Schlagwort-Archive: Reinhard Scherr

Nichts dazugelernt

 

Hurra, wir verblöden: Unbeeindruckt von Expertenwissen und gesundem Menschenverstand führt der Klub Bayerischer Gebirgsschweißhund (KBGS) seine traditionelle, auf “genetische Vereinheitlichung” der Rasse setzende Zuchtstrategie fort.

Auf der Jahreshauptversammlung des KBGS in Suhl am 29.4.2017 ließ sich der Klub von dem renommierten Humangenetiker und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des VDH, Prof. Dr. Jörp Epplen beraten. Der Vereinsvorsitzende und vor allem auch der Zuchtwart seien “durch den Vortragsinhalt und die Aussagen etwas durcheinander geschüttelt” worden, berichtete Epplen im Interview mit JAWINA, in dem der Genetikexperte sich mit deutlicher Kritik nicht zurückhielt: Von “verbrecherischen Zuchtstrategien” war sogar die Rede. Schon damals argwöhnten Insider, dass sich die Vereinsoberen von Fachwissen und Sachkenntnis nicht irritieren lassen würden: “Lass den mal reden, wir wissen schon, wie es richtig ist: So, wie wir es immer gemacht haben”, sei die Devise. Die aktuelle Verpaarungsliste des KBGS liefert einen geradezu erschütternden Beleg für diese These.

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Genetik und Hundezucht: “Viel Unwissenheit”

JAWINA hatte den Vorsitzenden des KBGS, Reinhard Scherr, um eine Stellungnahme zu dem Interview mit dem Humangenetiker Prof. Dr. Epplen gebeten. Scherr hat einen Kommentar zu dem Beitrag verfasst, den wir hier ungekürzt und unkommentiert wiedergeben. Die Antwort Scherrs auf unsere Anfrage, in der er sich einer öffentlichen Diskussion des kritisierten Zuchtgeschehens im KBGS letztlich verweigert, haben wir im Anschluss an den Kommentar online gestellt.

Kommentar Reinhard Scherrs:

“Die Zucht des bayerischen Gebirgsschweißhundes wird gerne als Beispiel für eine kleine Population genutzt und die Fehler, die in vielen Zuchtvereinen gemacht werden, werden dann auf diese Rasse projiziert. Der Klub verwahrt sich gegen die Aussage, die Welpenzahlen künstlich gering zu halten.

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Bewertung der Diskussion um das Nachsuchewesen aus der Sicht eines BGS-Führers

Ein Gastbeitrag von Reinhard Scherr, 1. Vorsitzender des Klubs für Bayerische Gebirgsschweißhunde 1912 e.V. (KBGS)

In den letzten Wochen und Monaten wurde sehr ausführlich über das Nachsuchewesen in der Jagdpresse berichtet. Ausgelöst wurde die Berichterstattung durch die Gründung des
“Deutschen Schweißhundeverbandes”. Alle Artikel und Lesermeinungen habe ich zusammengetragen und versucht objektiv auszuwerten, um evtl. herauszufinden, wo für die traditionellen Vereine Handlungsbedarf besteht und wo man antiquierte Vereinsvorstellungen über Bord werfen kann. Aber auch um zu erkennen, an welchen Gepflogenheiten man im Sinne einer gerechten Nachsuche und zum Wohle der Jagd und des Tierschutzes unbedingt festhalten muss.

Die Schweißhunde sind ohne Zweifel angenehme, gut zu haltende Familienhunde, die bei entsprechender Führung einen hohen Grad an Spezialisierung erlangen können. Die Nachfrage stieg durch die Veränderung der jagdlichen Bedingungen, Rückgang des Niederwildes und permanenter Anstieg der Schalenwildstrecken, sprunghaft an.

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