Schlagwort-Archive: Schutzstatus

Prof. Pfannenstiel: Wolfs-Lobby täuscht Öffentlichkeit

Im Celler Kurier ist ein Interview mit Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel zum Thema Wolf erschienen. Es geht u.a. um die Probleme mit dem Wolf in der Kulturlandschaft, das Versagen von Herdenschutzmaßnahmen, den Schutzstatus des Wolfs in verschiedenen EU-Ländern – und die Probleme, in Deutschland ein praktikables Wolfsmanagement durchzusetzen, weil Politik und Naturschutzverbände miteinander auf ungute Weise verbandelt sind. Leseempfehlung!

Beitragsbild: Headline des empfohlenen Beitrags im Celler Kurier (Screenshot)

Die Red. dankt den JAWINA-Lesern TU, KB und SG für ihre Hinweise!

Baden-Württemberg: Grüner Umweltminister für Wolfsabschüsse

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) hat sich in einem Brief an den EU-Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei, Karmenu Vella, gewandt, um ein effizeientes Wolfsmanagement und damit “letale Entnahmen” im Ländle zu ermöglichen – letztlich aus Artenschutzgründen. Denn wenn Weidetierhalter die Nebenerwerbs- oder Hobbyhaltung wegen des Wolfs aufgeben, lassen sich “beweidungsabhängige FFH-Lebensraumtypen” nicht erhalten. Auch werde “von einigen Bevölkerungskreisen eine pauschale Entnahme von Wölfen vermehrt gefordert.” Den Schutzstatus des Wolfs will Untersteller jedoch nicht ändern. Wir dokumentieren das Schreiben Untersteller an die EU im Wortlaut.

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Management von Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie

Sehr geehrter Herr Kommissar,

in Baden-Württemberg gibt es zahlreiche natürliche Lebensräume, die ihre Existenz einer jahrhundertelangen Beweidung verdanken. Zu nennen sind hier insbesondere Lebensräume von europaweiter Bedeutung, die innerhalb Deutschlands ihr Hauptvorkommen u.a. in Baden-Württemberg haben. So sind beispielsweise Wacholderheiden (FFH-Code 5130), Kalk-Magerrasen und Kalk-Pionierrasen (FFH-Code 6210 und 6110) kennzeichnend für die Schwäbische Alb, trockene Heiden (FFH-Code 4030) und artenreiche Borstgrasrasen (FFH-Code 6230) haben ein Hauptvorkommen im Schwarzwald. Vielfach liegen diese Lebensräume in Bereichen, die beispielsweise aufgrund ihrer Steilheit oder Kleinparzelliertheit nicht mit Maschinen bewirtschaftbar sind und die deshalb aufgrund ihrer extensiven Bewirtschaftung durch Beweidung einen hohen naturschutzfachlichen Wert für die Biodiversität darstellen. Die Erhaltungszustände dieser FFH-Lebensraumtypen sind ungüstig-schlecht.

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Kärnten: Landtagsausschuss einstimmig für Absenkung des Schutzstatus von Wölfen

“Deutschland hat die Rückkehr des Wolfs verschlafen, jetzt haben sie ein Riesenproblem.”

Die im Ausschuss für ländlichen Raum und Infrastruktur im Landtag des österreichischen Bundeslands Kärnten vertretenen Fraktionen haben einstimmig für eine Absenkung des Schutzstatus von Wölfen gestimmt. Mit dem Beschluss soll die Erstellung von Managementplänen und die Entnahme von Wölfen ermöglicht werden. Der Antrag wird nun im Landtag behandelt und dann an die Bundesregierung weitergereicht. Angestrebt wird ein Schulterschluss aller österreichischen Bundesländer, um eine Senkung des Schutzstatus für das gesamte Bundesgebiet zu erreichen.  Der Kärntner ÖVP-Landtagsabgeordnete Ferdinand Hueter erklärte, dies Vorgehensweise ermögliche es, geschlossen an Brüssel heranzutreten. Almwirtschaft und Wolf seien unvereinbar. Denn letztlich ist die Änderung des Schutzstatus nur auf EU-Ebene möglich. Verschiedene Länder erhöhen derzeit den Druck auf die EU, den Wolf von Anhang IV in Anhang V der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) zu überführen. Dies würde eine Bejagung des Wolfs ermöglichen. FPÖ-Landesparteiobmann Gernot Darmann betonte, dass es nicht um eine Ausrottung des Wolfs, sondern um “maßvolle Regulierung” gehe: In Deutschland sei die Rückkehr des Wolfes verschlafen worden, sekundierte der FPÖ-Landtagsabgeordnete Harald Trettenbrein im ORF: “Jetzt haben sie ein Riesenproblem.” red.

Beitragsbild: Almwirtschaft in Österreich. Foto: SE

Jagdverbände dringen bei Treffen mit EU-Kommissar auf pragmatisches Wolfsmanagement

“Notwendigkeit der Überarbeitung des Schutzstatus von Wölfen unabdingbar!”

Die dringende Notwendigkeit pragmatischer Ansätze für das Wolfsmanagement sowie die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) standen im Vordergrund des Termins zwischen dem EU-Kommissar Günther Oettinger, Deutschem Jagdverband, LJV Baden-Württemberg und FACE.

Zum Auftakt des Treffens präsentierte DJV- und FACE Vizepräsident Dr. Volker Böhning die klaren politischen Forderungen der deutschen Jäger für ein effizientes Wolfsmanagement. Eine Aktualisierung des strengen Schutzstatus des Wolfs ist bei dessen rasanter Vermehrung und Ausbreitung und der nicht mehr hinnehmbaren Probleme für Landwirte und Tierzüchter dringend notwendig. Er kritisierte sowohl das Bundesumweltministerium als auch das Bundesamt für Naturschutz in Deutschland und forderte sie zu einer realistischeren Beurteilung der Situation des Wolfes in Europa und Deutschland auf. Der günstige Erhaltungszustand der Wolfspopulation im Nordosten Deutschlands lasse sich nicht mehr bestreiten und es sei Zeit für ein aktives Wolfsmanagement auf jagdrechtlicher Grundlage. Die oftmals angepriesenen Präventivmaßnahmen für die Weidetierhaltung sind weder praktikabel noch finanzierbar.

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JAGD ÖSTERREICH UND FACE TREFFEN EU-KOMMISSAR JOHANNES HAHN: “ÜBERARBEITUNG DES SCHUTZSTATUS FÜR WÖLFE UNABDINGBAR”

Die dringende Notwendigkeit pragmatischerer Ansätze für das Wolfsmanagement sowie die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) standen im Vordergrund des Termines zwischen dem EU-Kommissar Dr. Johannes Hahn, dem Dachverband “Jagd Österreich” und der FACE.

Zum Auftakt des Treffens gab der Geschäftsführende Landesjägermeister Dr. Ferdinand Gorton einen Überblick über die klaren politischen Forderungen von Seiten der österreichischen Jägerschaft. Der Generalsekretär der FACE Ludwig Willnegger verwies zudem auf ähnliche Forderungen des Europäischen Parlaments, des Ausschusses der Regionen sowie der Mehrheit der Mitgliedsstaaten und maßgeblicher Interessensvertreter des Ländlichen Raumes hinsichtlich des dringenden Bedarfs nach einer ordnungsgemäßen Anwendung des Artikels 19 der FFH-Richtlinie. Dies würde den Weg für eine Aktualisierung des strengen Schutzstatus des Wolfs bereiten und den Mitgliedsstaaten dadurch größere Flexibilität gewähren.

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Österreichischer Politiker will Absenkung des Schutzstatus von Wölfen beantragen

DNA-Untersuchungen bestätigen: Wölfe für gerissene Schafe im Schwarzwald und gerissene Kälber im Allgäu verantwortlich

Nachdem die Schweiz bei der Berner Konvention die Rückstufung des Schutzstatus von Wölfen gefordert hat (JAWINA berichtete), will nun auch der stellvertretende Landeshauptmann Niederösterreichs, Stephan Pernkopf, die EU-Kommission auffordern, “den Wolf von der Artenschutzliste zu streichen”, wie heute.at berichtet. Wegen des zu erwartenden exponentiellen Wachstums der Wolfspopulation sei kein Schutzstatus mehr notwendig, so Pernkopf. Regulierungsmaßnahmen hingegen seien “unbedingt nötig”. Im Interview mit dem ORF ergänzte Pernkopf: “Der Wolf ist in Europa kein gefährdetes Tier, es gibt etwa 30.000 Wölfe. Die Sicherheit der Menschen muss oberste Priorität haben.” Die Kritik von Naturschutzverbänden an der in Niederösterreich neuerdings zulässigen Vergrämung von Wölfen mit Schreckschüssen und Gummigeschossen (JAWINA berichtete), bezeichnete Pernkopf als “zynisch und ignorant”. Die 31 zuletzt vom Wolf gerissenen Schafe seien durch Zäune geschützt gewesen. “Was soll man da noch mehr machen?”, fragt Pernkopf. Dies seien ” theoretische Diskussionen”, die er zurückweise.

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Berner Konvention: Schweiz beantragt Rückstufung des Schutzstatus des Wolfs

Die Schweiz hat am 16. August 2018 bei der Berner Konvention des Europarates einen Antrag um Rückstufung des Wolfs von «streng geschützt» zu «geschützt» eingereicht. Dies entspricht einem Auftrag der UREK des Ständerats. Würde diesem Antrag stattgegeben, bliebe der Wolf zwar ein geschütztes Tier. Die Vertragsstaaten der Berner Konvention würden aber mehr Handlungsspielraum beim nachhaltigen Management des Wolfs erhalten. Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention wird den Antrag an seiner jährlichen Sitzung im November beraten.

Die Schweiz beantragt beim Ständigen Ausschuss der Berner Konvention, dass der Wolf nicht mehr in Anhang II «streng geschützt», sondern neu in Anhang III «geschützt» aufgeführt wird. Die Wolfsbestände in Europa sind in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen, insbesondere in jenen Ländern, wo der Wolf vor vierzig Jahren – zur Zeit der Erarbeitung des internationalen Vertragswerks – nicht mehr in der Natur vorkam. In der Schweiz wanderten die ersten Wölfe 1995 zu. Vor sieben Jahren bildete sich in Graubünden das erste Rudel. In der Folge wuchs der Wolfsbestand auch in den Schweizer Alpen rasch an, auf heute drei bis vier Rudel und insgesamt ca. 50 Wölfe.

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Wissenschaftler: “Wölfe weder bedroht, noch isoliert”

+++ Dänemark: ASP-Schutzzaun wird 2019 gebaut +++ Kommentar zum Wolf: Höchste Zeit für Abschussregeln +++ Bayern: Wolf in Aschaffenburger Garten gesichtet +++ Sachsen: Wolf reißt Ziegen auf Kita-Gelände +++ Thüringen: Wolf attackiert Schafherde zum fünften Mal +++ Kommentar: Wolf gehört bejagt +++ Bayern: Wölfe wandern weit +++ Belgien: Zweiter Wolf in Provinz Limburg nachgewiesen +++ Niedersachsen: Wölfin bei Eggestedt totgefahren +++ Österreich: Wolfsriss in Bio-Baumschule +++ Bayern: Dutzend Wolfssichtungen im Allgäu +++

Jörn Theuerkauf wird man mit weit größerem Recht als Wolfsexperten bezeichnen dürfen, als etliche der zahlreichen sogenannten und selbsternannten Pseudo-Wolfsexperten, die von der Naturschutzlobby gleich dutzendweise hervorgebracht und dankbar in den Medien herumgereicht werden. Denn Theuerkauf ist Biologe, hat in Polen Feldforschung zum Wolf betrieben und seine Diplomarbeit über das Thema verfasst. Das Osterholzer Kreisblatt, eine Lokalausgabe des Weser-Kuriers, berichtet unter dem Titel “Wölfe: Eine wissenschaftliche Sicht” über einen Vortrag, den Theuerkauf gehalten hat. Er sei Wissenschaftler und liefere Informationen, entscheiden oder urteilen wolle er nicht, sagt er über sich selbst. Eine löbliche Haltung, mit der sich Theuerkauf wohltuend von “Wissenschaftlern” abhebt, bei denen kaum zu entscheiden ist, ob sie in erster Linie Wissenschaftler oder doch eher Aktivisten sind, auch wenn ihm der Verzicht auf Urteile nicht durchgängig gelingt: Denn dem Artikel nach zu urteilen nimmt Theuerkauf diverse Wertungen vor, die man teilen kann oder auch nicht. Doch von den Informationen, die er liefert, seien “einige doch überraschend”, schreibt das Kreisblatt, zum Beispiel, wenn es um den Schutzstatus des Wolfes gehe.

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Schweiz: Erleichterter Abschuss von Wolf, Luchs, Schwan und Biber

In der Schweiz steht die Novellierung des Jagdgesetzes an, diskutiert wird vor allem über die Herabsetzung des Schutzstatus und den in Folge erleichterten Abschuss von bislang streng geschützten Tierarten. Dabei geht es, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, in erster Linie um den Wolf, dessen Bestand auch in der Schweiz ansteigt und eine zunehmende Zahl von Nutztierrissen (ca. 150 pro Jahr) zur Folge hat. Vier Wolfsrudel, insgesamt etwa 40 bis 50 Tiere, soll es laut NZZ aktuell in der Schweiz geben. In der Schweiz sind Abschüsse von Wölfen möglich und wurden in des Vergangenheit auch schon mehrfach bewilligt, wenn ein Wolf eine bestimmte Zahl von Nutztieren gerissen hat. Dem Schafzüchterverband reicht das nicht, er fordert eine Neuverhandlung des Schutzstatus, damit Wölfe “unbürokratisch reguliert” werden können.

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EU-Kommission lehnt Änderung des Schutzstatus von Wölfen ab

Obwohl die europäische Wolfspopulation stark anwächst und sich Nutztierrisse häufen, lehnt die EU-Kommission eine Änderung des Schutzstatus von Wölfen, was eine geregelte Bejagung ermöglichen könnte, weiterhin ab. Der maltesische EU-Umweltkommissar Karmenu Vella erklärte der Tiroler Tageszeitung (tt) zufolge, es gehe um “die Wahrung des Naturerbes.” Wir bräuchten die Koexistenz von Mensch und Wolf. Die Koexistenz funktioniere nicht, widersprach ein Schafzüchter laut tt.

Vella forderte “effizientere Schutzmaßnahmen: Elektrozäune, modernes Weidenmanagement und Schulungen für Landwirte.” Wenn das alles nichts helfe, müsse es finanzielle Kompensation für den Verlust von Nutztieren geben. Die Kommission sei bereit, solche Maßnahmen zu unterstützen. Es gebe diverse Fördertöpfe für solche Zwecke. red.

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags in der Tiroler Tageszeitung (Screenshot).

Schweiz: Weniger Schutz für Wölfe

Umweltkommission will Abschüsse ermöglichen, auch wenn die Wölfe zuvor keine großen Schäden angerichtet haben – Schutzmaßnahmen sollen nicht mehr verpflichtend sein – Biber und Luchs in Bestandesregulierung aufgenommen

Die Umweltkommission im Schweizer Parlament hat die Detailberatung zur Änderung des Jagdgesetzes (17.052) abgeschlossen und der Vorlage mit 6 zu 4 Stimmen zugestimmt. An der Liste der geschützten Tiere (gemäß Berner Konvention) werden keine Änderungen vorgenommen. Im Kernstück der Vorlage, dem Artikel 7a, soll hingegen die Regulierung des Bestandes von gewissen geschützten Tierarten neu gehandhabt werden. Mit der Umsetzung der Motion (Mo.) 14.3151 «Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung» sollen gemäß der Vorlage des Bundesrates neu auch Wolfbestände regulierbar sein, damit ein großer Schaden oder eine Gefährdung von Menschen verhindert werden kann. Eine Mehrheit der Kommission will nun weitergehen als der Bundesrat vorschlägt. Mit 6 zu 5 Stimmen hat sie beschlossen, die Bedingungen für einen regulierenden Eingriff in den Bestand etwas milder auszugestalten: Der Begriff des «großen» Schadens soll aus Absatz 2 gestrichen werden und Schutzmaßnahmen sollen nicht mehr absolute Pflicht sein.

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Südtirol: Petition fordert Senkung des Schutzstatus von Wölfen

Der Südtiroler Politiker (SVP) und Landtagsabgeordnete Arnold Schuler hat eine Petition gestartet, in der die EU aufgefordert wird, den Schutzstatus der Wölfe zu senken und eine geregelte Entnahme zu ermöglichen. Im Petitionstext heißt es:

Wir fordern:

auf EU-Ebene, dass unverzüglich Maßnahmen getroffen werden, um den Schutzstatus des Wolfes zu senken;

auf nationaler Ebene, dass unverzüglich Maßnahmen getroffen werden, im Rahmen der EU-Richtlinien die geregelte Entnahme von Wölfen in Südtirol zu ermöglichen.

Begründung:

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EU-Kommission lehnt Senkung des Schutzstatus für Wölfe ab

Die EU-Kommission lehnt die Senkung des Schutzstatus für Wölfe ab. Dies teilte EU-Agrarkommissar Phil Hogan auf Anfrage Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) mit. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte sich ebenso wie der Umwelt- und Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Till Backhaus (SPD) für eine Absenkung des Schutzstatus eingesetzt. Dies hätte es zukünftig ermöglicht, die immer weiter anwachsende Wolfspopulation mit jagdlichen Mitteln zu regulieren. Auch die Entnahme von Problemwölfen wäre mit geringerem bürokratischen Aufwand möglich. Hogan begründete seine Ablehnung des Vorstoßes der NOZ zufolge damit, dass in weiten Teilen der EU nach wie vor eine gefährdete Art sei. Eine Erhebung der NOZ ergab, dass Wölfe seit ihrer Rückkehr nach Deutschland mehr als 3500 Nutztiere gerissen haben. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in der NOZ. (Screenshot)

Bundeslandwirtschaftsminister fordert Senkung des Schutzstatus von Wölfen

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat den maltesischen EU-Umwelt-Kommissar Karmenu Vella (67) per Brief aufgefordert, den Schutzstatus von Wölfen abzusenken, berichtet die Bild-Zeitung. Die in Deutschland heimische Wolfspopulation solle nicht mehr in Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie gelistet werden, sondern in Anhang V überführt werden, wie es in anderen Mitgliedsstaaten bereits erfolgt sei. Diese Herabstufung des Schutzstatus würde eine Bejagung der Wölfe ermöglichen. Schmidt begründet seine Forderung mit dem angeblichen Tötung einer britischen Touristin durch Wölfe in Griechenland (JAWINA berichtete). Er wolle nicht, dass “so etwas” auch bei uns passiere, sagte Schmidt der Bild-Zeitung, die Zeit des Redens sei vorbei. Der Wolfsbestand müsse “auch durch Abschüsse” so reguliert werden, dass für Menschen und Nutztierhaltung keine Gefahr vom Wolf ausgehe. Erst nachdem es zu Zwischenfällen gekommen sei, wachten die Ideologen endlich auf – eine Einschätzung hinsichtlich des Aufwachens, die man nicht teilen muss, wenn man die einschlägigen “Wolfs-Experten” so reden hört

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USA: Wyoming nimmt Wolfsjagd wieder auf

Erstmals seit 2013 wird in dem US-amerikanischen Bundesstaat Wyoming wieder eine reguläre Lizenzjagd auf Wölfe stattfinden. Die Jagdsaison für Wölfe beginnt am Sonntag und geht bis zum 31. Dezember. Dem war ein Urteil im Berufungsverfahren eines Bundesgerichts vorausgegangen, durch das der Schutzstatus der Wölfe gelockert wurde. Dies erlaubte es dem Bundesstaat, das Management der Wölfe zu übernehmen, wie U.S.news berichtet. 44 Wölfe sind zum Abschuss freigegeben worden, dies wird als nachhaltige Abschussquote angesehen. Der Bundesstaat strebt an, dass in den Jagdgebieten 160 Wölfe überleben, die Gesamtpopulation in Wyoming (253.336 km², zum Vergleich Sachsen: 18.420 km²) wird auf 380 Wölfe geschätzt. Außerhalb der Nationalparks Yellowstone und Grand Teton sowie dem Wind River Reservat sollen mindestens 100 Wölfe, darunter 10 reproduzierende Paare, erhalten bleiben. SE

Beitragsbild: Irgendwo in Amerika. (Archivbild) Foto: SE

LJVB: “Der Wolf darf nicht das „goldene Kalb“ sein”

Der Landesjagdverband Brandenburg e.V. (LJVB) geht mit klaren Forderungen in die Fachgespräche zum Wolfsmanagement.

Der Landtagsausschuss für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft hat für den morgigen Mittwoch zu einem Fachgespräch „Wolfsmanagement“ eingeladen. Auch der LJVB ist als ein Anzuhörender dazu geladen. Der Geschäftsführer des LJVB, Matthias Schannwell, wird den Standpunkt der Jägerinnen und Jäger Brandenburgs vertreten. „Brandenburg ist flächendeckend Wolfsland. Der Süden ist komplett von Wölfen besiedelt und über die Kyritz-Ruppiner Heide breitet sich Canis lupus weiter unbegrenzt Richtung Norden und Nordwesten aus. Schätzungen besagen, dass sich die Wolfspopulation alle drei Jahre verdoppelt.“, so Schannwell. Die damit verbundenen Probleme drohen unbeherrschbar zu werden. Der Wolfsbestand muss reguliert werden. Dies kann aus Sicht des LJVB nur über die ordnungsgemäße Jagd erfolgen. Das heißt: Senkung des Schutzstatus, Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht und Festlegung einer Jagdzeit. Ziel muss es sein, dass die Wölfe wieder eine natürliche Scheu gegenüber dem Menschen und seinen Einrichtungen entwickeln, die dann an die nächste Generation weitergegeben wird. Eine relativ schnell umsetzbare Alternative wären Schutzjagden nach dem skandinavischen Beispiel. Das würde die Tierhalter kurzfristig entlasten.

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Schweiz will Schutzstatus des Wolfs lockern

Schweizer Abgeordnete (Räte) sind sich mehrheitlich einig darüber, dass der Schutzstatus des Wolfs gelockert werden soll. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet (ein JAWINA-Leser schrieb neulich in einer Mail an die Red., die Schweizer Zeitungen seien ja heute das, was das Westfernsehen früher für DDR-Bürger war), hätte das Parlament bereits eine Motion des Bündner CVP-Ständerats Stefan Engler angenommen, Diese verlange, dass die Wolfspopulation unabhängig von einem Schaden dezimiert werden könne, beispielsweise um die Bildung von Rudeln zu verhindern, so die NZZ.

Eine Standesinitiative des Kantons Wallis mit dem Titel “Wolf. Fertig lustig!” fordert überdies, dass die Schweiz die Berner Konvention, den völkerrechtlichen Vertrag über den Artenschutz, neu verhandelt. Ziel sei, den Schutz des Wolfes aufzuheben. Zudem solle der Wolf ganzjährig gejagt werden dürfen. Diese Initiative ist vom Ständerat abgelehnt, vom Nationalrat hingegen angenommen worden (Ständerat und Nationalrat sind die zwei Kammern der Schweizer Bundesversammlung, die gemeinsam die Legislative bilden). Der Bundesrat suche nun nach einem mit der Berner Konvention vereinbaren Mittelweg. Ziel ist, den Schutzstatus des Wolfes in der Konvention von “streng geschützt” auf “geschützt” zurückstufen. Die würde eine kontrollierte Bejagung wie bei anderen geschützten Arten – Luchs und Steinbock werden als Beispiele genannt – ermöglichen.

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Brandenburg: Bewegung beim Biber

Der Brandenburger Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger hat sich in einem Brief an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks für eine Überprüfung des Schutzstatus‘ des Bibers ausgesprochen. Dies erlaube eine „kontrollierte Jagd“, wie der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) in einer aktuellen Pressemitteilung verlauten lässt. Am 6.7. hatten ca. 150 Bürger, unter ihnen Bauern, Wald- und Grundbesitzer, Fischer und Jäger vor dem Brandenburger Landtag demonstriert, um eine Herabstufung des Schutzstatus des Bibers auf europäischer Ebene zu erreichen (Jawina berichtete).

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