Schlagwort-Archive: Schweiz

Schweiz: Null Stimmen für Jagdverbot im Kanton Zürich

Die Initiative “Wildhüter statt Jäger”, die ein Verbot der durch private Jäger betriebenen, sogenannten Milizjagd im Kanton Zürich erreichen wollte, ist krachend gescheitert: In keiner der 180 stimmberechtigten Gemeinden konnten die Initianten eine Mehrheit für ihren Vorstoß erreichen. Bei einem Erfolg wäre die Milizjagd abgeschafft worden, stattdessen hätten beim Staat angestellte und aus Steuermitteln finanzierte Wildhüter das Wildtiermanagement betrieben. Die heftigste Ablehnung schlug den Jagdgegnern in der Gemeinde Ossingen entgegen, wo 91,7 Prozent der Wahlberechtigten gegen die Initiative stimmten, im gesamten Kanton lag die Ablehnungsquote bei über 84 Prozent. “Wer allerdings meint, dass die Initianten nach diesem klaren Verdikt Abstand von ihrer Idee nehmen würden, die Milizjagd abzuschaffen und durch ein System professioneller Wildhüter zu ersetzen, irrt”, berichtet die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Stattdessen erklären sich die Jagdgegner “das miserable Abschneiden ihrer Vorlage” durch “böswillige Benachteiligung durch den Kanton”, so die NZZ. Das schlechte Abschneiden sei “durch den überraschend früh angesetzten Abstimmungstermin” zu erklären. Die Jäger hätten darum gewusst, die Jagdgegner hingegen seien “überrumpelt” worden (die Abstimmung wurde vorverlegt, Anm. d. Red.) und hätten zu wenig Zeit gehabt, “die Leute zu informieren.” Eine krude Verschwörungstheorie der Unterlegenen, die angesichts der ausgiebigen Berichterstattung in Schweizer Medien und der von der Verbotsinitiative selbst mit großem Elan betriebenen PR-Kampagne absurd anmutet.

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Schweiz: Abschuss von zwei Wölfen angeordnet

Jacques Melly, Staatsrat im Schweizer Kanton Wallis, hat den Abschuss von zwei Wölfen in den Regionen Goms und Val d’Anniviers angeordnet. In diesen Regionen wurden im Verlaufe des Sommers mindestens 34 Schafe auf geschützten Alpen und 87 auf nicht schützbaren oder ungeschützten Alpen gerissen. Die Bewilligungen für je einen Wolfsabschuss in den beiden Regionen stützen sich auf die Bestimmungen der eidgenössischen Jagdgesetzgebung und deren Verordnung.

In der Region Goms haben die Rissereignisse ab Mitte August 2018 bis zum vergangenen Wochenende stark zugenommen. Dabei wurden auf geschützten Alpen mindestens 23 Schafe getötet und zehn verletzt. Da bereits im Vorjahr Schäden zu verzeichnen waren und auf den geschützten Alpen Bellwald (Richinen), Rappental und Geren-Längis mehr als 15 Schafe gerissen wurden, sind gemäss Art. 9bis der eidgenössischen Jagdverordnung (JSV) die Voraussetzungen für den Einzelabschuss eines Wolfes im Goms in den Schadenperimetern erfüllt. Der Departementsvorsteher hat deshalb, gestützt auf diese Feststellungen, auf den Alpen Richinen, Rappental, Geren-Längis und deren Umgebung, einen Wolfsabschuss angeordnet.

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Umfrage: Jagd in der Schweiz ist nachhaltig, tierschutzgerecht und nützt der Artenvielfalt

Schweizer Bevölkerung anerkennt Nutzen und Leistungen der Jagd

Die große Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist der Meinung, dass hierzulande nachhaltig und tierschutzgerecht gejagt wird. Die Jagd nütze der Artenvielfalt und diene der Schadensprävention in Wald und Feld. JagdSchweiz freut sich über die positiven Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage und ist sich der damit verbundenen Verpflichtung bewusst.

Seit 2012 lässt JagdSchweiz alle zwei Jahre die Einstellung der Schweizer Bevölkerung zur Jagd umfassend untersuchen. Seit Beginn der Umfragen kann festgestellt werden, dass die Jagd sowie die Jägerinnen und Jäger eine große Anerkennung bei der Bevölkerung genießen. Die im Juli 2018 durchgeführte repräsentative Umfrage bestätigt dieses Meinungsbild erneut. Die Jägerinnen und Jäger erhalten ein gutes Zeugnis.

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Schweiz: “Grundlagen für Regulierung des Wolfsbestands schaffen”

+++ Brandenburg: Stadt Schlieben will wolfsfreie Zone werden +++ Sachsen: Wolf bei Wildunfall verletzt +++ Schweiz: Wolf reißt 18 Schafe in Graubünden +++

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Schweizer Nationalrates hat der Vorlage zur Teilrevision des Jagdgesetzes zugestimmt. Der Entwurf des Bundesrates stelle eine ausgewogene Vorlage dar, ist die Mehrheit überzeugt. Eine Minderheit verlangt die Rückweisung an den Bundesrat.

Die Kommission ist einstimmig auf die Vorlage zur Teilrevision des Jagdgesetzes eingetreten (17.052), wie die Schweizer Parlamentsdienste mitteilen. Der Entwurf des Bundesrates geht zurück auf verschiedene Vorstöße aus dem Parlament. Insbesondere forderte die Motion Engler, Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung, den Bundesrat auf, die rechtlichen Grundlagen zu schaffen für eine Bestandsregulierung von Wölfen, um die Herausforderungen mit der wachsenden Wolfspopulation zielgerichtet und bedarfsgerecht angehen zu können. Die Kommissionsmehrheit ist der Auffassung, dass der Bundesrat dem Parlament eine ausgewogene Vorlage präsentiert, welche sowohl dem Artenschutz, aber auch den Lösungen für das Zusammenleben mit Großraubtieren Rechnung trägt. Sie stellt dabei fest, dass nicht länger nur die Bergbevölkerung betroffen ist, sondern der Wolf bei seinen Streifzügen bis weit ins Mittelland vorstößt.

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Berner Konvention: Schweiz beantragt Rückstufung des Schutzstatus des Wolfs

Die Schweiz hat am 16. August 2018 bei der Berner Konvention des Europarates einen Antrag um Rückstufung des Wolfs von «streng geschützt» zu «geschützt» eingereicht. Dies entspricht einem Auftrag der UREK des Ständerats. Würde diesem Antrag stattgegeben, bliebe der Wolf zwar ein geschütztes Tier. Die Vertragsstaaten der Berner Konvention würden aber mehr Handlungsspielraum beim nachhaltigen Management des Wolfs erhalten. Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention wird den Antrag an seiner jährlichen Sitzung im November beraten.

Die Schweiz beantragt beim Ständigen Ausschuss der Berner Konvention, dass der Wolf nicht mehr in Anhang II «streng geschützt», sondern neu in Anhang III «geschützt» aufgeführt wird. Die Wolfsbestände in Europa sind in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen, insbesondere in jenen Ländern, wo der Wolf vor vierzig Jahren – zur Zeit der Erarbeitung des internationalen Vertragswerks – nicht mehr in der Natur vorkam. In der Schweiz wanderten die ersten Wölfe 1995 zu. Vor sieben Jahren bildete sich in Graubünden das erste Rudel. In der Folge wuchs der Wolfsbestand auch in den Schweizer Alpen rasch an, auf heute drei bis vier Rudel und insgesamt ca. 50 Wölfe.

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Schweiz: Breites Bündnis gegen Jagdverbot im Kanton Zürich

Am 23. September stimmen die Wahlbürger des Schweizer Kantons Zürich über die von Tierschützern und Jagdgegner lancierte Initiative “Wildhüter statt Jäger” ab. Die Initiative verfolgt das Ziel, das bestehende Jagdsystem der sogenannten Milizjagd abzuschaffen, bei dem lokale Jagdgesellschaften für die Hege und Pflege der Wildbestände zuständig sind. Nach dem Wunsch der Initianten sollen nach dem Vorbild des Kantons Genf stattdessen vom Staat bezahlte Wildhüter das Wildtiermanagement übernehmen. Diesem Ansinnen stellt sich ein breites Bündnis aus Jägern und Landwirten und Politikern aus dem gesamten politischen Spektrum entgegen. Regierungsrat und Kantonsrat lehnen das Begehren ab, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, “und zwar einstimmig.” Auch der Schweizer Naturschutzverband Pro Natura lehnt die Initiative ab.

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Schweiz: Deutscher Rentner vom Vorwurf der Wolfswilderei freigesprochen

Schuldsprüche jedoch wegen mehrfacher Verstöße gegen Jagd- und Waffenrecht

Am 7. März 2016 ist bei Raron im Schweizer Kanton Wallis der bereits stark verweste Kadaver eines männlichen Wolfs gefunden worden, der durch DNA-Analysen als M63 identifiziert wurde. Am Freitag musste sich ein deutscher Rentner, der seit Jahren in der Region wohnt, vor dem Bezirksgericht Brig wegen des Verdachts auf illegalen Abschuss dieses Wolfs verantworten. Das Gericht sah die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe jedoch nicht als erwiesen an. So ließ sich das in dem Kadaver gefundene Geschoss nicht eindeutig einem bestimmten Gewehr zuordnen. Außerdem sei nicht bewiesen worden, dass sich M63 zum Tatzeitpunkt tatsächlich in dem Gebiet aufgehalten habe, in dem der Beschuldigte der Fuchsjagd nachging. Das Gericht sprach den Angeklagten daher vom Vorwurf des illegalen Wolfsabschusses frei. Des weiteren wurde er auch vom Vorwurf unrechtmäßiger Abschüsse eines Wildschweins, eines Rotwildkalbs und eines Rotspießers sowie diverser weiterer Verstöße gegen das Waffengesetz freigesprochen.

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Schweiz: Hitzige Debatte um Jagdgesetz-Novellierung im Ständerat

+++ Italien: Südtirol erarbeitet Regeln für Wolfsabschüsse +++

Erleichterter Wolfsabschuss beschlossen – Verbände drohen mit Referendum

Die geplante Novellierung des eidgenössischen Jagdgesetzes (JAWINA berichtete) ist im Schweizer Ständerat in einer mehr als vierstündigen Sitzung hitzig diskutiert worden. Nicht in allen Punkten wurde daher eine abschließende Entscheidung erreicht. Die Debatte soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Die Kernpunkte der Novellierung wurden vom Ständerat jedoch bereits mit 25 zu 20 Stimmen Mehrheit beschlossen: So dürfen Schweizer Behörden künftig nicht nur einzelne Individuen geschützter Arten zum Abschuss freigeben, sondern die Dezimierung ganzer Bestände erlauben. Die Bedingungen dafür sollen festgeschrieben werden. Wölfe sollen auch dann geschossen werden können, wenn sie zuvor keinen großen Schaden angerichtet haben, es soll zudem “keine absolute Pflicht zu Herdenschutzmassnahmen” geben. Auch Biber und Luchse können in der Schweiz in Zukunft einfacher zum Abschuss freigegeben werden.

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Schweiz: Erleichterter Abschuss von Wolf, Luchs, Schwan und Biber

In der Schweiz steht die Novellierung des Jagdgesetzes an, diskutiert wird vor allem über die Herabsetzung des Schutzstatus und den in Folge erleichterten Abschuss von bislang streng geschützten Tierarten. Dabei geht es, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, in erster Linie um den Wolf, dessen Bestand auch in der Schweiz ansteigt und eine zunehmende Zahl von Nutztierrissen (ca. 150 pro Jahr) zur Folge hat. Vier Wolfsrudel, insgesamt etwa 40 bis 50 Tiere, soll es laut NZZ aktuell in der Schweiz geben. In der Schweiz sind Abschüsse von Wölfen möglich und wurden in des Vergangenheit auch schon mehrfach bewilligt, wenn ein Wolf eine bestimmte Zahl von Nutztieren gerissen hat. Dem Schafzüchterverband reicht das nicht, er fordert eine Neuverhandlung des Schutzstatus, damit Wölfe “unbürokratisch reguliert” werden können.

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Wolf: Kanton Wallis will Wolfshybriden abschießen lassen

Das Parlament des Schweizer Kantons Wallis hat am 15. Mai zwei Postulate gutgeheißen, die sich mit Wolfshybriden beschäftigen: In dem Postulat “Werden die Wolfshybriden entnommen?” geht es um  genetische Untersuchungen der Wolfspopulation in Frankreich: Bei Medienkonferenz am 22. November 2017 in Grenoble präsentierte die französische Landwirtschaftskammer demnach die Resultate von DNA-Analysen, die das deutsche Institut für forensische Genetik und Rechtsmedizin ForGen durchgeführt hatte. Von den entnommenen Proben konnten 60% ausgewertet werden. Es seien bei den verwertbaren Resultaten ausschliesslich Wolfs-Hunde-Mischlinge festgestellt worden, so der Text des Postulats.

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Schweiz: Weniger Schutz für Wölfe

Umweltkommission will Abschüsse ermöglichen, auch wenn die Wölfe zuvor keine großen Schäden angerichtet haben – Schutzmaßnahmen sollen nicht mehr verpflichtend sein – Biber und Luchs in Bestandesregulierung aufgenommen

Die Umweltkommission im Schweizer Parlament hat die Detailberatung zur Änderung des Jagdgesetzes (17.052) abgeschlossen und der Vorlage mit 6 zu 4 Stimmen zugestimmt. An der Liste der geschützten Tiere (gemäß Berner Konvention) werden keine Änderungen vorgenommen. Im Kernstück der Vorlage, dem Artikel 7a, soll hingegen die Regulierung des Bestandes von gewissen geschützten Tierarten neu gehandhabt werden. Mit der Umsetzung der Motion (Mo.) 14.3151 «Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung» sollen gemäß der Vorlage des Bundesrates neu auch Wolfbestände regulierbar sein, damit ein großer Schaden oder eine Gefährdung von Menschen verhindert werden kann. Eine Mehrheit der Kommission will nun weitergehen als der Bundesrat vorschlägt. Mit 6 zu 5 Stimmen hat sie beschlossen, die Bedingungen für einen regulierenden Eingriff in den Bestand etwas milder auszugestalten: Der Begriff des «großen» Schadens soll aus Absatz 2 gestrichen werden und Schutzmaßnahmen sollen nicht mehr absolute Pflicht sein.

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Schweiz: Jäger im Kanton Baselland fordern Nachtzielgeräte für die Waldjagd

Im Schweizer Kanton Baselland herrscht eine ziemlich spezielle Rechtslage, was den Einsatz von Nachtzielgeräten (NZG) für die Schwarzwildbejagung angeht: Schon vor einigen Jahren hat der Kanton acht NZG angeschafft, die er mittels Ausnahmebewilligung an Jäger ausleiht (!), wie die Basellandschaftliche Zeitung (BZ) berichtet. Seit Oktober 2017 dürfen sich Jäger in dem Kanton NZG auch persönlich anschaffen – allerdings nur für die Jagd auf dem Feld, das Verbot, NZG im Wald einzusetzen blieb bestehen, so die BZ. Auf die rechtliche Situation haben sich mittlerweile anscheinend auch die Sauen eingestellt: Sie kommen, so klagt ein Jäger, mitunter über Wochen nicht aus dem Wald, weil sie wüssten, dass ihnen draußen Gefahr droht. Über 80 Prozent der Schwarzwildabschüsse im Kanton Baselland wurden im Feld durchgeführt. Im Jahresbericht des kantonalen Jagdverbands Jagd Baselland beklagen die Jäger nun, dass für “eine effiziente Bejagung in der Nacht im Wald die notwendigen Bewilligungen zum Einsatz von Nachtzielgeräten” fehlen würden.

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Schweiz: Vollsperrung wegen Hirschrudel auf der Autobahn

Am Mittwochmorgen sind einige Hirsche auf die Autobahn A13 bei San Vittore im Schweizer Kanton Graubünden gelangt. Auf der A13 sowie auf der H13 kam es in der Folge zu je einem Unfall mit je einem Tier dieser Gruppe. Kurz vor 5 Uhr morgens erhielt die Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei Graubünden die Meldung, dass sich Wildtiere auf der Autobahn A13 zwischen dem Abschnitt der Raststätte Campagnola und der Verzweigung Bellinzona Nord befinden. Kurz darauf ging eine Meldung ein, dass ein Personenwagen einen Hirsch auf der A13 erfasst hat. Zwei Patrouillen der Kantonspolizei Graubünden sperrten unter Mithilfe einer Polizeipatrouille der Kantonspolizei Tessin unverzüglich die Autobahn. Gemeinsam mit dem Wildhüter trieben die Polizisten die Tiere, allesamt Hirsche, über diverse Zugänge der Wildschutzzäune von der Autobahn, welche während rund zwei Stunden gesperrt war. Eines der Tiere wurde anschliessend auf der Italienischen Strasse H13 von einem weiteren Personenwagen erfasst. PM

Beitragsbild: Windschutzscheibe eines Autos nach Kollision mit Hirsch auf der H13. Foto: Kantonspolizei Graubünden

Schweiz: Kanton Zürich lehnt Abschaffung der Milizjagd ab

Eine Initiative von Jagdgegnern, die die Abschaffung der sogenannten Milizjagd im Kanton Zürich zum Ziel hatte, ist krachend gescheitert: Mit 165-Nein-Stimmen bei 0 Ja-Stimmen und vier Enthaltungen lehnten die Kantonsräte das Volksbegehren ab, das nach dem Vorbild des Kantons Genf die Jagd privaten Jägern entreißen und stattdessen durch Berufsjäger ausüben lassen wollte. Die “Wortführerin” der Jagdgegner, die ehemalige SP-Kantonsrätin Marianne Trüb beschuldigte die Jäger einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung zufolge, mit Bleimunition zu jagen, Schutzgebiete zu zerstören und “ganze Waldstücke zulasten der Erholungssuchenden in Beschlag” zu nehmen und “bei der Baujagd Tierkämpfe zwischen Jagdhund und Wildtier” zu veranstalten. Diese Anschuldigungen wiesen Parlamentarier verschiedener Parteien zurück: Sie verwiesen auf die intensive Ausbildung der Jäger. Die Idee, Wildbestände würden sich in der Kulturlandschaft “von selbst regulieren”, sei eine gefährliche Illusion. Selbst die Linken verteidigten das bewährte Jagdwesen. Eine Umstellung würde vor allem eines bringen: Hohe Kosten.

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Schweiz: Region will Herdenschutzhunde verbieten

Gemeindepräsident: “Wir haben jetzt zwei Probleme: den Wolf und die Hunde.”

In der Region Andermatt im Schweizer Kanton Uri ist eine Initiative gestartet worden, die ein Totalverbot von Herdenschutzhunden in der Gemeinde anstrebt. Anlass sind Konflikte mit Wanderern und Mountainbikern, die nach Angaben des Talammanns (Gemeindepräsidenten) Hans Regli von den Hunden verängstigt, zur Umkehr gezwungen und mitunter auch gebissen worden seien. Gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) erklärte Regli: “Solange hier Touristen nicht sicher wandern können, sondern von Herdenschutzhunden angegriffen werden, können wir nicht ruhig schlafen.”

Die Interessengemeinschaft “Keine Herdenschutzhunde” fordert ein Verbot der Herdenschutzhunde im Urserental, laut NZZ eine Fläche von 175 Quadratkilometern. Der Präsident der IG, Columban Russi, beklagte in der NZZ, dass die Hunde die Touristen von den Wegen vertreiben, die mit viel Geld unterhalten werden. Sie richteten mehr Schaden an, als sie nützten. Ein Herdenschutzexperte bestritt laut NZZ, dass es die Probleme im geschilderten Ausmaß gebe, räumte jedoch ein, dass in anderen Kantonen wegen der Herdenschutzhunde bereits Wanderwege gesperrt oder verlegt werden mussten. In Andermatt wird jetzt über Alternativen zu einem Totalverbot beraten. SE

Beitragsbild: Herdenschutzhunde. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JE für den Hinweis!

Schweiz: Jäger schiesst Wolf – aus Versehen

+++ Hessen: Wolf bei Marburg gesichtet +++ Baden-Württemberg: Wolfsnachweis im Enzkreis +++ Hessen: Wölfe kurzzeitig aus Tierpark ausgebrochen +++ Schweiz: Wolf trabt an Haustür vorbei +++

In Goms, einem Bezirk im Schweizer Kanton Wallis, hat ein Jäger in der Samstagnacht eine Wölfin erlegt – weil er diese mit einem Fuchs verwechselt hat. Der Vorfall ereignete sich bei einer Fuchspassjagd, bei der Füchse an Luderplätzen angelockt werden. Wie der Kanton mitteilt, wurde die Wildhut durch eine unverzügliche Selbstanzeige informiert. DNA-Analysen zur Feststellung der Abstammung des Tieres wurden angeordnet. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren eröffnet. Die Fuchspassjagd ist im Goms bis Ende Februar offen. Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) benachrichtigte die Staatsanwaltschaft, welche für den vorliegenden Jagdvorfall zuständig ist. Diese hat zwischenzeitlich ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Ein Sprecher der DJFW erklärte gegenüber dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), “normalerweise solle das natürlich nicht passieren. Doch je nach Umständen, etwa bei tiefem Schnee oder Mulden könne es womöglich zu einer Verwechslung kommen.”

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Schweiz: Kantone lehnen EU-Waffenrecht ab

Mehrere Schweizer Kantone lehnen die Umsetzung der jüngsten EU-Waffenrechts-Verschärfung ab. Am heutigen 5. Januar läuft die Vernehmlassungsfrist für einen Bundesbeschluss zur Übernahme der EU-Waffenrichtlinie 2017/853 aus. Hatten zunächst vor allem Schützen, Jäger und Reservisten lautstark gegen die Verschärfung protestiert, so äußern nun auch u.a. die Kantone Obwalden, Thurgau, Schwyz und Nidwalden vehemente Kritik: “Unverhältnismässiger Verwaltungs- und Kontrollaufwand ohne Gewinn von Sicherheit, weitere Einschränkung der Eigenständigkeit und Missachtung des Sonderfalls Schweiz, bürokratischer Leerlauf”, bemängeln die Kantone einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) zufolge. Es zeige sich, dass der Widerstand größer sei, als erwartet, eine “neuerliche Konfrontation mit der EU” scheine unausweichlich, so die NZZ.

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Schweiz: Jäger erschiesst vier Schafe

Ein Jäger hat am Samstag in einem Waldstück im Schweizer Kanton Thurgau vier Schafe erschossen. Er gab an, die Tiere mit Wildschweinen verwechselt zu haben. Drei weitere Schafe wurden vermutlich durch Querschläger so schwer verletzt, dass sie geschlachtet werden mussten. Die Kantonspolizei bestätigte dem St. Galler Tageblatt zufolge den Vorfall. Nach dem Vorfall zeigte sich der Jäger selbst an, die Polizei verständigte den Schafhirten. Der Präsident der Jagdgesellschaft erklärte gegenüber FM1 Today, dass es sich um einen “schweren Jagdfehler” handle. Man schieße nur auf etwas, das man erkennt. Dem Jäger drohe der Verlust des Jagdscheins. red.

Beitragsbild: Schaf. Foto: SE

Nach Tierschützer-Protesten – vorläufiges Aus für erstes Schweizer Saugatter

Das bei Elgg im Schweizer Kanton Zürich geplante erste nationale Saugatter der Schweiz steht vor dem Aus: Tierschützer-Protest haben, wie die Limmattaler Zeitung berichtet,  die Gemeinde bewogen, das als “tierquälerische Wildschwein-Guantanamo” diffamierte Projekt vorerst auf Eis zu legen. Dass die Ausbildung von brauchbaren Hunden zur Schwarzwildbejagung unmittelbar dem Tierschutz dient, hat bei der Entscheidung offenbar ebenso wenig eine Rolle wie gespielt, wie Forschungsergebnisse der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die in einer Reihe von Studien wissenschaftlich nachgewiesen haben, dass die Situation im Saugatter für die Wildschweine keine extreme Stresssituation und damit keine Tierquälerei darstellt. Bei der Entscheidung, das Projekt zu “sisitieren”, spielte auch die bevorstehende Volksabstimmung über die Jagd in Zürich (JAWINA berichtete) eine Rolle: Wenn die private oder Milizjagd ohnehin verboten wird, brauche es auch weniger ausgebildete Hunde… SE

Beitragsbild: Hund im Saugatter. (Archivbild) Foto: SE

Schweiz: Steinwildjäger tödlich verunglückt

Am Montag ist ein 66 Jahre alter Jäger im Schweizer Kanton Graubünden tödlich verunglückt. Der Mann war mit einem Jagdkollegen im Val Chöglias in Ramosch auf der Steinbockjagd. Kurz vor 14.30 Uhr querten die beiden einen steilen, mit wenig Schnee belegten Grashang. Bei dieser Querung glitt der 66-Jährige aus, rutschte rund 75 Meter den Hang hinunter und stürzte über eine Kuppe in das Bachbett. Die alarmierte Rega-Crew konnte den Jäger nur noch tot bergen. Die Kantonspolizei Graubünden untersucht, wie es zu diesem Sturz gekommen ist. PM

Beitragsbild: Unfallstelle im Val Chöglias. Foto: Rega

Schweiz: Züricher stimmen über Jagdverbot ab

Die Stimmberechtigten im Schweizer Kanton Zürich werden darüber abstimmen dürfen, ob die Jagd durch private Jäger, in der Schweiz Milizjagd genannt, verboten wird. Der Kanton bestätigte, dass Aktivisten der Tierpartei Schweiz genügend Stimmen eingereicht hätten, um die kantonale Volksinitiative “Wildhüter statt Jäger” zustande kommen zu lassen. Die Initiative fordert, die Milizjagd nach dem Vorbild des Kantons Genf abzuschaffen. Stattdessen sollten sich Tierbestände “natürlich regulieren”, das Wildtier-Management soll durch beim Kanton angestellte Wildhüter ausgeübt werden. Für Wildschäden soll der Kanton – sprich: der Steuerzahler – haften. Die Wildhüter sollen nur dann regulierend eingreifen können, wenn “alle anderen erdenklichen Schutzmassnahmen nicht zielführend waren.” Über die im Bedrafsfall “anzuwendenden Maßnahmen” soll eine “Fachkommission” entscheiden, die u.a. mit Tierschützern besetzt ist.

Samuel Ramseyer, Sprecher von Jagd Zürich, erklärte gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), dass man die Initiative “sehr ernst” nehme, da sie in den Städten auf Sympathie stoßen könne. Christian Jacques, Präsident von Jagd Zürich warnte in der NZZ, es sei “reine Augenwischerei” zu glauben, dass 30 bis 50 Wildhüter die Aufgaben von 1400 Milizjägern übernehmen könnten. Bauern und Waldbesitzer lehnen die Initiative vehement ab und unterstützen die Jäger. Schon jetzt litten die Bauern unter hohen Wildschäden, die Folgen einer Annahme der Initiative seien “unberechenbar”, so ein Sprecher des Züricher Bauernverbandes.

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Schweiz: Braunbär im Kanton Bern gesichtet

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Junger Elchbulle bei Pasewalk – Video bei Twitter +++ Kärnten: Hund beschossen, Anzeige wegen Tierquälerei gegen Jäger +++

Im Genstal oberhalb von Innertkirchen im Schweizer Kanton Bern hat ein Jäger einen Braunbär gesichtet. Er konnte das Tier mehrere Minuten lang beobachten, wie die Nidwalder Zeitung berichtet. Das Tier habe sich unauffällig verhalten. In den vergangenen Monaten waren bereits zwei Bärensichtungen auf Kantonsgebiet gemeldet worden. Aus gegebenem Anlass hat das Berner Jagdinspekoratein ein Merkblatt “Jagen im Bärengebiet” herausgegeben. Es enthält wichtige Hinweise, was bei der Jagd im Bärengebiet zu beachten ist und steht hier zum Download bereit.

Schweiz: “Keine Jagd im Kopf”

Die acht Mitglieder einer Jagdgruppe im Val Bondasca, dem Gebiet, das von dem verheerenden Bergsturz im Bondo betroffen ist, gehen dieses Jahr nicht zur Jagd. Sie haben ihre Jagdpatente zurück nach Chur geschickt, wie das SRF berichtet. Dies geschehe zum einen aus Pietätsgründen, aber auch, weil die meisten Jäger ihre Maiensässe bei dem Unglück verloren hätten. SE

Beitragsbild: Braunbär in Alaska frisst Lachs. Autor: Steve Hillebrand, US Fish & Wildlife Service, National Digital Library, Quelle: Wikipedia

Schweiz will Schutzstatus des Wolfs lockern

Schweizer Abgeordnete (Räte) sind sich mehrheitlich einig darüber, dass der Schutzstatus des Wolfs gelockert werden soll. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet (ein JAWINA-Leser schrieb neulich in einer Mail an die Red., die Schweizer Zeitungen seien ja heute das, was das Westfernsehen früher für DDR-Bürger war), hätte das Parlament bereits eine Motion des Bündner CVP-Ständerats Stefan Engler angenommen, Diese verlange, dass die Wolfspopulation unabhängig von einem Schaden dezimiert werden könne, beispielsweise um die Bildung von Rudeln zu verhindern, so die NZZ.

Eine Standesinitiative des Kantons Wallis mit dem Titel “Wolf. Fertig lustig!” fordert überdies, dass die Schweiz die Berner Konvention, den völkerrechtlichen Vertrag über den Artenschutz, neu verhandelt. Ziel sei, den Schutz des Wolfes aufzuheben. Zudem solle der Wolf ganzjährig gejagt werden dürfen. Diese Initiative ist vom Ständerat abgelehnt, vom Nationalrat hingegen angenommen worden (Ständerat und Nationalrat sind die zwei Kammern der Schweizer Bundesversammlung, die gemeinsam die Legislative bilden). Der Bundesrat suche nun nach einem mit der Berner Konvention vereinbaren Mittelweg. Ziel ist, den Schutzstatus des Wolfes in der Konvention von “streng geschützt” auf “geschützt” zurückstufen. Die würde eine kontrollierte Bejagung wie bei anderen geschützten Arten – Luchs und Steinbock werden als Beispiele genannt – ermöglichen.

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Schweiz: Fuchs beisst schlafende Kinder

In Pfäffikon im Schweizer Kanton Zürich hat ein Fuchs zwei zwölf und 14 Jahre alte Kinder gebissen, die auf der Terrasse eines Wohnhauses schliefen. Der Fuchs war schon mehrfach im Garten des Hauses beobachtet worden, wie das Onlineportal 20minuten berichtet. Der Vater der Kinder vermutet, dass der Fuchs an der Hand des älteren Kindes geschnüffelt habe, woraufhin dieses beim Aufwachen zusammenzuckte. Der Fuchs habe sich erschreckt und zugebissen. Nach dem Biss in die Hand des älteren Kindes, biss er auch noch dem jüngeren Jungen in die Hand und beide Schultern. Dem älteren Bruder gelang es dann, den Fuchs zu vertreiben. Die Bissverletzungen waren nicht tief und wurden vom Vater verarztet. Die Kinder erhielten eine Tetanus-Impfung. SE

Beitragsbild: Fuchsstrecke. Foto: SE

Schweiz: Toter Wolf im Kanton Freiburg

In der Gemeinde Jaun im Schweizer Kanton Freiburg ist ein toter Wolf entdeckt worden. Ein Landwirt fand den Kadaver am Freitag (9.6.) Nachmittag auf einem Feld. Wie das Amt für Wald, Wild und Fischerei (WALDA) des Kantons mitteilt, handelt es sich um ein ausgewachsenes weibliches Tier. Die Todesursache steht noch nicht fest, eine Schussverletzung ist nicht zu erkennen. Die rote Wölfin ist in die Pathologie der Universität Bern verbracht worden, wo sie seziert werden soll. Auch eine DNA-Analyse soll dort vorgenommen werden. PM

Beitragsbild: Tote Wölfin im Kanton Freiburg. Quelle: WALDA

Schweiz: Abschussverfügung für Wolf M75 in weiterem Kanton

Der Schweizer Kanton Appenzell Ausserrhoden schliesst sich den Kantonen Graubünden, Tessin und St. Gallen an und erlaubt den Abschuss des schadenstiftenden Wolfes M75 auf dem Kantonsgebiet.

Der Wolf M75 hat seit Beginn des Jahres in mehreren Kantonen eine große Anzahl von Schafen getötet. In seinem Streifgebiet wurden innerhalb der letzten vier Monate mindestens 55 Schafe gerissen. Betroffen waren betreute Herden, die sich auf elektrisch gesicherten Weiden und in der Nähe von Häusern befanden. Die Risse konnten mit DNA-Analysen eindeutig dem Wolfsrüden M75 zugeordnet werden. Auch der Riss von zwei Schafen am 25. Februar 2017 auf einer Heimweide im Gebiet Wässern, Heiden, wurde zweifelsfrei von diesem Wolf verursacht. In Appenzell Ausserrhoden sind seit 2014 insgesamt sechs Schafe von verschiedenen Wölfen gerissen worden.

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Schweiz: Tierschützer baut Paketbomben

Eine unappetitliche Geschichte scheint sich im Schweizer Tierschützer-Milieu zugetragen zu haben: Wie blick.ch berichtet, soll “Haesli-Papa” Ueli Bichsel, der einen Gnadenhof für Hasen und Kaninchen betreibt, funktionsfähige Paketbomben gebaut haben, mit denen er Tierquäler bekämpfen wollte. Den Hinweis erhielt die Polizei blick.ch zufolge ausgerechnet von Erwin Kessler (72), Präsident des Vereins gegen Tierfabriken Schweiz (VgT), einer militanten Tierrechtler-Organisation. Dem VgT-Präsidenten soll der Haesli-Papa eine funktionsfähige Bombe vorgeführt haben. Die Vorführung liege jedoch schon Monate zurück, weshalb Kessler gegenüber blick.ch einräumte, dass er sich zu spät an die Polizei gewandt habe. Der VgT distanziere sich vom Häslihof und Ueli Bichsel und erklärte, dass er mit Gewalt “nichts zu tun haben” möchte. Die Polizei stellte mehrere Kisten mit verdächtigen Materialien sicher, der Nagerfreund sitzt in Untersuchungshaft. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten und verlinkten Beitrags in blick.ch (Bildschirmfoto, Ausschnitt).

Schweiz: Jäger sollen Gämsen schonen

“Zahlen heute den Preis für eine zu intensive Jagd”

Die Schweizer Gamspopulation ist seit Jahren rückläufig. Die Gamsstrecke hat sich in den letzten zwanzig Jahren nahezu halbiert. Als Gründe werden der Verlust von Lebensräumen infolge von zunehmenden Freizeitaktivitäten und Tourismus genannt, aber auch die verstärkte Konkurrenz durch Rothirsche und Steinwild, die Rückkehr von Großraubtieren sowie Erkrankungen wie Gamsblindheit und Räude. Einer der wichtigsten Faktoren ist nach Ansicht von Reinhard Schnidrig, der beim Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) für Wildtiere und Waldbiodiversität zuständig ist, jedoch “die falsche Jagdplanung in einigen Kantonen”, wie das Schweizer Nachrichtenportal FM1Today berichtet. Strenge Winter würden bei der Festsetzung der Abschusspläne unzureichend berücksichtigt: Der Jagddruck hab sich wegen der Förster erhöht,  sagt Schnidrig der Nachrichtenagentur sda: “Viele Regionen in der Schweiz zahlten heute den Preis für eine zu intensive Jagd.” Die Schweizer Jäger wollen nun ihren Teil zu einer Erholung der Gamspopulation beitragen:

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Schweiz: Graubünden gibt Wolf zum Abschuss frei

Der Schweizer Kanton Graubünden hat den Wolf M75 zum Abschuss freigegeben, weil zwischen dem 21. Januar und dem 8. Februar 2017 im Bergell, in der Leventina (Kanton Tessin) und im Misox mehr als 40 Schafe gerissen hat, wie es in einer Pressemitteilung des Kantons heißt. In drei Fällen, nämlich in Stampa, in Faido und in Cama sei aufgrund von genetischen Analysen ein und derselbe Wolfsrüde M75 als Verursacher identifiziert worden. Weiter heißt es in der Mitteilung: “Gestützt auf Art. 9bis der eidgenössischen Jagdverordnung kann eine Abschussbewilligung für einzelne Wölfe erteilt werden, die erheblichen Schaden an Nutztieren anrichten. Ein erheblicher Schaden an Nutztieren durch einen einzelnen Wolf liegt unter anderem dann vor, wenn in seinem Streifgebiet innerhalb eines Monats mindestens 25 Nutztiere, trotz Herdenschutzmaßnahmen, getötet werden. Schäden, die auf dem Gebiet von zwei oder mehreren Kantonen entstanden sind, haben die betroffenen Kantone koordiniert zu beurteilen. Die Abschussbewilligung muss der Verhütung weiteren Schadens an Nutztieren dienen.

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Schweiz: Wolf im Wallis gewildert

10.000 Franken Belohnung für Hinweis auf Täter

Im Schweizer Kanton Wallis ist ein Wolf gewildert worden. Spaziergänger entdeckten den Kadaver des erwachsenen, weiblichen Tiers am 17. Februar gegen 17:00 Uhr in einem Wald bei dem Ort Pomi in Mayoux/Anniviers. Die Wölfin weist einen Einschuss hinter der Schulter auf. Für eine Autopsie wird der Tierkadaver ins Institut für Pathologie der Universität Bern transportiert, wie die Kantonspolizei mitteilt. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet. Die Kantonspolizei hat einen  Zeugenaufruf im Internet veröffentlich: lle Personen, die sachdienliche Hinweise machen können, sind gebeten sich bei der Kantonspolizei, Tel. +43 (0)27 326 56 56, zu melden. Die “Gruppe Wolf” hat eine Belohnung in Höhe von 10.000 Franken ausgelobt für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen. SE/PM

Beitragsbild: Gewilderte Wölfin. Quelle: Kantonspolizei Wallis

Schweiz Kanton Wallis will Wölfe “regulieren”

Abschuss von Jungtier(en) geplant – Bauern in Brandenburg beklagen zunehmende Schäden durch Wölfe

Der Schweizer Kanton Wallis will den Abschuss eines Jungtiers aus dem Walliser Wolfsrudel beim Bund beantragen. Die Voraussetzungen für eine Regulierung seien erfüllt, heißt es in einer Medienmitteilung des Kantons: “Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) hat für die Zeit zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober 2016 eine Schadensbilanz der Wolfpräsenz im Wallis erstellt. Im besagten Zeitraum wurden im Kanton neun Wölfe, darunter mindestens drei Jungtiere gezählt. Gleichzeitig wurden 187 Nutztiere gerissen. Der Schaden beläuft sich auf 83.680 Franken. In der Augstbordregion ist die Präsenz eines Rudels bestätigt.  Dort sind gemäss Einschätzungen der kantonalen Behörden die Voraussetzungen für eine Regulierung erfüllt. Der Kanton wird deshalb beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) einen Regulationsantrag stellen. Die ergriffenen Herdenschutzmassnahmen auf den Heim- und Sömmerungsbetrieben haben zu einem verbesserten Schutz der Herdentiere beigetragen.

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Schweiz: “Schnauze voll” vom Wolf

Wolf zum Maskottchen des FIFA World Cups in Russland gewählt.

In der Schweiz wollen sich die Gegner einer ungebremsten Ausbreitung von Großraubtieren in der “Vereinigung zum Schutz von Jagd- und Nutztieren vor Grossraubtieren in der Zentralschweiz (VSvGZ)” zusammenschließen, wie das Onlineportal Blickamabend.ch berichtet. Die Initiatoren, zu denen eine Tourismusdirektorin, Landwirte und Nutztierhalter zählen, beklagen, dass dieWiederansiedlung von Grossraubtieren speziell in Berg- und Randregionen zu zunehmenden Problemen in der Land- und Alpwirtschaft führe und die Bevölkerung verunsichere. Sie fordern eine einfachere Regulierung von Wölfen, Bären und Luchsen. SE

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Schweiz: Kanton Graubünden führt Promillegrenze für Jäger (doch nicht) ein

Update 19.10.: Graubündner Parlament lehnt Promillegrenze für Jäger ab

Das Graubündner Parlament hat wider Erwarten die Einführung einer Promillegrenze für Jäger abgelehnt. Zuvor war vom Großen Bündner Rat Zustimmung zur Revisionsvorlage der Regierung signalisiert worden, wie watson.ch berichtet. Eine Minderheit im Parlament habe sich jedoch “mit Vehemenz” gegen die Promillegrenze gewehrt, so das Portal. Die Bündner Jagd habe kein Alkoholproblem, zitiert watson.ch den Sprecher der Kommissionsminderheit. Bisher sei bei keinem einzigen Jagdunfall Alkohol im Spiel gewesen. Die neuen Bestimmungen seien völlig unverhältnismäßig.

“Ein anderer Großrat sagte, die Bestimmungen über den Alkoholmissbrauch seien realitätsfremd. Die ganze Jägerschaft werde unter Generalverdacht gestellt”, schreibt watson.ch. Die Graubündner Regierung hatte die Volksinitiative, auf deren Betreiben es zu der Abstimmung gekommen war, zuvor als jagdkritisch charakterisiert: “Die Volksinitiative hat ein jagdkritisches Fundament. Sie richtet sich gegen die Jagd als Institution. Getragen wird die Initiative von Kreisen, die deutlich machen, dass sie die Jagd ablehnen. Die einzelnen Initiativbegehren sind so abgefasst, dass wenig Spielraum für einen sachgerechten, direkten Gegenvorschlag bleibt. Daher verzichtet die Regierung, dem Grossen Rat gemeinsam mit der Initiative einen direkten Gegenvorschlag zu unterbreiten, und beantragt, die Initiative dem Volk zur Ablehnung zu empfehlen”, heißt es auf der Seite des Graubündner Parlaments.

Dass es der zunächst kleinen Minderheit gelang, die Mehrheit auf ihre Seite zu ziehen, zeigt, was demokratische Abgeordnete, die sich tatsächlich nur ihrem Gewissen und dem gesunden Menschenverstand verpflichtet fühlen, erreichen können. Ein schöner Sieg über Populismus und Lobby-Machenschaften!

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Schweiz: Jagd auf Schadwolf kostet 44.000 Franken

Die Jagd auf einen (!) Schadwolf im Schweizer Kanton Uri schlägt für den Steuerzahler mit ca. 44.000 Franken (ca. 40.500 Euro) zu Buche. Das berichtet Internetportal bz basel. Für die zweiwöchige Jagd auf den Wolf, der nach erteilter Abschussgenehmigung schließlich erlegt wurde, waren dem Bericht zufolge zwei hauptberufliche Wildhüter sowie sieben weitere Wildhüter und Jagdaufseher im Einsatz, deren Einsätze teilweise als Überstunden kompensiert wurden. Der Wert der aufgewendeten Arbeitsstunden beträgt ca. 25.000 Franken. Die Jäger stellten für ihre Bemühungen weitere 8500 Franken in Rechnung,  mehr als 10.000 Franken wurden für Helikopterflüge, Fahrten, Übernachtungen in einer Hütte und Mahlzeiten aufgewendet. Wieviel der Aufenthalt des Schadwolfs den Kanton insgesamt gekostet hat, ist laut bz basel unklar, man gehe aber davon aus, dass Aufwendungen für Herdenschutz und Schadensersatz für gerissene Tiere die Kosten für die Jagd überstiegen. SE

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Tierschützer agitieren gegen Baujagd – mit Bild von Kleinem Münsterländer

Sie haben sich wirklich Mühe gegeben, eine Atmosphäre von Blutrünstigkeit zu schaffen, aber manchmal reicht Mühe-geben eben nicht: “Rote Flecken aus dem Photoshop” zieren die Bögen, mit denen Tierschützer im Schweizer Kanton Thurgau Unterschriften gegen die Baujagd sammeln – und ein Bild von einem “munteren Kleinen Münsterländer”, der einen Fuchs apportiert. Das Schweizer Tagblatt, das über die Aktion berichtet, hat in der Sache investigativ ermittelt und herausgefunden: Der Kleine Münsterländer (KlM) ist zwar dem Namen nach klein, in Wahrheit aber zu groß für die Baujagd, weil er gar nicht in einen Fuchsbau passt. Der von dem KlM apportierte Fuchs müsse also anderweitig erlegt worden sein.

Ein schrecklicher Verdacht…

Ein JAWINA-Leser brachte soeben telefonisch einen noch weitaus schwerer wiegenden Verdacht auf: Demnach seien die Flecken auf dem Kopf des abgebildeten Hundes eher schwarz als braun, es müsse sich also eher um einen Großen Münsterländer handeln… So oder so: Der Tierschutzpräsident redet sich heraus: Sein Rechtsanwalt habe die Kampagnenbogen gestaltet, also eigentlich auch nicht selber, sondern die Gestaltung in Auftrag gegeben. Eines wisse er aber: Bei der Baujagd fließe Blut. Auch wenn man nach der Sache mit dem KlM Anlass hätte, den jagdlichen Sachverstand des Tierschutzpräsidenten in Zweifel zu ziehen, aber das mit dem Blut stimmt. Und trifft auch auf alle anderen Jagdarten zu, deren Ziel üblicherweise die Erlegung eines Beutetiers ist.

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