Schlagwort-Archive: Schafhalter

Schleswig-Holstein: Strafanzeige wegen unzureichendem Herdenschutz

Mecklenburg-Vorpommern: Überfahrene Wölfin war mit Schrot beschossen worden

Bei der Staatsanwaltschaft Kiel liegt eine Strafanzeige von Unbekannt gegen Unbekannt vor, die sich gegen Schafhalter richtet. Das berichten die Kieler Nachrichten (KN). Diesen wird vorgeworfen, ihre Schafherden unzureichend vor dem Wolf zu Schützen. Dies stelle einen Verstoß gegen § 17 Tierschutzgesetz dar, also gegen das Verbot, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund zu töten oder ihm erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Die Staatsanwaltschaft will prüfen, ob ein Anfangsverdacht besteht, so die KN. Die Prüfungsmöglichkeiten seien jedoch begrenzt, da die Anzeige anonym erstattet worden ist und somit nicht klar sei, auf welche Schafhalter sie sich beziehe, erklärte der zuständige Staatsanwalt gegenüber der Zeitung. Es sei nicht einmal klar, ob die Anzeige sich auf Vorgänge im Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft Kiel beziehe. Einen “Rundumschlag gegen alle Schafhalter” werde nicht geben. Der Nabu, der selbst Schafe bei Wolfsangriffen verloren hat, hat in letzter Zeit wiederholt Kritik an unzureichendem Herdenschutz geäußert und gefordert, die Schäfer in diesen Fällen nicht zu entschädigen. Eines lässt sich vorhersagen: Wenn Schafhalter in Wolfsgebieten jetzt auch noch kriminalisiert werden, dürften noch mehr Hobby- und Nebenerwerbshalter die Schafhaltung aufgeben.

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Italien: Vermehrte Wilderei von Wölfen

In den mittelitalienischen Berggebieten häufen sich Fälle von Wilderei auf Wölfe, berichtet SüdtirolNews. Ein “ganz besonders krasser und barbarischer Fall” der “illegalen Selbsthilfe” habe sich in Radicofani in der Provinz Siena ereignet: In dem laut SüdtirolNews hauptsächlich von der Weidewirtschaft mit Schafen lebendem Dorf wurden zwei getötete Wölfe an das Ortseingangsschild gehängt. Die Wolfsfreunde von Life Medwolf, die auf ihrer Internet– und Facebook-Seite über den Vorfall berichten, verurteilten die Tat aufs Schärfste. Der Bürgermeister von Radicofani, Francesco Fabbrizzi, kritisierte gegenüber SüdtirolNewsa den “gravierenden und geschmacklosen Gewaltakt” und erklärte, dass diese “barbarischen Vorfälle keinesfalls eine Antwort auf die zuletzt gehäuft auftretenden Attacken von Wölfen auf Schafe sein könnten.” red.

Beitragsbild: Die am Ortschild von Radicofani aufgehängten Wölfe: Foto: Life Medwolf / Facebook

Sachsen-Anhalt: Kein einziger Antrag auf Förderung von Herdenschutzhunden

+++ Tschechien: Wölfe reißen 19 Schafe im Böhmerwald an der bayerischen Grenze +++

Offenbar wurde wieder einmal ein bürokratisches Monster erschaffen: Vor dem Hintergrund der auch in Sachsen-Anhalt zunehmenden Angriffe von Wölfen auf Nutztiere, wurde im April 2017 ein Programm zur Förderung von Herdenschutzhunden “mit großem Tamtam” gestartet worden, wie der MDR schreibt. Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) versprach sich viel von dem von ihr initiierten Projekt: “Wir fördern nicht mehr nur Zäune und Gehege, sondern auch Helfer auf vier Pfoten, die den nötigen Schutz bieten. Ich habe große Erwartungen in die Herdenschutzhunde”, sagte die grüne Ministerin dem Sender. Doch die erhoffte Resonanz blieb aus: Wie das Umweltministerium auf Anfrage des MDR Sachsen-Anhalt einräumte, sei bisher kein einziger Antrag auf Förderung von Herdenschutzhunden eingegangen. Die Antragsfrist sei daher bis September 2017 verlängert worden. Wirklich erstaunlich ist das Debakel allerdings nicht, denn die bürokratischen Anforderungen für die Förderung sind hoch.

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Sachsen: Ohne Herdenschutz kein Geld mehr bei Wolfsrissen

Übergangsfrist ist ausgelaufen – Herdenschutzmaßnahmen sind sachsenweit Voraussetzung für Schadensausgleichszahlungen

Seit dem 09.02.2016 haben Halter von Schafen, Ziegen und Gatterwild in Sachsen nur noch dann Anspruch auf Schadensausgleich, wenn bei einem Nutztierriss durch einen Wolf der vorgeschriebene Mindestschutz vorhanden war. Entschädigung von nicht oder unzureichend geschützten Nutztieren wird nicht mehr geleistet. Das teilt das “Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz” in einer Presseinformation mit.

Vor einem knappen Jahr wurde das Fördergebiet zum präventiven Herdenschutz gegen Wolfsübergriffe auf den gesamten Freistaat Sachsen erweitert. Das heißt, dass seitdem alle Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im gesamten Freistaat Sachsen Fördermittel zur Sicherung ihrer Nutztiere beantragen können. Die Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen, Sächsische Schweiz – Osterzgebirge sowie Teile der Landkreise Mittelsachsen, Leipzig und Nordsachsen waren bereits seit 2011 in der Förderkulisse. Die Tierhalter im neu dazugekommenen Fördergebiet hatten ein Jahr Zeit, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Diese Frist ist am 9. Februar abgelaufen.

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Schafhalter fordert: Wolfsfreunde sollen Zaun ziehen – und bezahlen

Vor einiger Zeit hat der Landkreis Diepholz einen Brief an alle landwirtschaftlichen Tierhalter in der Gemeinde geschickt. Darin listet die Verwaltung die Herdenschutzmaßnahmen auf, die Tierhalter ergreifen müssen, wenn sie im Fall eines Wolfsangriffs Anspruch auf eine Entschädigung haben wollen. Da muss dem Ehepaar mit dem passenden Namen Schäfer, das zwei Schafe “als Rasenmäher” hält, wohl der Kragen geplatzt sein, wie die kreiszeitung.de berichtet: Dem Bericht zufolge fordert das Ehepaar “die Vermittlung von Wolfsfreunden, die einen entsprechenden Zaun ziehen und die Kosten dafür übernehmen.” Das sei zwar ironisch gemeint, fügt ihr Mann dazu, ernst meint er es aber offenbar mit einer viel weitgehenderen Forderung:

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Sachsen: Erleichterter Wolfsabschuss?

Der Petitionsausschuss des Sächsischen Landtags empfiehlt der Politik, Wolfsgegnern Zugeständnisse zu machen.

10.650 Unterschriften haben zwei Schäfer, Manfred Horn und Eberhard Klose aus Neustadt in der Sächsischen Schweiz, gesammelt und diese mit einer Petition, die Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Wolfs in Sachsen fordert, beim Landtag eingereicht. Das war vor anderthalb Jahren, wie die Sächsische Zeitung in der Ausgabe vom 15.08. berichtet. In der nun vorliegenden Antwort fordert der Petitionsausschuss die Politik auf, den Wolfsgegnern Zugeständnisse zu machen.

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