Schlagwort-Archive: Schäfer

Niedersachsen: Wolf greift Schafherde vor den Augen des Schäfers an

+++ Schweiz: Erhöhte Wolfsdichte steigert Aggressivität von Mutterkühen +++

Neues von der “natürlichen Scheu” der Wölfe: In der Lüneburger Heide hat ein Wolf am hellichten Tag eine Schafherde angegriffen und sich eine Heidschnucke gegriffen – während der Schäfer seine Herde hütete. Der Schäfer rannte auf den Wolf zu, bewarf ihn mit Stöcken und Steinen und traf ihn sogar. Doch dem Wolf war das egal, wie der betroffene Schäfer der Bildzeitung berichtet: Der Wolf umkreiste und belauerte den Schäfer eine Dreiviertelstunde lang, kam auf bis zehn Meter an den Mann heran. Der Schäfer rief seinen Chef an, erst als dieser mit dem Auto auf die Herde zufuhr, trollte sich der Wolf. red.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Niedersachsen: Eschede/Rheinmetall Rudel im Visier

+++ Niedersachsen: Jäger verärgert wegen Verzögerungen bei Jagdscheinen +++ 

Zahlreiche Übergriffe von Wölfen in Niedersachsen im Landkreis Uelzen gehen offenbar auf das Konto eines bestimmten Rudels, des „Eschede/Rheinmetall “ Rudels. DNA-Analysen von Rissen in der Vergangenheit deuten immer wieder auf dieses Rudel hin. Die Schäfer in dieser Region der Lüneburger Heide sind alarmiert und verzweifelt.

Allein im Monat Februar 2020 drangen bei einem von ihnen die Wölfe drei Mal in seine vorbildlich mit einem stromführenden  Wolfsabwehrzaun gesicherte Herden ein. 30 tote Tiere!
Beim letzten Übergriff am 26. Februar verlor er 13 überwiegend hochtragende Mutterschafe. Weitere seiner Tiere gingen in den Folgetagen an ihren schweren Verletzungen ein oder bleiben „verschwunden“. Bei diesem Vorfall musste sogar der Bahnverkehr zeitweise eingeschränkt werden.

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Bayern: Herdenschutzhunde reissen Wildschwein

Bei Sachsenheim (Landkreis Main-Spessart) haben Herdenschutzhunde eines Schäfers am Sonntag ein Wildschwein gerissen. Die Lokalzeitung Main-Post schildert den Vorfall reißerisch als “Szene aus einem Horrorfilm”, “fünf riesige Hunde, die ein blutendes Wildschwein umringen”, die weißen Schnauzen der Hunde rot vor Blut…

Der Schäfer, der seine Pyrenäenberghunde offenbar nicht beaufsichtigte, weil er mit den lammenden Schafen auf seinem Hof “alle Hände voll zu tun” hatte, erhebt Vorwürfe gegen die Jagdgesellschaft, die zum fraglichen Zeitpunkt in einem nahen Waldgebiet eine Drückjagd veranstaltet hatte. Gegenüber der Zeitung beklagte der Berufsschäfer, über die Jagd nicht informiert worden zu sein. So habe er keine Chance gehabt, das Geschehene zu verhindern.

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Sachsen-Anhalt: Herdenschutzhund bei Wolfsangriff schwer verletzt

Am Elbdeich im Landkreis Stendal ist ein neun Jahre alter Herdenschutzhund durch einen Wolfsangriff schwer verletzt worden. Der Schäfer fand die zehn Jahre alte Kaukasische Schäferhündin Ira am Sonntag Mittag “blutüberströmt und schwer atmend” in dem Pferch, in dem Herdenschutzhunde und Schafe zur Beweidung des Deichs eingesperrt sind, wie die Volksstimme berichtet. Der Wolf fügte der Hündin mehrere tiefe Bissverletzungen in der Halsgegend zu. Das “Wolfskompetenzzentrum” Iden bestätigte den Wolfsangriff. Der Schäfer hofft, dass er die Tierarztkosten in Höhe von 180 Euro ersetzt bekommt. Ob der Hund nach der Genesung wieder als Herdenschutzhund eingesetzt werden kann, ist fraglich. red.

Beitragsbild: Herdenschutzhunde – sie sind bei ihrem Job selbst gefährdet und bieten keinen absoluten Schutz gegen Wolfsangriffe. Foto: SE

TV-Tipp: “Maischberger” heute um 22:45 Uhr

 Das Thema: Rettet die Biene, schützt den Wolf: Was ist uns der Naturschutz wert?

Der Naturschutz erhitzt zurzeit die Gemüter: Das bayerische Volksbegehren “Rettet die Bienen!” unterschrieben innerhalb kürzester Zeit rund 1,8 Millionen Menschen. Die Bauern wehren sich vehement dagegen, für den Insektenschwund verantwortlich gemacht zu werden. Und auch der Wolf entzweit die Republik. Fast täglich werden gerissene Schafe vermeldet. Verängstigte Menschen fordern den Abschuss von Wölfen, die als bedrohte Tierart unter besonderem Schutz stehen. Wäre das sinnvoll? Wie gefährlich ist der Wolf tatsächlich für den Menschen? Ist es wirklich nötig, die Bienen zu retten? Oder übertreiben wir es mit dem Naturschutz? Gefährdet zu viel Umweltschutz am Ende unsere Landwirtschaft?

Die Gäste:

Andreas Kieling (Tierfilmer) Karsten Schwanke (Wissenschaftsjournalist und Meteorologe) Katharina Schulze, B’90/Grüne (Fraktionsvorsitzende Bayern) Carina Konrad, FDP (Bundestagsabgeordnete und Landwirtin) Ronald Rocher (Schäfer) Jan Fleischhauer (“Spiegel”-Autor). PM

Beitragsbild: Gerissenes Schaf von Roland Rocher, der als Gast bei Maischberger dabei ist. Foto: SE

NRW: Nabu diffamiert “Problemschäfer”

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf bei Malchin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gesichtet +++ Niedersachsen: Trichinenuntersuchung im Landkreis Hameln-Pyrmont auch 2019 gebührenfrei +++ Schleswig-Holstein: Wolf reißt Schaf in Molfsee +++

Die  Nabu-Kreisgruppe Wesel  hat eine üble Hetzkampagne gegen einen Schäfer gestartet, der durch Wolfsangriffe inzwischen ca. 50 Schafe verloren hat. Die Nabu-Kreisgruppe sieht einem Bericht des Weseler Lokalkompass zufolge eine “verbal-ketzerische Hatz auf den Wolf in unserer Region” im Gange, der die Gruppe “ab sofort, massiv entgegentreten” werde. “Wir scheuen uns auch nicht, Stimmungsmacher und Lügner beim Namen zu nennen”, droht Kreisgruppenvorsitzender Peter Malzbender – eine öffentliche Diffamierung, die vor dem Hintergrund der massiven Anfeindungen und Drohungen, denen sich Wolfsgeschädigte regelmäßig ausgesetzt sehen (siehe Kommentare zu diesem JAWINA-Beitrag), schlicht nicht hinnehmbar ist. Dass ausgerechnet Malzbender sich nach den von ihm abgesonderten Pöbeleien noch berufen fühlt, das “unsachliche Auftreten des Schäfers und Vorsitzenden des Kreisschafzuchtvereins Maik Dünow” zu kritisieren, ist höchstens noch als Beleg für die hoffnungslose Verblendung dieser Ideologen ernst zu nehmen.

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Brandenburg: Zwischen Schäfer, Bauernbund und Nabu fliegen die Fetzen

Bauernbund: Rufmord an Schäfer durch den NABU, Mithilfe des Landes Brandenburg

Ausgangspunkt des Streits ist ein vermutlicher bzw. je nach Sichtweise angeblicher Wolfsriss bei dem Schäfer Marc Mennle, der bei Lenzen in der Prignitz 350 Mutterschafe hält. Drei seiner Schafe sind trotz Herdenschutzhunden und Stromzäunen bei zwei Rissvorfällen getötet worden – von einem Wolf, wie Mennle meint. Kehlbisse und aufgerissene Bauchdecken seien unverkennbar, erklärt der Schäfer gegenüber den Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN). Mennle verständigte den offiziellen Rissgutachter Wolfgang Schanz. Dieser will jedoch nur in einem Fall Wölfe “als Verursacher nicht ausschließen”, wie die offizielle Formulierung lautet. In dem anderen Fall erhebt er laut PNN schwer wiegende Vorwürfe gegen den Schäfer: Es seien keine Schleifspuren am Boden zu erkennen, “der Übergriff sei spät gemeldet worden und vom Kadaver seien trotz der Anwesenheit vieler Herdenhunde große Teile genutzt worden.” Der Verdacht liege nahe, dass Mennle den Wolfsriss nur vorgetäuscht habe. “Rufmord an einem Schäfer durch den Nabu” sei das, empört sich der Bauernbund Brandenburg. Doch es geht um mehr als um den Ruf des Schäfers und die Entschädigung für gerissene Schafe – hätte ein Wolf zweimal Schafe gerissen, so könnte er nach der Brandenburger Wolfsverordnung “entnommen”, also abgeschossen werden. Ein Präzedenzfall, den es zu verhindern gilt? Dies dürfte durchaus im Interesse des Nabu liegen, der dem Schäfer unzureichenden Herdenschutz vorwirft – und Rissgutachter Wolfgang Schanz ist zugleich “Nabu-Wolfsbotschafter”.

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Sachsen: Ministerpräsident stellt Schafzüchtern Hilfe gegen Wölfe in Aussicht

“Wölfe, die Weidetiere reißen, müssen erschossen werden dürfen” – “Kein Artenschutz für Hybriden”

Der sächsische Ministerpräsdient Michael Kretschmer (CDU) hat sich bei Cunnewitz (Landkreis Bautzen) mit Schafzüchtern getroffen und Hilfe für Weidetierhalter in Aussicht gestellt. Mehr als 220 Schafe und Ziegen wurden von den Wölfen des Rosenthaler Rudels bereits gerissen, ein Schäfer hat alleine bereits fast 80 Schafe an die Wölfe verloren, berichtet die Sächsische Zeitung (SZ). Ministerpräsident Kretschmer erklärte der SZ zufolge, dass es zulässig sein müsse, Wölfe, die Weidetiere reißen, zu schießen. Dies sei auch die Meinung der Landesregierung, die daher eine Überprüfung des Schutzstatus von Wölfen und bundeseinheitlich geltende Regeln für den Abschuss von Problemwölfen fordere. Für Wolfshybriden, also Kreuzungen von Wölfen und Hunden, dürfe es keinen Artenschutz geben. Die Schäfer im Streifgebiet des Rosenthaler Rudels haben in einer Petition an den Landtag die Entnahme des Rudels gefordert. Die immer aufwändigeren Herdenschutzmaßnahmen erwiesen sich zunehmend als unpraktikabel, kritisierten die Schäfer, die Entschädigungen, wenn sie denn gezahlt werden, würden nicht den tatsächlichen Wert der gerissenen Tiere ersetzen. Kretschmer versprach, dass die “Art und Weise” und die Höhe der Entschädigungen überprüft werde. red.

Beitragsbild: Schafe (Symbolbild). Foto: SE

“Wir haben die Arschkarte”

“Wir müssen aufhören, ganz klar:” In der Stuttgarter Zeitung spricht ein Schäfer über die unüberwindlichen Probleme, die es gerade für kleine Schäfereien bedeutet, die von Wolfsfans als Allheilmittel propagierten Herdenschutzmaßnahmen wie Zäune und Herdenschutzhunde praktisch umzusetzen. Für Stadtschäfer Karlheinz Krüger ist es daher nur eine Frage der Zeit, bis die Schäfer aufhören müssen. Den von den Schäfern bewirtschafteten Teil der Kulturlandschaft gebe es dann halt nicht mehr. Lesenswert. SE

Beitragsbild: Teuer und nicht unproblematisch – Herdenschutzhunde. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Mecklenburg-Vorpommern: Schäfer beantragt Wolfsabschuss

Ein Schäfer aus Ramin bei Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hat einen Antrag auf Abschuss eines Wolfs gestellt. Kreisverwaltung und Landwirtschaftsministerium bestätigten, dass ein entsprechender Antrag vorliege. Der Schäfer hat bislang 35 Schafe durch Wolfsangriffe verloren. Die Schafe beweiden eine 15 Hektar große Fotovoltaik-Anlage, die mit einem über zwei Meter hohen Doppelstabzaun aus Stahl eingezäunt ist. Da ein Untergrabeschutz fehlt, buddelten sich die Wölfe jedoch unter dem Zaun durch. Dies sollte ein zusätzlich installierter Stromzaun verhindern, von dem sich die Wölfe aber auch nicht abhalten ließen. Der Antrag wird derzeit geprüft, heißt es aus der Verwaltung. Dem Schäfer wurde empfohlen, bis auf weiteres keine Schafe mehr auf der betroffenen Weide zu halten. red.

Beitragsbild: Schafe. Foto: SE