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Böllernde Jugendliche gestellt: Jetzt spricht der Jäger

Am Mittwoch Abend erschien eine Polizeimeldung, derzufolge ein Jäger bei Rangsdorf böllernde Jugendliche mit Warnschüssen verschreckt habe (JAWINA berichtete). JAWINA hat mit dem Pächter des Reviers und dem Begehungsscheininhaber gesprochen, um deren Sicht der Dinge zu erfahren. Haarsträubend erscheint an der Geschichte, dass die Pressestelle der Polizei die Polizeimeldung in dieser Form unmittelbar nach dem Geschehen veröffentlicht hat, obwohl diese nur auf der Version der Jugendlichen beruht: Mit dem Jäger hat bis zum heutigen Tag (Samstag) nach eigener Aussage keiner gesprochen, es sei niemand an ihn herangetreten. Für eine Stellungnahme war bei der Polizei heute niemand zu erreichen.

Nach der übereinstimmenden Schilderung von Pächter und Begehungsscheininhaber ist letzterer am Mittwoch Abend zu einem Ansitz aufgebrochen. Es sei bereits dämmrig gewesen, leichter Nieselregen sorgte für bescheidene Sichtverhältnisse. Aber die Sauen machten Schaden, also raus auf Ansitz. Der Revierteil liegt im Naturschutzgebiet Rangsdorfer See, es herrsche “eigentlich” ein Betretungsverbot für die Allgemeinheit. Als der Begehungsscheininhaber die Kanzel bestieg, musste er feststellen, dass diese massiv beschädigt worden war: Bretter herausgeschlagen, Handlauf abgerissen, Fenster zerstört. Der Begehungsscheininhaber ruft den Pächter an, um ihm von den Zerstörungen zu berichten. Während des Telefonats fallen “hinter ihm”, wie er sagt, zwei Schüsse. Präziser ausgedrückt: Zwei laute Knallgeräusche, die er für Schüsse hält.

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Böllernde Jugendliche mit Warnschüssen eingeschüchtert

Mit einem heroischen Einzelkämpfer-Einsatz hat ein 63 Jahre alter Jäger für Ruhe und Ordnung in “seinem” Wald bei Rangsdorf (Landkreis Teltow-Fläming) gesorgt: Einer Polizeimeldung zufolge stellte der Mann zwei 14 und 15 Jahre alte Jugendliche, die leichtsinnigerweise in seinem Revier einige Böller gezündet hatten: Plötzlich erschien ein Mann, schoss mit seiner Waffe zweimal in die Luft und zwang die Jugendlichen, sich flach auf den Boden zu legen. Dieser Aufforderung kamen sie nach, heißt es in der Polizeimeldung, dann “mussten sie ihre Personalien kundtun.” Dass er die Kinder nicht noch mit Kabelbindern gefesselt hat, ist vermutlich nur dem Umstand zuzuschreiben, dass er keine dabei hatte. Der Jäger rief dann den “zuständigen” Revierpächter hinzu, der die Jugendlichen “des Jagdbereiches verwies.” Die eingeschüchterten Jugendlichen erzählten einer Betreuerin von ihrer Begegnung mit dem Weidmann, die sie vermutlich für alle Zeit prägen und ihnen nachhaltig ein positives Bild vom deutschen Weidwerk vermitteln wird. Die Polizei nahm Ermittlungen wegen Bedrohung “mittels eines schusswaffenähnlichen Gegenstandes” auf und informierte die Waffenbehörde. SE

Beitragsbild: Böllernde Jugendliche – ein Fall für Zorro. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zorrosblackwhip.jpg