Schlagwort-Archive: Rabauken-Jäger

Rabauken-Journalist freigesprochen

Der Journalist, der in seinem Käseblättchen einen Jäger als “Rabauken-Jäger” bezeichnet hatte, weil dieser ein totes, im Zustand fortgeschrittener Verwesung befindliches Reh an einem Seil hinter seinem Auto hergezogen hatte, ist vom Oberlandesgericht Rostock vom Vorwurf der Beleidigung freigesprochen worden. Dass Rabauken-Redakteur Thomas Krause mit seiner Wortwahl der ebenfalls schon ziemlich fortgeschrittenen Verprollung des deutschen Journalismus Vorschub geleistet hatte, war nicht Gegenstand des Verfahrens. Krause war von einer Vorinstanz wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt worden. Das OLG befand der FAZ zufolge, dass “Rabauke” eine “eher harmlose Herabsetzung” bedeute. “Es bezeichne in der Regel einen ungestümen jungen Mann.” Der Argumentation des OLG folgend stellt demnach auch das Wort “Arschloch” keine ernsthafte Herabsetzung dar: Es bezeichnet eine Körperöffnung.

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Mecklenburg-Vorpommern: Rehschleifer darf Jagdschein behalten

Der Fall hatte Mitte 2014 für Aufregung gesorgt: Ein Jäger jenseits der 70, jagdausübungsberechtigt in einem Revier bei Ueckermünde, hatte die Meldung erhalten, dass ein bei einem Verkehrsunfall getötetes Reh im Straßengraben liege. Da sich das Tier in einem Zustand fortgeschrittener Verwesung befand und entsprechend roch, wollte er es nicht in seinem Kofferraum befördern. Er band es an die Anhängerkupplung seines PKW und schleifte es zwecks Entsorgung fort. Ein Foto davon landete in der Tagespresse, die entrüstet wegen dieses wenig feinfühligen Umgangs mit einem toten Tier auf den Mann eindrosch. Ein Urteil wegen Beleidigung gegen einen Journalisten, der den Weidmann als “Rabauken-Jäger” bezeichnet hatte, löste weitere Empörungswellen aus.

Die Jagdbehörde entzog dem Mann wegen “schwerem Verstoß gegen die Grundsätze der deutschen Weidgerechtigkeit” Jagdschein und WBK und verhängte eine Sperrfrist von zwei Jahren. Dagegen hat der Jäger in einer Reihe von Eilverfahren geklagt und in den Vorinstanzen bereits Recht bekommen. Die Richter erkannten Mängel in den Ermessensentscheidungen der Jagdbehörde, weil nicht hinreichend berücksichtigt worden sei, wie sehr der Ruf des Jägers durch die Berichterstattung geschädigt und in welchem Maß er dadurch belastet worden sei. Auch sei nicht gewürdigt worden, was der Entzug von Jagdschein und WBK für den Weidmann bedeuteten. Nun haben sich die Parteien – der Jäger und die Jagdbehörde – vor dem Verwaltungsgericht Greifswald auf einen Vergleich geeinigt:

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Rabauken-Journaille will weiter ungestraft gegen Jäger hetzen

Ein Kommentar.

Ein Redakteur des Nordkuriers hat einen Jäger, der ein totes Reh an der Anhängerkupplung seines PKW über eine Bundesstraße schleifte, als “Rabauken-Jäger” bezeichnet und ist dafür vom Amtsgericht Pasewalk wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro verurteilt worden. So weit der Sachverhalt. Nun springen diverse Medien, darunter Qualitätszeitungen wie die FAZ, dem gemaßregelten Redakteur bei, als wäre diesem mit der Verurteilung ein entsetzliches Unrecht geschehen, lautstark beklagen sie Willkürjustiz und wähnen das Ende der Pressefreiheit gekommen. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) zieht den Vorgang in einer Pressemitteilung ins Lächerliche, wenn er schreibt, “man könnte meinen, im Amtsgerichtsbezirk Pasewalk näherten die Menschen einander nur in formvollendeter Hochachtung, machten bei der Begrüßung Diener und Knicks.” Zugegeben: Auch ich habe im Verlauf meiner Adoleszenz, die mich zielstrebig die übelst beleumundeten Quartiere Berlins aufsuchen ließ, mitunter schlimmere Schimpfworte als “Rabauke” gehört. Doch darum geht es nicht.

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