Schlagwort-Archive: Schottland

Nach Trophäen-Selfie: Schottland prüft Verschärfung der Jagdgesetze

Wieder einmal sorgt ein Erleger-Selfie für Ärger: Die amerikanische Jagd-Bloggerin und laut Eigenwerbung “Hardcore-Jägerin” (hardcore huntress) Larysa Switlyk, hat auf Instagram ein Foto einer von ihr auf der schottischen Insel Islay erlegten Wildziege gepostet. Bei den schottischen Wildziegen handelt es sich um die Nachfahren inzwischen gründlich verwilderter Hausziegen, die sich sehr erfolgreich an das wilde Leben in vielen Regionen Schottlands angepasst haben. Die Ziegen gelten als invasive, nicht-einheimische Art, wie die BBC berichtet. Eher jagdfeindlich gesinnte Tierschutzorganisationen wie OneKind kritisierten Swtlyk scharf für ihr Selfie und sprachen von “schockierenden Aufnahmen”. B-Prominente wie die Mutter des schottischen Tennisspielers Andy Murray stimmten in den Empörungs-Chor ein, wie die New York Times berichtet. Ablehnung riefen auch die Kommentare Switlyks hervor, die die Erlegung der Wildziege als “fun hunt” (Spaßjagd) beschrieben hatte und sich – nicht ohne ihre Sponsoren zu erwähnen – mit einem Fernschuss auf 200 Yards (183 Meter) gebrüstet hatte. Der schottische Parlamentsabgeordnete Michael Russell kündigte an, die Angelegenheit mit besonderer Dringlichkeit mit der Umweltstaatssekretärin Roseanna Cunningham zu erörtern. Er würde dergleichen gern sofort beendet sehen, so der Politiker.

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Sie nennen mich Willi – ein Schweißhundwelpe erzählt

Eine Kolumne von Robert Saemann-Ischenko

Folge 10a (außerplanmäßig): Kleinanzeige

Haaaaaaaaaalooooooooooooo da draußen! Hört mich jemand? Hiiiiilfeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee! Mayday, all stations, BGS in Not, mayday! Diese Pfeifen! Schwächlinge! Halbe Heringe! Einfaltspinsel, zweibeinige!

Die fahren womöglich im Herbst nicht nach Schottland! Was mir ja eigentlich schnurzpiepe sein kann, nur habe ich noch keinen Frühlingsschein oder wie das heißt, so dass ich auf die Nulpen angewiesen bin. Heißt: Ich komme auch nicht nach Schottland, wenn die nicht fahren, und das würde ich kaum überleben, sooooooo schön war das da nämlich letztes Jahr, au weia, ich darf gar nicht dran denken, sonst laufe ich gleich los.

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Nasse Tage in Cowal

Rotkahlwild-„Jagd auf eigene Faust“ in Cowal/Schottland im November 2014 – Ein Reisebericht von Robert Saemann-Ischenko

1. Tag

Naß, nasser, Cowal im November. Selbst die Eingeborenen der Halbinsel im Südwesten Schottlands geben zu, es sei wet. Noch nicht very, aber immerhin quite. Nach einer halben Stunde Ansitz ist das Wachs runter von den Bergschuhen und der Regen drin im altersschwachen Fernglas. Wobei „Anlage“ es besser treffen würde: Ich kauere im Heidekraut und strecke mich nur alle fünf Minuten so weit hoch, dass ich gerade eben durchs Gras über den Horizont schielen kann – ist es schon da, das Rotwild, dessentwegen wir hier sind? Nö. Nur Regen, den der Sturm in so dichten Schauern von links nach rechts über den Kahlschlag treibt, dass er die Fernsicht nimmt wie Nebel. Dabei könnte man hier weit schauen, denn die für die wenig zimperliche schottische Forstwirtschaft typischen Harvester haben hier Dutzende Hektar Fichtenwald in eine Mondlandschaft verwandelt. Das dürre Gras zwischen den Stümpfen würde in Deutschland kein Rotwild interessieren, den schottischen Kollegen aber genügt’s, der Menge an Losung nach zu urteilen.

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