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ASP – wie gut vorbereitet sind wir wirklich?

Teil 2: Gefährliche Versäumnisse

Im ersten Teil dieses Beitrags hatten wir die Qualität der ASP-Prävention und -Prophylaxe hierzulande anhand der simplen Fragestellung nach geeigneten Desinfektionsmaßnahmen überprüfen wollen – und ein erschreckendes Ausmaß an Ahnungs- und Konzeptlosigkeit offengelegt.

Als größter Risikofaktor für eine sprunghafte Ausbreitung der ASP gilt bekanntlich nicht das Wildschwein, sondern der Mensch. Zum Beispiel in Gestalt des osteuropäischen Fernfahrers oder Wanderarbeiters, der aus infizierten Schweinen zubereitete Wurst mitführt, genüsslich auf einem Autobahnparkplatz seine Mahlzeit einnimmt und die Reste im Gebüsch entsorgt. Dort entdecken Wildschweine bei einer routinemäßigen Kontrolle des Parkplatzrandes auf verwertbare Hinterlassenschaften die leckeren Wurstbrote – und die Katastrophe ist da.

Dass das keine unbegründete These ist, wird überdeutlich bei der Betrachtung der animierten Grafik “ASP-Ausbreitung seit 2007” auf der Internetseite des Friedrich-Löffler-Institus (FLI), die zugleich einen anschaulichen Eindruck von der Dynamik der Ausbreitung der ASP vermittelt.

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Bundesregierung beschliesst Maßnahmen zur ASP-Prophylaxe

Verstärkte Bejagung durch andere Personen als den Jagdausübungsberechtigten” kann im Seuchenfall angeordnet werden

Die Bundesregierung hat in ihrer Sitzung vom 06.06. den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes und des Bundesjagdgesetzes beschlossen.

Dazu erklärt die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner:

“Ziel ist es, im Fall eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest, schnell Maßnahmen ergreifen zu können, um eine Verbreitung zu verhindern. Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine, also Wild- und Hausschweine, betrifft und für sie tödlich sein kann. Für den Menschen ist sie ungefährlich. Bisher gibt es noch keinen Fall in Deutschland. Es besteht allerdings nach wie vor die Gefahr, dass die Krankheit nach Deutschland eingeschleppt wird. Dies hätte, neben den Auswirkungen auf die Tiere, schwere wirtschaftliche Folgen. Deshalb steht Prävention für mich an erster Stelle. Hier ist insbesondere Aufklärung gefragt, denn es sind vor allem Menschen, die einer Seuchenverbreitung Vorschub leisten, indem sie zum Beispiel Speisereste mit ASP-kontaminierten Schweinefleischerzeugnissen unachtsam entsorgen – eine Infektionsquelle für Wildschweine. Deshalb haben wir eine mehrsprachige Aufklärungskampagne gestartet. Hier informieren wir online und mit Flyern und Plakaten an Tank- und Rastplätzen.

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