Schlagwort-Archive: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel zum Interview mit Staatssekretär Uwe Feiler (CDU)

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel zum Interview mit Staatssekretär Uwe Feiler (CDU), erschienen in WuH 14/2020: “Die Maxime lautet „Wald und Wild“:

“Dann ist die Novellierung des Bundesjagdgesetzes ja auf gutem Weg, könnte man denken, wenn man die Überschrift eines Interviews liest, das der Staatssekretär aus dem Hause der Bundeslandwirtschaftsministerin dem Chefredakteur eines bekannten deutschen Jagdmagazins gab. Schnell merkt man aber, die von verschiedenen Seiten geäußerten Befürchtungen sind sowohl aus formalen als auch aus inhaltlichen Gründen wohl nur allzu berechtigt.
Im Koalitionsvertrag von Union und SPD geht es um Bleiminimierung, Schießübungsnachweis und ein einheitliches Ausbildungs- und Prüfungswesen von Jäger- und Falknerprüfung. Nach dem Waldgipfel des letzten Jahres sei eben das Thema Wald und Wild noch hinzugekommen. Jetzt muss also flugs noch im Jagdgesetz der Waldumbau geregelt werden. Gehört das nicht in ein Waldgesetz? Und warum hat man den Teilnehmern des Waldgipfels vorgegaukelt, es gehe hier lediglich um den Wald und nicht um die Jagdgesetznovelle? Ist das denn in Ordnung, wenn ein Ministerium im Alleingang entscheidet, was vom Bund über den Koalitionsvertrag hinaus als regelungsnotwendig angesehen wird? Dieses Vorgehen hätte man eigentlich eher von Landesdiener*innen der Chlorophyll-Partei erwartet.

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“Alles wiederkäuende Schalenwild gnadenlos zusammenzuschießen” keine Lösung für die Probleme des Waldes

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel hat aus Anlass der geplanten Novellierung des Brandenburger Landesjagdgesetzes einen Offenen Brief an die Abgeordneten des Landtags Brandenburg geschrieben. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

Sehr geehrte Abgeordnete,

erlauben Sie mir bitte, Sie im Zusammenhang mit der geplanten Novellierung des Landesjagdgesetzes auf einige Sachverhalte aufmerksam zu machen. Ich tue das aus meiner Sicht nach 40-jähriger Berufserfahrung als Biologe der Fachrichtung Zoologie. Außerdem bin ich seit mehr als 50 Jahren Jäger und seit 28 Jahren Jagdausübungsberechtigter in Brandenburg. Ich weiß mich mit meiner Einstellung zum Jagdwesen in unserem Bundesland in Übereinstimmung mit der großen Mehrheit der Jägerschaft des Landes.

Durch Trockenschäden und Käferkalamitäten sind laut Waldzustandsbericht 2019 Wälder unseres Bundeslandes stark in Mitleidenschaft gezogen. Niemand bestreitet das. Niemand kann allerdings dafür das im Land lebende Wild verantwortlich machen. Auf den Zustand von adulten Bäumen hat Wild keinerlei Einfluss. Trockenheit und Wassermangel sind die Hauptursachen für den derzeitigen Waldzustand. Nach wie vor sind 70 Prozent der Bäume auf den 1,1 Millionen Hektar Waldfläche trotz des seit Jahren laufenden Waldumbaus zu Mischwäldern Kiefern. Dass solche Monokulturen dem Klimawandel und auch dem Befall mit Schadinsekten nicht genügend Widerstand bieten, ist nachvollziehbar.

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GWJF: Offener Brief an Ministerin Klöckner zur Waldstrategie 2050 und Novelle des Bundesjagdgesetzes

Die Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung e.V. (GWJF) hat einen Offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) verfasst. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Ministerin,

die Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung e. V. ist eine Vereinigung von Wildbiologen, Jagdwissenschaftlern, Ökologen, von an Wildtier- und Jagdforschung und an Natur- und Umweltschutz interessierten Wissenschaftlern und Praktikern sowie Institutionen und Einrichtungen, die mit Wildbiologie und Jagd befasst sind. Sie ist mit knapp 300 Mitgliedern die größte einschlägige wissenschaftliche Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum. Als Mitglieder dieser Gesellschaft wenden wir uns an Sie, verehrte Frau Ministerin, in großer Sorge um die Wildtiere und das Jagdwesen in unserem Land.

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Pfannenstiel: Waldstrategie 2050 sowie Novellierung des Bundesjagdgesetzes

Jagd als “Waldschutz” – Prof. Dr. Pfannenstiel fasst den derzeitigen Verfahrensstand (soweit bekannt) zur Waldstrategie 2050 sowie zur Novellierung des Bundesjagdgesetzes wie folgt zusammen:

Zum derzeitigen Verfahrensstand (soweit bekannt):

  1. Zur Waldstrategie 2050 hat am 16.10.2019 eine Verbändeanhörung stattgefunden.
  2. Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik beim BMEL hat im Februar 2020 die von ihm entwickelten „Eckpunkte der Waldstrategie 2050“ vorgelegt.

https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ministerium/Beiraete/waldpolitik/stellungnahme-waldstrategie-2050.html

Es gibt einen Entwurf des Kapitels Wald/Wild in der Waldstrategie 2050, zu dem derzeit Stellungnahmen abgegeben werden können.  Weiterlesen

Prof. Pfannenstiel: Brandbrief an Jagdverbände

In einem Brandbrief an die Jagdverbände warnt Prof. Dr. Pfannenstiel vor der anstehenden Novellierung des Bundesjagdgesetzes: Unter Ausnutzung der durch die Corona-Krise geminderten Aufmerksamkeit planten die einschlägigen Interessenvertreter eine staatsstreichartige “Aushöhlung des Bundesjagdgesetzes”, die “Abschaffung des Reviersystems” und eine “Enteignung der Jagdrechtsinhaber”, stellt Pfannenstiel im Gespräch mit JAWINA fest.

Im Folgenden dokumentieren wir das Schreiben Prof. Pfannenstiels im Wortlaut:

Sehr geehrte Weidgenossinnen und Weidgenossen,

die Bundesregierung ist dabei, das seit Jahrzehnten in Deutschland bewährte Jagdsystem radikal zu verändern. Durch mehr Staat wird dabei das Eigentumsrecht der Jagdrechtsinhaber ausgehöhlt. Im Zeichen von Corona, Trockenheit, Käferkalamitäten und ASP wird nun unter weitestmöglicher Umgehung des Parlaments versucht, die Vorgaben der Waldstrategie 2050 in eine neues Bundesjagdgesetz zu überführen. Schalenwild wird lediglich als Störfaktor beim Waldumbau und der Naturverjüngung betrachtet, den es möglichst komplett auszuschalten gilt. In der Stellungnahme des Wiss. Beirats Waldpolitik des BMEL wird die Katze aus dem Sack gelassen (siehe ab S. 40). In diesem Zusammenhang ist auch der Vortrag von Herrn Lutz Freytag, BMEL, interessant. Auf den Sachverhalt hat mich vor allem eine befreundete Juristin aus Hessen aufmerksam gemacht.

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Hessen: Besucherrekord bei Vortrags- und Diskussionsveranstaltung “Passt der Wolf in unsere Kulturlandschaft?”

Der Wolf sollte ins Bundesjagdrecht übernommen und während einer festgelegten Jagdzeit planmäßig bejagt werden. Die Bundesregierung  sollte dafür die Voraussetzungen schaffen, indem sie der EU den „günstigen Erhaltungszustand“ des Großraubtieres in Deutschland meldet und die Lockerung seines höchsten Schutzstatus (“streng geschützt“) beantragt. Nur auf diese Weise könne die Akzeptanz des Großraubtieres in der Bevölkerung langfristig gesichert werden, betonte der Zoologie-Professor a. D. und Diplom-Biologe Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel auf der Veranstaltung der Jägervereinigung Oberhessen (JVO) in Grünberg (Landkreis Gießen) zum Thema „Passt der Wolf in unsere Kulturlandschaft?“ am 11. Februar in der Gallushalle in Grünberg.

Der JVO-Vorsitzende Helmut Nickel kündigte eine Petition mit dem Ziel an, den Schutzstatus des Wolfs zu senken. Zudem sollten alle Daten der genetischen Untersuchungen von Wölfen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die JVO-Veranstaltung verzeichnete mit 468 Teilnehmern einen neuen Besucherrekord.

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Kritik an “tierschutzwidrigem Vorgehen des MLUK”

In einem Offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden der im Brandenburger Landtag vertretenen Parteien kritisieren Wildmeister Klaus Mordhorst, Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, Prof. Dr. Christoph Stubbe das “tierschutzwidrige Vorgehen des MLUK” bei der Schonzeitaufhebung wegen ASP und appellieren an die Politiker, ihrer “Verantwortung auch für das Wohl unseres Wildes gerecht” zu werden.

Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

“An die Fraktionsvorsitzenden der im Brandenburger Landtag vertretenen Parteien

Sehr geehrter Herr Stohn, sehr geehrter Herr Kalbitz, sehr geehrter Herr Redmann, sehr geehrter Herr Raschke, sehr geehrte Frau Dannenberg, sehr geehrter Herr Vida,

im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland ist der Schutz der Tiere seit geraumer Zeit in § 20 a festgeschrieben. Dem Tierwohl schenkt die Öffentlichkeit im Bereich der Viehhaltung in der Landwirtschaft nicht ohne Grund zunehmend Aufmerksamkeit. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg (MLUK) hingegen tritt das Wohl freilebender Tiere – Stichwort Wildtiere – mit Füßen.

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Brandenburg: Brandbrief an die Jagdverbände

Drei Schwergewichte der Jagd, Wildmeister Klaus Mordhorst, Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel und Prof. Dr. Christoph Stubbe fordern in einem auf den 21.01.2020 datierten Brief die Vorsitzenden der Jagd- und Kreisjagdverbände Brandenburgs auf, der von Landwirtschaftsmnisterium geplanten tiertschutzwidrigen Massakrierung des Schalenwilds (JAWINA berichtete) unter dem Vorwand der ASP-Prophylaxe entgegenzutreten.

Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

“Sehr geehrte Weidgenossinnen und Weidgenossen,

es gab eine Zeit, da fühlten sich Ministerialbürokratie und Jägerschaft in Brandenburg der
Einheit von Wild und Lebensraum verpflichtet. Leitfaden war dabei das Jagdgesetz Brandenburgs, in dem es heißt:

„Wild ist ein wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Es ist als unverzichtbarer Teil
der natürlichen Umwelt in seinem Beziehungsgefüge zu bewahren. Der Schutz des jagdbaren
Wildes und seiner Lebensräume ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

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Diskussion über den Wolf: Pfannenstiel vs. Fuhr

Im Deutschlandsfunk diskutierten der Wildbiologe Prof. Dr. Pfannenstiel und der Journalist und Brandenburger ÖJV-Vize Eckhard Fuhr über den Wolf. Die Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?” steht in der Mediathek des Senders zum Nachhören bereit. Die Wolfspopulation, die Aufwendungen für den Herdenschutz und die Zahl der gerissenen Nutztiere steigen parallel an – angesichts dieses eindeutigen Zusammenhangs hält Prof. Pfannenstiel die Strategie, ausschließlich auf Herdenschutzmaßnahmen zu setzen, für gescheitert und plädiert für eine reguläre, maßvolle Bejagung des Wolfs. Dies würde die Scheu des Wolfs vor dem Menschen, menschlichen Siedlungen und Nutztieren wiederherstellen und die Situation der Weidetierhalter entschärfen. Fuhr bestreitet, dass eine Bejagung des Wolfs zu einer Lösung der Probleme beitragen würde. Eine spannende Diskussion – Hörempfehlung! SE

Beitragsbild: Internetseite des Deutschlandfunks zur Sendung “Eckhard Fuhr vs. Hans-Dieter Pfannenstiel Nachbar Wolf – geht das gut?”(Screenshot, Ausschnitt)

Protest gegen Zustimmung zur DVO: Prof. Pfannenstiel verlässt LJVB

Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel tritt aus dem Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) aus. In einem Schreiben an den Verband begründete der renommierte Wildbiologe seinen Entschluss wie folgt: “Einem Verband, der einer solchen DVO zustimmt, möchte ich nicht  mehr angehören. Hiermit erkläre ich meinen Austritt aus dem Landesjagdverband Brandenburg e. V. zum nächst möglichen Termin.” In einem Kommentar zu einem JAWINA-Beitrag hatte Pfannenstiel das Verhalten des LJVB, der der DVO trotz schwerster inhaltlicher und formaler Bedenken und nicht erfolgter Verbändebeteiligung einstimmig (!) zustimmte, als “schizophren” bezeichnet.

Hintergrund: Pfannenstiels Austrittserklärung – und der oben erwähnte Kommentar – dürften als Reaktion auf den Brief vom 28.05. des LJVB-Präsidenten Dirk-Henner Wellershoff an den Brandenburger Landwirtschaftsminister Vogelsänger aufzufassen sein. Darin heißt es:

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