Schlagwort-Archive: Schweiz

Schweiz: “Ein grauenhaftes Bild” – vier Wölfe durchstreifen Dorf in Graubünden

+++ Sachsen-Anhalt: Jäger findet Leiche im Wald +++ Österreich: Jäger unterstützen Zirkus in der Corona-Krise +++ Baden-Württemberg: Studentin entwickelt Wildschwein-Würzmischung für ihre Bachelorarbeit +++ Rezept: Wildschwein einmal anders +++ 

Im Schweizer Kanton Graubünden sind vier Wölfe am hellichten Tag durch das Dorf Pigniu in der Region Surselva gestreift. Ein “grauenhaftes Bild” sei das gewesen, kommentiert die Bauernfamilie, die die Wölfe gesehen und auch gefilmt hat gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Die Landwirte machten sich große Sorgen um ihre Ställe, in denen Schafe, Lämmer und Rinder untergebracht waren – bei offenen Stalltüren. Die Wölfe zogen jedoch scheinbar uninteressiert in ca. 20 Metern Entfernung an dem Gehöft vorbei. Sehenswert ist das Video, das auf der NZZ-Seite zu sehen ist: Auch wenn man als Nicht-Schweizer kein Wort von dem Kommentar der filmenden Bäuerin versteht, Faszination und Freude, die für die Landbewohnerin von diesem einmaligen Naturerlebnis ausgehen, finden allein schon im Tonfall der anscheinend älteren Frau ihren vollkommenen Ausdruck.

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Schweiz: Kranker Wolf geschossen

+++ Bayern: Braunbär bei Garmisch-Partenkirchen – Wanderer sollen aufpassen +++ 

In der Nacht auf Mittwoch wurde im Kanton Thurgau ein Wolf durch die Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau in Zusammenarbeit mit der St. Galler Wildhut geschossen. Der Abschuss erfolgte, weil das Tier verschiedene Krankheitsbilder zeigte.

Der Wolf, der in den vergangenen Wochen im Grenzgebiet der Kantone Thurgau und St. Gallen bei verschiedenen Angriffen mehrere Schafe getötet hatte – letztmals am 17. Februar in der Region Bischofszell, wo er ein weiteres Schaf in einem offenen Laufstall riss – war krank. Der Verdacht bestand von Beginn weg aufgrund fehlender Haare an der hinteren Körperhälfte, wie die Bilder von Fotofallen zeigten. Der Wolf kehrte bereits vergangene Woche mehrmals zum Hof im Kanton St. Gallen zurück, wo er mehrere Schafe gerissen hatte. Dort gelangen zahlreiche Fotos und Direktbeobachtungen, welche belegen, dass sich der Gesundheitszustand in den letzten Wochen massiv verschlechterte. Zudem deutete auch der immer kleiner werdende Radius seiner Raumnutzung auf ein atypisches Verhalten hin.

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Schweiz: Wolf im Kinderland

+++ Brandenburg: “Schlachtfeld” – Wölfe reißen 13 Stück Gatterwild +++ Brandenburg: Dreimal mehr Wölfe? – Zweifel an offiziellen Wolfszahlen +++ 

Ein Wolf ist am hellichten Tag bei Obersaxen im Schweizer Kanton Graubünden durch das Kinderland einer Skischule gestreift. Der Vorfall ereignete sich am Morgen des 09. Januar vor 8 Uhr früh. Eine von einem Augenzeugen erstellte Aufnahme des Wolfs wurde Schweizer Medien übermittelt. Der Wolf auf dem Bild streift anscheinend in aller Seelenruhe durch die Skischule, vorbei an bunt beleuchteten Buden. Der Bündner Jagdinspektor Adrian Arquint bestätigte gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handele. Der für das Gebiet zuständige Wildhüter habe ihm berichtet, dass an dem Morgen Wölfe in der Umgebung gesichtet worden waren. In den vergangenen Wochen sind bereits mehrfach Wolfssichtungen aus der Umgebung Obersaxens gemeldet worden. Es sei “speziell”, dass sich der Wolf bei Tageslicht zeige, meint Arquint. Tagsüber sollten sich Wölfe nicht in der Nähe der Menschen aufhalten, so der Jagdinspektor gegenüber dem SRF. Schon zwei Mal sei versucht worden, die Wölfe durch Schüsse aus der Nähe der Siedlung zu vertreiben, heißt es in dem Bericht weiter. Dies solle nun nochmals probiert werden. red.

Beitragsbild: Wolf im Kinderland (Screenshot)

Schweiz: Jungwölfe zum Abschuss freigegeben

+++ Schweiz: Alp bleibt nach Wolfsangriff unbeweidet +++

Zu viele Nutztiere gerissen – Kanton lässt zur Reduzierung der Rudelgröße vier Jungwölfe aus dem Beveriner Rudel abschießen

Diesen Sommer ereigneten sich am Heinzenberg und im Safiental im Streifgebiet des Beverinrudels mindestens 15 Risse aus Ziegenherden, die durch Herdenschutzmassnahmen geschützt waren. Damit wurde ein Grenzwert überschritten, welcher das Verhalten dieses Wolfsrudels als problematisch klassifiziert. Aufgrund der gesetzlichen Grundlage hat der Kanton Graubünden Schritte zur Regulierung des entsprechenden Wolfsrudels eingeleitet, teilt der Kanton mit.

Die DNA-Proben haben das männliche Elterntier M92 als Verursacher identifiziert. Bereits im letzten Jahr ist das Tier negativ aufgefallen, als es auf der Stutzalp oberhalb Splügen eine grosse Anzahl Schafe gerissen hat. Nun hat dieser Wolf damit begonnen, Tiere in geschützten Herden zu reissen und dieses Verhalten an seine Nachkommen weiterzugeben.

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Schweiz: Erfolglose Wolfsentnahmen – Kanton will mehr Jäger einbinden

Im Schweizer Kanton Wallis wurden im vergangenen Jahr zwei Abschussbewilligungen für Wölfe erteilt, die Nutztiere gerissen hatten. Beide Wölfe entgingen jedoch den Jägern, die Abschussgenehmigungen verfielen. Das erinnert an ähnlich erfolglose Versuche in Niedersachsen, den Leitrüden des Rodewalder Rudels GW717m zu entnehmen: Seit Monaten wird die Abschussgenehmigung für den Wolf stets aufs Neue verlängert und “das Verfahren zur Entnahme weiter unter Hochdruck vorangetrieben”, wie das niedersächsische Umweltministerium verlautbaren lässt (JAWINA berichtete).

Die beiden Großräte Grégory Logean (SVP) und Alex Schwestermann (CSPO) im Kanton Wallis sinnen auf Abhilfe und haben den Staatsrat aufgefordert, “Maßnahmen zu prüfen, um die Chancen für einen Wolfsabschuss bei entsprechender Abschussbewilligung zu erhöhen”, wie 1815.ch berichtet.

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Schweiz: Passion. Bilder von der Jagd

Das Bündner Kunstmuseum Chur, das derzeit sein hundertjähriges Bestehen feiert, zeigt die hochkarätige Ausstellung: Passion. Bilder von der Jagd 22. Juni –27. Oktober 2019

In keinem anderen Schweizer Kanton ist die Jagd in der Öffentlichkeit derart präsent wie in Graubünden. Das Bündner Kunstmuseum widmet ihr nun erstmals eine grosse Ausstellung, die allerdings weit über Graubünden hinausgreift. Sie fragt nach Konstanz und Wandel in der Darstellung und Interpretation der Jagd als einer vielfältigen, universell verbreiteten Kultur-technik und betrachtet das regional solide verankerte Thema im Kontext international be-deutender Kunst.Kuratiert von Stephan Kunz und Peter Egloff.

Jagd bedeutete schon immer viel mehr als die blosse Beschaffung von Nahrung oder die Abwehr von Nahrungskonkurrenten. Jagdbare Tiere gehören zu den frühesten Motiven von Malerei und Skulptur überhaupt. Die Ausstellung denkt über Jagd, Jäger und Gejagte nach, wie sie von der Antike bis zum «Animal Turn» der Gegenwart wahrgenommen und dargestellt werden. In sieben Kapiteln thematisiert sie den mythologischen Überbau von Artemis und Diana bis zum heiligen Hubertus. Sie spürt dem Zusammengehen von Eros und Thanatos nach, zeigt die Jagd als Bühne der Macht, illustriert die Bedeutung von Trophäen und fragt nach der Wildnis als Sehnsuchtsort.

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Schweiz: Walliser Kantonsparlament will Wolfsjagd für alle

+++ Sachsen-Anhalt: Wegen Wolf – Damwildzüchter gibt auf +++

Das Kantonsparlament des Wallis hat am gestrigen Dienstag einem Postulat mit dem Titel “Erhöhung der Chancen für einen Wolfsabschuss” zugestimmt. Das Postulat war von den Abgeordneten Gregory Logean (SVP) und Alex Schwestermann (CVP) im November 2018 eingerecht worden. Zur Begründung des Postulats führten die Abgeordneten an: “Das Zeitfenster für den Abschuss von zwei Wölfen im Val d’Anniviers und im Goms ist ungenutzt verstrichen. Das ist angesichts der von diesen zwei Raubtieren verursachten Schäden sehr bedauerlich. In der Zwischenzeit gehen die Angriffe weiter: Vergangene Woche wurden drei Ziegen in Hérémence gerissen und weitere sind spurlos verschwunden.

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Schweiz: Deutliche Mehrheit für stärkere Bejagung von Großprädatoren

Der Kanton Uri sei am Sonntag wieder einmal “Testkanton” für die Schweiz gewesen, schreibt die Neue Zürcher Zeitung (NZZ): Erstmals durften die Urner an der Wahlurne über eine Volksinitiative abstimmen, die eine stärkere Bejagung von Großprädatoren wie Wolf, Luchs oder Bär fordert. Insgesamt stimmten 70,2 Prozent der Wahlberechtigten für die Initiative des Schweizer Bauernverbandes “Zur Regulierung von Großraubtieren”, in manchen Gemeinden lag die Zustimmung bei weit über 90 Prozent (z.b. Unterschächen 96,1 Prozent, Isenthal 93,2 Prozent). Der klare Wahlausgang zeige, dass “insbesondere der Wolf in den Alpenkantonen, zu denen auch das Wallis und Graubünden gehören, ein unerwünschter Gast” sei, schreibt die NZZ: Landwirte, insbesondere Schafzüchter, Touristiker und eine klare Mehrheit der Bevölkerung hielten nichts davon, dass die Raubtiere ihre ursprünglichen Jagdreviere zurückerobert hätten. Die Abstimmung zeigt aber auch, wie wenig die lautstarke Pro-Wolfs-Propaganda einschlägig bekannter Organisationen und Akteure die tatsächliche Stimmung insbeondere der ländlichen Bevölkerung widerspiegelt. Außer der Regierung, Naturschutzorganisationen und der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz hätten praktisch alle Parteien und Organisationen das Volksbegehren zur Annahme empfohlen.

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Erstes Saugatter der Schweiz entsteht im Kanton Zürich

Bei Elgg im Schweizer Kanton Zürich soll das erste Schwarzwildgatter der Schweiz entstehen. Die Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons teilt dazu mit: “Bei der Jagd auf die sich immer mehr ausbreitenden Wildschweine leisten Jagdhunde gute Dienste. Damit sich Hunde und Wildschweine bei der Jagd nicht gegenseitig verletzen, müssen die Hunde den Umgang mit Wildschweinen erlernen können. Nun steht in einem Wald südlich von Elgg bald die dafür nötige Einrichtung zur Verfügung. Das so genannte “Schwarzwildgewöhnungsgatter” wird professionell konzipiert und geführt und von Tierschutz-Fachleuten beaufsichtigt.

In den letzten Jahren hat der Bestand an Wildschweinen, so genanntem Schwarzwild, im Schweizer Mittelland weiter zugenommen. Eine Regulierung des Wildschweinbestandes ist vordringlich, denn die Tiere richten großen Schaden an landwirtschaftlichen Kulturen und immer mehr auch innerhalb von Wohnsiedlungen an. Die Jagd auf Wildschweine ist anspruchsvoll und aufwändig. Ohne die Unterstützung von Jagdhunden, die das Schwarzwild in ihren dichten Einständen aufstöbern, ist es nicht möglich, den Schwarzwildbestand ausreichend zu regulieren. Die Hunde leisten auch gute Dienste, wenn es darum geht, ein durch einen Verkehrsunfall verletztes Wildschwein zu finden, um es von seinen Leiden zu erlösen.

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Schweiz: Null Stimmen für Jagdverbot im Kanton Zürich

Die Initiative “Wildhüter statt Jäger”, die ein Verbot der durch private Jäger betriebenen, sogenannten Milizjagd im Kanton Zürich erreichen wollte, ist krachend gescheitert: In keiner der 180 stimmberechtigten Gemeinden konnten die Initianten eine Mehrheit für ihren Vorstoß erreichen. Bei einem Erfolg wäre die Milizjagd abgeschafft worden, stattdessen hätten beim Staat angestellte und aus Steuermitteln finanzierte Wildhüter das Wildtiermanagement betrieben. Die heftigste Ablehnung schlug den Jagdgegnern in der Gemeinde Ossingen entgegen, wo 91,7 Prozent der Wahlberechtigten gegen die Initiative stimmten, im gesamten Kanton lag die Ablehnungsquote bei über 84 Prozent. “Wer allerdings meint, dass die Initianten nach diesem klaren Verdikt Abstand von ihrer Idee nehmen würden, die Milizjagd abzuschaffen und durch ein System professioneller Wildhüter zu ersetzen, irrt”, berichtet die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Stattdessen erklären sich die Jagdgegner “das miserable Abschneiden ihrer Vorlage” durch “böswillige Benachteiligung durch den Kanton”, so die NZZ. Das schlechte Abschneiden sei “durch den überraschend früh angesetzten Abstimmungstermin” zu erklären. Die Jäger hätten darum gewusst, die Jagdgegner hingegen seien “überrumpelt” worden (die Abstimmung wurde vorverlegt, Anm. d. Red.) und hätten zu wenig Zeit gehabt, “die Leute zu informieren.” Eine krude Verschwörungstheorie der Unterlegenen, die angesichts der ausgiebigen Berichterstattung in Schweizer Medien und der von der Verbotsinitiative selbst mit großem Elan betriebenen PR-Kampagne absurd anmutet.

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