Schlagwort-Archive: Sachsenforst

Sachsen: “Keinesfalls zu viel Rotwild, aber falsche Bejagung”

Prof. Herzog: “Wenn wir so weitermachen wie bisher, jagen wir in 20 Jahren nicht mehr.”

Ein Gutachten des Wildökologen Prof. Dr. Dr. Sven Herzog von der TU Dresden stützt einem Bericht der Freien Presse (FP)  zufolge die von der Hegegemeinschaft Erzgebirge gegen den Sachsenforst erhobenen Vorwürfe. Demnach gebe es “keinesfalls zu viel Rotwild” in den Wäldern Sachsens, es werde jedoch falsch bejagt. Herzog kritisiere zu hohen Jagddruck, heißt es in der FP, durch Drückjagden im Januar und die Jagd in Wiesengebieten werde das Rotwild überhaupt erst aus seinem Lebensraum in den Wald gedrängt. Schälschäden seien die Folge einer falschen Bejagung. Der Sachsenforst steht auch wegen weiterer fragwürdiger Jagdmethoden in der Kritik, so wurden 2017 Anzeigen wegen angeblicher Drückjagden erstattet (JAWINA berichtete). Sachsenforst und das Landratsamt haben sich der Mitarbeit an der Herzog-Studie der FP zufolge verweigert, was massive Zweifel an der Bereitschaft der Forstpartie aufkommen lässt, Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse überhaupt zur Kenntnis zu nehmen und eine mit zäher Borniertheit verteidigte Jagdideologie zu überdenken.

Weiterlesen

Erstes Schwarzwildgatter in Sachsen eröffnet

Jagdhundeausbildung wird weiter professionalisiert – Sachsenforst und der Landesjagdverband Sachsen eröffnen erstes Schwarzwildgroßgatter zur Jagdhundeausbildung in Sachsen

Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat gestern (10.09.) sein neu errichtetes Schwarzwildgatter im Wermsdorfer Wald bei Leipzig an den Landesjagdverband Sachsen übergeben. Dieser wird das Schwarzwildgatter künftig betreiben und den reibungslosen und tierschutzgerechten Ablauf der Jagdhundeausbildung am wehrhaften Wild garantieren.

Die Schwarzwildstrecke liegt in Sachsen seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau. Im Jagdjahr 2015 wurden landesweit etwa 27.000 Schwarzkittel erlegt. Gleichzeitig steigen die Schäden, die die Landnutzer, allen voran die Landwirte, aber auch Waldbesitzer, zu tragen haben, stetig. Eine wirksame Reduktion der Schwarzwildbestände konnte trotz intensiver jagdlicher Bemühungen noch nicht erreicht werden. Weil die Ursachen hierfür komplex sind, müssen alle Beteiligten gemeinsam handeln: „Es liegt in unserer Verantwortung als Jäger und Flächenverwalter, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Revierübergreifenden, gut organisierten Drückjagden fällt dabei eine Schlüsselrolle zu“ so Landesforstpräsident Prof. Dr. Hubert Braun im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung.

Weiterlesen

Sachsen: Jäger und Landwirte vereinbaren Zusammenarbeit

Freiberger Erklärung unterzeichnet.

Im Beisein von Staatsminister Frank Kupfer haben die Verbandsspitzen des Landesjagdverbandes Sachsen e. V., des Sächsischen Landesbauernverbandes e. V., des Sächsischen Waldbesitzerverbandes e. V., der Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer und der Geschäftsführer des Staatsbetriebes Sachsenforst heute (30. Juni 2014) in Dresden eine Erklärung mit „Gemeinsamen Empfehlungen zur Reduzierung von überhöhten Schwarzwildbeständen in Sachsen“ unterzeichnet. „Die steigenden Wildschweinbestände und die weitere Ausbreitung dieser Wildart stellen uns vor große Herausforderungen“, sagte der Minister. „Deshalb unterstütze ich das Anliegen der Verbände. Es gilt in erster Linie, übermäßige Wildschäden zu vermeiden und die Seuchengefahr zu verringern. Dazu ist eine Reduzierung des Schwarzwildbestandes durch konsequente Bejagung erforderlich.“

Weiterlesen

Standorttreu: Besenderte Lausitz-Wölfe wandern bisher nicht

Karte 1: Streifgebiete von FT7 (rot) und MT5 (grün) seit ihrer Besenderung. Zur Veranschaulichung sind die Territorien des Milkeler (MI), Nochtener (NO) und Daubaner (DN) Rudels schematisch dargestellt (blau). Copyright: Wildbiologisches Büro LUPUS.

Die besenderte junge Wölfin „Marie“ (FT7) aus dem Milkeler Wolfsrudel hält sich weiterhin überwiegend im Territorium ihrer Eltern auf. Wie Fotofallenaufnahmen aus dem Februar zeigen, hält die mittlerweile 22 Monate alte Wölfin immer noch engen Kontakt zu ihrem Geburtsrudel. Die automatischen Kameras haben nacheinander „Marie“, ihre Mutter, ihr Stiefvater und vier Welpen fotografiert.

Weiterlesen