Schlagwort-Archive: Rotwild

Sachsenforst: OJB lehnt Erhöhung des Gruppenabschussplans für Rotwild im Forstbezirk Eibenstock ab

Die Obere Jagdbehörde (OJB) hat die beantragte Erhöhung des Gruppenabschussplans für die Verwaltungsjagdbezirke des Forstbezirks Eibenstock für den Planungszeitraum 2016 bis 2019 abgelehnt. Eine entsprechende “innerdienstliche Weisung” hat die OJB am 3.9. erlassen.

Das Referat Verwaltungsjagd im Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) hatte die Erhöhung des Abschussplans mit der Begründung beantragt, dass im Forstbezirk Eibenstock zwar “ein insgesamt tolerierbares Schälschadensniveau bei gleichzeitig stetiger Rotwildpräsenz” bestehe. Desweiteren wurde angeführt: Der “Anteil der Neuschäle liege nach wie vor deutlich unter 2%. Um diesen Zustand aufrecht zu erhalten, müsse die Rotwilddichte kontinuierlich auf geringem Niveau gehalten werden.” Die Untere Jagdbehörde des Erzgebirgskreis versagte auf diesen Antrag hin die Herstellung des Benehmens, da “eine Abschussplanerhöhung bei einem selbst eingeschätzten Bestand von 2,25 Stück 100/ha […] §1 BJagdG unterlaufen” würde. Auch die Hegegemeinschaft Erzgebirge hatte das Benehmen verweigert, da Rotwild im Forstbezirk Eibenstock “bestenfalls noch als Wechselwild” vorkomme.

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Mangelnder Tierschutz im Staatsbetrieb Sachsenforst: DeWiSt fordert Einhaltung des Muttertierschutzes bei der Rotwildjagd

Die Bundesländer Bayern und Sachsen nennen sich beide nicht nur Freistaat, beide gehen auch sehr rigoros bei der Jagd auf Rotwild, Gams oder Rehwild vor – vor allem in den staatseigenen Wäldern, beklagt die Deutsche Wildtier Stiftung (DEWiSt): Während in Bayern bereits seit 2005 die Doktrin „Wald vor Wild“ herrscht, hat der Staatsbetrieb Sachsenforst vor wenigen Jahren sein besonderes Interesse an bäumeknabbernden Wildtieren entdeckt. Im sächsischen Erzgebirge wurde jüngst die Abschussfreigabe von Rotwild für die laufende Jagdsaison stark erhöht: Fast 400 Tiere dürfen nun mehr erlegt werden als ursprünglich vorgesehen!

„Oberstes Gebot bei der Jagd auf Rotwild ist die Beachtung des Tierschutzes“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. Aber dies scheint im konkreten Fall fraglich zu sein. In mehreren Erzgebirgsrevieren der staatlichen Forstbetriebe Neudorf und Eibenstock wurden in den vergangenen zwei Jahren deutlich mehr Alttiere erlegt als Kälber. „Wenn der gesetzlich vorgeschriebene Muttertierschutz beim Rotwild eingehalten wird, muss die Jagdstrecke der Kälber immer höher sein als die der Alttiere“, so Kinser. Zwangsläufig müssen in den staatlichen Forstbetrieben Rotwildkälber verwaist sein, die aus dem Rudel ausgestoßen werden und kaum eine Chance haben, den Winter im Erzgebirge zu überstehen. Im Einzelfall kann es sich dabei um den Tatbestand einer Straftat handeln, von dem die Eigentümer des Waldes, also die Bürger des Freistaats Sachsen, wohl kaum etwas ahnen.

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“Im Sachsenforst greift der Wildtierhass von ÖJV und ANW um sich”

Unbeirrt von wissenschaftlicher Kritik, die dem Sachsenforst “keinesfalls zu viel Rotwild, aber falsche Bejagung” attestierte und vor einer Ausrottung des Rotwilds warnt, setzt der Staatsbetrieb weiterhin auf eine Jagdstrategie, die sich mit wenigen Worten umschreiben lässt: Totschießen, was geht. Einer ahnungslosen Politik wird die der Ertragssteigerung dienende rücksichtslose Schädlingsbekämpfung als angebliche Notwendigkeit im Zuge des “ökologischen Waldumbaus” verkauft. Wir haben mit Karsten Bergner gesprochen, Vorsitzender der Hegegemeinschaft Erzgebirge und profiliertester Kritiker des Staatsbetriebs Sachsenforst (SBS).

JAWINA: Herr Bergner, Sie kritisieren die sächsische Landesforst für deren Bejagungsstrategie – was werfen Sie dem Forst konkret vor?

Es geht in erster Linie darum, dass Sachsenforst weniger eine Bejagungs- als vielmehr eine „Hau- drauf- Strategie“ verfolgt. Er handelt nicht auf dem aktuellen Stand der ökologischen und wildbiologischen Erkenntnisse. Ein Grundbesitzer hat kein Recht, “Bewirtschaftungshindernisse” auf Kosten der Allgemeinheit zu entfernen. In dem Sinn kann der SBS nicht einfach sagen, Wirtschaften ohne Pflanzenfresser geht leichter (glauben wir) und deshalb beseitigen wir die erst mal. Das ist nicht zulässig und es ist auch nicht sinnvoll. Artgerechte und dem Lebensraum angepasste (nicht einem betriebswirtschaftlichem Ziel angepasste) Wilddichten stehen einer ordnungsgemäßen Waldwirtschaft, dem Artenreichtum von Sachsens Wäldern nicht entgegen. Man muss sein Handwerk eben beherrschen und Wildtiere artgerecht lenken und steuern. Beispiele, dass das geht, gibt es zu Hauf- auch aus dem SBS! Hier sei nur Berufsjäger Friedrich genannt, der mit vernünftigen Strategien die Wildschäden im Revier Steinbach innerhalb von zwei Jahren auf ein absolut akzeptables Maß senkte. Herr Friedrich kam auch zu der Überzeugung, dass 75% der Wildschäden des SBS hausgemacht sind – ein Umstand, der dazu führte, dass Herr Friedrich heute kein Angestellter des Staatsbetrieb Sachsenforst mehr ist. Bereits Cäsar hatte ja schon die Angewohnheit, die Überbringer schlechter Botschaften zu töten…

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Bündnis für Wald und Wild verabschiedet Erfurter Erklärung

Stärkung von Hegegemeinschaften und des Muttertierschutzes bei der Rotwildbejagung gefordert

Am 1. September fand in Erfurt das vom Bündnis für Wald und Wild e.V. veranstaltete Symposium “Artgerechte Wildbewirtschaftung in der heutigen Kulturlandschaft” statt. Nach zwei Fachvorträgen – Karl-Heinz Müller sprach über die Rolle der Hegegeminschaften, Dr. Christine Miller stellte wissenschaftliche Erkenntnisse zur Abhängigkeit von Rotkälbern von den Elterntieren vor – verabschiedeten die Anwesenden die Erfurter Erklärung. Die Erfurter Erklärung wird die Grundlage für das weitere Agieren des Bündnisses für Wald und Wild zu den Themen Hegegemeinschaften und Muttertierschutz sein, wie auf der Internetseite des Bündnisses angekündigt wird. “Immer häufiger wird in Forstkreisen der Grundsatz „Wald vor Wild“ propagiert und umgesetzt”, heißt es in der Erfurter Erklärung. “Dabei übersieht man, dass sich Wald und Wild nicht im Konflikt miteinander befinden. Vielmehr sind sie zum Spielball zwischen den wirtschaftlichen Interessen des Menschen und den biologischen Grundbedürfnissen des Wildes geworden.”

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Studie: “Tier und Kalb flüchten eher getrennt”

Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald erforschen Wissenschaftler der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt, wie eng die Bindung zwischen Tier und Kalb beim Rotwild ist. Auch wenn die Forscher betonen, dass es für jagdpraktische Konsequenzen noch zu früh, könnten die Ergebnisse massive Auswirkungen auf Jagdpraxis und Jagdgesetze haben.

Es sei kaum erforscht, “wie lang die Leine” zwischen Tier und Kalb sei, erklärte Ulf Hohmann, der Leiter der Forschungsgruppe Wildökologie am Montag anlässlich der Vorstellung erster Studienergebnisse im Rahmen einer Veranstaltung des Nationalparks. Die (Wunsch-)Vorstellung, dass Tier und Kalb grundsätzlich eng zusammenbleiben – und so zu erkennen sei, ob ein Tier führt oder nicht – ist demzufolge höchst zweifelhaft. Die im Nationalpark Hunsrück-Hochwald begonnene Forschungen deuten darauf hin, dass die Tiere gerade in Stresssituationen eher getrennte Wege gehen.

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Rotwildbejagung im Sachsenforst: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen

Wenige Tage nachdem ein Gutachter harsche Kritik an der Bejagungsstrategie im Sachsenforst geäußert hatte und der Leiter des Forstamts Neudorf der Hegegemeinschaft Erzgebirge eine Zusammenarbeit angeboten und Entgegenkommen signalisiert hatte (JAWINA berichtete), wird bekannt, dass der Forst die Eskalationsschraube wieder einige Windungen weitergedreht hat: Mit Schreiben vom 26.06. informiert der Sachsenforst die Hegegemeinschaft, dass der Forstbetrieb einen Antrag auf “Abschussplanerhöhung für Rotwild im Planungszeitraum 2016 bis 2019” um 500 Stück gestellt hat. Die Mitteilung erfolgt gem. § 21, Ziffer 5 des Sächsischen Landesjagdgesetzes zwecks “Herstellung des Benehmens”. In dem Schreiben von Sachsenforst heißt es dazu: “[…] der Forstbezirk Neudorf hat für Rotwild eine Erhöhung des Gruppenabschussplans in Höhe von 500 Stück beantragt. Der Antrag betrifft in wesentlichen Teilen angrenzend den Wirkungsbereich der Hegegemeinschaft Erzgebirge.”

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Sachsen: “Keinesfalls zu viel Rotwild, aber falsche Bejagung”

Prof. Herzog: “Wenn wir so weitermachen wie bisher, jagen wir in 20 Jahren nicht mehr.”

Ein Gutachten des Wildökologen Prof. Dr. Dr. Sven Herzog von der TU Dresden stützt einem Bericht der Freien Presse (FP)  zufolge die von der Hegegemeinschaft Erzgebirge gegen den Sachsenforst erhobenen Vorwürfe. Demnach gebe es “keinesfalls zu viel Rotwild” in den Wäldern Sachsens, es werde jedoch falsch bejagt. Herzog kritisiere zu hohen Jagddruck, heißt es in der FP, durch Drückjagden im Januar und die Jagd in Wiesengebieten werde das Rotwild überhaupt erst aus seinem Lebensraum in den Wald gedrängt. Schälschäden seien die Folge einer falschen Bejagung. Der Sachsenforst steht auch wegen weiterer fragwürdiger Jagdmethoden in der Kritik, so wurden 2017 Anzeigen wegen angeblicher Drückjagden erstattet (JAWINA berichtete). Sachsenforst und das Landratsamt haben sich der Mitarbeit an der Herzog-Studie der FP zufolge verweigert, was massive Zweifel an der Bereitschaft der Forstpartie aufkommen lässt, Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse überhaupt zur Kenntnis zu nehmen und eine mit zäher Borniertheit verteidigte Jagdideologie zu überdenken.

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Truppenübungsplatz Klietz: Mehr Wölfe, weniger Rotwild-Kälber

Die Wolfsbeauftragte für den an der Grenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt gelegenen Truppenübungsplatz Klietz  geht davon aus, dass sich das auf dem Militärgelände ansässige Wolfsrudel auch dieses Jahr erfolgreich reproduziert hat. Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). 2016 war erstmals ein Reproduktionsnachweis gelungen, damals haben die Wölfe sieben Welpen großgezogen, im Jahr darauf waren es drei Welpen. Für Nachweise des diesjährigen Nachwuchses ist es noch zu früh, da Wolfswelpen im April/Mai gewölft werden, und die Fähe die ersten vier Wochen mit ihrem Nachwuchs in der Wurfhöhle verbringt. Auffällig sei, so die Wolfsbeauftragte Birgit Büttner laut MAZ, dass es in den Rotwildrudeln immer weniger Kälber gebe. Dies sei “im Vergleich zu früher extrem zu bemerken.” Da sich das Rotwild wegen der Anwesenheit der Wölfe zu Großrudeln zusammenschließe, sei die Anzahl der Kälber gut zu bestimmen. red.

Beitragsbild: Weibliches Stück Rotwild (Archivbild). Foto: SE

Hessen: Rotwild-Lebensraumgutachten Gieseler Forst übergeben

Am Freitag, 20. März 2018 wurde in Großenlüder das Lebensraumgutachten „Gieseler Forst“ mit einem konkreten Umsetzungskonzept an die 46 Reviere der Rotwildhegegemeinschaft übergeben. Ziel des Konzeptes ist es, die Lebensräume für das größte heimische Säugetier, das Rotwild, zu erhalten und zu verbessern. Angestrebt wird eine genetisch gesunde Population und ein an das Gebiet angepasster Wildbestand. Insbesondere die Wanderbewegungen des Wildes sollen erhalten werden, damit ein genetischer Austausch zwischen den einzelnen Populationen möglich ist. Damit die Tiere die jahrzehntealten Fernwechsel wieder annehmen, sind Deckung, Äsung (Nahrung) und Ruhe dringend nötig. In den großen Waldgebieten des Gieseler Forstes werden deshalb Äsungsflächen und großflächige Wildruhezonen eingerichtet. Dort finden die scheuen Tiere einen Rückzugsort und können auch am Tage ungestört Nahrung aufnehmen, dies verhindert Schälschäden an Buchen und Fichten. An dem nun vorliegenden Werk haben zwölf Personen über einen Zeitraum von sechs Jahren intensiv gearbeitet.

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Schweiz: Vollsperrung wegen Hirschrudel auf der Autobahn

Am Mittwochmorgen sind einige Hirsche auf die Autobahn A13 bei San Vittore im Schweizer Kanton Graubünden gelangt. Auf der A13 sowie auf der H13 kam es in der Folge zu je einem Unfall mit je einem Tier dieser Gruppe. Kurz vor 5 Uhr morgens erhielt die Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei Graubünden die Meldung, dass sich Wildtiere auf der Autobahn A13 zwischen dem Abschnitt der Raststätte Campagnola und der Verzweigung Bellinzona Nord befinden. Kurz darauf ging eine Meldung ein, dass ein Personenwagen einen Hirsch auf der A13 erfasst hat. Zwei Patrouillen der Kantonspolizei Graubünden sperrten unter Mithilfe einer Polizeipatrouille der Kantonspolizei Tessin unverzüglich die Autobahn. Gemeinsam mit dem Wildhüter trieben die Polizisten die Tiere, allesamt Hirsche, über diverse Zugänge der Wildschutzzäune von der Autobahn, welche während rund zwei Stunden gesperrt war. Eines der Tiere wurde anschliessend auf der Italienischen Strasse H13 von einem weiteren Personenwagen erfasst. PM

Beitragsbild: Windschutzscheibe eines Autos nach Kollision mit Hirsch auf der H13. Foto: Kantonspolizei Graubünden

Karlsruhe: Zaun von Rotwildgehege aufgeschnitten

Rudel aus Rotwild-Gehege Rappenwört ausgebrochen

Eine unbekannte Person hat den Zaun des Rotwild-Geheges Rappenwört an zwei Stellen mutwillig aufgeschnitten, wie die Stadt Karlsruhe mitteilt. Durch die entstandenen Löcher brachen alle Tiere des Rudels aus dem eingezäunten Gelände aus. Beschäftigte des städtischen Forstamts, das die Wildgehege unterhält und betreut, hatten große Mühe, zunächst den Hirsch und danach den Rest des Rudels wieder zurück ins Gatter zu treiben. Durch die Beschädigungen entstand ein Sachschaden in Höhe von 1.500 Euro. Darüber hinaus hätten die entflohenen Tiere Passanten und Straßenverkehr erheblich gefährden können.

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Annaburger Heide: Abschussplan für Rotwild “nach unten korrigiert”

Die Rotwildbestände in der Annaburger Heide sind drastisch reduziert worden. Dies ergibt sich aus einem Bericht über die Mitgliedsversammlung der Rotwild-Hegegemeinschaft Annaburger Heide in der Torgauer Zeitung (TZ). Die Annaburger Heide ist ein großes, überwiegend als Truppenübungsplatz genutztes Waldstück, dass sich über die Landesgrenzen von Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt erstreckt. Dem Bericht zufolge ist der Abschlussplan für Rotwild deutlich abgesenkt worden. Die 444 ursprünglich vorgesehenen Stück Rotwild zu erlegen, sei ohnehin utopisch gewesen, erklärte der Vorsitzende der Hegegemeinschaft, Maik Zaydler, gegenüber der TZ. Das zeige ja bereits die nur 65prozentige Erfüllung des vorigen Abschussplans. Jahrelang, so die Zeitung, hätten Forst und Landwirtschaft aufgrund der Wildschäden mehr Abschüsse gefordert, jetzt herrsche Einigkeit, dass man “mit den dezimierten Wildbeständen gut leben” könne. Die “Gefahr übergroßer Wildschäden im Wald und auf dem Acker scheine erst einmal gebannt.” Neben der intensiven Bejagung und Sturmschäden habe wohl auch die “im Drei-Länder-Eck überaus dichte Population des Wolfs” einen Anteil an der Reduktion des Rotwildbestands. SE

Beitragsbild: Zusammengeschossen und aufgefressen – Rotwild in der Annaburger Heide (Symbolbild). Foto: SE

Hessenforst korrigiert Darstellung von HR und LJV Hessen

Bezug nehmend auf die Pressemitteilung des Landesjagdverbands Hessen “Kein schwangeres Wild bejagen” und den Beitrag des Hessischen Rundfunks (HR), auf den sich der LJV bezieht, teilt Hessenforst folgendes mit:

HessenForst, Landesbetriebsleitung

Datum: 21.03.2018

AZ.: L.3 – F 51

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihrem heute veröffentlichten Homepagebeitrag entnehme ich, dass die Pressemitteilung des LJV über den HR-Beitrag des vergangenen Montags zu Mißverständnissen geführt hat. Der HR hat bereits eine Korrektur auf seiner Homepage veranlasst.

Aus diesem Grunde schicke ich Ihnen folgende Informationen aus Sicht von Hessen-Forst:

Das FA Frankenberg hat im Rahmen des Beitrages ausgesagt, dass ab Mai die Jagd wieder beginnt. Von Treib- (Bewegungs-)jagden war unsererseits nie die Rede.
Einzeljagd ab Mai ist die Regel, auch außerhalb von Hessen-Forst.

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LJV Hessen: Kein “schwangeres” Wild bejagen

Landesjagdverband appelliert an HessenForst Rotwild im Lebensraum zu lenken und tierschutzgerecht zu bejagen

In einem Fernsehbericht vom 19. März 2018 beklagt HessenForst im Forstbetrieb Frankenberg eine jährliche Beschädigung der Fichten in Höhe von 3 %. Nach dem Bericht des Hessischen Rundfunks soll es bereits ab Mai wieder „große Treibjagden“ geben, „damit sich der Wald langsam erholen und gesund nachwachsen kann.“

„Gerade im Mai sind Rot- und Rehwild hochträchtig. Die ersten Rotwildkälber werden bereits Ende Mai geboren. Es kann nicht sein, dass schwangere Rotwildkühe bei Treibjagden durch den Wald gehetzt werden, gerade in der Zeit, wo sie dringend Ruhe benötigen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen. Statt großer Treibjagden im Mai, gilt es das Wild gezielt durch Ruhe und Nahrung zu „lenken“.

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Hessen: Verinselung sorgt für genetische Verarmung der Rotwild-Population

Das Rotwild ist die größte heimische Wildart und lebt im Rudel in großen Waldgebieten. Diese Rotwildgebiete sind häufig durch Bundesstraßen oder Autobahnen voneinander getrennt, ein genetischer Austausch ist somit unmöglich. Die Folge: Eine immer kleiner werdende genetische Basis und hohe Inzuchtgrade gefährden die Vielfalt des größten einheimischen Säugetieres und bringen einen Verlust von Gesundheit und Fitness mit sich.

Die nun vom Klinikum Veterinärmedizin im Arbeitskreis Wildbiologie der Universität Gießen veröffentlichten genetischen Untersuchungsergebnisse bestätigen die vom Landesjagdverband Hessen dokumentierte Situation zwischen den Rotwildgebieten. Die Wanderbewegungen des Rotwildes werden vom LJV anhand von Sichtbeobachtungen aber auch von erlegten Tieren seit Jahren genau registriert und dokumentiert.

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Sachsen: Petition “Rotwild im Erzgebirge” übergeben

Gestern wurde die von 4127 Menschen unterzeichnete Petition “Rotwild im Erzgebirge” im Dresdner Landtag übergeben. Die von einem Zusammenschluss mehrerer Hegegemeinschaften unter Beteiligung von Kreisjagdverbänden und dem Landesjagdverband initiierte Petition mahnt einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Rotwild im Erzgebirge an.

Wir dokumentieren die Übergabe der Petition durch Veröffentlichung der aus diesem Anlass gehaltenen Reden, aus denen sehr gut hervorgeht, worum es den Initiatoren geht:

Rede der IG SSHG zur Petitionsübergabe am 14.12.2017

Sehr geehrte Mitglieder des Sächsischen Landtags, liebe Jäger und Naturschützer, sehr geehrte Damen und Herren,

seit 2015 ist dies nunmehr die zweite Petition zum Thema Rotwild, mit der sich der Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages beschäftigen muss.

Auch wenn beide Petitionen verschiedene Petenten und divergente Inhalte haben, so zeigt dieser Umstand doch, dass es offenbar beim Umgang mit dem Wild und bei bestimmten administrativen Regelungen in Sachsen erhebliche Unzufriedenheit gibt.

Die 2015 eingereichte Petition zielte maßgeblich auf die Wildbewirtschaftung durch den SBS ab. Neben der Aufhebung des Fütterungsverbots im Winter, forderte sie die Erhaltung eines reproduktionsfähigen Wildbestandes, Änderungen am Jagdgesetz und zur Senkung der Wildschäden weniger Beunruhigung des Wildes im Landeswald durch ständigen Jagddruck.

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Mecklenburg-Vorpommern: Rotwild verursacht tödlichen Verkehrsunfall

Ein Rudel Rotwild hat in der Schwinzer Heide zwischen Bossow und Alt Schwinz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) einen folgenschweren Wildunfall verursacht. Ein 52-jähriger Kradfahrer befuhr zusammen mit anderen Kradfahrern die Kreisstraße aus Bossow kommend in Richtung Dobbertin. Auf Höhe der Unfallstelle wechselte ein Rudel Rotwild von rechts nach links über die Fahrbahn. Ein Hirsch lief unmittelbar in den Geschädigten. Dieser stürzte daraufhin und wurde lebensbedrohlich verletzt. Unter ständigen Reanimationsmaßnahmen wurde der Motorradfahrer mit einem Rettungswagen in die Klinik nach Plau am See verbracht. Trotz aller durchgeführten Rettungsmaßnahmen verstarb der verunfallte Kradfahrer wenig später im Krankenhaus. PM

Beitragsbild: Wildunfall (Symbolbild). Foto: SE

Zahmes Rottier: Polizei bringt Daisy nach Hause

Am Mittwoch gegen 7:45 Uhr, erhielt die Polizei in Dormagen (NRW, Rhein-Kreis Neuss) den Anruf eines Radfahrers, der ein zahmes Rottier auf einem Feldweg meldete. Tatsächlich stellten Polizeibeamte wenige Minuten später fest, dass zwischen Straberg und dem Tannenbusch ein zutraulicher Paarhufer stand, der sich von dem Anrufer streicheln ließ und sich zunächst nicht vom Fleck bewegte. Schnell war herausgefunden, dass das Tier namens “Daisy” eigentlich auf einer umzäunten Weide am Straberger Weg zu Hause ist. Zu ihren Gefährten gehören dort mehrere Pferde. Das zutrauliche Tier hatte offensichtlich einen Weg über den Zaun in Richtung Freiheit gefunden, wobei sie auch die Kreisstraße 12 überquert haben dürfte.

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Bayern: Wilderei an der Rötelwand

Im Bereich des Forstamts Ruhpolding (Landkreis Traunstein) hat sich in der Nacht zum vergangenen Montag ein möglicherweise schwerer Fall von Wilderei ereignet: Am Mittwoch wurde an einer Salzlecke an der Rötelwand ein Anschuss entdeckt. Ein Nachsuchenführer fand Pansenreste eines Stücks Rotwild. Möglicherweise, so vermutet die Polizei, wurden außer dem Weidwundschuss weitere Schüsse angetragen. Das verendete Stück wurde dann ins Tal hinab nach Eschelmoos gezogen. Dort fanden die Fahnder Spuren von zwei Wilderern. In welche Richtung diese mit ihrem Fahrzeug flüchteten, ließ sich nicht feststellen. Da Hirsche, Tiere und Kälber in Bayern Schonzeit haben, während Schmaltiere und Spießer Jagdzeit haben, geht die Polizei von einem Fall von schwerer Wilderei aus: Nicht, weil es tatsächlich Hinweise auf ein Schonzeitvergehen gäbe, sondern weil die Polizei in Ermittlungen grundsätzlich vom schwereren Delikt ausgehe, wie ein Polizeisprecher gegenüber JAWINA erläuterte.

Wer im fraglichen Zeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich von Rötelwand und Eschelmoos gesehen hat, wem Hirschfleisch unbekannter Herkunft angeboten wurde, wird gebeten, sich mit der Polizei Traunstein unter der Rufnummer 08 61/98 73 0 in Verbindung zu setzen. SE

Beitragsbild: Erlegter Rothirsch (Symbolbild). Foto: SE

“Sicherung der Biodiversität durch einen angemessenen Umgang mit Rotwild”

TU Dresden und Hegegemeinschaft entwickeln Managementkonzept für Rotwild im Erzgebirge

An der Technischen Universität Dresden läuft ein Projekt, dass sich der “Entwicklung eines integrierten Wildtiermanagementkonzeptes auf wildbiologischer Grundlage am Beispiel der Hegegemeinschaft Erzgebirge” widmet. Das Forschungsvorhaben wird im Wesentlichen aus Mitteln der Jagdabgabe finanziert, einen großen Beitrag leisten aber auch die zahlreichen ehrenamtlichen Leistungen aller Beteiligten. Am 10. Juni wurde der erste Workshop mit den Mitgliedern der Hegegemeinschaft abgeschlossen.

Mittelfristig soll  zusammen mit der Hegegemeinschaft ein Wildmanagementkonzept erarbeitet werden, welches den Anforderungen der Land- und Forstwirtschaft, des Naturschutzes, des Tierschutzes, des Tourismus und der Jagd gerecht wird und welches in der vorliegenden Konfliktlage zwischen forstlichen, jagdlichen und Artenschutzinteressen eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung darstellt.

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Studie: Die erworbene Schläue der Leittiere

Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse können viele Jäger bestätigen: Ein Forscherteam der kanadischen University of Alberta hat sich mit dem Lernverhalten weiblichen Rotwilds beschäftigt. Je älter die Tiere werden, desto geschickter weichen sie menschlichen Jägern aus.

In der Verhaltensforschung ist es ein entscheidendes Anliegen, zwischen angeborenem und erworbenem Verhalten zu unterscheiden. In der Studie “Learning from the mistakes of others: How female elk (Cervus elaphus) adjust behaviour with age to avoid hunters” wollten Henrik Thurfjell, Simone Ciuti und Mark S. Boyce herausfinden, ob unterschiedliche Verhaltensmuster von Rottieren unterschiedlichen Alters eher darauf zurückzuführen sind, dass bei der Bejagung überwiegend unvorsichtige Stücke geschossen werden, so dass die (angeborenerweise) vorsichtigen, misstrauischen Stücke übrig bleiben – also alt werden. Oder ob auch Lernprozesse dazu führen, dass die Tiere im Lauf ihres Lebens immer vorsichtiger werden und besser auf die Bejagung reagieren können. Zu diesem Zweck wurde das Verhalten mit GPS-Sendern ausgestatteter Stücke in einem Jagdgebiet ausgewertet. Ergebnis: Lernprozesse spielen eine entscheidende Rolle und sind verantwortlich dafür, dass Rottiere älter als neun oder zehn Jahre “fast unverwundbar” durch menschliche Jäger (“almost invulnerable to human hunters”) sind. Um das zu erreichen, haben sie ein erstaunliches Repertoire an Verhaltensweisen entwickelt:

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Wunschdenken und Wirklichkeit: Das Rotwild und der Wolf

Die Rückkehr des Wolfs wurde von Teilen der Forstpartie geradezu euphorisch begrüßt. Die Hoffnung war, dass der Wolf bei der Reduktion der verbeißenden Schädlinge fleißig mithelfen und Wildschäden minimieren würde. Inzwischen zeichnet sich ab, dass sich diese Hoffnungen nicht so ganz erfüllen werden. In den Wolfsgebieten schließt sich das Rotwild zu großen Angstrudeln zusammen, die schwer zu bejagen sind und in den Einständen massive Schälschäden verursachen, auch das Raumnutzungsverhalten des Rotwilds ändert sich durch die Anwesenheit des Wolfs. Ein Artikel in der Mai-Ausgabe der österreichischen Jagdzeitschrift “Anblick” hat die Situation auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig im niederösterreichischen Waldviertel analysiert.

Im Vorjahr ist erstmals ein Wolfspaar auf dem 16.000 Hektar großen Areal des Truppenübungsplatzes nachgewiesen worden, sieben Wölfe ziehen zur Zeit auf dem Platz ihre Fährte, wie Redakteur Stefan Maurer berichtet. Den Rudeln von Rot- und Muffelwild kommt auf dem Truppenübungsplatz – ähnlich wie etwa im bayerischen Grafenwöhr –  die wichtige Aufgabe zu, die für die Schießübungen benötigten Freiflächen offen zu halten. Mahd oder Beweidung kommen wegen der von Blindgängern ausgehenden Gefahr nicht in Frage. Doch seit der Wolf auf den Offenflächen jagt, zieht sich das Wild in den Wald zurück – und geht dort zu Schaden. Die Wiederbewaldung von Kahlflächen, die durch Sturm, Borkenkäferbefall oder Eisbruch verursacht wurden, sei “zunehmend unmöglich”, stellt Maurer fest.

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Räuber und Beute — Eberswalder Wissenschaftler untersuchen Interaktionsverhalten von Wolf und Rotwild

Wölfe und Rotwild besendert

Erstmalig gelang es Wildbiologen in Deutschland Rotwild und Wolf im selben Gebiet mit GPS- Halsbandsendern auszustatten. Die Wissenschaftler vom Fachgebiet für Wildbiologie, Wildtiermanagement & Jagdbetriebskunde (FWWJ) der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) können somit das unmittelbare Interaktionsverhalten des Raubtieres und seiner potentiellen Beutetiere untersuchen. Die Wildtiere leben auf der rund 2.600 Hektar großen Naturerbefläche „Glücksburger Heide“ im Landkreis Wittenberg. Die „Glücksburger Heide“ ist ein historisches Rotwildgebiet, in dem seit 2011 auch wieder Wölfe vorkommen. Derzeit lebt hier ein Rudel mit mindestens neun Tieren.

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Bericht des LJV Sachsen zum Rotwild im Erzgebirge

Mit der Situation des Rotwilds im Erzgebirge setzt sich der Bericht des Präsidiums des Landesjagdverbands Sachsen (LJVSN) auseinander. Die von der Interessengemeinschaft südsächsischer Hegegemeinschaften und der Hegegemeinschaft Erzgebirge gestartete Petition “Rotwild im Erzgebirge braucht Deine Hilfe” (JAWINA berichtete) hat derweil erst etwas über 1000 Unterschriften sammeln können. Im Präsidiumsbericht des LJVSN heißt es zum Thema:

4. Thema Rotwild

“Mit der Verabschiedung des neuen Jagdgesetzes hat ein damals übermächtiger Staatsbetrieb Sachsenforst den Erlass des Gesetzes nach seinem Gutdünken maßgeblich beeinflusst. Böse Zungen behaupten, dass es sich gar um ein Ermächtigungsgesetz handelt. Unser LJVSN muss sich hier zurechnen lassen, nicht genug getan zu haben um ein Gesetz zu schaffen, welches Wald und Wild gleichermaßen wichtet.

In diesem Jahr hat nun der SBSF harte Fakten geschaffen um mit fremden Know-How hohe Strecken erzielt! Nicht nur wir Jäger, nein auch große Teile der Bevölkerung, eingeschlossen die Naturschutzverbände, fragen nach einer Begründung für den massiven Eingriff. Es liegt nahe, dass die sozialen Strukturen des Wildes zerstört sind und der Schaden nur schwer zu reparieren ist. Der SBSF begründet den starken Abschuss mit erheblichen Verbiss-und Schälschäden.

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Urteil: Mindestabschussplan für Rotwild zulässig

Die Festsetzung eines Mindestabschussplan für Rotwild ist auch in kleinen Revieren rechtmäßig, wenn dies erforderlich ist, um die berechtigten Ansprüche der Land- und Forstwirtschaft zu erfüllen. So die Richter des Verwaltungsgerichts Koblenz in einem aktuellen Urteil (AZ.: 1 K 221/16.KO). In der Pressemitteilung des VG Koblenz zu dem Fall heißt es:

Der Kläger ist Pächter eines im Rotwild-Bewirtschaftungsbezirk Zell gelegenen 305 Hektar großen Jagdbezirks. Nachdem das Forstamt Zell eine erhebliche Gefährdung des waldbaulichen Betriebszieles durch Rotwild festgestellt hatte, setzte der Landkreis Cochem-Zell im April 2015 für das Jagdjahr 2015/2016 für den Jagdbezirk des Klägers folgenden Mindestabschussplan für Rotwild fest: 2 Hirsche der Klasse III.1 und 2 Stück weibliches Rotwild (1 Alttier und 1 Kalb), wobei die Abschussvorgabe für die männlichen Stücke auch durch Erlegung einer geringeren Klasse oder einer entsprechenden zusätzlichen Anzahl von weiblichen Stücken erfüllt werden könne. Nach erfolglosem Widerspruchsverfahren erhob der Jagdpächter Klage und beantragte nach Ablauf des Jagdjahres die Feststellung der Rechtswidrigkeit der Anordnung.

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Neue Petition für Rotwild im Erzgebirge gestartet

Nachdem der sächsische Landtag im März eine von mehr als 8000 Bürgern gezeichnete Petition abgelehnt hat, in der ein “artgerechter Umgang mit dem Rotwild” im Erzgebirge gefordert wurde, haben die Initiatoren von der Interessengemeinschaft südsächsischer Hegegemeinschaften und der Hegegemeinschaft Erzgebirge eine neue Petition gestartet.

Auf der Internetseite openpetition.eu heißt es dazu in der Petitionsbegründung:

Rotwild im Erzgebirge braucht Deine Hilfe

Seit zwei Jahren beschäftigt der Streit um das Rotwild im Erzgebirge die Medien und den Sächsischen Landtag. Dieser „Rotwildstreit“ ist kein Konflikt zwischen Wald und Wild. Es geht vielmehr um den Umgang mit dem heimischen Wild. Wald und Wild sind nicht selbst in den Konflikt involviert, sondern Spielball zwischen wirtschaftlichen Interessen des Menschen und den biologischen Grundbedürfnissen des Wildes. Dieser Konflikt lässt sich nicht allein mit Mitteln der Jagd lösen. Die Lösung liegt in der gemeinsamen Verantwortung aller Menschen, die den Lebensraum von Wildtieren nutzen, insbesondere den Grundeigentümern, den Land- und Forstwirten, den die Landschaft für Freizeitaktivitäten nutzenden Menschen und den Naturschützern. Politik und Wissenschaft müssen dafür Grundlagen und Rahmenbedingungen schaffen. Um den Konflikt zwischen Lebensraum und Nahrungsbedarf der Wildtiere auf der einen und den Nutzungsinteressen der Menschen auf der anderen Seite zu lösen, müssen sich politische Rahmenbedingungen und die Praxis der Landnutzung ändern. Wildtiere, und damit auch das Rotwild, sind integraler Bestandteil des Waldökosystems. Die wirtschaftliche Nutzung des Waldes muss dem öffentlichen Interesse an einem gesunden und artenreichen Wildbestand Rechnung tragen. Neben negativen sind auch positive Auswirkungen von Schalenwild auf die Artenvielfalt anzuerkennen. Rotwild ist Leitwildart für den Biotopverbund. Rotwild-Lebensräume sind großräumig zu vernetzen und eine Behinderung bei der natürlichen Wanderung ist zu unterlassen. Eine diesen Grundsätzen widersprechende Verwaltungsstruktur ist zu korrigieren.

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Rheinland-Pfalz: Rotwild verletzt Wanderin schwer

Ein vermutlich flüchtiges Stück Rotwild hat eine Wanderin im Hunsrück schwer verletzt. Die Frau war mit einer Gruppe auf einem Wanderweg im Soonwald in der Nähe der Gemeinde Riesweiler (Rhein-Hunsrück-Kreis) unterwegs, als ein Rudel Rotwild den Wanderweg querte. Die 58-jährige wurde von den Schalen eines springenden Stücks Rotwild am Kopf getroffen und zu Boden geschleudert. Sie erlitt schwere Verletzung am Kopf und an den Schultern und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Der Mann der Wanderin wurde bei dem Vorfall leicht verletzt. Wodurch das Rotwild zur Flucht veranlasst wurde, ist nicht bekannt. SE

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Gedanken zum Rotwildsymposium der Deutschen Wildtierstiftung in Baden-Baden

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Vorab zwei Feststellungen, die mir sicher keine dicke Mappe mit Dankschreiben von Seiten der Jägerschaft oder vom Gesetzgeber eintragen werden, deren Wahrheitsgehalt aber in der überwiegenden Mehrheit der Fälle jeder unvoreingenommenen Überprüfung standhält. Es gibt kaum eine andere Wildart, bei der Jagdneid und Revieregoismus in der Jägerschaft so ausgeprägt sind wie beim Rotwild.

1. Der größte Feind des Rotwildes ist der Jäger selbst!

Er

  • pachtet Reviere, deren Größe weit unterhalb der Streifgebietsgröße des Rothirschs liegt und betrachtet das dort vorkommende Rotwild als sein Eigentum.
  • versucht mit allen Mitteln, das Wild im eigenen Revierchen zu halten, damit der dicke Hirsch eben an der eigenen Trophäenwand landet und nicht an der des Nachbarn.
  • scheidet lieber aus einer Rotwild-Hegegemeinschaft oder aus einem Einstandsgebiet aus, damit er dann im „rotwildfreien Gebiet“ jedes Stück Rotwild unter Feuer nehmen kann.
  • sorgt durch die illegale Erlegung sog. „Kofferraumhirsche“ oder durch „Postkartenabschüsse“ weiblichen Wildes für ständig wachsende Populationen, die zudem noch ein extrem in Richtung weiblich verschobenes Geschlechterverhältnis haben.
  • macht die Trophäe männlichen Wildes unter Missachtung wildbiologischer und genetischer Erkenntnisse zum Maß aller Dinge bei der Rotwildbewirtschaftung.
  • lässt Hirsche durch übermäßige Abschüsse junger und mittelalter Stücke nicht in biologisch notwendiger Zahl alt werden.
  • scheucht Rotwild auch noch im Januar durch Bewegungsjagden auf, obwohl es sich bereits im winterlichen Energiesparmodus befindet und wundert sich dann über steigende Schälschäden.

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Der Rothirsch als Naturschützer

8. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung vom 7. bis 9. Juli in Baden-Baden

Rothirsche und andere Huftiere sind der Schlüssel für viele ökologische Prozesse und ihr Wirken ist häufig Ausgangspunkt für besonderen Artenreichtum und Biologische Vielfalt. Doch selbst in unseren großen Schutzgebieten wie den National- oder Naturparken und den Biosphärenreservaten wird unser größtes heimisches Wildtier meist nur geduldet und nicht als Bestandteil der zu schützenden ökologischen Prozesse wahrgenommen. Um diesen Konflikt geht es seit heute auf dem 8. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung in Baden-Baden. Über 170 Teilnehmer aus Naturschutz-, Jagd- und Forstbehörden, Politik und Wissenschaft kommen im Kurhaus Casino zusammen, um bis Samstag über den Umgang mit großen Huftieren wie dem Rothirsch in Großschutzgebieten zu diskutieren.

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Sauerfleisch von Wild

Ein Rezept von Germaid und Gerd

Die kleinen Teile vom Rot-, Dam-, Schwarzwild und Reh, die oft als Hackfleisch verarbeitet werden, eignen sich gut, um leckeres Sauerfleisch zu erstellen.
Mit Bratkartoffeln oder auf Graubrot, mit Remoulade – nur lecker.

Und nun zum eigentlichen Rezept:

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Weidmannsheil mit der Wildkamera

Ein super Schnappschuss mit der Wildkamera ist einem Jäger aus dem Brandenburger Landkreis Dahme-Spreewald gelungen: Der Weidmann hatte das Loch in bzw. unter einem Zaun in seinem Pirschbezirk bei der Forst bemerkt. Er wollte herausfinden, was sich da unter dem Zaun durchquetscht und stellte die Wildkamera fängisch: Kurz darauf war diese beeindruckende Aufnahme eines Wolfs auf dem Chip, der ein halbes Rotkalb davonträgt. Ob der Wolf unter dem Zaun durchschlüpft, weil er dort möglicherweise sein Geheck aufzieht, oder er dem aus und in den Zaun einwechselnden Wild am Wechsel aufgelauert hat – wir wissen es nicht. Die Wildkamera steht noch vor Ort, vielleicht liefert sie weitere Aufschlüsse. Die Jawina-Redaktion dankt W. und D.W. ganz herzlich für die Übersendung der Bilder und wünscht Horrido und WMH! SE

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Nasse Tage in Cowal

Rotkahlwild-„Jagd auf eigene Faust“ in Cowal/Schottland im November 2014 – Ein Reisebericht von Robert Saemann-Ischenko

1. Tag

Naß, nasser, Cowal im November. Selbst die Eingeborenen der Halbinsel im Südwesten Schottlands geben zu, es sei wet. Noch nicht very, aber immerhin quite. Nach einer halben Stunde Ansitz ist das Wachs runter von den Bergschuhen und der Regen drin im altersschwachen Fernglas. Wobei „Anlage“ es besser treffen würde: Ich kauere im Heidekraut und strecke mich nur alle fünf Minuten so weit hoch, dass ich gerade eben durchs Gras über den Horizont schielen kann – ist es schon da, das Rotwild, dessentwegen wir hier sind? Nö. Nur Regen, den der Sturm in so dichten Schauern von links nach rechts über den Kahlschlag treibt, dass er die Fernsicht nimmt wie Nebel. Dabei könnte man hier weit schauen, denn die für die wenig zimperliche schottische Forstwirtschaft typischen Harvester haben hier Dutzende Hektar Fichtenwald in eine Mondlandschaft verwandelt. Das dürre Gras zwischen den Stümpfen würde in Deutschland kein Rotwild interessieren, den schottischen Kollegen aber genügt’s, der Menge an Losung nach zu urteilen.

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RLP: Jäger klagt erfolgreich gegen Rotwild-Mindestabschussplan

Ein Jäger aus dem Vulkaneifelkreis (Rheinland-Pfalz) hat vor dem Verwaltungsgericht Trier erfolgreich gegen einen von der Unteren Jagdbehörde (UJB) der Kreisverwaltung festgesetzten Mindestabschussplan für das Rotwild in seinem Revier geklagt. Anlass für die Verfügung des Mindestabschussplans waren massive Wildschäden in dem Revier, die durch ein forstliches Verbissgutachten festgestellt worden waren. Im Widerspruchsverfahren vor dem Kreisrechtsausschuss hatte der Revierinhaber angeführt, in seinem Revier lebe überhaupt nicht genug Rotwild, als dass er den Mindestabschussplan erfüllen könne.

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