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Landesjägertag Niederösterreich 2018: Landesjägermeister kritisiert “lebensferne EU-Öko-Bürokratie”

LJM Joseph Pröll: Pröll: “Ich glaube an ein Europa, dass uns die großen Probleme löst und in den kleinen Dingen frei leben lässt. Was wir aber in den letzten Jahren erleben, ist ein Europa, dass in den großen Fragen zunehmend versagt und dafür in den kleinen Dingen umso hartnäckiger in das Leben der Menschen eingreift.”

Niederösterreichs Jäger wollen sich künftig offensiver an der gesellschaftspolitischen Diskussion rund um Umwelt-, Natur- und Tierschutz beteiligen und hier auch klarer als bisher Position beziehen. „Mit über 35.000 Mitgliedern allein in Niederösterreich sind wir eine kompetente Stimme, die ein Recht darauf hat, gehört zu werden und dieses Recht wollen wir auch in Anspruch nehmen,“ so Landesjägermeister Josef Pröll. Niederösterreichs Jägerinnen und Jäger seien täglich für den Erhalt von Natur und Umwelt im Einsatz, es sei demokratiepolitisch auf Dauer schwer erklärbar, dass gleichzeitig eine radikale Minderheit von Tierrechts-Aktivisten die öffentliche Debatte einseitig beherrsche und so versuche, die Politik vor sich herzutreiben. Pröll: „Es ist an der Zeit, dass hier wieder Ausgewogenheit herrscht.“

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Palmarum

Der Merkvers für den Palmsonntag, Palmarum tralarum, ist eher nichtssagend. Fast hat man den Eindruck, den Urhebern ist nicht viel zum Thema Schnepfenstrich eingefallen. Palmarum bzw. Palmsonntag wird der 6. Sonntag der Passionszeit genannt. Früher begann die Messe mit Psalm 21: Domine, ne longe facias auxilium tuum a me, ad defensionem meam aspice, libera me de ore leonis, et a cornibus unicornium humilitatem meam. Die Übersetzung ist: Herr, mit Deiner Hilfe sei mir nicht fern! Schau her und beschütze mich! Befreie mich aus dem Rachen des Löwen, vor dem Horn des Einhorns rette mich Armen!

Das ist übrigens ganz nebenbei wieder ein schöner Hinweis darauf, wie wörtlich man die Bibel nehmen bzw. eher nicht nehmen sollte. Mit Einhorn wird ja vermutlich nicht der Narwal (Monodon monoceros) gemeint sein.

Auch um den Palmsonntag herum ist mit gutem Strich zu rechnen, vorausgesetzt das Wetter passt. Bei starkem Wind oder Sturm bleibt man besser zu Hause. Nach meiner Erinnerung war der Strich immer dann besonders ausgeprägt, wenn es nach einem sonnigen Frühlingstag gegen Abend deutlich kühler wurde und leichter Dunst wie ein Zauberschleier über dem Land lag. Wenn dann die letzte Drossel verschwieg, stieg die Spannung fast ins Unerträgliche, und oft genug ging man eilig in Voranschlag weil man meinte, den Vogel mit dem langen Gesicht schaukelnd vorbeistreichen zu sehen.

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Laetare

Am vierten Fastensonntag, auch Rosensonntag genannt, soll Jerusalem sich freuen. Laetare, Jerusalem! heißt es zu Beginn der Messe und unser Merkvers lautet: Laetare, das ist das Wahre. Aber auch der Schnepfenjäger darf Freude empfinden. Das Wahre übrigens deshalb, weil der Strich jetzt in vollem Gang ist. Man kann also vermehrt mit in der Abenddämmerung streichenden Schnepfen rechnen.

Beim Verbot der Schnepfenjagd im Frühjahr spielten Artenschutzgründe die Hauptrolle, obwohl die EU-Vogelrichtlinie die Bejagung auch im Frühjahr unter bestimmten Voraussetzungen durchaus zulässt. Aber wie so oft hat Deutschland seine angeblichen EU-Pflichten auch in diesem Punkt eifrig, gründlich und sofort übererfüllt. Selbstverständlich können unterschiedliche Parameter wie Klima, Prädation oder Habitatverluste den Besatz lokal stark beeinflussen. Es kann aber auch bei uns keine Rede davon sein, dass die Jagd sich negativ auf die Besätze auswirkt. Hier kommt die sog. kompensatorische Sterblichkeit ins Spiel. Alle Tiere jeder Population sterben irgendwann durch Verhungern, Krankheit oder Prädation. Das ist eigentlich eine Binsenweisheit. Übrigens sterben Tiere außer im Zoo generell nur selten an reiner Altersschwäche! Wenn die Jagd also die natürliche Mortalität nicht übertrifft, hat sie keinen Einfluss auf Populationsgrößen. Im Umkehrschluss heißt das übrigens in Bezug auf Beutegreifer auch, nur wenn man möglichst flächendeckend und in jedem Jahr mindestens den gesamten Zuwachs abschöpft, kann man den Verliererarten der Kulturlandschaft wirklich helfen.

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Krähenbrust und Schnepfendreck

“Saugut: Warum wir mehr Wild essen sollten” lautet der Titel eines Beitrags in der österreichischen Tageszeitung “Der Standard”. Er handelt von der Vorliebe Max Stiegls, Spitzenkoch und Küchenchef des Restaurants Gut Purbach im Burgenland für Federwild: Der Geländewagen des Jägers hält vor dem Restaurant, der Küchenchef blickt mit leuchtenden Augen auf die Fasane und Graugänse darin, so fängt das an. Wer schon mal in der Gegend unterwegs war, hat diese dort noch übliche Anlieferung von frisch erlegtetem Wildbret für die regionale Küche vielleicht selbst schon erlebt. Aber so wie sich der Beitrag im Standard von Alex Stranig nicht lange mit “Klassikern wie Rehrücken, Hirschragout oder Wildschweinbraten” aufhält, so bleibt Küchenchef Stiegl nicht bei Fasanenbrust und Gänsebraten stehen. Da ist die Bekassine, die im Burgenland nicht geschossen werden darf, dem Jäger aber gegen die Windschutzscheibe geflogen ist. Flugs wird sie gerupft und “mit etwas Butter, Knoblauch und Gewürzen in Windeseile zu einem herrlich schmeckenden Gericht verwandelt, das so puristisch wie genial ist.”

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Schnepfenjagd in Österreich: EU droht mit Verfahren

Die EU droht dem österreichischen Bundesland Salzburg mit einem Verfahren wegen der Frühjahrs-Jagd auf Waldschnepfen, wie der ORF berichtet. Die EU kritisiert die Jagd im März und April, weil sie in der Brut- und Nistzeit der Schnepfen stattfindet – deshalb widerspreche sie der Vogelschutzrichtlinie. Die Balzjagd auf die Waldschnepfe – der sogenannte Schnepfenstrich – ist eine uralte jagdliche Tradition in allen Ländern, in denen die Schnepfe brütet. Der Leiter der Salzburger Agrarbehörde, Franz Hauthaler, bestätigte gegenüber dem ORF den Eingang eines entsprechenden Schreibens von der EU. Gegenüber dem Sender erklärte Hauthaler in vorauseilendem Gehorsam, dass die Verordnung, die die Jagd auf Waldschnepfen im Salzburger Land regle, “Ende 2015 ohnehin auslaufe.” Es sei “derzeit nicht geplant und vorgesehen, in einer neuerlichen Verordnung auch die Frühjahrsbejagung der Waldschnepfe wieder aufzunehmen, sofern nicht ganz triftige Gründe auftreten, die die Argumente der EU-Kommission entkräften könnten.“

“Ganz triftige Gründe, die die Argumente der EU-Kommission entkräften könnten”, könnten Hauthaler und andere Interessierte in Prof. Dr. Heribert Kalchreuters Standardwerk “Die Sache mit der Jagd” und den dort zitierten und beschriebenen Untersuchungen zur Waldschnepfe (Kosmos Verlag, 2003. S.223f.) finden. Einleitend stellt Kalchreuter fest: “So pragmatisch die Frage der Balzjagd in Amerika untersucht wurde, so emotionsbefrachtet sind diesbezügliche Diskussionen vor allem im deutschsprachigen Raum.” Kalchreuter fasst die Forschungsergebnisse wie folgt zusammen: “Im Allgemeinen beteiligen sich nur Schnepfenhähne an den abendlichen Balzflügen. Da sich die Geschlechter der Waldschnepfe an Größe und Gefieder kaum unterscheiden lassen, bietet nur die Balzjagd die Möglichkeit zu geschlechtsspezifischer Bejagung.” […] Nachteilige Auswirkungen der Balzjagd auf die Populationsentwicklung (der eher durch Habitatverluste und intensivierte Landnutzung gefährdeten Art) konnten demnach nie nachgewiesen werden, was auch wenig erstaunlich ist, da hierbei nur balzende Hähne geschossen werden, die sich an der Brutpflege nicht beteiligen und sofort durch “Reservehähne” ersetzt werden.

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