Schlagwort-Archive: Prozess

Jagdunfall Dalberg: Zwei Schuss in Richtung Rentnerin?

+++ NRW: Wolfssichtung in Mettmann? +++

Bei einer Tatortbegehung im Rahmen des Prozesses um den tödlichen Jagdunfall von Dalberg (JAWINA berichtete) am gestrigen Mittwoch, erklärte ein Gutachter der Bild-Zeitung zufolge, dass der Unglücksschütze zwei Schüsse in Richtung des Opfers abgefeuert haben soll. Dies stünde im Widerspruch zu den Aussagen des Jägers, der den Vorfall als Jagdunfall geschildert hatte. Demnach sei er gestürzt und habe sich dabei um die eigene Achse gedreht, wobei sich der verhängnisvolle Schuss hangabwärts aus seinem Halbautomaten gelöst habe. Der Gutachter habe jedoch zwei Beschädigungen an einem Kirschlorbeer gefunden, weshalb er davon ausgehe, dass mindestens zwei Schüsse in Richtung der Verstorbenen abgefeuert wurden.

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Verteidiger im Prozess um Jagdunfall Dalberg: “Es war ein Unfall”

+++ Bayern: Fuchs beißt Achtjährigen durch Zeltwand in Gesicht und Hand +++

Anwalt plädiert auf Freispruch

Im Fall des tödlichen Jagdunfalls bei Dalberg, bei dem eine 86-jährige in ihrem Garten erschossen wurde, hat der Verteidiger des Unglücksschützen im derzeit stattfindenden Gerichtsprozess (JAWINA berichtete) auf Freispruch plädiert. Medienberichten zufolge führte der Anwalt aus, dass sein Mandant nicht bewusst oder fahrlässig – und entgegen der Anweisung des Jagdleiters – hangabwärts geschossen habe. Vielmehr habe der erfahrene 61 Jahre alte Jäger (Jugendjagdschein mit 16, Teilnahme an 15 bis 20 Drückjagden im Jahr, zwei bis drei Mal pro Woche auf Ansitz) hangaufwärts geschossen und sei dabei ausgerutscht. Im Sturz habe er sich um die eigene Achse gedreht, wobei sich der verhängnisvolle Schuss aus dem Halbautomaten gelöst habe. Die Seniorin wurde aus einer Entfernung von 25 Metern getroffen. Eine Hinterbliebene warf dem Schützen dem SWR zufolge vor, sich bei der Jagd auf dem Grundstück der Getöteten aufgehalten zu haben. Das Opfer hinterlässt sieben Kinder, die in dem Prozess als Nebenkläger auftreten. red.

Beitragsbild: Jagdgeschoss (Symboldbild). Foto: SE

Rheinland-Pfalz: Prozessauftakt im Fall des tödlichen Jagdunfalls bei Dalberg

Mindestens sechs Schuss aus dem Halbautomaten abgefeuert

Seit heute muss sich ein 61 Jahre alter Jäger aus Bingen in Bad Kreuznach vor Gericht für den tödlichen Jagdunfall bei Dalberg verantworten, bei dem im November 2018 eine 86-jährige Frau in ihrem Garten erschossen wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Jäger fahrlässige Tötung vor. Nach den Ermittlungen der Polizei hat der Unglücksschütze bei der Jagd “mindestens sechs Schuss aus seinem Halbautomaten” auf ein Wildschwein abgegeben, berichtet der SWR. Er habe entgegen der Anweisung des Jagdleiters hangabwärts durch blickdichtes Gebüsch geschossen. Anders als ursprünglich vermutet, habe es sich bei dem tödlichen Geschoss nicht um einen Querschläger gehandelt. red.

Beitragsbild: Halbautomat (Symbolbild). Foto: SE

Jagdunfall bei Nittenau: Geschoss war kein Abpraller

Im Gerichtsverfahren um den tödlichen Jagdunfall bei Nittenau hat der ballistische Gutachter ausgesagt. Demnach stammt das tödliche Geschoss aus der Selbstladebüchse des 47-jährigen Angeklagten. Den Untersuchungen des Ballistikexperten Axel Manthei vom Landeskriminalamt Bayern zufolge hat das Geschoss auf seiner Flugbahn einen weichen Gegenstand berührt oder durchschlagen, wodurch es um zwei Grad von seiner ursprünglichen Flugbahn abwich. Nach Ansicht des Ballistikers ist es am wahrscheinlichsten, dass die Kugel ein Wildschwein durchschlagen habe. Einem Bericht des Lokalmediums Onetz.de zufolge hielt der Gutachter es für unwahrscheinlich, dass das Geschoss mit dem Ackerboden, dem Schutzzaun an der Bundesstraße 16 oder dem Bewuchs auf der Böschung der Straße in Berührung gekommen sei.

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Jagdunfall Nittenau: Jäger entschuldigt sich, will nie mehr jagen

Der erste Verhandlungstag des Prozesses um den tödlichen Jagdunfall von Nittenau ist ein großes Thema in der Lokalberichterstattung. Der angeklagte Jäger hat demnach unter Tränen sein Bedauern über das Geschehene ausgesprochen. Der 46-jährige Angeklagte habe seine Waffen abgegeben, seinen Jagdschein nicht verlängert und wolle nie mehr zur Jagd gehen, berichtet BR24. Der Unglücksschütze ist erfahrener Jäger, Jagdscheininhaber seit 1995, bereits sein Vater ging zur Jagd. Er sei in die Jagd hineingewachsen, habe sie nicht nur als Hobby, sondern als willkommene Pflicht betrachtet, erklärte er laut nordbayern.de. An dem Tag des Unglücks war er offenbar auch Jagdleiter. Die spontan anberaumte Drückjagd mit elf Jägern fand statt, weil der Landwirt massive Wildschäden durch Wildschweine in dem Maisfeld beklagt hatte. Zeugen bestätigten, dass der Jagdleiter sie ausführlich über die Sicherheit belehrt und insbesondere auf die Gefahr durch die nahe Bundesstraße hingewiesen habe. Sicherheitshalber sei ein Feldweg gesperrt worden. In diesem Zusammenhang habe der Angeklagte einem Zeuge zufolge gesagt: “Keiner schießt auf die Straße, weil keine Wildsau ist es wert, dass ein Menschenleben gefährdet wird”, berichtet die Passauer Neue Presse.

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Peta instrumentalisiert tödlichen Jagdunfall für Anti-Jagd-Propaganda

Im August 2018 starb der Beifahrer eines Kia auf der B16 bei Nittenau vermutlich durch eine verirrte Kugel, die ein Jäger bei einer Erntejagd in der Nähe abgegeben hatte (JAWINA berichtete). Heute beginnt vor dem Landgericht Amberg der Prozess, die Staatsanwaltschaft wirft dem mutmaßlichen Unglücksschützen fahrlässige Tötung vor. Die Tierrechtsorganisation Peta nutzt den Prozessauftakt, um Anti-Jagd-Propaganda zu betreiben. Bei der “Hobbyjagd” würden “immer wieder Menschen verletzt oder getötet”, behauptet Peta in einer aktuellen Pressemitteilung, und “für die massenhaften Tiertötungen gebe es keinen vernünftigen Grund” – ja, nee, is klar, Landwirtschaft und Waldbau sind total unvernünftig… Anlässlich des Prozessbeginns erneuert Peta die Forderung, “zumindest die Hobbyjagd endlich gesetzlich zu verbieten.” Eine außerordentlich geschmacklose Instrumentalisierung eines tragischen tödlichen Unglückfalls, die wieder einmal zeigt, wie gleichgültig den vermeintlichen Tierfreunden menschliche Schicksale sind – schäm dich, Peta! SE

Beitragsbild: Pressemitteilung zum Prozessauftakt auf der Peta-Internetseite (Screenshot)

Baumschäden durch ausgewilderte Wisente im Rothaargebirge

Verhandlungstermin am 16. November – Gericht bejaht Beseitigungsanspruch

Der unter anderem für Ansprüche aus Besitz und Eigentum an Grundstücken zuständige V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs verhandelt über die Klage eines Waldeigentümers, der verhindern will, dass die von dem beklagten Verein ausgewilderten Wisente und deren Nachkommen in sein Waldgrundstück eindringen und den Baumbestand schädigen.

Sachverhalt:

Der Beklagte ist ein gemeinnütziger Verein, der sich die Wiederansiedlung von Wisenten im Rothaargebirge zum Ziel gesetzt hat. Im April 2013 schloss er mit dem örtlichen Landkreis, der Bezirksregierung Arnsberg, dem Landesbetrieb Wald und Holz sowie dem Eigentümer des für die Wiederansiedlung ausgewählten Projektgebiets einen öffentlich-rechtlichen Vertrag über die Freisetzung von Wisenten, mit dem sämtliche erforderlichen Genehmigungen für die Aussetzung von Wild mit Ausnahme der (als entbehrlich angesehenen) jagdrechtlichen Genehmigung ersetzt worden sind; das nordrhein-westfälische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz hat den Vertrag genehmigt.

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Tschechischer Schweisshundeverband muss deutsche Mitglieder wieder aufnehmen

Der tschechische Schweißhundeverband CMKCHB muss die Ende 2015 ausgeschlossenen deutschen Mitglieder (JAWINA berichtete) wieder aufnehmen. Das haben tschechische Gerichte in zweiter Instanz beschlossen. Das Urteil ist rechtskräftig, eine Berufung nicht möglich. Zwei ehemalige Mitglieder wurden aus formalen Gründen nicht wieder aufgenommen. Der CMKCHB ist zudem dazu verurteilt worden, die Gerichts- und Anwaltskosten in Höhe von ca. 13.000 Euro zu übernehmen. red.

Beitragsbild: Hannoverscher Schweißhund (HS). Foto: SE

Niedersachsen: Katze angeschossen und in Maisfeld geworfen – 3500 Euro Geldstrafe

Vor dem Landgericht Oldenburg musste sich am Freitag ein 56 Jahre alter Jäger verantworten, der in Höltinghausen (Landkreis Cloppenburg) eine Katze beschossen und noch lebend in ein Maisfeld geworfen hat. Die Katze soll “friedlich” auf einer Böschung gegenüber der Hofeinfahrt ihrer Besitzer gesessen haben, als der Schuss abgegeben wurde. Die Besitzer der Katze konnten das weitere Vorgehen verfolgen. Einem Bericht der Nordwest-Zeitung (NWZ) zufolge, musste der Besitzer der Katze mit ansehen, wie der Jäger das krank geschossene Tier ins Maisfeld schleuderte. Er habe ihn daraufhin “ermahnt”, dass die Katze doch noch leben würde – was wohl die denkbar mildeste Reaktion auf den solcherart erfolgten Abschuss eines Haustiers darstellen dürfte. Darauf soll der Jäger laut NWZ geantwortet haben, dass sich das mit dem Noch-Leben bald erledigt habe. Womit er Recht behalten sollte: Die Familie, der die Katze gehörte, barg sie aus dem Maisfeld und brachte sie zum Tierarzt, wo sie eingeschläfert werden musste. Der Kopf des Tiers sei von 50 Schrotkugeln getroffen worden. Der Jäger war in der Vorinstanz, dem Amtsgericht Cloppenburg, zu 70 Tagessätzen à 70 Euro, also 4900 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Dies hätte, da hiermit die im Waffengesetz § 2, Buchstabe c, festegelegte Grenze von 60 Tagessätzen überschritten gewesen wäre, den Verlust der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit und eine Entziehung von WBK und Jagdschein für mindestens fünf Jahre zur Folge gehabt.

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BH als Lebensretter – Anklage gegen Jäger

Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat Anklage gegen einen Jäger erhoben, der im August 2015 eine Radfahrerin durch einen Schuss verletzt haben soll. Ein Geschossteil war damals am Metallbügel des BHs der Frau abgeprallt, wodurch möglicherweise weit schlimmeres verhindert wurde (JAWINA berichtete). Der Jäger hatte an einem Rapsfeld in der Nähe ein Wildschwein beschossen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann fahrlässige Körperverletzung vor, weil er ohne ausreichenden Kugelfang geschossen habe. Der Prozess wird voraussichtlich Anfang April am Amtsgericht Wismar geführt werden. SE

Beitragsbild: Bustier, Autor: Tranquil Garden, Quelle: Wikipedia, verööfentlicht nach Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 generisch“