Schlagwort-Archive: Schädlingsbekämpfung

DVO Jagd: LJV ruft zu Boykott von Jagden im Landeswald auf

“Vehement wehrt sich der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) gegen Alleingang der Jagdbehörde”, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes. Darin heißt es: “Ein Entwurf der Verordnung zur Durchführung des Jagdgesetzes für das Land Brandenburg (DVO Jagd) liegt nach nur zwei Beratungen des Jagdbeirats Mitte und Ende April dem zuständigen Landtagsausschuss zur Kenntnisnahme vor. Die DVO Jagd ist, neben dem Landesjagdgesetz, eine der wichtigsten Grundlagen für die Ausübung der Jagd.

Inhaltlich an vielen Stellen durchaus mit gehörig Diskussionsbedarf und voller Regelungen, welche wildbiologische Erkenntnisse außer Acht lassen – genannt sei nur die Verlängerung der Jagdzeiten für diverse Schalenwildarten – blieb jedoch die Einbeziehung der Jagdausübenden, der Brandenburger Jägerinnen und Jäger qua „Maulkorberlass“ und den zusätzlich hohen zeitlichen Druck faktisch aus.

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Brandenburg: Selbstgenehmigender Antrag auf Schonzeitaufhebung für Rehböcke

+++ Norwegen: Wolfsdemos mobilisieren Tausende +++ Niedersachsen: Grüne wollen Wölfe vor Wildunfällen schützen +++ Mecklenburg-Vorpommern: Backhaus warnt vor illegalen Wolfsabschüssen +++ Sachsen: Wolf bei Oschatz gesichtet +++ Bayern: Bauern und Naturschützer kritisieren Aktionsplan Wolf +++

Mitte 2018 wurden Oberste Jagdbehörde (OJB) und Landesforst (LFB) im Brandenburger Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) zusammengelegt (JAWINA berichtete). Damals befürchteten Kritiker, dass damit “der Bock zum Gärtner” gemacht und einer rücksichtslosen Wald-vor-Wild-Politik der Weg geebnet werde – sie sollten Recht behalten, wie von der OJB dem LFB genehmigte Schonzeitaufhebungen für Rehböcke im Januar zeigen.

Mit einem Bescheid vom 21.12. 2018 gibt die OJB dem Antrag einer Brandenburger Oberförsterei auf Schonzeitaufhebung für Rehböcke auf Drückjagden im Januar statt. Nach bislang unbestätigten Informationen von JAWINA sollen sämtliche Brandenburger Oberförstereien von der OJB unter Androhung von Konsequenzen gedrängt worden sein, gleichlautende Anträge zu stellen. Die angeführten Begründungen für die Genehmigung lassen aufhorchen.

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USA: Giftköder gegen Wildschweine

Seit einigen Jahren laufen in Australien und den USA Versuche, die gravierende Schäden verursachende Wildschweinplage (wobei es sich bei den sogenannten feral pigs um verwilderte Hausschweine oder Kreizungen von Haus- und Wildschweinen handelt) durch Ausbringen von Giftködern in den Griff zu bekommen. Jetzt beginnt im Rahmen eines vom US-Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture, USDA) verantworteten Programms in Alabama und Texas die praktische Erprobung eines Präparats auf Basis von Natriumnitrat. Natriumnitrat wird als Pökelsalz zur Konservierung und Umrötung von Fleischerzeugnissen wie zum Beispiel Schinken eingesetzt. Das für Menschen ungefährliche Natriumnitrat bewirkt im Organismus von Schweinen, dass der Sauerstofftransport durch die roten Blutkörperchen in die Körpergewebe und Organe nicht mehr funktioniert, weil der den Sauerstofftransport bewerkstelligende Blutfarbstoff Hämoglobin in das funktionsunfähige Methämoglobin umgesetzt (oxidiert) wird. Im Gegensatz zu Menschen verfügen Schweine nur über eine geringe Konzentrationen des Enzyms Methämoglobobin-Reduktase, durch das Methämoglobin wieder zu Hämoglobin reduziert wird. Deshalb ist Natriumnitrat für Schweine hochgiftig, für Menschen nicht. Die durch das Natriumnitrat bei Schweinen verursachte Methämoglobinämie führt innerhalb von zweieinhalb bis drei Stunden zum Tod. Die Schweine werden müde und verlieren das Bewusstsein, bevor der Tod eintritt. Die Wirkung wird mit der einer Kohlenmonoxid- oder Kohlendioxid-Vergiftung (letztere wird im Schlachthäusern zur Betäubung eingesetzt) verglichen und gilt als human und tierschutzgerecht.

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