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Bayern: ÖJV will ans Jäger-Geld

Die Zahlen sprechen eine ganz klare Sprache: Der Bayerische Jagdverband hat ca. 46.000 Mitglieder, der bayerische Ableger des Ökologischen Jagdverbands ca. 860. Der BJV vertritt also mit 95 Prozent die ganz überwiegende Mehrheit der etwa 48.000 bayerischen Jäger, der ÖJV nur eine winzige Splittergruppe. Das hat Folgen für den Zwergverein, weil im Bayerischen Jagdgesetz (BayJG) den “anerkannten Vereinigungen der Jäger” ziemlich weitreichende Mitbestimmungsrechte eingeräumt werden. So ist in § 27 BayJG, in dem es um die Förderung des Jagdwesens geht, festgelegt, dass das “Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StELF) über die Verteilung der […] Jagdabgabe im Benehmen mit den anerkannten Vereinigungen der Jäger (Art. 51)” entscheidet.

Und weiter: “Es stellt das verbleibende Aufkommen dem Landesjagdverband Bayern e.V. für die Förderung der Jagd zur Verfügung […]. Was eine “anerkannte Vereinigung der Jäger ist”, regelt § 32 der Ausführungsverordnung zum Bayerischen Jagdgesetz (AVBayJG) unmissverständlich: “Eine Vereinigung von Jägern ist als mitwirkungsberechtigte Vereinigung im Sinn von § 37 Abs. 2 BJagdG anzuerkennen, wenn sie nachweislich […] mehr als die Hälfte der in Bayern wohnhaften Inhaber eines Jahresjagdscheines zu Mitgliedern hat […].” Jährlich ist in Bayern etwa eine Million Euro an Jagdabgabemitteln zu verteilen – von denen der ÖJV zwar durchaus profitiert, über die er aber nicht bestimmen kann. Weshalb der ÖJV jetzt eine Popularklage gegen diese Regelungen vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof eingereicht hat, wie die Augsburger Allgemeine berichtet.

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