Schlagwort-Archive: Schalenwild

Kommentar: Niemand hat die Absicht, das Schalenwild auszurotten…

Inzwischen hat auch die Tagespresse erkannt, worum es bei der geplanten Durchführungsverordnung zum Brandenburgischen Jagdgesetz (DVO Jagd) geht: “Feuer frei im märkischen Wald” – so fasst die Lausitzer Rundschau ihren Eindruck zusammen. Wenn die bisherigen Regelungen zur Abschussplanung weitgehend ausgehebelt sind und der Mindestabschussplan an seine Stelle tritt, sobald die Waldbesitzer einen erhöhten Wildschaden an den per definitionem – nicht etwa abhängig vom Vorhandensein im jeweiligen Bestand – festgelegten Hauptbaumarten feststellen, “dann werden die Kameraden die ganze Zeit Dampf machen”, prophezeit Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel auf lr-online.

Doch Carsten Leßner, Leiter der Brandenburger Obersten Jagd- und Forstbehörde in Personalunion und somit verantwortlich für den DVO-Entwurf, wiegelt ab: Niemand im Land wolle “das Prinzip Wald vor Wild anwenden”, und niemand wolle “die Wildbestände ausrotten.” Sprüche, die das Potenzial zum Kultklassiker haben hier in den neuen Bundesländern… SE

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags auf lr-online. (Screenshot)

Bayern: Weiterer Normenkontrollantrag gegen verlängerte Jagdzeiten zur Schutzwaldsanierung erfolglos

“Anspruch auf überhöhte Wildbestände rechtlich nicht geschützt”

Mit Urteil vom 13. Februar 2019, zu dem die schriftlichen Entscheidungsgründe jetzt vorliegen, hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) einen weiteren Normenkontrollantrag eines Eigenjagdrevierinhabers gegen die Verordnung der Regierung von Oberbayern abgelehnt, mit der Jagdzeiten für Schalenwild verlängert werden.

Die angefochtene Verordnung gilt in 105 Bereichen der oberbayrischen Alpen, in denen Schutzwald saniert wird. Sie verlängert die Jagdzeiten für Schalenwild, damit bestandsgefährdeter Schutzwald und gegebenenfalls eine Nachpflanzung nicht weiter verbissen wird und sich verjüngen kann. Hiergegen machte der Antragsteller geltend, das Schalenwild werde durch die verschärfte Bejagung von den Sanierungsflächen vertrieben und schädige dann seinen Waldbesitz. Einen ähnlichen Normenkontrollantrag hat der BayVGH bereits am 11. Dezember 2017 abgelehnt (Az. 19 N 14.1022)

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“Reset-Knopf drücken”: Prof. Pfannenstiel fordert Neuanfang bei der DVO Jagd

+++ LJVB-Präsident veröffentlicht ebenfalls Offenen Brief zur DVO: “Die geplanten Änderungen werden wir gut ertragen können. Sie sind weder der Untergang des Jagdverbandes noch der Untergang weidgerechter Jagd.” +++

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel hat aus Anlass der skandalösen Durchführungsverordnung zum Brandenburger Jagdgesetz (DVO Jagd) einen Offenen Brief an den Brandenburger Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) geschrieben, in dem er sein “Entsetzen” über die geplanten Bejagungsrichtlinien und Jagdzeiten äußert. Wir veröffentlichen das Schreiben im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Minister,

in Ihrem Hause wurde eine Novellierung der Durchführungsverordnung zum Jagdgesetz des Landes Brandenburg erarbeitet. Der DVO-Entwurf wurde vor knapp drei Wochen den Unteren Jagdbehörde der Landkreise im Sinne einer „breiten Partizipation“ zugeleitet. Die dafür zugemessene Zeit ließ allerdings eine intensive Beteiligung kaum zu. Zudem wurde im Begleitschreiben betont, dass einmal die fachliche Beratung nahezu abgeschlossen sei und zudem die vorliegende „Fassung von allen beteiligten Seiten mitgetragen wird.“ Letztere Aussage kann sich allerdings lediglich auf die den Landesjagdbeirat konstituierenden Personen beziehen.

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Sachsen-Anhalt: Rekordstrecke beim Schalenwild

Knapp 109.000 Stücken Schalenwild erlegt – Streckenergebnis des Jagdjahres 2017/18 erneut angestiegen

Insgesamt wurde von den rund 12.100 Jägern in Sachsen-Anhalt im Jagdjahr 2017/18 ein Ergebnis von 108.951 Stücken Schalenwild (Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild) erreicht. Dieses Ergebnis liegt mit 7.670 Stücken über dem des letzten Jagdjahres und ist die höchste Strecke die jemals in Sachsen-Anhalt erreicht wurde. Der deutliche Anstieg dieser hohen Jagdstrecke wird ausschließlich durch den Streckenzuwachs beim Schwarzwild geprägt.

Staatssekretär dankt der Jägerschaft

Angesichts dieses Ergebnisses lobte Landwirtschaftsstaatssekretär Dr. Ralf-Peter Weber die Jägerinnen und Jäger: „Ich freue mich außerordentlich über dieses Rekordergebnis und danke allen Jägerinnen und Jägern im Land. Der Streckenzuwachs beim Schwarzwild ist beeindruckend. Sie sind Ihrer Verantwortung nachgekommen und haben dazu beigetragen, den Schwarzwildbestand zu senken. In Zeiten der drohenden Afrikanischen Schweinepest ist dies ein wichtiger Beitrag zur Seuchenprävention.“

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Brandenburg: Rehwildstrecke in Wolfsgebiet auf “historischem Tiefstand”

Jäger befürchten das “Verschwinden der Rehe”, der Umweltausschusses des Landkreises Spree-Neiße im Südosten Brandenburgs diskutiert, inwieweit der Wolf die Tierwelt in der Lausitz verändert. Anlass ist der dramatische Rückgang der Streckenergebnisse: Wie die Lausitzer Rundschau berichtet, werden seit dem Jahr 2010 weit weniger Rehe erlegt als zuvor. Bis zum Jahr 2010 wurden im Kreisgebiet stets zwischen 4000 und 4500 Stück Rehwild erlegt. Im vergangenen Jagdjahr 2016/17 waren es nur noch 2821 Stück – ein “historischer Tiefstand” sei das.

Die Diskussion rief umgehend Kritik hervor: Der Kreistagsabgeordnete Sascha Fussan der für Die Linke im Umweltausschuss sitzt, monierte gegenüber der Lausitzer Rundschau, die Jäger würden behaupten, das Gleichgewicht in der Natur erhalten zu wollen. Rehe hätten sich aber in der Vergangenheit “vor allem deshalb so stark vermehrt”, weil der Mensch natürliche Fressfeinde wie den Wolf ausgerottet habe. Der für seine – vorsichtig ausgedrückt – schalenwildkritische Position bekannte Privatwaldbesitzer Sebastian von Rotenhan stieß in das selbe Horn:

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Deutsche Wildtier Stiftung veröffentlicht Forderungen zum Umgang mit Huftieren in Großschutzgebieten

Der Rothirsch – mehr als ein Waldschädling – am 3. November ist Hubertustag, benannt nach dem Schutzpatron der Jagd, dem heiligen Hubertus. Doch der Legende nach entsagte Hubertus der Jagd, nachdem ihm ein Hirsch mit einem Kreuz im Geweih erschien. Damit müsste er wohl eher der Schutzpatron des Wildes sein. In Zeiten, in denen der Rothirsch ausschließlich als Waldschädling angesehen wird, stellt die Deutsche Wildtier Stiftung an diesem Tag die Frage nach dem Wert, den ein Hirsch aus ökologischer Sicht eigentlich für seine Umwelt besitzt!

„Rothirsche sind mehr als Jagdbeute und Waldschädling – sie sind auch Bio-Ingenieure für eine ganze Reihe ökologischer Prozesse in unseren Wäldern“, sagt Hilmar Freiherr v. Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Durch Verbeißen, Schälen, Suhlen und Fegen ihrer Geweihe nehmen sie Einfluss auf die Vegetation. Bei ihren Wanderungen transportieren sie Pflanzensamen in Fell und Kot und tragen zu einem artenreichen Ökosystem bei. Das macht dem Hirschen keiner nach: An einem einzigen Tag kann er bis zu 20.000 keimfähige Samen mit seinem Kot ausscheiden. „Der Rothirsch wird damit zum Spediteur für Artenvielfalt“, so Münchhausen.

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Schalenwild als Klimaschädling

Schalenwild ist als Schädling einzustufen, weil es den ganzen Wald auffrisst, wovon sich jeder leicht überzeugen kann, wenn er mal einen Blick aus dem Fenster wirft: Überall Häuser und Straßen, kein Wald. Noch nicht hinreichend gewürdigt wurde allerdings der Beitrag des Schalenwilds zum Klimawandel durch Freisetzung klimaschädlicher Emissionen. Ein wissenschaftliches Video von einem Weißwedeltier, aufgenommen beim Verbeißen unendlich wertvollen, nun unwiederbringlich im Äser verschwundenen  Blattwerks (das Video wurde zur Schadensdokumentation aufgenommen), beweist: Es ist noch viel schlimmer, als wir dachten.

Etikettenschwindel im Namen des Naturschutzes

DJV ruft NABU zu ehrlicher und realistischer Position für die Jagd auf

Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt das grundsätzliche Bekenntnis des Naturschutzbundes (NABU) zur Jagd. „Wir freuen uns, dass wir nun gemeinsam für eine effektive Jagdausübung in Deutschland kämpfen“, so DJV-Geschäftsführer Andreas Leppmann. Dies sei wichtig, weil erst kürzlich die Tierrechtsorganisation PETA Strafanzeige gegen eine ordnungsgemäß durchgeführte Drückjagd gestellt und diese als „abartige Auswüchse der Jagd“ bezeichnet habe. Gerade diese Jagdmethode fordert allerdings der NABU als besonders effektive und vorrangige Jagdmethode.

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