Schlagwort-Archive: Schalenwild

MV: Petition gegen Jagdzeitverlängerung

Auf der Petitionsplattform openPetition.org ist eine Petition “Für Wildtierwohl UND Klimaschutz” gestartet worden. Die Petition richtet sich gegen die Verlängerung der Jagdzeiten “auf Rehe und Hirsche vom 16. April bis 31. Januar” (JAWINA berichtete). Damit hätte Mecklenburg-Vorpommern “die längsten Jagdzeiten Europas”, wie es im Petitionstext heißt. Der Inititiator, Ulf-Peter Schwarz aus Upahl (Landkreis Nordwestmecklenburg) lehnt dies “als Tierfreund und Jäger” ab.

Zur Begründung heißt es auf OpenPetition:

“Die Jagd im Frühjahr, wenn die Muttertiere ihre Jungen bekommen, verstößt gröblichst gegen den Tierschutz. Im Winter, wenn das Wild seinen Stoffwechsel absenkt und nur wenig Nahrung benötigt, sorgt die Beunruhigung durch Jagd für erhöhten Nahrungsbedarf und damit für zusätzliche Fress-Schäden im Wald.

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Brandenburg: LJV von OJB “überrumpelt, hintergangen”

Der Präsident des Landesjagdverbands Brandenburg, Dr. Dirk-Henner Wellershoff, protestiert in einem Schreiben an Landwirtschaftsminister Vorgel in ungewöhnlicher scharfer Form gegen die Art und Weise, mit der Vertreter der Obersten Jagd- und Forstbehörde Brandenburgs (OJB) mit der Verbandsführung umspringen.

Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

“Jagdzeitverlängerung für wiederkäuendes Schalenwild

Sehr geehrter Herr Minister Vogel,

am vergangenen Montag, den 20.01., erhielt der Landesjagdverband per Mail ein Schreiben aus dem Referat 35 Ihres Hauses, in dem die Verlängerung der Jagdzeit für das wiederkäuende Schalenwild auf Antrag bis zum 29.02. im Zusammenhang mit Bewegungsjagden auf Schwarzwild angekündigt wird.

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Brandenburg: Berufsjäger protestieren gegen Schonzeitaufhebungen

Der Brandenburger Landesverband der Berufsjäger (BdB) protestiert in einem Offenen Brief gegen die Genehmigung “von Anträgen auf Schonzeitaufhebung zur Bejagung von wiederkäuendem Schalenwild bis 29.02.2020 durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz”. Das Schreiben ist an den Brandenburger Landwirtschaftsminister Axel Vogel gerichtet. Vogel stammt aus Bayern, ist Gründungsmitglied der Grünen und hat laut Wikipedia “von 1980 bis 1991” ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Fernuni Hagen absolviert.

Im Folgenden dokumentieren wir das Schreiben der Berufsjäger im Wortlaut:

“Widerspruch zum Genehmigen von Anträgen auf Schonzeitaufhebung zur Bejagung von wiederkäuendem Schalenwild im Februar

Sehr geehrter Herr Minister,

der Landesverband der Berufsjäger Brandenburg widerspricht hiermit den von Ihrem Ministerium in Aussicht gestellten pauschalen Genehmigungen von Schonzeitaufhebung auf wiederkäuendes Schalenwild bis 29.02.2020 und fordert Sie dazu auf, die Jagd- und Schonzeitenregelung nach der erst am 05. Juli in Kraft getretenen Verordnung zur Durchführung des Jagdgesetzes für das Land Brandenburg aufrechtzuerhalten.

Mit der Verordnung zur Durchführung des Jagdgesetzes für das Land Brandenburg (BbgJagdDV) vom 28. Juni 2019 wurde die Jagd in Brandenburg an gesellschaftliche und insbesondere auch an wirtschaftliche Bedürfnisse der Landnutzer angepasst.

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DeWiSt: ASP darf nicht als Begründung für zügellose Jagd auf Rehe und Hirsche herhalten

“ASP-Wahnsinn in Brandenburg”

“Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst der Afrikanischen Schweinepest (ASP)”, meint die Deutsche Wildtier Stiftung (DeWiSt): “Um die Wildschweinbestände mit Blick auf die an den Grenzen Deutschlands stehende ASP zu reduzieren, sind den Jagdbehörden derzeit viele Mittel recht: Die Jagd mit Scheinwerfern oder Nachtzieltechnik sind ebenso wenig ein Tabu wie Prämien auf den Abschuss von Wildschweinen. Die oberste Jagdbehörde des Landes Brandenburg hat nun einen noch deutlich weitergehenden Vorschlag gemacht, durch den unter der Bedrohung durch die ASP allerdings nicht die Jagd auf Wildschweine intensiviert werden soll – sondern die auf Rehe und Hirsche. „Mit Begründung der ASP-Prävention möchte das grün-geführte Landwirtschaftsministerium in Potsdam die Jagdzeit auf Reh-, Rot- und Damwild um anderthalb Monate bis zum 29. Februar verlängern“, sagt Dr. Andreas Kinser, stellvertretender Leiter Natur- und Artenschutz bei der Deutschen Wildtier Stiftung. In einem Schreiben an die Jagdverbände in Brandenburg heißt es dazu lapidar, dass es „tierschutzrechtlich bedenklich“ sei, Rehe und Hirsche bei der Jagd auf Wildschweine nicht gleich mit zu erlegen, von denen es ja im Land sowieso zu viele gäbe. „Es ist schlicht unanständig, die ASP als Vorwand für eine intensivierte Jagd auf die von vielen Förstern ungeliebten Tierarten zu nutzen“, so Kinser weiter.

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Brandenburg: Brandbrief an die Jagdverbände

Drei Schwergewichte der Jagd, Wildmeister Klaus Mordhorst, Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel und Prof. Dr. Christoph Stubbe fordern in einem auf den 21.01.2020 datierten Brief die Vorsitzenden der Jagd- und Kreisjagdverbände Brandenburgs auf, der von Landwirtschaftsmnisterium geplanten tiertschutzwidrigen Massakrierung des Schalenwilds (JAWINA berichtete) unter dem Vorwand der ASP-Prophylaxe entgegenzutreten.

Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

“Sehr geehrte Weidgenossinnen und Weidgenossen,

es gab eine Zeit, da fühlten sich Ministerialbürokratie und Jägerschaft in Brandenburg der
Einheit von Wild und Lebensraum verpflichtet. Leitfaden war dabei das Jagdgesetz Brandenburgs, in dem es heißt:

„Wild ist ein wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Es ist als unverzichtbarer Teil
der natürlichen Umwelt in seinem Beziehungsgefüge zu bewahren. Der Schutz des jagdbaren
Wildes und seiner Lebensräume ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

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LJVB empört: “Grüner Minister lässt OJB von der Kette”

Der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) ist empört – Schonzeitaufhebung für Reh- und Rotwild unter dem Deckmantel der ASP (JAWINA berichtete) widerspricht jeglicher Weidgerechtigkeit, so der Verband

Der Erlass der Obersten Jagdbehörde vom 17. Januar 2020 führt zu erheblichen tierschutzrelevanten Bedenken und Entsetzen der Jägerschaft.

“Vor dem Hintergrund des noch immer drohenden Übergriffs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf Deutschland, hat das MLUK – Referat 35, nun bekanntgegeben die Schonzeit für wiederkäuendes Schalenwild bis zum 31.01.2020 auf Antrag auszusetzen und ruft auf, vermehrt Bewegungsjagden durchzuführen,. Den Abschuss anderen Wildes als des Schwarzwildes, insbesondere des seitens der Landesforst ungeliebten Reh- und Rotwildes  könne man ja dann gleich mit “erledigen”, wenn schon einmal Unruhe im Wald herrsche”, schreibt der LJVB in einer aktuelle Pressemitteilung. Darin heißt es weiter: “Wie bitte ??

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Brandenburg: Feuer frei auf alles

In Brandenburg fallen die letzten Hemmungen: Unter dem Vorwand der “Abwehr der Afrikanischen Schweinepest: Intensivierung der Jagd auf Wildschweine” soll nun auch auf andere “verbeißende” Schalenwildarten das Feuer auf winterlichen Drückjagden eröffnet werden. 

In einer Presseerklärung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) heißt es dazu: “Um einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg entgegenzuwirken, soll – neben anderen präventiven Maßnahmen – die intensive Jagd auf Wildschweine fortgesetzt werden. Die Jäger sind aufgefordert, weiterhin alle jagdlichen Möglichkeiten auszunutzen, um die Wildschweine zu erlegen. Hierzu eignen sich besonders Bewegungsjagden mit Treibern und Hunden, da dabei gleichzeitig eine Suche nach verendeten Wildschweinen erfolgen kann.

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Streitschrift gegen den “Schalenwildkrieg der Forstpartie”

Der Jurist und Jagdrechtsblogger Dr. Wolfgang Lipps hat eine “Streitschrift gegen die rechtswidrige „Ausrottung“ und/oder „planlose Dezimierung“ von Schalenwild durch „Mindestabschusspläne“” verfasst. Darin geht es um den “Schalenwildkrieg der Forstpartie”, wie der Verfasser schreibt, eine Auseinandersetzung, die mit “der unsäglichen neuen DVO zum Landesjagdgesetz Brandenburg” den Höhepunkt erreicht habe. Die Streitschrift solle Jagdgenossenschaften, Jäger “und vor allem die Politik zum Umdenken und zu Aktionen bewegen”.

In der Einleitung zu dem Text heißt es, seit Jahren sei zu beobachten, dass “leider das Verhältnis zwischen Forst und Jagd immer schlechter” werde. […] Nach der Wende sei der Landesforst Brandenburg angetreten mit dem Bekenntnis  „Wald und Wild“ (auch bekannt geworden als „Der Brandenburger Weg“). “Sehr schnell allerdings wurde daraus der Slogan „Wald vor Wild“”, schreibt Lipps, “Und heute müssen wir nicht nur in Brandenburg, sondern vielerorts, erkennen, dass sich die Forstwirtschaft einen „Wald ohne Wild“ nicht nur wünscht, sondern massiv und, gerade in Brandenburg, mit vorwerfbaren Mitteln durchzusetzen versucht.”

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DJV: Waldumbau mit dem Gewehr funktioniert nicht

Anlässlich des Verbändegesprächs bei Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner fordert der DJV ein Umdenken in der Forstpolitik. Reh und Hirsch dürfen nicht zum Sündenbock für Sparwut und Stellenabbau in Behörden gemacht werden.

Vor dem Hintergrund des heutigen Verbändegesprächs zur Situation des Waldes fordert der Deutsche Jagdverband (DJV) ein Umdenken in der Forstpolitik. Bund und Länder besitzen etwa die Hälfte aller Wälder und stehen besonders in der Verantwortung. “Die Strategie der zurückliegenden drei Jahrzehnte hat versagt, einen Grundstein für klimastabile Wälder zu legen”, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Dirk-Henner Wellershoff während des Verbändegesprächs. Es reiche nicht, die behördlichen Abschussvorgaben für Reh und Hirsch immer weiter in die Höhe zu treiben: “Waldumbau mit dem Gewehr ist viel zu kurz gedacht”, so Dr. Wellershoff.

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Große Koalition will Waldumbau vorantreiben

CDU/CSU und SPD haben im Bundestag einen Antrag mit dem Titel “Unser Wald braucht Hilfe – Waldumbau vorantreiben” (19/11093) vorgelegt. Unter anderem soll geprüft werden, ob die Mittel für die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Förderung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) erhöht werden können, um die Folgen von Extremwetterereignissen für den Wald zu bewältigen. In der EU solle sich die Regierung dafür einsetzen, dass die Rahmenregelung für forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse im Beihilferecht auch für Krisenfälle neu geregelt wird. Über den Waldklimafonds und die Einbeziehung weiterer klimarelevanter Titel aus allen Einzelplänen des Bundeshaushalts sei der Waldumbau mit dem Ziel zu forcieren, den Wald und seine Ökosystemfunktionen gegenüber dem Klimawandel widerstandsfähiger zu machen und mit klimatoleranten Baumarten gesunde Mischwälder zu schaffen.

In dem Antrag heißt es u.a.: “Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel […] forstwissenschaftliche Forschung und Lehre mit dem Ziel auszubauen, Risikominimierung und –management unter Beachtung der ökologischen Waldfunktionen zu optimieren. Dabei sind unter anderem folgende Schwerpunkte zu setzen: […] f) vegetationsangepasste Schalenwildpopulationen.

Damit sollte klar sein, wohin die Reise gehen soll. SE Quelle: hib

Beitragsbild: Waldumbau. Foto: SE