Schlagwort-Archive: Saufänge

Brandenburg: 39 Saufänge genehmigt

Brandenburg: Wildschwein randaliert in Stahnsdorfer Friseursalon +++ Schweiz: Todesfallen für Wildtiere – St. Galler Jäger sammeln Unterschriften gegen Stacheldraht +++

In Brandenburg sind bislang 43 Saufänge beantragt und 39 davon genehmigt worden. Das berichtet der rbb. Als Begründung dient die Gefahr durch Afrikanische Schweinepest. Nach Informationen des rbb läuft auf Flächen des Landesforsts eine Modellprojekt im Nationalpark Unteres Odertal mit zwölf installierten Saufängen. Saufängen sind große Fallen aus stabilem Drahtgeflecht, in das die Wildschweine mit Ködern wie Eicheln oder Mais gelockt werden. Gefangene Tiere werden erschossen. Weil unter den Käfiginsassen spätestens nach den ersten Schüssen Panik ausbricht, sind Saufänge auch unter Jägern äußerst umstritten. Wie die angeblich “tierschutzgerechte Entnahme von Bachen mit ihren Frischlingen” in der Praxis aussieht, wollte auf Nachfrage von JAWINA kein befragter Experte ausführen oder gar vorführen. SE

Beitragsbild: Brandenburger Leitfaden zu Saufängen (Screenshot).

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“Schiessen oder Schaufeln”

+++ Bayern: Jäger will höhere Abschussquote für Rehwild vor Gericht erzwingen +++

Der CDU-Politiker Hans-Jürgen Thies fordert nach der Änderung des Bundesjagdgesetzes wegen der ASP (JAWINA berichtete) “außerordentliche Mittel zur Schwarzwildreduktion” wie eine Lockerung des Muttertierschutzes, Saufänge und Nachtzielgeräte.

“Mit dem vom Bundestag verabschiedeten Gesetz zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes und Bundesjagdgesetzes (JAWINA berichtete) sind Behörden von Bund und Ländern, im Falle eines Ausbrauchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP), nun gewappnet schneller und effizienter auf die Seuche reagieren zu können”, meint Hans-Jürgen Thies. Doch das dem CDU-Politiker nicht: Der Ausbruch der ASP in Belgien vor zwei Wochen mache deutlich, dass es aller höchste Zeit ist, denn die infizierten Wildschweine wurden lediglich 60 km von der deutschen Grenze entfernt aufgefunden, heißt es in einer von Thies herausgegebenen Pressemitteilung. Somit drohe nun eine Einschleppung des Virus aus westlicher und östlicher Richtung, denn in Polen und Tschechien grassiere sie bereits seit langem. Neben diversen Präventionsmaßnahmen sieht die Gesetzesänderung für den Krisenfall nunmehr zahlreiche behördliche Befugnisse vor:

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“Auslegungshilfe beim Elterntierschutz”

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt über Saufänge, Bachenabschuss Elterntierschutz

Von Minister zu Minister: Auf Anfrage von Robert Habeck, Umweltminister in Schleswig-Holstein und Bundesvorsitzender der Grünen, erläutert Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) mit Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) in einem Brief “den Stand der Abwägungen in meinem Haus zwischen der Notwendigkeit einer effizienten Seuchenbekämpfung einerseits und dem hohen Gut des Tierschutzes andererseits.” Wir dokumentieren das der Red. vorliegende Schreiben für JAWINA-Leser im Wortlaut.

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Dr. Hinrich Zoller ist tot

Der Zoologe und Wildtier-Biologe Dr. Hinrich Zoller ist im Alter von 40 Jahren überraschend verstorben. Dr. Hinrich Zoller war in der Jägerschaft vor allem mit seinen Arbeiten zum Schwarzwildfang bekannt geworden. Die Universität Rostock veröffentlichte einen Nachruf auf den Wissenschaftler, in dem es heißt:

Die Universität Rostock trauert um Dr. Hinrich Zoller

Am 19. Januar 2018 wurde Herr Dr. Hinrich Zoller (40) plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen. Der Zoologe und deutschlandweit bekannte Wildtier-Biologe lehrte und forschte seit 2012 an der Universität Rostock auf dem Gebiet der Biologie. Die Universität Rostock trauert um Hinrich Zoller.

Hinrich Zoller wurde am 22. Oktober 1977 in Rostock geboren. Nach seiner Schulzeit in Rostock und Bützow studierte er ab 1998 an der Universität Rostock und schloss sein Studium mit dem Diplom in Biologie 2004 erfolgreich ab. Er wurde 2010 ebenfalls an der Universität Rostock promoviert. Zwischen 2004 und 2008 und dann wieder ab 2012 arbeitete Dr. Zoller am Institut für Biowissenschaften (Allgemeine & Spezielle Zoologie) als Wissenschaftlicher Mitarbeiter.

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Brandenburg: Leitfaden und Antrag zum Betrieb von Saufängen online

+++ Leverkusen: Spaziergängerin von Keiler attackiert +++

“Landesweit sehr hohe Schwarzwilddichten vor dem Hintergrund der immer näher rückenden Seuchenfront der Afrikanischen Schweinepest machen es dringend erforderlich, die Schwarzwildbestände unter Anwendung aller verfügbaren Möglichkeiten zu reduzieren”, schreibt das Brandenburger Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) in einer Pressemitteilung anlässlich der Veröffentlichung eines Leitfadens (JAWINA berichtete) zum Betrieb von Saufängen sowie des erforderlichen Antragsformulars. Zur Reduzierung der “Schwarzwildbestände unter Anwendung aller verfügbaren Möglichkeiten” gehört nach Auffassung des MLUL “als ein ergänzendes und wirksames Instrument der Fallenfang.”

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Berufsjäger gegen Saufänge und Nachtzieltechnik

Der Bundesverband der Berufsjäger (BDB) hat ein Positionspapier zur Schwarzwildbejagung veröffentlicht. Unter anderem fordern die Berufsjäger, “den tierschutzgerechten Auswahlabschuss unter Wahrung der Sozialstrukturen der Wildart”, “die strikte Einhaltung des Muttertierschutzes und der waidgerechten Bejagung”, sowie “ein Verbot des Einsatzes von Frischlings- und Saufängen.” Sie fordern überdies “ein Aussetzen der weiteren Technisierung, zunehmend auch schon Militarisierung durch besondere Waffentechnik (z.B. Nachtzieltechnik).” Der Einsatz dieser Techniken liege außerhalb der für eine handwerkliche Jagd notwendigen Einsatzgebiete und werde von einer zunehmend jagdkritischen Öffentlichkeit in Zeiten von Terrorgefahren ablehnend betrachtet, so der BDB. Ausnahmen hierzu seien nur in Krisenfällen und/oder unter ganz besonderen Umständen besonders qualifizierten Personengruppen zu ermöglichen. Diese Techniken verschöben lediglich die Grenzen des Möglichen, lösten aber die Probleme sicher nicht und könnten dazu zu unkalkulierbaren Gefährdungen führen. PM

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ASP: Sachsen ermöglicht Einsatz von Schalldämpfern, Saufängen und Nachtzielgeräten

Um die Reduktion der Schwarzwildbestände zwecks Eindämmung des ASP-Risikos zu erleichtern, hat der sächsische Landtag entsprechende Änderungen des Sächsischen Landtags beschlossen. Im ursprünglichen Gesetzesentwurf war vorgesehen, “aus gesundheitlichen Gründen” den Einsatz von Schalldämpfern bei der Jagd zu erlauben, die “Fangjagd bei Schwarzwild befristet zuzulassen” sowie “eine Duldungspflicht für überjagende Jagdhunde einzuführen”. Nach der Expertenanhörung beschlossen die Abgeordneten überdies, “die Verwendungs- und Nutzungsverbote des § 19 Absatz 1 Nummer 5a des Bundesjagdgesetzes” (BJagdG) einzuschränken, “soweit die aufgeführten elektrischen und optischen Geräte der Nachtjagd dienen.” Der entsprechende Absatz des § 19 BJagdG beinhaltet u.a. das Verbot, “künstliche Lichtquellen, Spiegel, Vorrichtungen zum Anstrahlen oder Beleuchten des Zieles, Nachtzielgeräte, die einen Bildwandler oder eine elektronische Verstärkung besitzen und für Schußwaffen bestimmt sind, Tonbandgeräte oder elektrische Schläge erteilende Geräte beim Fang oder Erlegen von Wild aller Art zu verwenden oder zu nutzen […]”.

Damit ermöglicht Sachsen die legale Verwendung von Nachtzielgeräten.

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Bayern: BJV lehnt Saufänge ab – Bauernverband “irritiert”

+++ Bauern in Schleswig-Holstein fordern Desinfektionsstationen an der Grenze und Saufänge gegen ASP +++

Zurück ins Mittelalter? Der Bauernverband fordert statt effektiver Schwarzwildjagd brutale Ausrottung und den Einsatz von Medikamenten, beklagt der Bayerische Jagdverband (BJV) in einer Pressemitteilung: “Die Zeiten brutaler Jagdmethoden à la Mittelalter sind zum Glück schon lange vorbei“, betont Prof. Dr. Jürgen Vocke, der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes. Sie wären heute in unserer Gesellschaft  auch zu Recht nicht mehr möglich. „Um so mehr wundert es mich“, so Vocke „dass der Bauernverband immer wieder die brutalste Form der Ausrottung, den so genannten Saufang, zur Reduzierung der Schwarzwildbestände fordert.“

Saufänge seien, so der BJV, “eine Art Lebendfalle, in die die Wildschweine ahnungslos hinein laufen, aber nicht mehr herauskommen. Dort eingepfercht, geraten sie in Panik und schreien um Ihr Leben. In dieser Falle werden die Wildschweine dann getötet, eines nach dem anderen, vor den Augen der anderen Tiere.”

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Bayern: Landkreis Cham genehmigt 13 Saufänge

Wie ein Sprecher des Landkreises Cham gegenüber JAWINA bestätigte, haben Jagd- und Veterinärbehörde des Landkreises auf Antrag der Jägerschaft 13 Saufänge auf Gemeindegebiet genehmigt. Der Bayerische Rundfunk berichtete, dass die auch unter Jägern umstrittenen Saufänge aufgrund der anwachsenden Schwarzwildpopulation und der damit einhergehenden Zunahme der Wildschäden beantragt und genehmigt worden seien. Im Gemeindegebiet an der deutsch-tschechischen Grenze grenzten ausgedehnte Wälder und Gebirge unmittelbar an intensiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzflächen. Dies seien paradiesische Bedingungen für die Sauen, zumal die Durchführung von Bewegungsjagden in vielen Revieren nicht möglich sei. Die jährlich anwachsenden Bestände sind nach Auffassung vieler Jäger mit herkömmlichen jagdlichen Mitteln kaum mehr in den Griff zu bekommen. Die Genehmigung der Saufänge ist auf drei Jahre befristet und mit diversen Auflagen verbunden:

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