Schlagwort-Archive: Schutzzaun

Frankreich baut ASP-Schutzzaun an Grenze zu Belgien

Jagdverbote und Waldbetretungsverbote verhängt, alle forstwirtschaftlichen Aktivitäten untersagt

Der französische Landwirtschaftsminister Stéphane Travert hat die Präventionsmaßnahmen gegen eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Frankreich verschärft. In den fünf an Belgien grenzenden Departements Ardennes, Meuse, Moselle and Meurthe-Moselle wurden zunächst 134 Gemeinden zu Gebieten mit verstärkter Beobachtung (zone d’observation renforcée) erklärt. Mittlerweile wurde dieser Status für die 21 am wenigsten gefährdeten Gemeinden wieder aufgehoben. In den verbleibenden 112 Gemeinden gilt ein Jagdverbot. In weiteren 91 Gemeinden der Departements Meuse und Meurthe-Moselle wurde zudem ein Waldbetretungsverbot verhängt und die Einstellung der Forstwirtschaft angeordnet. Außerdem soll mit der Errichtung eines ASP-Schutzzauns an der Grenze zu Belgien begonnen werden. Ist der Zaun installiert, so soll in den Hochrisikogebieten mit der Ausdünnung der Wildschweinpopulation durch verstärkte Bejagung begonnen werden. Schweinehaltende Betriebe müssen ab sofort strenge Biosicherheitsregeln einhalten, so sind alle Transportfahrzeuge nach jedem Einsatz gründlich zu reinigen und zu desinfizieren, Freilandbetriebe müssen doppelt eingezäunt werden. Das belgische ASP-Infektionsgebiet ist nur zehn Kilometer von der französischen Grenze entfernt. Mittlerweile wurde ASP in Belgien bei 75 verendeten Wildschweinen nachgewiesen. red.

Beitragsbild: Zaun mit Nato-Stacheldraht. Autor: Joe Mabel, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

Auch der Nabu kann seine Schafe nicht schützen

Wiederholte Wolfsangriffa auf Nabu-Herde trotz Zwei-Meter-Zäunen und Stacheldraht

Bei jeder Gelegenheit behauptet der Nabu, dass es nur auf korrekten Herdenschutz ankomme, und schon sei die friedliche Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung überhaupt kein Problem. So einfach scheint es dann wohl doch nicht zu sein: Jedenfalls gelingt es dem Nabu nicht, seine eigenen Schafe zuverlässig vor Wolfsattacken zu schützen – und das trotz Einzäunung à la Hochsicherheitstrakt. In einem Moorgebiet bei Aschen (Niedersachsen, Landkreis Diepholz) bewirtschaftet der Nabu eine ca. vier Hektar große Streuobstwiese. Vor zwei Jahren fielen hier bereits einige Schafe einem Wolfsangriff zum Opfer. Daraufhin wurde die Fläche komplett neu eingezäunt. Bis zu zwei Meter hoch ist der Zaun, die Zaunspitze ist zusätzlich mit Stacheldraht gesichert, wie die Oldenburgische Volkszeitung berichtet. Nun wurden bei einem neuerlichen Wolfsangriff wieder mindestens sieben Schafe getötet. Weitere drei Schafe werden vermisst.

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Belgien plant ASP-Schutzzaun

Der Landwirtschaftsminister der belgischen Region Wallonie, René Collin, hat auf einer Pressekonferenz erklärt, dass sein Ministerium eine Million Euro für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bereitstellen wird. Vor gut einer Woche waren mehrere verendete, mit dem ASP-Virus infizierte Wildschweine in der Region gefunden worden (JAWINA berichtete). Das Geld soll auch für den Bau eines Schutzzauns verwendet werden, um die infizierten Wildschweine vom Verlassen des Infektionsgebiets abzuhalten. Zunächst müsse es jedoch darum gehen, so Collin, das Infektionsgebiet weiter einzugrenzen. Um die Fundstellen der verendeten Sauen ist ein 63.000 Hektar großes Risikogebiet festgelegt worden, in dem ein Jagd- und weitgehendes Betretungsverbot gilt. Dieses Areal ist viel zu groß, um es einzuzäunen.

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Nach Wolfsangriff bei Lenzen: Bauernbund verlangt Stopp aller Herdenschutzprogramme

Nachdem Wölfe am Elbdeich bei Lenzen (Brandenburg, Landkreis Prignitz) zwei Schafe gerissen haben, obwohl diese durch Herdenschutzhunde bewacht wurden, hat der Bauernbund Brandenburg die Landesregierung aufgefordert, alle Herdenschutzprogramme zu stoppen und statt dessen die Schutzjagd auf Wölfe nach dem skandinavischen Modell zuzulassen. “Wir halten immer schärfere Hunde und bauen immer höhere Zäune, aber das interessiert doch den Wolf nicht, wenn er Hunger hat”, argumentiert der Wolfsbeauftragte des Bauernbundes Frank Michelchen, Biobauer aus Leibsch im Spreewald, der selber bereits zwei Kälber an das Raubtier verloren hat: “Wir müssen uns endlich eingestehen, dass der einzige funktionierende Herdenschutz weniger Wölfe sind.”

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Bulgarien baut ASP-Schutzzaun

In Bulgarien ist an der Grenze zu Rumänien nach dänischem Vorbild mit dem Bau eines Schutzzauns gegen das Eindringen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) begonnen worden. Allein in den letzten Tagen sind mehr als 250 ASP-Ausbrüche im rumänischen Donaudelta gemeldet worden. Der 133 Kilometer lange Grenzzaun soll verhindern, dass erkrankte Tiere über die Grenze von Rumänien nach Bulgarien wechseln. Einige Seuchenherde liegen nur etwa 60 Kilometer von der Grenze entfernt. Der EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, hat Rumänien derweil aufgefordert, intensiver gegen die dort grassierende ASP vorzugehen. Die Behörden des Landes sollten ihre Zusammenarbeit stärken, um Seuchenschutzmaßnahmen durchzusetzen. Kleinbetriebe sollten intensiver kontrolliert und illegale Importe von infiziertem Schweinefleisch aus Nicht-EU-Ländern wie Moldawien oder der Ukraine unterbunden werden. Der rumänische Landwirtschaftsminister Petre Daea forderte im Gegenzug Solidarität und FInanzhilfen von der EU. red.

Beitragsbild: Zaun mit Nato-Stacheldraht. Autor: Joe Mabel, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

“Grenzgänger Schwein” – WWF warnt vor Schweinezaun an dänisch-deutscher Grenze

In einem gemeinsamen, offenen Brief an Politiker in Dänemark und Deutschland warnen die nationalen WWF-Organisationen der betreffenden Länder vor dem geplanten Schweinezaun an der Grenze. Um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, prüft Dänemark derzeit den Bau einer solchen Anlage. So sollen Wildschweine am Grenzübertritt gehindert werden. Der WWF bezweifelt nicht nur die Wirksamkeit dieses Vorhabens, sondern warnt zugleich vor einer gravierenden Barriere für andere Wildtiere und einer Zerschneidung von Schutzgebieten.

„Es kann als wahrscheinlicher angesehen werden, dass die Schweinepest durch menschliche Nachlässigkeit in Zuchtbetriebe gelangt, als durch Wildschweine. Der Zaun wäre lediglich eine Barriere, die mitten durch zahlreiche Naturschutzgebiete führt – inklusive des Wattenmeers, das als UNESCO-Welterbe von internationaler Bedeutung ist. Vom Feldhasen bis zum Rotwild wären zudem zahlreiche Tierarten davon betroffen“, kritisiert Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland und einer der Unterzeichner des Briefes, der auch an Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck geschickt wurde.

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Polen will ASP-Schutzzaun bauen

Polen plant, an seiner Ostgrenze einen 1200 Kilometer langen Schutzzaun zu errichten, der Grenzübertritt und Einwanderung ASP-infizierter Wildschweine aus der Ukraine, Russland und Weißrussland unterbinden sollen. Das berichtet das Netzwerk Euractiv unter Berufung auf die englische Tageszeitung Telegraph. Demnach soll der Zaunbau noch 2018 begonnen und 2020 fertiggestellt sein. Der Zaun soll zwei Meter hoch sein und über fest im Boden verankerte Fundamente verfügen, um ein Überspringen und Unterwühlen des Zauns zu verhindern. Dennoch bestreiten Experten die Wirksamkeit des geplanten Zauns: Zum einen, weil Wildschweine ihn vermutlich dennoch überwinden könnten, zum anderen, weil die ASP bereits in Polen grassiere. Auf die ökologischen Auswirkungen eines solchen Zauns, der Wildbewegungen zahlreicher anderer Tierarten drastisch einschränken würde, wird in den Berichten nicht eingegangen.

Übrigens ist es sehr aufschlussreich, das Impressum von Euractiv aufzurufen und sich vor Augen zu führen, welche Akteure sich da zu diesem “unabhängigen und pan-europäischen Mediennetzwerk spezialisiert auf EU-Politik” [Selbstdarstellung auf Euractiv.com] zusammengefunden haben: Die Partei “Die Linke” im Europaparlament, einige NGOs, die Parteistiftung der Grünen, also die Heinrich Böll Stiftung, der Nabu Deutschland und die Party of the European Left. So stellt man sich doch ein “unabhängiges Mediennetzwerk” vor, nicht wahr? Neben solchen Playern, die in der erodierenden Medienlandschaft sehr wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen werden, braucht es dann nur noch das Netz-DG und zwangsgebührenfinanzierten Regierungsfunk – da muss man sich um einheitliche Meinungsbildung keine Sorgen mehr machen. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf Euractiv. (Screenshot)