Schlagwort-Archive: Rotwild

Studie: Rotwilddichte entscheidend – Wölfe siedeln sich an, wo es Wild gibt

Wölfe halten sich bei der Wiederansiedlung hauptsächlich in Gebieten auf, wo sie viel Beute wie Rot- und Rehwild vorfinden. Dies zeigt eine neue Studie von Forschenden der Universität Bern, die vier Winter lang die Aufenthaltsorte von Wölfen im Wallis verfolgten. Diese Erkenntnis ist wertvoll, um Konflikten zwischen den Raubtieren und der Bevölkerung vorzubeugen.

Überall in Europa kehren die Wölfe in ihre früheren Gebiete zurück – ein Erfolg strenger Schutzbestimmungen und höherer Wilddichten als vor Jahrzehnten. Allerdings verursacht diese Rückkehr Konflikte: Landwirte fürchten um die Sicherheit ihrer Weidetiere, Jägerinnen und Jäger fürchten Konkurrenz, und auch andere Bevölkerungsgruppen sehen die Rückkehr der grossen Beutegreifer nicht ohne Bedenken. Um vorherzusagen, wo sich Wölfe aufhalten werden, und daher Konflikte besonders wahrscheinlich sind, ist wichtig zu wissen, welche Faktoren für Wölfe bei der Auswahl ihres Lebensraums während der Wiederansiedlung entscheidend sind.

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Hessen: Rotwild im Reinhardswald wird aus der Luft erfasst

In gleichmäßigen Bahnen zieht ein Leichtflugzeug in 400 Metern Höhe über den Reinhardswald. An Bord ist neben dem Piloten eine komplexe Kameraausrüstung, mit deren Hilfe ein aktuelles Bild über den Rotwildbestand in dem großen zusammenhängenden Waldgebiet entstehen soll.
In den vergangenen Monaten wurden insbesondere die durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer verursachten Waldschäden aus der Luft erfasst. „Nun geht es um die Rothirsche“, erläutert Dr. Markus Ziegeler, Leiter des Forstamts Reinhardshagen und Vorsitzender der Rotwild-Hegegemeinschaft Reinhardswald, die dieses Projekt ins Leben gerufen hat. Denn eine möglichst genaue Kenntnis über die tatsächliche Anzahl dieser Tiere liefere wichtige Grundlagen für deren zukünftige Bejagung, die wiederum eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Wiederbewaldung der geschädigten Flächen sei.

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Mecklenburg-Vorpommern: Hegegemeinschaft verurteilt Rotwildjagd im Naturschutzgebiet

Von wegen öko: Die Hegegemeinschaft Schuenhagen-Franzburg HG) kritisiert die Bejagung des Rotwilds im Naturschutzgebiet Krummenhagener See durch den Landesforst MV: “Wieder im Forstamt Schuenhagen, damit im Zuständigkeitsbereich dessen Amtsleiters Andreas Baumgart und zum zweiten Mal im Jahr 2019 werden hier bei der Bejagung des Rotwildes unlautere Mittel angewendet”, heißt es in einer Mitteilung der HG, die der Red. vorliegt.

Darin heißt es weiter: “Nachdem bereits im April 2019 die Bejagung von Rotwild innerhalb dessen Schonzeit stattfand, die auf falschen Angaben und fehlerhafter Behördenbescheiden beruhte, bejagt man im FoA Schuenhagen seit Sommer 2019 Rotwild im Naturschutzgebiet Krummenhagener See. Hier wurden ohne weitere Rücksprache und ohne Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde oder der zuständigen Hegegemeinschaft Schuenhagen-Franzburg Zuwegungen durch angrenzende Jagdbezirke in die Schilfbereiche hinein geschaffen, eine Kanzel errichtet und eine Kirrung mit Wildkamera angelegt.

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Hessen: Gericht gibt hunderte Rothirsche im Spessart zum Abschuss frei

Das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main hat den Eilantrag einer Hegegemeinschaft gegen den vom Regierungspräsidium Hessen festgelegten Abschuss von 524 Stück Rotwild im Spessart abgelehnt. Der Abschussplan verstoße nicht gegen die Richtlinien über Hege und Bejagung des Schalenwilds, stellte das Gericht fest. Der Abschussplan wurde vom Regierungspräsidium festgelegt, nachdem auf einer Mitgliederversammlung der Hegegemeinschaft keine Einigung über den Rotwild-Abschuss erzielt werden konnte. Die Hegegemeinschaft hatte aufgrund ihrer Bewirtschaftungsrichtlinien einen eigenen Abschussplan erarbeitet, der geringere Abschüsse vorsah. Die Hegegemeinschaft hatte die Klage damit begründet, dass die Anordnung des Regierungspräsidiums in ihre Aufgaben und Befugnisse eingreife und wildbiologischen Erkenntnissen zuwiderlaufe. Dem folgte das Gericht nicht: Es gebe immer mehr Rotwild in hessischen Wäldern, meinten die Richter, dabei fehle es an Lebensraum. Der Abschussplan bedrohe die Rotwildpopulation nicht in ihrem Bestand. Gegen das Urteil ist Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel zulässig. red.

Beitragsbild: Bauern- bzw. Waldbesitzeropfer des Klimawandels: Nur ein toter Hirsch, ist ein guter Hirsch. Foto: SE

Schleswig-Holstein: Ministerium ordnet Rotwild-Abschuss an

Es ist wieder einmal bezeichnend für den schäbigen Umgang mit Deutschlands größter Schalenwildart: Das Kieler Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) hat in einem Schreiben vom 26.09. an die unteren Jagdbehörden (UJB) der Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Dithmarschen und Rendsburg-Eckernförde und der Stadt Flensburg die Erlasse zum Vorkommen, zur Begrenzung und zur Freigabe von Rotwild vom 21.04.1980 und 24.11.2005 aufgehoben. Hintergrund sei “die seit etwa der Jahrtausendwende stattfindende Zuwanderung des Rotwildes aus Dänemark in einen für diese Wildart konfliktbehafteten Lebensraum”, heißt es in dem Schreiben. Daher werden die genannten UJB “gebeten, ab sofort allen Jagdbezirken in ihrem Zuständigkeitsbereich, die nördlich des Nord-Ostsee-Kanals und westlich der Bundesautobahn 7 liegen, Rotwild ohne zahlenmäßige Begrenzung und im Rahmen der festgelegten Jagdzeiten freizugeben. Die Freigabe soll entgegen Ziffer 5 Satz 3 der Richtlinie für die Hege und Bejagung des Rotwildes in Schleswig-Holstein vom 30.06.1997 auch für Hirsche der Klassen I und II erteilt werden.”

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Deutsche Wildtier Stiftung startet Petition zur Abschaffung von Rotwildgebieten

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat eine Petition gestartet, die sich die Abschaffung der Bewirtschaftungsgebiete für das Rotwild zum Ziel gesetzt hat. Tier- und Naturfreunde sind aufgerufen, dem Rothirsch ihre Stimme zu geben. Die Beteiligung wird akustisch aufbereitet: Jede Stimme bedeutet eine Sekunde der geröhrten Petition. Jeweils 3.600 Unterschriften von Hirsch-Freunden führen zu einer Stunde Hirschröhren. „Diese geröhrte Petition werden wir der Landesregierung in Baden-Württemberg übergeben, denn das ,Ländle‘ stellt im bundesweiten Vergleich dem Rothirsch am wenigsten Lebensraum zur Verfügung“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Was die wenigsten wissen: Wo in Deutschland der Rothirsch leben darf, entscheiden die Bundesländer. In vielen Bundesländern darf der Hirsch nur in festgelegten Gebieten, den sogenannten Rotwildbezirken, leben. Bei Grenzüberschreitung müssen die Tiere erschossen werden. Dies gilt vor allem in den beiden besonders wildfeindlichen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern.

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BJV: “Stoppt den Krieg gegen unsere heimische Tierwelt!”

Der Bayerische Jagdverband (BJV) verurteilt die Forderung der Grünen, Nachtzieltechnik auch für die Jagd auf Reh- und Rotwild freizugeben. Der BJV setzt auf biologischen Sachverstand beim Waldumbau, auf Wertschätzung der Natur und gelebte Ökologie, nicht auf ideologische Parolen

Der Bayerische Jagdverband (BJV) verurteilt die maßlose Intoleranz der Grünen gegenüber unserem heimischen Reh- und Rotwild auf’s Schärfste. „Mir ist es unverständlich, dass eine Partei, die sich den Einsatz für die Natur auf die Fahnen schreibt, geradezu Krieg führt gegen einige unserer heimischen Wildarten, um einer rein gewinnorientierten, hochintensiven Forstwirtschaft das Wort zu reden“, so BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke. „Während die Bayerische Staatsregierung aus CSU und Freien Wählern die heimischen Wildtiere für die Bevölkerung endlich wieder erlebbar machen wollen, präsentieren die Grünen den Bürgern nur eine kompromisslose Totschieß-Mentalität.“ In der Forderung von Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, nach dem Einsatz von Nachtzieltechnik bei der Jagd auf heimisches Schalenwild, sieht der BJV wieder einmal bestätigt, dass den Grünen ideologische Parolen wichtiger sind, als ökologische Zusammenhänge, biologischer Sachverstand und Artenschutz. Vocke: „Wer Wildtiere und ihren Nachwuchs Tag und Nacht gnadenlos verfolgen will, nur um die Bestände herunterzuschießen und ohne dass damit der Waldentwicklung wirklich genutzt wird, der handelt unverantwortlich gegenüber der Natur.“

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Mecklenburg-Vorpommern: “Wildwirkungsmonitoring aus Grundlage von Tatsachen, Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen”

Streit um Rotwildbejagung setzt sich fort – Zoff zwischen SPD-Politikern Backhaus und Heydorn

Nachdem sich der Mecklenburger SPD-Landtagsabgeordnete Jörg Heydorn, der auch Verwaltungsratsmitglied ist, auf die Seite der Öko-Förster geschlagen hat und seinen Parteikollegen, den Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus öffentlich attackierte, sieht sich das Landwirtschaftsministerium veranlasst, eine Stellungnahme zu veröffentlichen. Bei dem Streit geht es um die Wildbewirtschaftung im MV-Landeswald, insbesondere um die Rotwildbestände in der Hegegemeinschaft Schuenhagen-Franzburg (HG). Das Forstamt Schuenhagen hatte wegen angeblich überhöhter Rotwildbestände und untragbarer Wildschäden zusätzlich Abschüsse in der Schonzeit beantragt. Bei einer Ortsbegehung der vorgeblich geschädigten Wälder ließ sich dann jedoch keine Schädigung belegen (JAWINA berichtete). Dennoch warnt der SPD-Abgeordnete Heydorn in einem Brief vor Waldschäden. “Immer mehr Rotwild in Forstamtsbereichen wie Schuenhagen-Franzburg oder in der Nossentiner Heide mache dem Forst durch Verbiss und durch das Abfressen von Baum-Rinde – sogenanntes Schälen – zu schaffen, so Heydorn einem NDR-Beitrag zufolge. Heydorn kritisiert, dass Backhaus die bereits erteilte Abschussgenehmigung kassiert hat. Es sei ihm schleierhaft, welche Gründe dazu geführt haben. Dass die behaupteten Wildschäden nicht nachzuweisen waren und die Genehmigung folglich aufgrund falscher Tatsachenbehauptungen erteilt wurde, ficht den SPD-Abgeordneten, der selbst Jäger ist, offenbar nicht an.

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Der Rothirsch in der Überzahl – Wege zu einer tierschutzgerechten Rotwildreduktion

Ein Beitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Der Rothirsch in der Überzahl – Wege zu einer tierschutzgerechten Rotwildreduktion – diesen Titel trägt der Tagungsband des 9. Rotwildsymposiums der Deutschen Wildtierstiftung, das im Juni 2018 in Bad Driburg stattfand. Gerade im Zeitalter neuer Bejagungsrichtlinien in Hessen und Brandenburg, wo der qualifizierte Abschussplan für wiederkäuendes Schalenwild de facto abgeschafft und damit einer erbarmungslosen Reduktion von Wildbeständen der Weg bereitet wurde, ist die Lektüre des Tagungsbandes eine tröstliches Signal: es gibt auch heute noch Jäger, Verbände und Institutionen, die sich ernsthaft und im besten Sinne weidgerecht um eine Reduktion von Rotwildbeständen Gedanken machen bzw. diese bereits erfolgreich und tierschutzgerecht in verschiedenen Regionen Deutschlands praktiziert haben. Dabei wird durchaus anerkannt, dass manchenorts die Rotwildbestände in den letzten Jahrzehnten aus dem Ruder gelaufen sind. Die Notwendigkeit der Reduktion dort wird also keineswegs in Zweifel gezogen. Der Weg dorthin wird aber anders gesehen, als das in mancher hessischen oder brandenburgischen ministeriellen Schreibstube der Fall ist. Die Frage, wann ein Rotwildbestand zu hoch ist, kann je nach Ziel des Jagdausübungsberechtigten und nach Habitatkapazität durchaus unterschiedlich beantwortet werden. Um Reduktionsziele zu formulieren, bedarf es zuvor demnach einer Formulierung von (waldbaulichen) Zielen und einer möglichst guten Einschätzung des aktuellen Wildbestandes. Auch dazu gibt es praxisrelevante Hinweise im Tagungsband.

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Sachsen: HG Erzgebirge verweigert Benehmensherstellung nach drastischer Erhöhung der Abschusspläne durch Sachsenforst

Nach der drastischen Erhöhung der Abschusspläne für einige Forstbezirke im Erzgebirge durch den Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) (JAWINA berichtete) hat die Hegegemeinschaft Erzgebirge (HG) die Benehmensherstellung verweigert. Die “Höhe der in Rede stehenden Pläne” werde strikt abgelehnt, teilte die HG der Geschäftsleitung des SBS in einem Schreiben vom 26.06. mit. Die Abstimmung der Hegegemeinschaftsmitglieder hierzu sei einstimmig ausgefallen, heißt es weiter. Die HG schlägt eine Begrenzung der Dreijahrespläne auf 350 Stück Rotwild für den Forstbezirk Eibenstock, 775 Stück für den Forstbezirk Neudorf und 1.300 Stück für den Forstbezirk Marienberg vor. Beantragt wurden:

FB Eibenstock: Beantragung von 350 Stück auf 495 Stück
FB Neudorf: Beantragung von 1.600 Stück (nachdem der Abschussplan in den zurückliegenden drei Jahren von ursprünglich 700 Stück über 900 Stück bereits auf über 1.290 Stück im letzten Jahr erhöht wurde)
FB Marienberg: Beantragung von 1.300 Stück auf 1.400 Stück.

Das bedeutet, dass in den kommenden drei Jahren jeden Tag mehr als drei Stück Rotwild im Erzgebirge geschossen werden würden, rechnet eine Lokalzeitung vor.

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