlassung des “unzumutbaren” Beamten.

Bezeichnenderweise sind es nicht die selbsternannten “Qualitätsmedien” und schon gar nicht die zwangsgebührenfinanzierten Staatsfunker, die den hochkochenden Volkszorn mit Vernunft und Mäßigung abzukühlen und der Hysterie und selbstgerechten Empörung mit Argumenten beizukommen trachten: Sondern ein Gastautor auf der Internetseite “Die Achse des Guten”, die von einem Zusammenschluss unabhängig denkender Journalisten und Schriftsteller betrieben wird. In seinem brillanten Beitrag “Elefanten-Krawall in Thüringen” stellt Gunnar Dieling klar, dass legale Elefantenjagd weder gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen, noch gegen den Artenschutz verstößt. Und erinnert daran, dass das Konzept “Schutz durch Nutzung” nicht nur in Afrika weitaus besser funktioniert, als das konkurrierende Modell des Käseglocken-Naturschutzes.

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