Schlagwort-Archive: Prof. Dr. Christoph Stubbe

Kritik an “tierschutzwidrigem Vorgehen des MLUK”

In einem Offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden der im Brandenburger Landtag vertretenen Parteien kritisieren Wildmeister Klaus Mordhorst, Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, Prof. Dr. Christoph Stubbe das “tierschutzwidrige Vorgehen des MLUK” bei der Schonzeitaufhebung wegen ASP und appellieren an die Politiker, ihrer “Verantwortung auch für das Wohl unseres Wildes gerecht” zu werden.

Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

“An die Fraktionsvorsitzenden der im Brandenburger Landtag vertretenen Parteien

Sehr geehrter Herr Stohn, sehr geehrter Herr Kalbitz, sehr geehrter Herr Redmann, sehr geehrter Herr Raschke, sehr geehrte Frau Dannenberg, sehr geehrter Herr Vida,

im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland ist der Schutz der Tiere seit geraumer Zeit in § 20 a festgeschrieben. Dem Tierwohl schenkt die Öffentlichkeit im Bereich der Viehhaltung in der Landwirtschaft nicht ohne Grund zunehmend Aufmerksamkeit. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg (MLUK) hingegen tritt das Wohl freilebender Tiere – Stichwort Wildtiere – mit Füßen.

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Brandenburg: Brandbrief an die Jagdverbände

Drei Schwergewichte der Jagd, Wildmeister Klaus Mordhorst, Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel und Prof. Dr. Christoph Stubbe fordern in einem auf den 21.01.2020 datierten Brief die Vorsitzenden der Jagd- und Kreisjagdverbände Brandenburgs auf, der von Landwirtschaftsmnisterium geplanten tiertschutzwidrigen Massakrierung des Schalenwilds (JAWINA berichtete) unter dem Vorwand der ASP-Prophylaxe entgegenzutreten.

Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

“Sehr geehrte Weidgenossinnen und Weidgenossen,

es gab eine Zeit, da fühlten sich Ministerialbürokratie und Jägerschaft in Brandenburg der
Einheit von Wild und Lebensraum verpflichtet. Leitfaden war dabei das Jagdgesetz Brandenburgs, in dem es heißt:

„Wild ist ein wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Es ist als unverzichtbarer Teil
der natürlichen Umwelt in seinem Beziehungsgefüge zu bewahren. Der Schutz des jagdbaren
Wildes und seiner Lebensräume ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

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Prof. Dr. Christoph Stubbe: Der Wolf in Russland – historische Entwicklung und Probleme

Der Aufsatz “Der Wolf in Russland – historische Entwicklung und Probleme” von Prof. Dr. Christoph Stubbe beruht auf der Auswertung amtlicher Statistiken und wissenschaftlicher Studien zum Wolf in Russland. Bei einem einjährigen Studienaufenthalt an der jagdlichen Hochschule Irkutsk hat sich Stubbe intensiv mit der Thematik befasst. Sein Aufsatz macht die wissenschaftlichen Erkenntnisse “hunderter studierter Jagdwirtschafter und Wissenschaftler” zugänglich, die sich in Russland “in Theorie und Praxis mit dem Wolf befassen” – und die aufgrund der Sprachbarriere, unzugänglicher Publikationsorte und womöglich weiterer Gründe in der hiesigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Wolf weitgehend ignoriert werden. Es sei “mehr als verwunderlich, dass man über Erfahrungen und Probleme aus dem Mutterland der Wölfe, aus Russland, überhaupt nichts liest, obwohl unsere Wölfe zur osteuropäischen/asiatischen Population gehören”, konstatiert Stubbe.

Als Folge dieser Unkenntnis wird manch ein Leser nach Lektüre der Studie verwundert feststellen, dass Rotkäppchen es mit der Wahrheit ziemlich genau nahm – zumindest im Vergleich zu der von gewissen Wolfsfreunden und Vertretern der Wolfsindustrie ingrimmig verteidigten Glaubenslehre z.B. von der “natürlichen Scheu” des Wolfs und seiner Ungefährlichkeit für Mensch und Weidetier oder dem Märchen vom konfliktfreien und harmonischen Zusammenleben von Wolf und Mensch in Osteuropa (wobei dahingestellt sei, ob jene Wolfsfreunde ihrem Schützling damit mittelfristig einen Gefallen erweisen). Was Stubbe vom Wolf in Russland berichtet, lässt sich mit solchen naturromantischen Vorstellungen schlechterdings nicht in Einklang bringen. In manchen Jahren töteten Wölfe in Russland hunderttausende Rinder, Schafe, Ziege, Pferde und Fohlen – und hunderte Menschen.

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